Sieben Jahre Dieselskandal und kein Ende

Diesel- und Abgasskandal – auf den ersten Blick klingt dieser Begriff wie ein schwarzes Kapital aus der vergangenen Geschichte des Volkswagen-Konzerns und einiger anderer Autobauer. Doch auch wenn die Angelegenheit nicht mehr die Titelseiten bekannter News-Portale ziert: Das Kapitel ist noch nicht beendet und dürfte Autobauer noch weiter beschäftigen, wie ein aktuelles EuGH-Urteil und weitere eventuell folgende Klagen zeigen. Worum es dabei geht und warum Autokäufer das Ganze nach wie vor verfolgen sollte, wird nun etwas genauer aufgezeigt.

Neuestes EuGH-Urteil ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte des Dieselskandals

Am 08.11.2022 ist die neueste höchstrichterliche Entscheidung zum Dieselskandal gefällt worden. Im aktuellen Urteil (Az.: C-873-19) wurde feststellt, dass die Deutsche Umwelthilft (DUH) gegen Freigabebescheide klagen, mit denen das Kraftfahrt-Bundesamt verschiedenen Autoherstellern nach Bekannt­werden des Abgas­skandals neue Motorsteuerungen erlaubt hat. Auch wenn solche Klagen im deutschen Recht nicht vorgesehen sind, hat der EuGH nun erklärt, dass hier der Vorrang des europäischen Rechts gelte. Bei entsprechenden Vermögensnachteilen der Autokäufer könnte diesmal eine staatliche Dieselskandal Entschädigung möglich sein.

Der Hintergrund: Auch nach Bekanntwerden des Abgasskandals hatte das Kraftfahrt-Bundesamt den Herstellern Software-Updates genehmigt, die über sogenannte Thermofenster funktionieren. Diese bringen mitunter das Problem mit sich, dass die Abgasreinigung bei Unterschreiten bestimmter Temperaturen abgeschaltet wird. Es bleibt nun also abzuwarten, wann die Deutsche Umwelthilfe entsprechende Klagen gegen Typengenehmigungen der Autohersteller einreicht.

Der EuGH hat zudem noch einmal unmissverständlich klargestellt: „Eine Software für Dieselfahrzeuge, die die Wirkung des Emissionskontrollsystems bei üblichen Temperaturen und während des überwiegenden Teils des Jahres verringert, stellt eine unzulässige Abschalteinrichtung dar.“ Einzige Ausnahme: Die Vorrichtung dient dem Schutz des Motors vor Beschädigungen und es gibt keine technische Alternative – doch auch dann bleibe das Ganze eine Ausnahme, die nicht den Regelfall abbilden dürfe, so das Gericht weiter.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Verbraucher haben nun noch bessere Chancen, auf eine Kompensation zu klagen. Das neueste EuGH-Urteil zu dem Thema hat die Verbraucherrechte also weiter gestärkt. Fachleute raten allerdings dazu, möglichst bald zu klagen, da aufgrund der Überlastung der deutschen Justiz mit sehr langen Wartezeiten zu rechnen ist.

Diese Formen der Dieselskandal Entschädigung haben sich in der Praxis als umsetzbar erwiesen:

  • Komplette Rückabwicklung: In diesem Fall geben die Käufer das Fahrzeug zurück und erhalten den Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung für gefahrene Kilometer zurück.
  • Ersatzfahrzeug: Die Käufer tauschen ihr Fahrzeug gegen ein gleichwertiges, fehlerfreies Exemplar. Hier wird also quasi ein 1:1-Tausch angepeilt.
  • Entschädigung: Die Käufer behalten ihr Fahrzeug und erhalten als Entschädigung bis zu 25% des gezahlten Kaufpreises zurück. Dies bildet die Wertminderung durch die fehlerhafte Abgasreinigung ab.

Achtung: Die Ansprüche auf Schadenersatz können verjähren. Im Normalfall tritt die Verjährung 3 Jahre nach Bekanntwerden der Manipulation auf. Als Beginn der Frist setzen viele Experten den Zugang eines Rückruf-Schreibens seitens des Autoherstellers an. Nach Ablauf dieser Frist besteht eventuell noch Anspruch auf Restschadenersatz. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, sich von einem Rechtsanwalt beraten zu lassen.

Worauf gründen sich die Ansprüche auf Entschädigungen?

Wer ein Auto mit einer Abschalteinrichtung gekauft, musste in mehrerer Hinsicht Nachteile in Kauf nehmen:

1. Es wurde ein Vertrag auf falscher Grundlage geschlossen (arglistige Täuschung)

Die Käufer von vermeintlich „sauberen“ Dieselfahrzeugen sind davon ausgegangen, mit ihren Fahrzeugen die aktuellen Abgasvorschriften einzuhalten. Auf Basis dieser Grundlage haben sie einen Kaufvertrag geschlossen. Am Ende kann jedoch heraus, dass die Typengenehmigungen durch Manipulationen an der Abgasreinigung zustande kamen. Im Prüfmodus kamen so andere Ergebnisse heraus als in der späteren Nutzung auf der Straße. Der BGH hat in einem Urteil vom 25. Mai 2020 (AZ.: VI ZR 252/19) bereits festgestellt, dass ein solches Verhalten seitens der Autohersteller wie eine arglistige Täuschung anzusehen ist. In einem solchen Fall haben die Käufer das Recht, einen Kaufvertrag rückabwickeln zu lassen.

2. Drohende Fahrverbote als handfester Schaden

Durch die Aufdeckung des Skandals gerieten viele Autokäufer plötzlich in eine sehr unangenehme Lage: Die Fahrzeuge konnten die Abgasvorschriften nicht einhalten. Im schlimmsten Fall droht hier ein Fahrverbot. Somit sind die Autohersteller mindestens dazu verpflichtet, dieses Problem mittels Software-Update zu lösen – und zwar auf eigene Kosten.

3. Eventuelle Senkung der Gesamtlaufleistung durch Software-Updates

Bei den Software-Updates besteht zumindest die Möglichkeit, dass diese der maximalen Fahrleistung der Fahrzeuge abträglich sind. Auch dies stellt einen möglichen Schaden dar, die die Hersteller zu entsprechendem Schadenersatz verpflichtet. Hier schränkt der BGH allerdings ein, dass eine reine subjektive Einschätzung nicht ausreiche – es muss also tatsächlich ein Schaden bestehen.

Der Abgasskandal: Eine endlose Geschichte?

Der Abgasskandal geht also in eine Runde. Begonnen hat das Ganze im Jahr 2015 in den USA. So räumte der Volkswagen-Konzern im September 2015 gegenüber der Umweltbehörde der USA (EPA) ein, Abgastests manipuliert zu haben. Das Problem weitet sich in den Folgejahren zu einem handfesten Skandal aus, der weltweit 11 Millionen Fahrzeuge betrifft, allein den VW-Konzern zu Rückstellungen von Milliardenbeträgen in mittlerer zweistelliger Höhe zwingt und auch strafrechtliche Verfahren gegen einige Verantwortliche mit sich bringt. Zusätzlich sind offenbar auch viele andere Autohersteller von Problemen bei der Abgasreinigung betroffen.

Wie das neueste Verfahren zeigt, ist die Problematik jedoch noch nicht endgültig aufgearbeitet. Es bleibt abzuwarten, wie lange diese Thematik die Öffentlichkeit sowie die Justiz noch beschäftigen wird.

Abgasskandal: Einer der größten Skandale der Automobilgeschichte

Die Problematik rund um manipulierte Abgaswerte ist bei weitem nicht der einzige Skandal, der die Automobilbranche erschüttert hat. Doch neben den Problemen um die Autokartelle dürfte diese Problematik einer der größten Skandale der Automobilgeschichte sein. Käufer wurden aus Gewinnstreben arglistig getäuscht und haben dadurch mitunter auch wirtschaftliche Nachteile (Vermögensschäden) erlitten.

Aus diesem Grund ist es wichtig, die eigenen Rechte zu kennen und im Zweifel Schadenersatz einzufordern. Die Möglichkeiten in diesem Zusammenhang sind umfangreich und bieten oft verschiedene Optionen. Wer diesbezüglich aktiv werden möchte, sollte sich vorher von einem Anwalt beraten lassen und so die jeweils beste Option ausloten. So erhöhen Betroffene ihre Chance auf einen Erfolg und am Ende auch die mögliche Leistung von Schadenersatz.

Schwerhörigkeit: Keine weiteren Leistungskürzungen in der GKV durch neue Gesetze

Viele hatten es befürchtet: Werden die Sätze und Leistungen in den gesetzlichen Krankenversicherungen überarbeitet, fallen oft bislang bezuschusste oder übernommene Leistungen weg. Nun darf aufgeatmet werden, denn die Schwerhörigkeit fällt nicht darunter. Der Bund erhöht seinen Zuschuss an den Gesundheitsfond, allerdings müssen gesetzlich Versicherte künftig einen erhöhten Zusatzbeitrag bezahlen. Künftig wird sich dieser auf durchschnittlich 1,3 Prozent erhöhen. Doch was bedeutet diese Änderung allgemein für Menschen mit einer Hörschädigung?

Wie sehen die Kostensteigerungen in der Krankenversicherung aus?

Die Krankenkassen müssen mittlerweile deutlich höhere Kosten stemmen. Im ersten Halbjahr 2022 belief sich der Fehlbetrag der gesetzlichen Krankenversicherung auf mehr als 287 Millionen Euro. Dies wurde medial häufig genannt, doch nicht immer sind die Gründe klar aufgezeigt worden.

Es ist davon auszugehen, dass es nicht nur einen Faktor gibt, welcher die Finanzlage der Krankenkassen zuspitzt. Es handelt sich vielmehr um ein Zusammenspiel aus verschiedenen Einflüssen.

Dazu gehören:

1. Kostenstruktur: Die Demografie als Kostentreiber
Durch das sich beständig erhöhende Lebensalter steigen die Kosten für Behandlungen an. Es wird davon ausgegangen, dass ein Patient erst in den letzten fünf bis fünfzehn Jahren seines Lebens die höchsten Kosten verursacht. Die Gegenfinanzierung der Kostenlast ist jedoch nicht wie in alten Berechnungen möglich, denn die Einnahmen aus den Versichertenbeiträgen steigen weniger schnell an.

Dies ist vor allem der Demografie geschuldet: Immer weniger neue (und gesunde) Beitragszahler rücken nach, während immer mehr Menschen das Rentenalter erreichen. In dieser Lebensspanne sinken die Zahlungen zur Krankenversicherung jedoch aufgrund einer geringeren Bemessungsbasis.

2. Pandemie: Corona hat viel Geld gekostet

Auch sie ist ein Treiber der Kosten. Impfungen, Behandlungen und Intensivmedizin sowie teilweise die Langzeitbehandlung von Long-Covid-Betroffenen fördern die Kosten.

3. Umstrukturierung: Mehrleistungen und höhere Gehälter führen zu höheren Kosten

Innerhalb der Krankenkassen, aber auch innerhalb des Gesundheitswesens ändert sich einiges. Pflegekräfte erhalten mehr Lohn, die Versorgung von Patienten im psychologischen Sektor muss für alle Altersstufen massiv ausgebaut werden. All dies bedeutet wiederum höhere Kosten.

Neuregelungen wurden erst zuletzt in der Versorgung von Notfallpatienten und der Nutzung von Rettungsdiensten und Notfallambulanzen angedacht. Rettungsdienste und Ambulanzen werden vermehrt als mobile Arztpraxen behandelt, wodurch allgemein eine Knappheit in der Versorgung entsteht, die Kosten für ›unnötige‹ Einsätze jedoch zugleich steigen. Als unnötige Einsätze zählen mitunter leichte Erkältungen bei gesunden Personen, die mitten in der Nacht den Rettungsdienst beschäftigen.

Hörgerät: Kosten und Beteiligungen der Krankenkasse

Die pauschalen Kosten eines Hörgeräts lassen sich nicht aus der Ferne beziffern. Die Geräte sind in verschiedenen Preisklassen erhältlich. Zugleich hängt die Kostenstruktur von der Schwere der Hörschädigung und den Wünschen des Betroffenen ab.

Doch was übernehmen die Krankenkassen und was sollte dabei beachtet werden?

Hier die wichtigsten Fakten:

  • Festbetrag – Krankenkassen bezuschussen Hörgeräte mit einem Festbetrag.
  • Vollständige Übernahme – einige Hörgeräte werden durch den Festbetrag der Krankenkassen vollständig abgedeckt, sofern die Voraussetzungen vorliegen. Der Patient muss nur eine einmalige Zuzahlung von zehn Euro leisten. Diese Geräte bieten solide Grundfunktionen und ein gutes Hören im alltäglichen Gebrauch.
  • Teilweise Übernahme – einige Geräte werden zwar auch mittels des Festpreises von der GKV bezuschusst, doch muss der Patient eine Eigenleistung in variabler Höhe zahlen. Der Funktionsumfang, Komfort und die Leistung dieser Geräte sind weit umfangreicher. Premium-Hörgeräte erlauben es beispielsweise Musikern, trotz Publikum und Band im Hintergrund bei einem Live-Konzert zu hören.

Um eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse anzustreben, müssen Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Notwendigkeit – das Hörgerät muss aus medizinischer Sicht notwendig sein.
  • Sprachhörtest – bei einem HNO muss der Patient einen Sprachhörtest absolvieren, bei welchem er weniger als 80 Prozent verstehen muss.
  • Hörverlust – der Hörverlust muss sich in den wichtigen Hauptfrequenzen bewegen. Ist die Höreinschränkung nur einseitig, so muss der Hörverlust mindestens 30 dB betragen.
  • Rezept – der HNO muss ein medizinisches Rezept ausstellen.

Bessere Geräte: Was passiert mit den Mehrkosten?

Der Pauschalbetrag für Hörgeräte wurden von den Krankenkassen festgelegt. Der Betrag beläuft sich auf 784,94 für ein einzelnes Hörgerät, er verdoppelt sich also, wenn beidseitig eine Hörunterstützung benötigt wird. Alle sechs Jahre steht dem Patienten ein neues Hörgerät zu, auch hier wird wieder der Eigenbetrag von 10,00 Euro je Hörgerät eingezogen.

Manchmal möchten Patienten jedoch mehr als die Grundversorgung. Gerade bei jüngeren Menschen ist ein hochwertigeres Hörgerät oft notwendig, wenn die klassischen Geräte können in Meetings oder bei Konferenzen ihre Schwächen zeigen. Doch was gilt hier?

  • Kostenübernahme – mitunter ist es möglich, ein solches Gerät von der Krankenkasse vollständig bezahlen zu lassen. Es ist ein Nachweis über die medizinische Notwendigkeit erforderlich. In diesem Fall kann ein Antrag auf Übernahme der Mehrkosten gestellt werden.
  • Ohne Übernahme – entscheiden sich Betroffene ohne medizinische Notwendigkeit für ein hochwertigeres Gerät, so tragen sie alleinig die Mehrkosten. Bis zu dem Pauschalbetrag übernimmt die GKV die Kosten. Alles, was darüber hinausgeht, muss der Patient selbst tragen.

In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Übernahme von Hörgeräten nur teilweise von der Kostenübernahme von Zahnersatz oder Zahnbehandlungen. Auch dort werden, ausgehend vom Behandlungsplan, pauschale Beträge erstattet, die der Grundversorgung des Patienten dienen. Optisch schönere oder komfortablere Lösungen muss der Patient selbst bezahlen.

Der eigene Anteil variiert stark und wird durch das gewählte Gerät entschieden. Wer nur eine verbesserte Leistung wünscht, die für mehr Verständnis und Freude im Alltag sorgt, zahlt ungefähr 400,00 Euro je Hörgerät aus der eigenen Tasche. Höherwertige Geräte erfordern Eigenleistungen von 800,00 Euro und mehr.

Hinweis: Alle Hörgeräte, ob mit oder ohne Eigenanteil, sind natürlich heute auch über die Krankenkassen in der unauffälligen „Im-Ohr-Variante“ erhältlich.

Fazit – die Grundversorgung wird getragen

Die gesetzlichen Krankenversicherungen zahlen auch künftig den Pauschalbetrag für Hörgeräte. Der Eigenanteil von 10,00 Euro je Hörgerät bleibt dabei erhalten. Wer höherpreisige Modelle wünscht, muss den über den Pauschalbetrag hinausgehenden Anteil selbst übernehmen, so wie es bereits jetzt der Fall ist. Eine Ausnahme gilt für Personen, denen die medizinische Notwendigkeit eines höherpreisigen und mit besseren Funktionen ausgestatteten Hörgeräts nachgewiesen werden kann. Gerade bei jüngeren Menschen ist das bereits aus beruflicher Sicht häufig der Fall.

Warum Corporate Identity bei der Firmengründung so wichtig ist

„Die Farbkombination erinnert mich an…“ – so oder so ähnlich denken jeden Tag viele Menschen. Die Tatsache, dass wir heute so viel mit Farben assoziieren, liegt mitunter an der Werbung. Große Marken haben es geschafft, mit ihren Produkten eine gewisse Farbe oder Farbkombination zu verbinden. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs, denn gute Marken schaffen es darüber hinaus, auch bestimmte Werte damit zu vermitteln. Wie viel Macht dahintersteckt und warum Corporate Identity sowie Corporate Design bei der Firmengründung so wichtig sind, wird in diesem Artikel etwas genauer erklärt.

Corporate Identity und Corporate Design: Was ist das eigentlich?

Eine Corporate Identity fasst die Merkmale eines Unternehmens zusammen, die es definieren. Es geht dabei nicht um einzelne Vermögensgegenstände, sondern um das, was ein Unternehmen und dessen Marke in der Wahrnehmung anderer ausmachen. Durch die Corporate Identity unterscheidet sich ein Unternehmen von anderen und kann sich somit auch als individuell darstellen.

Die Corporate Identity (CI) besteht aus den folgenden Komponenten:

1. Corporate Design

Das Corporate Design erzeugt eine bestimmte Markenoptik, die durch das jeweilige Unternehmen dargestellt wird. Dazu gehört zum einen ein unverwechselbares Logo und zum anderen eine Farbe oder Farbkombination. Dies sorgt in der Außendarstellung dafür, dass Adressaten wie potenzielle Kunden mit der Zeit eine gedankliche Verknüpfung zwischen der Optik und dem jeweiligen Unternehmen vollziehen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass das Farbschema auch in der Unternehmenskommunikation überall zum Tragen kommt:

  • Firmensitz (Inneneinrichtung)
  • Logo
  • Werbung
  • Website

Zusätzlich gehören auch Teamoutfits in Branchen mit Publikumsverkehr dazu, um den einheitlichen Markenauftritt zu unterstreichen. „Unternehmen bestellen Teamoutfits jedoch auch, um unter den Mitarbeitern einen Zusammenhalt zu erzeugen. Das Wir-Gefühl stärkt den Gedanken, zu einem größeren Ganzen zu gehören und schweißt das Team zusammen“, erklärt Paul Optiz, Geschäftsführer der Teamoutfits aus Dresden.

2. Corporate Culture

Die Corporate Culture (Unternehmenskultur) stellt ein Gerüst aus Normen, Werten und Überzeugungen dar, die wiederum die Handlungsweisen des Unternehmens leiten. Sie dienen unter anderem der Kommunikation nach außen, sollten aber auch im Unternehmen gelebt werden. Je besser dies funktioniert, desto authentischer wirken Firmen in der Wahrnehmung ihrer Zielgruppe.

3. Corporate Communication

Die Kommunikation eines Unternehmens ist ein weiterer Grundpfeiler der Corporate Identity. Dabei geht es zum einen um sehr grundsätzliche Richtlinien über das Verfassen von Unternehmensmitteilungen, Newslettern oder Pressemitteilungen. Zum anderen betrifft dies aber auch die direkte Kommunikation mit den Kunden.

Wichtige Fragen sind:

  • Wie sieht die Ansprache der Kunden aus? ( Seriös-distanziert oder lässig-offen)
  • Wie wird der Kommunikationsstil im Unternehmen untereinander gelebt?
  • Was wird kommuniziert und was nicht? (Sehr offenes Konzept oder eher mit einer gewissen Distanz)

Mit der Kommunikation gehen auch die Verhaltensweisen aller Mitarbeiter gegenüber Kunden und anderen Adressaten einher.

Wenn alle Aspekte ineinandergreifen, entsteht ein konsistentes Gesamtbild. Die Marke wird von potenziellen Kunden angenommen und kann sich auf dem Markt etablieren.

Welche Vorteile bringt eine Corporate Identity mit?

Eine funktionierende Corporate Identity hat für Unternehmen zahlreiche Vorteile. Dazu gehören:

1. Größeres Potenzial bei der Markenbekanntheit

Durch ein gutes Corporate Design und eine entsprechende Unternehmenskultur lassen sich bestimmte wahrgenommene Werte etablieren. Dies legt den Grundstein für eine größere Markenbekanntheit. Im Idealfall erinnern sich potenzielle Kunden beim Anblick bestimmter Farbkombinationen sofort an die Marke. So bleiben Unternehmen stets im Gedächtnis der Zielgruppe.

2. Transport von wahrgenommen Werten (Image-Aufbau)

Corporate Identity kann gerade bei der Kommunikation Gold wert sein. Dies klappt besonders dann gut, wenn die kommunizierten Werte mit den tatsächlich gelebten übereinstimmen. Erfolgreiche Beispiele aus der Praxis belegen dies: So schafft es die Möbelkette erfolgreich, als das Möbelhaus für Familien wahrgenommen zu werden. Diese kommunizierte Kultur wird in den Möbelhäusern jedoch auch gelebt. Dort sind Kinder herzlich willkommen und können ihren Spaß haben. Die Atmosphäre in den Filialen sowie die Freundlichkeit der Mitarbeiter unterstützen diesen Aspekt zusätzlich.

In diesem Fall hat es IKEA also geschafft, als familienfreundlich und zudem günstig wahrgenommen zu werden. Sind solche Werte erst einmal etabliert, profitieren Unternehmen sehr lange von einem solchen Ruf.

3. Bessere Mitarbeiterbindung

Durch eine positive Unternehmenskultur lassen sich zudem Mitarbeiter deutlich besser ansprechen. Wer das Gefühl hat, in der eigenen Firma wertgeschätzt zu werden, arbeitet motivierter. Darüber hinaus kann eine wertgeleitete Unternehmenskultur auch einen gewissen Sinn vermitteln. Sehen Mitarbeiter in ihrer Tätigkeit einen Sinn, wirkt sich dies wiederum positiv auf Zufriedenheit und Motivation aus.

4. Konsistenter Gesamteindruck

Folgt die Unternehmenskommunikation der Corporate Identity, entsteht ein konsistenter Gesamteindruck. Dies macht ein Unternehmen und auch eine Marke entsprechend authentisch. In der Zeit digitaler Medien findet immer mehr Kommunikation direkt mit der Zielgruppe statt. Wirken Markenbotschaften hier gekünstelt oder stimmt das Gesamtbild nicht, kann sich das negativ auf die Gesamtwahrnehmung auswirken.

5. Verbesserte Kundenbindung

Da Kunden neben der Qualität und dem Preis auch auf die Werte von Unternehmen achten, ergeben sich durch eine erfolgreiche Corporate Identity auch Vorteile bei der Kundenbindung. Stimmen die Werte der Kunden mit den transportierten Werten überein, bleiben Kunden einer Firma im Normalfall treu.

Warum die Grundzüge der CI bereits bei der Gründung stehen sollten

Auf den ersten Blick wirkt der Bereich der Corporate Identity wie eine Aufgabe für große Unternehmen. Dieser Eindruck trügt jedoch, denn große Unternehmen verdanken ihren Erfolg oft entsprechenden Strategien. Eine konsistente Corporate Identity entwickelt sich zudem langsam. Wer schon als Gründer an die ersten Schritte in diese Richtung denkt, kann früher die Früchte dieser Arbeit ernten und einen einheitlichen sowie konsistenten Markenauftritt bieten. Im Idealfall arbeiten Gründer also schon im Businessplan die Grundzüge aus.

Corporate Identity: Heute ein Muss!

Unternehmen stehen heute viel mehr im Fokus der Öffentlichkeit. Durch Online-Marketing und Aktivitäten im Bereich Social Media entsteht schnell Kontakt zur Zielgruppe. Was einerseits als Chance gilt, birgt jedoch auch Risiken. Stimmen kommunizierte Werte nicht mit dem Außeneindruck und der gelebten Realität überein, hinterlässt dies schnell negative Vibes. Die entsprechende Marke verliert an Authentizität und verspielt damit viel Potenzial. Wer jedoch möglichst früh mit der Entwicklung einer CI beginnt, kann dieses Potenzial zum Vorteil der Firma nutzen.

Medizinbranche im Umbruch-Telemedizin – Entwicklung und Möglichkeiten

Die Digitalisierung birgt auch für das Gesundheitswesen ein großes Potenzial. Die sogenannte Telemedizin ist seit der Corona-Krise im Aufschwung. Sie bringt Patienten und Ärzte mithilfe moderner Technik zusammen und spart dadurch Zeit auf beiden Seiten.

Diese Vorteile bietet die Telemedizin

Immer mehr Unternehmen beschäftigen sich mit dem Thema Telemedizin und tragen dazu bei, Anfahrtswege zu verringern und zugleich die Schwelle des Arztbesuches niedriger ausfallen zu lassen. Auch Menschen, die gerade keinen festen Hausarzt haben und sich schwertun, einen passenden in ihrer Gegend zu finden, können von dem Angebot profitieren und Zugang zu einer wichtigen medizinischen Beratung erlangen. Die Unternehmen bieten dafür die notwendigen Videoplattformen. Denn diese müssen besondere Datenschutzanforderungen erfüllen.

Online-Sprechstunden kommen nicht nur dem Patienten zugute. Sie sind zugleich ein Weg, das überlastete Gesundheitssystem zu unterstützen. Denn die Telemedizin erlaubt es, dass auch alte oder in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen ein erstes Gespräch mit dem Facharzt wahrnehmen können, auch wenn es in ihrer eigenen Stadt oder in ihrem Dorf keinen gibt. Das spart lange Wege und gleicht die Probleme in der Infrastruktur zumindest ein wenig aus. Gerade auf dem Land gibt es einen großen Mangel an Ärzten. Da anzunehmen ist, dass die Zahl der niedergelassenen Mediziner weiter sinken wird, sind neue Wege der Kommunikation zwischen Arzt und Patient von großer Bedeutung.

Mehr Flexibilität und kaum Wartezeiten

Steht die technische Infrastruktur einmal, kann die Sprechstunde zu nahezu jedem Zeitpunkt stattfinden. Das bietet eine enorme Flexibilität für Patient und Arzt. Zugleich entfallen in der Regel die oft sehr langen Wartezeiten. Wird ein Termin vereinbart und dieser verschiebt sich, weil der Arzt noch anderweitig beschäftigt ist, kann sich der Patient in der Zwischenzeit um andere Dinge kümmern. Denn er befindet sich in seinen eigenen vier Wänden.

Welche Arten der Telemedizin gibt es?

Beim Thema Telemedizin denken die meisten Menschen wahrscheinlich an die Online-Sprechstunde zwischen Arzt und Patient. Erfahrene Ärzte, Mediziner und medizinische Beiräte bieten in digitalen Sprechstunden ärztliche Beratung. Unter den Begriff der Telemedizin fallen aber noch weitere Angebote wie zum Beispiel sogenannte Zweitmeinungsportale. Hier geht es einzig und allein darum, eine zweite Meinung von einem Mediziner einzuholen. Wenn beispielsweise ein Problem mit dem Gebiss vorliegt, können Patienten dort mit einem anderen Zahnarzt, Kieferorthopäden oder Kieferchirurg sprechen, bevor sie eine langwierige Behandlung auf sich nehmen.

Darüber hinaus nutzen auch Ärzte untereinander die moderne Technik, um sich auszutauschen. Solche Videokonferenzen gehören also ebenfalls zur Telemedizin.

Unter dem sogenannten Telemonitoring versteht man die digitale Überwachung von chronisch kranken Patienten. Dabei geht es nicht primär um die Übertragung eines Videobildes, sondern eher um digitale Messgeräte, die beispielsweise Veränderungen in der Herzfrequenz melden.

Die Entwicklung der Telemedizin

Tatsächlich sind Angebote wie die Videosprechstunde erst seit Juni 2018 erlaubt. Das galt zumindest für Patienten, die sich dem Arzt noch nie persönlich vorgestellt hatten. Doch gerade bei Fachärzten ist das häufig der Fall und Termine sind je nach Fachbereich schwer zu bekommen. Dabei soll die Telemedizin nach wie vor nicht die persönliche Behandlung ersetzen, sondern sie sinnvoll ergänzen. So eignet sie sich die Online-Sprechstunde beispielsweise für eine erste Beratung oder um ein Rezept zu verschreiben.

Ein weiterer wichtiger Schritt in der Entwicklung der Telemedizin ist mit Sicherheit die elektronische Patientenakte. Diese muss von den Krankenkassen seit Januar 2021 angeboten werden. Darin können medizinische Befunde abgespeichert und somit leichter ausgetauscht werden. Infolgedessen soll das zeitraubende Hin- und Herschicken von Akten bald der Vergangenheit angehören.

Corona-Pandemie hat Telemedizin vorangetrieben

Im Zuge der Corona-Pandemie boten auch immer mehr Hausärzte und Fachärzte eine Videosprechstunde an. Dadurch ließ sich das Infektionsrisiko enorm senken, was gerade bei Patienten aus der Risikogruppe wichtig war. Doch auch andere Patienten waren froh über die Alternative und nahmen das Angebot rege an. Tatsächlich sprachen Millionen von Deutschen auf digitalem Weg mit einem Arzt. Auch wenn sich die Situation mittlerweile ein bisschen entspannt hat, scheint sich die Online-Sprechstunde etabliert zu haben und in vielen Arztpraxen zum festen Bestandteil geworden zu sein.

Wie Fake-Testseiten die Stiftung Warentest kopieren

Die Stiftung Warentest existiert schon seit 1964. Sie wird aus Steuermitteln gefördert und besitzt den staatlichen Auftrag vom Bundesministerium für Wirtschaft, Waren und Dienstleistungen verschiedener Anbieter unabhängig und neutral zu vergleichen. Gute Bewertungen eines Produktes treiben den Umsatz in die Höhe, schlechte dagegen können zu Absatzeinbrüchen führen.

Mit dem Aufkommen des Online-Shoppings sind Produktbewertungen in den Fokus gerückt. Kundenrezensionen und Tests beeinflussen das Kaufverhalten entscheidend. Daher kommt es dazu, dass sich immer mehr Anbieter von Warentests auf dem Markt etablieren möchten. Viele davon arbeiten nicht unabhängig, nehmen propagandistische Züge an und gleichen einer Produktwerbung. Die Tests ähneln denen der Stiftung, ohne dass ein aufwendiges Testprogramm durchgeführt wird. Wie lassen sich solche gefakten Tests erkennen?

Wie arbeitet die Stiftung Warentest?

Laut den Experten von testbericht.de informiert die Stiftung Verbraucher über Produkte und fördert deren wirtschaftliche Haushaltsführung sowie ein gesundheits- und umweltbewusstes Verhalten. 80 % der Verbraucher geben an, der staatlichen Stiftung zu vertrauen. Um die Testberichte anzufertigen, wurde ein aufwendiges Prozedere entwickelt, das sich aus fünf Schritten zusammensetzt:

Testidee

Um eine Testidee zu entwickeln, werden den Lesern der Publikationen der Stiftung regelmäßig Fragebögen zugeschickt, um die für die Verbraucher interessanten Untersuchungen zu ermitteln. Zudem beobachten unabhängige Marktforscher aktuelle Innovationen und Produkteinführungen. Projektleiter haben aktuelle Trends und Gesetzesänderungen auf dem Schirm. Ein unabhängiges Kuratorium beschließt, welche Produkte in die Testphase gelangen. Hersteller und Anbieter sind von der Themenfindung ausgeschlossen.

Testplanung

Nun werden die vom Kuratorium zugelassenen Tests von unabhängigen Wissenschaftlern, Marktanalytikern und Redakteuren geplant. Es wird ein sogenanntes Testdesign angelegt, das transparent auf der jeweiligen Testseite erklärt wird.

Einkauf der Produkte

Für den Einkauf der Produkte werden in der ganzen Republik anonyme Einkäufer losgeschickt, die die Produkte wie gewöhnliche Verbraucher erwerben. Auf kostenlose Prüfmuster wird dabei verzichtet. Die Produkte werden bar oder mit Kreditkarten bezahlt, die sich nicht zur Stiftung zurückverfolgen lassen.

Unabhängige Prüfinstitute

Die Produkte werden nun in unabhängigen und geheimen Prüfinstituten getestet. So können die Institute arbeiten, ohne dass die Anbieter oder Hersteller Einfluss nehmen. Die Ergebnisse unterliegen dann der Bewertung von Wissenschaftlern der Stiftung, die die Produkte von „sehr gut? bis „mangelhaft? einordnen.

Veröffentlichung

Die Ergebnisse werden von etwa 50 Redakteuren mit Texten versehen und in den Heften test und finanztest veröffentlicht. Außerdem werden die Resultate auf test.de publiziert.

So werden Fake-Tests verfasst

Das Internet strotzt nur so von gefakten Tests. Das ergab eine Untersuchung von testbericht.de. Dabei wurden 100 Suchanfragen auf Google verfasst, von denen auf 94 der angezeigten ersten Suchergebnisseiten mindestens ein Fake-Test gelistet wurde. Knapp 35 % aller Suchergebnisse auf der ersten Google-Seite führten zu Fake-Testseiten.
Als Fakes wurden Seiten eingeordnet, die die Produkte nicht selbst einer Prüfung unterzogen hatten und darauf nur im Kleingedruckten verweisen. Viele Anbieter veröffentlichen Tests auf dem ausschließlichen Fundament einer Internet-Recherche oder den technischen Angaben der Produkte. Andere wiederum machen falsche Angaben über die Redakteure oder erfinden einfach welche. Am einfachsten machen es sich die Anbieter, deren Testergebnis sich ausschließlich auf die Auswertung von Kundenrezensionen stützt.

So sind Fake-Tests zu erkennen

Ärgerlich wird es, wenn Produkte angepriesen werden, die sich im Alltagsgebrauch als untauglich erweisen. Wenn dann noch die Gefahr für Unfälle besteht, nimmt ein solches Vorgehen bei Produkten wie Fritteusen, Motorrädern oder Kinderstühlen fahrlässige bis kriminelle Züge an. Folgende Indizien weisen auf einen Fake-Test hin:

  • Alle getesteten Produkte erhalten sehr gute bis gute Bewertungen.
  • Ein deutlich markierter Link führt zu einem Online-Shop. Kauft der Kunde bei diesem ein Produkt, erhält der Anbieter der Testseite eine Provision.
  • Die verwendeten Fotos des Tests sind von der Webseite des Anbieters kopiert.
  • Der Begriff „Testsieger? ist rechtlich geschützt. Daher verwenden Anbieter dubioser Seiten umschreibende Bezeichnungen wie „Vergleichssieger“ oder ähnliche Redewendungen.
  • Wenn die Testbeschreibung fehlt, kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die Betreiber der verantwortlichen Testseite das Produkt nie in der Hand gehalten haben.
  • Fehlt das Impressum, sollte der Seite mit Argwohn begegnet werden. Auch bei solchen Seiten, auf denen das Impressum auf entfernte Regionen wie die Karibik oder Südostasien verweist, ist Misstrauen angebracht.

Fake-Bewertungen – mit diesen Tricks werden Rezensionen beeinflusst

In engem Zusammenhang mit Fake-Testseiten stehen gefälschte oder manipulierte Kundenrezensionen. Auch diese versuchen, auf nebulöse Art und Weise, die Kunden zu beeinflussen und zu einem Kauf zu bewegen.
Stiftung Warentest trat als Kunde oder Vertreter eines Online-Shops mit verdächtigen Webseiten in Verbindung. Es stellte sich heraus, dass auf den folgenden Wegen gefakte Bewertungen entstehen:

5 Sterne gekauft

Besonders offensiv gehen dabei Webseiten und -portale vor, deren Geschäftsidee darin besteht, Web-Kritiken zu verkaufen. Sie bieten Rezensionen mit 4 oder 5 Sternen an, deren Inhalt sich von einer echten Rezension kaum unterscheiden lässt.
In der Regel muss der Kunde etwa 10 Euro pro Bewertung berappen. Die Portale geben den Käufern den Ratschlag mit auf den Weg, höchstens drei Bewertungen pro Woche einzupflegen, damit der für fingierte Rezensionen verantwortliche Google-Algorithmus nicht aufmerksam wird.

Sterne erzwingen

Ein anderer Test der Stiftung bestand darin, Produkte von verschiedenen Anbietern ausschließlich mit 3 Sternen zu bewerten. Etwa ein Viertel der Online-Shops war mit einer solchen Rezension nicht einverstanden und meldeten sich umgehend. Dabei wurde zum einen angedroht, alle Bewertungen, die schlechter als 4 Sterne ausfallen, einfach zu entfernen.
Andere verfielen in einen bittenden Tonfall, da die Rezension das „Produkt ? extrem schädigen“ würde, weshalb nur eine 5-Sterne-Bewertung berücksichtigt werden würde. Wiederum andere Anbieter boten an, das gekaufte Produkt kostenlos abzugeben, wenn sich die Bewertung auf 4 oder 5 Sterne erhöhen würde. Alle Reaktionen hatten das Ziel, den Kunden so zu beeinflussen, dass er die Bewertung verbessert.

Gute Rezensionen erfinden

Viele Bewertungsagenturen arbeiten ausschließlich mit Fotos. So wird den Kunden einige oder mehrere Abbildungen beispielsweise eines Schuhes hochgeladen. Der Kunde sollte anhand dieser Bilder positive Aussagen über Polsterung, den Tragekomfort oder die Verarbeitungsqualität des Produktes treffen.

Druck aufbauen

Andere Agenturen lassen bei einer Rezension, die weniger als 4 Sterne enthält, automatisch eine Nachricht in roter Schrift auf dem Bildschirm blinken. Diese fragt nach, ob diese Bewertung tatsächlich der Wahrheit entspreche. Rezensenten, die einen Gegenwert für ihre Bewertung erhalten, schönen die Kritik in der Regel, um die „Bezahlung“ nicht zu riskieren.

Hochjubeln

Hauptsächlich bei Amazon kann eine Rezension damit verbunden sein, dass der Rezensent gebeten wird, eine vorhandene Bewertung für andere Produkte als „nützlich“ zu markieren. Diese Bewertungen lässt der Großanbieter in seine Sterneberechnung mit einfließen.

Für diesen Dienst werden zusätzliche Bonuspunkte angeboten, sodass sich der Rezensierende in den meisten Fällen den Wünschen beugt und andere Produkte, ohne sie zu kennen, geschweige denn angefasst zu haben, zu einer besseren Bewertung verhilft.

Wie funktioniert das E-Rezept?

Im Gesundheitswesen kommt die Digitalisierung langsam an. Den ersten Schritt machte die Online-Terminvereinbarung, die oft über Doctolib funktioniert. Vermehrt bieten Ärzte heute auch Videosprechstunden an. Zum 01. September startete nun das E-Rezept, wenngleich mit Einschränkungen. Es läuft weiterhin ein Pilotprojekt, dem sich nur einige Krankenkassenbezirke angeschlossen haben. Aber was steckt hinter dem E-Rezept und wie funktioniert das? Müssen Patienten diesbezüglich etwas beachten? Dieser Artikel zeigt die wichtigsten Regelungen genauer auf.

Was ist das E-Rezept?

Grundsätzlich soll das E-Rezept das Papierrezept auf Sicht ersetzen. »E« steht dabei für »elektronisch«. Gesetzlich Versicherte sollen die Möglichkeit erhalten, Rezepte für verschreibungspflichtige Medikamente auf dem elektronischen Weg abzurufen. Es gilt:

  • Erstellung – das Rezept wird nicht länger ausgedruckt, sondern rein in elektronischer Form erstellt.
  • Signatur – auch sie wird elektronisch durchgeführt.
  • Rezeptcode – der Patient erhält einen speziellen Code, den er der Apotheke direkt via Smartphone oder notfalls ausgedruckt vorlegen kann.

Der Zugang ist datenschutzkonform und sicher. Ganz so einfach ist der Erhalt des Rezeptes in elektronischer Form ohnehin nicht, denn Patienten benötigen eine E-Rezept-App, die auf dem Smartphone installiert werden muss. Dafür kann das neue Rezept auch bequem in Online-Apotheken eingelöst werden, denn auch diese arbeiten mit dem Code.

Ab kommendem Jahr soll der Umweg über die spezielle App entfallen. Die elektronische Gesundheitskarte, wohl eher bekannt als Krankenkassenkarte, dient dann als Brücke zwischen Arzt und Apotheke. Ärzte hinterlegen das Rezept also künftig direkt auf der Gesundheitskarte, die der Apotheke nur noch vorgelegt werden muss.

Wie funktioniert das E-Rezept?

Grundsätzlich ist die Funktionsweise des E-Rezeptes recht simpel. Der Arzt stellt das Rezept nicht mehr in Papierform aus, sondern er nutzt ein spezielles Programm, um es virtuell anzufertigen. Statt des rosafarbenen Zettels erhält der Patient nun einen Code, der in einen QR-Code eingebettet ist. Diesen liest die Apotheke aus, weiß, welche Medikamente verschrieben wurden und händigt sie dem Patienten aus.

Das ist jedoch nur eine grobe Erklärung. Gesundheitliche Belange unterliegen einem strengen Datenschutz, da sichergestellt werden muss, dass Medikamentenverschreibungen nicht in die falschen Hände geraten. Würde dies geschehen, ließe sich anhand der Medikamente leicht feststellen, unter welchen Krankheiten ein Bürger leidet. Aber wie funktioniert das Rezept nun tatsächlich?

Hier ein Überblick über die wichtigsten Schritte und die dazugehörigen Regelungen:

  • Bestellung – Patienten bestellen ihre Medikamente wie gewöhnlich bei ihrem Arzt. Das kann über eine Videosprechstunde, während der gewöhnlichen Sprechstunde oder bei Dauermedikationen via Telefon, E-Mail oder den von der Praxis angebotenen Möglichkeiten geschehen.
  • Erstellung – der Arzt fertigt das Rezept nun an. Statt des üblichen Papierrezepts, auf dem gut leserlich Adressdaten, Praxis und natürlich die Medikamente stehen, erhält der Patient nur noch einen bloßen Code in QR-Form. In diesem Code sind all die Details hinterlegt, die üblicherweise auch auf dem Papierrezept stehen: Medikament oder Wirkstoff, Stärke, Packungsgröße, Zusatzinformationen.
  • Abholung – das Rezept kann in der Praxis abgeholt werden, der Code lässt sich auch ausdrucken. Die Idee hinter dem E-Rezept ist jedoch, mit der E-Rezept-App zu arbeiten, sich dort zu registrieren und das Rezept direkt in die App einzulesen. Ab dem kommenden Jahr soll dieser Schritt auf Patientenwunsch entfallen. Wer es möchte, kann sich Rezepte als E-Rezept direkt auf seiner Krankenkassenkarte speichern lassen.
  • Einlösen – in der örtlichen Apotheke wird nur noch das Rezept in der App oder der Ausdruck vorgezeigt. Alle weiteren Schritte sind identisch mit der Medikamentenabholung mit Papierrezepten. Liefermöglichkeiten oder Online-Apotheken werden ähnlich behandelt. Sie erhalten einen Scan des E-Rezeptes (auch Screenshot aus der App) und dürfen nun die verschreibungspflichtigen Medikamente ausliefern.

Aktuell befindet sich das E-Rezept noch in der ersten Auslieferungsphase. Nur einige Krankenkassenbezirke, beispielsweise Westfalen-Lippe, nehmen an dieser Phase teil. Nach und nach werden die Bezirke vergrößert, bis ganz Deutschland abgedeckt ist.

Allerdings heißt es für Bewohner des Westfalen-Lippe-Kreises nicht, dass sie überall ein E-Rezept erhalten. Arztpraxen benötigen eine spezielle Software und müssen digitalisiert sein. Haben diese ihre Praxis noch nicht modernisiert, darf natürlich weiterhin das Papierrezept ausgestellt werden. Eine ähnliche Vorgehensweise gilt für Apotheken, denn auch sie sind noch nicht flächendeckend auf das neue Rezept umgestellt. Die meisten Apotheken informieren über ein Hinweisschild, ob sie an der Rezeptform teilnehmen.

Sind E-Rezepte rechtlich zulässig?

Gesundheit und Digitalisierung – das ist eine besondere Streitfrage, denn die Digitalisierung birgt stets gewisse Gefahren. Insbesondere der Datenschutz steht im Zentrum, denn es besteht die Gefahr von Datenlecks. Versicherte könnten sich fragen, wen es interessiert, wenn ein Fremder erfährt, dass sie zum Arzt gehen. Datenlecks können aber für den Patienten von Nachteil sein, wenn empfindliche Daten in die falschen Hände geraten.

Einige Beispiele:

  • Versicherer – die Autoversicherung wird teurer oder gekündigt, weil der Versicherer über die geleckten Daten die Information erhält, dass der Versicherungsnehmer Medikamente gegen Nervenschäden einnimmt.
  • Arbeitgeber – es gibt gesundheitliche Themen, die Arbeitgeber eher nicht erfahren sollten. Beispiel psychische Krankheiten. Arbeitet der Arbeitnehmer seit Jahren beständig und ohne Komplikationen, weil er Psychopharmaka einnimmt, sollte dieser Punkt den Arbeitgeber nicht interessieren. Doch was ist, wenn er die geleakten Daten erhält und diesem Arbeitnehmer nun die Beförderung verweigert? Auch bei Bewerbungen könnten sich Arbeitgeber durchaus an den Daten bedienen.

Aus diesem Grund wurde lange überlegt und geprüft, wie ein E-Rezept rechtlich auf sicheren Standbeinen stehen kann. Bereits im Oktober 2020 ging das »Gesetz zum Schutz elektronischer Patientendaten in der Telematikinfrastruktur« an den Start. Seitdem wurde überlegt, getestet und geprüft. Doch erst im Mai 2022 konnte auf Grundlage der vorhandenen Testergebnisse eine Entscheidung erfolgen. Das Rollout wird stufenweise stattfinden, die erste Stufe hat im September begonnen.

Aber auf welche Faktoren musste beim E-Rezept gezielt geachtet werden?

  • Sicherheit – die Datensicherheit steht immer an oberster Stelle. Aus diesem Grund ist der Erhalt und die Nutzung der rein digitalen Version auch an Hürden geknüpft, die im nächsten Absatz erklärt werden.
  • Patientensicherheit – über das E-Rezept soll es möglich sein, Wechselwirkungen zwischen verschriebenen Medikamenten besser zu erkennen. Da alle Rezepte und Medikamente in der App oder auf der Gesundheitskarte hinterlegt sind, dürften Fälle, dass ein Facharzt unwissentlich ein Medikament verschreibt, welches eine Wechselwirkung mit einem weiteren Medikament hervorruft, seltener werden.
  • Fälschungssicher – das E-Rezept kann, zumindest nach aktuellem Stand, nicht gefälscht werden. Dies ist insbesondere bei speziellen Medikamenten, die auf dem Schwarzmarkt oder in der Drogenszene genutzt werden, sehr wichtig.

Natürlich soll das E-Rezept auch die zeitlichen Abläufe in einer Praxis und beim Patienten verbessern. Ist es nicht mehr notwendig, persönlich den Zettel abzuholen, wendet der Patient weniger Zeit auf und die Praxis kann sich um Patienten kümmern, die eine Behandlung benötigen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Aktuell sieht es noch so aus, dass nicht in ganz Deutschland ein elektronisches Rezept herausgegeben wird. Die erste Voraussetzung ist also, überhaupt in einem der Bezirke zu leben, die in die erste Rollout-Phase fallen. Weitere Voraussetzungen:

  • Praxen – sie müssen dementsprechend digitalisiert sein und die notwendigen Programme besitzen. Moderne Arztpraxen sind oft schon ausreichend ausgestattet. Ein Indiz kann sein, dass der Arzt auch Doctolib nutzt oder eine eigene Online-Terminvereinbarung aufgestellt hat. Anderenfalls hilft eine kurze Nachfrage.
  • Apotheken – um den Code zu lesen, benötigen Apotheken Lesegeräte und natürlich die notwendige Software. In den Regionen, die jetzt ans Netz gingen, ist das stets der Fall, aber auch deutschlandweit haben sich längst Apotheken vorbereitet. Die meisten Apotheken werben gezielt mit dem Hinweis, dass sie E-Rezepte annehmen. Bei Online-Apotheken gilt dasselbe.

Wer mit dem ausgedruckten Code arbeiten möchte, braucht als Patient keine besonderen Voraussetzungen zu erfüllen. Anders verhält es sich, wenn die App genutzt werden soll:

  • Herunterladen – die App »Das E-Rezept« muss auf dem Smartphone oder Tablet installiert werden. Das Smartphone muss NFC-fähig sein. Lässt sich mit dem Gerät selbst an der Supermarktkasse bezahlen, so erfüllt es die Voraussetzung. Alle modernen Smartphones sind NFC-fähig.
  • Verifizieren – damit das Rezept in die App kommt, muss sich der Patient anmelden und verifizieren. Das funktioniert ausschließlich über die neue, digitale Gesundheitskarte. Ob die eigene funktionsfähig ist, lässt sich an dem Wellenaufdruck (WLAN-Zeichen) erkennen. Zusätzlich muss der Patient bei der Krankenkasse eine PIN anfordern. Stellt die Krankenkasse selbst eine ePA-App zur Verfügung, so kann sich über diesen Zugang in der Rezept-App angemeldet werden.

Ist die Anmeldung erfolgt, lässt sich nun auf einen Blick sehen, welche Rezepte wann, von wem und über welche Medikamente ausgestellt wurden. Der notwendige Code zur Einlösung des Rezepts steht gleich in der App, sodass sie der Apotheke nur vorgezeigt werden muss. Einmal eingelöste Rezepte werden als »erledigt« markiert.

Wie steht es um die Sicherheit beim E-Rezept?

Das E-Rezept ist nach den heutigen Maßstäben sicher. Gerade über die App findet eine weitere Verifizierung des Patienten statt, denn das E-Rezept kann nur ein- und ausgelesen werden, wenn sich der Patient mit dem PIN seiner Gesundheitskarte identifiziert.

Natürlich sind Sicherheitslücken niemals vollkommen ausschließbar. Das gilt auch für die Umlegung auf die Gesundheitskarte, die schließlich als Rezeptbuch geführt werden soll. Aktuell ist das E-Rezept sicher und entspricht den Datenschutzrichtlinien, doch ob in zwei oder drei Jahren Hacker das System geknackt haben werden und nachgebessert werden muss, kann niemand ausschließen. Dies ist aber bei allen Lösungen der Fall.

Bringt das E-Rezept zusätzliche Kosten mit sich?

Nein. Das E-Rezept ist vollkommen kostenlos für den Patienten und ebenfalls nicht verpflichtend. Wer lieber das Papierrezept haben möchte, der kann dieses auch künftig weiter anfordern. Letztendlich spart das E-Rezept sogar Geld:

  • Zeit – muss ein Patient sein Rezept nicht mehr in der Praxis persönlich abholen, spart er zumindest Lebenszeit ein. Auch die Praxen sparen Arbeitszeit, denn die abholenden Patienten entfallen.
  • Geld – die wenigsten Menschen leben direkt neben ihrer Arztpraxis. Fahrtkosten fallen also im Regelfall an, teils gar Parkgebühren. Diese entfallen.

Zusammengefasst kann das E-Rezept also sogar dabei helfen, Geld zu sparen. Da es auch online einlösbar ist und sich für die Lieferdienste der Apotheken empfiehlt, ist die Zeitersparnis nicht zu vernachlässigen.

E-Rezept: Vor- und Nachteile im Überblick

Welche Vorteile und welche Nachteile bietet das E-Rezept in der Zusammenfassung?

Vorteile:

  • Simpel
  • Zeitersparnis auf allen Seiten
  • Kostenvorteil (entfallende Fahrwege)
  • Leicht und überall via Smartphone einlösbar.

Nachteile:

  • App erforderlich, sonst nur via Ausdruck
  • Aktuell noch nicht überall verfügbar
  • Für App: Neue Gesundheitskarte samt PIN notwendig

Welche Digitalisierungsschritte gibt es noch im Gesundheitswesen?

Mit der Termin-App Doctolib ist schon ein großer Schritt erfolgt. Teilnehmende Praxen erlauben es, die Termine gleich via Smartphone zu buchen. Ein anderes Thema hängt tatsächlich mit der elektronischen Gesundheitskarte zusammen, die auch nach Jahren noch nicht das bietet, was sie eigentlich bieten soll:

  • Patientendaten – eigentlich sollte die Gesundheitsdaten alle Patientendaten, unabhängig von den besuchten Ärzten, für alle Ärzte bieten. Das ist nicht der Fall.
  • Nachteil – da noch immer nicht alle Daten hinterlegt sind, müssen Patienten bei Arztwechseln oder Facharztbesuchen weiterhin mühsam alle Akten und Unterlagen zusammensuchen und mitnehmen. Die Gesundheitskarte sollte dies eigentlich verhindern.

Aber was ist das Problem? Ein Thema ist der Datenschutz, denn damit alle relevanten Gesundheitsdetails gespeichert und von fremden Ärzten abrufbar sind, müssen die Daten vollständig und sicher verschlüsselt werden. Es muss ausgeschlossen werden, dass Dritte diese Daten einsehen können.

Doch auch die Praxen stehen vor der Problematik, dass eine solche Lösung natürlich Software und die Digitalisierung voraussetzt. Gewiss sind viele Arztpraxen bereits hochmodern und digitalisieren sich, es gibt aber auch das genaue Gegenteil. Die Software ist jedoch die Voraussetzung, damit die Daten eingelesen und wieder abgerufen werden können.

Andere Digitalisierungsschritte sind fast schon normal: Krankenakten im Krankenhaus via Tablet, digitale Röntgenbilder und Unterlagen. Leider sind die Softwares nicht unbedingt kompatibel. Wer einmal bei einem CT war, weiß, dass die dem Patienten übergebene CD nicht unbedingt vom Haus- oder Facharzt gelesen werden kann.

Fazit – demnächst überall verfügbar

Aktuell ist das E-Rezept nur in einigen Kreisen verfügbar, doch wird es natürlich deutschlandweit ausgeweitet. Für viele Patienten wird das elektronische Rezept eine Erleichterung sein, denn gerade die Rezeptabholung bei Fachärzten ist häufig nicht mit den Arbeitszeiten vereinbar. Dennoch stellt das Rezept aktuell auch noch Anforderungen an den Patienten. Wird es schließlich mit der Gesundheitskarte kombiniert, wird die App-Anbindung wohl entfallen, dafür ist die PIN natürlich absolut notwendig.

Fachkräftemangel: Diese Branchen sind auf Arbeitnehmer aus dem Ausland angewiesen

„Deutschland gehen die Fachkräfte aus!“ „Arbeiterlosigkeit statt Arbeitslosigkeit!“ – solche und ähnliche Schlagzeilen lassen sich heute in den Medien immer wieder finden. Sie zeigen einen Trend auf, der aktuell dramatisch ist: 2021 gaben laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung ca. zwei Drittel aller Unternehmen an, dass bei ihnen ein Mangel an Fachkräften besteht. Und es kommt noch schlimmer: In den nächsten Jahren gehen die Baby-Boomer in Rente, so dass dem Arbeitsmarkt noch deutlich weniger Fachkräfte zur Verfügung stehen. Genau deshalb sind immer mehr Branchen heute auf Arbeitnehmer aus dem Ausland angewiesen. Doch wo ist diese Abhängigkeit besonders stark? Wir stellen einige Branchen mit ihren Fachkräfte-Problemen etwas genauer vor.

Gastronomie: Restaurants werden auch beim Personal international

Einer der Bereiche mit dem höchsten Anteil an ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ist die Gastronomie. Ein Blick in die Küchen hiesiger Restaurants zeigt: Hier wird es international. So zeigen Statistiken, dass mehr als die Hälfte aller Köchinnen und Köche in Deutschland keinen deutschen Pass hat. Hier ist der Arbeitsmarkt also schon lange auf Hilfe von ausländischen Fachkräften angewiesen.

Pflege: Ausländische Fachkräfte sind nicht wegzudenken

Auch in der Pflege sind ausländische Fachkräfte fast schon obligatorisch. Dies gilt besonders für die 24 Stunden Pflege. „Auf entsprechende Stellen bewerben sich im Normalfall kaum heimische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dafür werden sie bei Fachkräften aus Osteuropa stark nachgefragt.“, erklärt Dennis Küffel, Gründer und Geschäftsführer von Pflegezuhause.info.

In Bezug auf die Gesamtbranche Altenpflege liegt der Anteil der ausländischen Mitarbeiter übrigens nicht so hoch wie gedacht. Laut Bundeagentur für Arbeit haben hier nur ca. 16% aller Beschäftigten keinen deutschen Pass. Mit zunehmenden Fachkräftemangel dürften sich die Gewichtungen in diesem Bereich jedoch weiter verschieben.

Exkurs: Fachkräfteeinwanderungsgesetz

Seit März 2020 ist es für ausländische Fachkräfte (außerhalb der EU) einfacher, in Deutschland Fuß zu fassen und einer Beschäftigung nachzugehen. Somit werden nicht mehr nur Studienabschlüsse, sondern auch Berufsqualifikationen anerkannt werden. Wichtig ist dabei allerdings, dass die Qualifikation im Vergleich zu einer qualifizierten deutschen Berufsausbildung ist. Dies wird vor der Einreise geprüft. Darüber hinaus sind jedoch noch weitere Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Gute Deutschkenntnisse (mindestens B1)
  • Lebensunterhalt muss während der Jobsuche selbst verdient werden
  • Nachweis einer Unterkunft und einer Krankenversicherung
  • Der Job muss später mindestens 35 Wochenstunden umfassen, sozialversicherungspflichtig sein und die Liebenshaltung abdecken

Deutsche Unternehmen haben zudem die Möglichkeit, geeignete Kandidaten im Zuge des beschleunigten Fachkräfteverfahrens schneller anerkennen zu lassen. Dabei werden Visa sowie auch die berufliche Qualifikation zügiger geprüft.

Fleischindustrie: Ohne Hilfe aus dem Ausland steht alles still

Die Fleischindustrie musste in den letzten Jahren mit einigen Skandalen und negativer Presse kämpfen. Dies lag nicht zuletzt an den schlechten Arbeitsbedingungen in einigen Großbetrieben, die vor allem während der Corona-Krise zutage traten.

Dabei wurde jedoch auch klar: Ohne ausländische Arbeitskräfte stünde die Fleischindustrie still. Von den 31.500 Beschäftigten in diesem Bereich kamen 47% aus dem Ausland.

Die Gründe dafür sind sicherlich vielschichtig. Hier zwei Erklärungsansätze:

  • Löhne: Der Konkurrenzkampf in der Branche ist sehr hoch. Aus diesem Grund zahlen die Betriebe oft nur den Mindestlohn oder knapp darüber.
  • Arbeitsbedingungen: Die Arbeit in einer Fleischfabrik (schwere Körperliche Arbeit, Schichtbetrieb) gilt als sehr hart. In Verbindung mit den eher niedrigen Löhnen sind Job in diesem Bereich nicht sonderlich attraktiv. Für Arbeitnehmer aus Ländern mit niedrigeren Lebenshaltungskosten oder hoher Arbeitslosigkeit lohnt sich dies unter Umständen eher.

Durch die künftige Verknappung an Arbeitskräften in Deutschland dürfte sich der Arbeitsmarkt in dieser Branche weiter wandeln. Das bedeutet: Der Anteil ausländischer Mitarbeiter in der Fleischindustrie wird weiter ansteigen.

Reinigungskräfte: Fast 40% aller Fachkräften kommen aus dem Ausland

Auch die Reinigungsbranche ist in hohem Maße von Fachkräften aus dem Ausland abhängig. Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit haben 37,4% der Beschäftigten in diesem Bereich keinen deutschen Pass. Auch hier lässt sich festhalten, dass es regelmäßig zu wenige Bewerber für die offenen Stellen gibt. Dabei bietet die Branche durchaus interessante Verdienstmöglichkeiten. Zuletzt ist der Branchenmindestlohn auf 13 Euro pro Stunde gestiegen – spürbar über den gesetzlichen Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde.

Darüber hinaus haben sich die IG Bau sowie der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) auf folgende Regelungen geeinigt:

  • Weitere Erhöhung des Branchenmindestlohns zum 1. Januar 2024 auf 13,50 Euro pro Stunde
  • Erhöhung des Branchenmindestlohns für Fachkräfte sowie die Glas- und Fassadenreinigung zum 1. Oktober 2022 von aktuell 14,81 Euro auf 16,20 Euro und zum 1. Januar 2024 auf 16,70 Euro pro Stunde
  • Steigerung der Ausbildungsvergütung auf 900 Euro, 1.035 Euro und 1.100 Euro (je nach Lehrjahr) pro Monat

Baubranche: Subunternehmer stellen viele ausländische Beschäftigte ein

In der Baubranche liegt die Quote der Beschäftigten ohne deutschen Pass ebenfalls recht hoch. Hier ist allerdings zwischen den einzelnen Sektoren zu unterscheiden, wie die folgenden Zahlen zum Anteil ausländischer Beschäftigter an der Gesamtbelegschaft zeigen:

  • Hochbau: 49%
  • Aus- und Trockenbau: 48%
  • Fassadenbau: 47%
  • Und Stahlbetonbau: 43%

Die Branche hat in Bezug auf die Beschäftigung immer wieder mir Problemen zu kämpfen. Dazu gehören:

1. Schwarzarbeit

Schwarzarbeit ist ein großes Problem in der Baubranche. Allein im Jahr 2019 wurden in Deutschland über 10.500 Verfahren wegen Schwarzarbeit eingeleitet – ein Plus von 20% gegenüber dem Vorjahr. Dadurch entstand ein Schaden von insgesamt 364 Millionen Euro. Das Problem: Dem Staat entgehen dadurch Steuern und Sozialabgaben, die in den öffentlichen Haushalten fehlen.

Die Dunkelziffer dürfte jedoch noch viel höher liegen. Die Methoden der Verschleierung von Schwarzarbeit werden immer raffinierter. So existiert mittlerweile eine geschäftliche Infrastruktur für sogenannte „Abdeckrechnungen“. Entsprechende Service-Dienstleister stellen solche Rechnungen aus und zahlen den Rechnungsbetrag anschließend abzüglich einer Provision in bar an den Bauunternehmer zurück, der Arbeiter schwarz beschäftigt.

2. Ausbeutung

Eine weitere problematische Praxis liegt in der Ausbeutung von Flüchtlingen, die auf dem Bau für Hilfsarbeiten angeworben werden. Hier berichtet das Berliner Beratungszentrum für Migration und gute Arbeit von systematischem Lohnbetrug gegenüber Flüchtlingen. Das Vorgehen sieht folgendermaßen aus:

  1. Es werden Subunternehmen angeworben, die günstige Arbeitskräfte für Hilfsarbeiten suchen
  2. Die Arbeiter sind oft Flüchtlinge und werden nur für kurze Zeit angeworben
  3. Sie erhalten nur Teile ihres Lohns oder sogar gar keinen
  4. Nach kurzer werden die Mitarbeiter entlassen oder gehen von allein

Ein großes Problem liegt hier in der Tatsache, dass Flüchtlinge entweder ihre Rechte nicht kennen oder sich nicht trauen, diese durchzusetzen. Wer die Beratungsstelle kontaktiert, kann dabei jedoch mit Hilfe rechnen. Die dortigen Mitarbeiter:innen kontaktieren die Arbeitgeber, die daraufhin meist bereitwillig zahlen.

Berufskraftfahrer:innen: Immer mehr ausländische Beschäftigte

Mit 23,4% liegt der Anteil ausländischer Arbeitnehmer im Bereich der Berufskraftfahrer:innen ebenfalls recht hoch. Und die Tendenz dürfte hier stark steigend ausfallen. Der Grund dafür: Die Branche leidet unter eklatantem Personalmangel. So können jährlich nur ca. 27.000 neue Beschäftigte gewonnen werden. Da jedoch im Durchschnitt 67.000 Berufskraftfahrer:innen das Rentenalter erreichen und ausscheiden, bleibt eine jährliche Lücke von 40.000.

Die Branche versucht, entsprechend gegenzusteuern. So schlagen die Spitzenverbände der deutschen Bus- und Straßengütertransportbranchen, der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) e.V. und der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. vor, die Ausbildung zu vereinfachen, um dem Mangel entgegenzuwirken. Dabei stehen folgende Ideen im Raum:

  • Verkürzung der Ausbildung: Integration der Berufskraftfahrerqualifikation in die Fahrausbildung
  • unkomplizierte Prüfungen: Abnahme der erforderlichen Prüfungen durch zertifizierte Fahrschulen
  • Sprachbarrieren abbauen: Anerkennung relevanter Sprachen in der Ausbildung und Prüfung sowie Bereitstellung von Dolmetschern

Die Idee dahinter ist klar: Eine unkomplizierte Ausbildung und eine Abnahme der Prüfung in der jeweiligen Muttersprache der Auszubildenden könnte mehr ausländischen Fachkräfte anlocken. So ließe sich eventuell ein Teil der Personallücke schließen. Auch hier zeigt sich ganz klar: Die Branche wird sich weiter wandeln und mehr Arbeitnehmer ohne deutschen Pass beschäftigen als bisher.

Wo liegen grundsätzlich Hürden für ausländische Fachkräfte?

Der Blick in die Branchen zeigt sehr klar: Deutschland ist auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Trotz der Bemühungen um Talente klafft in vielen Branchen jedoch eine Lücke, die nicht leicht zu füllen ist. Doch worin liegen eigentlich die Hürden für Fachkräfte aus dem Ausland?

Hier die wichtigsten beiden Aspekte im Überblick:

  • Abschlüsse: Trotz des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes gibt es immer noch Probleme bei der Anerkennung von fachlichen Berufsabschlüssen. Dies liegt vor allem an der Tatsache, dass die duale Ausbildung in Deutschland in dieser Form weltweit einzigartig ist. Ausländische Fachkräfte haben somit gar nicht die Möglichkeit, einen gleichwertigen Abschluss vorzulegen. Da jedoch eine Novellierung des Gesetzes geplant ist, könnte diese Hürde bald fallen.
  • Bürokratie: Aktuell dauern die Verfahren für die Einwanderung und Anerkennung von Abschlüssen noch zu lang. Dies liegt auch an der mangelnden Zusammenarbeit der einzelnen Behörden. Auch hieran möchte die Bundesregierung arbeiten und beispielsweise die Anerkennung von Abschlüssen nach der Einreise vornehmen. Währenddessen könnten die Fachkräfte schon arbeiten und gleichzeitig eventuelle Qualifikationen nachholen.

Ausländische Arbeitskräfte dürften künftig noch gefragter werden

Deutschland spürt mittlerweile den demografischen Wandel auch ganz deutlich auf dem Arbeitsmarkt. Durch den Renteneintritt geburtenstarker Jahrgänge dürfte sich der Fachkräftemangel in den nächsten Jahren zudem noch verschärfen. Somit sind Fachkräfte aus dem Ausland eine der wenigen Möglichkeiten, mit denen sich die Lücken auf dem Arbeitsmarkt schließen lassen. Schon heute gibt es Branchen, die ohne Arbeitskräfte aus dem Ausland nicht mehr funktionieren. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen und sollte von der Politik mitgestaltet werden. So lassen sich Wohlstandsverluste vermeiden und die wirtschaftliche Zukunft gestalten.

Preiserhöhung bei Apple: Was bedeutet das für das iPhone?

Die Preissteigerungen aufgrund der aktuellen Marktsituation gehen auch nicht an Apple vorbei. Der Konzern kündigte zuletzt deutliche preisliche Steigerungen an, die natürlich auch die beliebten Produkte rund um die iPhones betreffen. In Japan wurden die Preise bereits im Juli drastisch erhöht, auch die Kosten rund um den App Store von Apple steigen. Aber was bedeutet das insgesamt für das iPhone und mit was müssen Kunden rechnen? Dieser Artikel gibt einen Überblick.

Wie viel teurer ist das iPhone 14?

Grundsätzlich ist es für die meisten Smartphone-Kunden nicht neu: Kommt das neue Modell einer beliebten Reihe raus, steigen die Preise fast automatisch. Immerhin kostete das erste iPhone gerade einmal 399 Euro, ein Preis, der heute fast illusorisch wirkt. Jetzt steht das neueste iPhone an, das Modell Nummer 14. Die Kaufkosten stehen fest, aber wie viel teurer werden die Modelle? Vorab gilt es schon einmal für Fans des iPhone Mini, eine bittere Kröte zu schlucken. Es wird kein 14er Modell der Mini-Variante geben. Ein Überblick:

  • iPhone 14 Standard – das Standardmodell besitzt ein Display mit 6,1 Zoll und ist ab 999,00 Euro erhältlich. Diese Variante bezieht sich auf den Speicher von 128 GB. Wer mehr möchte, legt bis zu 1.389 Euro auf den Tisch (512 GB Speicher).
  • iPhone 14 Plus – entgegen der Vorgängervariante gibt es bei der 14er-Reihe ein großes Modell, ohne dass das High-End-Gerät genutzt werden muss. Das iPhone 14 Plus hat ein 6,7 Zoll-Display und ist durchaus relativ günstig. Die kleinste Speichergröße kostet 1.149 Euro, das Modell mit dem größten Speicher 1.529 Euro.
  • iPhone 14 Pro – die Displaygröße ist dieselbe wie beim Standard-iPhone, dafür verschwindet die wenig beliebte Notch. Und der Preis? Es geht bei 1.299 Euro los und endet bei 1.949 Euro, wobei dieses Modell einen Speicher von einem Terrabyte hat.
  • iPhone 14 Pro Max – es geht noch größer. Und natürlich teurer, wobei die Ausstattung des Modells trotz des identischen Displays besser ist. Die Preise sind allerdings gesalzen, denn das günstigste Modell kostet mit 128 GB Speicherplatz 1.449 Euro, das teuerste Modell schlägt mit 2.099 Euro in die Kerbe.

Die Preise sind also schon deutlich gestiegen. Leider verhalten sich iPhones für Wartende nicht so wie andere Smartphones. Das heißt: Der Preisverfall setzt selten schnell ein. Im Regelfall werden erste Reduzierungen erst nach vier Monaten sichtbar, wobei diese Rabatte sich deutlich in Grenzen halten. Hier wird Wartezeit also kaum belohnt.

Eine gute Option besteht natürlich darin, ein iPhone 14 mit Vertrag und somit eine günstigere Alternative zu erhalten. Sicherlich zahlen Kunden weiterhin das iPhone über die Grundgebühr ab, aber der große Batzen entfällt. Allerdings ist zu beachten, dass sich viele Verträge auf 36 und nicht wie sonst auf 24 Monate beziehen. Trotzdem kann es sich lohnen, auf diese Art und Weise an das neue iPhone heranzukommen. Dies ist besonders sinnvoll, wenn sowieso ein neuer Smartphone-Vertrag ansteht.

Auf das nächste Modell zu warten, hat allerdings wenig Sinn. Es ist unklar, wann dieses kommt und welche Verbesserungen es mit sich bringt. Schon die Ausstattung des 14er-Modells ist bei Weitem nicht so revolutionär, wie sich manche gewünscht haben.

Wo liegen weitere Preiserhöhungen bei Apple?

Apple zieht die Preise insgesamt an. Somit wird nicht nur das iPhone teurer, sondern auch Geräte wie das MacBook oder die PCs. Das gilt mitunter auch für die Angebote im App Store:

  • App-Storezwischen zwanzig und dreißig Prozent mehr sollen Apps aus dem Store künftig kosten. Die Dollarstärke dürfte hier ein Grund für den Kostenanstieg sein. Ob Apple die Preise wieder senkt, sobald der Euro aufholt, ist fraglich, da die Infrastruktur ebenfalls gezahlt werden muss.
  • In-App-Käufe – Entwickler von Apps, die mit In-App-Käufen arbeiten, haben längst die Preise erhöht. Das merken Kunden bereits jetzt. Durchschnittlich ist der Preis um vierzig Prozent höher als im Vorjahr.
  • Equipment – letztendlich zeigen sich Preissteigerung in allen Bereichen. Das trifft auch auf beispielsweise Schutzhüllen zu, die gar nicht von Apple gefertigt werden. Wer sich eine Schutzhülle für das iPhone kauft, muss teils höhere Preise akzeptieren als vor einem Jahr.

Im aktuellen Marktumfeld sind die Preiserhöhungen allerdings normal, da alle Hersteller ihre Kosten auf die Preise umlegen. Es ist unrealistisch, zu vermuten, dass ein einzelner Konzern sich zurückhält.

Welche Gründe gibt es für die Preiserhöhungen?

Vielleicht wäre es einfacher, aufzuzählen, welche Gründe nicht dahinterstecken. Allgemein ist die Weltlage ein Problem. Es ist gut denkbar, dass Apple das entgehende Russlandgeschäft mitunter auf die Welt verteilt. Ansonsten gilt:

  • Lieferketten – die Lieferketten sind auch für Apple problematisch. Zwar werden Chips mitunter im eigenen Betrieb hergestellt, doch die fehlenden Rohstoffe werden mitunter zu einem ernsten Problem.
  • Rohstoffpreise – Rohstoffe sind teuer und werden immer teurer. Durch die problematischen Lieferketten wird der Bezug zudem erschwert und verteuert. Ein Beispiel: Die Containerpreise sind rasant gestiegen, wenngleich sie aktuell wieder fallen.
  • Dollar-Euro – der Dollar ist stark, der Euro schwach. Da die Gerätepreise zuerst in Dollar ausgegeben und schließlich in die jeweiligen Landeswährungen umgerechnet werden, liegen die Preise in Deutschland natürlich entsprechend hoch.
  • Sonstiges – zwar fallen die Energiekosten in den USA weniger ins Gewicht, doch zahlt Apple automatisch auch die Preise für die Logistik in der EU. Benzin und Diesel, allgemein gestiegene Kosten und der Unterhalt der Apple Stores in Deutschland werden teurer. Immerhin wird auch ein Ladengeschäft beleuchtet und beheizt. Solche Gebühren werden mitunter umgelegt.

Fazit – eine zu erwartende Preissteigerung

Zugegeben, die wenigsten neuen Flaggschiffe der Hersteller kostet weniger als das Vorgängermodell. Immerhin bieten die Geräte auch Neuerungen. Dennoch fallen die Preissteigerungen aktuell besonders auf, da die meisten Menschen ohnehin sparen müssen oder wollen. Zumindest funktioniert der günstigere (oder angenehmere) Smartphonekauf über Handyverträge weiterhin. Doch auch diesbezüglich sollte genau hingeschaut werden, denn je nach Anbieter und Tarif zahlt der Kunde letzten Endes doch wieder drauf: Das ist immer dann der Fall, wenn die Inhalte nicht zum eigenen Nutzungsverhalten passen.

So schützt man sich vor Cyberkriminalität

Die Cyberkriminalität ist kein seltenes Phänomen mehr. Unternehmen, selbst kleine Betriebe, aber auch Privatpersonen erleiden Angriffe aus dem Netz. Dabei werden die Angreifer stets geschickter und raffinierter, was mitunter den Schaden erhöht und zudem die Verfolgung enorm erschwert. Aber mit welchen Maßnahmen können sich Unternehmen und Privatpersonen schützen und welche Möglichkeiten bestehen, wenn man Opfer von Cyberkriminalität wurde?

Welche Probleme bringt Cyberkriminalität mit sich?

Letztendlich ist »Cyberkriminalität« ein Oberbegriff. Grundlage ist, dass die Angriffe aus dem Netz erfolgen, doch welcher Art sie sind, bleibt offen. Somit zählen Hackerangriffe ebenso in den Bereich wie Datendiebstahl, Trojaner oder Phishing. Dass das Feld so weit ist, ist mit ein Grund für die Vielfalt der Angriffsmöglichkeiten und des Schadens. Einige Beispiel wären beispielsweise:

  • Übernahme – das ist der Supergau für Unternehmen. Hacker schleusen sich in das System ein und nehmen es praktisch als Geisel. Meist wird dieser Angriff von Lösegeldforderungen begleitet. Reagieren die Unternehmen nicht, so wird mit der Löschung sämtlicher Daten oder mit der Veröffentlichung von Interna gedroht. Auch Privatpersonen können Opfer werden: Ein Trojaner legt den Rechner lahm, der User muss eine Zahlung leisten, wenn er an seine Daten herankommen möchte.
  • Phishing – was eher spöttisch begonnen hat, ist heute eine groß angelegte und perfide gestaltete Masche: Via E-Mail oder auch über Fake-Webseiten fischt der Betrüger Kundendaten, Passwörter oder auch gleich das Bankkonto ab.
  • Datendiebstahl – letztendlich können alle anderen Angriffstypen zum Datendiebstahl führen. Perfide ist jedoch die Masche, mit der Betrüger über Stellenanzeigen oder Bewerberformularen echte Bürgerdaten abgreifen. Da muss beispielsweise der Personalausweis eingescannt werden – nun können die Betrüger unter falschem Namen einkaufen gehen.

Auch Viren bleiben aktuell. Grundsätzlich gilt bei der Cyberkriminalität, dass Unternehmen oder Privatpersonen unter Druck gesetzt werden, um eine Zahlung zu leisten. Geschieht dies nicht, wird mit dem vollständigen Datenverlust gedroht – oder mit der Veröffentlichung sensibler Inhalte. Das kann auch Privatpersonen betreffen, denn viele Menschen haben Fotos oder Videos auf dem Rechner, die sie nicht im Netz sehen möchten.

Wie wird Cyberkriminalität heute verfolgt?

Wer Opfer eines Cyberangriffes wurde, der sollte immer Anzeige erstatten. Das ist auch wichtig, wenn man befürchtet, den Angriff selbst verursacht oder zugelassen zu haben. Die Anzeige erfüllt gleich mehrere Zwecke. Zum einen bedeutet jeder zur Anzeige gebrachte Fall, dass eher agiert wird, zum anderen wird meist aufwendiger ermittelt, wenn sich tausende oder mehr Bürger mit demselben Problem melden. Auch der Verbraucherschutz hilft oft mit. Bezüglich der Verfolgung wird zwischen privat und betrieblich unterschieden:

  • Privat – oft handelt es sich um Trojaner, Phishing und Identitätsdiebstahl. Letzterer muss immer direkt zur Anzeige gebracht werden, selbst dann, wenn er nur vermutet wird. Anderenfalls kann es dem Betroffenen passieren, dass er zwangsvollstreckt wird, weil ein Fremder unter seinem Namen einkauft. Im Hintergrund wird bei den Ermittlungen versucht, den Verursacher zu finden, gleichzeitig werden die Webseiten gesperrt. Natürlich läuft zugleich die Übermittlung der Ergebnisse an die Internet-Security-Dienste, damit diese Updates erstellen können.
  • Betrieblich – in diesem Fall ist der mögliche Schaden natürlich größer als bei einer Privatperson. Gerade veruntreute Daten stellen eine Gefahr da, bei Betrieben aus dem Bereich der wichtigen Infrastruktur kann ein Hackerangriff sprichwörtlich eine Region lahmlegen. Man benötigt nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, was geschieht, wenn eine Hackergruppe ein Stromkraftwerk einnimmt.

Bei betrieblichen Opfern arbeiten die Ermittlungsbehörden durchaus mit speziellen Forensikern zusammen. Diese sezieren praktisch den Angriff und versuchen, darüber zu den Hintermännern vorzudringen. Da Lösegeldforderungen mit im Raum stehen, sind die Kriminalbehörden stets involviert. Parallel arbeiten die IT-Forensiker daran, die Daten möglichst im Ganzen zu retten. Das hat ein ganz neues Berufsbild in den Fokus gerückt: Sucht man auf Jobbörsen nach IT-Stellenanzeigen, sind Mitarbeiter in der IT-Forensik heute deutlich häufiger gefragt als noch vor 10 Jahren.

Wie kann man sich vor Cyberangriffen schützen?

Jeder muss sich darüber bewusst sein, jederzeit ein Opfer werden zu können. Die eigene IT-Sicherheit ist somit absolut wichtig. Privatpersonen können beispielsweise Folgendes nutzen:

  • VPN – das VPN schützt zwar nicht direkt vor Attacken, doch verhindert es, dass Daten einer Person oder IP zugeordnet werden können. Passwörter lassen sich also nicht mehr einer Person oder einem Shop zuordnen.
  • Security – aktuelle, ständig aktualisierte und gute Schutzprogramme sind weiterhin wichtig. Nicht nur warnen sie vor Phishing-Webseiten, sie halten auch einen Großteil der Trojaner und Viren ab.
  • Betriebssystem – das muss immer auf dem neuesten Stand sein. So störend, wie die Updates sein können, so halten sie doch das System frisch.
  • Vorbeugend – wichtige Daten sollten immer extern gesichert werden. Ein wöchentliches Backup ist kein großer Aufwand. Ob das Backup nun auf einem Stick (Verlustrisiko), einer externen Festplatte (immer abklemmen) oder in der Cloud gespeichert wird, ist unerheblich.

Unternehmen hingegen benötigen eine ausgeklügelte IT-Sicherheitsstrategie.  Neben einem VPN-Netzwerk und soliden Mitarbeiterschulungen, kommt es insbesondere auf die Server und Speichermedien an. Es ist sinnvoll, in eine fachliche Sicherheitsberatung zu investieren und die notwendigen Schritte von den Fachpersonen ausführen zu lassen.

Doch auch für Unternehmen gilt: Backup, Backup, Backup. Tatsächlich empfiehlt sich eine tägliche Datensicherung auf jeweils variierenden Speichermedien. Dies ist die einzige sichere Möglichkeit, um im Fall eines Angriffs alle Daten wiederherstellen zu können. IT-Forensiker sind zwar Experten in der Datenwiederherstellung, doch dauert diese Arbeit, außerdem kann nie garantiert werden, dass nicht doch Datensätze verloren gehen oder von den Hackern zerstört werden.

Fazit – Cyberkriminalität geht jeden etwas an

Das Wort mag nach großen Angriffen klingen, die Privatpersonen niemals treffen. Doch ist diese Annahme absolut falsch. Die Kriminalität im und aus dem Netz kann jeden treffen und sicher ist nur der, der stets gut vorbereitet ist und vorbeugt. Bei Unternehmen sollte die IT-Sicherheit an der obersten Stelle stehen, denn je nach Angriff liegt ein Unternehmen durchaus mehrere Wochen brach. Ein prominentes Beispiel ist der Cyberangriff auf den Landkreis Bitterfeld. Mehr als ein Jahr später gibt es immer noch Probleme.

Können Lieferdienste ökologisch sinnvoll sein?

Das Thema Nachhaltigkeit hat längst alle Bereiche des täglichen Lebens erfasst. Inzwischen glaubt über die Hälfte der Bevölkerung in einer Umfrage, dass sie mit ihrem persönlichen Verhalten sehr wohl etwas zum Klima- und Umweltschutz beitragen kann. Unter anderem hat sich das Kaufverhalten geändert. Bevorzugt werden Unternehmen, die selbst nachhaltig wirtschaften. Insbesondere Verpackung und Transport der Produkte spielen dabei eine wichtige Rolle. Umso fragwürdiger erscheint es, dass Lebensmittel-Lieferdienste gerade voll im Trend liegen. Wie passt das mit dem Wunsch nach Nachhaltigkeit und Umweltschutz zusammen? Können Lieferdienste überhaupt ökologisch sinnvoll sein?

Der deutsche Markt war bislang unattraktiv

Bis vor kurzem waren Lebensmittel-Lieferdienste in Deutschland nicht sehr gefragt. Das liegt zum einen daran, dass der deutsche Verbraucher Lebensmittel-Einkäufe meist spontan erledigt. Wer weiß schon, was er morgen essen möchte, auf was er dann wirklich Lust hat? Auf der anderen Seite will man speziell verderbliche Lebensmittel wie Obst und Gemüse oder Fleisch und Wurst ansehen und persönlich auswählen, ehe sie in den Einkaufskorb kommen. Zudem liegt in Deutschland der nächste Lebensmittel-Supermarkt gleich um die Ecke.

Das sind im Kern die Gründe, warum Deutschland bei der Inanspruchnahme von Lebensmittel-Lieferdiensten im europäischen Vergleich das Schlusslicht bildet. Für die großen Lebensmittel-Handelsketten war der deutsche Online-Markt bislang entsprechend unattraktiv. Das ändert sich aber gerade. Immer mehr Anbieter, darunter große, bekannte Namen wie Rewe, Gorillas, Flink, Amazon Fresh oder auch Bringmeister drängen auf den Markt. Eine der größten deutschen Handelsketten meldet für 2021 eine Umsatzsteigerung von 50 Prozent.

Die Vorteile für den Kunden liegen auf der Hand

Bei den meisten Lebensmittel-Lieferdiensten handelt es sich um klassische Online-Supermärkte mit einem breitgefächerten Angebot und individuell buchbaren, bei manchen Anbietern auch kurzfristigen Lieferterminen. Das Sortiment reicht von frischen und haltbaren Lebensmitteln über Tiefkühlprodukte, Getränke, Drogerieartikel, Haushaltswaren bis Haustierbedarf. Meist ist die Auswahl der Produkte sogar größer als im Supermarkt vor Ort. Online besteht außerdem die Möglichkeit, ausführliche Informationen über die Produkte mitzuliefern, was dem Informationsbedürfnis deutscher Kunden sehr entgegenkommt. Diesen Service gibt es im Supermarkt um die Ecke nicht. Und selbst auf Rabatt- und Gutscheinaktionen muss niemand verzichten. Die größten Vorteile für die Verbraucher aber liegen klar auf der Hand: Er stellt seinen Einkauf bequem auf der heimischen Couch zusammen und bekommt die Waren bis an die Haustür geliefert. Das spart enorm viel Zeit, Wege und Tütenschleppen. Die mühevolle Suche nach bestimmten Produkten in den endlos langen Regalreihen entfällt genauso wie das Schlangestehen an der Kasse.

Die Nachteile für den Verbraucher

So vorteilhaft der Online-Einkauf für den Kunden auch sein mag, es gibt natürlich auch Nachteile: In erster Linie kann man die Waren nicht sehen, die man einkauft. Das mag bei verpackten Lebensmitteln kein Problem sein, bei frischen Waren wie Fleisch, Wurst, Obst und Gemüse ist es das aber schon. So kann der Verbraucher nicht sehen, welche Gurke genau er kauft. Er muss sich darauf verlassen, dass nur einwandfreie Ware eingepackt wird. Er kann nur hoffen, dass während des Transportes die Kühlkette eingehalten wird und die Waren frisch und unversehrt ankommen. Außerdem ist er zeitlich gebunden. Zwar kann er einen Liefertermin auswählen, eine genaue Uhrzeit für die Lieferung kann es naturgemäß aber nicht geben. Er ist gezwungen, innerhalb eines bestimmten Zeitraumes auf den Lieferanten zu warten. Und zu guter Letzt kostet der Lieferservice natürlich Geld, es gibt einen Mindestbestellwert und eine Versandkostenpauschale. Darüber hinaus ist er nicht frei in der Auswahl der Lieferdienste. Bislang sind die meisten Lebensmittel-Lieferdienste nicht bundesweit tätig. Sie liefern nur in bestimmten Städten oder Regionen. Das mag mit Blick auf das Sortiment nicht entscheidend sein, beim Mindestbestellwert und den Liefergebühren ist es das aber schon. So reicht der Mindestbestellwert von 1 bis 50 Euro, die Lieferkosten von 1 bis knapp 4 Euro.

Die Nachteile für die Umwelt

Klar ist, dass durch den Online-Kauf, egal ob von Lebensmitteln oder anderen Artikeln, zusätzlicher Verpackungsmüll anfällt. Das ist unvermeidlich. Schließlich sollen die Waren unbeschädigt beim Käufer ankommen. Gerade wenn Lebensmittel transportiert werden, müssen empfindliche Produkte wie Obst und Gemüse oder auch Eier besonders geschützt werden. Für den Transport frischer oder tiefgefrorener Lebensmittel sind zudem besondere Verpackungen und Kühlakkus oder Trockeneis erforderlich. Es entsteht also auf jeden Fall eine Menge mehr Müll. Für das Jahr 2018 meldet das Umweltbundesamt fast 19 Millionen Tonnen Verpackungsmüll, das sind 227,5 Kilogramm pro Kopf. Manche Lieferdienste verwenden für den Transport zum Kunden Papiertüten, nur einige setzen auf Mehrwegboxen. Dabei geht es um Zeit. Die Papiertüte ist vom Fahrer schneller abgeliefert als ein Einkauf, der erst noch aus der Mehrwegbox ausgepackt werden muss, damit sie gleich wieder mitgenommen werden kann. Von der Möglichkeit, eine Mehrwegbox gegen Pfand beim Kunden zu belassen und beim nächsten Einkauf einfach die volle gegen die leere Box zu tauschen, machen nur die wenigsten Lieferdienste Gebrauch.

Geliefert werden die Lebensmittel entweder per Post, wofür nicht nur weiteres Verpackungs- und Füllmaterial benötigt wird, mit firmeneigenen Transportfahrzeugen oder durch Subunternehmer. Der CO2-Ausstoß durch den Transport fällt aber mit Blick auf Nachhaltigkeit nicht ins Gewicht. Schließlich fahren die meisten Kunden auch selbst mit dem Auto zum Einkauf, selbst wenn es nur um die berühmte Ecke ist. Weil bei Lieferdiensten ein Fahrzeug aber gleich mehrere Haushalte beliefert, ist die Ökobilanz für Lieferdienste positiv. Das haben amerikanische Forscher herausgefunden. Eine Fahrt zum Einkaufen von einem Kilometer kann demnach für das Klima genauso schädlich sein, wie die gleiche Menge an Waren tausend Kilometer mit dem Schiff zu transportieren. Es geht um Effizienz. Das Schiff transportiert mehr Waren auf einmal als ein Auto mit einem Einkauf.

Bei der Umweltfreundlichkeit bestimmt der Kunde mit

Auf die Umweltfreundlichkeit bei den Produkten haben Verbraucher einen großen Einfluss. Es liegt an ihnen, einen Lieferdienst zu bevorzugen, der regionale Produkte von landwirtschaftlichen Betrieben, Metzgereien und Produzenten aus der unmittelbaren Umgebung im Sortiment hat. Das garantiert für Frische und Qualität und schont die Umwelt durch kurze Transportwege. Beispiele für Lebensmittel-Lieferdienste mit regionalen Produkten sind unter anderem Bringmeister, Regiocart oder Amazon Fresh, der auch Feinkost und Spezialitäten lokaler Händler anbietet. Wer also nachhaltig leben möchte, muss auf die Bequemlichkeiten eines Lebensmittel-Lieferdienstes nicht verzichten.