Kaum ein Sport begeistert die Menschen weltweit so wie König Fußball. Besonders zu Großveranstaltungen, wie Europa- und Weltmeisterschaften, wird gemeinsam mit den Mannschaften gezittert, gelitten und gejubelt. Ganze Innenstädte sind dann gesäumt mit feiernden Fans, hupenden Autokorsos und Menschen in bunten Trikots. Dabei wird oft tief in die Tasche gegriffen für Tickets, Textilien und Streaming-Abos. Der Lieblingssport der Deutschen wird schnell zum teuren Vergnügen. Die Preise sind allerdings fern von reiner Willkür. Verschiedene Faktoren, wie Lizenz- und TV-Gebühren, treiben die Preise regelmäßig in die Höhe.
Trikot Produktion nur mit Lizenz
Bei Bundesliga-Spielen, Turnieren und Publik Viewing Events kommt die große Gemeinschaft der Hardcore- und Gelegenheits-Fans immer wieder zusammen. Wirft man einen Blick auf die Zuschauer, wird klar: Trikots der Lieblingsspieler und Mannschaften sind ein Muss. Jede Saison kommen unzählige neue Modelle in starken Designs auf den Markt. Und in jedem einzelnen Fall müssen Produzenten empfindliche Lizenzgebühren zahlen. Nur dann dürfen die Heim-, Auswärts- und Turniertrikots für die Fans zur Verfügung gestellt werden. Lizenzgeber sind dabei je nachdem die Landesverbände oder die Dachverbände, wie FIFA oder UEFA.
Vielfältiges Merchandising zu hohen Gebühren
Nicht nur die gängigen Textilien fallen unter diese Regelungen. Auch die beliebten Panini-Sticker, Bälle und anderes Merchandise können nur mit offizieller Lizenz vertrieben werden. Egal auf welchen Stücken die üblichen Logos abgebildet werden, deren Benutzung ist nicht kostenlos.
In der Saison 2019/2020 konnte die gesamte Bundesliga mit ihren lizenzpflichtigen Designelementen somit satte 184 Millionen Euro einnehmen. Gebühren, die die Produzenten der Souvenirartikel direkt an die Fans weiterleiten.
Das Spiel um die Übertragungsrechte
Wenige andere Live-Events locken so viele Zuschauer auf dem ganzen Globus vor den Fernseher oder in die Stadie. Allein das WM-Finale 2018 zwischen Frankreich und Kroatien wurde von unglaublichen 1,12 Milliarden Menschen live im TV verfolgt. Um die Spiele über verschiedenste Kanäle zur Verfügung stellen zu können, müssen Fernsehsender und Online-Plattformen viel Geld in die Hand nehmen. So sind zum Beispiel in der Bundesliga die Übertragungspakte durchschnittlich 1,1 Milliarden Euro wert. Für die verschobene Euro 2020 haben ARD und ZDF nur für die deutschen Übertragungsrechte 150 Millionen Euro bereitgestellt.
Verschiedene Interessenten haben die Möglichkeit sich über Gebote einen der heißbegehrten Verträge zu sichern. Für öffentlich-rechtliche und private Fernsehsender oder Pay-TV Anbieter sind die Einschaltquoten ein willkommenes Lockmittel. Daraus können wahre Gebotsschlachten entstehen, die am Ende der Zuschauer durch hohe Abo Gebühren bezahlen muss.
Rekord-Ablösesummen für Spieler
222 Millionen Euro – die Transfersumme für den Spieler Neymar im Jahr 2018 brach alle Rekorde. Der Wechsel des Brasilianers vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain war für seinen neuen Verein daher ein teurer Schachzug. Damit sind die Kosten für einen solchen Transfer aber noch lange nicht besiegelt. Top-Spieler wie Lionel Messi und Christiano Ronaldo verdienen um die 100 Millionen Euro pro Saison. Um diese Ausgaben wieder einzuspielen, werden diverse Einnahmemaschinen aktiviert. Und nicht wenige davon betreffen wiederum Fans. Kostspieliges Merchandising wird in diversen Shops und Online an den Mann und die Frau gebracht. Standard Ticketpreise für den Besuch der Stadien werden regelmäßig empfindlich erhöht. Und eine Mitgliedschaft im Lieblingsverein wird kräftig beworben. Spitzenreiter ist der FC Barcelona mit einem Mitgliedsbeitrag von über 180 Euro. Hier summieren sich schnell die Kosten, die Fans zur Finanzierung des stetig wachsenden Transfermarkts beitragen müssen.
Ein kostspieliges Plus an Sicherheit
Randale sorgen bei Fußball Matches immer noch regelmäßig für Furore. Im Stadion werden trotz Verbots bengalische Feuer und Rauchbomben gezündet, mutwillig wird der Spielbetrieb durch Gegenstände gestört oder nach der Partie treffen Hooligans auf der Straße aufeinander. Leidtragende sind hierbei nicht nur die Verletzten, sondern auch die Steuerzahler und Vereine. Maßnahmen wie verstärkte Polizeipräsenz, genauere Eingangskontrollen und nicht zuletzt die empfindlichen Strafen, die Vereine für Verstöße ihrer Fans zahlen müssen, werden zum zusätzlichen Kostenfaktor. Ein Plus an Sicherheit bedeutet auch ein Plus an Ausgaben, die gedeckt werden müssen. Ticketpreissteigerungen sind oftmals die Folge, die Fans am härtesten trifft.
Man sieht, Fans werden durch allerhand Methoden und Stellschrauben kräftig an der Finanzierung der Ligen und Großevents im Fußball beteiligt. Durch den weltweit immer stärker werdenden Wettbewerb steigt der Kapitalbedarf der Vereine dabei immer weiter. Fußball ist und bleibt damit einer der teuersten Sportarten für Fans.