So schützen Sie Ihre IT-Infrastruktur

Eine ungeschützte IT-Infrastruktur kann kostspielig sein. Eine Datenpanne, die eine der häufigsten IT-Sicherheitsbedrohungen darstellt, kann etwa einem Großunternehmen mehr als drei Millionen Euro kosten. Neben diesem finanziellen Rückschlag verspielen sie aufgrund der Sicherheitsprobleme sowie der Sicherheitsverletzungen das Vertrauen der Kunden. Zu den Folgen einer ungeschützten IT-Infrastruktur zählen Denial-of-Service-Angriffe (DoS-Angriffe), das Eindringen von Malware und Account-Hijackern. Diese Sicherheitslücken ermöglichen es Cyberkriminellen, die Kontrolle über das Netzwerk zu erlangen. Nachfolgend erfahren Sie, wie Sie Ihre IT-Infrastruktur schützen können.

IT-Analyse, Penetrationstests und Erstellung von IT-Sicherheitslinien

Wenn sie zwar der Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen bewusst sind und aber nicht wissen, wie sie dafür vorgehen sollen, sollten Sie sich an einen IT-Dienstleister wenden. Dieser erkennt mithilfe einer IT-Analyse sowie eines Penetration Tests die Schwachstellen im Netzwerk und erklärt, wie Sie diese beheben können.

Darüber hinaus muss in einem Unternehmen die IT-Administration eine Reihe von Richtlinien und Standardarbeitsanweisungen (SOPs) für die Mitarbeiter aufstellen. Alle Beteiligten müssen wissen, wie sie IT-Systeme und Tools adäquat nützen können. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählt die Passwortrichtlinie. Ein komplexes Passwort sollte mindestens acht Zeichen und hierbei Buchstaben, Zahlen sowie Sonderzeichen enthalten.

Beispiele für die Kraft von Cyber-Attacken

Wer sich und seine IT-Infrastruktur sichert, der generiert zwar kostenbedingt keinen wirtschaftlichen Mehrwert für sein Unternehmen, schützt sich aber vor Cyber-Attacken die Schäden in Millionenhöhe auslösen können. Wer denkt, dass es mit den Millionenschäden nicht mehr schlimmer kommen könnte, der hat neben einem Reputationsschaden falsch gedacht. Ein Hackerangriff im September 2020 führte dazu, dass die Uniklinik Düsseldorf mit der Ransomware „DoppelPaymer“ infiziert wurde. Durch den Angriff war das System gänzlich lahmgelegt, Operationen nicht mehr möglich und der Betrieb stillgelegt. Der Angriff führte somit sogar zu einem Todesopfer, da die Behandlung einer Patientin in einem anderen Krankenhaus umgesetzt werden musste und somit erst verspätet stattfinden konnte. Bei der Attacke wurden Telefon, E-Mails, Patientendaten geleakt.

Ein anderes Beispiel ist „Emotet“. Bei dieser Form von Attacke nutzen Hacker das Freundesnetzwerk um auf diese Art und Weise gefälschte E-Mails zu versenden. Vor allem während der Covid-Pandemie hat sich dieses System leicht bewährt, denn in den E-Mails wird von vermeintlichen Freunden auf das Corona-Virus aufmerksam gemacht und Informationen dazu geteilt. Das Grundvertrauen, was unter Freunden einhergeht, wird hier benutzt um Schadsoftware in Firmennetzwerke zu schmuggeln. Wird der Computer infiziert, so lädt das Virus weitere Daten aus dem Internet herunter, die ebenso Schadsoftware beinhalten. Trickbot ist eines dieser Tools, welches den Cyberkriminellen den vollen Zugriff aufs System ermöglichte und somit riesige Schäden verursachte. Nach Angriffen auf das Rathaus in Niedersachsen, auf das Berliner Kammergericht und zahlreiche andere Regierungsgebäude wurde die IT-Infrastruktur zeitweise gänzlich zerstört oder lahmgelegt. Noch neun Monate nach dem Angriff taten sich 150 Richter schwer zu arbeiten, da notwendige Daten nicht erreichbar oder VPN-Verbindungen nicht funktionstüchtig waren. Die Schäden gingen in die Millionenhöhe.

Für den Fall des Falles die Daten sichern

Wie eingangs erwähnt kann sich eine Datenpanne negativ auf die Wirtschaftlichkeit oder Wettbewerbsfähigkeit auswirken. Unabhängig von der Größe des Netzwerks sind die Folgen dieselben wie bei einem durch eine Naturkatastrophe verursachten Datenverlust.  Eine Datensicherung dämmt den Schaden zumindest teilweise ein, weil sie die Datenwiederherstellung ermöglicht. Dafür sind Cloud-Dienste, mit denen sie verschlüsselte Back-ups speichern eine Option. Allerdings sollten Sie diese regelmäßig testen, weil es sonst zu Problemen beim Datenzugriff kommen könnte.

Laufende Aktualisierung von Software und Workstations

Malware und Viren bedrohen laufend Ihre IT-Infrastruktur. Noch dazu sind sie zum Teil dermaßen hoch entwickelt, dass sie die Sicherheitsmaßnahmen umgehen. Daher ist es essenziell, dass die Antivirus-Software immer auf dem aktuellen Stand ist. Nur so erkennt sie die neueste Malware und beseitigt sie umgehend. Die automatischen Aktualisierungen der Antivirus-Software sind hierfür die zuverlässigste Lösung. Außerdem sollte man zusätzlich zur Antivirus-Software in eine Anti-Malware-Software investieren.

Zudem ermöglicht das Einschalten der Firewall das Blockieren jedes unerlaubten Zugriffsversuchs auf das Netzwerk. Hierbei handelt es sich um eine individuelle Sicherheitsmaßnahme, die zum Schutz der gesamten IT-Infrastruktur beiträgt. Hierbei sollten Sie bedenken, dass das Sicherheitsniveau zwischen jenem der herkömmlichen Firewalls und der Next-Generation-Firewalls (NGFWs) unterschiedlich ist. NGFW-Firewalls erkennen Malware schneller und bieten Intrusion-Prävention-Systeme. Als weitere individuelle Sicherheitsmaßnahme zählt die Aktualisierung des Betriebssystems, sowie der Software in der Workstation.

Implementierung einer gehosteten DNS-Lösung und Überprüfung des Servers

Ein weiterer Gefahrenherd ist der Besuch von Websites, die den Rechner und andere IT-Geräte mit Malware infizieren. Eine gehostete Domain-Name-System-Lösung (DNS-Lösung) blockiert das Laden und verhindert das Eindringen von Schadsoftware.

Ebenso ist es wichtig, laufend das Sicherheitsniveau des Servers im Auge zu behalten, etwaige Systemschwächen zu erkennen und diese Sicherheitslücken zu beheben. Bei der Überwachung des Servers gilt es, sich auf Punkte wie die Benutzerdatenbank, die Dateifreigabeberechtigungen, die Passwortstandards und Ähnliches konzentrieren. Das ist deshalb angebracht, weil jede Ausfallzeit des Servers schwerwiegende Auswirkungen mit sich bringen kann.

Schützen der mobilen Geräte und der E-Mails

Immer mehr Personen verwenden ihre mobilen Geräte, um etwa auf den Rechner oder im Büro auf Firmendaten zurückzugreifen. Das klingt zwar auf den ersten Blick praktisch, aber diese Endgeräte werden möglicherweise nicht überwacht. Und das kann sich auf die Sicherheit der IT-Infrastruktur auswirken. Daher ist es wichtig, eine Passwortsperre für das Smartphone oder für das Tablet einzurichten. Das gilt auch als Vorsichtsmaßnahme für einen Verlust des Endgeräts samt den sensiblen Daten.

Ebenfalls wichtig für den Schutz Ihrer IT-Infrastruktur ist eine gehostete Spam-Filterlösung. Es kommt immer öfter vor, dass Phishing-E-Mails ehrlichen E-Mails verblüffend ähnlichsehen. Daher lässt sich nur mutmaßen, dass viele Menschen nicht in der Lage sind, gutartige von bösartigen Nachrichten zu unterscheiden und das macht das Netzwerk für Malware- oder Ransomware-Angriffe anfällig. Mit einer gehostete Spam-Filterlösung lassen sich Spam-E-Mails von Haus blockieren. Zudem lassen sich verdächtige Domains in einer Blacklist eintragen.

Auswahl eines sinnvollen Netzwerknamens

Beim Versuch, eine Internetverbindung zu finden nutzt man den sogenannten Service Set Identifier (SSID). Dabei handelt es sich in anderen Worten um den Namen des Wi-Fi-Netzwerks. Es ist wichtig, den standardmäßigen SSID zu ändern. Und zwar, weil dieser oft den Herstellernamen und die Seriennummer Ihres Routers enthält. Hacker und Cyberkriminelle haben die Möglichkeit, mithilfe dessen Hilfe Zugang zu sensiblen Daten im Netzwerk zu erhalten. Aus demselben Grund sollten Gäste oder andere Geschäftspartner nicht auf das Hauptnetzwerk zugreifen. Daher sollten bei Bedarf ein Gastnetzwerk einrichten.

Ebenso besteht die Möglichkeit, die Verwaltung der IT-Infrastruktur auszulagern und die zuvor erwähnten Cloud-Dienste zu nützen. Je nach der Ebene im IT-Stack, wo sie angesiedelt sind, unterscheidet man zwischen Infrastructure as a Service (IaaS), Platform as a Service (PaaS) und Software as a Service (SaaS).

Wie sinnvoll sind Verbraucher-Kredite?

Fast 1300 Milliarden Euro an Krediten erhielten Privatpersonen in Deutschland im Jahr 2019. Kredite und Ratenzahlungen sind bei den Verbrauchern beliebt. Manchen führen sie jedoch in die Schuldenfalle. Wann sind Kredite sinnvoll, wann lässt man besser die Finger davon?

1288 Milliarden Euro. Das ist eine stolze Summe. In dieser Höhe nahmen Privatpersonen in Deutschland im Jahr 2019 Kredite auf. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Enthalten sind in dieser Statistik sämtliche Arten von Krediten, die nur an Privathaushalte, nicht aber an Unternehmen vergeben wurden.

Kredite für Konsum: Sinnvoll?

Kredite sind beliebt. Wer ein Haus bauen oder eine Wohnung finanzieren möchte, kommt um einen Kredit kaum herum. Manche großen Anschaffungen sind für die meisten Menschen einfach zu teuer, um sie auf einen Schlag zu bezahlen. Aber solange man Vermögen oder ein stabiles Einkommen und einen guten Überblick über seine Finanzen hat, ist das auch kein Problem. Allerdings werden Kredite, oft in Form von Ratenkrediten, auch für eine riesige Menge an kleineren Ausgaben aufgenommen. Sei es eine Renovierung oder ein Auto, sei es der neue Kühlschrank oder Computer, der heiß ersehnte Urlaub oder das neueste Smartphone, seien es die Geburtstagsgeschenke für die Kinder: Kredite sind praktisch. Anstatt eine hohe Summe auf einmal zu bezahlen, kann man Konsumausgaben in kleinen monatlichen Raten bezahlen.

Allerdings birgt das auch Risiken. Zuletzt waren, ebenfalls laut Statistischem Bundesamt, fast sieben Millionen deutsche Haushalte überschuldet. Das entspricht einer Schuldnerquote von landesweit mehr als neun Prozent. Überschuldet, das bedeutet: Man ist nicht mehr in der Lage, seine Schulden zu bezahlen. Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen, und das über einen längeren Zeitraum. Als Ausweg aus dieser Misere bleibt in der Regel nur die Privatinsolvenz. In dem Zusammenhang gibt es allerdings auch eine gute Nachricht: Die Anzahl überschuldeter Personen im Land sinkt seit Jahren beständig.

Risiko Privatinsolvenz und Überschuldung

Eine Privatinsolvenz ist keineswegs angenehm. Bis zu sechs Jahre lang muss man jeden Cent, den man über den Pfändungsfreibetrag von aktuell 1179,99 Euro im Monat hinaus verdient, abgeben, und zwar entweder bis alle Schulden abgezahlt sind oder bis nach sechs Jahren die Restschuldbefreiung kommt. Das heißt: Wer sich sechs Jahre lang nachweislich bemüht hat, seine Gläubiger zufriedenzustellen, dem werden die noch offenen restlichen Schulden erlassen. Für die Gläubiger ist das wenig zufriedenstellend. Denn sie verlieren unter Umständen auf diesem Weg eine Menge Geld.

Der Gesetzgeber hat das Mittel der Privatinsolvenz geschaffen, um die Vernichtung privater Existenzen zu verhindern. Tatsächlich ist es so, dass nur eine Minderheit selbstverschuldet, etwa durch Konsumkredite, in der Insolvenz landet. Häufig sind Arbeitslosigkeit oder auch Scheidungen der Auslöser, aber auch schwere Krankheiten, die den Kontrollverlust begründen. Der überschuldete Arbeitslose, der auf Pump lebt, existiert zwar, ist aber allenfalls ein Randphänomen, das in der Gesamtbetrachtung kaum eine Rolle spielt.

Dennoch lohnt es sich, sich mit dem Thema Konsum und Kredit intensiv auseinanderzusetzen, bevor man Kredite in Anspruch nimmt. Denn in der Regel lohnen sich diese kaum. Wer auf Raten oder per Kredit bezahlt, bezahlt am Ende deutlich mehr.

Kredit: Immer Konditionen vergleichen

Zwar locken unzählige Anbieter und auch Händler in der Werbung mit supergünstigen Konditionen und den berühmten Null-Prozent-Finanzierungen. Ein Blick ins Kleingedruckte zeigt aber, dass das in der Regel gar nicht oder nur unter ganz bestimmten, sehr eng gefassten Bedingungen stimmt. Denn es will ja nicht nur der Händler bzw. Anbieter, sondern auch der Kreditgeber Geld verdienen. Und das funktioniert nur, wenn der Kredit- bzw. Ratenkauf teurer ist, als der Sofortkauf, bei dem man alles auf einmal bezahlt.

Der Haken: Raten- und Kreditzinsen sind oft horrend, und für Endverbraucher ist es sehr schwer, sich einen Überblick zu verschaffen und das beste Angebot zu finden. Daher sollte man eine Regel beachten: Kreditverträge niemals spontan und vorschnell unterzeichnen bzw. abschließen, sondern sich stets Zeit nehmen, in Ruhe zu Hause den Vertrag lesen und durchrechnen – und dann erst entscheiden. Macht ein Händler oder Anbieter Druck, ist er wahrscheinlich unseriös. Das ist ein guter Grund, auf ein Geschäft besser zu verzichten.

Einen guten Überblick bieten Kreditvermittler, von denen es online mehrere gibt. Bei ihnen kann man nach individuellen Kriterien passende Kreditangebote ermitteln lassen, miteinander vergleichen und dann das Angebot mit den besten Konditionen wählen.

Mit diesen Regeln ist ein Kredit kein Risiko

Wer ein paar Faustegeln beachtet, wird mit seinen Krediten keine schlechten Erfahrungen machen.

Regel 1: Nur dann einen Kredit aufnehmen, wenn es nötig ist. Bei Konsumausgaben ist es in der Regel nicht nötig. Falls man einen Betrag gerade nicht zur Hand hat, ist es sinnvoller, noch eine Weile zu warten und zu sparen oder sich etwas Geld bei Freunden zu leihen. Auf diesem Weg spart man die Kreditzinsen, die hier eine unnötige Ausgabe wären.

Regel 2: Niemals eine Kreditausfallversicherung abschließen! Zahlreiche Anbieter drängen einem diese Versicherung geradezu auf und versprechen, dass sie die Risiken absichern. Doch das stimmt nicht. Diese Versicherungen sind in der Regel völlig überteuert, helfen nur in seltenen Fällen und lassen unterm Strich nur einen profitieren: den Versicherungsanbieter.

Regel 3: Nicht den Überblick verlieren! Wer stets seine Einnahmen und Ausgaben im Blick hat weiß, was er sich leisten kann und was nicht. So verhindert man Spontankäufe und sich häufende Kreditraten, die irgendwann das Budget sprengen.

Regel 4: Raten immer pünktlich bezahlen! Denn wenn man das tut, wirkt sich das positiv auf den Schufa-Score aus, weil man als zuverlässig gilt. Platzt hingegen ein Kredit oder zahlt man Raten mehrmals zu spät oder gar erst nach Mahnungen, dann passiert das Gegenteil und man riskiert seine Kreditwürdigkeit.

Wer diese Regeln beachtet und sich vor Vertragsabschluss stets genau informiert, der kann bedenkenlos auch mal einen Kredit aufnehmen oder etwas auf Pump kaufen, ohne ein Risiko einzugehen. Ob es sich allerdings lohnt – das ist eine andere Frage und kommt immer darauf an, was einem persönlich wichtiger ist: Etwas, zum Beispiel ein Produkt, sofort haben zu müssen, oder ob man Geduld hat und lieber ein paar Euro spart.

Gebühren zu Unrecht bezahlt? Diese Möglichkeiten haben Kunden

Bankgebühren sind gerade in Bezug auf das eigene Girokonto oft sehr ärgerlich. Trotzdem haben Banken in den letzten Jahren nicht selten ihre AGB in Bezug auf die Gebühren erhöht. Doch die dabei lange Zeit gängige Praxis der Banken wurde nun vom BGH für nichtig erklärt. Dies eröffnet für Bankkunden viele Möglichkeiten in Bezug auf Rückerstattungen. Doch welche sind das und wie sollten sich Verbraucher in dieser Situation am besten verhalten?

Gebührenerhöhungen nicht immer zulässig: Das sagt das BGH-Urteil

Es ist immer ärgerlich, wenn die Kosten für das eigene Konto steigen. Wir müssen plötzlich mehr für etwas zahlen, dass wir bereits hatten. Gebührenerhöhungen bei Banken liefen in der Vergangenheit oft nach folgendem Muster ab:

  1. Die Bank sendet dem Kunden einen Brief oder eine E-Mail zu
  2. Dort wird der Kunde über die Erhöhung der Kontoführungsgebühr im Rahmen der AGBs informiert
  3. In dem Schreiben befindet sich der Hinweis auf das Widerspruchsrecht und das Recht auf außerordentliche Kündigung
  4. Widerspricht der Kunde nicht aktiv innerhalb der Frist, gilt die Erhöhung als akzeptiert

Am 27. April 2021 hat der BGH in einem Urteil (Az. XI ZR 26/20) diese Praxis für nicht zulässig erklärt. In der Urteilsbegründung heißt es, dass entsprechende AGB-Klauseln unwirksam sind, nach denen Gebührenerhöhungen einfach so durchgeführt werden dürfen. Der Kunde muss dabei nicht aktiv widersprechen, sondern vielmehr aktiv zustimmen. Eine unterstellte Zustimmung durch Schweigen des Kunden sei somit nicht zulässig.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Die direkte Folge dieser Entscheidung besteht darin, dass entsprechende AGB-Klauseln der Banken keine Gültigkeit mehr haben. Die jeweilige Bank oder Sparkasse kann also künftig nicht mehr per Mitteilung die Gebühren erhöhen und ihren Kunden aufbürden, dass diese aktiv widersprechen müssen.

Darüber hinaus haben Verbraucher die Möglichkeit, in der Vergangenheit zu viel gezahlte Gebühren zurückzufordern. Rechtsexperten helfen dabei, der eigenen Bank entsprechende Rückforderungen zukommen zu lassen. Die Entscheidung bezieht sich dabei auf unrechtmäßig durchgeführte Gebührenerhöhungen seit Anfang 2018.

Bei der Rückforderung sollten Verbraucher beachten, dass sie neben den eigentlich Gebühren auch Zinsen in Höhe von 5% über dem aktuellen Basiszins pro Jahr zusätzlich berechnen dürfen. Aktuell liegt der Basiszinssatz bei -0,88%, wie die Bundesbank mitgeteilt hat. Dies ergibt einen Zinssatz von 4,12%. Daraus ergibt sich folgende Beispielrechnung:

Eine Bank hat Anfang 2018 unrechtmäßig die Gebühren um 50 Euro pro Jahr erhöht. Somit ergibt sich bis Anfang 2021 folgende Rückforderungsmöglichkeit:

  • Gebühren 2018: 50 Euro
  • Zinsen für 2018: 2,06 Euro
  • Gebühren 2019: 50 Euro
  • Zinsen 2019: 4,12 Euro
  • Gesamt: 106,18 Euro

Wer also seit 2018 eine Gebührenerhöhung von seiner Bank erhalten hat, sollte sich die AGB-Klauseln genauer anschauen und ermitteln, ob diese laut der BGH-Entscheidung ebenfalls ungültig sind.

Es gibt noch weitere unzulässige Kontogebühren

Neben der Kontoführungsgebühr existieren noch weitere Gebühren, die nicht als zulässig betrachtet werden. Es gab dazu in der Vergangenheit eine ganze Reihe an gerichtlichen Entscheidungen:

  1. SMS-TAN: Keine grundsätzliche Gebühr

Bereits 2017 entschied der BGH (Az. XI ZR 260/15), dass für SMS-TANs keine grundsätzliche Gebühr pro TAN erhoben werden darf. Lediglich für Überweisungen genutzte SMS-TANs können Banken auch tatsächlich dem Kunden in Rechnung stellen.

  1. Kontoauszüge: Nur Aufwandsentschädigung

In einer BGH-Entscheidung aus dem Jahr 2013 (Az. XI ZR) wurde klargestellt, dass Banken für nacherstellte Kontoauszüge keine Gebühr verlangen dürfen. Der erste Kontoauszug muss kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Sollte ein Nachdruck erfolgen, darf die Bank lediglich die Versand- und Druckkosten in Rechnung stellen, jedoch keine Gebühr an sich erheben.

  1. Daueraufträge sind kostenfrei

Eine weitere Entscheidung des BGH aus dem Jahr 2017 (Az. XI ZR 590/15) betrifft Daueraufträge. Erstellung, Änderungen und auch Löschungen dürfen durch Banken nicht mit Kosten für den Kontoinhaber belegt werden.

Diese Liste ist keinesfalls abschließend. Jedoch zeigt sie sehr eindrucksvoll auf, wo Banken überall Kostenhebel ansetzen und wogegen sich Verbraucher und auch Verbraucherschützer in der Vergangenheit bereits gewehrt haben.

Bei Bankgebühren genau hinschauen

Abschließend lässt sich festhalten, dass Bankkunden bei den Gebühren durch die Bank stets genau hinschauen sollten. Nicht alle berechneten Kosten sind gesetzlich auch zulässig. Wer sich stets über neue Entwicklungen in diesem Bereich informiert, kann am Ende sein Konto deutlich günstiger führen und sogar den eigenen Geldbeutel entlasten.

Nachhaltiger shoppen – so gelingt ein bewussterer Lebenswandel

Im Alltag sind alle Menschen Verbraucherinnen und Verbraucher: Sie trinken, essen, kleiden sich ein und gehen einkaufen. Gemeinsam mit anderen Faktoren ist es gerade das Einkaufen, das einen großen Einfluss auf die Umwelt hat. Dieses Konsumverhalten ist es nämlich, dass für bis zu 20 Prozent aller ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich ist. Außerdem gehen rund 15 Prozent des Stickoxidausstoßes auf das Konto privater Haushalte. Wer sich für ein nachhaltigeres Einkaufsverhalten entscheidet, trägt dazu bei, dass diese Zahlen sinken.

Nachhaltiger Konsum: Was bedeutet das?

Nachhaltiger Konsum bedeutet vor allem: Es werden beim Shoppen Produkte bevorzugt, deren Nutzung und Herstellung umweltfreundlich und möglichst energiesparend ist. Außerdem sollten die Produkte unter fairen Bedingungen produziert worden sein. Insbesondere sollten die Menschen, welche die gekauften Produkte herstellen, fair bezahlt worden sein. Außerdem sollten nachhaltige Produkte möglichst lange nutzbar und anschließend recycelbar sein.

Nachhaltiger Konsum bedeutet daher nicht, auf Genuss verzichten zu müssen. Vielmehr bedeutet Nachhaltigkeit, gezielt auf fair und umweltfreundlich produzierte oder langlebige Konsumgüter zu achten. Das hat nichts mit Verzicht zu tun und ist oft ganz bequem von daheim aus erledigt.

Langfristig gesehen, kommt nachhaltigeres Einkaufen der Umwelt, der eigenen Gesundheit und eventuell sogar dem eigenen Geldbeutel zugute. Überdies ist nachhaltiges Einkaufen nicht schwer: Wer einige Tipps beachtet, kann sofort damit anfangen.

Nachhaltiger Kleidung shoppen

Umweltbewussterer und nachhaltigerer Mode liegt voll im Trend gerade beim Shoppen von Kleidung scheitern viele Menschen aber daran. Grund hierfür: Selbst wer auf fair hergestellte Kleidung aus umweltfreundlichen Materialien achtet, kauft oft zu viel. Das hat zur Folge, dass viele Kleidungsstücke nur selten getragen und fast unbenutzt weggeworfen werden. Das bewirkt eine unnötige Ressourcenverschwendung.

Es gibt jedoch einige effektive Möglichkeiten, der Verschwendung beim Kleidungskauf ein Ende zu setzen:

.1 Nur das kaufen, was wirklich gebraucht wird
Nachhaltigeres Einkaufen von Kleidung gelingt besonders gut, wenn vor der Shoppingtour eine Bestandsaufnahme erfolgt. Das bedeutet: Bevor es ans Einkaufen geht, sollte ein Überblick darüber geschaffen werden, was sich bereits im Schrank befindet. Schließlich können nur diejenigen, die wissen, was sie bereits haben, nachhaltige Shopping-Entscheidungen treffen.

2. Impulskäufe vermeiden
Ist klar, welche Kleidung sich bereits im Schrank befindet und welche benötigt wird, fällt es leichter, sinnvolle Kaufentscheidungen zu treffen. Schließlich lässt es sich so vermeiden, unzählige ähnliche Stücke anzusammeln, die fast nie getragen werden. Ein ähnlicher Effekt lässt sich durch die Vermeidung von Spontankäufen erzielen. Denn besonders oft sind es die spontan für den Urlaub oder einen besonderen Anlass gekauften Stücke, die fast nie getragen werden.

3. In zeitlose Mode investieren
Egal, woraus ein Kleidungsstück hergestellt wurde: Es ist erst dann nachhaltig, wenn es mindestens 30-mal getragen wird. Auf viele Modeaccessoires oder Trend-Teile trifft das nicht zu. Besser ist es daher, auf solche Kleidungsstücke ganz zu verzichten. Sinnvoller ist es, stattdessen in zeitlose Qualitätsmode zu investieren. Bei Jeans beispielsweise gibt es viele zeitlose und moderne Schnittformen. Sie machen es leicht, eine Lieblingshose auch nach mehreren Jahren noch gerne zu tragen.

Ganz vermieden werden sollte der Kauf von Kleidungsstücken, die nur zu einem bestimmten Anlass getragen werden. Ballkleider oder ein Smoking für ein besonderes Event lassen sich auch leihen.

Nachhaltiger einkaufen im Supermarkt

Der Gang in den Supermarkt ist für die meisten Menschen alltäglich. Auch er lässt sich mit einfachen Tricks nachhaltiger gestalten:

1. Eine eigene Tragetasche mitbringen
Der wohl einfachste Tipp, um nachhaltiger einzukaufen, ist es, eine eigene Tragetasche mitzubringen. Dadurch ist es nicht notwendig, bei jedem Einkauf eine neue Tüte aus Plastik oder Papier zu verwenden. Das schont die Umwelt und gleichzeitig den Geldbeutel.

2. Einkaufen mit Plan
Nicht jeder kann es sich leisten, beim Einkaufen ausschließlich auf regionale oder Bio-Produkte zu setzen. Das ist auch nicht zwingend nötig. Schließlich ist ein großer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit bereits dann gemacht, wenn nur im Einkaufswagen landet, was wirklich gebraucht wird. Viele Menschen neigen nämlich dazu, hungrig oder spontan einzukaufen. Dabei landen oft viele Produkte im Korb, die nicht gebraucht werden und später verderben. Nachhaltiger ist es, vor dem Einkauf eine Liste mit den Lebensmitteln zu erstellen, die wirklich gebraucht werden. Werden nur diese gekauft, lässt sich außerdem Geld sparen.

3. Auf Einwegverpackungen verzichten
Getränke und viele andere Produkte lassen sich heute nicht nur in Einweg-, sondern auch in Mehrwegverpackungen einkaufen. Wer Ressourcen schonen will, sollte Mehrwegverpackungen bevorzugen. Wer in einer größeren Stadt lebt, kann außerdem gelegentlich in Unverpackt-Shops einkaufen. Hier lässt sich Verpackungsmüll ganz vermeiden.

4. Auf das Label achten
Auch in „regulären“ Supermärkten finden sich Produkte, die aus fairem Handel oder biologischem Anbau stammen. Sie sind mit speziellen Siegeln gekennzeichnet und lassen sich an diesen leicht erkennen. Die Siegel zeigen dabei beispielsweise an, dass bestimmte Produkte ohne Dünger oder ohne Zuhilfenahme von Pflanzenschutzmitteln produziert worden sind. Ein Überblick darüber, welche Siegel es gibt und welche beim Einkaufen zu bevorzugen sind, geben spezielle Label-Websites.

Nachhaltigkeit bei Körperpflege und Kosmetikkauf

Mit Körperpflegeprodukten wurden allein im Jahr 2019 in Deutschland rund 14 Milliarden Euro umgesetzt. Unzählige Shampoo- und Duschgel-Verpackungen sowie Tiegel türmen sich in deutschen Badezimmern. Allerdings ist es auch im Bereich Beauty und Körperpflege möglich, nachhaltiger einzukaufen:

1. Weniger ist mehr
Auch im Bereich Kosmetik und Körperpflege ist es sinnvoll, nur das zu kaufen, was wirklich gebraucht wird. Das spart zum einen Geld. Zum anderen lässt sich Müll vermeiden, wenn Produkte nicht unnötig gekauft und halb voll weggeworfen werden.

2. Auf Bio-Produkte setzen
Im Kosmetik- und Körperpflegebereich gibt es immer mehr Bio-Produkte. Das ist sinnvoll. Zwar ist zertifizierte Bio-Naturkosmetik oft etwas teurer. Gleichzeitig hat sie aber eine höhere Qualität ihrer Inhaltsstoffe zu bieten. Zudem wird bei ihrer Herstellung auf den Umweltschutz geachtet. Das bedeutet insbesondere, dass beim Anbau einzelner Inhaltsstoffe auf Fungizide, Pestizide und andere umweltgefährdende Stoffe verzichtet wird. Für einen nachhaltigeren Lebenswandel sind Bio-Kosmetik- und Körperpflegeprodukte daher eine gute Wahl.

Preisexplosion: Warum wird Wohnen immer teurer?

Seit Jahren kennen die Miet- und Immobilienpreise nur eine Richtung: Steil aufwärts. In kaum einem Land ist zudem die Eigenheimquote so niedrig wie in Deutschland. Aber woran liegt das? Wird Wohnen bald unbezahlbar?

Günstigen Wohnraum gibt es in Deutschland fast nur noch in ländlichen Gebieten fernab größerer Städte und ohne gute Anbindungen an den Öffentlichen Nahverkehr. Und selbst dort ist Vieles nur auf den ersten Blick günstig. Denn wenn Immobilien erst aufwändig renoviert werden müssen, bevor sie bewohnbar sind, nähert man sich auch auf dem Land rasch den Preisen der Ballungsgebiete an – allerdings ohne den entsprechenden Wertzugewinn. Denn dort, wo immer weniger Menschen wohnen möchten, wo die Infrastruktur verfällt, es kaum gute Schulen oder Einkaufsmöglichkeiten gibt, dort kann man selbst gut sanierte Domizile kaum mehr an den Mann oder die Frau bringen.

Teure Wohnungen in der Stadt

In guten Stadtlagen und in den Speckgürteln der Metropolen – dort also, wo das Leben stattfindet und wo es Arbeit gibt – wird das Wohnen zunehmend unbezahlbar. Selbst für Gutverdiener rückt ein Eigenheim im Grünen oder eine großzügige Stadtwohnung in immer weitere Ferne. Noch vor zwei Generationen war das selbst für Arbeiter und Angestellte eher eine Selbstverständlichkeit. Doch der Wohlstand der Eltern ist für die heute junge Generation nicht mehr zu erreichen. Die hohen Wohnkosten spielen dabei eine beträchtliche Rolle.

Die aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase vergleichsweise günstigen Baukredite federn das nur noch zu einem kleinen Teil ab. Hinzu kommt das beständig größer werdende Risiko von Wertverlust: Denn wenn die Preise immer weiter explodieren, kommt irgendwann zwangsläufig der Punkt, an dem die Blase platzt. Einzelne Analysten und Marktbeobachter warnen schon seit geraumer Zeit davor, dass viele Immobilien völlig überhöht bewertet werden. Im schlimmsten Fall droht auch in Deutschland ein Crash wie es ihn in den USA gab – mit verheerenden Folgen. Teure Immobilien würden von einem auf den anderen Tag wertlos.

Immobilien als Spekulationsobjekte

Aber die Preisexplosion hat viele Gründe – das Häuser und Wohnungen zu Spekulationsobjekten geworden sind, dass Bund, Länder und Kommunen riesige Teile ihrer Immobilien verkauft haben, um die klammen Kassen zu füllen, das sind nur ein paar davon. Ein weiteres Problem ist auch, dass es kaum noch einen Ausgleich gibt, einen ausgewogenen Markt. Früher gab es einen Teil Luxusimmobilien, einen Teil Immobilien der Mittelklasse, die für Gut- und Normalverdiener erschwinglich waren, sowie die Sozialbauten, die mit öffentlichen Mitteln subventioniert waren, um Arbeitslosen und Geringverdienern ein Dach über dem Kopf zu sichern. Doch gerade am unteren Ende der Skala klafft inzwischen eine große Lücke.

Aber auch Neubauten sind, obwohl die Baubranche boomt, in Deutschland im Schnitt deutlich teurer als in unseren Nachbarländern. Das liegt zum einen an den mitunter extrem hohen Grundstückspreisen, die die Kommunen zu verantworten haben; an hohen Grundsteuern; und nicht zuletzt an einer Vielzahl an Vorschriften. Seien es Vorgaben zur Energie-Effizienz, zu Materialien, Dämmung, Sicherheit und zahlreichen weiteren auf den ersten Blick sinnvollen Regeln – Bauen ist zum Bürokratiemonster geworden. Und das treibt die Kosten pro Quadratmeter.

Mietpreisbremse funktioniert bislang nicht

Auf der einen Seite beneiden uns andere Länder um das sehr mieterfreundliche Mietrecht. Auf der anderen Seite ist auch das ein Faktor, der die Kosten treibt und mit dafür sorgt, dass es sich für Privatpersonen kaum noch lohnt, ein, zwei Häuser zu bauen oder Wohnungen zu kaufen und diese zu vermieten. Wirklich Geld verdient man da nur über die Masse – was der Grund ist, warum immer mehr Immobilien fest in der Hand weniger großer Konzerne sind. Und wenn wenige eine immer größere Marktmacht haben, ist das natürlich problematisch.

Einen Ausweg aus dem Dilemma scheint es bislang nicht zu geben. Die Mietpreisbremse erweist sich bislang als zahnloser Tiger oder gar als kontraproduktiv. Nachvollziehbare Forderungen von Aktivisten, die großen Wohnungskonzerne zu enteignen, lassen sich nicht realisieren, weil eine solche Enteignung verfassungswidrig wäre. Außerdem würde sie nicht viel bringen. Denn was es braucht, ist mehr Wohnungsbau zu günstigen Konditionen – das lässt sich aktuell ohne massive staatliche Förderung kaum realisieren.

Energie: Auch Nebenkosten steigen weiter

Aber das ist längst nicht das einzige Problem. Auch das Wohnen selbst wird immer teurer. Also: Die Nebenkosten. Und zwar insbesondere die Energie. Obwohl Verbraucher seit Jahrzehnten aus guten Gründen ermahnt werden, Energie zu sparen, obwohl neue Elektrogeräte immer effizienter sind, immer weniger Strom verbrauchen, steigt die Rechnung jedes Jahr. Manchmal hilft der Anbieterwechsel und der Vergleich von Strompreisen Seit der Jahrtausendwende hat sich der Kostenfaktor Energie für private Haushalte verdoppelt, die stärksten Anstiege gab es beim Strom. Das liegt zum Teil an Steuern und Abgaben. Und zum Teil daran, dass die Anbieter Kostenvorteile beim Einkauf, zum Beispiel an den Strombörsen, nur selten an die Verbraucher weitergeben.

Für Mittel- und Gutverdiener ist das ärgerlich. Für Geringverdiener und Arbeitslos bedeutet es ein existenzielles Problem, wenn ein immer größerer Anteil des Einkommens für elementare Posten draufgeht, die sich unmöglich vermeiden lassen. Und eine politische Lösung für diese Probleme ist bislang nicht in Sicht. Ein Sozialtarif beim Strom etwa (den man deckeln könnte, um Energieverschwendung vorzubeugen).
Grundrecht Wohnen?

Das sind Probleme, die eine Menge sozialen Zündstoff bergen, weshalb einige Verbände und Aktivistengruppe nun fordern, Wohnen zum Grundrecht zu erklären. Doch was auf den ersten Blick gut klingt, ist auf den zweiten bloße Symbolpolitik. Denn an hohen Energiepreisen und teuren Wohnungen würde so ein Grundrecht erstmal nichts ändern.

Beruflich erfolgreich als Digitaler Nomade: Das sind die Möglichkeiten!

Das digitale Zeitalter hat Spuren hinterlassen und mit den ersten Lockerungen, was die Ein- und Ausreise betrifft, boomt eine Branche, von der kaum einer etwas in den letzten Jahren gehört hat: Digitale Nomaden erobern die Nationen. Ein digitaler Nomade ist in der Regel selbstständig und lebt mit seinem Laptop dort, wo es ihm Spaß macht. Ein Traum, der in Erfüllung gehen kann, wenn man sich bereits im Vorfeld intensiv damit auseinandergesetzt hat. Selbstständigkeit muss aber nicht digital sein. Um als Nomade ein erfolgreiches Leben zu führen reicht es sich seiner Fähigkeiten bewusst zu sein und sich mit den eigenen Kompetenzen in einem Ort zu befinden, an dem diese gefragt sind. In diesem Artikel setzen wir uns intensiver mit den Grundbausteinen hinter dem digitalen Nomadentums auseinander und zeigen auf, warum es gerade in anderen Ländern interessant sein kann, als Übersetzer zu agieren und welche Chancen es sonst noch so gibt, bzw. welche Möglichkeiten hinter den richtigen Qualifikationen stecken.

Mit dem Bachelor „Übersetzen und Dolmetschen“ in die Welt der Sprachen

Wer eine oder mehrere Fremdsprachen perfekt beherrscht, hat viele Vorteile. Daraus einen Beruf zu machen, ist auf mehreren Wegen möglich. Allerdings sind die Angebote eines Studiums zum Übersetzer bzw. Dolmetscher so vielfältig wie das Sprachenuniversum selbst. An sich ist die Bezeichnung „Übersetzer“ übrigens kein geschützter Begriff. Unter Umständen ist es sogar möglich, ohne ein Studium in diesem Bereich zu arbeiten bzw. durch ausreichend belegte Erfahrung samt IHK-Prüfung als Staatlich Geprüfter Übersetzer tätig zu werden. Der klassische Weg ist jedoch ein Bachelorstudium, das in einigen, aber leider noch nicht allen deutschen Bundesländern angeboten wird. Der Bachelor of Arts ist hier das Studienziel.

Wer es geschafft hat sich hier eine Basis zu schaffen, dem steht grundsätzlich die Welt offen. Vor allem in Asien ist es gängig mit gewissen Basiskenntnissen bereits an lehrende Posten zu kommen, was die Sprache betrifft. Mit einem Bachelor-Abschluss lassen sich hier noch höhere Positionen erreichen und dementsprechende bessere Gehälter erzielen.

Auf sehr verschiedenen Wegen mit dem Bachelor of Arts zum Ziel Übersetzen und Dolmetschen

Wer in Baden-Württemberg wohnt, hat gleich sieben verschiedene Hochschulen bzw. Universitäten zur Auswahl, wenn es mit dem Bachelor of Arts zum Beruf des Übersetzers und/oder Dolmetschers gehen soll. Sechs Semester dauert es normalerweise bis zu dem Abschluss, der an der Hochschule Mannheim beispielsweise den Studiengang Translation Studies for Information Technologies beinhaltet. Auch mit einem Studium der Übersetzungswissenschaft an der Heidelberger Ruprecht-Karls-Universität sind Interessierte gut aufgestellt. Je nach Neigung kann man recht unterschiedliche Ausrichtungen auswählen – von Kultur über Technik bis hin zum Tourismus. Es kann durchaus lohnenswert sein, sich vorher Gedanken zu machen, in welche Richtung es tendenziell gehen soll.

Fachrichtungen Medien, Chinesisch oder Literatur sind auch drin

Die Technische Hochschule Köln bietet den Bachelor Mehrsprachige Kommunikation an, der eine gute Basis darstellt. In München wird der Doppelabschluss BA Übersetzen mit Staatlicher Prüfung an der Hochschule für Angewandte Sprachen/Fachhochschule des SDI angeboten, der 7 bis 8 Semester dauert. An der gleichen Hochschule ist auch der Studienabschluss Bachelor of Arts mit dem Studiengang Übersetzen Chinesisch möglich. Selbiger wird mit einem Pflichtpraktikum für Übersetzer vor Ort abgeschlossen. Hervorzuheben ist auch der Studiengang Medientext und Medienübersetzung (M.A.) an der Universität Hildesheim, bei dem Übersetzungswissenschaft, Medienwissenschaft und Medienlinguistik kombiniert werden. In Sachsen kann man den Bachelor in Translation an der Universität Leipzig machen. Wer sich wiederum im Rahmen eines Masters mit dem Übersetzen von Literatur beschäftigen möchte, kann Literaturübersetzen an der Universität Düsseldorf studieren. Das Studium dauert in der Regel vier Semester.

Auch ein Fernstudium neben dem Beruf ist möglich

Es lohnt sich also sehr, sich rechtzeitig einen Überblick über die Angebote zum Studium zu verschaffen und ggf. sogar dafür die Stadt zu wechseln. Denn teilweise sind die Inhalte doch recht speziell und variieren stark. Alternativ zum Präsenzunterricht ist natürlich auch ein berufsbegleitendes Fernstudium an der AKAD University zu nennen. Angeboten werden die Studiengänge Fachübersetzen Wirtschaft/Technik und International Business Communication. Im Rahmen des Studiums gibt es diverse Präsenzseminare sowie eine Praxisphase, so dass die Vorbereitung auf die praktische Arbeit auch im Fernstudiengang nicht zu kurz kommt. Interessierte sollten sich jedoch bewusst sein, dass das Studium neben einer Vollzeittätigkeit ziemlich aufwendig sein ist, da der vermittelte Stoff anspruchsvoll ist. Hinzu kommt, dass in Zeiten immer exakter werdender Online-Übersetzer, eine nachfolgende Spezialisierung auf Medizin, Recht oder technische Übersetzungen quasi Pflicht ist.

Inhalte des Bachelorstudiums Übersetzen und Dolmetschen

Neben dem theoretischen Wissen im Bereich der Übersetzungswissenschaft und exzellenten Sprachkenntnissen ist in diesem Beruf auch ein ausgeprägtes Gespür für die jeweilige/n Kultur/en gefragt. Je nach gewählter Fachrichtung wird im Studium außerdem noch näher auf ein bestimmtes Themengebiet eingegangen, auf das sich die Studierenden spezialisieren.

Für das Dolmetschen ist übrigens noch mehr Spezialwissen gefragt, als für die schriftliche Übersetzung. Es gibt nicht nur feine Unterschiede, was die gesprochene und die geschriebene Sprache angeht, auch der zeitliche Druck ist beim Dolmetschen nicht zu unterschätzen.

Ziel des Studiums Dolmetschen und Übersetzen ist die größtmögliche Sprachkompetenz in einer Fremdsprache zu erreichen, die dann der der Muttersprache gleicht. Auch Auslandsaufenthalte bzw. Praktika sind von Bedeutung, möglichst bereits vor Aufnahme des Studiums oder spätestens dann in dessen Zusammenhang.

Die Einführung in das Studium verhilft zunächst zu einem Gesamtüberblick über fachliche Methoden im Bereich Dolmetschen und Übersetzen. Weitere wichtige Themenbereiche sind die Grundlagen von Kommunikation und die Kultur der jeweiligen Sprache bzw. des Landes. Im weiteren Verlauf werden Sprachwissenschaft, Textaufbau oder weitere Fachkenntnisse zum Beispiel in den Bereichen Wirtschaft oder Technologie vermittelt. Ergänzungsfächer sind Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft und Medizin. Da auch beim Übersetzen immer mehr mit moderner Technik gearbeitet wird, ist auch das computergestützte Übersetzen ein Schwerpunkt im Studium. Weitere Inhalte des Studiengangs Übersetzen und Dolmetschen sind außerdem Grammatik und Textanalyse, Allgemeine Linguistik, Terminologielehre, Sprachtechnologie, Kontextwissen und Recherche.

Sonderfall Dolmetschen

Wer sein Berufsziel im Dolmetschen sieht, sollte den Abschluss Fachdolmetscher anstreben. Dieses Studienfach ist sehr praxisorientiert, denn bei der Ausübung des Berufs ist vor allem eine schnelle und genaue sprachliche Übertragung von Wichtigkeit. Der Studiengang „Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft“ kann in Deutschland leider nur an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) in Germersheim studiert werden. Hin und wieder gibt es in einigen Bundesländer aber auch private Sprachschulen, die Übersetzer- bzw. Dolmetscher-Lehrgänge anbieten. Sie müssen privat bezahlt werden, was im Einzelfall dagegensprechen kann.

Sozialversicherung: Brauchen Selbständige bessere soziale Absicherung?

Die Corona-Krise hat kaum eine Gruppe wirtschaftlich so hart getroffen wie kleine Selbständige. Sie haben oft kaum soziale Absicherung. Die Politik sowie mehrere Verbände sondieren nun Möglichkeiten, das zu ändern. Wie könnte eine bessere Absicherung aussehen?

Als zu Beginn der Corona-Krise im Frühjahr 2020 erste Maßnahmen wie etwa die Schließung von Geschäften und Restaurants sowie das Aussetzen von Publikumsveranstaltungen beschlossen wurden, ging das mit dem begründeten Ruf nach Hilfsmaßnahmen einher. Große und kleine Wirtschaftsverbände, Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter fürchteten massive Verluste, sollten Lockdown-Maßnahmen zu lange anhalten. Die Frage, wie viele Arbeitsplätze der Kampf gegen die Pandemie am Ende kosten wird, wie viele Unternehmen in der Insolvenz landen, steht bis heute im Raum.

Kurzarbeitergeld sichert Arbeitsplätze

Festangestellte Arbeitnehmer waren und sind diesbezüglich in einer vergleichsweise guten Position. Sie zahlen, gemeinsam mit den Arbeitgebern, in die Versicherung ein, aus der nun das Kurzarbeitergeld bezahlt wird – und dieses wird seit gut einem Jahr zusätzlich massiv aus Steuermitteln aufgestockt, da die reinen Versicherungsleistungen anderenfalls nicht ausreichen würden. Das Kurzarbeitergeld soll in Krisensituationen den Erhalt von Arbeitsplätzen sicherstellen. Auch für die betroffenen Unternehmen ist das ein Gewinn. Denn sie müssen nicht nach dem Ende der Krise neues Personal anwerben und anlernen, sondern haben weiterhin ihr Stammpersonal.

Arbeitnehmer haben zwar durch die Kurzarbeit unterm Strich weniger Geld – aber sie werden weiter bezahlt und behalten ihre Stelle. Besser als eine Entlassung und das Risiko, nach einer gewissen Zeit auf Grundsicherungsniveau und Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) abzusinken, ist das in jedem Fall.

Selbständigen fehlt soziales Sicherungsnetz

Selbständige haben solche Sicherungsnetze in der Regel nicht. Auch Selbständige, die in normalen Zeiten gut von ihrer Arbeit leben können, die große Mehrheit also, bekommen massive Probleme, wenn über Monate ihr Einkommen teils oder gar gänzlich wegbricht. Da sind dann auch eventuelle Rücklagen rasch aufgebraucht. Nur eine sehr gut verdienende Minderheit verfügt in Deutschland über ausreichend hohe liquide Mittel, um auch lange Durststrecken überbrücken zu können. Bestimmte Branchen trifft es besonders hart, allen voran die Kultur- und Veranstaltungsbranche, die seit April 2020 nahezu komplett stillsteht.

Ob und welche Hilfe Betroffene erhalten haben, hing und hängt nicht zuletzt auch davon ab, in welchem Bundesland sie leben. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise erhielten Künstler sowohl 2020 als auch 2021 steuerfreie Stipendien in Höhe von bis zu 7000 Euro, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllten. Manch einem wird das bereits geholfen haben, sich über Wasser zu halten, für andere, die gar kein Einkommen mehr haben (etwa, weil sie auf Live-Veranstaltungen vor Publikum angewiesen sind), dürfte es nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Die Sofort- und Überbrückungshilfen von Bund und Ländern erwiesen sich als zweischneidige Angelegenheit, insbesondere für kleine Selbständige, da die Antragsvoraussetzungen kompliziert und teils völlig an der Lebensrealität vorbei gestaltet waren, so dass oft gerade jene durchs Raster fielen, die Hilfe am dringendsten gebraucht hätten. Die furchtbar schleppende, oft Monate dauernde Auszahlung und sich ständig ändernde Regeln machen die Situation nicht besser.

Arbeitslosenversicherung für Selbständige?

Verbände von Selbständigen und Soloselbständigen (darunter viele kleine Händler und Dienstleister, aber auch die große Mehrheit der Künstler) forderten daher, es müsse in Zukunft für Selbständige ein ähnliches Mittel geschaffen werden, wie das Kurzarbeitergeld für festangestellte Arbeitnehmer. Mit einer funktionierenden Sozialversicherung könnten soziale Härten und existenzielle Risiken, wie sie die Corona-Krise reihenweise mit sich brachte, zumindest zum Teil aufgefangen werden.

Heute ist der Zugang zur Arbeitslosenversicherung für Selbständige kaum möglich und auch wenig praktikabel. Die Hürden sind hoch und die Kosten stehen in keinem Verhältnis. Gerade solche Selbständige, die wenig verdienen, könnten die zusätzlichen Kosten der Versicherung kaum stemmen – und im Fall der Fälle würde sie ihnen auch nichts bringen. Denn da das Kurzarbeitergeld in der Regel 60% des letzten Lohns (bei Selbständigen wäre es das Durchschnittseinkommen der letzten Monate oder Jahre) beträgt, würden viele Kleinselbständige auf Grundsicherungsniveau landen – und auf die Grundsicherung haben sie ohnehin Anspruch.

Zusätzliche Kosten hohe Belastung für Geringverdiener

Die Versicherung würde folglich ihre Lage nicht verbessern, sie aber mit zusätzlichen Kosten belasten. Das ist ein Aspekt, den die Politik bedenken muss bei ihren Überlegungen, die Arbeitslosenversicherung für Selbständige zu öffnen. Es braucht ein tragfähiges Modell, das nicht noch mehr Ungleichheit schafft. Eine Pflichtversicherung, die so ausgestaltet ist wie die Versicherung für Arbeitnehmer, würde aber genau diese Schwäche haben.

Eine Pflichtversicherung nach dem aktuellen Modell, wie sie etwa Linke und Grüne fordern, könnte die Lage der Soloselbständigen nur noch weiter verschlechtern. Die FDP hingegen setzt auf Freiwilligkeit, aber ebenfalls ohne große Änderung des Modells. Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung – aber nur ein sehr kleiner. Grüne, Linke und Verdi fordern lediglich, dass es keine pauschalen, sondern am Einkommen orientierte Versicherungsbeiträge geben solle. Aber auch das würde gering verdienenden Selbständigen nur helfen, wenn es großzügige Freigrenzen gäbe. Diese wiederum könnten nur durch entsprechend höhere Beiträge der Besserverdienenden finanziert werden – was naturgemäß auf Widerspruch treffen wird.

Es ist letztlich wie bei Krediten: Auch Selbständige sollten Kredite nur beantragen, wenn sie gut genug verdienen, um sie auch bezahlen zu können. Einen Kredit zu nehmen, wenn man ein geringes Einkommen oder gar Schulden hat, verschlimmert die Situation nur noch weiter.

Bessere Altersvorsorge durch starke gesetzliche Rente?

Im Kontext dieser Debatte kommt auch erneut die Frage der Altersvorsorge von Selbständigen auf. Selbständige sind in der Regel nicht in der Gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert, und gerade die Geringverdiener sparen sich daher die freiwillige Versicherung, um akut mehr Geld zur Verfügung zu haben. Die Rechnung: Wenn man trotz Einzahlungen als Rentner in der Grundsicherung landet, lohnen sich die Einzahlungen nicht. Dieses Problem zeigt eine allgemeine Schieflage im Rentensystem. Weil die Gesetzliche Rente zugunsten privater Vorsorgeprodukte immer weiter geschwächt wurde, drohen nun Probleme. Denn spätestens durch die anhaltende Niedrigzinsphase der EZB wird klar, dass viele private Altersvorsorgeprodukte auf arg wackeligen Füßen stehen. Siehe nicht zuletzt das Dilemma um die Riester-Rente. Während die Versicherungsanbieter oft jahrzehntelang gut verdient haben, brechen die vollmundigen Auszahlungsversprechen immer weiter in sich zusammen. Für Rentner eine Katastrophe, denn längst kriegen viele weniger raus als sie eingezahlt haben.

Für dieses Problem kann es nur eine Lösung geben: Eine Stärkung der gesetzlichen Rente und ein zurückdrängen privater Versicherungen aus der elementaren sozialen Absicherung der Bevölkerung. Dass man bei stabilen Rentenkassen auch eine Mindestrente oberhalb der Grundsicherung einführen kann, um Altersarmut effektiv zu verhindern, das machen gleich mehrere unserer Nachbarländer vor. Profitieren würden am Ende alle – nicht nur die Selbständigen.

Wasserschutz: Zu viele Keime im Sommer

Der Sommer ist da! Endlich steht auch wieder der Badespaß an oberster Stelle – denn neben Sommer, Sonne, Sonnenschein darf auch das kühle Nass nicht fehlen. Die Vorfreude auf kristallkla-res, erfrischendes Wasser ist vor allem in diesen Tagen besonders groß. Das Thema Wasserhygiene wird allerdings oft vernachlässigt, denn: obwohl es nach wie vor als teures Gut gilt, sind wir saube-res und gesundes (Trink-)Wasser längst gewohnt. Schadstoffe oder Verunreinigungen können aber auch hier lauern und heimisches Wasser zu einer potenziellen Gefahrenquelle werden lassen.

In unserem Trinkwasser befinden sich nämlich Millionen von Mikroorganismen, die für den Menschen mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Einige dieser Bakterien sind nicht nur gesund für den Körper, sondern auch wichtig, da sie das (mikrobielle) Wohlbefinden fördern. Dennoch: schummeln sich die „falschen“ Bakterien mit ein, kann das zu fatalen Folgen führen. Zwar kommt man im Alltag eher selten mit Krankheitserregern im Wasser in Berührung, dennoch ist die Gefahr vor allem im Sommer am stärksten gegeben.

Legionellen – die Gefahr in den eigenen vier Wänden

Zu den gängigsten Krankheitserregern zählen sogenannte Feuchtkeime, die sich im hauseigenen Trinkwasser besonders gut und schnell vermehren. Die bekanntesten Vertreter hiervon sind Legionellen. Diese Bakterien gedeihen im Süßwasser: allen voran Warmwasserversorgungsanlagen von Großgebäuden wie beispielsweise Krankenhäusern, manchmal sogar auch bei Wohnanlagen.
Sind diese Bakterien erst einmal in unserem Trinkwasser vorhanden, können sie zu grippeähnlichen Symptomen führen, aber auch lebensbedrohliche Lungenentzündungen auslösen. Da die Krankheitserreger dieser Baktierienart über Leitungen transportiert werden, entstehen die meisten Infektionen, und letztendlich die Legionärskrankheiten oder Legionellose, in den eigenen vier Wänden.

Achtung – Ansteckungsgefahr!

Neben den Legionellen lauern viele weitere Erreger im Wasser. Am gängigsten ist neben der besonders häufigen Kombination aus Durchfall und Erbrechen auch der „Schwimmbad-Fußpilz“. Diesen kann man sich oft schnell und einfach beim öffentlichen Schwimmbadbesuch einfangen. Aber auch in privaten Whirlpools können Erreger lauern: so zum Beispiel die Whirlpool-Dermatitis, ein lästiger Hautausschlag, dessen Keime durch das warme Whirlpool-Wasser begünstigt werden. Dieser Ausschlag bleibt oft unbehandelt, da er einer Insekteneinstichstelle ähnelt oder als einfache Hautirritation eingestuft wird. Nicht zu vergessen ist auch die Schwimmbad-Konjunktivitis, eine Bindehautentzündung, die durch das Vermischen von bestimmten Keimen mit Chlor begünstigt wird. Da diese Vermischung die Binde- und Schleimhäute besonders aggressiv angreifen kann, ist eine Entzündung kurz nach dem Schwimmbad keine Seltenheit geworden.

Ansteckung im Outdoor-Bereich besonders gegeben

Die meisten Bakterien und Viren lauern vor allem in freien Gewässern wie Seen, Flüssen oder Freibädern, aber auch zu Hause im eigenen Pool. Doch Pool-Besitzer kennen es – eine regelmäßige und gründliche Reinigung kann Zeit und Kraft rauben. Dennoch: auch hier ist eine gründliche
Wasserhygiene das A und O, da Bakterien und Keime zwischen freien Gewässern und einem eigenen Pool nicht unterscheiden.

Vor allem im Sommer kann der Badespaß zur „unsichtbaren“ Gefahr werden. Bakterien sowie
körpereigene Flüssigkeiten wie Schweiß, Speichel oder Harnrückstände kommen ebenfalls in Verbindung mit den Bakterien – heikel wird es, sobald sich diese explosionsartig vermehren und ganze Kolonien entstehen. Da hier mehr Personenkontakte auf eine begrenzte Wassermenge entstehen, sollte die richtige Wasserpflege ein wichtiger Bestandteil der Pool-Instandhaltung werden, um das kühle Nass auch wirklich sorglos genießen zu können.

„Homemade“ – Keime sind nämlich besonders gefährlich, da sie im Normalfall stets unentdeckt bleiben. Erst wenn Krankheitssymptome bereits aufgetreten sind, wird das Interesse hierfür geweckt. Neben Übelkeit und Durchfall, kann auch die ein oder andere Sommergrippe auf mangelnde Wasserhygiene zurückgeführt werden – hier reagiert allerdings schon zu spät. Kinder und Jugendliche sind hierfür am meisten anfällig, da sie den Badespaß besonders ausgelassen genießen möchten, während das Immunsystem anfälliger auf Wasserbakterien verschiedenster Art reagiert.

Schutz für zu Hause – was kann ich tun?

Neben der regelmäßigen Wasserhygiene im Pool, ist besondere Vorsicht auch dann geboten, wenn Trinkwasserleitungen länger nicht benutzt wurden. So kann man nach einer mehrtätigen Reise beispielsweise den Duschkopf etwas laufen lassen. Hier gilt: je länger das Wasser läuft, desto kälter sollte es werden – fließt zuerst lauwarmes Leitungswasser, deutet dies oft auf Abgestandenheit hin. Somit wäre die ideale Rahmenbedingung für die Vermehrung von Feuchtkeimen gegeben. Die Hauptgefahrenquelle durch Feuchtkeime bleibt dennoch im Freien. Die richtige Pool-Wasserpflege sorgt hier für Entwarnung: ist die Sensibilität für Wasserhygiene einmal vorhanden, so steht dem Badespaß und sorglosen Sommermonaten nichts mehr im Wege!

Nachhaltigkeit in Städten – Aufgabe von Politik und Bürgern

Nachhaltigkeit ist eines der Themen, welches aktuell eine große Relevanz hat und sicher in den nächsten Jahrzehnten ebenfalls von hoher Bedeutung sein wird. Um einen nachhaltigen Lebensstil umzusetzen, sind sowohl die Politik als auch die Bürger gefragt. Hierbei spielen unter anderem der Alltag in Städten sowie entsprechende Konzepte eine Rolle. Wie können die Beteiligten in verschiedenen Bereichen positive Impulse setzen sowie Veränderungen herbeiführen? Und: Welche realen Beispiele gibt es hierfür bereits?

Hohe Bedeutung des öffentlichen Interesses und einer Sensibilisierung

Um eine dauerhafte Veränderung in einem bestimmten Themengebiet herbeizuführen, ist es oftmals von her Bedeutung, hierfür zunächst eine gewisse öffentliche Aufmerksamkeit zu generieren. Dabei leisten sowohl die Bürger als auch die Politik einen wichtigen Beitrag.

Beitrag der Politik

Die Politik hat das Thema Nachhaltigkeit in den letzten Jahren zunehmend auf die Agenda gebracht. Dies gilt für die Bundesebene, die Landesebene und für einzelne Städte. Gerade auf in den lokalen urbanen Räumen kann das Themengebiet sehr bürgernah transportiert werden.

Viele Städte haben auf ihrer Webseite Beiträge zum Thema Nachhaltigkeit im entsprechenden und dem eigenen Engagement, wie sich zum Beispiel an der Online-Präsenz der Stadt Freiburg zeigt.

Die Stadt ist allgemein dafür bekannt, das Thema besonders ernst zu nehmen und kommuniziert dies sehr deutlich nach außen. So findet für den entsprechenden urbanen Lebensraum ein Agenda-Setting statt, was wiederum die Bürger für die Bedeutung des Themas sensibilisiert.

Gleichzeitig vermitteln viele Städte auf diese Weise ein positives Image von sich selbst nach außen. Laut einer Untersuchung der WBS Gruppe, die zu Beginn des Jahrs 2020 veröffentlicht wurde, werden folgende Städte als besonders nachhaltig eingestuft:

  • Stuttgart (belegte Platz 1)
  • München
  • Düsseldorf

Hierbei wurden verschieden Kriterien untersucht, die teils bei der Politik liegen und zu anderen Teilen die Einstellung der Bürger widerspiegeln. Für das Städtemarketing sind solche positiven Ergebnisse von großem Vorteil.

Beitrag der Bürger

Unter anderem spielte in der Untersuchung die Begeisterung der Bürger für Fridays for Future eine Rolle. Entsprechende Demonstrationen sind ein ideales Beispiel dafür, wie Bürger vor allem in großen Städten die Menschen für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren versuchen – in diesem Fall mit einem großen medialen Echo.

Besonders an den Demonstrationen der Bewegung ist, dass vor allem junge Menschen hierbei aktiv sind. Das zeigt, dass die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit bei dieser Generation bereits angekommen ist und auf ein großes Interesse stößt.

Zudem können Bürger gerade in den Großstädten einen Beitrag leisten, indem Sie ihr Umfeld sensibilisieren, sich in entsprechenden Initiativen und Vereinen engagieren und dort öffentlichkeitswirksam arbeiten. Oftmals kann ein Thema durch die sprichwörtliche „Mund-zu-Mund-Propaganda“ besonders umfangreiche Aufmerksamkeit erreichen.

Verkehr

Neben der Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit ist für das Erreichen einer hohen Nachhaltigkeit in Großstädten vor allem aktives Handeln gefragt. Dies kann in verschiedenen Bereichen stattfinden, unter anderem spielt der Verkehr eine Rolle.

Gerade in Städten kann aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens durch Veränderungen und dadurch erreichte geringere Emissionen viel bewirkt werden. Hierbei haben ebenfalls Politik und Bürger jeweils wichtige Aufgaben.

Mehr Nachhaltigkeit im Verkehr durch die Politik

Die Politik kann auf Städteebene dabei einen guten und sinnvollen Rahmen vorgeben. Dies ist unter anderem umsetzbar durch:

  • Elektrobusse
  • Ladesäulen für E-Autos
  • eine gute Infrastruktur für nachhaltigkeitsfreundliche Verkehrsmittel

E-Busse

Mit E-Bussen leisten die politisch verantwortlichen in Städten einen direkten Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit im Verkehr. Sie gestalten auf diese Weise die Nutzung der von ihnen zur Verfügung gestellten Verkehrsmittel umweltfreundlicher.

Mit Stand Frühjahr 2021 ist Berlin die Stadt in Deutschland, die die mit Abstand meisten Elektrobusse in Betrieb genommen hat. Auf Rang zwei liegt Hamburg, Köln sichert sich den dritten Platz.

Viele deutsche Städte planen aktuell, den Fuhrpark von elektronisch betriebenen Bussen in den nächsten Jahren umfangreich auszubauen. Unter anderem München hat diesbezüglich große Ziele und möchte bis zum Jahr 2030 nahezu ausschließlich E-Busse nutzen.

Ladesäulen für E-Autos

Eine weitere Möglichkeit der Politik, die Nachhaltigkeit in einer Stadt zur fördern, ist das Bereitstellen von öffentlichen Ladesäulen für E-Autos. Dadurch wird dieses Fortbewegungsmittel für die Bürger attraktiver, da sie es flexibler nutzen können – als Resultat werden ebenfalls Emissionen eingespart.

Im Februar des Jahres 2021 ist Berlin mit 1694 Ladepunkten deutschlandweiter Spitzenreiter in dieser Kategorie. Auf Platz zwei und drei liegen München und Hamburg, gefolgt von Stuttgart, Wolfsburg und Essen. Dies ist ein weiterer Beleg dafür, dass die lokale Politik in Berlin im Bereich des nachhaltigen Verkehrs offensichtlich sehr fortschrittlich denkt.

Infrastruktur für nachhaltigkeitsfreundliche Verkehrsmittel

Zudem können Städte eine Infrastruktur für nachhaltigkeitsfreundliche Verkehrsmittel schaffen. In diesem Rahmen spielen vor allem Fahrräder eine große Rolle. Je einfacher, komfortabler und effizienter sie in der Stadt nutzbar sind, desto interessanter werden sie für die Bürger.

Dies können die politisch Verantwortlichen in Städten erreichen, indem Sie zum Beispiel ein möglichst umfangreiches Netz an Fahrradwegen zur Verfügung stellen. Die entsprechenden Umbaumaßnahmen können zunächst einiges an Aufwand bedeuten, stellen aber eine sinnvolle Investition in die Zukunft dar.

Des Weiteren benötigen Fahrradfahrer, ähnlich wie Autofahrer, gute öffentliche Unterbringungsmöglichkeiten für ihre Verkehrsmittel. In diesem Zusammenhang müssen die Städte einige wichtige Kriterien und Details beachten, um den Bürgern mithilfe der passenden Infrastruktur eine angenehme und einfache Nutzung zu ermöglichen.

Dazu gehört zum einen der passende Standort der Abstellmöglichkeiten in den entsprechenden Gegenden der Stadt, in denen die Fahrradparkplätze umfangreich benötigt werden. Zudem spielen eine Beleuchtung sowie eine Überdachung eine wichtige Rolle. Hier sollte vielerorts nachgebessert werden, da die große Zahl der Radfahrer in deutschen Städten ein riesiges Potenzial zur Verbesserung der Nachhaltigkeit mitbringt.

Aufgaben der Bürger

Gleichermaßen müssen die Bürger einen Beitrag zur Nachhaltigkeit im Stadtverkehr leisten. Vergleichsweise kleinere Schritte sind hierbei die Nutzung von E-Bussen und Fahrrädern. Zweiteres hat zusätzlich den Vorteil, bei Fahren an der frischen Luft Sport zu treiben und so die Gesundheit zur fördern.

Gerade in Städten mittlerer Größe sind zudem oftmals gewisse Distanzen wie der Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad leichter zu meistern als über große Entfernungen auf dem Land. Das Umstellen vom eigenen Auto auf die Nutzung des E-Busses kann zudem Kosten sparen.

Ein größerer Schritt wiederum ist die Anschaffung eines E-Autos. Gerade im dichten Stadtverkehr hat solche eine Umstellung möglichst vieler Bürger jedoch einen besonders deutlichen Effekt, sofern die entsprechenden Personen im Alltag zwingend ein Auto benötigen und nicht darauf verzichten können.

Gleichzeitig ist die Anschaffung eines E-Autos mit hohen Kosten verbunden, die sich nicht jeder so einfach leisten kann. Daher ist womöglich für die Bürger für diesen Schritt Sparen und Verzicht notwendig. Hier wird die Politik allerdings aktiv, denn für E-Autos können unter gewissen Voraussetzungen Förderprämien bis in den hohen vierstelligen Bereich beantragt werden. Dieser Umstand zeigt deutlich, wie sehr die Erreichung des Ziels einer hohen Nachhaltigkeit von einem guten Zusammenspiel zwischen Politik und Bürgern abhängt.

Was allerdings ebenfalls eine Einschränkung darstellen könnte, ist die geringere Reichweite vieler Elektroautos im Vergleich zu einem Benziner oder Diesel. Zwar spielt diese im Stadtverkehr aufgrund der eher geringen Distanzen keine große Rolle, bei einer Urlaubs- oder Geschäftsreise hat sie allerdings sicherlich oftmals eine gewisse Relevanz.

Zudem sind die Ladezeiten deutlich länger als die Dauer eines einfachen Tankvorgangs. Auch aus diesen Gründen ist es wenig verwunderlich, dass die Politik den Bürgern die Anschaffung eines E-Autos durch Prämien schmackhaft macht, um das Ziel einer umfangreicheren Nachhaltigkeit im Bereich Verkehr schneller zu erreichen.

Energiegewinnung- und Nutzung

Für eine nachhaltige Stadt ist außerdem die Energiegewinnung von hoher Bedeutung. Begründet liegt dieser Umstand unter anderem darin, dass in einem urbanen Raum viele Menschen auf engem Raum leben und daher ein hohes Maß an Energie verbraucht wird. Dieser Effekt wird durch den anhaltenden Zuzug in größere Städte verstärkt.

Gleiches gilt für die ansässigen Firmen und Industriezweige. Eine im Sinne der Nachhaltigkeit verantwortungsvolle Energiegewinnung- und Nutzung in einer Stadt hat also für den Schutz der Umwelt besonders positive Effekte, die sicherlich umfangreicher sind als in dünn besiedelten Gebieten mit einem geringeren Energieverbrauch.

Die Bedeutung dieses Umstandes wurde international erkannt. So gibt es weltweit eine zweistellige Zahl von Städten, die bereits vollumfänglich oder zumindest überwiegend mit Ökostrom versorgt werden. Zur ersten Kategorie zählt unter anderem Basel.

Aufgaben der Politik

Die städtische Politik hat zur Umsetzung die Möglichkeit, Energie aus nachhaltigen Quellen durch öffentliche Anbieter wie Stadtwerke zur Verfügung zu stellen. Hierfür sind unter anderem zielführend:

  • Strom aus Windkraft
  • Energie aus Wasserkraft
  • Solarstrom

Je umfangreicher diese angeboten werden, desto einfacher haben es die Bürger, auf nachhaltige Energie zu setzen, ohne sie selbst produzieren zu müssen. Der Effekt auf die Nachhaltigkeit ist also äußerst hoch.

Förderungen und Verpflichtungen für Solaranlagen

Des Weiteren handelt die Politik mit Förderungen für Solaranlagen, die die Bürger auf ihren Häusern installieren lassen. Zusätzlich gibt es für überschüssigen selbsterzeugten Strom, der von Haushalten ins Netz eingebracht wird, eine sogenannte Einspeisevergütung.

Neben den Anreizen hat die Politik zudem die Option, Gesetze zu beschließen, die die Installation von Solaranlagen unumgänglich machen. So hat Hamburg eine Solardachpflicht für alle Neubauten eingeführt, die ab 2023 gilt. Ältere Gebäude sind unter gewissen Voraussetzungen ab 2025 betroffen. Das Gesetz ist bisher in Deutschland einmalig und erntet nicht nur positives Feedback.

Ein gutes Vorbild beim Thema Solarenergie

Abgesehen von Förderungen und Verpflichtungen können Städte mit einem positiven Vorbild vorangehen. So besteht die Möglichkeit, für öffentliche Einrichtungen selbst Solardächer zu nutzen und so eigenen, nachhaltigen Strom zu produzieren.

Zudem können die öffentlichen Wohnungsgesellschaften Photovoltaikanlagen auf ihren Häusern installieren. Gerade in Großstädten, in denen viele Menschen zur Miete leben, ist dies ein äußerst wichtiges Instrument für eine nachhaltige Energieversorgung.

Was können die Bürger tun?

Bürger wiederum können ebenfalls auf verschiedenen Wegen einen Beitrag leisten. Hierzu gehören unter anderem:

  • Bezug von ökologisch wertvollem Strom
  • ein eigenes Solardach
  • sparsamer Umgang mit der Energie

Auswahl des Anbieters

Sofern eine Auswahlmöglichkeit zwischen nachhaltigen und weniger nachhaltigen Stromanbietern besteht, können Bürger auf eine Option mit einem hohen Anteil an Ökostrom setzen. Zwar entstehen hierdurch womöglich höhere Kosten.

Andererseits kann jeder Haushalt auf diese Weise einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten. Viele größere Städte haben dabei den Vorteil, dass dort eine umfangreichere Auswahl an Anbietern besteht als in ländlicheren Gebieten.

Wenn viele Menschen in einer großen Stadt nach diesem Prinzip vorgehen, hat dies eine umfangreiche Auswirkung auf die Nachhaltigkeit. Hier kann ebenfalls das Überzeugen des privaten Umfeldes eine große Rolle spielen.

Ein eigenes Solardach

Des Weiteren haben Bürger die Möglichkeit, ein eigenes Solardach zu installieren. Entsprechende Förderungen verringern die nötige Eigeninvestition. Allerdings ist dies nur für Besitzer eines Hauses möglich.

In größeren Städten sind die Potenziale einzelner Privatpersonen hierfür also wie bereits angeklungen aufgrund der hohen Zahl an Häusern mit vielen Mietwohnungen begrenzt. Allerdings können Mieter womöglich eine kleine Solaranlage auf dem Balkon aufstellen, um so eigene Energie zu produzieren.

Der Effekt wird in den meisten Fällen jedoch aufgrund der Größe geringer sein als bei einem Solardach. Die umfangreichere Verantwortung für eine mögliche Installation einer Solaranlage auf dem Dach liegt abgesehen von den städtischen Wohnungsgesellschaften also in den Händen der entsprechenden Vermieter.

Sparsamer Umgang mit Energie

Des Weiteren können die Bürger durch entsprechende Maßnahmen im Alltag Energie einsparen und somit einen positiven Effekt für die Nachhaltigkeit erzielen. Zum einen funktioniert dies mit einem umsichtigen Verhalten, was zum Beispiel den richtigen Umgang mit Elektrogeräten beinhaltet.

Online finden Interessierte Anleitungen, wie sich dies für verschiedene Bereiche umsetzen lässt. Gleichzeitig können besondere technische Geräte, die für einen geringen Energieverbrauch konzipiert wurden, genutzt werden. Hierzu zählen unter anderem Energiesparlampen.

In Wohngemeinschaften, welche in Städten besonders unter jüngeren Menschen wie Studierenden keine Seltenheit sind, können auf diese Weise durch die richtige Kommunikation und entsprechende freiwillige Verhaltensregeln gleich mehrere Personen einen positiven Beitrag leisten.

Wirtschaftsstandort mit Fokus auf Nachhaltigkeit

Des Weiteren kann für die Nachhaltigkeit einer Stadt die dortige Wirtschaft eine große Rolle spielen. Je umfangreicher die ansässigen Unternehmen sich mit dem Thema beschäftigen, desto größer ist der Effekt.

Politik und nachhaltige Wirtschaftsstandorte

Die Politik hat verschiedene Möglichkeiten, einen urbanen Raum zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort für Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu gestalten. Hierfür sind unter anderem relevant:

  • Investitionen in entsprechende Bildung
  • Förderungen für Innovationen im Bereich Nachhaltigkeit
  • öffentliche Kommunikation

Investition in Bildung und den Standort

Dies beginnt bereits bei der Bildung. So können die öffentlichen Universitäten und Hochschulen vor Ort sich in verschiedenen Fachbereichen umfassend mit dem Thema beschäftigen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, eigene Studiengänge zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz einzuführen.

So wird die Stadt für Personen, die das Thema Nachhaltigkeit für einen zukünftigen Beruf interessiert, besonders attraktiv. Die Hochschulen und Universitäten können dabei mit Fördermitteln für den Bereich unterstützt werden.

Solche monetären Mittel könnten außerdem für bestimmte Innovationen bezüglich der Nachhaltigkeit zur Verfügung gestellt werden. Zudem können eine moderne Infrastruktur und gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft in einer Stadt eine Attraktivität für gleichermaßen moderne Unternehmen ausstrahlen.

Öffentliche Kommunikation und nachhaltigkeitsfreundliche Atmosphäre

Wichtig bezüglich des Wirtschaftsstandortes mit einem hohen Bezug zum Thema Nachhaltigkeit ist zudem die öffentliche Kommunikation. Je besser das Image einer Stadt in diesem Bereich ist, desto wahrscheinlicher ist es sicherlich auch, dass sich entsprechende Firmen ansiedeln, um bezüglich ihres Rufes gleichermaßen von dem positiven Bild zu profitieren.

So kann über kurz oder lang eine Art Dominoeffekt entstehen, bei dem sich immer mehr Unternehmen, die nachhaltigkeitsorientierte Produkte und Leistungen entwickeln und vertreiben, vor Ort niederlassen.

Solche Umstände wiederum können zusätzlich auf andere lokale Firmen, deren Fokus noch nicht auf dem Thema liegt, einen Einfluss haben. Diese passen sich der Atmosphäre der Stadt Stück für Stück an, wirtschaften ebenfalls nachhaltiger und achten umfangreicher auf den Umweltschutz.

Wie unterstützen Bürger den nachhaltigen Wirtschaftsstandort?

Die Bürger haben gleichermaßen eine Reihe von Möglichkeiten, einen Wirtschaftsstandort mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit zu unterstützen. Dazu gehören unter anderem:

  • Kaufkraft
  • berufliche Orientierung
  • Gestalten im Rahmen einer Selbstständigkeit

Unterstützung durch Kaufkraft

Eine dieser Optionen liegt in ihrer Kaufkraft. Indem die Bürger die vor Ort hergestellten nachhaltigen Produkte und Leistungen nutzen bzw. in Anspruch nehmen, helfen sie den Firmen dabei, weiter existieren und wachsen zu können.

Dabei spielen wie in vielen anderen Bereichen zudem persönlichen Empfehlungen im privaten Umfeld eine große Rolle. Natürlich sollte bei entsprechenden Käufen nicht nur auf die Nachhaltigkeit und dem Umstand, dass das Produkt aus der eigenen Stadt kommt, geschaut werden, sondern auch auf persönliche Präferenzen und die Qualität.

Berufliche Orientierung

Zusätzlich kann die berufliche Orientierung der Bürger eine Stadt als Wirtschaftsstandort mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit unterstützen. Dies beginnt bereits bei der Wahl und Schwerpunktsetzung im Studium oder der Ausbildung.

Des Weiteren kann bei der Auswahl des Arbeitgebers neben weiteren Kriterien wie den individuellen beruflichen Zielen darauf geachtet werden, ob das Unternehmen nachhaltig wirtschaftet und handelt bzw. an der Entwicklung von Innovationen in diesem Bereich beteiligt ist. So unterstützen die Bürger die Politik darin, eine attraktive Atmosphäre für eine lokale Wirtschaft mit einem umfassenden Blick auf den Umweltschutz zu gestalten.

Innovationen im Bereich Nachhaltigkeit mit einer eigenen Firma

Außerdem haben Bürger die Möglichkeit, durch eine eigene Firma, die sich mit Innovationen im Bereich Nachhaltigkeit beschäftigt, einen besonders umfangreichen Beitrag zu leisten. Natürlich sollte das Unternehmen hierbei gleichzeitig rentabel sein.

Zudem sollte die entsprechende Person in der jeweiligen Branche Know-how zum Thema Nachhaltigkeit und im besten Falle zusätzlich ein großes Interesse daran haben. Nur so kann eine Firma wirklich Erfolg haben und womöglich sogar die in oder andere Innovation auf den Markt bringen.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Politik einen guten Rahmen sowie die entsprechende Struktur geben sollte, um das Ziel einer umweltfreundliche und in diesem Sinne nachhaltigen Stadt zu erreichen. Gleichzeitig haben die Bürger die Aufgabe, diese Möglichkeiten anzunehmen und ihren Alltag in verschiedenen Bereichen anzupassen. Der Effekt kann gerade durch die hohe Zahl der Bewohner in vielen Städten umfangreich sein, wenn viele Menschen sich danach richten.

Teures Vergnügen: Warum Fußball-Fans zur Kasse gebeten werden

Kaum ein Sport begeistert die Menschen weltweit so wie König Fußball. Besonders zu Großveranstaltungen, wie Europa- und Weltmeisterschaften, wird gemeinsam mit den Mannschaften gezittert, gelitten und gejubelt. Ganze Innenstädte sind dann gesäumt mit feiernden Fans, hupenden Autokorsos und Menschen in bunten Trikots. Dabei wird oft tief in die Tasche gegriffen für Tickets, Textilien und Streaming-Abos. Der Lieblingssport der Deutschen wird schnell zum teuren Vergnügen. Die Preise sind allerdings fern von reiner Willkür. Verschiedene Faktoren, wie Lizenz- und TV-Gebühren, treiben die Preise regelmäßig in die Höhe.

Trikot Produktion nur mit Lizenz

Bei Bundesliga-Spielen, Turnieren und Publik Viewing Events kommt die große Gemeinschaft der Hardcore- und Gelegenheits-Fans immer wieder zusammen. Wirft man einen Blick auf die Zuschauer, wird klar: Trikots der Lieblingsspieler und Mannschaften sind ein Muss. Jede Saison kommen unzählige neue Modelle in starken Designs auf den Markt. Und in jedem einzelnen Fall müssen Produzenten empfindliche Lizenzgebühren zahlen. Nur dann dürfen die Heim-, Auswärts- und Turniertrikots für die Fans zur Verfügung gestellt werden. Lizenzgeber sind dabei je nachdem die Landesverbände oder die Dachverbände, wie FIFA oder UEFA.

Vielfältiges Merchandising zu hohen Gebühren

Nicht nur die gängigen Textilien fallen unter diese Regelungen. Auch die beliebten Panini-Sticker, Bälle und anderes Merchandise können nur mit offizieller Lizenz vertrieben werden. Egal auf welchen Stücken die üblichen Logos abgebildet werden, deren Benutzung ist nicht kostenlos.

In der Saison 2019/2020 konnte die gesamte Bundesliga mit ihren lizenzpflichtigen Designelementen somit satte 184 Millionen Euro einnehmen. Gebühren, die die Produzenten der Souvenirartikel direkt an die Fans weiterleiten.

Das Spiel um die Übertragungsrechte

Wenige andere Live-Events locken so viele Zuschauer auf dem ganzen Globus vor den Fernseher oder in die Stadie. Allein das WM-Finale 2018 zwischen Frankreich und Kroatien wurde von unglaublichen 1,12 Milliarden Menschen live im TV verfolgt. Um die Spiele über verschiedenste Kanäle zur Verfügung stellen zu können, müssen Fernsehsender und Online-Plattformen viel Geld in die Hand nehmen. So sind zum Beispiel in der Bundesliga die Übertragungspakte durchschnittlich 1,1 Milliarden Euro wert. Für die verschobene Euro 2020 haben ARD und ZDF nur für die deutschen Übertragungsrechte 150 Millionen Euro bereitgestellt.

Verschiedene Interessenten haben die Möglichkeit sich über Gebote einen der heißbegehrten Verträge zu sichern. Für öffentlich-rechtliche und private Fernsehsender oder Pay-TV Anbieter sind die Einschaltquoten ein willkommenes Lockmittel. Daraus können wahre Gebotsschlachten entstehen, die am Ende der Zuschauer durch hohe Abo Gebühren bezahlen muss.

Rekord-Ablösesummen für Spieler

222 Millionen Euro – die Transfersumme für den Spieler Neymar im Jahr 2018 brach alle Rekorde. Der Wechsel des Brasilianers vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain war für seinen neuen Verein daher ein teurer Schachzug. Damit sind die Kosten für einen solchen Transfer aber noch lange nicht besiegelt. Top-Spieler wie Lionel Messi und Christiano Ronaldo verdienen um die 100 Millionen Euro pro Saison. Um diese Ausgaben wieder einzuspielen, werden diverse Einnahmemaschinen aktiviert. Und nicht wenige davon betreffen wiederum Fans. Kostspieliges Merchandising wird in diversen Shops und Online an den Mann und die Frau gebracht. Standard Ticketpreise für den Besuch der Stadien werden regelmäßig empfindlich erhöht. Und eine Mitgliedschaft im Lieblingsverein wird kräftig beworben. Spitzenreiter ist der FC Barcelona mit einem Mitgliedsbeitrag von über 180 Euro. Hier summieren sich schnell die Kosten, die Fans zur Finanzierung des stetig wachsenden Transfermarkts beitragen müssen.

Ein kostspieliges Plus an Sicherheit

Randale sorgen bei Fußball Matches immer noch regelmäßig für Furore. Im Stadion werden trotz Verbots bengalische Feuer und Rauchbomben gezündet, mutwillig wird der Spielbetrieb durch Gegenstände gestört oder nach der Partie treffen Hooligans auf der Straße aufeinander. Leidtragende sind hierbei nicht nur die Verletzten, sondern auch die Steuerzahler und Vereine. Maßnahmen wie verstärkte Polizeipräsenz, genauere Eingangskontrollen und nicht zuletzt die empfindlichen Strafen, die Vereine für Verstöße ihrer Fans zahlen müssen, werden zum zusätzlichen Kostenfaktor. Ein Plus an Sicherheit bedeutet auch ein Plus an Ausgaben, die gedeckt werden müssen. Ticketpreissteigerungen sind oftmals die Folge, die Fans am härtesten trifft.

Man sieht, Fans werden durch allerhand Methoden und Stellschrauben kräftig an der Finanzierung der Ligen und Großevents im Fußball beteiligt. Durch den weltweit immer stärker werdenden Wettbewerb steigt der Kapitalbedarf der Vereine dabei immer weiter. Fußball ist und bleibt damit einer der teuersten Sportarten für Fans.