Die Preissteigerungen aufgrund der aktuellen Marktsituation gehen auch nicht an Apple vorbei. Der Konzern kündigte zuletzt deutliche preisliche Steigerungen an, die natürlich auch die beliebten Produkte rund um die iPhones betreffen. In Japan wurden die Preise bereits im Juli drastisch erhöht, auch die Kosten rund um den App Store von Apple steigen. Aber was bedeutet das insgesamt für das iPhone und mit was müssen Kunden rechnen? Dieser Artikel gibt einen Überblick.
Wie viel teurer ist das iPhone 14?
Grundsätzlich ist es für die meisten Smartphone-Kunden nicht neu: Kommt das neue Modell einer beliebten Reihe raus, steigen die Preise fast automatisch. Immerhin kostete das erste iPhone gerade einmal 399 Euro, ein Preis, der heute fast illusorisch wirkt. Jetzt steht das neueste iPhone an, das Modell Nummer 14. Die Kaufkosten stehen fest, aber wie viel teurer werden die Modelle? Vorab gilt es schon einmal für Fans des iPhone Mini, eine bittere Kröte zu schlucken. Es wird kein 14er Modell der Mini-Variante geben. Ein Überblick:
- iPhone 14 Standard – das Standardmodell besitzt ein Display mit 6,1 Zoll und ist ab 999,00 Euro erhältlich. Diese Variante bezieht sich auf den Speicher von 128 GB. Wer mehr möchte, legt bis zu 1.389 Euro auf den Tisch (512 GB Speicher).
- iPhone 14 Plus – entgegen der Vorgängervariante gibt es bei der 14er-Reihe ein großes Modell, ohne dass das High-End-Gerät genutzt werden muss. Das iPhone 14 Plus hat ein 6,7 Zoll-Display und ist durchaus relativ günstig. Die kleinste Speichergröße kostet 1.149 Euro, das Modell mit dem größten Speicher 1.529 Euro.
- iPhone 14 Pro – die Displaygröße ist dieselbe wie beim Standard-iPhone, dafür verschwindet die wenig beliebte Notch. Und der Preis? Es geht bei 1.299 Euro los und endet bei 1.949 Euro, wobei dieses Modell einen Speicher von einem Terrabyte hat.
- iPhone 14 Pro Max – es geht noch größer. Und natürlich teurer, wobei die Ausstattung des Modells trotz des identischen Displays besser ist. Die Preise sind allerdings gesalzen, denn das günstigste Modell kostet mit 128 GB Speicherplatz 1.449 Euro, das teuerste Modell schlägt mit 2.099 Euro in die Kerbe.
Die Preise sind also schon deutlich gestiegen. Leider verhalten sich iPhones für Wartende nicht so wie andere Smartphones. Das heißt: Der Preisverfall setzt selten schnell ein. Im Regelfall werden erste Reduzierungen erst nach vier Monaten sichtbar, wobei diese Rabatte sich deutlich in Grenzen halten. Hier wird Wartezeit also kaum belohnt.
Eine gute Option besteht natürlich darin, ein iPhone 14 mit Vertrag und somit eine günstigere Alternative zu erhalten. Sicherlich zahlen Kunden weiterhin das iPhone über die Grundgebühr ab, aber der große Batzen entfällt. Allerdings ist zu beachten, dass sich viele Verträge auf 36 und nicht wie sonst auf 24 Monate beziehen. Trotzdem kann es sich lohnen, auf diese Art und Weise an das neue iPhone heranzukommen. Dies ist besonders sinnvoll, wenn sowieso ein neuer Smartphone-Vertrag ansteht.
Auf das nächste Modell zu warten, hat allerdings wenig Sinn. Es ist unklar, wann dieses kommt und welche Verbesserungen es mit sich bringt. Schon die Ausstattung des 14er-Modells ist bei Weitem nicht so revolutionär, wie sich manche gewünscht haben.
Wo liegen weitere Preiserhöhungen bei Apple?
Apple zieht die Preise insgesamt an. Somit wird nicht nur das iPhone teurer, sondern auch Geräte wie das MacBook oder die PCs. Das gilt mitunter auch für die Angebote im App Store:
- App-Store – zwischen zwanzig und dreißig Prozent mehr sollen Apps aus dem Store künftig kosten. Die Dollarstärke dürfte hier ein Grund für den Kostenanstieg sein. Ob Apple die Preise wieder senkt, sobald der Euro aufholt, ist fraglich, da die Infrastruktur ebenfalls gezahlt werden muss.
- In-App-Käufe – Entwickler von Apps, die mit In-App-Käufen arbeiten, haben längst die Preise erhöht. Das merken Kunden bereits jetzt. Durchschnittlich ist der Preis um vierzig Prozent höher als im Vorjahr.
- Equipment – letztendlich zeigen sich Preissteigerung in allen Bereichen. Das trifft auch auf beispielsweise Schutzhüllen zu, die gar nicht von Apple gefertigt werden. Wer sich eine Schutzhülle für das iPhone kauft, muss teils höhere Preise akzeptieren als vor einem Jahr.
Im aktuellen Marktumfeld sind die Preiserhöhungen allerdings normal, da alle Hersteller ihre Kosten auf die Preise umlegen. Es ist unrealistisch, zu vermuten, dass ein einzelner Konzern sich zurückhält.
Welche Gründe gibt es für die Preiserhöhungen?
Vielleicht wäre es einfacher, aufzuzählen, welche Gründe nicht dahinterstecken. Allgemein ist die Weltlage ein Problem. Es ist gut denkbar, dass Apple das entgehende Russlandgeschäft mitunter auf die Welt verteilt. Ansonsten gilt:
- Lieferketten – die Lieferketten sind auch für Apple problematisch. Zwar werden Chips mitunter im eigenen Betrieb hergestellt, doch die fehlenden Rohstoffe werden mitunter zu einem ernsten Problem.
- Rohstoffpreise – Rohstoffe sind teuer und werden immer teurer. Durch die problematischen Lieferketten wird der Bezug zudem erschwert und verteuert. Ein Beispiel: Die Containerpreise sind rasant gestiegen, wenngleich sie aktuell wieder fallen.
- Dollar-Euro – der Dollar ist stark, der Euro schwach. Da die Gerätepreise zuerst in Dollar ausgegeben und schließlich in die jeweiligen Landeswährungen umgerechnet werden, liegen die Preise in Deutschland natürlich entsprechend hoch.
- Sonstiges – zwar fallen die Energiekosten in den USA weniger ins Gewicht, doch zahlt Apple automatisch auch die Preise für die Logistik in der EU. Benzin und Diesel, allgemein gestiegene Kosten und der Unterhalt der Apple Stores in Deutschland werden teurer. Immerhin wird auch ein Ladengeschäft beleuchtet und beheizt. Solche Gebühren werden mitunter umgelegt.
Fazit – eine zu erwartende Preissteigerung
Zugegeben, die wenigsten neuen Flaggschiffe der Hersteller kostet weniger als das Vorgängermodell. Immerhin bieten die Geräte auch Neuerungen. Dennoch fallen die Preissteigerungen aktuell besonders auf, da die meisten Menschen ohnehin sparen müssen oder wollen. Zumindest funktioniert der günstigere (oder angenehmere) Smartphonekauf über Handyverträge weiterhin. Doch auch diesbezüglich sollte genau hingeschaut werden, denn je nach Anbieter und Tarif zahlt der Kunde letzten Endes doch wieder drauf: Das ist immer dann der Fall, wenn die Inhalte nicht zum eigenen Nutzungsverhalten passen.