Was sagt der BMI über die Gesundheit aus?

Im Mittelpunkt des Loriot-Sketches „Szenen einer Ehe“ steht die Weichheit eines Frühstückseis, das täglich nach Gefühl gekocht wird. Dabei ist es mit Gefühlen so eine Sache: Sie können trügen. Ein Blick in den Spiegel verrät zwar hingegen zumeist die bittere Wahrheit – Doch auch er liefert nur eine erste Einschätzung. Wer seinen künftigen Speiseplan genau planen möchte, sollte zunächst seinen BMI berechnen.

Wie viel Körpermasse ist gesund?

Der Body Mass Index (BMI) galt lange Jahre rund um den Globus als Meilenstein zur Bestimmung des Körpergewichts. Hat er seinen Nimbus als Nonplusultra inzwischen auch eingebüßt, dient er Medizinern, Ernährungs- und Sportwissenschaftlern noch immer als willkommene Grundlage zur groben Einordnung des individuellen Ernährungszustands eines Patienten. Im Internet lässt sich mit nur einigen Eingaben problemlos der eigene Body Mass Index berechnen. Wer stattdessen Lust auf Mathe hat, benötigt auch kein Studium. Er muss einfach nur sein Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat seiner Körpergröße in Metern teilen. Eine 80 Kilogramm schwere und 1,80 Meter große Person würde also wie folgt kalkulieren:

  • 1,80 x 1,80 ergibt 3,24
  • 80 geteilt durch 3,24 ergibt 24,7 – den persönlichen BMI.

Eine erwachsene Frau hat damit nach der offiziellen Einteilung durch die Weltgesundheitsorganisation Glück: Sie gilt gerade noch als normalgewichtig. Ein Mann hingegen fiele bereits in die erste Übergewichts-Kategorie.

Grundsätzlich erfolgt die Einteilung bei über 18- und unter 65-Jährigen wie folgt:

BMI-Wert Frauen

  • bis 18,5: Untergewicht
  • 18,6 bis 24,9: Normalgewicht
  • 25 bis 29,9: Übergewicht
  • ab 30: Adipositas (Fettleibigkeit), die weitergehend in verschiedene Stadien eingeteilt wird.

Bei Männern werden sämtliche Werte jeweils um die Zahl Eins reduziert – sie wären also bereits ab einem BMI von 17,6 normalgewichtig.

Auch zur Berechnung des BMIs von Kindern und Senioren wird das Gewicht in Relation zur Körpergröße gesetzt – allerdings gelten jeweils andere Maßstäbe bei der Auswertung.

  • Bis zu einem Alter von acht Jahren wird kein BMI berechnet: Der sprichwörtliche Babyspeck bei Säuglingen ist ebenso gesund wie ein besonders geringer Körperfettanteil bei Erst- und Zweitklässlern. Ab dann werden zwar die Richtwerte erwachsener Männer und Frauen herangezogen, jedoch anhand einer sogenannten Perzentilkurve ausgewertet: einem statistischen Maß zur Anzeige einer gesunden Entwicklung auf Basis in der Vergangenheit erhobener Daten zu Größen- und Gewichtsstufen.
  • Wer hingegen bereits seinen Geburtstag gefeiert hat, darf sich in der Regel freuen: Der Körperwasseranteil sinkt, der Fettgehalt nimmt zu – bereits bei einem BMI von unter 22 sollte die Ernährung kalorienreicher, erst ab einem BMI von 29 weniger gehaltvoll gestaltet werden.

Unabhängig von Alter und Geschlecht gilt die Einteilung des BMI inzwischen nur noch als reine Orientierungshilfe; eine exakte Bestimmung des aktuellen Ernährungszustands bedarf der Berücksichtigung eines weiteren Aspektes:

Wo versteckt sich das Fett?

Oder auch: Wo ist es sichtbar? Ein Vorwurf gegen den Body Mass Index richtet sich an die fehlende Aussagekraft zur Fettverteilung. So würden besonders muskulöse Personen selbst ohne jedes Gramm Fett an ihrem Körper als übergewichtig eingestuft werden, ebenso wie Patienten mit Wasseransammlungen im Gewebe als Risikogruppe gelten. Zudem beeinflusst die Verteilung des Körperfetts die Wahrscheinlichkeit möglicher Folgeerkrankungen: Bauchfett gilt als besonders gefährlich und kann Herz-Kreislauferkrankungen wie Schlaganfälle oder Arteriosklerose, aber auch Diabetes mellitus oder Bluthochdruck nach sich ziehen.

Ein, zwei, drei … weitere Messmethoden

Zur Bestimmung des Bauchfetts und damit des allgemeinen Ernährungszustandes lassen sich drei weitere Methoden heranziehen: Neben einem erneuten Kopfrechnen das gute alte Zentimetermaß sowie ein sogenannten Caliper, eine Zange zur Messung des Körperfetts.

  1. Am schnellsten geht es mit einem Maßband, das in Höhe des Bauchnabels einmal um den Körper geführt – nicht zu straff, nicht zu locker – und von dem der Wert einfach abgelesen werden muss. Nach offiziellen Einteilungen gilt hier bei Frauen ein Bauchumfang von rund 80, bei Männern bis 94 Zentimetern als unbedenklich. Der große Nachteil: Die Körpergröße wird bei dieser Methode nicht berücksichtigt.
  2. Zur Präzisierung der Werte wurde daher die Waist-to-Height-Ratio (WtHR) entwickelt, bei der der Bauchumfang durch die Körpergröße in Zentimetern geteilt und so in ein annäherndes Verhältnis gesetzt wird. Liegen der Bauchumfang bei 82 und die Körpergröße bei 185 Zentimetern, wird 82 durch 185 geteilt. Über das Ergebnis von 0,44 kann sich die betroffene Person freuen: Ab Werten von 0,5 gelten Erwachsene als übergewichtig.
  3. Für eine Messung mit einem Caliper wird die Dicke von Hautfalten an Brust, Bauch und Oberschenkel bestimmt – durch Online-Kalkulatoren unter weiterer Berücksichtigung von Alter, Gewicht und Körpergröße lassen sich die Ergebnisse recht genau auswerten.

Digital statt analog

Wer es noch einfacher haben und mit der Zeit gehen möchte, kann auch auf ein digitales Messgerät zurückgreifen. Fitnesstracker liegen im Trend: In Armband oder Smartwatch integrierte Sensoren speichern und analysieren alles von der täglichen Schrittanzahl über den Puls und Kalorienverbrauch bis hin zum Schlafrhythmus. Durch integrierte App-Funktionen lassen sich die Ergebnisse auch über Plattformen in den sozialen Medien teilen, Inaktivitätsalarme bei verpassten Sportstunden aktivieren und individuelle Ernährungsempfehlungen erstellen – abhängig vom gemessenen Körpergewicht.

Umständlich und teuer, aber möglich sind des Weiteren

  • die sogenannte Bioelektrische Impedanzanalyse, bei der eine leichte Strommenge durch den Körper gejagt wird: Je geringer der elektrische Widerstand, desto weniger Körperfett hat die betroffene Person
  • ein Sprung ins kühle Nass: Der Körperfettanteil beim hydrostatischen Wiegen bestimmt sich aus der Menge Wasser, die abzüglich der zuvor gemessenen Lungenkapazität verdrängt wird
  • die Dual Energy X-ray Absorptiometry, bei der unter geringer Strahlung ein Röntgenbild angefertigt wird, an dem der exakte Körperfettanteil an jeder beliebigen Körperstellen abgelesen werden kann

Maßnahmen nach dem Maß nehmen

Ergibt die gewählte Methode einen zu hohen Fettanteil, lässt sich dieser durch zwei Komponenten senken: Sport und Ernährung.

  1. Als Sportprogramme stehen Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen oder Fahrradfahren zur Auswahl, beim Muskelaufbau wird auf Hanteln zurückgegriffen, ein High Intensity Interval Training setzt auf kurze, schnelle Bewegungsabläufe bei maximaler Pulsfrequenz. Auch hier gilt: Jeder sollte anhand eigener Vorlieben und unter Berücksichtigung seines Fitnesslevels seine Auswahl treffen. Als ideal gilt eine Mischung aller Komponenten.
  2. Letzteres trifft auch auf die Ernährung zu – der man im Übrigen auch als Normalgewichtiger folgen sollte: Von allen Nährstoffen gehört die ausreichende Menge in ausgewogenem Verhältnis auf den täglichen Speiseplan. Lokale und saisonale Obst- und Gemüsesorten sorgen nicht nur für Vitamine, sondern schonen auch die Umwelt, Getreide wie dunkles Vollkornbrot liefert die benötigten Kohlenhydrate und Proteinshakes, Eier und Tofu die erforderlichen Eiweiße.

Schließlich gilt es noch einmal, den Kopf zu bemühen: Um zu wissen, wie viele Kalorien auf dem täglichen Speiseplan stehen dürfen, werden Grund- und Leistungsumsatz berechnet:

Der Grundumsatz beziffert die verbrauchte Energie ohne Bewegung, der Leistungsumsatz die Kalorien, die durch Aktivitäten verbrannt werden. Die Summe ergibt den täglichen Gesamtkalorienverbrauch.

Zur Berechnung des Grundumsatzes wird bei Frauen eine Kalorie mit dem Körpergewicht in Kilogramm sowie der Zahl 24 multipliziert, bei Männern 1,1 Kalorien.

Hinzu kommt das persönliche Physical Activity Level (PAL), der sich anhand einer offiziellen Tabelle annähernd bestimmen lässt:

  • 1,2: gar keine Bewegung
  • 1,5: überwiegend sitzend
  • 1,7: hauptsächlich sitzend, ab und zu ein wenig Bewegung
  • 1,9: überwiegend gehend oder stehend
  • Ab 2,0: körperlich anstrengende Tätigkeiten

Für den Leistungsumsatz muss nun noch der Grundumsatz mit dem entsprechenden Wert multipliziert und vom Ergebnis der Grundumsatz wieder abgezogen werden: Die verbleibende Kalorienanzahl ist die, die zum Halten des Gewichts täglich verspeist werden darf. Guten Appetit!

Starkes Immunsystem – aber was ist das eigentlich?

Es ist die wichtigste Abwehr des Körpers gegen Schäden jeder Art. Doch nur wenige Laien wissen wirklich, was sich hinter unserem Immunsystem verbirgt, was es kann und was nicht. Dabei ist dieses Wissen unglaublich wichtig, denn nur wer es besitzt, kann sein Immunsystem wirklich so gut machen, wie es möglich ist.

Egal ob während der jetzigen Pandemie oder spätestens zu jeder Erkältungssaison: Überall ist immer wieder die Rede von „starkes Immunsystem“ oder wird aufgefordert „stärken Sie Ihr Immunsystem!“. Dabei wissen viele jedoch nur, dass es dabei etwas mit der körpereigenen Abwehr von Krankheiten zu tun hat. Tatsächlich greift unser Immunsystem jedoch viel weiter, kann deutlich mehr – aber hat auch seine Grenzen und kann sich sogar gegen uns wenden.

1. Was unser Immunsystem ist – und was nicht

Kleine Zellen, die per Knüppel auf Angreifer losgehen; ein System, das vornehmlich gegen Viren vorgeht und das mitunter bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt ist: Rund um das Immunsystem gibt es viel Unwissen und Halbwahrheiten. Deshalb zunächst ein Überblick.

Leben bedeutet Attacken darauf – zu jeder Zeit und überall

An das Immunsystem denken viele erst dann, wenn Krankheiten drohen (etwa eine Grippewelle) oder schon eingetreten sind. Just das ist jedoch völlig falsch. Tatsächlich ist unser Immunsystem 24/7 im Einsatz. Denn unser Organismus ist ebenso ständigen Risiken und Attacken ausgesetzt.

  • Archaeen und Bakterien,
  • Natürliche und künstliche Schadstoffe,
  • Parasiten und Protozoen,
  • Pilze und
  • Viren

sind ständig um uns herum. Zwar ist es nicht zwingend ihre Daseinsberechtigung, unseren Organismus zu beschädigen, jedoch ist dies fast immer entweder evolutionärer Bestandteil ihres Daseins oder eine direkte Folge ihrer Wirkung im Körper.

Zudem gibt es keinen Ort, an dem wir sicher sind. Schon im Mutterleib kommen Ungeborene mit Erregern in Kontakt und selbst auf der nach allen Maßstäben „klinisch reinen“ ISS finden sich mikrobiologische Schädlinge.

Hinzu kommt noch die Tatsache, dass andauernd Zellen in unserem Körper aus zahlreichen Gründen entarten, sowohl durch äußere wie innere Faktoren, beispielsweise eine beschädigte DNS. Nimmt dies Überhand, wenn die Zellen nicht rechtzeitig zerstört werden, kann Krebs entstehen.

Es war einmal das Leben: Die körpereigene Polizei?

Die Art, wie viele sich ihr Immunsystem vorstellen, wurde im europäischen Raum maßgeblich durch die erfolgreiche Zeichentrickserie Es war einmal… Das Leben geprägt. Darin wurde das Immunsystem als anthropomorphe Polizisten dargestellt. Das ist zwar in der Darstellung völlig falsch, trifft es aber zumindest im Kern – auch wenn es stark übervereinfacht ist.

Denn das Immunsystem besteht nicht nur aus einer Gruppe von Lebewesen, sondern ist buchstabengetreu ein vollumfängliches System aus mehreren, aufeinander aufbauenden Schutzstufen und -mechanismen. Dazu gehören Organe wie beispielsweise die Milz, die Mandeln, die Lymphknoten und das Knochenmark. Ebenso aber auch eine Reihe von Zellen (etwa die weißen Blutkörperchen) sowie Moleküle, Enzyme und nicht zuletzt unsere Psyche.

Auch ist die Darstellung als Polizei nicht richtig, um bei solchen Realwelt-Analogien zu bleiben. Besser wäre es, sich unser Immunsystem als Armee mit verschiedensten Aufgabenbereichen und Spezialisten vorzustellen, die letztlich nur ein Ziel hat: Jeden potenziell für unseren Organismus schädlichen Gegner zu erkennen und zu zerstören.

Angeboren oder antrainiert?

Dabei unterteilt sich das Immunsystem grundsätzlich in zwei unterschiedliche Bereiche:

  • Die Unspezifische Immunabwehr ist angeboren. Sie enthält eine generelle oder eben unspezifische Antwort auf eine vom Organismus erkannte Bedrohung. Beispielsweise die Erhöhung der Körpertemperatur durch Fieber, um Erregern sprichwörtlich „einzuheizen“ und so als Wirt unattraktiver zu sein.
  • Die Spezifische Immunabwehr ist adaptiv bzw. anpassungsfähig. Sie beginnt praktisch ab der Geburt, sammelt ständig neue Informationen über Bedrohungen und entwickelt so gezielte Antworten darauf. Diese Immunabwehr wird auch durch Impfungen angesprochen. Wer beispielsweise eine Masernimpfung erhält, bekommt die kompletten Baupläne des Masernvirus für sein Immunsystem geliefert, wodurch es eine punktgenaue Reaktion entwickelt. Es verbleiben deshalb immer Antikörper bzw. Gedächtniszellen, die dafür sorgen, dass das Immunsystem zeitlebens nicht mehr vergisst.

Übrigens verfügt zwar praktisch jede Lebensform auf der Erde über eine unspezifische Immunabwehr. Ein spezifischer, lernfähiger Schutz hingegen findet sich vornehmlich bei Wirbeltieren – da diese viele Evolutionsschritte absolviert haben. Allerdings wurde vor einigen Jahren festgestellt, dass auch Bakterien und Archaeen eine solche Antwort entwickeln können.

Effektiv, aber lückenhaft: Die Immunantwort

Ein Erreger dringt in den Körper ein. Was jetzt passiert, hängt im höchsten Maß mit den Fähigkeiten des Immunsystems ab. Denn der Grund, warum wir überhaupt durch externe Erreger erkranken, ist, dass unser Immunsystem diese entweder nicht erkennt oder aus verschiedenen Gründen weder eine unspezifische noch spezifische Antwort einleiten kann – woher dieses Unvermögen kommt, ist ein wichtiges Betätigungsfeld der Immunologie.

Das vielleicht beste, weil enorm weit verbreitete Beispiel hierfür ist Lippenherpes. Das Virus Herpes simplex steckt schätzungsweise in 90 Prozent aller Deutschen. Nach einer Infektion lagert es sich im Rückenmark ein – in normalen Zellen des Organismus. Normalerweise würden die Zellen eine solche „feindliche Übernahme“ durch Botenstoffe signalisieren. Das wiederum würde eine Immunabwehr auslösen. Bloß ist Herpes simplex sehr gut darin, diese Aussendung zu unterdrücken.

In der Folge sieht das Immunsystem den Eindringling nicht, weil er sehr gut getarnt ist. Jedes Mal, wenn das Virus wieder ausbricht, verteilt es sich in andere Zellen, wodurch es ein Leben lang im Menschen überdauert, obwohl Zellen nur eine sehr viel kürzere Lebensspanne aufweisen.

Ein anderer Vertreter ist das Grippevirus. Denn wo bei zahllosen anderen Erregern spätestens nach einer Impfung nie wieder eine Ansteckung zu befürchten ist, mutiert die Grippe mit hohem Tempo. Jede Grippesaison zeigt sie sich in einem neuen Gewand, wodurch sie das Immunsystem ebenfalls überlistet – aus genau diesem Grund muss immer wieder neu geimpft werden, um das Immunsystem für jede neue Grippevariante zu schulen.

Überreaktionen: Wenn das Immunsystem verrücktspielt

Dass selbst eine völlig normale Immunabwehr oftmals einen regelrechten „Krieg“ bedeutet, der den Körper leiden lässt, dürfte schon jeder festgestellt haben, der bei einer Grippe hohes Fieber entwickelte oder dessen Zeh durch einen Splitter zu einem hochrot entzündeten Schmerzzentrum wurde. Oft genug denken Betroffene, dass die Nebenwirkungen der Immunabwehr schlimmer seien als die Krankheit selbst.

Tatsächlich kann es aber wirklich zu solchen Zuständen kommen: Das Immunsystem reagiert völlig falsch, die Immunantwort wird von der Abwehr- zur Offensivwaffe gegen den eigenen Körper. Der Fachbegriff dafür ist die Autoimmunerkrankung, von der es leider eine sehr lange Liste gibt. Immer passiert das Gleiche: Das Immunsystem kann aufgrund der Erkrankung nicht mehr zwischen eigenen und fremden Organismen unterscheiden und attackiert deshalb unterschiedslos. Auch eine COVID-19-Erkrankung funktioniert nach einem ähnlichen Muster, weil es eine typische Immunreaktion als Methode zum Eindringen in Zellen nutzt.

Doch es geht auch umgekehrt. Das bekannteste Beispiel hierfür ist AIDS. Schon der Begriff steht übersetzt für „Erworbenes Immunschwäche-Syndrom“. Sobald die Krankheit ausbricht, sorgt sie dafür, dass ausgerechnet die T-Helferzellen und damit wichtige „Kommandeure“ des Immunsystems nicht mehr ihrer Aufgabe nachkommen, sondern neue HI-Viren produzieren. In der Folge werden immer mehr T-Helferzellen infiziert, das Immunsystem wird immer schwächer, es stellen sich dadurch Folgeerkrankungen ein. Die meisten (unbehandelten) AIDS-Patienten versterben deshalb an Krankheiten, die für ein gesundes Immunsystem spielend zu bewältigen sind.

2. Das menschliche Immunsystem: So funktioniert es wirklich

Es gibt viele Bedrohungen für den menschlichen Organismus und dank der spezifischen Immunabwehr ist die Reaktion, wie erwähnt, maßgeschneidert. Doch stellen wir uns einmal das (fiktive) Bakterium Coreoposum vor, einen klassischen Krankheitserreger, der zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Muskelzucken führt. Anhand dieses Beispiels führen wir nun durch das menschliche Immunsystem und seine Reaktion.

An dieser Stelle wurde mit voller Absicht ein nicht existierendes Bakterium gewählt. Denn wie sich reale Erreger verhalten, welche Wege sie in den Körper nehmen, was sie dort anrichten und wie die Immunreaktion ausfällt, unterscheidet sich stark von Erreger zu Erreger. Ein fiktives Bakterium hingegen erlaubt es, eine ganz typische Vorgehensweise zu zeigen und somit das Immunsystem pauschal zu erläutern, anstatt Reaktionen zu erklären, die normalerweise völlig unterschiedlich ausfallen können.

Mit Haut und Haaren: Die äußerste Verteidigungslinie

Coreoposum verbreitet sich durch die Luft, findet sich auf verschiedenen Oberflächen. Eine typische Bakterie. Ob sie jedoch in den Menschen eindringt, ist sehr fragwürdig. Denn die erste, wichtigste und am wenigsten beachtete Verteidigungslinie unseres Immunsystems umfasst die Oberfläche unseres Körpers und seine Eingänge. Hier finden sich zahlreiche biochemische und mechanische Hürden:

  • Die Haut als geschlossene Schicht. Sie hat (außerhalb des Intimbereichs, dieser ist alkalisch) eine leicht saure Oberfläche, welche Coreoposum angreift. Ähnliches machen auch die Mikroorganismen einer gesunden Hautflora sowie Talg, Schweiß und Ohrschmalz.
  • Die Haare unserer Wimpern, in den Ohren und in der Nase, zudem auch die Schamhaare. Sie sorgen dafür, dass Coreoposum davon abgehalten wird, in die Körperöffnungen einzudringen. Dies geschieht durch eine Belüftung der Haut, was Aufweichen durch Schweiß verhindert und förderliche Bakterien am Leben erhält. Zudem fungieren die Haare wie ein Fangnetz.
  • Die Produkte unserer Schleimhäute, sowie der Tränen-, Speichel- und Schweißdrüsen. Ihre Aufgabe ist es, Coreoposum in Flüssigkeit bzw. Schleim gefangen zu halten und so entweder an der Bewegung zu hindern, auszuschwemmen oder sogar durch antimikrobielle Wirkstoffe unschädlich zu machen.

Auch unser Verdauungstrakt ist ein wichtiger Bestandteil dieser Barriere. Vom Enzym Lysozym im Speichel über die sehr aggressive Magensäure und die Darmflora bis hin zur ständigen Ausscheidung durch Stuhl und Urin sorgt er jederzeit dafür, dass unerwünschte Eindringlinge unschädlich gemacht und/oder abtransportiert werden.

Abwehrzellen: Kämpfer und Steuerer

Die erste Verteidigungslinie unseres Körpers ist sehr gut. So gut, dass Coreoposum eigentlich keine Chance hätte. Bloß macht der Mensch Fehler. Vielleicht hat er einen Schnitt im Finger, einen Kratzer im Mund oder Coreoposum befindet sich auf einem Lebensmittel. Warum auch immer, das Bakterium schafft es, in den Körper einzudringen.

Viel nützen wird ihm das nichts. Denn unser Körper ist von den zellulären Bestandteilen des Immunsystems durchzogen. Sie finden sich in jedem Tropfen Blut, im Gewebe, in unserem Lymphsystem. Und sie sind jederzeit sehr empfindlich. Denn sehr viele mögliche Angreifer haben sogenannte Antigene. Das sind Moleküle auf ihrer äußeren Hülle, die unserem Immunsystem nicht nur verraten, dass es sich um einen Fremdkörper handelt, sondern die durch ihre Einzigartigkeit (wie ein Fingerabdruck) auch schon eine spezifische Immunreaktion hervorrufen können.

  • Dendritische Zellen. Sie sind eine von mehreren Wächterzellen des Immunsystems. Sie erkennen die Antigene und schütten Botenstoffe aus, die andere Zellen an den Ort des Geschehens leiten oder auch eine weiter entfernte, unspezifische Immunabwehr anregen.
  • Granulozyten (spezielle weiße Blutkörperchen, die auch von der Blutbahn in das umliegende Gewebe eindringen können). Sie können Coreoposum unspezifisch aufnehmen und zerstören, werden deshalb auch Fresszellen
  • Makrophagen. Sie sind zwar ebenfalls weiße Blutkörperchen, finden sich jedoch nur im Gewebe, machen dort aber ähnliches wie die Granulozyten und werden wegen ihrer Größe Riesenfresszellen
  • T-Zellen. Sie fungieren je nach Art ebenfalls als Wächter, können aber beispielsweise auch bereits infizierte Zellen abtöten. Sie sind auch ein wichtiger Bestandteil, der unseren Körper vor Krebs schützt, weil sie auch krankhaft veränderte Zellen abtöten.
  • B-Zellen. Weitere weiße Blutkörperchen, die ebenfalls als Wächter fungieren. Sie zirkulieren im Blut. Erkennen sie ein fremdes Antigen und bekommen gleichzeitig Signale von T-Zellen, wandern sie in die Milz oder die Lymphknoten. Dort werden sie zu Plasmazellen umgewandelt, vervielfältigt und streuen dann Antikörper (Immunglobuline) aus. Dies wirkt wiederum als weiteres Alarmsignal für das restliche Immunsystem, speziell für die humorale Abwehr (siehe nächstes Kapitel).

All diese Zellen sorgen dafür, dass das Immunsystem in einen „Gefechtsmodus“ schaltet. Es bekommt gesagt, dass ein Eindringling vorhanden ist, welcher Eindringling es ist und weiß zudem auch sofort, welche speziellen Bekämpfungsstrategien nötig sind – beispielsweise, ob eine Entzündung genügt, welche die Zone erhitzt und die Blutgefäße erweitert, oder ob der Körper generell die Temperatur erhöhen muss.

Ein weiterer wichtiger Part sind die NK-Zellen; das Kürzel steht für Natürliche Killer(zellen). Sie sind deshalb so bedeutsam, weil Sie nicht auf Antigene angewiesen sind. Sie reagieren nicht auf die Anwesenheit von Antigenen, sondern die Abwesenheit von bestimmten Proteinen auf dem Erreger. Wichtig, weil die Antigen-Methode nicht bei jedem Erreger funktioniert.

Coreoposum verrät sich den NK-Zellen also dadurch, dass es nicht die richtige „Parole“ aufsagen kann. Gleiches passiert auch bei entarteten Zellen, wodurch die natürlichen Killer ein weiterer Schlüssel im Kampf gegen Krebs sind.

Flüssige Bestandteile: Antikörper sind ziemlich unbeweglich

Das Coreoposum-Bakterium hat an diesem Punkt nicht nur das gesamte Immunsystem in Alarm versetzt, sondern steht inmitten einer schweren Schlacht gegen die diversen körpereigenen Zellen. Unser Immunsystem kennt jedoch keinen fairen Kampf, sondern strebt einen überwältigenden Sieg an. Hier kommen nun die humoralen Bestandteile der Immunabwehr ins Spiel. Proteine, die ständig im Blut und sämtlichen anderen Körperflüssigkeiten zirkulieren (deshalb auch der Name: Humor = Flüssigkeit).

Im Gegensatz zu den Abwehrzellen können sich diese Bestandteile jedoch nicht selbst bewegen. Dafür aber können die Antikörper, die Interleukine und die Proteine des Komplementsystems jedoch anderes:

  • Sie heften sich an Coreoposum und aneinander und hemmen es in seiner Bewegung, indem sie praktisch ein Netz aufbauen.
  • Sie bilden eigene Mikroorganismen, welche die Zellwände von Coreoposum durchdringen und es von innen heraus zerstören.
  • Sie regen auf ihrem Weg die Bildung neuer Abwehrzellen an, versorgen diese ebenfalls mit detaillierten Informationen.

Der ewige Krieg in unserem Körper

Im Körper ergibt sich deshalb ein hochpräzises dirigiertes Gefecht. Jeder Bestandteil der Immunabwehr hat eine spezifische Aufgabe, kann aber meist auch noch andere Dinge übernehmen.

Typischerweise bekommen wir jedoch nur etwas davon mit, wenn sich eine solches Gefecht zu einem großen „Krieg“ auswächst. Das ist dann der Fall, wenn beispielsweise die Immunabwehr entweder zu schwach war oder erst einen Angreifer kennenlernen muss.

Praktisch jedoch stehen die Chancen sehr gut, dass das Coreoposum-Bakterium an dieser Stelle durch die Immunabwehr vernichtet wird – so, wie es täglich tausendfach in unserem Körper passiert. Und nach jedem Kampf hält das System umfassende „Manöverkritik“, um sein immunologisches Gedächtnis aufzufrischen. Das bedeutet, wenn der Körper nochmals einen Kontakt mit Coreoposum macht, wird die Antwort noch schneller, stärker und zielgerichteter erfolgen.

3. Immunsystem stärken: Viel Aberglaube, wenig Wirksames

Wie das Immunsystem funktioniert, ist nun klar. Aber was können wir tun bzw. vermeiden, damit unsere „Soldaten“ in Anzahl und Fähigkeiten immer die Oberhand gegenüber jedem möglichen Angreifer behalten?

Was das Immunsystem schwächt

Schlachten sorgen für Verluste. Dementsprechend ist das Immunsystem nach Krankheiten grundsätzlich schlechter aufgestellt. Allerdings gibt es auch vieles, was wir uns in dieser Hinsicht selbst antun:

  • Zu häufiges Duschen und Baden; insbesondere mit zu scharfen Reinigungsmitteln. In der Regel genügt lauwarmes Wasser und pH-neutrale Seife. Auch wäre es eigentlich am besten, zumindest auf Intimrasuren zu verzichten. Diese sorgen häufig für Mikroverletzungen und somit Einfallstore für Erreger. Außerdem sind die Haare, wie erwähnt, ein Bestandteil der äußeren Verteidigung.
  • Qualitativ und quantitativ schlechter Schlaf. In der Nacht kann unser Körper nicht nur wesentlich besser bekämpfen, sondern das Immunsystem auch regenerieren.
  • Zu viel Stress, weil dieser über eine Reihe von Wirkmechanismen dafür sorgt, dass die zelluläre Immunantwort weniger reaktionsfreudig ist.
  • Je älter wir werden, desto häufiger entarten körpereigene Zellen und desto weniger werden all die Boten und Bekämpfer. Häufig haben ältere Menschen deshalb Entzündungen, weil der Körper durch diese unspezifische Antwort eine Art Kompensationsstrategie fährt.

Auch gehören dazu verschiedene Lebens- und Genussmittel. Wahlweise, weil sie dafür sorgen, dass mehr Zellen als normalerweise entarten (etwa Rauchen), weil sie die Abwehrzellen verwirren (Alkohol und andere Drogen) oder weil sie eine Mangelversorgung hervorrufen – diverse Vitamine und Mineralstoffe sind die wichtigsten Nährstoffe für sämtliche Bestandteile des Immunsystems.

Was das Immunsystem überfordert

Wenn es mehr Angreifer als Verteidiger gibt, wird das Immunsystem überfordert. In diesem Sinne sorgt automatisch alles, was das Immunsystem schwächt, auch dafür, dass es schneller überfordert wird. Was es jedoch auch jenseits davon an seine Grenzen bringt, sind Allergien.

Sie zeichnen sich dadurch aus, dass der Körper normale Fremdkörperproteine irrtümlich als Antigene erkennt und Bekämpfungsstrategien einleitet, obwohl diese eigentlich nicht nötig sind. Allergiker leiden deshalb nur unter den Nebeneffekten einer heftigen Immunabwehr – beispielsweise stark tränende Augen.

Was das Immunsystem wirklich stärkt

Was macht das Immunsystem stark? Neben der Vermeidung sämtlicher Punkte aus dem vorletzten Kapitel gehört dazu eine nach jeder Definition ausgewogene Ernährung. Auch sollte möglichst jeder Kontakt mit Belastungen vermieden werden, die dafür sorgen, dass mehr Zellen entarten. Rauchen stellt dabei nur einen Faktor dar; es gibt sehr viele krebsauslösende oder -fördernde Stoffe, die anderweitig in den Körper gelangen.

Auch sollte, insbesondere bei Kindern, Sauberkeit keinesfalls übertrieben werden. Je weniger das Immunsystem die Chance hat, durch den niedrigschwelligen Kontakt mit Bakterien und Viren zu lernen, desto größer ist das Risiko, dass sich Allergien ausbilden oder Erkrankungen zu schwach oder gar nicht bekämpft werden.

Es gilt deshalb, dass man auf sich und in seinem Lebensumfeld keinesfalls für „porentiefe“ oder „klinische“ Sauberkeit sorgen sollte.

Zusammenfassung und Fazit

Bei vielen Körperfunktionen bestimmt notwendigerweise Übersimplifizierung die Erklärungsweise. Es gibt jedoch nur wenige andere Dinge, bei denen hinter einem Wort oder Halbsatz ein so faszinierendes System steckt wie bei unseren Immunsystem. Es mag, wie alles auf dieser Welt, nicht perfekt sein. Aber angesichts der Tatsache, wie gigantisch die Bedrohungen jederzeit sind, ist unser Immunsystem vielleicht die erfolgreichste Armee dieser Welt – und es sollte wirklich jedem daran gelegen sein, für ständigen Nachschub zu sorgen.

Zahnzusatzversicherung: viele gute Angebote bei Stiftung Warentest

April 2021: die Stiftung Warentest hat die Bedingungen von 244 Zahnzusatzversicherungen getestet. Gute Tarife gibt es in allen Altersstufen ab rund 30 Euro Monatsbeitrag. Insgesamt sind sehr viele Angebote mit dem Testurteil GUT und SEHR GUT ausgezeichnet worden.

Seit Jahren steigt die Zahl bestehender Zusatzpolicen für Zahnersatz stetig an – über 16 Mio Menschen haben bereits eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen. Und die Nachfrage ist weiterhin hoch.

Kein Wunder, denn besonders Zahnersatz ist teuer. Ein Zahnimplantat kann etwa bis 4.000 Euro kosten. Doch welches Angebot ist das richtige?

Wer eine Zahnzusatzversicherung sucht, wird schier erschlagen vom umfassenden Angebot – das zeigt auch die große Zahl getesteter Tarife bei Stiftung Warentest. Insgesamt wurden 244 Tarife unter die Lupe genommen.

Grundsätzlich lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung laut Stiftung Warentest „wenn man gesetzlich krankenversichert ist und auch teure Implantate, Kronen oder Brücken wünscht.“ Gleichzeitig wird geraten, die Versicherung rechtzeitig abzuschließen, solange das „Gebiss noch in Ordnung ist“.

Gerade dieser Hinweis ist wichtig – denn auch wenn viele Angebote keine Wartezeit haben und sofortige Leistung versprechen, sind laufende oder angeratene Behandlungen immer von der Erstattung ausgeschlossen.

Wer die Wahl hat, hat die Qual – welchen Tarif soll ich wählen?

Für die Tarifauswahl empfiehlt die Stiftung Warentest, sich zu überlegen ob man eher der Kundentyp „Rundum Sorglos“, „gut und günstig“ oder „Kasse genügt“ ist – je nachdem kann man Tarife mit höheren oder niedrigeren Leistungen wählen.

Wer viel Wert auf sein Aussehen und die perfekte Optik bei Zahnersatz legt, und sich nicht viel mit Einschränkungen und Versicherungsklauseln auseinandersetzen möchte, zählt bei Stiftung Warentest zum Kundentyp „Rundum Sorglos“. Die besten Tarife kosten für einen 43jährigen Modellkunden zwischen 33 und 46 Euro im Monat. Insgesamt empfiehlt Stiftung Warentest hier 27 Tarife von verschiedenen Anbietern (z.B. Barmenia, Münchener Verein, WGV oder HUK) mit Testnoten zwischen 0,5 und 0,8.

Wer bereit ist, einen Teil der Zahnarztrechnungen selbst zu bezahlen, aber dennoch gut abgesichert sein möchte, gehört laut Stiftung Warentest in die Kundengruppe „gut und günstig“. Gute Tarife in dieser Preisklasse kosten auch für ältere Menschen maximal 29 Euro im Monat. Empfohlen werden hier 11 Tarife zwischen Testnote 1,2 und 2,0 von verschiedenen Anbietern (z.B. Hanse Merkur, Continentale oder Debeka).

Wem ein günstiges Kassenmodell bei Zahnersatz ausreicht, kann entweder selbst jeden Monat etwas Geld ansparen oder auf günstige Zahnversicherungen zurückgreifen, die nur auf Basis der Regelversorgung leisten. Solche Policen gibt es laut Stiftung Warentest ab 6 Euro im Monat, z.B. von ERGO, DKV oder R+V.

Experten kritisieren zu geringe Testanforderungen und zu gute Bewertungen

Die Qualität der Versicherungen ist in den letzten Jahren immer besser geworden ist. Im aktuellen Test wurden 91 Tarife mit SEHR GUT ausgezeichnet. Eigentlich ein positives Zeichen – oder nicht?

Genau das allerdings kritisiert Experte Maximilian Waizmann, Geschäftsführer der Vergleichsplattform Zahnzusatzversicherung-Experten.de. Der Versicherungsmakler sieht einige Tarife „zu gut“ bewertet, weil die Test-Anforderungen der Stiftung Warentest eher gering ausfallen.

Zum Beispiel reicht es bei Stiftung Warentest aus, wenn ein Tarif alle fünf Jahre zwei Implantate und in den übrigen Jahren maximal ein Implantat erstattet.

Maximilian Waizmann, sieht das kritisch:

„Wer schon mal einen Blick in das Portal 2te-zahnarztmeinung.de**** geworfen hat, erkennt schnell, dass dies eine erhebliche Einschränkung darstellt – häufig werden in der Praxis mehr als ein oder zwei Implantate auf einmal notwendig! Die Kosten solch einer Behandlung liegen schnell im 5stelligen Euro-Bereich. Aus unserer Sicht ist es nicht nachvollziehbar, dass ein Tarif mit einer derartigen Leistungseinschränkung dennoch als Testsieger ausgezeichnet werden kann!“

Auch andere tarifliche Einschränkungen werden kaum negativ in die Bewertung einbezogen, zum Beispiel:

  • Sachkostenlisten für Material- und Laborkosten
  • Keramikverblendungen im Seitenzahnbereich
  • Abhängigkeit von der Vorleistung der gesetzlichen Krankenkasse

Wer eine Zahnzusatzversicherung sucht, sollte also am besten verschiedene Quellen einbeziehen. Es kann sicherlich nicht schaden, den umfassenden Test von Stiftung Warentest zu lesen.

Blind vertrauen, sollte man den Testergebnissen allerdings auch nicht. Wer unsicher ist und nicht selbst im Internet abschließen möchte, sollte sich von einem Versicherungsmakler beraten lassen, der verschiedene Angebote vergleichen kann. Auch die Verbraucherzentralen bieten diesen Service kostenpflichtig an.

Alles Liebe zum Muttertag: Ein Ehrentag geht um die Welt

Es ist der Tag, an dem wir unseren Müttern zeigen wollen, wie viel sie uns bedeuten. Am Muttertag geht es um diese einen bestimmten Frauen, die uns unsere Leben geschenkt haben. Dieser Ehrentag wird allerdings nicht nur bei uns in Deutschland gefeiert, sondern überall auf der Welt. Allerdings findet er nicht unbedingt immer am gleichen Tag statt. Zudem haben sich je nach Kultur verschiedene Rituale und Traditionen etabliert. Wir haben herausgefunden, wie der Muttertag auf der Welt gefeiert wird. Also halten Sie Ihre Blumen und Pralinen bereit.

Schon in antiken Kulturen wurde die Mutter verehrt

Mütter werde nicht erst seit gestern verehrt. Die Verehrung der Mütter geht bereits auf sehr frühe Kulturen zurück. Vor dem Christentum wurden in verschiedenen Religionen sogenannte Muttergottheiten verehrt. Sie wurden als Spenderinnen des Lebens angesehen. In manchen frühen Kulturen wurden solche Gottheiten regelrecht angebetet, wie beispielsweise Leda, die Schwanenjungfrau bei den Griechen, oder Isis im alten Ägypten. In diesen beiden und anderen Kulturen gab es bereits mehrere Feste, um das Bild der Mutter zu ehren.

Im Laufe der Zeit wurden Mütter weiterhin verehrt und waren oft Motive diverser Kunstwerke. Einen besonders hervorgehobenen Status besitzt in unserer durch das Christentum geprägte Welt, die Jungfrau Maria. Sie ist die Mutter von Jesus und damit auch von Gott. Sie ist nach wie vor eine der großen angebeteten Mutterfiguren. Mit Religionen hat der Muttertag von heute jedoch eher wenig zu tun.

Unser heutiger Muttertag: eine amerikanische Erfindung

Der Tag zu Ehren der Mütter, wie wir ihn heute kennen, liegt in den USA begründet. Im Jahr 1907 wurde der allererste Muttertag gefeiert. Organisiert wurde er von der Frauenrechtlerin Anna Maria Jarvis. Sie wollte damit ihre eigene Mutter ehren, die im US-amerikanischen Bürgerkrieg aktiv war. Zwei Jahre zuvor war sie nämlich verstorben.

Damals hieß die Veranstaltung „Memorial Mother‘s Day Meeting“ und wurde im Rahmen eines Gedenkgottesdienstes abgehalten. Schon damals fand der Muttertag am zweiten Sonntag im Mai statt, genauso wie heutzutage bei uns.

Nur ein Jahr später wurde der erste Muttertag in Philadelphia begangen. Im Jahr 1914 wurde der Tag offiziell zum Ehrentag aller Mütter. In Deutschland wurde der Muttertag in den 1920er Jahren zum ersten Mal gefeiert.

Traditionelle Geschenke bei unserem Muttertag

Wenn wir an die klassischen Präsente zum Muttertag denken, dann fallen uns direkt Blumen ein. Sie sind wohl das Geschenk schlechthin. Dabei gibt es wohl keine Mutter, die sich nicht über einen schönen Strauß Frühlingsblumen freut.

Selbst, wenn man sie an diesem Tag nicht besuchen kann, lassen sich mit den entsprechenden Dienstleistern Blumengrüße überbringen, wie etwa mit dem Blumenstrauß zum Muttertag von Fleurop. Dabei werden die Blumen online bestellt und von Blumenhändlern am Ort der Empfängerin geliefert.

Weitere klassische Geschenkideen sind natürlich leckere Pralinen, Parfüms, Wellnesstage oder einfach eine schöne Zeit, die an diesem Tag miteinander verbracht wird. Die Hauptsache dabei ist, dass Mama im Vordergrund steht und die Zeit genießen kann.

Muttertag in den anderen Ländern Europas

Im Rest von Europa wird der Muttertag ebenfalls gefeiert. Allerdings unterscheiden sich die Bräuche von Land zu Land. In Frankreich findet der Ehrentag nicht am zweiten Sonntag im Mai, sondern am letzten statt. Traditionell backen die Kinder dann einen Kuchen, der an einen Blumenstrauß erinnert. In Spanien ist es der erste Sonntag im Mai. Der Tag wird aufgezogen wie ein richtiges Familienfest, mit viel Essen und einer schönen Zeit.

Die Briten hingegen feiern den Muttertag bereits im März. Traditionell wird die Mutter mit einem sogenannten „Simnel Cake“ beschenkt. Dabei handelt es sich um einen Obstkuchen, der im vereinigten Königreich auch an Ostern serviert wird.

Der Ehrentag in Asien

Dort wird der Muttertag ebenfalls am zweiten Sonntag im Mai gefeiert, also am gleichen Tag wie in Deutschland. Traditionell werden dabei rote Nelken an die Mütter verschenkt. Daneben versuchen Kinder ihre Mütter an diesem Tag besonders zu entlasten. Einen ähnlichen Brauch gibt es übrigens in China.

In der Mongolei wird der Muttertag kurzerhand zu einem Mutter-Kind-Tag, bei dem die ganze Familie einfach einen schönen Tag verbringt. Der fällt immer auf den 01. Juni. In Indonesien wird die Mutter sogar von der Regierung verehrt. Am Muttertag, der dort auf den 22. Dezember fällt, werden von der Regierung Seminare speziell für Frauen angeboten.

Muttertag auch in Afrika

Vor allem in Äthiopien ist der Muttertag von einer ganz besonderen Bedeutung. Er wird jährlich im Oktober oder November gefeiert. Das genaue Datum ist dabei von der Regenzeit des jeweiligen Jahres abhängig. Sobald der erste Regen fällt, bekommt die Mutter Besuch von ihren Kindern. Es wird gefeiert und das sogar für gleich mehrere Tage.

Manche Länder komplett ohne Muttertag

Allerdings feiert nicht jedes Land der Welt einen Muttertag. In Serbien etwa wird die Mutter sogar von ihren eigenen Kindern an den Füßen gefesselt und erst wieder freigelassen, wenn es Süßigkeiten gibt. Ebenfalls keinen Muttertag gibt es in Südkorea oder Albanien. Hier werden Vater und Mutter gleichsam an einem Tag gehrt, quasi ein Elterntag.