Beispiele Deutscher Handwerkskunst

Drei Beispiele Deutscher Handwerkskunst

Die Kunst des Handwerks ist eine alte Kunst, die es wohl schon seit Menschenbestehen gibt. Auch in Deutschland ist das nicht anders, aber durch die Industrialisierung und die Modernisierung unserer globalen Welt geht immer mehr an Handwerkskunst verloren.

Dabei ist es eine so wertvolle und besondere Art, Produkte zu kreieren, zu besitzen oder zu verkaufen. Natürlich kann das Handwerk auf dem Markt nicht mit industriell produzierten Produkten mithalten. Produkte, die handwerklich gemacht werden, sind im Gegensatz zu industriellen Produkten langsam hergestellt, d. h. es braucht einfach mehr Zeit, um ihre Vollendung abzuschließen, da vieles oder manchmal sogar alles mit Hand gemacht wird. Das führt dann dazu, dass handwerkliche Produkte aus verständlichen Gründen sehr viel mehr kosten als andere. Lange Zeit auf etwas warten und dann auch noch Unmengen dafür zahlen zu müssen sind genau die zwei Dinge, die in unserer modernisierten und konsumorientierten Welt vermieden werden wollen. Dennoch kommt allmählich wieder der Trend, der handwerkliche Produkte zu „coolen“ Dingen macht. Besonders in einigen bestimmten Zielgruppen wird Handarbeit sehr geschätzt und geliebt. Nur weil etwas von Hand gemacht ist, muss das nicht gleich bedeuten, dass es nicht stylish aussieht. Die moderne Handwerkskunst der heutigen Zeit hat Stil und geht auf jeden Fall mit der Mode. Außerdem sind Handwerksprodukte fast immer fair und/oder ökologisch hergestellt. Dies sind einige wichtige Punkte, die von immer mehr Konsumenten beachtet werden, wenn sie einkaufen. Auch dass die Produkte regional hergestellt werden, ist von wachsendem Interesse für Kunden. Das sollte aber für die deutsche Handwerkskunst kein Problem sein, denn es gibt viele traditionelle Werkstätten und Geschäfte, wo die Ware nicht nur gemacht, sondern Zugleich verkauft wird. Außerdem ist die Handwerkskunst inzwischen wieder in den verschiedensten Bereichen aktiv; sei es nun in Mode, Accessoires und Schmuck bzw. Goldschmiede, Innenausstattung und Haushaltsgegenstände oder auch in der Kulinarik. So können die drei folgenden Handwerkskünste momentan ein gutes Geschäft machen und darüber hinaus vor allem ihre Handwerkskunst zur Schau stellen und mit Begeisterten teilen, denn sie haben alles, was von bewussten Konsumenten gefragt wird: Regionale und handwerkliche Produktion, Umweltfreundlichkeit und Stil.

Handwerkliches Porzellan

Ein Beispiel solcher anspruchsvollen Handwerkskunst, das man oft und viel in Deutschland findet, ist die Porzellanmanufaktur. Porzellan wird schon seit vielen Hundert Jahren hergestellt, denn es ist nicht nur ästhetisch, sondern erfüllt auch praktische Zwecke im Alltag. Schüsseln, Becher und Teller wurden traditionell aus Porzellan gefertigt. Heute gelten Porzellanwaren als besondere Handwerkskunst. In den vielen Manufakturen in Deutschland findet man Menschen, die für die Porzellanherstellung brennen und mit Leidenschaft daran arbeiten. Um jedes Stück einzigartig zu machen, wird mit viel Liebe zum Detail und Genauigkeit gearbeitet. So erreicht die Kunden ein Produkt von immenser Qualität, das für lange Zeit bestehen bleibt. Denn das ist es, was viele Menschen in der heutigen Welt, wo alles schnell geht und auch schnell vergeht, suchen: etwas für die Ewigkeit.

In den Manufakturen wird von Hand gearbeitet; da der Fokus meist auf ästhetischen Produkten liegt, ist das Design besonders wichtig. Außerdem werden nicht nur alltägliche Zweckobjekte hergestellt, sondern auch Deko und Ornamente, die eben vor allem das Auge ansprechen sollen. Viele dieser Arbeiten in Porzellanmanufakturen sind infolgedessen nur mit Handarbeit möglich. So z. B. das Bemalen von Porzellan. Dies gibt dem Kunden folglich ein einzigartiges Produkt, denn Handarbeit kann nie bis auf das kleinste Detail gleich sein. Genau das ist es, das Porzellangeschirr heute so besonders macht und unter anderem aus diesem Grund finden so viele Menschen Freude daran. Wenn man so ein einzigartiges Produkt kauft, fühlt man sich als Kunde wohl auch besonders, da man der Einzige ist, der genau dieses Objekt besitzt. Natürlich führt das folglich dazu, dass die meisten Produkte aus handwerklicher Porzellanmanufaktur ihren Preis haben. Eines davon zu besitzen bedeutet also, dass man viel Wert auf ästhetische Objekte legt und es gibt einem ein Gefühl von Kultiviertheit. Produkte aus einer handwerklichen Porzellanmanufaktur verbreiten doch eine spezielle Freude, wenn sie endlich zu besonderen Anlässen verwendet werden (können).

Die Geschichte der Herstellung von Porzellangefäßen geht auf eine lange Tradition zurück. Seit dem ersten Jahrhundert v. Chr. wurde in China bereits eine Art von Frühporzellan hergestellt. Natürlich hat sich die Herstellung desselben mit der Zeit verändert, verbessert und verschönert, sodass inzwischen eine Kunst daraus geworden ist. Wie allseits bekannt, müssen die Werke in dem Herstellungsprozess mehrere Male gebrannt werden, um so die Form und die verwendeten Materialien zu fixieren. Durch das Brennen bei sehr hohen Temperaturen, teilweise bis zu 1350 Grad Celsius, wird die geformte Tonmasse hart, dicht und durchscheinend. Viele Produkte aus Porzellan werden darüber hinaus mit einer Glasur überzogen, sodass sie ein glänzendes und schimmerndes Design aufweisen. Nach der Glasur können wahlweise noch Bemalung erfolgen, die einzigartige Muster auf Gefäße und Objekte bringen. All das erhöht den ästhetischen und kunstvollen Aspekt des alten Handwerks. Auch wenn der Prozess der Herstellung ein etwas langwieriger und Genauigkeit erfordernder ist, so trägt er doch nur noch zur Besonderheit und zur Exklusivität der keramischen Meisterstücke bei. Porzellan gibt es schon seit vielen, vielen Jahren, aber dennoch ist es noch nie aus der Mode gekommen, weshalb viele dieses Handwerk auch weiterhin ausüben und erhalten wollen.

Ursprünglich kommt nicht nur das Material, sondern auch die Herstellungsweise aus China; anfangs wurden jedoch sowohl die Brennart als auch die Inhaltsstoffe, die für die Produktion nötig sind, geheim gehalten. Außerdem gibt es viele unterschiedliche Arten von Porzellan, z. B. Hart- und Weichporzellan. Im Gegensatz zum europäischen Namen wird in China unter demselben Begriff sehr viel mehr verstanden, etwa auch das, was bei uns einfach Keramik genannt wird. Trotz dass das Wissen über die Herstellung anfangs nicht weitergegeben wurde, so konnte es im 18. Jahrhundert in Europa dennoch endlich hergestellt werden, und zwar in Deutschland. Das ist heute immer noch ersichtlich, denn hier gibt es viele traditionelle, seit einigen Hundert Jahren existierende Porzellanmanufakturen, die immer noch hervorragende handwerkliche Arbeit leisten.

Handwerkliches Leder

Wie Porzellan besitzt auch das Lederhandwerk eine lange Tradition. Früher, wo das Leben noch nicht so einfach war wie heute, haben die Menschen alles von einem gejagten Tier genutzt, nicht nur das Fleisch als Nahrung, sondern ferner das Fell für Mäntel und die Haut für alle möglichen Lederprodukte. Produkte aus Leder sind vielfältig; es gibt Schuhe, Taschen, Handschuhe, Geldbörsen, Gürtel und noch viele andere. Und das natürlich aus gutem Grund: Leder als Material ist sehr stark und stabil, es hält viel aus, denn die Haut der Tiere schützte diese vor vielen Fremdeinflüssen. Was früher außerdem von Wichtigkeit war und woran man heute wohl eher selten denkt, wenn man an Lederwaren denkt, waren Sattel. Die wurden gleichfalls aus Leder hergestellt und sollten die Pferde auf langen Ritten entlasten. Die gängigen und altbekannten Sattel wurden wahrscheinlich von Reiterstämmen aus dem Osten erfunden und die Herstellung dergleichen erfordert viel Können, Wissen und Erfahrung. Leder wird übrigens heute noch für die unterschiedlichsten Produkte verwendet, denn es ist nicht nur kräftig als Material, sondern erfüllt darüber hinaus ästhetische Zwecke. Dies trifft vielleicht nicht auf alle Menschen gleichermaßen zu, aber es gibt doch eine große Masse, die sich gerne mit damit einkleiden und denen Lederprodukte ausgezeichnet gefallen. Wie Porzellan hat es auch sein ganz eigenes Gefühl; nicht nur, wenn man es trägt, sondern auch wenn man es fühlt und sieht, denn es versprüht eine Aura von Stil, Wert, Exklusivität und Luxus.

Leder wird in Gerbereien hergestellt. Davon gibt es in Deutschland immer noch einige handwerkliche, auch wenn kleine Gerbereien, Schuster oder Lederfabriken inzwischen eher selten geworden sind. Die Verarbeitung von Tierhaut ist nämlich ein langer, komplizierter Prozess. Rohe Tierhaut ist im Gegensatz zu dem fertigen Produkt, das wie Porzellan auch über viele Jahre hinweg hält, brüchig und verfällt schnell. Oft kann sie zudem durch die Feuchtigkeit faulen. So musste die Tierhaut auf irgendeine Weise verarbeitet werden. Anfangs wurde sie nur mit Fetten oder Cremen eingerieben, damit sie weich und haltbar wurde. Inzwischen wurde der Herstellungsprozess aber soweit weiterentwickelt, dass die Tierhaut durch chemische Prozesse verändert wird. Das garantiert eine lange Haltbarkeit des Produktes. Darüber hinaus wurden chemische Lösungen entwickelt, die gegen die Fäulnisbakterien helfen bzw. diese vermeiden können.

Neben diesem Herstellungsprozess von Tierhaut zur Ware, den man Gerben nennt, gibt es dann natürlich noch die Verarbeitung von Leder zu tatsächlichen Produkten. Das ist gleichfalls ein uraltes Handwerk, das viel Können und unterschiedliche Fähigkeiten erfordert. Wenn es inzwischen auch maschinelle Lederverarbeitung gibt, so existieren gegenwärtig handwerkliche Lederhersteller und -reparateure. Das führt dazu, dass in dem Handwerk viele mögliche Unikate entstehen, die das Produkt besonders machen. Für Leder wird ebenso wie für Porzellan zum Teil ein Vermögen ausgegeben, um die beste Qualität und ein hervorragendes Design zu garantieren. Denn Lederprodukte können tatsächlich sehr ästhetisch wirken. Zudem ist Leder sehr widerstandsfähig, wasserdicht und unverwüstlich. Dies trägt unter anderem dazu bei, dass Objekte aus Leder meist lange halten und so viele Konsumenten ansprechen. Wenngleich heute oft auf Leder verzichtet wird, aus ethischen Gründen und der Tiere wegen, so gibt es inzwischen Lederhersteller, die nachhaltig arbeiten, indem sie die Tierhaut von Tieren verwenden, die einer bewussten Ernährung dienen. So werden die Tierhäute etwa von einem Bauernhof geholt, wo biologisch produziertes Fleisch hergestellt wird. Dies hat zwei Vorteile: Der Bauer muss die Tierhaut nicht wegschmeißen und der Lederhersteller muss sie nicht irgendwo anders womöglich teurer ankaufen oder aus Drittländern anliefern lassen.

Handwerkliche Uhren

Vom Leder zu den Uhren: Auch bei diesem Handwerk wird Leder für die Bänder vieler Armbanduhren verwendet. Die Uhren selbst sind inzwischen schon einige Jahrhunderte alt und vor allem die handwerklich produzierten folgen einer langen Tradition. Seit dem 16. Jahrhundert gibt es in Deutschland und anderen europäischen Zentren der frühen Neuzeit Uhrmacher, die mechanische Uhren und ihre Zubehöre herstellen und reparieren. Besonders interessant ist dabei, dass das dieser Beruf anfangs als Kunst galt und später bestenfalls als Kunsthandwerk. Die Herstellung von Uhren als Kunst ist in Deutschland auch heute noch aktuell; hier gibt es viele Uhrmacher, die zumindest, wenn es um Reparaturen geht, noch handwerklich arbeiten. Das sieht man zudem an der Ware selbst. Viele Uhrenträger legen heute Wert auf ästhetische und filigrane Arbeit. Besonders solche Uhren, wo das Uhrwerk sichtbar ist, sind wieder voll im Trend und faszinieren die Konsumenten. Außerdem werden sie heute nicht nur als Zweckgegenstand verwendet, denn jeder hat doch ein Mobiltelefon, wo er schauen kann, wie spät es ist, sondern sie sind vor allem auch Ausdruck eines ästhetischen Lebensstils. Eine teure oder wertvolle Uhr verleiht ihrem Träger definitiv ein Image von Wichtigkeit und ein Gefühl von Luxus und Reichtum; das führt zu mehr Selbstbewusstsein beim Träger und mehr Attraktivität in weiten Teilen der Gesellschaft.

Nicht nur das Endprodukt, also die Uhren selbst, erhalten viel Wertschätzung in der heutigen Welt. Auch der Beruf und das Handwerk des Uhrmachers ist bis heute ein sehr angesehenes, denn sie waren die Pioniere der Entwicklung der Feinmechanik. Neben der Herstellung kümmert sich der Uhrmacher um viele weitere Sachen, die mit Zeitmessgeräten zu tun haben. So arbeitet er ferner an Montierungen, Reparaturen und Restaurationen von Uhrwerken und Zubehör, insbesondere dem Uhrgehäuse, das je nach Uhr unterschiedlich funktioniert, z. B. mechanisch oder elektronisch. Außerdem kümmert sich ein Uhrmacher auch um historische Uhren, deren Wartung und Pflege, und arbeitet teilweise mit angewandter Zeitmesstechnik. So ist der Beruf desselben sehr vielseitig und abwechslungsreich, denn darüber hinaus sollte er, wenn möglich die Kundenberatung und die Grundlagen der Schmuckbranche beherrschen.

Wie alle Handwerke hat auch das des Uhrenherstellers traditionelle Arbeitsweisen. In Europa sind vor allem Manufakturen in der Schweiz und in der Gegend des Schwarzwaldes bekannt für ihre handwerkliche Arbeit. Mit der Industrialisierung wurde jedoch auch die Uhrenherstellung von Mensch auf Maschine verlagert und der Herstellungsprozess hinter Reparatur und Verkauf gestellt. Vor allem als angefangen wurde, billige Uhren industriell herzustellen, konnten sich der traditionelle Beruf des Uhrmachers und sein Handwerk nur schwer über Wasser halten. Dennoch gibt es heute noch historische Uhren, die sehr wertvoll sind und an deren Design ihr Herkunftsort erkennbar ist. Das Handwerks des Uhrmachers ist ein sehr besonderes, das viel Feingefühl und Wissen fordert. Deshalb wird unter anderem versucht, es so gut wie möglich zu erhalten, wenngleich es meist nur um Reparaturen und Wartungen geht. Außerdem gibt es viele Hobbyuhrmacher, die in ihrer freien Zeit in ihrer Werkstatt an alten Uhren basteln, sie reparieren und genau studieren. So können sie ihr Wissen über das Uhrwerk und -gehäuse vertiefen und ihre Passion und ihr Interesse an Nachfahren weitergeben, damit diese Tradition erhalten bleibt.