Der November 2022 wird in der Online-Marketing-Branche noch sehr vielen Menschen lange im Gedächtnis bleiben. Es war wie eine Art Urknall: Der Zeitpunkt, als das Unternehmen OpenAI das KI-Modell ChatGPT für alle Nutzer freigab, liegt noch gar nicht so weit in der Vergangenheit. Trotzdem können sich sehr viele Anwender ein Leben ohne ChatGPT kaum noch vorstellen.
Auch der Software-Riese Microsoft hat das Potenzial erkannt und will sich mit einem Investment von 10 Milliarden US-Dollar in das Start-Up OpenAI gleich gewisse Exklusivrechte sichern. In naher Zukunft soll ChatGPT zudem in Microsoft-Produkte wie Office oder die Suchmaschine Bing integriert werden. Doch was bedeutet das für den Suchmaschinenmarkt und welche Vorteile können Nutzer daraus ziehen?
Google war bislang klarer Platzhirsch
Ein Blick auf den Suchmaschinenmarkt in den USA und Europa zeigt seit vielen Jahren nahezu das gleiche Bild: Google steht ganz oben. Besonders deutlich wird das für den deutschen Markt, wie diese Suchmaschinen-Übersicht bei den Suchhelden eindrucksvoll zeigt. Seit 2017 ist der Marktanteil von Google hierzulande eher noch weiter angestiegen, so dass im Jahr 2020 über 94% aller Suchanfragen über Google gestartet wurden. Die Microsoft-Suchmaschine Bing dümpelte in Deutschland bislang hingegen mehr und mehr der Bedeutungslosigkeit entgegen.
Was ist Googles Erfolgsrezept?
Die Popularität von Google ist ungebrochen. Doch worin liegt eigentlich das Erfolgsrezept der Experten aus Mountain View?
Hier einige mögliche Gründe:
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Relevanz, Zuverlässigkeit und Vertrauen: Google ist für Suchende eine Bank
Google ist dafür bekannt, dass es relevante und zuverlässige Ergebnisse für die Anfragen der Benutzer liefert. Dies erreichen die Entwickler durch die Verwendung von komplexen Algorithmen und deren kontinuierlicher Verbesserung.
Google liefert relevante und zuverlässige Ergebnisse. Dadurch hat sich die Suchmaschine als vertrauenswürdige Quelle für viele Menschen und Unternehmen etabliert. Das Ergebnis beeindruckt: Mittlerweile ist das Wort „googlen“ ein Synonym für die Websuche.
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Vielseitigkeit: Viele nützliche Dienste aus einer Hand
Google hat eine Vielzahl von zusätzlichen Funktionen und Diensten, wie zum Beispiel Google Maps, Gmail und Google Drive. Mittlerweile lässt sich der Dienst also als eine Art All-in-One-Plattform bezeichnen.
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Verbreitung: Der Platzhirsch-Effekt
Google hat eine große Nutzerbasis und ist in vielen Ländern und Regionen verfügbar. Mit den Jahren ist unter den Nutzern ein Gewöhnungseffekt eingetreten. Aus diesem Grund ist auch viele neue Nutzer Google erst einmal die Standard-Suchmaschine.
ChatGPT: Wirklich der Google-Killer?
Bei der NY Times war Ende 2022 zu lesen, dass die Chefetage von Google wegen ChatGPT sogar einen sogenannten „Code Red“ wegen der Bedrohung durch Machine-Learning-Systeme wie ChatGPT ausgerufen hat. Die einstigen Firmengründer Sergey Brin und Larry Page wurden hinzugezogen, um sich intensiv zu beraten. Dies dürfte vor allem auch wegen der Microsoft-Ankündigung passiert sein, ChatGPT schon bald in die Suchmaschine Bing zu integrieren. Vereinfacht gesagt: Google fürchtet um Marktanteile.
Doch sind Anwendungen wie ChatGPT wirklich der Google-Killer, wie einige Medien berichten? Werfen wir einen genaueren Blick darauf.
ChatGPT: Was ist das eigentlich?
ChatGPT (GPT= Generative Pretrained Transformer) ist ein sogenanntes „Language-Generation-Modell“ und wurde vom Start-Up OpenAI ins Leben gerufen. Das Unternehmen startete im Jahr 2015 die Mission, künstliche Intelligenz näher zu erforschen und danach möglichst der breiten Masse zur Verfügung zu stellen. Damit soll künftig ein Missbrauch der Technologie nach Möglichkeit unterbunden werden. Zu den frühen Unterstützern gehörten Elon Musk und auch Microsoft.
Wie funktioniert ChatGPT?
ChatGPT wurde trainiert, menschliche Sprache zu verstehen und entsprechende Antworten zu geben. Das Vorgehen: Das Modell hat eine riesige Menge an Texten, wie zum Beispiel Nachrichtenartikel und Bücher, durchgearbeitet. Es kann dann verwendet werden, Texte auf Anfrage zu erstellen, die annähernd menschenähnlich klingen.
Ein paar Beispiele für Anwendungen von ChatGPT sind:
- Automatisierte Text-Erstellung, wie zum Beispiel Nachrichtenartikel oder Produktbeschreibungen
- Erstellung von Antworten in Chatbots oder virtuellen Assistenten
- Text-Vervollständigung, indem das Modell weiterschreibt, nachdem der Benutzer einen Anfangstext eingegeben hat.
Wie lässt sich ChatGPT verwenden?
Um ChatGPT zu verwenden, gibt der Benutzer zu Beginn eine Frage oder Aufgabe ein, die das „Gespräch“ eröffnet. Zusätzlich ist es auch möglich, vorher einen Text oder anderen Inhalt ins Chatfenster zu kopieren. Das Modell analysiert Aufgabe sowie Inhalt und gibt eine Antwort. Dabei können die gestellten Aufgaben ganz unterschiedlich ausfallen:
- Überprüfung eines Programmcodes auf Fehler
- Erstellen eines Programmcodes auf Basis klarer Anweisungen
- Beantwortung einfacher Sachfragen
- Erstellung von Texten
- Ideenfindung für Sachtexte oder Prosa
- Ideenfindung im Marketing
Ein wichtiger Aspekt von ChatGPT liegt darin, dass es das Kontextverständnis verbessert hat. Dies ermöglicht die Erstellung von natürlichen und relevanten Texten. Es erkennt auch die Struktur und Grammatik des Textes und passt sich an, um den erwarteten Schreibstil einzuhalten.
Obwohl ChatGPT beeindruckende Ergebnisse liefert, ist zu beachten, dass es sich hierbei immer noch um einen Computeralgorithmus handelt. Dieser kann manchmal Fehler machen oder unangemessene Inhalte generieren. Es ist daher unerlässlich, die Ergebnisse immer sorgfältig zu überprüfen, bevor sie veröffentlicht werden.
Ein Blick in die Glaskugel: Die Nachfolger von ChatGPT können großes bewirken
Auch wenn ChatGPT bereits beeindruckend ist und sicherlich als Startpunkt dieser Entwicklung gilt, werden die Nachfolgemodelle wirklich Großes leisten können. In Bezug auf Suchmaschinen könnte dies einen echten Paradigmenwechsel einläuten. Ob nun GPT-4 oder entsprechende Konkurrenzmodelle von Google oder Meta – die Art, wie wir nach Informationen suchen, dürfte sich über kurz oder lang erheblich verändern.
ChatGPT wird die Suchmaschinenwelt verändern
ChatGPT hat einen der erfolgreichsten Starts der Internetgeschichte hingelegt: Innerhalb von 5 Tagen konnte es über 1 Million Nutzer überzeugen. Dies verwundert angesichts der endlos erscheinenden Möglichkeiten nicht. Auch die Suchmaschinen-Riesen haben das Potenzial erkannt: Microsoft will ChatGPT möglichst bald in die eigene Suchmaschine Bing implementieren. Google selbst befindet sich aktuell im Krisenmodus und wird sicherlich eine Antwort liefern. Immerhin hat das Unternehmen mit Lamda ein eigenes leistungsfähiges KI-Sprachmodell in der Pipeline. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Zukunft auf dem Suchmaschinenmarkt entwickelt. Fest steht jedoch: Es dürfte spannend werden!