Wie viel Bandbreite braucht man eigentlich?

Ein gebannter Blick auf den eigenen Fernseher: Der Held ist gerade dabei, sich dem Schurken im Endkampf zu stellen, und plötzlich steht das Bild still und das Ladesymbol des Streaming-Dienstes erscheint – mehr Frust geht kaum. Viele Internetnutzer kennen das Problem und nicht selten steckt die Performance der eigenen Internetleitung dahinter. Damit stellt sich fast schon automatisch die Frage: Wie viel Bandbreite benötige ich eigentlich? Worauf kommt es dabei an und was können Nutzer tun, wenn die tatsächliche Bandbreite von der bestellten Leistung abweicht?

Bei Internet-Frust: Bandbreite messen

Langsames Internet kann hin und wieder einfach vorkommen. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn gerade besonders viele Nutzer entsprechende Knotenpunkte nutzen oder wenn es technische Probleme gibt. Richtig nervig wird es, wenn solche Probleme immer wieder auftreten. In diesem Fall gibt es verschiedene Ansatzpunkte. So können Nutzer beispielsweise ihre Bandbreite per Internet Speed Test ermitteln. Entsprechende Tests geben folgende Daten raus:

  • Download-Geschwindigkeit: Diese zeigt an, wie schnell Daten aus dem Internet heruntergeladen werden können.
  • Upload-Geschwindigkeit: Hierbei geht es um die Geschwindigkeit, mit der Daten vom Nutzer hochgeladen werden können.
  • Ping: Der Ping zeigt die Reaktionsgeschwindigkeit an. Je kleiner der Ping, desto schneller werden bei einem Klick neue Inhalte geladen. Auch flüssiges Streaming ist bei einem kleinen Ping deutlich einfacher.
  • Jitter: Dieser Wert zeigt die Zeitspanne zwischen dem Empfang von zwei Datenpaketen an.

Liegt die dort gemessene Geschwindigkeit deutlich unter den eigentlich vereinbarten Werten, lohnt sich eine Nachfrage beim jeweiligen Anbieter. Dieser ist nämlich verpflichtet, die bestellte und bezahlte Bandbreite zu liefern. Funktioniert dies über einen längeren Zeitraum hinweg nicht, dürfen Nutzer dies beim Provider anmahnen. Folgt daraufhin keine Ausbesserung, ist eventuell eine Minderung der Grundgebühr möglich.

Welche Bandbreite ist sinnvoll?

Wer heute einen neuen Internet-Tarif wählt, steht immer auch vor der Frage, welche Bandbreite es sein soll. Diese hängt mitunter auch an der gewählten Technik. Folgende technische Ansätze sind heute gängig:

1. DSL: Der alte Klassiker

Der DSL-Anschluss läuft komplett über Kupferkabel und gehört damit zu den Klassikern. Er bietet heute oft Leitungen mit 16 Mbit/s oder 32 Mbit/s (DSL 16.000 oder 32.000). Darüber hinaus werden in Ballungsgebieten zudem VDSL-Anschlüsse mit bis zu 250 Mbit/s angeboten – das Ganze funktioniert per Super Vectoring.

2. Glasfaser: Die Zukunftstechnologie in Sachen Internet

Glasfaser-Anschlüsse sind die Weiterentwicklung von DSL. Ein solcher Anschluss ermöglicht problemlos Bandbreiten im Gigabit-Bereich und stellt die Zukunft der Internetversorgung dar. Damit ein Anschluss realisiert werden kann, muss die eigene Region jedoch schon mit Glasfaserkabel ausgestattet sein. Hierbei existieren zudem noch zwei unterschiedliche Varianten:

  • FTTC (Fiber to the curb): Diese Anschlüsse nutzen auf der Hauptstrecke Glasfaser, jedoch endet diese im Verteilerkasten der Straße. Die letzten Meter zum Haus werden doch wieder über das bisherige Kupferkabel überbrückt. Dies drosselt die mögliche Leistung deutlich.
  • FTTH (Fiber to the home): Bei dieser Variante läuft der komplette Transfer über Glasfaserkabel. Dies ermöglicht besonders hohe Bandbreiten.

3. Kabel: Unkomplizierter Ersatz

Der Internetanschluss über Kabel ist eine unkomplizierte Alternative, die heute in sehr vielen Regionen zur Verfügung steht. Auch hier sind Bandbreiten von bis zu 1 Gbit/s möglich. Ein Manko hat diese Lösung jedoch: Es gibt in einer Region oft nur einen Kabelanbieter, sodass Nutzer nicht aus verschiedenen Alternativen wählen oder Preisvergleiche anstellen können.

4. LTE: Wenn nichts anderes funktioniert

Der LTE-Standard wurde eigentlich für den Mobilfunk entwickelt. Trotzdem erweist sich die Technologie auch in Regionen als hilfreich, die vom herkömmlichen Netz nicht erschlossen sind. In diesem Fall erhalten Nutzer einen LTE-Router und können so zu Hause mobil online gehen. Bandbreiten von 50 bis 100 Mbit/s sind mit LTE kein Problem. Die Anbieter stellen in diesem Fall auch deutlich größere Datenvolumen zur Verfügung als bei normalen Mobilfunk-Verträgen.

Wie viel Bandbreite brauche ich wann?

Welche Bandbreite benötigt wird, hängt letztlich auch immer von der Art der Online-Nutzung ab. So sind auch geringste Bandbreiten für E-Mails und ein bisschen Surfen im Netz vollkommen ausreichend. Soll es etwas mehr sein, können diese Abgrenzungen hilfreich sein:

1. Internet-Nutzung ohne Streaming oder Gaming

Wer auf das Streaming weitgehend verzichtet und auch keine Passion für das Gaming besitzt, kommt mit Bandbreiten ab 16 Mbit/s (DSL 16.000) oft problemlos aus. Dabei handelt es sich heute meistens um den Mindeststandard, wobei in ländlichen Regionen auch noch 6.000er-Tarife verkauft werden. Mit 16 Mbit/s lassen sich alle alltäglichen Aufgaben im Netz ohne Störungen erledigen. Dazu gehören:

  • E-Mails schreiben
  • Kleinere Up- und Downloads von Bilddateien
  • Besuch von Internetseiten
  • Online-Shopping
  • Gelegentlich YouTube-Videos

2. Bandbreiten für Streaming

Eine 16.000er-Leitung ist auch für einfaches Streaming (sogar in HD) kein großes Problem. Sollten jedoch mehrere Personen im Haushalt gleichzeitig streamen wollen, kommt es mitunter zu unangenehmen Unterbrechungen und ruckelndem Bild. In diesem Fall sind Bandbreiten von 50 Mbit/s definitiv das Mittel der Wahl. Das Gleiche gilt auch für Gamer, die sich so viel Frust ersparen.

3. Bandbreiten für IPTV

IPTV wird immer mehr zum Ersatz für herkömmliches Fernsehen. Doch auch hier sind Nutzer auf eine entsprechende Bandbreite angewiesen. Deshalb sollten auch hier Leitungen mit mindestens 32 Mbit/s bis 50 Mbit/s gewählt werden. Möchten sogar mehrere Personen parallel auf unterschiedlichen Geräten IPTV nutzen, sind 50 Mbit/s eher als Untergrenze anzusehen.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Personen in einem Haushalt leben und das Netz nutzen, desto höher fällt die benötigte Bandbreite aus. Dies gilt umso mehr, wenn parallel Streaming-Dienste genutzt werden oder Online-Gaming zu den Hobbys gehört.

Hinweis: Wer häufig Cloud-Dienste nutzt, sollte ebenfalls eine etwas höhere Bandbreite nutzen. Zwar reichen 16.000er Leitungen für den Download ohne Probleme, aber diese bieten oft nur eine Upload-Geschwindigkeit von 2,4 Mbit/s. Bei höheren Bandbreiten steigt auch die Upload-Geschwindigkeit.

Mit der richtigen Bandbreite ohne Probleme ins Internet

Die Dimensionierung der Bandbreite ist bei der Wahl eines Internet-Tarifs heute durchaus wichtig. Zwar werden auch Tarife mit sehr großen Bandbreiten immer günstiger, aber zu große Tarife kosten immer noch unnötig Geld. Andererseits ist es ärgerlich, wenn gewünschte Nutzungen plötzlich nicht funktionieren. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, immer einen gewissen Puffer einzuplanen. Wer also eigentlich mit einer 32 Mbit-Leitung auskommt, sollte zum Beispiel eher einen 50.000er-Tarif wählen, um auch für die Zukunft noch gut gerüstet zu sein. Mit diesem Vorgehen lassen sich viele potenzielle Probleme umgehen und die Zeit im Netz letztlich stressfreier gestalten.

Sieben Jahre Dieselskandal und kein Ende

Diesel- und Abgasskandal – auf den ersten Blick klingt dieser Begriff wie ein schwarzes Kapital aus der vergangenen Geschichte des Volkswagen-Konzerns und einiger anderer Autobauer. Doch auch wenn die Angelegenheit nicht mehr die Titelseiten bekannter News-Portale ziert: Das Kapitel ist noch nicht beendet und dürfte Autobauer noch weiter beschäftigen, wie ein aktuelles EuGH-Urteil und weitere eventuell folgende Klagen zeigen. Worum es dabei geht und warum Autokäufer das Ganze nach wie vor verfolgen sollte, wird nun etwas genauer aufgezeigt.

Neuestes EuGH-Urteil ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte des Dieselskandals

Am 08.11.2022 ist die neueste höchstrichterliche Entscheidung zum Dieselskandal gefällt worden. Im aktuellen Urteil (Az.: C-873-19) wurde feststellt, dass die Deutsche Umwelthilft (DUH) gegen Freigabebescheide klagen, mit denen das Kraftfahrt-Bundesamt verschiedenen Autoherstellern nach Bekannt­werden des Abgas­skandals neue Motorsteuerungen erlaubt hat. Auch wenn solche Klagen im deutschen Recht nicht vorgesehen sind, hat der EuGH nun erklärt, dass hier der Vorrang des europäischen Rechts gelte. Bei entsprechenden Vermögensnachteilen der Autokäufer könnte diesmal eine staatliche Dieselskandal Entschädigung möglich sein.

Der Hintergrund: Auch nach Bekanntwerden des Abgasskandals hatte das Kraftfahrt-Bundesamt den Herstellern Software-Updates genehmigt, die über sogenannte Thermofenster funktionieren. Diese bringen mitunter das Problem mit sich, dass die Abgasreinigung bei Unterschreiten bestimmter Temperaturen abgeschaltet wird. Es bleibt nun also abzuwarten, wann die Deutsche Umwelthilfe entsprechende Klagen gegen Typengenehmigungen der Autohersteller einreicht.

Der EuGH hat zudem noch einmal unmissverständlich klargestellt: „Eine Software für Dieselfahrzeuge, die die Wirkung des Emissionskontrollsystems bei üblichen Temperaturen und während des überwiegenden Teils des Jahres verringert, stellt eine unzulässige Abschalteinrichtung dar.“ Einzige Ausnahme: Die Vorrichtung dient dem Schutz des Motors vor Beschädigungen und es gibt keine technische Alternative – doch auch dann bleibe das Ganze eine Ausnahme, die nicht den Regelfall abbilden dürfe, so das Gericht weiter.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Verbraucher haben nun noch bessere Chancen, auf eine Kompensation zu klagen. Das neueste EuGH-Urteil zu dem Thema hat die Verbraucherrechte also weiter gestärkt. Fachleute raten allerdings dazu, möglichst bald zu klagen, da aufgrund der Überlastung der deutschen Justiz mit sehr langen Wartezeiten zu rechnen ist.

Diese Formen der Dieselskandal Entschädigung haben sich in der Praxis als umsetzbar erwiesen:

  • Komplette Rückabwicklung: In diesem Fall geben die Käufer das Fahrzeug zurück und erhalten den Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung für gefahrene Kilometer zurück.
  • Ersatzfahrzeug: Die Käufer tauschen ihr Fahrzeug gegen ein gleichwertiges, fehlerfreies Exemplar. Hier wird also quasi ein 1:1-Tausch angepeilt.
  • Entschädigung: Die Käufer behalten ihr Fahrzeug und erhalten als Entschädigung bis zu 25% des gezahlten Kaufpreises zurück. Dies bildet die Wertminderung durch die fehlerhafte Abgasreinigung ab.

Achtung: Die Ansprüche auf Schadenersatz können verjähren. Im Normalfall tritt die Verjährung 3 Jahre nach Bekanntwerden der Manipulation auf. Als Beginn der Frist setzen viele Experten den Zugang eines Rückruf-Schreibens seitens des Autoherstellers an. Nach Ablauf dieser Frist besteht eventuell noch Anspruch auf Restschadenersatz. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, sich von einem Rechtsanwalt beraten zu lassen.

Worauf gründen sich die Ansprüche auf Entschädigungen?

Wer ein Auto mit einer Abschalteinrichtung gekauft, musste in mehrerer Hinsicht Nachteile in Kauf nehmen:

1. Es wurde ein Vertrag auf falscher Grundlage geschlossen (arglistige Täuschung)

Die Käufer von vermeintlich „sauberen“ Dieselfahrzeugen sind davon ausgegangen, mit ihren Fahrzeugen die aktuellen Abgasvorschriften einzuhalten. Auf Basis dieser Grundlage haben sie einen Kaufvertrag geschlossen. Am Ende kann jedoch heraus, dass die Typengenehmigungen durch Manipulationen an der Abgasreinigung zustande kamen. Im Prüfmodus kamen so andere Ergebnisse heraus als in der späteren Nutzung auf der Straße. Der BGH hat in einem Urteil vom 25. Mai 2020 (AZ.: VI ZR 252/19) bereits festgestellt, dass ein solches Verhalten seitens der Autohersteller wie eine arglistige Täuschung anzusehen ist. In einem solchen Fall haben die Käufer das Recht, einen Kaufvertrag rückabwickeln zu lassen.

2. Drohende Fahrverbote als handfester Schaden

Durch die Aufdeckung des Skandals gerieten viele Autokäufer plötzlich in eine sehr unangenehme Lage: Die Fahrzeuge konnten die Abgasvorschriften nicht einhalten. Im schlimmsten Fall droht hier ein Fahrverbot. Somit sind die Autohersteller mindestens dazu verpflichtet, dieses Problem mittels Software-Update zu lösen – und zwar auf eigene Kosten.

3. Eventuelle Senkung der Gesamtlaufleistung durch Software-Updates

Bei den Software-Updates besteht zumindest die Möglichkeit, dass diese der maximalen Fahrleistung der Fahrzeuge abträglich sind. Auch dies stellt einen möglichen Schaden dar, die die Hersteller zu entsprechendem Schadenersatz verpflichtet. Hier schränkt der BGH allerdings ein, dass eine reine subjektive Einschätzung nicht ausreiche – es muss also tatsächlich ein Schaden bestehen.

Der Abgasskandal: Eine endlose Geschichte?

Der Abgasskandal geht also in eine Runde. Begonnen hat das Ganze im Jahr 2015 in den USA. So räumte der Volkswagen-Konzern im September 2015 gegenüber der Umweltbehörde der USA (EPA) ein, Abgastests manipuliert zu haben. Das Problem weitet sich in den Folgejahren zu einem handfesten Skandal aus, der weltweit 11 Millionen Fahrzeuge betrifft, allein den VW-Konzern zu Rückstellungen von Milliardenbeträgen in mittlerer zweistelliger Höhe zwingt und auch strafrechtliche Verfahren gegen einige Verantwortliche mit sich bringt. Zusätzlich sind offenbar auch viele andere Autohersteller von Problemen bei der Abgasreinigung betroffen.

Wie das neueste Verfahren zeigt, ist die Problematik jedoch noch nicht endgültig aufgearbeitet. Es bleibt abzuwarten, wie lange diese Thematik die Öffentlichkeit sowie die Justiz noch beschäftigen wird.

Abgasskandal: Einer der größten Skandale der Automobilgeschichte

Die Problematik rund um manipulierte Abgaswerte ist bei weitem nicht der einzige Skandal, der die Automobilbranche erschüttert hat. Doch neben den Problemen um die Autokartelle dürfte diese Problematik einer der größten Skandale der Automobilgeschichte sein. Käufer wurden aus Gewinnstreben arglistig getäuscht und haben dadurch mitunter auch wirtschaftliche Nachteile (Vermögensschäden) erlitten.

Aus diesem Grund ist es wichtig, die eigenen Rechte zu kennen und im Zweifel Schadenersatz einzufordern. Die Möglichkeiten in diesem Zusammenhang sind umfangreich und bieten oft verschiedene Optionen. Wer diesbezüglich aktiv werden möchte, sollte sich vorher von einem Anwalt beraten lassen und so die jeweils beste Option ausloten. So erhöhen Betroffene ihre Chance auf einen Erfolg und am Ende auch die mögliche Leistung von Schadenersatz.

Schwerhörigkeit: Keine weiteren Leistungskürzungen in der GKV durch neue Gesetze

Viele hatten es befürchtet: Werden die Sätze und Leistungen in den gesetzlichen Krankenversicherungen überarbeitet, fallen oft bislang bezuschusste oder übernommene Leistungen weg. Nun darf aufgeatmet werden, denn die Schwerhörigkeit fällt nicht darunter. Der Bund erhöht seinen Zuschuss an den Gesundheitsfond, allerdings müssen gesetzlich Versicherte künftig einen erhöhten Zusatzbeitrag bezahlen. Künftig wird sich dieser auf durchschnittlich 1,3 Prozent erhöhen. Doch was bedeutet diese Änderung allgemein für Menschen mit einer Hörschädigung?

Wie sehen die Kostensteigerungen in der Krankenversicherung aus?

Die Krankenkassen müssen mittlerweile deutlich höhere Kosten stemmen. Im ersten Halbjahr 2022 belief sich der Fehlbetrag der gesetzlichen Krankenversicherung auf mehr als 287 Millionen Euro. Dies wurde medial häufig genannt, doch nicht immer sind die Gründe klar aufgezeigt worden.

Es ist davon auszugehen, dass es nicht nur einen Faktor gibt, welcher die Finanzlage der Krankenkassen zuspitzt. Es handelt sich vielmehr um ein Zusammenspiel aus verschiedenen Einflüssen.

Dazu gehören:

1. Kostenstruktur: Die Demografie als Kostentreiber
Durch das sich beständig erhöhende Lebensalter steigen die Kosten für Behandlungen an. Es wird davon ausgegangen, dass ein Patient erst in den letzten fünf bis fünfzehn Jahren seines Lebens die höchsten Kosten verursacht. Die Gegenfinanzierung der Kostenlast ist jedoch nicht wie in alten Berechnungen möglich, denn die Einnahmen aus den Versichertenbeiträgen steigen weniger schnell an.

Dies ist vor allem der Demografie geschuldet: Immer weniger neue (und gesunde) Beitragszahler rücken nach, während immer mehr Menschen das Rentenalter erreichen. In dieser Lebensspanne sinken die Zahlungen zur Krankenversicherung jedoch aufgrund einer geringeren Bemessungsbasis.

2. Pandemie: Corona hat viel Geld gekostet

Auch sie ist ein Treiber der Kosten. Impfungen, Behandlungen und Intensivmedizin sowie teilweise die Langzeitbehandlung von Long-Covid-Betroffenen fördern die Kosten.

3. Umstrukturierung: Mehrleistungen und höhere Gehälter führen zu höheren Kosten

Innerhalb der Krankenkassen, aber auch innerhalb des Gesundheitswesens ändert sich einiges. Pflegekräfte erhalten mehr Lohn, die Versorgung von Patienten im psychologischen Sektor muss für alle Altersstufen massiv ausgebaut werden. All dies bedeutet wiederum höhere Kosten.

Neuregelungen wurden erst zuletzt in der Versorgung von Notfallpatienten und der Nutzung von Rettungsdiensten und Notfallambulanzen angedacht. Rettungsdienste und Ambulanzen werden vermehrt als mobile Arztpraxen behandelt, wodurch allgemein eine Knappheit in der Versorgung entsteht, die Kosten für ›unnötige‹ Einsätze jedoch zugleich steigen. Als unnötige Einsätze zählen mitunter leichte Erkältungen bei gesunden Personen, die mitten in der Nacht den Rettungsdienst beschäftigen.

Hörgerät: Kosten und Beteiligungen der Krankenkasse

Die pauschalen Kosten eines Hörgeräts lassen sich nicht aus der Ferne beziffern. Die Geräte sind in verschiedenen Preisklassen erhältlich. Zugleich hängt die Kostenstruktur von der Schwere der Hörschädigung und den Wünschen des Betroffenen ab.

Doch was übernehmen die Krankenkassen und was sollte dabei beachtet werden?

Hier die wichtigsten Fakten:

  • Festbetrag – Krankenkassen bezuschussen Hörgeräte mit einem Festbetrag.
  • Vollständige Übernahme – einige Hörgeräte werden durch den Festbetrag der Krankenkassen vollständig abgedeckt, sofern die Voraussetzungen vorliegen. Der Patient muss nur eine einmalige Zuzahlung von zehn Euro leisten. Diese Geräte bieten solide Grundfunktionen und ein gutes Hören im alltäglichen Gebrauch.
  • Teilweise Übernahme – einige Geräte werden zwar auch mittels des Festpreises von der GKV bezuschusst, doch muss der Patient eine Eigenleistung in variabler Höhe zahlen. Der Funktionsumfang, Komfort und die Leistung dieser Geräte sind weit umfangreicher. Premium-Hörgeräte erlauben es beispielsweise Musikern, trotz Publikum und Band im Hintergrund bei einem Live-Konzert zu hören.

Um eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse anzustreben, müssen Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Notwendigkeit – das Hörgerät muss aus medizinischer Sicht notwendig sein.
  • Sprachhörtest – bei einem HNO muss der Patient einen Sprachhörtest absolvieren, bei welchem er weniger als 80 Prozent verstehen muss.
  • Hörverlust – der Hörverlust muss sich in den wichtigen Hauptfrequenzen bewegen. Ist die Höreinschränkung nur einseitig, so muss der Hörverlust mindestens 30 dB betragen.
  • Rezept – der HNO muss ein medizinisches Rezept ausstellen.

Bessere Geräte: Was passiert mit den Mehrkosten?

Der Pauschalbetrag für Hörgeräte wurden von den Krankenkassen festgelegt. Der Betrag beläuft sich auf 784,94 für ein einzelnes Hörgerät, er verdoppelt sich also, wenn beidseitig eine Hörunterstützung benötigt wird. Alle sechs Jahre steht dem Patienten ein neues Hörgerät zu, auch hier wird wieder der Eigenbetrag von 10,00 Euro je Hörgerät eingezogen.

Manchmal möchten Patienten jedoch mehr als die Grundversorgung. Gerade bei jüngeren Menschen ist ein hochwertigeres Hörgerät oft notwendig, wenn die klassischen Geräte können in Meetings oder bei Konferenzen ihre Schwächen zeigen. Doch was gilt hier?

  • Kostenübernahme – mitunter ist es möglich, ein solches Gerät von der Krankenkasse vollständig bezahlen zu lassen. Es ist ein Nachweis über die medizinische Notwendigkeit erforderlich. In diesem Fall kann ein Antrag auf Übernahme der Mehrkosten gestellt werden.
  • Ohne Übernahme – entscheiden sich Betroffene ohne medizinische Notwendigkeit für ein hochwertigeres Gerät, so tragen sie alleinig die Mehrkosten. Bis zu dem Pauschalbetrag übernimmt die GKV die Kosten. Alles, was darüber hinausgeht, muss der Patient selbst tragen.

In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Übernahme von Hörgeräten nur teilweise von der Kostenübernahme von Zahnersatz oder Zahnbehandlungen. Auch dort werden, ausgehend vom Behandlungsplan, pauschale Beträge erstattet, die der Grundversorgung des Patienten dienen. Optisch schönere oder komfortablere Lösungen muss der Patient selbst bezahlen.

Der eigene Anteil variiert stark und wird durch das gewählte Gerät entschieden. Wer nur eine verbesserte Leistung wünscht, die für mehr Verständnis und Freude im Alltag sorgt, zahlt ungefähr 400,00 Euro je Hörgerät aus der eigenen Tasche. Höherwertige Geräte erfordern Eigenleistungen von 800,00 Euro und mehr.

Hinweis: Alle Hörgeräte, ob mit oder ohne Eigenanteil, sind natürlich heute auch über die Krankenkassen in der unauffälligen „Im-Ohr-Variante“ erhältlich.

Fazit – die Grundversorgung wird getragen

Die gesetzlichen Krankenversicherungen zahlen auch künftig den Pauschalbetrag für Hörgeräte. Der Eigenanteil von 10,00 Euro je Hörgerät bleibt dabei erhalten. Wer höherpreisige Modelle wünscht, muss den über den Pauschalbetrag hinausgehenden Anteil selbst übernehmen, so wie es bereits jetzt der Fall ist. Eine Ausnahme gilt für Personen, denen die medizinische Notwendigkeit eines höherpreisigen und mit besseren Funktionen ausgestatteten Hörgeräts nachgewiesen werden kann. Gerade bei jüngeren Menschen ist das bereits aus beruflicher Sicht häufig der Fall.

Warum Corporate Identity bei der Firmengründung so wichtig ist

„Die Farbkombination erinnert mich an…“ – so oder so ähnlich denken jeden Tag viele Menschen. Die Tatsache, dass wir heute so viel mit Farben assoziieren, liegt mitunter an der Werbung. Große Marken haben es geschafft, mit ihren Produkten eine gewisse Farbe oder Farbkombination zu verbinden. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs, denn gute Marken schaffen es darüber hinaus, auch bestimmte Werte damit zu vermitteln. Wie viel Macht dahintersteckt und warum Corporate Identity sowie Corporate Design bei der Firmengründung so wichtig sind, wird in diesem Artikel etwas genauer erklärt.

Corporate Identity und Corporate Design: Was ist das eigentlich?

Eine Corporate Identity fasst die Merkmale eines Unternehmens zusammen, die es definieren. Es geht dabei nicht um einzelne Vermögensgegenstände, sondern um das, was ein Unternehmen und dessen Marke in der Wahrnehmung anderer ausmachen. Durch die Corporate Identity unterscheidet sich ein Unternehmen von anderen und kann sich somit auch als individuell darstellen.

Die Corporate Identity (CI) besteht aus den folgenden Komponenten:

1. Corporate Design

Das Corporate Design erzeugt eine bestimmte Markenoptik, die durch das jeweilige Unternehmen dargestellt wird. Dazu gehört zum einen ein unverwechselbares Logo und zum anderen eine Farbe oder Farbkombination. Dies sorgt in der Außendarstellung dafür, dass Adressaten wie potenzielle Kunden mit der Zeit eine gedankliche Verknüpfung zwischen der Optik und dem jeweiligen Unternehmen vollziehen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass das Farbschema auch in der Unternehmenskommunikation überall zum Tragen kommt:

  • Firmensitz (Inneneinrichtung)
  • Logo
  • Werbung
  • Website

Zusätzlich gehören auch Teamoutfits in Branchen mit Publikumsverkehr dazu, um den einheitlichen Markenauftritt zu unterstreichen. „Unternehmen bestellen Teamoutfits jedoch auch, um unter den Mitarbeitern einen Zusammenhalt zu erzeugen. Das Wir-Gefühl stärkt den Gedanken, zu einem größeren Ganzen zu gehören und schweißt das Team zusammen“, erklärt Paul Optiz, Geschäftsführer der Teamoutfits aus Dresden.

2. Corporate Culture

Die Corporate Culture (Unternehmenskultur) stellt ein Gerüst aus Normen, Werten und Überzeugungen dar, die wiederum die Handlungsweisen des Unternehmens leiten. Sie dienen unter anderem der Kommunikation nach außen, sollten aber auch im Unternehmen gelebt werden. Je besser dies funktioniert, desto authentischer wirken Firmen in der Wahrnehmung ihrer Zielgruppe.

3. Corporate Communication

Die Kommunikation eines Unternehmens ist ein weiterer Grundpfeiler der Corporate Identity. Dabei geht es zum einen um sehr grundsätzliche Richtlinien über das Verfassen von Unternehmensmitteilungen, Newslettern oder Pressemitteilungen. Zum anderen betrifft dies aber auch die direkte Kommunikation mit den Kunden.

Wichtige Fragen sind:

  • Wie sieht die Ansprache der Kunden aus? ( Seriös-distanziert oder lässig-offen)
  • Wie wird der Kommunikationsstil im Unternehmen untereinander gelebt?
  • Was wird kommuniziert und was nicht? (Sehr offenes Konzept oder eher mit einer gewissen Distanz)

Mit der Kommunikation gehen auch die Verhaltensweisen aller Mitarbeiter gegenüber Kunden und anderen Adressaten einher.

Wenn alle Aspekte ineinandergreifen, entsteht ein konsistentes Gesamtbild. Die Marke wird von potenziellen Kunden angenommen und kann sich auf dem Markt etablieren.

Welche Vorteile bringt eine Corporate Identity mit?

Eine funktionierende Corporate Identity hat für Unternehmen zahlreiche Vorteile. Dazu gehören:

1. Größeres Potenzial bei der Markenbekanntheit

Durch ein gutes Corporate Design und eine entsprechende Unternehmenskultur lassen sich bestimmte wahrgenommene Werte etablieren. Dies legt den Grundstein für eine größere Markenbekanntheit. Im Idealfall erinnern sich potenzielle Kunden beim Anblick bestimmter Farbkombinationen sofort an die Marke. So bleiben Unternehmen stets im Gedächtnis der Zielgruppe.

2. Transport von wahrgenommen Werten (Image-Aufbau)

Corporate Identity kann gerade bei der Kommunikation Gold wert sein. Dies klappt besonders dann gut, wenn die kommunizierten Werte mit den tatsächlich gelebten übereinstimmen. Erfolgreiche Beispiele aus der Praxis belegen dies: So schafft es die Möbelkette erfolgreich, als das Möbelhaus für Familien wahrgenommen zu werden. Diese kommunizierte Kultur wird in den Möbelhäusern jedoch auch gelebt. Dort sind Kinder herzlich willkommen und können ihren Spaß haben. Die Atmosphäre in den Filialen sowie die Freundlichkeit der Mitarbeiter unterstützen diesen Aspekt zusätzlich.

In diesem Fall hat es IKEA also geschafft, als familienfreundlich und zudem günstig wahrgenommen zu werden. Sind solche Werte erst einmal etabliert, profitieren Unternehmen sehr lange von einem solchen Ruf.

3. Bessere Mitarbeiterbindung

Durch eine positive Unternehmenskultur lassen sich zudem Mitarbeiter deutlich besser ansprechen. Wer das Gefühl hat, in der eigenen Firma wertgeschätzt zu werden, arbeitet motivierter. Darüber hinaus kann eine wertgeleitete Unternehmenskultur auch einen gewissen Sinn vermitteln. Sehen Mitarbeiter in ihrer Tätigkeit einen Sinn, wirkt sich dies wiederum positiv auf Zufriedenheit und Motivation aus.

4. Konsistenter Gesamteindruck

Folgt die Unternehmenskommunikation der Corporate Identity, entsteht ein konsistenter Gesamteindruck. Dies macht ein Unternehmen und auch eine Marke entsprechend authentisch. In der Zeit digitaler Medien findet immer mehr Kommunikation direkt mit der Zielgruppe statt. Wirken Markenbotschaften hier gekünstelt oder stimmt das Gesamtbild nicht, kann sich das negativ auf die Gesamtwahrnehmung auswirken.

5. Verbesserte Kundenbindung

Da Kunden neben der Qualität und dem Preis auch auf die Werte von Unternehmen achten, ergeben sich durch eine erfolgreiche Corporate Identity auch Vorteile bei der Kundenbindung. Stimmen die Werte der Kunden mit den transportierten Werten überein, bleiben Kunden einer Firma im Normalfall treu.

Warum die Grundzüge der CI bereits bei der Gründung stehen sollten

Auf den ersten Blick wirkt der Bereich der Corporate Identity wie eine Aufgabe für große Unternehmen. Dieser Eindruck trügt jedoch, denn große Unternehmen verdanken ihren Erfolg oft entsprechenden Strategien. Eine konsistente Corporate Identity entwickelt sich zudem langsam. Wer schon als Gründer an die ersten Schritte in diese Richtung denkt, kann früher die Früchte dieser Arbeit ernten und einen einheitlichen sowie konsistenten Markenauftritt bieten. Im Idealfall arbeiten Gründer also schon im Businessplan die Grundzüge aus.

Corporate Identity: Heute ein Muss!

Unternehmen stehen heute viel mehr im Fokus der Öffentlichkeit. Durch Online-Marketing und Aktivitäten im Bereich Social Media entsteht schnell Kontakt zur Zielgruppe. Was einerseits als Chance gilt, birgt jedoch auch Risiken. Stimmen kommunizierte Werte nicht mit dem Außeneindruck und der gelebten Realität überein, hinterlässt dies schnell negative Vibes. Die entsprechende Marke verliert an Authentizität und verspielt damit viel Potenzial. Wer jedoch möglichst früh mit der Entwicklung einer CI beginnt, kann dieses Potenzial zum Vorteil der Firma nutzen.