Zahnzusatzversicherung: viele gute Angebote bei Stiftung Warentest

Zahnzusatzversicherung: viele gute Angebote bei Stiftung Warentest

April 2021: die Stiftung Warentest hat die Bedingungen von 244 Zahnzusatzversicherungen getestet. Gute Tarife gibt es in allen Altersstufen ab rund 30 Euro Monatsbeitrag. Insgesamt sind sehr viele Angebote mit dem Testurteil GUT und SEHR GUT ausgezeichnet worden.

Seit Jahren steigt die Zahl bestehender Zusatzpolicen für Zahnersatz stetig an – über 16 Mio Menschen haben bereits eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen. Und die Nachfrage ist weiterhin hoch.

Kein Wunder, denn besonders Zahnersatz ist teuer. Ein Zahnimplantat kann etwa bis 4.000 Euro kosten. Doch welches Angebot ist das richtige?

Wer eine Zahnzusatzversicherung sucht, wird schier erschlagen vom umfassenden Angebot – das zeigt auch die große Zahl getesteter Tarife bei Stiftung Warentest. Insgesamt wurden 244 Tarife unter die Lupe genommen.

Grundsätzlich lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung laut Stiftung Warentest „wenn man gesetzlich krankenversichert ist und auch teure Implantate, Kronen oder Brücken wünscht.“ Gleichzeitig wird geraten, die Versicherung rechtzeitig abzuschließen, solange das „Gebiss noch in Ordnung ist“.

Gerade dieser Hinweis ist wichtig – denn auch wenn viele Angebote keine Wartezeit haben und sofortige Leistung versprechen, sind laufende oder angeratene Behandlungen immer von der Erstattung ausgeschlossen.

Wer die Wahl hat, hat die Qual – welchen Tarif soll ich wählen?

Für die Tarifauswahl empfiehlt die Stiftung Warentest, sich zu überlegen ob man eher der Kundentyp „Rundum Sorglos“, „gut und günstig“ oder „Kasse genügt“ ist – je nachdem kann man Tarife mit höheren oder niedrigeren Leistungen wählen.

Wer viel Wert auf sein Aussehen und die perfekte Optik bei Zahnersatz legt, und sich nicht viel mit Einschränkungen und Versicherungsklauseln auseinandersetzen möchte, zählt bei Stiftung Warentest zum Kundentyp „Rundum Sorglos“. Die besten Tarife kosten für einen 43jährigen Modellkunden zwischen 33 und 46 Euro im Monat. Insgesamt empfiehlt Stiftung Warentest hier 27 Tarife von verschiedenen Anbietern (z.B. Barmenia, Münchener Verein, WGV oder HUK) mit Testnoten zwischen 0,5 und 0,8.

Wer bereit ist, einen Teil der Zahnarztrechnungen selbst zu bezahlen, aber dennoch gut abgesichert sein möchte, gehört laut Stiftung Warentest in die Kundengruppe „gut und günstig“. Gute Tarife in dieser Preisklasse kosten auch für ältere Menschen maximal 29 Euro im Monat. Empfohlen werden hier 11 Tarife zwischen Testnote 1,2 und 2,0 von verschiedenen Anbietern (z.B. Hanse Merkur, Continentale oder Debeka).

Wem ein günstiges Kassenmodell bei Zahnersatz ausreicht, kann entweder selbst jeden Monat etwas Geld ansparen oder auf günstige Zahnversicherungen zurückgreifen, die nur auf Basis der Regelversorgung leisten. Solche Policen gibt es laut Stiftung Warentest ab 6 Euro im Monat, z.B. von ERGO, DKV oder R+V.

Experten kritisieren zu geringe Testanforderungen und zu gute Bewertungen

Die Qualität der Versicherungen ist in den letzten Jahren immer besser geworden ist. Im aktuellen Test wurden 91 Tarife mit SEHR GUT ausgezeichnet. Eigentlich ein positives Zeichen – oder nicht?

Genau das allerdings kritisiert Experte Maximilian Waizmann, Geschäftsführer der Vergleichsplattform Zahnzusatzversicherung-Experten.de. Der Versicherungsmakler sieht einige Tarife „zu gut“ bewertet, weil die Test-Anforderungen der Stiftung Warentest eher gering ausfallen.

Zum Beispiel reicht es bei Stiftung Warentest aus, wenn ein Tarif alle fünf Jahre zwei Implantate und in den übrigen Jahren maximal ein Implantat erstattet.

Maximilian Waizmann, sieht das kritisch:

„Wer schon mal einen Blick in das Portal 2te-zahnarztmeinung.de**** geworfen hat, erkennt schnell, dass dies eine erhebliche Einschränkung darstellt – häufig werden in der Praxis mehr als ein oder zwei Implantate auf einmal notwendig! Die Kosten solch einer Behandlung liegen schnell im 5stelligen Euro-Bereich. Aus unserer Sicht ist es nicht nachvollziehbar, dass ein Tarif mit einer derartigen Leistungseinschränkung dennoch als Testsieger ausgezeichnet werden kann!“

Auch andere tarifliche Einschränkungen werden kaum negativ in die Bewertung einbezogen, zum Beispiel:

  • Sachkostenlisten für Material- und Laborkosten
  • Keramikverblendungen im Seitenzahnbereich
  • Abhängigkeit von der Vorleistung der gesetzlichen Krankenkasse

Wer eine Zahnzusatzversicherung sucht, sollte also am besten verschiedene Quellen einbeziehen. Es kann sicherlich nicht schaden, den umfassenden Test von Stiftung Warentest zu lesen.

Blind vertrauen, sollte man den Testergebnissen allerdings auch nicht. Wer unsicher ist und nicht selbst im Internet abschließen möchte, sollte sich von einem Versicherungsmakler beraten lassen, der verschiedene Angebote vergleichen kann. Auch die Verbraucherzentralen bieten diesen Service kostenpflichtig an.