Heizung an oder aus?
Da der Löwenanteil der Energiekosten für die Heizung draufgeht – sagenhafte 75 % –, scheint es nur logisch, die Heizung auszustellen, wenn man nicht im Raum ist bzw. das Haus verlässt. Mit jedem Grad, um das die Raumtemperatur gesenkt wird, lassen sich 6 % der Energie einsparen. Leider handelt es sich hierbei um eine Milchmädchenrechnung. Denn wenn die Heizung ganz ausgestellt wird, kühlen die Räume zu stark aus. Um es wieder warm genug zu haben, wenn man nach Hause kommt, müssen die Räume erst wieder sehr energieintensiv aufgeheizt werden. Sinnvoller ist es, den Raum kontinuierlich bei einer geringeren Temperatur zu beheizen. Das Herunterdrehen des Thermostats ist dann tatsächliche eine simple Maßnahme, durch die sich Energie einsparen lässt.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt außerdem, die einzelnen Räume der Wohnung in unterschiedliche Zonen einzuteilen, d. h. abhängig davon, wie ein Raum genutzt wird, muss er mehr oder weniger stark beheizt werden. Einheitliches Heizen ist energieaufwendiger.
Der Nutzen der Energiesparlampen
Nach der Abschaffung der Glühbirne hört man immer wieder, dass das Licht jetzt getrost auch mal angelassen werden kann. Immerhin haben Energiesparlampen die fünffache Energieausbeute herkömmlicher Glühbirnen, d. h. sie verbrauchen ein Drittel weniger Energie. Außerdem kommt es ja bekanntlich beim Anschalten von Lampen zu einem Energieanstieg und das kostet ja ordentlich Strom. Trotzdem ist auch hier derjenige am besten beraten, der nüchtern kalkuliert: Eine ausgeschaltete Lampe verbraucht logischerweise noch weniger Strom als eine gute Energiesparlampe. Außerdem ist der Energieanstieg beim Anschalten des Lichts so gering, dass er relativ schnell wieder ausgeglichen wird. Am besten ist übrigens die Wahl von Leuchtdioden (LEDs). Diese sind besonders energieeffizient und langlebig. Ein weiterer großer Pluspunkt von LEDs ist darüber hinaus, dass sie keine Giftstoffe enthalten und daher nicht so, wie viele Energiesparlampen, als giftiger Sondermüll entsorgt werden müssen.
Wäsche trocknet auch von allein
Wäschetrockner haben gemeinhin einen schlechten Ruf. Nicht allein dass sie als „weiße Ware“ (hierzu gehören Kühlschranke, Waschmaschine, Wäschetrockner) zu den größten Stromfressern im Haushalt zählen. Sie sind obendrein noch überflüssig! Wäsche kann man genauso gut auch auf dem Wäscheständer trocknen lassen. So einleuchtend das klingen mag, hinkt diese Argumentation etwas. Am energieeffizientesten ist es tatsächlich, wenn Wäsche draußen auf der Wäscheleine getrocknet wird. Doch sobald die Wäsche auf einem Wäscheständer im Raum landet, fällt die Energiebilanz zugunsten des Wäschetrockners aus: Beim Trocknen in einem geschlossenen Raum wird so viel Feuchtigkeit abgegeben, dass zum Ausgleich starkes Lüften und entsprechendes Heizen notwendig sind, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Energie in der Küche
Auch zum Thema Küche und Kochen gibt es eine Vielzahl an guten Ratschlägen, die auf den zweiten Blick nicht ganz so sinnvoll sind, wie sie noch auf den ersten erscheinen mögen. Einen großen Trugschluss begeht, wer glaubt, durch das Spülen von Hand Wasser und Strom zu sparen. Die neuen Geschirrspülmaschinen sind mittlerweile so sparsam, dass beim Abwaschen mit der Hand dreimal so viel Wasser verbraucht wird wie bei einem Spülgang der Maschine – vorausgesetzt natürlich, dass der Geschirrspüler auch vollständig beladen wird.
Dass der Kühlschrank mit der größte Energiekonsument im Haushalt ist, ist ein offenes Geheimnis. Um daher nicht noch unnötig Energie zu verschenken, wird immer wieder der Tipp gegeben, den Kühlschrank möglichst voll zu halten, denn: ein gefüllter Kühlschrank braucht weniger Energie als ein leerer. Und tatsächlich ist die Effizienz eines vollen Kühlschranks am besten. Auch beim Öffnen geht weniger Energie verloren, wenn der Kühlschrank gut gefüllt ist, da dadurch kein so großzügiger Luftaustausch und somit auch kein großer Temperaturausgleich möglich sind. Dennoch sollte man bedenken, dass die meiste Energie verlorengeht, wenn der Kühlschrank gefüllt wird.Denn schon allein beim Öffnen des Kühlschranks geht eine Menge Energie verloren. Zusätzlich müssen die neuen Lebensmittel erst auf die richtige Temperatur heruntergekühlt werden, was einen entsprechenden Mehraufwand bedeutet. Die Nutzung von Kühltaschen zum Transport der Lebensmittel ist daher nicht nur im Sommer eine sinnvolle Maßnahme.
Wasserkocher oder Herd?
Besonders gerne wird auch der Ratschlag gegeben, Wasser immer im Wasserkocher zu erhitzen. Egal ob für Tee oder für Nudeln.
Dass der Wasserkocher bei Teewasser die Nase vorn hat und das klassische Aufbrühen auf dem Herd um Längen schlägt, ist dabei unumstritten. Allerdings nur, solange es sich weder um einen Induktions- noch um einen Gasherd handelt. An der Frage, ob auch für Suppen oder Nudeln das Wasser kostengünstiger im Wasserkocher erhitzt wird, scheiden sich jedoch die Geister: Während beispielsweise der Geschäftsführer von E wie Einfach, Paul-Vincent Abs, in dem Video „Ratgeber: Energiesparmythen auf der Spur“, grundsätzlich zur Verwendung des Wasserkochers aufruft und angibt, das sich auf diese Weise bis zu einem Drittel Strom einsparen lässt, gibt es auch gegenläufige Empfehlungen. Wie beispielsweise in der Sendung „Marktcheck“ vom 17.10.2013 im SWR Fernsehen. Die Empfehlung ist hier, Nudelwasser gleich im Topf zu kochen, da durch das Umfüllen des kochenden Wassers in den kalten Topf zu viel Wärme verloren geht.







