Milliardenmarkt Cannabis: Eine Legalisierung in Deutschland denkbar?

Immer wieder aufs Neue muss sich die deutsche Regierung mit dieser Frage beschäftigen: Wann wird Cannabis legalisiert, wenn überhaupt? An Vorbildern, bei denen eine Entkriminalisierung erfolgreich verlaufen ist, mangelt es nicht. Bestes Beispiel ist Kanada. Beim kleinen Bruder der USA ist das Rauschmittel bereits seit dem Jahr 2018 legal erhältlich. Drogenkriminalität sollte dadurch eingedämmt und die Nachfrage der Droge auf dem Schwarzmarkt sollte ausgelöscht werden, mit Erfolg. In den USA ziehen seit einigen Jahren immer mehr Staaten nach. Auch in anderen Ländern der Welt ist Bewegung in dem Thema. In Deutschland hinkt man stattdessen noch hinterher. Immerhin ist Cannabis seit 2017 auf Rezept vom Arzt erhältlich und diverse legale Cannabis-Produkte erfreuen sich einer immer größer werdenden Beliebtheit. Ist die Legalisierung also nur noch eine Frage der Zeit?

Cannabis und seine Tradition

Cannabis, Marihuana oder einfach Hanf ist eine Nutz- und Heilpflanze, die schon seit mehr als 5.000 Jahren genutzt wird. Dabei wurde es nicht nur für medizinische Zwecke, wie etwa als Mittel gegen Rheuma, Fieber oder Schmerzen, genutzt, sondern es wurde auch Kleidung oder Papier daraus hergestellt. Heutzutage finden wir Cannabis zunehmend in der Lebensmittelindustrie und der Kosmetik.

Die Hauptwirkstoffe sind sogenannte Cannabinoide. Die beiden Bekanntesten sind wohl THC und CBD. Den höchsten Wirkstoffgehalt besitzen weibliche Pflanzen, weshalb sie am ehesten für medizinische Zwecke genutzt werden.

Viele Cannabisprodukte zählen zu den verbotenen Substanzen, es sei denn, dass sie vom Arzt verschrieben werden. Maßgeblich dabei ist, ob sie THC enthalten, da dieser Stoff für die berauschende Wirkung verantwortlich ist.

Produkte, die jedoch statt THC das Cannabinoid CBD enthalten, sind in Deutschland legal und werden immer beliebter. Sie sind in Apotheken oder im Internet in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, dabei ist wohl das CBD-Öl am bekanntesten. Es hat eine ähnliche Wirkung wie das reguläre Cannabis, allerdings ohne die berauschende Wirkung, was es besonders verträglich macht.

Cannabis auf Rezept

Seit dem Jahr 2017 ist Cannabis zumindest als Medizin legal erhältlich. Allerdings wird es nur bei wirklich schweren chronischen Erkrankungen verschrieben und auch nur dann, wenn keine andere Therapie mehr anschlägt. Hauptsächlich geht es beim medizinischen Cannabis um die Therapie von Schmerzen. Gleichzeitig kann es appetitanregend wirken.

Seit vier Jahren ist das Gesetz nun in Kraft. Gerade in den ersten Jahren gab es jedoch schwere Startschwierigkeiten. Unter anderem sehen Ärzte die Dosierung des Medikaments als sehr schwierig an, da der THC-Gehalt im Cannabis immer unterschiedlich sein kann und allein schon von Sorte zu Sorte variiert. Auch der deutsche Hanfverband fordert hier Nachbesserung von Seiten der Politik.

Legalisierung wenig wahrscheinlich

Die Debatte um die Legalisierung von Cannabis ist zwar nach wie vor am Brennen und am Lodern. Allerdings sieht es aktuell noch nicht wirklich danach aus, als würde eine Legalisierung von Cannabis in Deutschland in den nächsten zwei bis drei Jahren durchgesetzt. Die aktuelle Drogenbeauftragte des Bundes, Daniela Ludwig, geht sogar davon aus, dass Cannabis auch in den kommenden Jahren verboten sein wird.

Vielleicht wird in der Zwischenzeit erst einmal eine einheitliche Regelung gefunden, wie mit dem Besitz von Cannabis umgegangen werden kann. Die Handhabe ist hier nämlich von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Wer nämlich geringe Mengen der Droge unerlaubt mit sich führt, kann unter Umständen Glück haben. Ist die Menge kleiner als der für das Bundesland geltende Grenzwert, kann die Staatsanwaltschaft von einer strafrechtlichen Verfolgung dieses Delikts absehen. Die Grenzwerte schwanken zwischen 6 und 15 Gramm je nach Bundesland pro Person für den eigenen Bedarf.

Auf der anderen Seite glauben die Linken, die FDP und die Grünen daran, dass eine Legalisierung von Cannabis doch sehr bald möglich sein könnte. Sie brachten bereits in der Vergangenheit konkrete Konzepte vor, wie eine Legalisierung in Deutschland aussehen könnte. Dabei ist eines der Hauptargumente, dass Alkohol die schlimmere Droge sei und sie auch noch legal ist.

Ist Alkohol wirklich schädlicher?

Es sind zwei verschiedene Arten von Drogen. Alkohol ist ein Gift, dass die Zellen und das Gewebe direkt schädigen kann. Wer zu viel trinkt, kann damit auf lange Sicht seine Organe schädigen. Außerdem kann Alkohol zu einer Abhängigkeit und zu Hirnschäden führen. Etwas weniger schädlich ist hingegen Cannabis für den Körper, da hier „nur“ die Blutgefäße erweitert und der Blutdruck sowie der Puls erhöht werden.

Neben diesen körperlichen Auswirkungen können beide Drogen auch auf die Psyche wirken. Cannabis kann Angst, Unruhe und sogar Halluzinationen hervorrufen. Alkohol hingegen kann die Gewaltbereitschaft erhöhen. Beide Drogen können gefährlich sein, allerdings können die Schäden, die durch Alkohol hervorgerufen werden, deutlich schwerwiegender sein und sogar unter Umständen zum Tod führen.

Vorteile einer Legalisierung

Trotz der (im Vergleich zu Alkohol doch geringen) Schäden, die Cannabis anrichten könnte, bietet eine Legalisierung dennoch einige Vorteile. Vor allem die Bundesregierung kann durch die Einnahme von Steuergeldern davon profitieren.

Gewinne in Milliardenhöhe könnte die Bundesregierung einfahren, wenn der Verkauf von Cannabis legalisiert würde. Neue Arbeitsplätze würden geschaffen, Kapazitäten bei der Polizei eingespart. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die nächsten Jahre im Hinblick auf eine Entkriminalisierung von Cannabis entwickeln.

Sicher und privat im Internet surfen – Was ist ein VPN?

In der virtuellen Welt lauern viele Gefahren. Es gibt jede Menge Hacker, die es auf deine persönlichen Daten abgesehen haben, um sich daran zu bereichern, aber auch Webseiten und Programme sind an Informationen über dich interessiert, um dir dann personalisierte Werbung anzeigen zu können. Es lohnt sich also geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Eine besonders effiziente Möglichkeit, um deine Daten zu schützen, bietet ein VPN. Hier beantworten wir dir alle wichtigen Fragen rund um dieses Sicherheitsfeature.

Was ist ein VPN?

„Was ist ein VPN und was bringt es?“ Diese Frage dürfte sich jetzt wohl der ein oder andere stellen. Für jede Aktivität online ist es eine gut Idee, ein VPN zu benutzen. Die Abkürzung „VPN“ steht für „Virtual Private Network“, welches dafür sorgt, dass man zwar öffentliche Netzwerke nutzt, aber dennoch eine private, geschützte Verbindung aufbauen kann, und zwar sowohl mit privaten als auch mit Unternehmensnetzwerken. Das heißt, es werden alle Online-Aktivitäten in Echtzeit verschlüsselt und die eigene Identität wird durch die Verschleierung der IP-Adresse geschützt. Durch die Nutzung eines VPN-Programms machst du es Hackern, staatlichen Organisationen und allen anderen, die gerne persönliche Daten sammeln, also ein gutes Stück schwerer, Zugriff zu den begehrten Informationen zu erhalten. Mehr dazu findest du auch unter https://praxistipps.chip.de/vpn-fuer-wen-und-wann-es-sinnvoll-ist_123254

Wie funktioniert ein VPN und welche Funktionen bietet es?

Ein VPN verbindet dein Gerät sicher mit dem Internet. Alle Daten, die du darüber überträgst oder empfängst werden durch eine Art verschlüsselten Tunnel geschickt. So werden sowohl IP-Adresse als auch Standort unsichtbar gemacht.

Im Normalfall wird immer, wenn du eine Webseite aufrufst, dem Server der dahinter steht, deine IP-Adresse enthüllt, damit er dir im Anschluss auch die gewünschten Inhalte zur Verfügung stellen kann. Viele denken darüber gar nicht groß nach und sehen kein Problem dahinter. Was sie aber nicht bedenken ist, dass die IP-Adresse für jeden Nutzer und jedes Gerät einzigartig ist. Das heißt, im Umkehrschluss lassen sich über die IP viele private Daten herausfinden. Wenn du einen VPN-Client nutzt, kannst du das jedoch verhindern.

Wenn man erklären will, wie ein VPN funktioniert, muss man damit anfangen, dass die Online-VPN-Anbieter in der Regel eine Vielzahl von Servern auf der ganzen Welt betreiben. Wenn du innerhalb eines VPN eine Webseite aufrufst, stellst du keine direkte Verbindung von deinem Gerät aus zum Server der Webseite her, sondern das Gerät verbindet sich zuerst mit einem der VPN-Server. Erst von dort aus wird die Anfrage dann an den Webseiten-Server geschickt. Das bedeutet, dass der Webseiten-Betreiber nur die IP des VPN-Servers sieht, aber nicht die private des Nutzers. Es lassen sich also keine Rückschlüsse auf den Standort des Nutzers oder andere persönliche Daten ziehen.

Durch das VPN wird die IP-Adresse verschleiert, aber das ist noch nicht alles. Zusätzlich laufen alle Daten zur Verschlüsselung über ein VPN-Protokoll. So kann nicht einmal dein Internetanbieter sehen, was du online tust. In erster Linie schützt ein VPN vor Überwachung im Netz und erleichtert eine geschützte private Kommunikation. Praktisch ist allerdings auch die Umgehung von geobasierten Einschränkungen, durch die Nutzung von Servern im Ausland. Die Funktionen, die du bekommst, können allerdings von Anbieter zu Anbieter variieren. Auf der entsprechenden VPN-Site findest du in der Regel alle nötigen Infos dazu. Viele kannst du auch kostenlos ausprobieren und sie einem VPN-Check unterziehen.

Warum ist ein VPN wichtig?

So mancher wird sich fragen, „wozu braucht man ein VPN?“. Wenn du online ein VPN nutzt, kannst du in erster Linie deine Privatsphäre schützen. Schließlich hinterlässt im Normalfall jede Aktivität im Netz – egal, ob du in sozialen Netzwerken unterwegs bist oder in Online-Shops – ihre Spuren. Online-Dienste zeichnen deine Daten auf und nutzen diese, um dir die passende Werbung anzuzeigen oder verkaufen sie sogar an Drittanbieter. Der Wunsch der Menschen, so wenig digitale Spuren wie möglich zu hinterlassen, wird immer größer. Mit einem VPN kommt man diesem Wunsch ein gutes Stück näher und machst zugleich auch Hackern das Leben schwer.

Was sind die Vorteile eines VPN und warum benötigst du es?

Ein VPN-Dienst bringt dir eine Reihe von Vorteilen. Wir haben für dich die wichtigsten Gründe aufgelistet, warum du ein VPN nutzen solltest.

Erlebe ein hohes Maß an Privatsphäre

Die meisten von uns tun im Internet auch hin und wieder Dinge, von denen wir nicht unbedingt wollen, dass andere etwas davon mitbekommen. Wir können uns in Foren Ratschläge zu privaten Themen holen und anonym unsere Meinung äußern oder auch in Singlebörsen auf Partnersuche gehen. Nutzt man dafür kein VPN, wird aber die IP-Adresse angezeigt, die einiges über eine Person verraten kann. Dazu kommen dann noch die Cookies, die man akzeptieren muss, und die weitere Daten auf der Webseite speichern.

Mit einem VPN-Dienst wird die persönliche IP-Adresse durch die des VPN-Servers überdeckt, egal ob du Internetdienste nutzt oder Dateien herunterlädst. Auf diese Weise kannst du also deine Privatsphäre im Netz effizient schützen. Für noch mehr Anonymität solltest du außerdem darauf achten, dass der VPN-Anbieter keine Logfiles speichert, denn darin werden Informationen zum Nutzer und zu Datenzugriffen gespeichert.

Behalte deine Traffic-Daten für dich

Ohne die Verwendung eines VPNs kann dein Internetdienstanbieter Traffic-Daten sammeln, die er dann auswerten und beispielsweise zu Werbezwecken heranziehen kann. Es kann sogar sein, dass ein gewisser Datenverkehr vom Provider bewusst herunterpriorisiert und verlangsamt wird.

Das kann ein VPN ändern, denn damit werden alle deine Daten auch für den Internet-Provider verschlüsselt und können dementsprechend auch nicht ausgewertet werden. Du musst auch keine Angst haben, dass deine Internetgeschwindigkeit sich durch die Nutzung eines VPN-Dienstes verlangsamt. Dies war früher vermehrt der Fall, aber heutzutage ist dieses Vorurteil veraltet.

Sichere Nutzung öffentlicher Netzwerke

Es ist praktisch, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Cafés oder Hotels öffentliches WLAN-Hotspots zu nutzen, da diese kostenlos sind und das Datenvolumen schonen. Allerdings sind diese Netzwerke auch eine sehr gute Gelegenheit für Hacker denn sie sind oft nur unzureichend geschützt und können von jedem besucht werden. Cyberkriminelle wählen sich also gern in die WLAN-Hotspots ein und fangen dort persönliche Daten der anderen Nutzer ab. Besonders prekär wird es, wenn du dich dann über ein solches Netzwerk in deine Konten einloggst, Online-Shopping betreibst oder sogar Online-Banking machst.

Auch das kannst du mit einem VPN ändern, denn in einem öffentlichen Netzwerk funktioniert die VPN-Verschlüsselung ebenso für alle deine Daten und macht sie so für Unbefugte unbrauchbar.

Von außerhalb auf ein internes Netzwerk zugreifen

Einige Organisationen und Unternehmen nutzen auch ein VPN, damit Mitarbeiter von überall aus auf das firmeninterne Netzwerk und alle dazugehörigen Daten zugreifen können. So kann man von jedem beliebigen Ort aus so arbeiten, als würde man gerade am Schreibtisch im Büro sitzen. Dasselbe gilt auch für ein Uni-VPN, welches von außerhalb Zugriff auf uni-interne Portale gewährt. Hier werden oft LRT-Router verwendet, die durch ein Easy-Link-VPN den Setup-Prozess ersetzen.

VPN-Programme ermöglichen also effizientes und flexibles Arbeiten, was natürlich auch ein Plus für die Angestellten ist.

Wie installiert man ein VPN und wie nutzt man es?

In der Regel ist eine gute VPN-Software denkbar einfach zu installieren und zu nutzen. Du suchst dir einfach einen passenden Anbieter aus und lädst dann das entsprechende Programm herunter. Die Software sollte dich dann durch alle nötigen Schritte führen. Wenn du dich zum ersten Mal bei einem VPN-Dienst anmeldest, bekommst du deine Zugangsdaten. Meistens können diese dann für mehrere Geräte verwendet werden. Das heißt, du kannst das VPN online zum Beispiel auf deinem PC und auch auf deinem Smartphone nutzen.

Es gibt mittlerweile auch ein Browser-VPN, wo das VPN-Tool in den Browser integriert ist. Dies ist zum Beispiel beim Opera-Browser der Fall. Um es zu nutzen, musst du den Browser herunterladen. In den Browsereinstellungen kannst du dann unter Datenschutz & Sicherheit auf VPN aktivieren klicken.

Es gibt auch wirklich solide kostenlose VPN-Dienste, die du bedenkenlos verwenden kannst. Wenn du ein kostenloses VPN ohne Anmeldung nutzt, solltest du dir darüber bewusst sein, dass diese im eigentlichen Sinne auch oft nicht kostenlos sind, sondern sich durch Werbung finanzieren. Im schlimmsten Fall sammeln diese Dienste ebenfalls deine Daten und verkaufen sie vielleicht sogar an Drittanbieter weiter. Aus diesem Grund empfehlen wir die Verwendung eines kostenpflichtigen VPN-Services. Nur so bleibt dein Datenverkehr auch wirklich privat und sicher.

Ist ein VPN wirklich so sicher?

Ein VPN sorgt auf jeden Fall dafür, dass Online-Aktivitäten ein großes Stück sicherer werden und tragen zu verbesserter Privatsphäre bei. Die Frage lässt sich also generelle mit „ja“ beantworten. Vorausgesetzt, du entscheidest dich für einen guten und seriösen Anbieter. So ganz anonym bist du nämlich auch mit einem VPN nicht unterwegs. Der VPN-Anbieter kann deine Daten sehen und ist eventuell auch im Besitz deiner personenbezogenen Daten, die du für die Anmeldung angeben musst.

Wenn du ein VPN-Netzwerk benutzen willst, solltest du auch darauf achten, dass der Anbieter keine Logs sammelt. Logs sind Protokolle, aus denen verschiedene persönliche Informationen hervorgehen wie IP-Adresse, Verbindungsdauer und Traffic. Sinnvoll können diese Protokolle dann sein, wenn beim VPN-Dienst Probleme mit der Technik auftreten. Die Frage ist allerdings, ob sie auch wirklich vertraulich behandelt werden. Informationen dazu findest du auf der entsprechenden VPN Website des Anbieters.

Wenn du dir also die Frage stellst „braucht man ein VPN?“, können wir nur mit ja antworten. Wie sicher ein solches jedoch ist, hängt stark vom Anbieter ab. Bei vielen Diensten kannst du zunächst das VPN einem Test unterziehen, bevor du ein Abonnement abschließt.

Fazit

Online ein VPN zu nutzen, kann dir sehr viel Sicherheit und Privatsphäre bieten. Viele machen sich Gedanken darüber, ob man einen VPN-Client überhaupt legal verwenden darf. Dazu sei gesagt, dass das normale Surfen im Netz und das Herunterladen von Daten über ein VPN durchaus erlaubt sind. Dass allerdings auch mit einem VPN das Besuchen von illegalen Webseiten oder andere strafbare Online-Tätigkeiten verboten sind, sollte klar sein.

Zudem musst du auch aufpassen, wenn du in andere Länder verreisen willst. So ist ein VPN-Zugang zum Beispiel im Irak oder in Nordkorea komplett untersagt. In Russland und China sind nur die VPN-Dienste erlaubt, die eine bestimmte Lizenz vorweisen können. Wenn du einen Browser mit VPN nutzen möchtest, solltest du dir darüber bewusst sein, dass die Verschlüsselung hier nur bis zum VPN-Server besteht.

Energiewende: Das heißt es für Verbraucher

Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind zentrale Aspekte unserer Gesellschaft. Einen wichtigen Bestandteil stellt die Energiewende dar. Sie beschreibt die Zuwendung von fossilen Brennstoffen hin zu einer regenerativen Energieerzeugung. Das trägt dazu bei, dass Wärme und Mobilität in Zukunft bezahlbar bleiben. Aber was bedeutet Energiewende überhaupt und wie gewinnt man regenerative Energie?

Energiewende: Definition und Ziele

Zusammengefasst steht sie für eine ökologische und nachhaltige Versorgung, die auf atomare statt fossiler Quelle setzt. Es geht also darum, für Mobilität, Strom und Wärme Energiequellen bereitzustellen, um so CO2 einzusparen.

Im Detail beschreibt sie vielmehr den gesellschaftlichen und technologischen Wandel. Außerdem trägt sie dazu bei, dass die Erde für zukünftige Generationen lebenswert bleibt. Fossile Brennstoffe erzeugen klimaschädliche Emissionen, die bereits jetzt ein Problem darstellen. Zusätzlich benötigen die Menschen bezahlbare Energiequellen. Da fossile Quellen wie Erdgas, Erdöl und Kohle irgendwann zur Neige gehen, wirkt sich ihre Verfügbarkeit auf die Kosten aus. Je knapper das Angebot wird, desto höher der Preis, was Energie schließlich zu einem Luxusgut machen würde.

Die Energiewende bereitet die Gesellschaft auf eine neue und nachhaltige Energiewelt vor. Basierend auf erneuerbaren und nachwachsenden Energien ist sie in unendlicher Menge verfügbar. Beispiele dafür sind Sonnenenergie, Windenergie, Bioenergie sowie Erdwärme.

Welche Ziele verfolgt die deutsche Bundesrepublik?

Die Energiewende ist ein enormes Vorhaben, das mit viel Aufwand und Ausdauer einhergeht. Um sie dennoch erfolgreich umzusetzen, haben Politiker und Wissenschaftler eine Reihe an Zielen definiert. Die folgenden Punkte gelten als die Wichtigsten der deutschen Bundesregierung:

  • Bis 2050 decken erneuerbare Energien 60 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland ab.
  • Die Emission von Treibhausgasen bis 2050 um mindestens 80 Prozent eindämmen. Als Referenzwert gelten die Werte aus dem Jahr 1990.
  • Den jährlichen Primärenergiebedarf bis 2050 um 50 Prozent senken.
  • Bis 2022 sinkt der Anteil von Kernenergie bei der Stromerzeugung auf null Prozent.
  • Den Wärmeverbrauch bis 2050 um 80 Prozent senken, verglichen mit 2008.

Was bedeutet die Energiewende für den Verbraucher?

Die hochgesteckten Ziele der Bundesregierung fordern die Gesellschaft und die Wirtschaft gleichermaßen. Beispielsweise ist es notwendig, dass Deutschland langfristig ein Standort für Technologie und Innovation bleibt. Gleichzeitig steigen die Preise für Wärme, Strom und Mobilität. Damit deutsche Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben und die Bevölkerung ihr aktuelles Wohlstandsniveau beibehält, müssen die Ziele bezahlbar sein.

Die Vorhaben Deutschlands basieren im Wesentlichen auf zwei Säulen: regenerative Energiequellen und Energieeffizienz.

Eine nachhaltige Zukunft durch erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien im Bereich Mobilität, Strom und Wärme sind ein wichtiger Bestandteil der Strategie. Sie lösen fossile Energieträger ab, sind klimaneutral und verzichten auf die Emission schädlicher Treibhausgase. Ein zusätzlicher Vorteil: Wer ein Großteil der Energie im eigenen Land erzeugt, senkt es die Abhängigkeit vom Import.

Weniger Verbrauch durch mehr Energieeffizienz

Noch besser, als regenerative Energien zu nutzen ist es, sie zu sparen. Eine gesteigerte Energieeffizienz trägt dazu bei, dass sich der Verbrauch in sämtlichen Bereichen reguliert. Moderne Heizungsanlagen und Energiesparhäuser helfen im Wohnbereich, während sparsame Haushaltsgeräte den Stromsektor entlasten.

Ein Mix aus Gesetzen, Förderungen und Verboten unterstützt dieses Vorhaben. Beispielsweise schreibt die Gesetzeslage vor, dass neue oder sanierte Gebäude möglichst wenig Wärme verlieren dürfen. Zusätzlich sind Hausbesitzer in der Pflicht, Heizkessel nach 30 Jahren zu tauschen, sollten sie ineffizient sein. Wer früher auf modernere Technik setzt, erhält eine Förderung vom Bund.

Bereits 2017 ließ sich der gesamte Energieverbrauch in Deutschland zu 15,8 Prozent durch regenerative Energiequellen decken. Ein hervorragender Zuwachs, der zeigt, dass sich die Energiewende in die richtige Richtung bewegt. Trotzdem steht der Gesellschaft noch ein großes Stück arbeit bevor, denn die für 2050 angestrebten Ziele liegen deutlich höher.

Starkes Immunsystem – aber was ist das eigentlich?

Es ist die wichtigste Abwehr des Körpers gegen Schäden jeder Art. Doch nur wenige Laien wissen wirklich, was sich hinter unserem Immunsystem verbirgt, was es kann und was nicht. Dabei ist dieses Wissen unglaublich wichtig, denn nur wer es besitzt, kann sein Immunsystem wirklich so gut machen, wie es möglich ist.

Egal ob während der jetzigen Pandemie oder spätestens zu jeder Erkältungssaison: Überall ist immer wieder die Rede von „starkes Immunsystem“ oder wird aufgefordert „stärken Sie Ihr Immunsystem!“. Dabei wissen viele jedoch nur, dass es dabei etwas mit der körpereigenen Abwehr von Krankheiten zu tun hat. Tatsächlich greift unser Immunsystem jedoch viel weiter, kann deutlich mehr – aber hat auch seine Grenzen und kann sich sogar gegen uns wenden.

1. Was unser Immunsystem ist – und was nicht

Kleine Zellen, die per Knüppel auf Angreifer losgehen; ein System, das vornehmlich gegen Viren vorgeht und das mitunter bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt ist: Rund um das Immunsystem gibt es viel Unwissen und Halbwahrheiten. Deshalb zunächst ein Überblick.

Leben bedeutet Attacken darauf – zu jeder Zeit und überall

An das Immunsystem denken viele erst dann, wenn Krankheiten drohen (etwa eine Grippewelle) oder schon eingetreten sind. Just das ist jedoch völlig falsch. Tatsächlich ist unser Immunsystem 24/7 im Einsatz. Denn unser Organismus ist ebenso ständigen Risiken und Attacken ausgesetzt.

  • Archaeen und Bakterien,
  • Natürliche und künstliche Schadstoffe,
  • Parasiten und Protozoen,
  • Pilze und
  • Viren

sind ständig um uns herum. Zwar ist es nicht zwingend ihre Daseinsberechtigung, unseren Organismus zu beschädigen, jedoch ist dies fast immer entweder evolutionärer Bestandteil ihres Daseins oder eine direkte Folge ihrer Wirkung im Körper.

Zudem gibt es keinen Ort, an dem wir sicher sind. Schon im Mutterleib kommen Ungeborene mit Erregern in Kontakt und selbst auf der nach allen Maßstäben „klinisch reinen“ ISS finden sich mikrobiologische Schädlinge.

Hinzu kommt noch die Tatsache, dass andauernd Zellen in unserem Körper aus zahlreichen Gründen entarten, sowohl durch äußere wie innere Faktoren, beispielsweise eine beschädigte DNS. Nimmt dies Überhand, wenn die Zellen nicht rechtzeitig zerstört werden, kann Krebs entstehen.

Es war einmal das Leben: Die körpereigene Polizei?

Die Art, wie viele sich ihr Immunsystem vorstellen, wurde im europäischen Raum maßgeblich durch die erfolgreiche Zeichentrickserie Es war einmal… Das Leben geprägt. Darin wurde das Immunsystem als anthropomorphe Polizisten dargestellt. Das ist zwar in der Darstellung völlig falsch, trifft es aber zumindest im Kern – auch wenn es stark übervereinfacht ist.

Denn das Immunsystem besteht nicht nur aus einer Gruppe von Lebewesen, sondern ist buchstabengetreu ein vollumfängliches System aus mehreren, aufeinander aufbauenden Schutzstufen und -mechanismen. Dazu gehören Organe wie beispielsweise die Milz, die Mandeln, die Lymphknoten und das Knochenmark. Ebenso aber auch eine Reihe von Zellen (etwa die weißen Blutkörperchen) sowie Moleküle, Enzyme und nicht zuletzt unsere Psyche.

Auch ist die Darstellung als Polizei nicht richtig, um bei solchen Realwelt-Analogien zu bleiben. Besser wäre es, sich unser Immunsystem als Armee mit verschiedensten Aufgabenbereichen und Spezialisten vorzustellen, die letztlich nur ein Ziel hat: Jeden potenziell für unseren Organismus schädlichen Gegner zu erkennen und zu zerstören.

Angeboren oder antrainiert?

Dabei unterteilt sich das Immunsystem grundsätzlich in zwei unterschiedliche Bereiche:

  • Die Unspezifische Immunabwehr ist angeboren. Sie enthält eine generelle oder eben unspezifische Antwort auf eine vom Organismus erkannte Bedrohung. Beispielsweise die Erhöhung der Körpertemperatur durch Fieber, um Erregern sprichwörtlich „einzuheizen“ und so als Wirt unattraktiver zu sein.
  • Die Spezifische Immunabwehr ist adaptiv bzw. anpassungsfähig. Sie beginnt praktisch ab der Geburt, sammelt ständig neue Informationen über Bedrohungen und entwickelt so gezielte Antworten darauf. Diese Immunabwehr wird auch durch Impfungen angesprochen. Wer beispielsweise eine Masernimpfung erhält, bekommt die kompletten Baupläne des Masernvirus für sein Immunsystem geliefert, wodurch es eine punktgenaue Reaktion entwickelt. Es verbleiben deshalb immer Antikörper bzw. Gedächtniszellen, die dafür sorgen, dass das Immunsystem zeitlebens nicht mehr vergisst.

Übrigens verfügt zwar praktisch jede Lebensform auf der Erde über eine unspezifische Immunabwehr. Ein spezifischer, lernfähiger Schutz hingegen findet sich vornehmlich bei Wirbeltieren – da diese viele Evolutionsschritte absolviert haben. Allerdings wurde vor einigen Jahren festgestellt, dass auch Bakterien und Archaeen eine solche Antwort entwickeln können.

Effektiv, aber lückenhaft: Die Immunantwort

Ein Erreger dringt in den Körper ein. Was jetzt passiert, hängt im höchsten Maß mit den Fähigkeiten des Immunsystems ab. Denn der Grund, warum wir überhaupt durch externe Erreger erkranken, ist, dass unser Immunsystem diese entweder nicht erkennt oder aus verschiedenen Gründen weder eine unspezifische noch spezifische Antwort einleiten kann – woher dieses Unvermögen kommt, ist ein wichtiges Betätigungsfeld der Immunologie.

Das vielleicht beste, weil enorm weit verbreitete Beispiel hierfür ist Lippenherpes. Das Virus Herpes simplex steckt schätzungsweise in 90 Prozent aller Deutschen. Nach einer Infektion lagert es sich im Rückenmark ein – in normalen Zellen des Organismus. Normalerweise würden die Zellen eine solche „feindliche Übernahme“ durch Botenstoffe signalisieren. Das wiederum würde eine Immunabwehr auslösen. Bloß ist Herpes simplex sehr gut darin, diese Aussendung zu unterdrücken.

In der Folge sieht das Immunsystem den Eindringling nicht, weil er sehr gut getarnt ist. Jedes Mal, wenn das Virus wieder ausbricht, verteilt es sich in andere Zellen, wodurch es ein Leben lang im Menschen überdauert, obwohl Zellen nur eine sehr viel kürzere Lebensspanne aufweisen.

Ein anderer Vertreter ist das Grippevirus. Denn wo bei zahllosen anderen Erregern spätestens nach einer Impfung nie wieder eine Ansteckung zu befürchten ist, mutiert die Grippe mit hohem Tempo. Jede Grippesaison zeigt sie sich in einem neuen Gewand, wodurch sie das Immunsystem ebenfalls überlistet – aus genau diesem Grund muss immer wieder neu geimpft werden, um das Immunsystem für jede neue Grippevariante zu schulen.

Überreaktionen: Wenn das Immunsystem verrücktspielt

Dass selbst eine völlig normale Immunabwehr oftmals einen regelrechten „Krieg“ bedeutet, der den Körper leiden lässt, dürfte schon jeder festgestellt haben, der bei einer Grippe hohes Fieber entwickelte oder dessen Zeh durch einen Splitter zu einem hochrot entzündeten Schmerzzentrum wurde. Oft genug denken Betroffene, dass die Nebenwirkungen der Immunabwehr schlimmer seien als die Krankheit selbst.

Tatsächlich kann es aber wirklich zu solchen Zuständen kommen: Das Immunsystem reagiert völlig falsch, die Immunantwort wird von der Abwehr- zur Offensivwaffe gegen den eigenen Körper. Der Fachbegriff dafür ist die Autoimmunerkrankung, von der es leider eine sehr lange Liste gibt. Immer passiert das Gleiche: Das Immunsystem kann aufgrund der Erkrankung nicht mehr zwischen eigenen und fremden Organismen unterscheiden und attackiert deshalb unterschiedslos. Auch eine COVID-19-Erkrankung funktioniert nach einem ähnlichen Muster, weil es eine typische Immunreaktion als Methode zum Eindringen in Zellen nutzt.

Doch es geht auch umgekehrt. Das bekannteste Beispiel hierfür ist AIDS. Schon der Begriff steht übersetzt für „Erworbenes Immunschwäche-Syndrom“. Sobald die Krankheit ausbricht, sorgt sie dafür, dass ausgerechnet die T-Helferzellen und damit wichtige „Kommandeure“ des Immunsystems nicht mehr ihrer Aufgabe nachkommen, sondern neue HI-Viren produzieren. In der Folge werden immer mehr T-Helferzellen infiziert, das Immunsystem wird immer schwächer, es stellen sich dadurch Folgeerkrankungen ein. Die meisten (unbehandelten) AIDS-Patienten versterben deshalb an Krankheiten, die für ein gesundes Immunsystem spielend zu bewältigen sind.

2. Das menschliche Immunsystem: So funktioniert es wirklich

Es gibt viele Bedrohungen für den menschlichen Organismus und dank der spezifischen Immunabwehr ist die Reaktion, wie erwähnt, maßgeschneidert. Doch stellen wir uns einmal das (fiktive) Bakterium Coreoposum vor, einen klassischen Krankheitserreger, der zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Muskelzucken führt. Anhand dieses Beispiels führen wir nun durch das menschliche Immunsystem und seine Reaktion.

An dieser Stelle wurde mit voller Absicht ein nicht existierendes Bakterium gewählt. Denn wie sich reale Erreger verhalten, welche Wege sie in den Körper nehmen, was sie dort anrichten und wie die Immunreaktion ausfällt, unterscheidet sich stark von Erreger zu Erreger. Ein fiktives Bakterium hingegen erlaubt es, eine ganz typische Vorgehensweise zu zeigen und somit das Immunsystem pauschal zu erläutern, anstatt Reaktionen zu erklären, die normalerweise völlig unterschiedlich ausfallen können.

Mit Haut und Haaren: Die äußerste Verteidigungslinie

Coreoposum verbreitet sich durch die Luft, findet sich auf verschiedenen Oberflächen. Eine typische Bakterie. Ob sie jedoch in den Menschen eindringt, ist sehr fragwürdig. Denn die erste, wichtigste und am wenigsten beachtete Verteidigungslinie unseres Immunsystems umfasst die Oberfläche unseres Körpers und seine Eingänge. Hier finden sich zahlreiche biochemische und mechanische Hürden:

  • Die Haut als geschlossene Schicht. Sie hat (außerhalb des Intimbereichs, dieser ist alkalisch) eine leicht saure Oberfläche, welche Coreoposum angreift. Ähnliches machen auch die Mikroorganismen einer gesunden Hautflora sowie Talg, Schweiß und Ohrschmalz.
  • Die Haare unserer Wimpern, in den Ohren und in der Nase, zudem auch die Schamhaare. Sie sorgen dafür, dass Coreoposum davon abgehalten wird, in die Körperöffnungen einzudringen. Dies geschieht durch eine Belüftung der Haut, was Aufweichen durch Schweiß verhindert und förderliche Bakterien am Leben erhält. Zudem fungieren die Haare wie ein Fangnetz.
  • Die Produkte unserer Schleimhäute, sowie der Tränen-, Speichel- und Schweißdrüsen. Ihre Aufgabe ist es, Coreoposum in Flüssigkeit bzw. Schleim gefangen zu halten und so entweder an der Bewegung zu hindern, auszuschwemmen oder sogar durch antimikrobielle Wirkstoffe unschädlich zu machen.

Auch unser Verdauungstrakt ist ein wichtiger Bestandteil dieser Barriere. Vom Enzym Lysozym im Speichel über die sehr aggressive Magensäure und die Darmflora bis hin zur ständigen Ausscheidung durch Stuhl und Urin sorgt er jederzeit dafür, dass unerwünschte Eindringlinge unschädlich gemacht und/oder abtransportiert werden.

Abwehrzellen: Kämpfer und Steuerer

Die erste Verteidigungslinie unseres Körpers ist sehr gut. So gut, dass Coreoposum eigentlich keine Chance hätte. Bloß macht der Mensch Fehler. Vielleicht hat er einen Schnitt im Finger, einen Kratzer im Mund oder Coreoposum befindet sich auf einem Lebensmittel. Warum auch immer, das Bakterium schafft es, in den Körper einzudringen.

Viel nützen wird ihm das nichts. Denn unser Körper ist von den zellulären Bestandteilen des Immunsystems durchzogen. Sie finden sich in jedem Tropfen Blut, im Gewebe, in unserem Lymphsystem. Und sie sind jederzeit sehr empfindlich. Denn sehr viele mögliche Angreifer haben sogenannte Antigene. Das sind Moleküle auf ihrer äußeren Hülle, die unserem Immunsystem nicht nur verraten, dass es sich um einen Fremdkörper handelt, sondern die durch ihre Einzigartigkeit (wie ein Fingerabdruck) auch schon eine spezifische Immunreaktion hervorrufen können.

  • Dendritische Zellen. Sie sind eine von mehreren Wächterzellen des Immunsystems. Sie erkennen die Antigene und schütten Botenstoffe aus, die andere Zellen an den Ort des Geschehens leiten oder auch eine weiter entfernte, unspezifische Immunabwehr anregen.
  • Granulozyten (spezielle weiße Blutkörperchen, die auch von der Blutbahn in das umliegende Gewebe eindringen können). Sie können Coreoposum unspezifisch aufnehmen und zerstören, werden deshalb auch Fresszellen
  • Makrophagen. Sie sind zwar ebenfalls weiße Blutkörperchen, finden sich jedoch nur im Gewebe, machen dort aber ähnliches wie die Granulozyten und werden wegen ihrer Größe Riesenfresszellen
  • T-Zellen. Sie fungieren je nach Art ebenfalls als Wächter, können aber beispielsweise auch bereits infizierte Zellen abtöten. Sie sind auch ein wichtiger Bestandteil, der unseren Körper vor Krebs schützt, weil sie auch krankhaft veränderte Zellen abtöten.
  • B-Zellen. Weitere weiße Blutkörperchen, die ebenfalls als Wächter fungieren. Sie zirkulieren im Blut. Erkennen sie ein fremdes Antigen und bekommen gleichzeitig Signale von T-Zellen, wandern sie in die Milz oder die Lymphknoten. Dort werden sie zu Plasmazellen umgewandelt, vervielfältigt und streuen dann Antikörper (Immunglobuline) aus. Dies wirkt wiederum als weiteres Alarmsignal für das restliche Immunsystem, speziell für die humorale Abwehr (siehe nächstes Kapitel).

All diese Zellen sorgen dafür, dass das Immunsystem in einen „Gefechtsmodus“ schaltet. Es bekommt gesagt, dass ein Eindringling vorhanden ist, welcher Eindringling es ist und weiß zudem auch sofort, welche speziellen Bekämpfungsstrategien nötig sind – beispielsweise, ob eine Entzündung genügt, welche die Zone erhitzt und die Blutgefäße erweitert, oder ob der Körper generell die Temperatur erhöhen muss.

Ein weiterer wichtiger Part sind die NK-Zellen; das Kürzel steht für Natürliche Killer(zellen). Sie sind deshalb so bedeutsam, weil Sie nicht auf Antigene angewiesen sind. Sie reagieren nicht auf die Anwesenheit von Antigenen, sondern die Abwesenheit von bestimmten Proteinen auf dem Erreger. Wichtig, weil die Antigen-Methode nicht bei jedem Erreger funktioniert.

Coreoposum verrät sich den NK-Zellen also dadurch, dass es nicht die richtige „Parole“ aufsagen kann. Gleiches passiert auch bei entarteten Zellen, wodurch die natürlichen Killer ein weiterer Schlüssel im Kampf gegen Krebs sind.

Flüssige Bestandteile: Antikörper sind ziemlich unbeweglich

Das Coreoposum-Bakterium hat an diesem Punkt nicht nur das gesamte Immunsystem in Alarm versetzt, sondern steht inmitten einer schweren Schlacht gegen die diversen körpereigenen Zellen. Unser Immunsystem kennt jedoch keinen fairen Kampf, sondern strebt einen überwältigenden Sieg an. Hier kommen nun die humoralen Bestandteile der Immunabwehr ins Spiel. Proteine, die ständig im Blut und sämtlichen anderen Körperflüssigkeiten zirkulieren (deshalb auch der Name: Humor = Flüssigkeit).

Im Gegensatz zu den Abwehrzellen können sich diese Bestandteile jedoch nicht selbst bewegen. Dafür aber können die Antikörper, die Interleukine und die Proteine des Komplementsystems jedoch anderes:

  • Sie heften sich an Coreoposum und aneinander und hemmen es in seiner Bewegung, indem sie praktisch ein Netz aufbauen.
  • Sie bilden eigene Mikroorganismen, welche die Zellwände von Coreoposum durchdringen und es von innen heraus zerstören.
  • Sie regen auf ihrem Weg die Bildung neuer Abwehrzellen an, versorgen diese ebenfalls mit detaillierten Informationen.

Der ewige Krieg in unserem Körper

Im Körper ergibt sich deshalb ein hochpräzises dirigiertes Gefecht. Jeder Bestandteil der Immunabwehr hat eine spezifische Aufgabe, kann aber meist auch noch andere Dinge übernehmen.

Typischerweise bekommen wir jedoch nur etwas davon mit, wenn sich eine solches Gefecht zu einem großen „Krieg“ auswächst. Das ist dann der Fall, wenn beispielsweise die Immunabwehr entweder zu schwach war oder erst einen Angreifer kennenlernen muss.

Praktisch jedoch stehen die Chancen sehr gut, dass das Coreoposum-Bakterium an dieser Stelle durch die Immunabwehr vernichtet wird – so, wie es täglich tausendfach in unserem Körper passiert. Und nach jedem Kampf hält das System umfassende „Manöverkritik“, um sein immunologisches Gedächtnis aufzufrischen. Das bedeutet, wenn der Körper nochmals einen Kontakt mit Coreoposum macht, wird die Antwort noch schneller, stärker und zielgerichteter erfolgen.

3. Immunsystem stärken: Viel Aberglaube, wenig Wirksames

Wie das Immunsystem funktioniert, ist nun klar. Aber was können wir tun bzw. vermeiden, damit unsere „Soldaten“ in Anzahl und Fähigkeiten immer die Oberhand gegenüber jedem möglichen Angreifer behalten?

Was das Immunsystem schwächt

Schlachten sorgen für Verluste. Dementsprechend ist das Immunsystem nach Krankheiten grundsätzlich schlechter aufgestellt. Allerdings gibt es auch vieles, was wir uns in dieser Hinsicht selbst antun:

  • Zu häufiges Duschen und Baden; insbesondere mit zu scharfen Reinigungsmitteln. In der Regel genügt lauwarmes Wasser und pH-neutrale Seife. Auch wäre es eigentlich am besten, zumindest auf Intimrasuren zu verzichten. Diese sorgen häufig für Mikroverletzungen und somit Einfallstore für Erreger. Außerdem sind die Haare, wie erwähnt, ein Bestandteil der äußeren Verteidigung.
  • Qualitativ und quantitativ schlechter Schlaf. In der Nacht kann unser Körper nicht nur wesentlich besser bekämpfen, sondern das Immunsystem auch regenerieren.
  • Zu viel Stress, weil dieser über eine Reihe von Wirkmechanismen dafür sorgt, dass die zelluläre Immunantwort weniger reaktionsfreudig ist.
  • Je älter wir werden, desto häufiger entarten körpereigene Zellen und desto weniger werden all die Boten und Bekämpfer. Häufig haben ältere Menschen deshalb Entzündungen, weil der Körper durch diese unspezifische Antwort eine Art Kompensationsstrategie fährt.

Auch gehören dazu verschiedene Lebens- und Genussmittel. Wahlweise, weil sie dafür sorgen, dass mehr Zellen als normalerweise entarten (etwa Rauchen), weil sie die Abwehrzellen verwirren (Alkohol und andere Drogen) oder weil sie eine Mangelversorgung hervorrufen – diverse Vitamine und Mineralstoffe sind die wichtigsten Nährstoffe für sämtliche Bestandteile des Immunsystems.

Was das Immunsystem überfordert

Wenn es mehr Angreifer als Verteidiger gibt, wird das Immunsystem überfordert. In diesem Sinne sorgt automatisch alles, was das Immunsystem schwächt, auch dafür, dass es schneller überfordert wird. Was es jedoch auch jenseits davon an seine Grenzen bringt, sind Allergien.

Sie zeichnen sich dadurch aus, dass der Körper normale Fremdkörperproteine irrtümlich als Antigene erkennt und Bekämpfungsstrategien einleitet, obwohl diese eigentlich nicht nötig sind. Allergiker leiden deshalb nur unter den Nebeneffekten einer heftigen Immunabwehr – beispielsweise stark tränende Augen.

Was das Immunsystem wirklich stärkt

Was macht das Immunsystem stark? Neben der Vermeidung sämtlicher Punkte aus dem vorletzten Kapitel gehört dazu eine nach jeder Definition ausgewogene Ernährung. Auch sollte möglichst jeder Kontakt mit Belastungen vermieden werden, die dafür sorgen, dass mehr Zellen entarten. Rauchen stellt dabei nur einen Faktor dar; es gibt sehr viele krebsauslösende oder -fördernde Stoffe, die anderweitig in den Körper gelangen.

Auch sollte, insbesondere bei Kindern, Sauberkeit keinesfalls übertrieben werden. Je weniger das Immunsystem die Chance hat, durch den niedrigschwelligen Kontakt mit Bakterien und Viren zu lernen, desto größer ist das Risiko, dass sich Allergien ausbilden oder Erkrankungen zu schwach oder gar nicht bekämpft werden.

Es gilt deshalb, dass man auf sich und in seinem Lebensumfeld keinesfalls für „porentiefe“ oder „klinische“ Sauberkeit sorgen sollte.

Zusammenfassung und Fazit

Bei vielen Körperfunktionen bestimmt notwendigerweise Übersimplifizierung die Erklärungsweise. Es gibt jedoch nur wenige andere Dinge, bei denen hinter einem Wort oder Halbsatz ein so faszinierendes System steckt wie bei unseren Immunsystem. Es mag, wie alles auf dieser Welt, nicht perfekt sein. Aber angesichts der Tatsache, wie gigantisch die Bedrohungen jederzeit sind, ist unser Immunsystem vielleicht die erfolgreichste Armee dieser Welt – und es sollte wirklich jedem daran gelegen sein, für ständigen Nachschub zu sorgen.

Zahnzusatzversicherung: viele gute Angebote bei Stiftung Warentest

April 2021: die Stiftung Warentest hat die Bedingungen von 244 Zahnzusatzversicherungen getestet. Gute Tarife gibt es in allen Altersstufen ab rund 30 Euro Monatsbeitrag. Insgesamt sind sehr viele Angebote mit dem Testurteil GUT und SEHR GUT ausgezeichnet worden.

Seit Jahren steigt die Zahl bestehender Zusatzpolicen für Zahnersatz stetig an – über 16 Mio Menschen haben bereits eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen. Und die Nachfrage ist weiterhin hoch.

Kein Wunder, denn besonders Zahnersatz ist teuer. Ein Zahnimplantat kann etwa bis 4.000 Euro kosten. Doch welches Angebot ist das richtige?

Wer eine Zahnzusatzversicherung sucht, wird schier erschlagen vom umfassenden Angebot – das zeigt auch die große Zahl getesteter Tarife bei Stiftung Warentest. Insgesamt wurden 244 Tarife unter die Lupe genommen.

Grundsätzlich lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung laut Stiftung Warentest „wenn man gesetzlich krankenversichert ist und auch teure Implantate, Kronen oder Brücken wünscht.“ Gleichzeitig wird geraten, die Versicherung rechtzeitig abzuschließen, solange das „Gebiss noch in Ordnung ist“.

Gerade dieser Hinweis ist wichtig – denn auch wenn viele Angebote keine Wartezeit haben und sofortige Leistung versprechen, sind laufende oder angeratene Behandlungen immer von der Erstattung ausgeschlossen.

Wer die Wahl hat, hat die Qual – welchen Tarif soll ich wählen?

Für die Tarifauswahl empfiehlt die Stiftung Warentest, sich zu überlegen ob man eher der Kundentyp „Rundum Sorglos“, „gut und günstig“ oder „Kasse genügt“ ist – je nachdem kann man Tarife mit höheren oder niedrigeren Leistungen wählen.

Wer viel Wert auf sein Aussehen und die perfekte Optik bei Zahnersatz legt, und sich nicht viel mit Einschränkungen und Versicherungsklauseln auseinandersetzen möchte, zählt bei Stiftung Warentest zum Kundentyp „Rundum Sorglos“. Die besten Tarife kosten für einen 43jährigen Modellkunden zwischen 33 und 46 Euro im Monat. Insgesamt empfiehlt Stiftung Warentest hier 27 Tarife von verschiedenen Anbietern (z.B. Barmenia, Münchener Verein, WGV oder HUK) mit Testnoten zwischen 0,5 und 0,8.

Wer bereit ist, einen Teil der Zahnarztrechnungen selbst zu bezahlen, aber dennoch gut abgesichert sein möchte, gehört laut Stiftung Warentest in die Kundengruppe „gut und günstig“. Gute Tarife in dieser Preisklasse kosten auch für ältere Menschen maximal 29 Euro im Monat. Empfohlen werden hier 11 Tarife zwischen Testnote 1,2 und 2,0 von verschiedenen Anbietern (z.B. Hanse Merkur, Continentale oder Debeka).

Wem ein günstiges Kassenmodell bei Zahnersatz ausreicht, kann entweder selbst jeden Monat etwas Geld ansparen oder auf günstige Zahnversicherungen zurückgreifen, die nur auf Basis der Regelversorgung leisten. Solche Policen gibt es laut Stiftung Warentest ab 6 Euro im Monat, z.B. von ERGO, DKV oder R+V.

Experten kritisieren zu geringe Testanforderungen und zu gute Bewertungen

Die Qualität der Versicherungen ist in den letzten Jahren immer besser geworden ist. Im aktuellen Test wurden 91 Tarife mit SEHR GUT ausgezeichnet. Eigentlich ein positives Zeichen – oder nicht?

Genau das allerdings kritisiert Experte Maximilian Waizmann, Geschäftsführer der Vergleichsplattform Zahnzusatzversicherung-Experten.de. Der Versicherungsmakler sieht einige Tarife „zu gut“ bewertet, weil die Test-Anforderungen der Stiftung Warentest eher gering ausfallen.

Zum Beispiel reicht es bei Stiftung Warentest aus, wenn ein Tarif alle fünf Jahre zwei Implantate und in den übrigen Jahren maximal ein Implantat erstattet.

Maximilian Waizmann, sieht das kritisch:

„Wer schon mal einen Blick in das Portal 2te-zahnarztmeinung.de**** geworfen hat, erkennt schnell, dass dies eine erhebliche Einschränkung darstellt – häufig werden in der Praxis mehr als ein oder zwei Implantate auf einmal notwendig! Die Kosten solch einer Behandlung liegen schnell im 5stelligen Euro-Bereich. Aus unserer Sicht ist es nicht nachvollziehbar, dass ein Tarif mit einer derartigen Leistungseinschränkung dennoch als Testsieger ausgezeichnet werden kann!“

Auch andere tarifliche Einschränkungen werden kaum negativ in die Bewertung einbezogen, zum Beispiel:

  • Sachkostenlisten für Material- und Laborkosten
  • Keramikverblendungen im Seitenzahnbereich
  • Abhängigkeit von der Vorleistung der gesetzlichen Krankenkasse

Wer eine Zahnzusatzversicherung sucht, sollte also am besten verschiedene Quellen einbeziehen. Es kann sicherlich nicht schaden, den umfassenden Test von Stiftung Warentest zu lesen.

Blind vertrauen, sollte man den Testergebnissen allerdings auch nicht. Wer unsicher ist und nicht selbst im Internet abschließen möchte, sollte sich von einem Versicherungsmakler beraten lassen, der verschiedene Angebote vergleichen kann. Auch die Verbraucherzentralen bieten diesen Service kostenpflichtig an.

Drei Beispiele Deutscher Handwerkskunst

Die Kunst des Handwerks ist eine alte Kunst, die es wohl schon seit Menschenbestehen gibt. Auch in Deutschland ist das nicht anders, aber durch die Industrialisierung und die Modernisierung unserer globalen Welt geht immer mehr an Handwerkskunst verloren.

Dabei ist es eine so wertvolle und besondere Art, Produkte zu kreieren, zu besitzen oder zu verkaufen. Natürlich kann das Handwerk auf dem Markt nicht mit industriell produzierten Produkten mithalten. Produkte, die handwerklich gemacht werden, sind im Gegensatz zu industriellen Produkten langsam hergestellt, d. h. es braucht einfach mehr Zeit, um ihre Vollendung abzuschließen, da vieles oder manchmal sogar alles mit Hand gemacht wird. Das führt dann dazu, dass handwerkliche Produkte aus verständlichen Gründen sehr viel mehr kosten als andere. Lange Zeit auf etwas warten und dann auch noch Unmengen dafür zahlen zu müssen sind genau die zwei Dinge, die in unserer modernisierten und konsumorientierten Welt vermieden werden wollen. Dennoch kommt allmählich wieder der Trend, der handwerkliche Produkte zu „coolen“ Dingen macht. Besonders in einigen bestimmten Zielgruppen wird Handarbeit sehr geschätzt und geliebt. Nur weil etwas von Hand gemacht ist, muss das nicht gleich bedeuten, dass es nicht stylish aussieht. Die moderne Handwerkskunst der heutigen Zeit hat Stil und geht auf jeden Fall mit der Mode. Außerdem sind Handwerksprodukte fast immer fair und/oder ökologisch hergestellt. Dies sind einige wichtige Punkte, die von immer mehr Konsumenten beachtet werden, wenn sie einkaufen. Auch dass die Produkte regional hergestellt werden, ist von wachsendem Interesse für Kunden. Das sollte aber für die deutsche Handwerkskunst kein Problem sein, denn es gibt viele traditionelle Werkstätten und Geschäfte, wo die Ware nicht nur gemacht, sondern Zugleich verkauft wird. Außerdem ist die Handwerkskunst inzwischen wieder in den verschiedensten Bereichen aktiv; sei es nun in Mode, Accessoires und Schmuck bzw. Goldschmiede, Innenausstattung und Haushaltsgegenstände oder auch in der Kulinarik. So können die drei folgenden Handwerkskünste momentan ein gutes Geschäft machen und darüber hinaus vor allem ihre Handwerkskunst zur Schau stellen und mit Begeisterten teilen, denn sie haben alles, was von bewussten Konsumenten gefragt wird: Regionale und handwerkliche Produktion, Umweltfreundlichkeit und Stil.

Handwerkliches Porzellan

Ein Beispiel solcher anspruchsvollen Handwerkskunst, das man oft und viel in Deutschland findet, ist die Porzellanmanufaktur. Porzellan wird schon seit vielen Hundert Jahren hergestellt, denn es ist nicht nur ästhetisch, sondern erfüllt auch praktische Zwecke im Alltag. Schüsseln, Becher und Teller wurden traditionell aus Porzellan gefertigt. Heute gelten Porzellanwaren als besondere Handwerkskunst. In den vielen Manufakturen in Deutschland findet man Menschen, die für die Porzellanherstellung brennen und mit Leidenschaft daran arbeiten. Um jedes Stück einzigartig zu machen, wird mit viel Liebe zum Detail und Genauigkeit gearbeitet. So erreicht die Kunden ein Produkt von immenser Qualität, das für lange Zeit bestehen bleibt. Denn das ist es, was viele Menschen in der heutigen Welt, wo alles schnell geht und auch schnell vergeht, suchen: etwas für die Ewigkeit.

In den Manufakturen wird von Hand gearbeitet; da der Fokus meist auf ästhetischen Produkten liegt, ist das Design besonders wichtig. Außerdem werden nicht nur alltägliche Zweckobjekte hergestellt, sondern auch Deko und Ornamente, die eben vor allem das Auge ansprechen sollen. Viele dieser Arbeiten in Porzellanmanufakturen sind infolgedessen nur mit Handarbeit möglich. So z. B. das Bemalen von Porzellan. Dies gibt dem Kunden folglich ein einzigartiges Produkt, denn Handarbeit kann nie bis auf das kleinste Detail gleich sein. Genau das ist es, das Porzellangeschirr heute so besonders macht und unter anderem aus diesem Grund finden so viele Menschen Freude daran. Wenn man so ein einzigartiges Produkt kauft, fühlt man sich als Kunde wohl auch besonders, da man der Einzige ist, der genau dieses Objekt besitzt. Natürlich führt das folglich dazu, dass die meisten Produkte aus handwerklicher Porzellanmanufaktur ihren Preis haben. Eines davon zu besitzen bedeutet also, dass man viel Wert auf ästhetische Objekte legt und es gibt einem ein Gefühl von Kultiviertheit. Produkte aus einer handwerklichen Porzellanmanufaktur verbreiten doch eine spezielle Freude, wenn sie endlich zu besonderen Anlässen verwendet werden (können).

Die Geschichte der Herstellung von Porzellangefäßen geht auf eine lange Tradition zurück. Seit dem ersten Jahrhundert v. Chr. wurde in China bereits eine Art von Frühporzellan hergestellt. Natürlich hat sich die Herstellung desselben mit der Zeit verändert, verbessert und verschönert, sodass inzwischen eine Kunst daraus geworden ist. Wie allseits bekannt, müssen die Werke in dem Herstellungsprozess mehrere Male gebrannt werden, um so die Form und die verwendeten Materialien zu fixieren. Durch das Brennen bei sehr hohen Temperaturen, teilweise bis zu 1350 Grad Celsius, wird die geformte Tonmasse hart, dicht und durchscheinend. Viele Produkte aus Porzellan werden darüber hinaus mit einer Glasur überzogen, sodass sie ein glänzendes und schimmerndes Design aufweisen. Nach der Glasur können wahlweise noch Bemalung erfolgen, die einzigartige Muster auf Gefäße und Objekte bringen. All das erhöht den ästhetischen und kunstvollen Aspekt des alten Handwerks. Auch wenn der Prozess der Herstellung ein etwas langwieriger und Genauigkeit erfordernder ist, so trägt er doch nur noch zur Besonderheit und zur Exklusivität der keramischen Meisterstücke bei. Porzellan gibt es schon seit vielen, vielen Jahren, aber dennoch ist es noch nie aus der Mode gekommen, weshalb viele dieses Handwerk auch weiterhin ausüben und erhalten wollen.

Ursprünglich kommt nicht nur das Material, sondern auch die Herstellungsweise aus China; anfangs wurden jedoch sowohl die Brennart als auch die Inhaltsstoffe, die für die Produktion nötig sind, geheim gehalten. Außerdem gibt es viele unterschiedliche Arten von Porzellan, z. B. Hart- und Weichporzellan. Im Gegensatz zum europäischen Namen wird in China unter demselben Begriff sehr viel mehr verstanden, etwa auch das, was bei uns einfach Keramik genannt wird. Trotz dass das Wissen über die Herstellung anfangs nicht weitergegeben wurde, so konnte es im 18. Jahrhundert in Europa dennoch endlich hergestellt werden, und zwar in Deutschland. Das ist heute immer noch ersichtlich, denn hier gibt es viele traditionelle, seit einigen Hundert Jahren existierende Porzellanmanufakturen, die immer noch hervorragende handwerkliche Arbeit leisten.

Handwerkliches Leder

Wie Porzellan besitzt auch das Lederhandwerk eine lange Tradition. Früher, wo das Leben noch nicht so einfach war wie heute, haben die Menschen alles von einem gejagten Tier genutzt, nicht nur das Fleisch als Nahrung, sondern ferner das Fell für Mäntel und die Haut für alle möglichen Lederprodukte. Produkte aus Leder sind vielfältig; es gibt Schuhe, Taschen, Handschuhe, Geldbörsen, Gürtel und noch viele andere. Und das natürlich aus gutem Grund: Leder als Material ist sehr stark und stabil, es hält viel aus, denn die Haut der Tiere schützte diese vor vielen Fremdeinflüssen. Was früher außerdem von Wichtigkeit war und woran man heute wohl eher selten denkt, wenn man an Lederwaren denkt, waren Sattel. Die wurden gleichfalls aus Leder hergestellt und sollten die Pferde auf langen Ritten entlasten. Die gängigen und altbekannten Sattel wurden wahrscheinlich von Reiterstämmen aus dem Osten erfunden und die Herstellung dergleichen erfordert viel Können, Wissen und Erfahrung. Leder wird übrigens heute noch für die unterschiedlichsten Produkte verwendet, denn es ist nicht nur kräftig als Material, sondern erfüllt darüber hinaus ästhetische Zwecke. Dies trifft vielleicht nicht auf alle Menschen gleichermaßen zu, aber es gibt doch eine große Masse, die sich gerne mit damit einkleiden und denen Lederprodukte ausgezeichnet gefallen. Wie Porzellan hat es auch sein ganz eigenes Gefühl; nicht nur, wenn man es trägt, sondern auch wenn man es fühlt und sieht, denn es versprüht eine Aura von Stil, Wert, Exklusivität und Luxus.

Leder wird in Gerbereien hergestellt. Davon gibt es in Deutschland immer noch einige handwerkliche, auch wenn kleine Gerbereien, Schuster oder Lederfabriken inzwischen eher selten geworden sind. Die Verarbeitung von Tierhaut ist nämlich ein langer, komplizierter Prozess. Rohe Tierhaut ist im Gegensatz zu dem fertigen Produkt, das wie Porzellan auch über viele Jahre hinweg hält, brüchig und verfällt schnell. Oft kann sie zudem durch die Feuchtigkeit faulen. So musste die Tierhaut auf irgendeine Weise verarbeitet werden. Anfangs wurde sie nur mit Fetten oder Cremen eingerieben, damit sie weich und haltbar wurde. Inzwischen wurde der Herstellungsprozess aber soweit weiterentwickelt, dass die Tierhaut durch chemische Prozesse verändert wird. Das garantiert eine lange Haltbarkeit des Produktes. Darüber hinaus wurden chemische Lösungen entwickelt, die gegen die Fäulnisbakterien helfen bzw. diese vermeiden können.

Neben diesem Herstellungsprozess von Tierhaut zur Ware, den man Gerben nennt, gibt es dann natürlich noch die Verarbeitung von Leder zu tatsächlichen Produkten. Das ist gleichfalls ein uraltes Handwerk, das viel Können und unterschiedliche Fähigkeiten erfordert. Wenn es inzwischen auch maschinelle Lederverarbeitung gibt, so existieren gegenwärtig handwerkliche Lederhersteller und -reparateure. Das führt dazu, dass in dem Handwerk viele mögliche Unikate entstehen, die das Produkt besonders machen. Für Leder wird ebenso wie für Porzellan zum Teil ein Vermögen ausgegeben, um die beste Qualität und ein hervorragendes Design zu garantieren. Denn Lederprodukte können tatsächlich sehr ästhetisch wirken. Zudem ist Leder sehr widerstandsfähig, wasserdicht und unverwüstlich. Dies trägt unter anderem dazu bei, dass Objekte aus Leder meist lange halten und so viele Konsumenten ansprechen. Wenngleich heute oft auf Leder verzichtet wird, aus ethischen Gründen und der Tiere wegen, so gibt es inzwischen Lederhersteller, die nachhaltig arbeiten, indem sie die Tierhaut von Tieren verwenden, die einer bewussten Ernährung dienen. So werden die Tierhäute etwa von einem Bauernhof geholt, wo biologisch produziertes Fleisch hergestellt wird. Dies hat zwei Vorteile: Der Bauer muss die Tierhaut nicht wegschmeißen und der Lederhersteller muss sie nicht irgendwo anders womöglich teurer ankaufen oder aus Drittländern anliefern lassen.

Handwerkliche Uhren

Vom Leder zu den Uhren: Auch bei diesem Handwerk wird Leder für die Bänder vieler Armbanduhren verwendet. Die Uhren selbst sind inzwischen schon einige Jahrhunderte alt und vor allem die handwerklich produzierten folgen einer langen Tradition. Seit dem 16. Jahrhundert gibt es in Deutschland und anderen europäischen Zentren der frühen Neuzeit Uhrmacher, die mechanische Uhren und ihre Zubehöre herstellen und reparieren. Besonders interessant ist dabei, dass das dieser Beruf anfangs als Kunst galt und später bestenfalls als Kunsthandwerk. Die Herstellung von Uhren als Kunst ist in Deutschland auch heute noch aktuell; hier gibt es viele Uhrmacher, die zumindest, wenn es um Reparaturen geht, noch handwerklich arbeiten. Das sieht man zudem an der Ware selbst. Viele Uhrenträger legen heute Wert auf ästhetische und filigrane Arbeit. Besonders solche Uhren, wo das Uhrwerk sichtbar ist, sind wieder voll im Trend und faszinieren die Konsumenten. Außerdem werden sie heute nicht nur als Zweckgegenstand verwendet, denn jeder hat doch ein Mobiltelefon, wo er schauen kann, wie spät es ist, sondern sie sind vor allem auch Ausdruck eines ästhetischen Lebensstils. Eine teure oder wertvolle Uhr verleiht ihrem Träger definitiv ein Image von Wichtigkeit und ein Gefühl von Luxus und Reichtum; das führt zu mehr Selbstbewusstsein beim Träger und mehr Attraktivität in weiten Teilen der Gesellschaft.

Nicht nur das Endprodukt, also die Uhren selbst, erhalten viel Wertschätzung in der heutigen Welt. Auch der Beruf und das Handwerk des Uhrmachers ist bis heute ein sehr angesehenes, denn sie waren die Pioniere der Entwicklung der Feinmechanik. Neben der Herstellung kümmert sich der Uhrmacher um viele weitere Sachen, die mit Zeitmessgeräten zu tun haben. So arbeitet er ferner an Montierungen, Reparaturen und Restaurationen von Uhrwerken und Zubehör, insbesondere dem Uhrgehäuse, das je nach Uhr unterschiedlich funktioniert, z. B. mechanisch oder elektronisch. Außerdem kümmert sich ein Uhrmacher auch um historische Uhren, deren Wartung und Pflege, und arbeitet teilweise mit angewandter Zeitmesstechnik. So ist der Beruf desselben sehr vielseitig und abwechslungsreich, denn darüber hinaus sollte er, wenn möglich die Kundenberatung und die Grundlagen der Schmuckbranche beherrschen.

Wie alle Handwerke hat auch das des Uhrenherstellers traditionelle Arbeitsweisen. In Europa sind vor allem Manufakturen in der Schweiz und in der Gegend des Schwarzwaldes bekannt für ihre handwerkliche Arbeit. Mit der Industrialisierung wurde jedoch auch die Uhrenherstellung von Mensch auf Maschine verlagert und der Herstellungsprozess hinter Reparatur und Verkauf gestellt. Vor allem als angefangen wurde, billige Uhren industriell herzustellen, konnten sich der traditionelle Beruf des Uhrmachers und sein Handwerk nur schwer über Wasser halten. Dennoch gibt es heute noch historische Uhren, die sehr wertvoll sind und an deren Design ihr Herkunftsort erkennbar ist. Das Handwerks des Uhrmachers ist ein sehr besonderes, das viel Feingefühl und Wissen fordert. Deshalb wird unter anderem versucht, es so gut wie möglich zu erhalten, wenngleich es meist nur um Reparaturen und Wartungen geht. Außerdem gibt es viele Hobbyuhrmacher, die in ihrer freien Zeit in ihrer Werkstatt an alten Uhren basteln, sie reparieren und genau studieren. So können sie ihr Wissen über das Uhrwerk und -gehäuse vertiefen und ihre Passion und ihr Interesse an Nachfahren weitergeben, damit diese Tradition erhalten bleibt.

Kredit umschulden? Drei Situationen in denen es sich lohnt, drei Situationen in denen es sich nicht lohnt

Die Preise steigen immer und immer wieder – nicht nur für zwei Kugeln Eis in der Eisdiele, ein gutes Fahrrad oder Immobilien. Wer sich aber dennoch etwas Großes kaufen will, nimmt oft die Möglichkeit wahr, einen Kredit bei einer Bank aufzunehmen. Dieser wird dann in monatlichen oder jährlichen Raten zurückgezahlt. Manchmal kann es dann vorkommen, dass man gleich mehrere Kredite zur gleichen Zeit aufnimmt. In einer solchen Situation kann man leicht den Überblick verlieren, über alle Ausgaben und Ratenzahlungen, die man monatlich bezahlen muss. Eine Möglichkeit, die Situation zu verbessern, auch finanziell, könnte ein Umschuldungskredit sein. Dadurch kann man einen größeren finanziellen Spielraum kreieren. Aber Vorsicht: Nicht immer ist das die beste Lösung. Manchmal lohnt es sich, manchmal auch nicht. Aus diesem Grund sollte man sich vor einer Umschuldung gut überlegen, ob diese auch wirklich Sinn macht oder nicht. Wenn nötig, sollte man sich auch von Experten beraten lassen.

Wann es sich lohnt, einen Kredit umzuschulden

1. Die Zusammenlegung mehrerer Kredite verleiht dem Kreditnehmer einen besseren Überblick

Wie bereits angesprochen, kann es manchmal vorkommen, dass eine Person mehrere Kredite aufgenommen hat und diese monatlich in Raten abzahlen muss. In einer solchen Situation kann man schnell den Überblick verlieren und nicht mehr wissen, wofür man sein Geld ausgibt. Wenn es Ihnen auch so geht, dann ist es jetzt Zeit für eine Kreditumschuldung! Dabei legt man alle seine Kredite zusammen und erhält dadurch eine gute Übersicht. So kommt wieder Ordnung in Ihre Finanzen.

2. Bei günstigeren Konditionen senken sich die Raten

Wenn Sie einen Kredit umschulden, können sich die Raten senken. Dafür muss nur Ihr Umschuldungskredit günstigere Konditionen anbieten. Manche Kreditanbieter passen die Konditionen so an, dass es für Sie individuell passt. Dabei wird darauf geachtet, dass der Kredit nicht Ihre monatlichen Möglichkeiten überschreitet und Sie genug Geld für andere Dinge zur Verfügung haben, d. h. der Kredit wird an ihre finanziellen Möglichkeiten und an Ihre aktuelle Lebenssituation angepasst.

3. Zinsen sparen

Wenn man seine Kredite zusammenlegt und umschuldet kann man außerdem Zinsen sparen, da man nicht mehr für jeden einzelnen Kredit Zinsen zahlt, sondern nur mehr für einen. Auch wenn die Zinsen in den meisten Fällen nur ein kleiner Prozentsatz sind, kann es sich dennoch lohnen, die Kredite umzuschulden. Im Großen und Ganzen kann es nämlich einen beträchtlichen Unterschied machen. Einige weitere Gründe für Ihren Umschuldungskredit finden Sie hier.

Wann es sich nicht lohnt, einen Kredit umzuschulden

1. Wenn der Zinssatz des neuen Darlehens nicht 0,2 Prozent besser ist als der des alten

Eine Grundregel besagt, dass sich eine Kreditumschuldung erst dann lohnt, wenn der Zinssatz des neuen Darlehens 0,2 Prozent besser ist als der des alten. Erst dann kann man durch Zinsen auch Geld sparen. Auch wenn 0,2 Prozent ein sehr geringer Anteil ist, kann es doch einen großen Unterschied machen, denn am Ende der Laufzeit des Kredits kommen einige Euro an Zinsen zusammen.

2. Bei kurzer Restlaufzeit und geringem Kredit

Wenn Sie bereits eher am Ende der Abzahlung Ihres Kredites sind, lohnt sich eine Umschuldung in den meisten Fällen nicht mehr, da diese meist viel Zeit und Aufwand kostet. Außerdem muss man bei den meisten Banken auch für die Umschuldung bezahlen. Es lohnt sich auch nicht, einen Kredit umzuschulden, wenn der bestehende Kredit nur niedrige Kreditsummen beinhaltet. Je nach Summe kann auch dort der Aufwand und die Kosten für die Umschuldung am Ende mehr ausmachen.

3. Bei Entschädigungskosten einer frühzeitigen Kündigung

Bei manchen Kreditverträgen wird von der Bank festgehalten, dass eine Vorfälligkeitsentschädigung gezahlt werden muss, falls man den Vertrag frühzeitig kündigen will. Dies sollte also auch vor einer Umschuldung überprüft werden. Ist diese Entschädigungszahlung höher als die Ersparnis, die durch eine Umschuldung erlangt werden kann, so ist es natürlich nicht sinnvoll, den Kredit umzuschulden. Die genauen Konditionen Ihres Kredits finden Sie in dem Vertrag Ihrer Bank oder bei Ihrem persönlichen Berater.

Bevor Sie einen Kredit umschulden, sollten Sie auf jeden Fall Ihre jetzigen und zukünftigen Kreditkosten berechnen; online gibt es die Möglichkeit, dies mit einem Kreditrechner durchzuführen, aber eine eventuelle Beratung von Kreditexperten kann auch von Vorteil sein. So finden Sie auf jeden Fall heraus, ob sich eine Umschuldung lohnt oder nicht. Bei einer Umschuldung muss immer Ihre individuelle Situation berücksichtigt werden, um so die passendste Lösung für Sie zu finden.

Bautrends unter der Lupe: Ein kritischer Blick hinter vermeintliche Standards und allgemeingültige Meinungen

Der Privathausbau boomt, ein Ende ist nicht in Sicht. In Deutschland werden schon seit Jahren alljährlich mehr als 100.000 Ein- und Zweifamilienhäuser errichtet. Wo etwas eine so hohe Bedeutung für so viele Menschen hat, gibt es natürlich auch stets gewisse Trends, dazu auch viele Meinungen, die als allgemeingültig dargestellt werden.

Doch genau das ist auch häufig ein Problem: Oft zeigt sich für diejenigen Bauherrn, die blind folgen, dass dabei gern allzu blumig oder negativ gesprochen wird und/oder wichtige Details unerwähnt bleiben. Typischerweise erfolgt diese Erkenntnis erst, wenn keine Änderungen mehr möglich sind, häufig erst nach dem Einzug, wenn die Alltagstauglichkeit auf dem Prüfstand steht. Auf den folgenden Zeilen werfen wir einen kritischen Blick hinter besonders typische Aussagen und beleuchten ihre andere Seite.

1. „Einen Keller kann man sich wirklich sparen“

Ein wichtiger Grund für den anhaltenden Bau-Boom ist die historisch niedrige Zinssituation. Allerdings hat auch sie einen Nachteil, sie führt dazu, dass die Preise für Gebäude und Bauland ebenfalls seit Jahren steil ansteigen.

Dementsprechend setzen viele Bauherrn dort die Sparschere an, wo es ihrer Meinung nach nicht schmerzt und große Einsparungssummen möglich sind. Überaus häufig betrifft diese Vorgehensweise das Kellergeschoss.

Ein Blick hinter die Aussage

Natürlich ist es unstrittig, dass das Weglassen des Kellers den Endpreis vermindert. Allerdings endet hier schon die Allgemeingültigkeit. Dahinter stehen weitere Tatsachen:

  • Ein vollwertiger Keller stellt bei einem anderthalbstöckigen Einfamilienhaus rund ein Drittel bis zwei Fünftel der Gesamtwohnfläche dar. Fläche, die als Stau-, Hobby- und zusätzlicher Wohnraum häufig später schmerzlich vermisst wird.
  • Auch ohne Keller sind Aushubarbeiten nötig, muss eine Bodenplatte gegossen werden. Real werden Material- und Arbeitskosten deshalb praktisch nur um das Errichten und Dämmen der Kellerwände, das Einziehen der Kellerdecke und den Kellerausbau reduziert.
  • Zwar gibt es Unterschiede, als üblicher Mittelwert gilt jedoch, dass der Keller trotz seiner großen Wohnfläche einen Anteil von nur rund zehn Prozent an den Gesamtkosten hat.

Anders formuliert: Wer auf den Keller verzichtet, reduziert die Wohnfläche um bis zu 40 Prozent, spart aber kaum mehr als zehn und verschlechtert den Wiederverkaufswert.

Tipp:
Der Keller muss ja nicht zum Einzug vollständig fertiggestellt
sein. Wird er im Rohbauzustand belassen und erst später fertig
ausgebaut, können die Mehrkosten spürbar gesenkt werden.

2. „In nördlicheren Regionen lohnt sich Solartechnik nicht“

Je nördlicher die gewählte Wohnregion liegt, desto flacher wird mit jedem weiteren Kilometer der Einstrahlwinkel der Sonne; ihre Strahlen müssen durch eine zunehmend stärkere Atmosphäre hindurch, bevor sie auf die Erde treffen.

Für nicht wenige genügt diese Tatsache für die Behauptung, dass deshalb Photovoltaik und Solarthermie auf dem Hausdach mangels Einstrahlleistung je nördlicher die Region liegt immer unrentabler würden.

Ein Blick hinter die Aussage

Tatsächlich ist diese Aussage nicht einmal falsch – wenn man sich auf Solarsysteme aus den 1970ern bezieht und nicht einkalkuliert, wie die moderne Ausprägung dieser Technik funktioniert. Denn: obwohl sich die Sonneneinstrahlung tatsächlich verändert, je weiter man sich nach Norden begibt, so ist die Leistungsreduktion vernachlässigbar: Zwischen einem Jahresmittel am Bodensee und dem jenseits von Hannover liegen nur rund 200 kWh/m² oder höchstens 20 Prozent – selbst in den nördlichsten Ecken Deutschlands liegt die Globalstrahlung immer noch in vierstelligen kWh-Bereichen.

Bei moderner Solartechnik macht diese Reduktion kaum etwas aus, da diese einen deutlich höheren Wirkungsgrad als frühere Varianten hat. Selbst an der Grenze zu Dänemark (und darüber hinaus) genügt deshalb eine hinreichend große und sorgsam sonnengünstig ausgerichtete Anlage, um problemlos den Strom- und/oder Wärmebedarf eines Gebäudes zu decken. Zumal der Norden sogar einen Vorteil ins Feld führen kann: Durch die flachere Geografie sind hier praktisch alle Gebäudestandorte sonnengünstig; es gibt kaum Gegenden mit Hindernissen wie beispielsweise hohe Berge, tiefe Täler.

3. „Fensterflächen kann man gar nicht genug haben“

Schon seit Jahrzehnten votieren Architekten dafür, dass modernes Wohnen von großzügigen Glasflächen geprägt sein müsse. Der Grund dafür soll erstens ein maximal tageslichtbeleuchteter Innenraum sein, zweitens soll eine „grenzenlose“ Verbindung zwischen Innenraum und Außenbereich geschaffen werden. Viele heutige Gebäude haben deshalb typischerweise bodentiefe Fenster, teilweise bestehen auch ganze Fassaden aus Glas. Hell und offen ist das fraglos, aber zu einem für viele in der Praxis untragbaren Preis.

Ein Blick hinter die Aussage

Gläserne Wände sind nicht neu – auch nicht die Kritik daran, wie ein Fallbeispiel des weltberühmten Farnsworth-House aus der Feder des Stararchitekten Ludwig Mies van der Rohe zeigt. So äußerte sich die Auftraggeberin bestürzt:

Das Haus ist durchsichtig wie ein Röntgenbild […] Ich wollte etwas
Bedeutungsvolles tun und alles, was ich erhielt, war diese aalglatte
Spitzfindigkeit […] Ich kann nicht einmal einen Kleiderbügel im Haus
aufhängen, ohne mich zu fragen, wie das den Blick von außen verändert.“

Im Kern fasst die Kritik von Frau Dr. Farnsworth schon viele Nachteile des „gläsernen Wohnens“ zusammen. In der Praxis bedeutet es jedoch oft noch deutlich mehr:

  • Fassadenglas ist, auch bezogen auf seine Dämmeigenschaften, pro Quadratmeter deutlich teurer als eine reguläre Wandfläche.
  • In der Realität heutiger Neubaugebiete mit ihren häufig kleinen Grundstücken bieten umfangreiche Glasflächen oft eine erheblich reduzierte Privatsphäre, benötigen deshalb Sichtblenden, wodurch sie ihrer eigentlichen Aufgabe mehr nachkommen – just hier besteht eine oftmals übersehene Diskrepanz, weil die Häuser in Katalogen typischerweise freistehend dargestellt werden.
  • Sommerliche Umgebungswärme bleibt bei zeitgenössisch gedämmten Fenstern zwar draußen, innen jedoch kann die Sonneneinstrahlung dennoch die Temperaturen stark erhöhen.
  • Je nach Art des Fensterglases ist es durchlässig für bestimmte UV-Strahlungen, was die Farben der Einrichtung rasch ausbleichen kann.
  • Durch die gute Einsehbarkeit des Innenraums fühlen sich viele Hausbesitzer unter ständigem Druck, Ordnung halten zu müssen.
  • Das Glas verursacht erhebliche Mehrarbeit beim Putzen. Je nach exakter Architektur (Glasfassaden, Fenster über mehrere Stockwerke, Galerien usw.) ist auch der Aufwand deutlich höher, um alle Flächen zu erreichen.
  • Jeder Quadratzentimeter Glas fällt als Stellfläche für Schränke und Regale weg.

Vor allem letzteres bedenken viele Hausbauer nicht – und erleben dann speziell in Verbindung mit dem nächsten Wohntrend oft eine unschöne Überraschung.

Tipp:
Große Fensterfronten nur dort installieren, wo es keine
Einblicke durch Nachbarn oder Passanten geben kann.

4. „Eine offene Innenraumgestaltung hat nur Vorteile“

Ein Haus soll offen sein, soll seine Bewohner nicht einengen. Zum architektonischen Rezept der Glasflächen gehört deshalb häufig eine weitere Komponente in Form von deutlich reduzierten Innenwänden unter dem Dachbegriff der offenen Raumgestaltung.

Die zweifellos positive Folge: Gefühlt und auch tatsächlich wird die Wohnfläche erhöht, schließlich nehmen Wände eine gewisse Fläche ein. Und Eltern werden froh sein, den Nachwuchs während der Hausarbeit immer sehen und hören zu können. Doch auch hier stehen hinter dem Vorteil einige deutliche Nachteile.

Ein Blick hinter die Aussage

Der wichtigste Nachteil wurde bereits angeschnitten: Wo keine Wände sind, möchten die wenigsten Bewohner künstliche Barrieren in Form von Schränken, Raumteilern, Sideboards und Ähnlichem errichten. Zusammen mit den großen Glasflächen in den Außenwänden ergibt das oft trotz großer Wohnfläche einen bemerkenswert geringen Stauraum – nochmals verstärkt, falls kein Keller vorhanden ist.

Ferner wird auch hier ein weiterer „Ordnungszwang“ erschaffen: Wo sich vielleicht ein ganzes Stockwerk mit einem Blick überschauen lässt, gibt es keine Möglichkeit, kurz vor dem Eintreffen von Gästen noch schnell etwas Unordnung hinter Türen verschwinden zu lassen. Teilweise gibt es nicht einmal eine richtige Diele als Zwischenstation zwischen Haustür und Wohnbereich. Je nach Ausprägung der offenen Architektur fehlen auch den Bewohnern Rückzugsräume, was nicht nur in Familien für Zwist sorgen kann.

Außerdem:

  • In der Küche wird eine sehr leistungsfähige Dunstabsaugung benötigt, damit Kochgerüche sich nicht überall ausbreiten.
  • Es ist schwierig, nach der empfohlenen Methode zu heizen, wonach jeder Raum entsprechend seiner Nutzung unterschiedlich warm sein sollte. Dadurch wird mehr Heizenergie benötigt, als eigentlich notwendig wäre.
  • Ohne Wände kann sich nicht nur Staub weit ausbreiten, sondern auch Haustiere und Kleinkinder in Bereiche gelangen, zu denen sie eigentlich keinen Zutritt haben sollen.

Ein weiterer Nachteil offenbart sich meistens erst einige Jahre nach dem Einzug: Wo es keine echte Raumaufteilung gibt, werden Renovierungsarbeiten deutlich teurer und aufwendiger, weil es „ganz oder gar nicht“ heißen muss – wenn Boden, Decken und Wände des Wohnzimmers direkt in das Treppenhaus, die Küche und das Esszimmer übergehen, gibt es kaum Optionen, nur einzelne Zimmer zu erneuern.

Tipp:
Nicht zuletzt durch an der Decke montierte Vorhänge
können sich Räume zumindest optisch je nach Situation
abtrennen lassen.

5. „Eine Außengestaltung in Weiß, Schwarz und Grau ist zeitlos und edel“

Modernität wird in den Augen vieler durch eine enorme Zurückhaltung geprägt. Dies gilt nicht nur für offene, möglichst leere Räume, sondern erstreckt sich auch auf die Farbgebung. Ähnlich wie bei Autolacken seit Jahren Schwarz, Weiß und (Silber-)Grau vorherrschen, zeigen sich auch immer mehr Neubaugebiete in diesen reduzierten Farbtönen.

Das Versprechen lautet nicht nur, auf diese Weise ein modern wirkendes Haus samt Umfeld zu besitzen (trotz vielleicht konventioneller Architektur), sondern auch Zeitlosigkeit zu garantieren.

Ein Blick hinter die Aussage

Das Hauptproblem an dieser monochromen Farbgebung ist, dass sie einerseits heute sehr weit verbreitet ist, was dem Haus ein wichtiges optisches Alleinstellungsmerkmal raubt. Andererseits sorgt sie für eine von vielen als emotionslos empfundene Optik. Schwarz, Weiß und Grau stellen hinsichtlich ihrer Farbpsychologie „schwierige“ Töne dar; Grau hat sogar weitgehend negative Eigenschaften.

Ferner sorgt gerade der Trend dieser „Unfarben“ dafür, dass sie ihre Zeitlosigkeit verlieren. Schwarz und (Dunkel-)Grau erhitzen sich zudem unter Sonneneinstrahlung stark; Weiß reflektiert das Licht, was wiederum unkontrollierbare Auswirkungen auf das Umfeld haben kann.

Auch hierbei handelt es sich um ein Detail, das in Katalogen und Musterhäusern grandios wirkt, aber häufig an der Realität im dicht bebauten Neubaugebiet scheitert.

6. „Küchen-Oberschränke sind nicht wirklich nötig“

Nachdem über weite Teile der 1960er, 70er, 80er und 90er bis in die 00er-Jahre Küchen typischerweise enorm klein waren, wuchsen sie in jüngerer Vergangenheit beständig. Für das praktische Kochen hat dies viele Vorteile. Doch wegen diesem Mehr an Fläche sowie dem gestalterischen Gebot eines reduzierten Wohnens votieren heute viele Designer dafür, die Oberschränke der Küchenzeilen wegzulassen.

Auch hier kann die Forderung praktische Vorteile anführen; vor allem eine deutlich leichtere Zugänglichkeit, weil nur in die unteren Schränke gegriffen werden muss. Abermals ist es jedoch kein grenzenlos positiver Trend.

Ein Blick hinter die Aussage

Denn auch moderne große Küchen sind selten so groß, dass sich sämtliche Utensilien ausschließlich in den Unterbauschränken unterbringen ließen. In der Praxis greifen deshalb viele Hausbesitzer zu offenen Lösungen zwischen Regalen, Gitterkörben und Haken. Genau das ist jedoch kein adäquater Ersatz: Alles staubt ein, gelangt mit fettigem Dunst in Kontakt, muss deutlich häufiger gereinigt werden – oftmals vor jeder Benutzung.

Zudem sorgt dieser Stil abermals dafür, dass es nötig ist, ständige Ordnung in der Küche zu halten, da so viele Teile ständig dem Blick preisgegeben sind. Ein weiterer praktischer Nachteil ist die Beleuchtung: Normalerweise stellen die Unterseiten der Hängeschränke eine hervorragende Zone dar, um die Arbeitsfläche umfassend auszuleuchten, ohne dass arbeitende Personen sie abschatten. Ohne Schränke müssen die Leuchten höher montiert werden, was wiederum Schattenprobleme heraufbeschwören kann.

7. „Eigene Handwerksarbeit hat nur Vorteile und ist leicht machbar“

Wo niedrigste Zinsen für hohe Preise sorgen, versuchen viele, die Kosten weiter zu senken. Häufig wird deshalb dazu geraten, statt Handwerker für bestimmte Gewerke zu beauftragen, selbst zum Werkzeug zu greifen, wodurch sie nur noch die reinen Materialkosten bezahlen müssen – so zumindest der Glaube.

Ein Blick hinter die Aussage

Handwerksarbeiten selbst zu erledigen kann Geld sparen. Allerdings spart sie nicht sämtlichen Arbeitslohn ein. Schließlich muss eine realistische Rechnung beinhalten, dass die selbst zupackenden Bauherrn mit ihrer Arbeitskraft und Lebenszeit bezahlen. Weitere Nachteile:

  • Viele Bauherrn überschätzen ihr Arbeitstempo maßlos. Das kann katastrophale Bauverzögerungen verursachen, wenn nachfolgende Handwerksleistungen auf der Eigenleistung aufbauen.
  • Die Arbeit muss in der Freizeit erbracht werden, neben dem eigentlichen Beruf. Das ist enorm kräftezehrend.
  • Viele Gewerke benötigen Kenntnisse zahlloser Normen. Werden die Arbeiten nicht in Handwerkerqualität abgeliefert, kann es bei der Bauabnahme ebenso zu Problemen kommen wie bei etwaigen Garantieleistungen.

Das soll nicht heißen, dass die eine Arbeit am Haus gänzlich abzulehnen wäre. Nur sollten sich Hausbauer unbedingt auf unkritische Werke fokussieren, nur Aufgaben wählen, die keine großen Vorkenntnisse und teure Spezialwerkzeuge benötigen. Selbst dann sollte ein realistischer Zeitrahmen davon ausgehen, dass ein Laie die doppelte bis dreifache Zeit eines Handwerkers benötigt.

Tipp:
Für viele Gewerke gibt es weitgehend unkritische Vor- und
Nacharbeiten. Über diese sollten Bauherrn mit den involvierten
Handwerkern sprechen.

8. „Ein Haus muss heute smart sein“

Die Haustür entriegelt, sobald sich der Hausbesitzer mit aktivierter NFC-Funktion im Smartphone nähert. Die Heizung fährt ihre Leistung herunter, sobald morgens der letzte Bewohner das Haus verlässt und regelt sie rechtzeitig hoch, damit die Räume trotzdem schön warm sind, wenn der erste wieder nachhause kommt. Das Licht wird per Sprache betätigt und Wettersensoren erkennen, wenn ein Unwetter naht, schließen dann automatisch gekippte Fenster und lassen die Rollläden herab.

Seit rund einem halben Jahrzehnt hat sich das Smart-Home von einem Novum zu etwas entwickelt, von dem viele heute behaupten, dass es ein absolutes Muss sei – besonders in Neubauten, wo die gesamte Technik während des Bauprozesses integriert werden kann. Doch stimmt auch dies bedingungslos? Muss ein Haus heute umfassend smart sein? Die Antwort lautet nein, zumindest nicht so unbegrenzt, wie es viele Technikfans und Hersteller fordern.

Ein Blick hinter die Aussage

Smarte Haustechniken machen das Leben einfacher, können die Sicherheit erhöhen und die Verbräuche senken. Allerdings ist es nach wie vor eine Tatsache, dass der gesamte Markt zum einen von einer extrem hohen Fluktuation geprägt ist und zum anderen deshalb zahlreiche Systeme parallel existieren, die nicht miteinander kompatibel sind.

Mit KNX gibt es einen maßgeblichen kabelgebundenen Standard – nur funktionieren zahlreiche Smart-Home-Anwendungen nicht über Kabel, sondern fußen auf Funkstandards, von denen es wiederum eine ganze Reihe gibt.

Hinzu kommt, dass die meisten smarten Anwendungen mehr oder weniger direkt mit dem Internet verbunden sind. Und oftmals wurde bei der Entwicklung deutlich stärker auf Features geachtet als an eine durchgängige Sicherheit – und es werden vielfach auch nicht so häufig Updates eingespielt, wie Datenschützer es fordern.

Mit Pech kann sich das „sichere“ smarte Zuhause deshalb zum Gegenteil entwickeln, können Hacker die Kontrolle übernehmen. Und wo so viele Anwendungen nebeneinander existieren, wird die für Einzelgeräte tatsächlich simple Kontrolle oft in der Praxis deutlich komplexer, als einfach einen manuellen Schalter zu betätigen.

Auch hier gilt: Smart-Homes sind nicht per se schlecht, bloß genügt es, sich auf Kernfunktionen wie beispielsweise die Heizungssteuerung zu fokussieren.

Zusammenfassung und Fazit

Jedes Haus ist so individuell wie seine Bewohner. Gerade das ist aber auch der Grund, warum viele solche Dinge, die als „Must Have“ des Hausbaus gelten, in der Praxis später bereuen. Natürlich lassen viele Fenster viel Licht ins Haus – aber auch jeden Blick, sie machen viel Reinigungsarbeit und reduzieren die Stellfläche für Schränke. Selbstverständlich stellt ein Keller einen ziemlichen Kostenfaktor dar – er erhöht aber auch die Wohnfläche eines typischen Einfamilienhauses um gut und gern ein Drittel, kostet jedoch längst nicht so viel wie ein normales Stockwerk.

Freilich muss jeder Bauherr entscheiden, welche Seite solcher Trends und Aussagen für ihn persönlich schwerer wiegt. Jedoch sollte das immer erst geschehen, wenn beide Seiten der Medaille gründlich betrachtet wurden – nur weil etwas im Hausbaukatalog grandios wirkt und viele Freunde und Nachbarn im Neubaugebiet es nutzen, heißt das noch lange nicht, dass es ein universell positiver Trend wäre, der sich bei jedem Bauherrn in der Praxis bewährt.

Die Gesetze für Glücksspielautomaten

Wo dürfen Spielautomaten aufgestellt werden?

Logischerweise sind Spielautomaten in Spielhallen und Casinos zu finden, da diese Spielstätten eigens für den Betrieb von Glücksspielen errichtet werden. Darüber hinaus stehen die Automaten aber auch in anderen Etablissements. Erlaubt ist die Aufstellung ebenfalls in Gastronomiebetrieben und Wettbüros, allerdings mit kleinen Ausnahmen. Die Gastronomiebetriebe dürfen sich nicht in Sporthallen oder auf Sportplätzen befinden und nicht vornehmlich für die Bewirtung von Kindern und Jugendlichen verantwortlich sein. In den Wettbüros dürfen indes keine Sportwetten vermittelt werden, wenn Spielautomaten aufgestellt sind. In Bars und Kneipen sowie auf Volksfesten und Jahrmärkten sind die Spielautomaten hingegen verboten. Ausnahmen macht der Gesetzgeber hier bei Spielautomaten, bei denen der Gewinn in Waren besteht. Die Anzahl ist ebenfalls in der Spielverordnung geregelt. Während in einer Spielhalle maximal zwölf Automaten stehen dürfen, sind es in einem Restaurant oder Imbiss maximal zwei.

Wie hoch muss die Ausschüttungsquote an Spielautomaten sein?

Während in der Vergangenheit die Ausschüttungsquote bei mindestens 50 Prozent lag, wurde diese Regelung mit der Überarbeitung der Spielverordnung im Jahr 2014 aufgehoben. Allerdings sind nun die maximalen Verluste in einer Stunde auf 60 Euro beschränkt. Der durchschnittliche Verlust pro Stunde darf 20 Euro nicht überschreiten. Je nach Spielverhalten, Höhe des Einsatzes und genutztem Spielautomat liegt die Ausschüttungsquote damit bei 60 bis 80 Prozent. Die maximalen Gewinne sind ebenfalls begrenzt. Mehr als 400 Euro pro Stunde kann man an einem Spielautomaten nicht gewinnen.

Auf telefonische Nachfrage bei den Glücksspielexperten von CasinoTest.de wurde uns mitgeteilt, dass die Ausschüttungsquote in Online-Casinos höher sei. Mehr als 90 Prozent der Gelder würden hier durchaus wieder an die Spieler ausgezahlt. Je nachdem, in welchem Land der Betreiber seine Lizenz hält, sind hier unterschiedliche Vorgaben einzuhalten.

Welche Vorgaben müssen Spielautomaten und Aufsteller noch erfüllen?

Neben diesen Rahmenbedingungen sind noch weitere Regeln einzuhalten, die die Spielverordnung vorschreibt. So sind aus Gründen der Transparenz sogenannte Auszahlungstabellen an den Spielautomaten anzubringen, damit die Spieler wissen, worauf sie sich einlassen. Dabei dürfen sich die Gewinnchancen nicht verändern. Mit jeder Runde hat man also die gleiche Wahrscheinlichkeit auf Gewinne oder Verluste. Der Glücksfaktor wird somit nicht durch die Software korrumpiert.

Weiterhin wurden durch die angepasste Spielverordnung einige Punkte hinzugefügt, die den Spielerschutz stärken sollen. So dürfen beispielsweise keine Auto-Spiel-Funktionen mehr angeboten werden, die für ein schnelleres Spiel gesorgt haben. Das ermöglicht natürlich verantwortungsvolleres Spielen, da jede Runde erneut die Entscheidung getroffen werden muss, ob man nun weiterspielt oder nicht.

Ebenso werden die Einsätze nicht mehr in Punkte umgewandelt. Das hat einen einfachen psychologischen Effekt, weil das (V)Erspielen von Punkten vom Gehirn anders bewertet wird, als wenn es sich um Euro-Beträge handelt. Die Anzeige für die Einsätze und Gewinne werden daher nur noch in Euro und Cent erlaubt.

Die menschliche Psychologie spielt auch bei der Regel zum maximalen Einsatz eine Rolle. Erlaubt ist ein maximaler Einsatz in Höhe von zehn Euro. Höhere Einzahlungen werden direkt wieder ausgezahlt und Gewinne dürfen nicht mehr automatisch dem Einsatz gutgeschrieben werden. Damit wird der Spieler nach dem Verlust der zehn Euro wieder gezwungen, die Entscheidung zu treffen, ob er weiterspielen möchte. Es fällt uns einfach schwerer, fünfmal zehn Euro zu setzen als einmal 50 Euro.

Für Vielspieler wurde darüber hinaus eine gesetzlich vorgeschriebene Pause eingeführt. Nach einer Stunde Spielzeit gibt es eine fünfminütige Pause. Nach drei Stunden wird erneut eine Pause eingelegt und alle Gewinne und Einsätze werden ausgezahlt und der Spielautomat auf den Ausgangszustand zurückgesetzt.

Damit sichergestellt wird, dass die Automaten die Vorgaben einhalten, muss jeder Spielautomat mindestens alle zwei Jahre durch einen Sachverständigen geprüft werden. Die Kosten dafür muss der Aufsteller des Spielautomaten übernehmen. Illegale Spielgeräte, gar eine Spielautomaten-Mafia, gibt es dennoch.

Den Handyvertrag wechseln – 10 essentielle Tipps

Möchten Mobilfunkkunden in ein schnelleres beziehungsweise günstigeres Netz wechseln oder steht der Kauf eines neuen Smartphones an, kommt es nicht selten auch zu einem neuen Handyvertrag. Dieser überfordert jedoch viele Kunden. Denn die Auswahl an Anbietern und Tarifen auf dem Markt ist inzwischen groß. Früher lagen noch jegliche Telekommunikationsdienste in den Händen der Deutschen Bundespost oder ab 1992 bei T-Mobile Deutschland. Heute allerdings sind etliche andere Optionen hinzugekommen, was dazu führt, dass manche Kunden sich nach dem Vertragsabschluss ärgern oder auf Mängel aufmerksam werden. Folgende 10 essentielle Tipps sollten daher beim Vertragswechsel beachtet werden.

1. Den richtigen Zeitpunkt nicht verpassen

Ein Vertragswechsel ist nicht zu jedem Zeitpunkt möglich. Es handelt sich daher um eine Entscheidung, die in der Regel nicht spontan getroffen werden kann, sondern rechtzeitig geplant sein will. Wer also darüber nachdenkt, den Handyvertrag zu wechseln, der sollte sich frühzeitig über die Vertragsbedingungen und Kündigungsmöglichkeiten informieren. Ausnahmeregelungen, die eine kurzfristige Sonderkündigung ermöglichen, gibt es manchmal in Fällen wie einem Umzug ins Ausland. So oder so, muss der neue Vertrag rechtzeitig abgeschlossen werden, sodass es einen fließenden Übergang gibt. Ansonsten kann der Vertragswechsel bedeuten, für einen gewissen Zeitraum ganz ohne Handyvertrag zu sein – oder zwei Verträge zu haben und bezahlen zu müssen. Timing ist daher ein wichtiges Stichwort für einen erfolgreichen Anbieter- beziehungsweise Vertragswechsel.

Dieses Timing ist noch in einer weiteren Hinsicht essentiell: Wer nämlich früh genug beginnt, unterschiedliche Angebote zu vergleichen und zu beobachten, hat gute Chancen, ein attraktives Sonderangebot zu finden. Gerade die ausgeprägte Konkurrenzsituation, die mittlerweile auf dem Markt besteht, hat nämlich dazu geführt, dass sich die Mobilfunkanbieter preislich unterbieten und hinsichtlich ihrer Leistungen überbieten wollen. Allein deshalb lohnt sich der Vertragswechsel in regelmäßigen Abständen, denn schon wenige Monate oder Jahre später kann es sein, dass für dieselben oder besseren Leistungen deutlich weniger bezahlt werden muss. Wer dann auch noch eine gewisse Vorlaufzeit eingeplant hat, kann auf Sonderaktionen warten, die weitere Preisvorteile versprechen, beispielsweise das erste Jahr zum halben Preis.

Es ist also aus vielerlei Hinsicht sinnvoll, vor dem Wechsel eines Handyvertrages ausreichend Zeit für die Recherche und den Vergleich von Angeboten einzuplanen. Geduld ist hierbei der Schlüssel zum Erfolg, sprich zu einem wirklich günstigen Vertrag. Gleichzeitig bleibt dem neuen Anbieter durch den frühen Vertragsabschluss selbst mehr Vorlaufzeit, sodass ein fließender Übergang ermöglicht wird.

2. Den alten Vertrag rechtzeitig kündigen

Wie bereits erwähnt, kann ein Handyvertrag oftmals nicht spontan, sondern nur zu gewissen Terminen gekündigt werden. Wie lange diese Kündigungsfristen sind, hängt vom Einzelfall ab. Als Faustregel gilt: Je länger die Vertragslaufzeit, desto günstiger ist der Tarif in der Regel. Es gibt somit durchaus Verträge, die monatlich gekündigt werden können. Diese kosten aber entsprechend mehr. Du musst also selbst entscheiden, ob sie sich für dich lohnen. Wer oft einen Vertragswechsel vornehmen will, um beispielsweise von günstigen Sonderaktionen zu profitieren, der kann durchaus über einen entsprechend flexiblen Tarif nachdenken.

Die meisten Menschen ziehen es jedoch vor, Verträge mit längerer Laufzeit abzuschließen, um den Aufwand des Handyvertragswechsels zu umgehen. Sie wollen diesen also möglichst selten auf sich nehmen und können daher von günstigeren Verträgen mit ein bis zwei Jahren Laufzeit profitieren. Mehr ist jedoch nicht empfehlenswert, denn es lohnt sich, wie bereits erwähnt, die Tarife in regelmäßigen Abständen zu vergleichen. Nach spätestens zwei Jahren können die Preisvorteile durch einen Vertragswechsel nämlich den Aufwand überwiegen.

In der Konsequenz bedeutet das, dass sich jeder über die im individuellen Fall gültigen Kündigungsfristen informieren muss. Informationen hierzu sind im Mobilfunkvertrag zu finden oder können direkt beim Anbieter erfragt werden. Viele Menschen, die Handytarife mit längerer Laufzeit wählen, kündigen diese auch sofort wieder, sodass sie nach ein bis zwei Jahren frei entscheiden können, ob sie diesen Vertrag verlängern oder wechseln wollen. Allerdings kann es dann passieren, dass die damals abgeschlossenen Konditionen nicht mehr gelten und eine Vertragsverlängerung daher nicht mehr eins zu eins möglich ist. Ein Vorteil ist jedoch, dass der Anbieter nach Eingang der Kündigung oft attraktive Angebote macht, um den Kunden zu halten – Angebote, die ansonsten vielleicht nicht zugänglich wären. Beide Szenarien bieten daher Vor- und Nachteile, sodass jeder selbst entscheiden muss, was im individuellen Fall sinnvoll ist.

3. Den Vertrag nicht überstürzt oder überrumpelt abschließen

Dennoch: Egal, wie attraktiv ein Angebot klingt, das einem beispielsweise am Telefon oder auf einer Webseite gemacht wird – der Handyvertrag ist nicht die richtige Anlaufstelle für eine Spontanentscheidung. Vor allem, wenn solche Angebote angeblich nur für kurze Zeit, vielleicht sogar nur für wenige Minuten, gültig sind, ist Vorsicht angebracht. Denn die Kundinnen und Kunden unter Druck zu setzen, um sie zu unüberlegten Entscheidungen zu drängen, ist eine beliebte Strategie unseriöser Anbieter. Stattdessen gilt es, verschiedene Angebote einzuholen und miteinander zu vergleichen. Dabei ist nicht nur entscheidend, was unterm Strich auf der Rechnung steht, sondern noch viele weitere Faktoren:

  • Die Leistungen können große Unterschiede aufweisen. Günstigere Verträge gehen daher häufig mit geringeren Leistungen, beispielsweise einem kleineren Datenvolumen bei ungedrosselter Geschwindigkeit einher. Für einige Personen, die ihr Handy ohnehin wenig nutzen, oder für ein Zweithandy können die günstigsten Tarife daher eine optimale Wahl sein. Für viele andere Menschen wären diese jedoch nicht ausreichend, sodass sich die Investition in teurere Tarife lohnen kann. Hier muss jeder selbst herausfinden, welches Preis-Leistungs-Verhältnis am besten zu den eigenen Gewohnheiten passt.
  • Mittlerweile gibt es längst nicht mehr nur einen Anbieter am Markt, sondern genau genommen gibt es drei große Netzanbieter (Telefónica Germany, Telekom und Vodafone) sowie eine Vielzahl an Providern von Drillisch bis mobilcom-debitel. Diese wiederum offerieren unterschiedliche Branding-Marken wie Aldi Talk oder freenet Mobile – um nur zwei von zahlreichen Beispielen zu nennen. Es lohnt sich daher, auch einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und zu überprüfen, zu welchem Anbieter der jeweilige Tarif gehört und welches Netz genutzt wird. Denn auch hierbei gibt es Qualitätsunterschiede und je nach Region kann das eine oder andere Netz die bessere Wahl sein. Auch deshalb ist Recherche vorab so wichtig.
  • Zuletzt gilt es, bei den infrage kommenden Tarifen einen Blick in das Kleingedruckte zu werfen. Denn nicht selten verstecken sich hier weitere Kosten, die bei der Entscheidung berücksichtigt werden muss. Viele Anbieter locken schließlich mit Werbebotschaften, wie „Nur fünf Euro pro Monat“, jedoch ist erst auf den zweiten Blick ersichtlich, dass das nur für das erste Vertragsjahr gilt. Das zweite Vertragsjahr ist dann oft umso teurer, sodass sich schlussendlich kein Preisvorteil ergibt. Wichtig ist daher, sämtliche Kosten beim Vergleich zu berücksichtigen und gegenüberzustellen. Nur so lässt sich der Tarif mit dem tatsächlich besten Preis-Leistungs-Verhältnis finden.

Diese Tipps schützen also vor unüberlegten Entscheidungen mit hohen Folgekosten oder für einen zwar günstigen Tarif, der jedoch nicht die gewünschten Leistungen bietet. Es gilt daher, mit Bedacht an den Vertragswechsel heranzugehen, um davon maximal zu profitieren.

4. Vergleichsangebote einholen

Auch, wer sich noch unsicher ist, ob der bestehende Vertrag gewechselt werden soll oder nicht, sollte sich zumindest informieren. Wenn die Kündigungsfrist naht, also eine Kündigung beispielsweise in drei Monaten möglich wäre, lohnt es sich, ein bisschen Zeit einzuplanen, um verschiedene Angebote zu vergleichen. Wie diese Liste beweist, muss der Wechsel eines Handyvertrags nämlich nicht mit viel Aufwand oder Nachteilen wie einem Nummernwechsel einhergehen. Stattdessen ist ein fließender Übergang mit gleichbleibender Handynummer durchaus möglich, nur eben zu günstigerem Preisen oder besseren Leistungen.

Angebote vergleichen, lautet daher die Devise, wann immer ein Vertragswechsel geplant ist oder zumindest in Erwägung gezogen wird. Gewisse Internetportale können dabei helfen, denn sie stellen verschiedene Anbieter sowie Tarife übersichtlich gegenüber und bieten sogar die Möglichkeit, direkt nach individuellen Kriterien wie der Vertragslaufzeit oder dem inbegriffenen Datenvolumen zu filtern. Doch auch hier ist Vorsicht angebracht, denn oftmals werden nicht alle Kosten miteinander verglichen. Ein genaueres Hinsehen – wie bereits geschildert – lohnt sich also auch hier!

5. Die individuell passenden Tarife wählen

Die große Vielfalt an Anbietern rührt unter anderem daher, dass es nicht den einen „perfekten“ Handyvertrag gibt. Ansonsten würden diesen natürlich alle wählen und es gäbe keine Konkurrenz mehr auf dem Markt. Doch so individuell wie jeder Mensch ist, sind auch seine Ansprüche, wenn es um den Handytarif geht. Die einen achten eher auf den Preis, die anderen eher auf die Leistungen. Die einen haben einen konkreten Favoriten, wenn es um den Netzbetreiber geht. Die anderen legen Wert darauf, stets das neueste Smartphone zu bekommen. Auch das Budget, welches die Menschen bereit sind, für ihren Handyvertrag auszugeben, schwankt vom ein- bis dreistelligen Bereich. Genau deshalb gibt es mittlerweile eine Vielzahl an unterschiedlichen Anbietern und Tarifen – und genau deshalb ist es so wichtig, in diesem Dschungel jenen zu finden, der am besten zu den eigenen Vorstellungen passt.

Ein wichtiger Schritt vor dem Vertragswechsel ist daher jener, die eigenen Vorstellungen zu reflektieren und daraus eine Liste anzufertigen. Diese definiert die Kriterien, die der Handyvertrag erfüllen muss. Sie dient sozusagen als Leitfaden für den Tarifvergleich und kann dabei zum Beispiel folgende Punkte erhalten:

  • gewünschte Laufzeit,
  • maximale (monatliche) Kosten,
  • Netzbetreiber,
  • integriertes Datenvolumen,
  • Tarif mit oder ohne Handy und
  • eventuelle weitere Konditionen wie SMS-Flatrate.

Zudem gilt es, individuelle Faktoren zu berücksichtigen. Wer beispielsweise häufig ins Ausland reist, für den lohnt sich unter Umständen ein entsprechender Tarif, der auch im Ausland die Nutzung des Smartphones zu günstigen oder den Inlandskonditionen ermöglicht. Bei wem die Internetnutzung stark schwankt, für den ist vielleicht ein Stufenmodell sinnvoll, bei dem ein geringerer Grundpreis anfällt, aber gewisse Pakete (automatisch) hinzugebucht werden, wenn beispielsweise ein Datenverbrauchslimit überschritten wurde. So unterschiedlich also die Tarife sind, so wichtig ist es, jenen zu finden, der optimal zum eigenen Bedarf passt.

6. Die Laufzeit berücksichtigen

Auch bei den Laufzeiten gibt es große Unterschiede. Von Prepaid-Tarifen ganz ohne Laufzeit über Verträge, die monatlich kündbar sind, bis hin zu einer mehrjährigen Vertragsbindung sind die Optionen vielfältig. Auch hier ist daher essentiell, jene Lösung zu finden, die optimal zu den eigenen Lebensumständen passt. Wie bereits erwähnt, entsteht dadurch in der Regel ein Spannungsfeld zwischen Laufzeit und Preis, sprich je flexibler ein Vertrag ist, desto teurer ist er – und umgekehrt. Hier muss also jeder selbst abwägen, wo für ihn beziehungsweise sie der perfekte Kompromiss liegt.

7. Auf die eventuell neue Nummer achten

Eine der größten Hürden, von der sich viele Menschen abschrecken lassen, ist die neue Handynummer. Denn ein Vertragswechsel geht oftmals auch mit einem Nummernwechsel einher und genau dieser ist meistens nicht gewünscht. Nicht nur, dass sich die Betroffenen dann (schon wieder) eine neue Nummer einprägen müssen – sie müssen auch all ihre Kontakte über die neue Rufnummer informieren. Das bedeutet einen gewissen Zeitaufwand und das Risiko, jemanden oder etwas zu vergessen. Oft ist die Handynummer schließlich auch bei Verträgen, beim Hausarzt & Co hinterlegt. In solchen Fällen wäre die Erreichbarkeit nicht mehr gegeben.

Es gibt also viele gute Gründe, um einen Nummernwechsel zu verhindern. Den Vertragswechsel zu vermeiden, ist dafür weder sinnvoll noch notwendig. Denn im Regelfall gibt es die Möglichkeit der Rufnummernmitnahme, sprich die bisherige Handynummer kann trotz Vertragswechsel behalten werden. Das bringt zugleich den Vorteil mit sich, dass eine Neuvergabe der Rufnummer verhindert wird. Denn auch diese kann zu lästigen Missverständnissen nach dem Vertragswechsel führen. Diese Neuvergabe zu verhindern, lohnt sich daher auch, wenn die Handynummer nicht mitgenommen werden kann oder soll. Wer eine neue Nummer bekommt, kann manchmal zwischen verschiedenen Optionen auswählen und dann empfiehlt es sich natürlich, jene zu wählen, die sich am einfachsten merken lässt. Auch Eselsbrücken können dabei helfen, sich eine eventuell neue Nummer schnellstmöglich einzuprägen.

8. Genügend Datenvolumen und schnelles Internet auswählen

Mehr Datenvolumen bedeutet höhere Kosten. Das ist logisch. Trotzdem lohnt es sich nicht immer, an dieser Stelle zu sparen. Denn das Datenvolumen ist für viele Menschen heutzutage das wichtigste Entscheidungskriterium für oder gegen einen Tarif. Dennoch ist es nicht immer einfach, realistisch zu schätzen, wie viele Daten pro Monat verbraucht werden. Viele Wechselwillige sind daher unschlüssig, bei welchem Wert sie ansetzen sollen. Erst einmal gilt es, gewisse Vorüberlegungen zu treffen, beispielsweise wie viel Zeit am Handy mit dem Surfen verbracht wird und ob dieses eher unterwegs über das mobile Netzwerk stattfindet oder zuhause im WLAN. Weiterhin ist relevant, wie groß die anfallenden Datenmengen sind. Wer nur nach Informationen googelt, verbraucht schließlich deutlich weniger als jemand, der Serien über das Handy streamt. Als grobe Richtwerte dienen daher folgende Angaben:

  • 1 GB ist in der Regel ausreichend, wenn es sich um Gelegenheitssurfer handelt.
  • 3 GB empfehlen sich für Menschen, die oft mit ihrem Smartphone unterwegs surfen, sprich abseits des heimischen WLANs. Wer beispielsweise viel in Instagram unterwegs ist oder gerne mobil shoppt, sollte etwas höher ansetzen beim Datenvolumen. Auch kann sich dann die Investition in LTE oder noch bessere Standards lohnen.
  • 5 GB sind mindestens ratsam, wenn mit dem Smartphone auch größere Datenmengen benötigt werden, beispielsweise für das Gaming oder Streaming.
  • 10 bis 15 GB können sogar sinnvoll sein, wenn diese exzessiv betrieben werden. Auch dann ist mindestens LTE empfehlenswert, besser noch der 5G-Standard, wo er bereits verfügbar ist.

Auch die Internetschnelligkeit ist also relevant. Hier gilt ebenfalls, dass die Tarife meist teurer sind, je moderner der genutzte Standard ist. LTE gilt hierbei längst nicht mehr als das Nonplusultra. Stattdessen sieht die Abstufung von veraltet bis hochmodern wie folgt aus:

  • 2G
  • 3G
  • LTE
  • 4G
  • 5G

Dazwischen gibt es noch weitere Abstufungen wie 2.75G oder 3.5G. In der Regel verfügen moderne Tarife mindestens über den 3G- oder LTE-Standard. Für Gelegenheitssurfer sind diese auch absolut ausreichend. Für Vielnutzer kann sich aber die Investition in bessere Standards lohnen. Wichtig ist dann jedoch, darauf zu achten, dass dieser am Wohnort auch verfügbar ist. Es ist also nicht sinnvoll, beispielsweise für 5G einen Aufschlag zu bezahlen, wenn das Netz noch gar nicht genutzt werden kann. Auch hier ist es daher wichtig, den Einzelfall zu prüfen.

9. Zusätzliche Konditionen nicht vergessen

Zuletzt gibt es eine Vielzahl an zusätzlichen Konditionen, die von den Anbietern offeriert werden, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Von inkludierten Apps wie Spotify Premium über Allnet-Flats bis hin zu einer Flatrate für die Auslandsnutzung sind die Optionen vielfältig. Es lohnt sich daher, auch diese Konditionen zu vergleichen und mit den eigenen Gewohnheiten abzugleichen. In den meisten Fällen sind diese zwar nicht notwendig – vor allem, wenn sie mit einem Aufpreis einhergehen – jedoch können sie sich in Sonderfällen lohnen, wenn der Nutzer beispielsweise oft im Ausland ist oder beruflich viel mit dem Handy telefonieren muss; um nur zwei von vielen möglichen Szenarien zu nennen.

10. Sich das eventuell zusätzliche Handy gut überlegen

Zuletzt gibt es einen signifikanten Unterschied bei Handyverträgen: Einige sind an ein Smartphone gebunden, andere nicht. Erstere sind dementsprechend teurer, dafür erhalten die Vertragsnehmer stets das neueste Modell, was einigen Personen besonders wichtig ist. Andere Menschen wollen lieber sparen und sind mit ihrem alten Handy zufrieden, bis es eines Tages den Geist aufgibt, wie man so schön sagt. Das ermöglicht einen deutlich günstigeren Mobilfunkvertrag. Auch hier muss also jeder selbst entscheiden, ob das zusätzliche Handy die Mehrkosten wert ist. Unterm Strich ist es meistens günstiger, Smartphone und Vertrag voneinander zu trennen. Das bietet zugleich mehr Flexibilität, was die Neuanschaffung eines Handys oder einen Vertragswechsel angeht. Das zusätzliche Handy kann somit zwar in Einzelfällen nützlich werden, sollte aber wohlüberlegt sein.