Gut versichert auf Reisen

Ob Urlaubsreise, Dienstreise oder längerer Auslandsaufenthalt – bevor man aufbricht, macht man sich Gedanken über die Versicherung. Ist man im Krankheitsfall abgesichert? Was ist bei einem Unfall oder wenn man versehentlich im Hotel oder der Ferienwohnung etwas beschädigt? Was mache ich, wenn mein Gepäck oder meine Wertgegenstände verloren gehen? Wie sinnvoll ist eine Reiserücktrittsversicherung? Welche Police ist notwendig, welche überflüssig?

Die wichtigste Versicherung für Reisende ist die Auslandskrankenversicherung. Denn wenn man im Ausland zum Arzt muss oder gar einen Unfall hat und ein Krankenhausaufenthalt oder ein Rücktransport notwendig wird, kann es teuer werden. Mehrere zehntausend Euro im schlimmsten Fall.Zwar kann man in vielen Ländern, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen hat (z. B. in der Türkei, Australien, Brasilien, USA und weitere) offiziell die Behandlung über die auch in Deutschland gültige Versichertenkarte abrechnen. Fakt ist aber, dass diese in vielen Ländern von Ärzten dennoch nicht akzeptiert wird. Vorkasse oder Barzahlung fallen dann nach der Behandlung an. Außerdem sind in der gesetzlichen Krankenversicherung längst nicht alle Eventualitäten abgedeckt und Ärzte im Ausland rechnen gerne auch mal Privatleistungen ab, weil sie daran mehr verdienen. 

Die Auslandskrankenversicherung: ein Muss 

Hat man eine Auslandskrankenversicherung, muss man in so einem Fall zwar trotzdem in Vorleistung gehen, bekommt das Geld aber in der Regel von der deutschen Versicherung erstattet. Dafür muss die Rechnung eingereicht und die Notwendigkeit der Behandlung nachgewiesen werden. Es ist also wichtig, sich beim Arzt im Ausland entsprechende Papiere ausstellen zu lassen. 

Für Auslandskrankenversicherungen bieten die Versicherer unterschiedliche Verträge an, die allesamt nicht sonderlich teuer sind. Man sollte nicht am falschen Ende sparen, sondern den umfangreichsten Schutz wählen.

Eine Reise kann einzeln versichert werden, was in der Regel 1, – bis 5, – € pro Reisetag kostet.

Viele Versicherer bieten auch Jahresverträge für eine beliebige Anzahl Reisen an, wobei die einzelnen Reisen einen bestimmten Zeitraum (zum Beispiel sechs Wochen) nicht überschreiten dürfen. Es gibt Tarife für weniger als 10, – €. Für Vielreisende ist das sinnvoll. Dauert eine Reise länger als vertraglich vorgesehen, können die zusätzlichen Tage mit einem Pro-Tag-Tarif abgesichert werden. 

Reiserücktrittsversicherung: kann, muss aber nicht

Außerdem gibt es Reiseversicherungs-Pakete, in denen weitere Versicherungen für einen teils geringen Aufpreis enthalten sind, wie etwa eine Reiserücktrittsversicherung. Der Einzelpreis richtet sich vor allem nach dem Preis der gesamten Reise und ist bei teuren Reisen entsprechend höher. Es gibt Verträge mit oder ohne Eigenanteil.

Ob sich eine Reiserücktrittsversicherung lohnt, muss jeder für sich entscheiden. Hat man eine Reise für 3.000, – € gebucht und kann sie wegen Krankheit nicht antreten, freut man sich sicher, die Versicherung für 80, – bis 150, – € abgeschlossen zu haben. Andererseits sollte man sich fragen, wie oft dieser Fall eintritt. Denn wer sich vor jeder Reise – vielleicht mehrfach im Jahr – für diese Eventualität versichert, zahlt aller Wahrscheinlichkeit nach mehr an die Versicherung, als er an Verlust hätte, wenn er einmal auf den Kosten sitzen bleibt. 

Überflüssige Versicherungen 

Definitiv überflüssig ist eine Gepäckversicherung. Die Verträge enthalten fast immer so viele Ausschlussklauseln im Kleingedruckten, dass es fast unmöglich ist, Ersatz zu bekommen. Wird das Gepäck in einem Moment der Unaufmerksamkeit geklaut, wird die Versicherung dem Kunden grobe Fahrlässigkeit vorwerfen. Im Grunde müsste man sich pausenlos am Gepäck festklammern, damit der Versicherungsschutz nicht verfällt. Daher: Lieber das Geld sparen und im Urlaub für eine Runde Eis ausgeben. 

Genauso überflüssig ist die Reisehaftpflicht. Denn die normale Privathaftpflicht, die nahezu jeder hat, deckt auch Schadensfälle auf Reisen ab. Die zusätzliche Versicherung für Reisen ist in aller Regel reine Geldmacherei.

Dasselbe gilt für allerlei weitere kreative Angebote der Versicherer, wie die Sportgeräte-Versicherung, die Reise-Rechtsschutzversicherung (schon die normale Rechtsschutzversicherung braucht kaum jemand) oder die Fahrradversicherung.

Deutschland-Rente: Die Kritiker machen mobil

Sinkende Renten in der Zukunft, doch kein Interesse an einer privaten Altersvorsorge: So beschreiben viele Versicherungsexperten die aktuelle Situation des Durchschnittsverbrauchers. Das mangelnde Interesse dürfte durchaus der Tatsache geschuldet sein, dass eine klassische Lebens- oder Rentenversicherung kaum noch Rendite erwirtschaftet.

Attraktive private Angebote gibt es kaum noch, und das dürfte sich auch in Zukunft erst einmal nicht ändern. In der aktuellen Tagespresse wird gerade ein Staatsfonds als Lösung diskutiert. Doch was ist das eigentlich, und wie könnte er der heute berufstätigen Generation in ihrer misslichen Lage helfen?

Jeder Zweite ist von Altersarmut bedroht

Glaubt man den aktuellen Berechnungen von Forschungseinrichtungen, dann sinkt das Rentenniveau in den nächsten Jahren so stark, dass gewaltige Einkommenseinbußen drohen. Bei 50 Prozent der Deutschen befürchtet man Renteneinkommen, die sogar unterhalb der Armutsgrenze liegen. Damit wäre jeder zweite Rentner von massiver Altersarmut bedroht. Gelöst werden könnte das Problem durch eine starke Erhöhung der Rentenbeiträge, doch diese ist nicht nach dem Geschmack der Politiker. Man fürchtet schlicht den Zorn der Wähler, wenn man die Rentenbeiträge drastisch erhöhen sollte. Die ergänzenden Angebote wie Riester– und Rürup-Renten werden nur schwach angenommen. Das liegt nicht nur an der geringen Rendite und den hohen Kosten, sondern auch daran, dass diese Versicherungsprodukte als sehr komplex gelten. Nicht umsonst fordern Versicherungsexperten dringend, das System der privaten Altersvorsorge zu überdenken. Ganz aktuell diskutiert man die Einführung eines Vorsorgekontos bei der Deutschen Rentenversicherung, das preiswerter, transparenter und auch effektiver sein soll als die klassischen Formen der privaten Altersvorsorge. Im Sprachjargon nennt man dieses Altersvorsorgeprodukt Deutschland-Fonds oder Deutschland-Rente. Doch was ist das eigentlich?

So soll die Deutschland-Rente funktionieren

Bei diesem Konstrukt handelt es sich um eine kapitalgedeckte Altersvorsorge, wie es auch die klassische Kapital-Lebensversicherung ist. Allerdings sind keine Garantien vorgegeben, die die Rendite hemmen könnten. Somit unterscheidet sich die Lösung schon von der Riester-Rente. Auch die Kosten sollen viel geringer sein. Das ist möglich, wenn der Fonds auf Selbstkostenbasis ohne Gewinnerzielungsabsicht tätig ist und von einer öffentlichen Stelle verwaltet wird. Mit flexiblen Lebenszyklusmodellen soll das Produkt interessant für eine breite Schicht von Verbrauchern werden. Es gibt nämlich sowohl frei wählbare Investitionen in Aktien oder Anleihen, und auch Indexfonds oder Exchange Traded Funds könnten im Portfolio zu finden sein. Natürlich ist dieses Vorsorgeprodukt freiwillig, als Arbeitnehmer müsste man den Deutschland-Fonds aber explizit abwählen. Somit ist letztlich keine echte Freiwilligkeit gegeben, der Versicherte ist eigentlich gezwungen, das Produkt zu nehmen. Der Arbeitgeber führt die Beiträge automatisch ab, sofern sich der Arbeitnehmer nicht explizit gegen die Teilnahme an dem Fonds ausspricht. Außerdem soll es vielleicht eine Förderung in ähnlicher Form wie bei der Riester-Rente geben. Sie besteht aus Zulagen und Steuervorteilen, die vor allem für Besserverdiener interessant ist. Vielleicht könnte auch eine Förderung durch höhere Zulagen interessant sein.

Versicherungsbranche übt scharfe Kritik

Derzeit weht vor allem aus der Versicherungsbranche ein rauer Wind entgegen. Denn der Fonds verzichtet beispielsweise auf die Gewinnerzielungsabsicht, die die Basis für das Geschäft der privaten Versicherer ist. Deshalb argumentiert man von Seiten der Versicherer mit den Argumenten „Missbrauch“ und „Einmischung“ von staatlicher Seite. Es wird sogar befürchtet, dass sich der Staat mit dem Geld in hohem Maße an Unternehmen beteiligen könnte. Zu bedenken ist aber, dass die Eigentümer des Vermögens die Arbeitnehmer bleiben. Nur die Verwaltung obliegt dem Staat, der damit eine ähnliche Funktion wie ein Vermögensverwalter oder eine Depotbank hat. Es hört sich also so an, als könnte die Deutschland-Rente eine recht gute Idee sein. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Politik hier weiter positioniert, doch man darf davon ausgehen, dass man von dieser Altersvorsorgevariante noch hören wird.

Nachhaltige Geldanlage 2016

Nachhaltige Geldanlagen sind ein Trend seit Jahrzehnten, doch in Zeiten der EZB-Nullzinspolitik erlangen sie eine neue Bedeutung. Sparer können endgültig nicht mehr auf Tagesgeld, Sparbuch oder Festgeld hoffen: Es gibt überall nur noch Mikrozinsen. In den Fokus rücken daher Fonds, denen die Deutschen wie allen börslichen Anlagen im Grunde eher misstrauen. Wenn es aber Fondssparen mit nennenswerter Rendite sein soll, dann kommen zusätzliche Motive ins Spiel: Die Geldanlage soll nachhaltig, dabei gleichzeitig ethisch und möglichst umweltgerecht erfolgen.

Wie legen nachhaltige Fonds an?

Es gibt gerade von den ethisch-ökologisch orientierten Banken wie der GLS oder der Umweltbank etliche solcher Anlageangebote, doch die Kriterien für die einzelne Anlage fallen bei den nachhaltigen Fonds unterschiedlich aus. Das schmälert nicht die Nachfrage. Die GLS Bank etwa gewinnt Monat für Monat über 2.000 Kunden hinzu. Es gibt auch sehr traditionelle Banken wie etwa die Dekabank, die solche Fonds im Portfolio führen. Dort haben im Jahr 2015 Anleger 300 Millionen Euro nachhaltig in entsprechende Fonds gesteckt. Sie hoffen, dass sie nicht nur eine Rendite erhalten, sondern auch ökologische und ethische Kriterien vom Fonds-Management berücksichtigt werden. Im Grunde können sie sich bei renommierten Banken mit entsprechender Geschäftsphilosophie auch darauf verlassen, allerdings steigt inzwischen mit der höheren Nachfrage auch die Zahl entsprechender Angebote – und nicht alle erscheinen absolut seriös. Für Privatanleger ist oft schwer zu unterscheiden, was an der Aussage zu einem Fonds nur Marketing ist, was als blitzsaubere Ethikanlage einzuschätzen wäre oder nach welchen Kriterien die Einzelanlagen im Portfolio eines Fonds gelandet sind.

Welche Kriterien gelten für nachhaltige Anlagen?

Genau bei dieser Fragestellung scheiden sich die Geister. Der Bereich der nachhaltigen Investition hat immer noch ein Definitionsproblem. Die unzähligen Begriffserklärungen setzen unterschiedlichste Maßstäbe an. Die Nachhaltigkeitsbeauftragte der Dekabank Marianne Ulrich benennt das Festsetzen von Kriterien als die schwierigste Aufgabe für die Auflage von Nachhaltigkeitsfonds. Es gibt zwar mittlerweile Koordinaten: Subjektive Werten kommen ebenso zum Ansatz wie internationale Normen. Auch wird danach eingeteilt, ob bestimmte Bereiche auszuschließen sind, etwa der Waffenhandel, klimaschädliche Energieerzeugung, der Bereich der Atomkraft oder die Produktion von Waren in Billiglohnländern. Man kann auch Positivkriterien ansetzen. Diese können unter anderem verlangen, dass Unternehmen ein Leitbild für ihre verantwortliche Unternehmensführung entwickelt haben. Diese Kriterien allerdings variieren zwischen einzelnen Banken, Fonds und Bewertungsagenturen. Letztere erstellen Ratings für nachhaltig gemanagte Fonds – eine komplexe und schwierige Aufgabe.

Notenvergabe für Nachhaltigkeit

In drei Schritten wird über mehrere Wochen ein Fonds durch eine Bewertungsagentur überprüft, bis er seine Nachhaltigkeitsnote erhält. Am Ergebnis so eines Ratings orientieren sich Fondsmanager. Die Noten suggerieren Vergleichbarkeit, doch das sei ein Trugschluss, meinen Experten. Die Ergebnisse entstehen auf sehr unterschiedlichen Wegen. Oekom Research etwa, eine international anerkannte Agentur, nimmt die Bewertung in zwei Dimensionen vor: Umwelt und Soziales. Dafür hat Oekom Research pro Branche immerhin 100 Kriterien festgelegt. Diese gehen die Prüfer einzeln durch, um festzustellen, wie nachhaltig, ökologisch und sozial ein Unternehmen wirtschaftet. Es kommt noch ein weiterer Blickwinkel hinzu. Die Bewertungsagentur möchte nämlich wissen, ob das Unternehmen selbst die Einhaltung seiner Vorsätze überprüft. Das wäre der zweite Schritt, der dritte besteht darin, die Einhaltung der definierten Kriterien – jeweils für den Einzelfall – durch externe Quellen zu überprüfen. Nun entsteht die Ratingnote zwischen dem Bestwert A+ und dem Schlusslicht D-. So gründlich gehen aber nicht alle Banken und Bewertungsagenturen vor. Für den Anleger ist daher schwer zu unterscheiden, ob dort, wo “Nachhaltigkeit” drauf steht, auch Nachhaltigkeit drin ist.

Ist den Informationen zu trauen?

Im Grunde: ja. Die Unternehmen kooperieren inzwischen sehr gut mit Bewertungsagenturen, weil diese Kooperationsbereitschaft wiederum ins Rating einfließt. Zudem gibt es diverse externe Quellen, etwa die Berichte von Aufsichtsbehörden, Fachmedien und Nicht-Recgierungs-Organisationen. Gründliche Bewertungsagenturen werten Gerichtsurteile aus, was zunächst wiederum eine komplexe Aufgabe ist, aber einen Beleg dafür liefert, ob es schon einmal Rechtsstreitigkeiten um das Marketing eines als “nachhaltig” benannten Fonds gab. In ganz kritischen Fällen erfolgt die Überprüfung von ethischen Grundsätzen vor Ort, etwa an asiatischen Produktionsstätten von Textilunternehmen. Im Anschluss an die Analysearbeit können Unternehmen die Ergebnisse einsehen und sich äußern, wobei teilweise um einzelne Punkte hart gerungen wird. Die Deka-Fondsmanager führen jährlich mit dem Management von etwa 2.000 Unternehmen persönliche Gespräche. Hinzu kommen computergenerierte Algorithmen, die den Auswahlprozess unterstützen. Neben der Einhaltung von ethischen und ökologischen Kriterien müssen auch harte Finanzdaten stimmen. Die Unternehmen sollen eine über dem Durchschnitt liegende Rendite vorweisen können, und zwar auf ehrliche Weise. Moderne Programme können sogar einschätzen, ob vielleicht eine Bilanzmanipulation vorliegen könnte. Wer nach solchen Kriterien bewertete Fonds wählt, kann sich auf die Nachhaltigkeit seiner Geldanlage wirklich verlassen.

Fazit: Ethik und Rendite passen zusammen

Anleger können auf nachhaltig gemanagte Fonds guten Gewissens setzen, wenn die Bewertungskriterien glaubwürdig sind. Dann kommt zum guten Gewissen in den meisten Fällen eine auskömmliche Rendite hinzu. Diese muss nicht die Grenzen jeder Fantasie sprengen, doch in Zeiten der Nullzinspolitike – siehe oben – sind auch hohe einstellige Prozentwerte sehr zufriedenstellend, wenn sie nachhaltig fließen.

Legale Steuertricks für Jedermann

Die Steuererklärung macht in Deutschland niemand gern, denn das hiesige Steuerrecht gilt als kompliziert. Dabei kann es sich durchaus lohnen, sich mal intensiver in die Materie zu vertiefen. Und zwar um Steuern zu sparen. Auch für Arbeitnehmer und kleine Selbständige gibt es zahlreiche legale Steuertricks, mit denen sich die Steuerlast spürbar senken lässt.

In und um die eigene Wohnung lässt sich so einiges beim Finanzamt geltend machen. Zwar ist das komplette Arbeitszimmer nur dann absetzbar, wenn es dauerhaft den Mittelpunkt der Berufsausübung bildet, einzelne Elemente des Arbeitszimmers kann man aber fast immer einreichen. Den neuen Bürostuhl, den Schreibtisch, das Druckerpapier und alles, was sonst noch anfällt und klaren Bezug zum Arbeitsplatz hat. Aber Achtung: Das geht nicht, wenn im Wohnzimmer ein Schreibtisch steht. Das Arbeitszimmer muss klar vom Wohnbereich abgetrennt und als solches erkennbar sein.

Apropos Wohnraum: Wenn der Handwerker für Reparaturen anrückt, akzeptiert das Finanzamt 20 % der Handwerkerrechnung (Material ausgenommen), maximal sind hier 1.200, – € absetzbar.

Was kaum jemand weiß: Als Mieter kann man bis zu 20 % bestimmter Mietnebenkosten (zum Beispiel Hausmeister- und Gärtnerkosten) von der Steuer absetzen.

Rund um den Job

Bleiben wir bei der Wohnung: Wenn Sie umziehen, schauen Sie, ob sich der Umzug beruflich begründen lässt. Das Finanzamt akzeptiert beispielsweise Umzüge wegen Versetzung an einen neuen Arbeitsort oder um den Weg zur Arbeit zu verkürzen. In beiden Fällen können pauschale Beträge abgesetzt werden. Apropos Weg zur Arbeit: Pro Kilometer können 30 Cent pauschal abgesetzt werden. Ob man die Strecke per Auto, Fahrrad, Bahn, zu Fuß oder sonst wie zurücklegt, spielt keine Rolle. Nur Umwege darf man nicht machen, es sei denn sie sind unvermeidbar (etwa wegen Baustellen oder Umleitungen). Es gilt immer die kürzeste Entfernung. Wer beruflich auf Reisen geht, kann außerdem die Übernachtungskosten sowie maximal 24, – € Verpflegungskosten pro Reisetag absetzen.

Werbungskosten

Arbeitnehmer können jährlich bis zu 1.000, – € pauschal als Werbungskosten geltend machen, ohne einen einzigen Beleg dazu einreichen zu müssen. Besonders interessant ist dies auch für Selbständige und Freiberufler, denn für viele Berufe gibt es spezielle Werbungskosten-Pauschalen, die unter Umständen mehrere Tausend Euro betragen können. Wer mit Belege sammeln die Pauschale nicht erreicht oder sie nur knapp überschreitet, kann sich mit der Pauschale außerdem einen Haufen Arbeit ersparen.

Dasselbe gilt für Sonderausgaben: Zwar liegen die Pauschalen hier in der Regel unter 100, – €, aber je mehr Kleinkram man absetzt, umso mehr spart man.

Kirchensteuer

Die Kirchensteuer ist zwar ein vergleichbar kleiner Posten, aber kleine Posten läppern sich. Wer sie zahlt, kann sie in voller Höhe absetzen.

Arzt- und Behandlungskosten

Immer mehr medizinische Leistungen muss man trotz Krankenversicherung selbst bezahlen, angefangen bei Zuschüssen zu Medikamenten bis hin zum Zahnersatz. Der Gesetzgeber sieht hier eine zumutbare Eigenbelastung vor, deren Höhe sich nach Ihrem Einkommen, Familienstand und weiteren Kriterien richtet und bei minimal einem oder maximal sieben Prozent Ihres Jahreseinkommens liegt. Alle darüber hinausgehenden Kosten sind steuerlich absetzbar. Es lohnt sich also immer, alle medizinisch relevanten Belege zu sammeln und am Jahresende nachzurechnen, ob man die Belastungsgrenzen überschritten hat.

„Riester-Vertrag muss zur individuellen Situation passen“

Die staatlich geförderte Riester-Rente ist ein Zankapfel: Die einen halten sie für komplett nutzlos, andere sehen in ihr ein nützliches Produkt zur Altersabsicherung. Vermutlich gilt daher auch hier wie bei so Vielem: Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte …

Doch worauf muss man achten? Eignet sich Riestern für Geringverdiener? Und wie kommt man aus schlechten Verträgen wieder raus? Darüber sprach BBX mit Dr. Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW.

BBX: Die Riester-Rente hat einen ziemlich schlechten Ruf. Für wen lohnt sich Riestern überhaupt noch?

Wer die finanzielle Möglichkeit hat, zu sparen, sollte dies auch tun.

Dr. Ralf Scherfling: Grundsätzlich gibt es bei Riester zwei Förderwege: die Zulagen und den Sonderausgabenabzug. Tendenziell können die Zulagen für Familien mit Kindern und für Geringverdiener interessant sein, der Sonderausgabeabzug hingegen für gutverdienende Singles. Ob sich Riester lohnt, muss allerdings in jedem Einzelfall geprüft werden. Die Antwort hängt von vielen Faktoren wie der individuellen Situation und dem jeweiligen Riestervertrag ab. Wer seine Altersvorsorge plant, sollte sich in jedem Fall ausreichend Zeit nehmen und staatlich geförderte Möglichkeiten genauso prüfen wie ungeförderte Produkte.

BBX: Es gibt spezielle Riester-Verträge für Geringverdiener, ist deren Geld nicht unterm Kopfkissen besser aufgehoben, wenn sie überhaupt welches haben?

Scherfling: Für Geringverdiener stellt sich natürlich die Frage, ob Sie später die Grundsicherung im Alter beantragen werden. In dem Fall würde auch eine Riester-Rente angerechnet. Dies ist allerdings keine Besonderheit von Riester, sondern gilt für sämtliche Einkünfte. Da heute niemand weiß, wie hoch die Grundsicherung sein wird, wenn man das Rentenalter erreicht und ob es dieses Konstrukt in dieser Form noch so geben wird, kann die Lösung nicht heißen, von vorneherein auf das Sparen zu verzichten. Wer die finanzielle Möglichkeit hat, zu sparen, sollte dies auch tun. Ob dies über ein Riester-Produkt erfolgt, ist eine andere Frage, die im Einzelfall geprüft werden muss. Das Kopfkissen ist allerdings schon aus Sicherheitsgründen nicht geeignet.

Hohe Abschlusskosten machen Wechsel unattraktiv

BBX: Wenn man merkt, dass sich der eigene Vertrag nicht rechnet, wie kommt man da möglichst verlustfrei wieder raus?

Scherfling: Wer frühzeitig merkt, dass er einen unpassenden Riestervertrag abgeschlossen hat, kann prüfen, ob sich eine Kündigung und gegebenenfalls der Übertrag des Kapitals auf einen besser passenden Vertrag lohnt. Alternativ kann man den alten Vertrag auch beitragsfrei stellen. Bei der Frage, was zu tun ist, kommt es auf den Einzelfall an. Bereits angefallene Kosten wie zum Beispiel Abschlusskosten bekommt man weder bei einer Kündigung, noch bei einer Beitragfreistellung wieder. Bei einem Übertrag des Kapitals auf einen neuen Vertrag fallen noch einmal bis zu 150, – € Wechselkosten an. Außerdem kann der neue Vertrag wieder (hohe) Kosten verursachen. Bei einer Beitragsfreistellung fallen weiterhin Verwaltungskosten an. Daher sollte man genau schauen, welche Option im Einzelfall die beste Lösung ist.

BBX: Worauf muss beim Vertragsabschluss achten? Wo lauern Fallen?

Anleger haben ganz unterschiedliche Ziele und Präferenzen, insofern gibt es hier nicht ‚die‘ beste Möglichkeit.

Scherfling: Der Vertrag muss zur individuellen Situation passen. Beim Produktkauf sollte man keine unnötigen Risiken eingehen, auf die Kosten achten und verschiedene Angebote miteinander vergleichen. Dabei ist es wichtig, alle Vor- und Nachteile, die mit der Geldanlage verbunden sind, gegenüberzustellen. Vor dem Abschluss langfristiger Verträge wie denen zur Altersvorsorge sollte man sich überlegen, ob man in der Lage ist, die Sparraten jahrelang bzw. sogar jahrzehntelang zu leisten. Einen einmal abgeschlossenen Vertrag sollte man regelmäßig dahingehend überprüfen, ob er weiterhin zur eigenen Situation passt und wie die Entwicklung ist.

BBX: Was ist für einen Durchschnittsverdiener die beste Möglichkeit der Altersvorsorge?

Scherfling: Anleger haben ganz unterschiedliche Ziele und Präferenzen, insofern gibt es hier nicht „die“ beste Möglichkeit. Einige Anleger wollen beispielsweise in der Ansparphase staatlich gefördert sparen und orientieren sich deshalb eher in Richtung Riester oder betriebliche Altersvorsorge. Anderen ist die Flexibilität und die geringere Besteuerung in der Rentenphase wichtiger und sie nutzen daher ungeförderte Produkte. Wer eher sicherheitsorientiert ist nutzt beispielsweise Banksparpläne oder Sparbriefe. Chancenorientierte Anleger kaufen vielleicht zum Beispiel Investmentfonds. Wieder andere investieren in Rentenversicherungen. Alle diese Produkte haben unterschiedliche Vor- und Nachteile, so dass im Einzelfall geschaut werden muss, was die „beste“ Möglichkeit ist.

BBX: Mit welchen Vorsorgemodellen gibt es Ihrer Erfahrung nach die größten Probleme und warum?

Scherfling: Wir machen die Erfahrung, dass – unabhängig vom Vorsorgemodell – von Anbietern die Vorteile gerne deutlich herausgestellt werden, die Nachteile hingegen nicht bzw. nicht ausreichend geschildert werden. Probleme gibt es immer dann, wenn sich nach einer gewissen Zeit herausstellt, dass der Vertrag nicht geeignet ist, er aufgrund der persönlichen Lebenssituation nicht dauerhaft bedient werden kann oder er sich aufgrund einer hohen Kostenbelastung nicht zufriedenstellend entwickelt. Dies kann auf Riester genauso zutreffen wie auf die betriebliche Altersvorsorge, Rürup etc. Gerade bei langfristigen Verträgen ist es daher umso wichtiger, sich vor einem Vertragsabschluss hinreichend zu informieren, um ein späteres böses Erwachen zu vermeiden.

Sommer-Energiecheck fürs Haus

Jetzt lohnt sich eine Inspektion des Hauses bzw. der Wohnung unter energetischem Gesichtspunkt: Denn bis zum nächsten Winter bleibt genug Zeit für alles, was ausgebessert werden muss.

Am besten startet man mit einem gründlichen Check in allen Wohnräumen:
Funktionieren die Heizkörper, sind die Dichtungen an Fenstern und Türen intakt, kommt Feuchtigkeit in den Wohnraum?

Energieausweis zur Orientierung

Schließlich manifestieren sich Defizite hier schnell auf der Strom- und Heizkostenabrechnung. Wer sich unsicher ist, ob sich sein Energieverbrauch im Standardbereich bewegt, kann seinen sogenannten „bedarfsorientierten Gebäudeenergiepass“ zu Rate ziehen. Darin wird seit 2008 auf Basis einer durchschnittlichen Nutzung sowie gebäudespezifischen Daten ein Richtwert für den Stromverbrauch gelistet.

Liegt der tatsächliche Verbrauch wesentlich über dem ausgewiesenen, sollten Sie sich auf die Suche nach den Stromfressern machen. Allerdings stehen Sie damit – leider – nicht allein da. In Deutschland sind mehr als zwei Drittel der Heizungen veraltet und daher energetisch nicht  optimal effizient, so vermutet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Auch online bietet das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit  diverse EnergiesparChecks für Mieter und Eigentümer: http://www.klima-sucht-schutz.de/

Sanierungsfahrplan

Finden sich die Schwachstellen, gilt es gegebenenfalls mithilfe eines Fachmanns die geeigneten Maßnahmen zu ermitteln und zu planen.
Auch eine umfassende energetische Sanierung kann sich lohnen, um langfristig die Wohnqualität zu steigern, Energie einzusparen und den Immobilienwert zu steigern.

Bezuschusste Beratung

Die Verbraucherzentralen stellen kostengünstig Berater für Energiechecks, die staatlich bezuschusst sind. Schon ab zehn Euro ist ein Basischeck verfügbar, eine individuelle Beratung durch einen Experten kostet um die 45, – €.

Außerdem bieten geprüfte Energieeffizienzexperten detaillierte Hilfestellung zu förderungswürdigen Sanierungsmaßnahmen wie Wärmeschutz, Dämmung, Heizungsmodernisierung oder den Umstieg auf erneuerbare Energien an. Ihr Honorar liegt meist im dreistelligen Bereich, allerdings bezuschusst das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) seit März bis zu 60 % der Kosten für die Energieberatung.

Da eine energetische Sanierung nicht ganz billig ist, stellt sich die Frage nach der geeigneten Finanzierung. Schließlich wird es – je nach dem Umfang der Sanierungsmaßnahmen – zwischen zwei und fünfundzwanzig Jahre dauern, bis sich die Investition in Relation zu den Energiepreisen amortisiert hat.

Zuschüsse und KfW-Förderung

Die gute Nachricht ist, dass der Bund Maßnahmen zur energetischen Sanierung fördert.
Einerseits vergibt die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) günstige Kredite für den Umbau und die Sanierung – vorausgesetzt, der Energieverbrauch wird dadurch gesenkt bzw. es handelt sich um einen altersgerechten Umbau.

Andererseits hilft das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) – wie auch einzelne Bundesländer – mit Investitionszuschüssen für die Umstellung der Heizung auf erneuerbare Energien: http://www.bafa.de/bafa/de/energie/erneuerbare_energien/

Außerdem fördert das BMWi die energetische Sanierung kleinerer Anlagen über das aktuelle Marktanreizprogramm. Bezuschusst werden können dabei unter anderem die Installation von Sonnenkollektoren, Pelletheizungen und effiziente Erdsonden für die Wärmepumpe im Haus.

Das Ende der Beitragsbemessungsgrenze?

Es wird dieser Tage wieder viel geredet in Deutschland. Über die Schere zwischen arm und reich. Über Ungleichheit und Verteilungsgerechtigkeit. Über gesellschaftliche Solidarität und Chancengleichheit. Es gibt Stellschrauben, an denen man drehen kann, die zur Diskussion stehen. Die Erbschaftssteuer ist eine, der Spitzensteuersatz eine andere. Aber was ist mit der Beitragsbemessungsgrenze?

Tatsache ist, dass die Ungleichheit zunimmt. Immer mehr Menschen finden sich am unteren Ende der Einkommensskala, die Mittelschicht erodiert, am Horizont droht der Abstieg in Hartz IV. Zugleich sind selbst während der Eurokrise die Unternehmensgewinne weiter gestiegen. Die Belastungen für Reiche wurden seit Gründung der Bundesrepublik immer weiter reduziert. Der Spitzensteuersatz lag in den Fünfzigern bei 95%. Heute sind es nur noch 42%. Außerdem sind die Steuern auf Erbschaften und Vermögen verschwindend gering. Wer viel hat muss kaum etwas abgeben. Eigentum verpflichtet heute zu gar nichts mehr, es fordert eher dazu auf, sich aus der Solidargemeinschaft zu verabschieden. Auf Dauer kann eine Gesellschaft so nicht existieren.

Bei der Sozialversicherung sieht es ähnlich aus. Wer ein kleines oder mittleres Einkommen hat, zahlt die vollen Abgabensätze. Bei reichen Bundesbürgern macht der Abgabenanteil zur Sozialversicherung nur noch einen Bruchteil des Einkommens aus, prozentual steuern sie weniger bei als Schwache. Der Grund dafür ist die Beitragsbemessungsgrenze. Bei rund 50.000 Euro (Kranken- und Pflegeversicherung) bzw. rund 74.000 Euro (Rentenversicherung) Jahreseinkommen wird der Beitrag eingefroren und steigt nicht mehr weiter. Das ist unsolidarisch und ungerecht, weil die Schwachen stärker belastet werden als die Starken. Auch deshalb steht die Beitragsbemessungsgrenze immer wieder zur Diskussion.

Die Vorschläge reichen von einer Bürgerversicherung, in der jeder einen Pauschalbetrag einzahlen muss, über eine steuerfinanzierte Sozialversicherung bis hin zu ihrer gänzlichen Abschaffung zugunsten privater Vorsorge. Dabei würde es schon genügen, die Beitragsbemessungsgrenze abzuschaffen. Das würde beträchtliche Summen in die Sozialkassen spülen und eine wesentliche Ungerechtigkeit des deutschen Sozialsystems beenden. Außerdem könnten die Beiträge für alle Beteiligten sinken.

Für eine Reform sprachen sich SPD, Linke und Grüne mehrfach aus. Die CDU war meist dagegen – mit teils abenteuerlichen Argumenten. So stehe ohne Beitragsbemessungsgrenze die Höhe der Einzahlung in keinem Verhältnis zur Gegenleistung mehr. Das ist zwar richtig, nur muss sie das individuell auch gar nicht. Denn niemand zahlt für sich persönlich in diese Töpfe ein, sondern für diejenigen in der Gesellschaft, die jetzt gerade krank, pflegebedürftig oder in Rente sind. Wenn alle gemäß ihren Möglichkeiten einzahlen müssten, gäbe es auch keine Schieflage – und zwar trotz des demographischen Wandels und des überbordenden Dumpinglohnsektors.

Die AfD hingegen, die aktuellen Analysen zufolge vor allem in Ostdeutschland von Arbeitslosen und Arbeitern gewählt wird, will ein solidarisches Sozialsystem gleich ganz abschaffen und damit die Spaltung und Ungleichheit noch einmal drastisch verschärfen. Eine „Alternative“ mag das sein. Eine gute aber keinesfalls.

Erpressungs-Trojaner: Bloß nicht zahlen!

Zehntausende Computer in Deutschland wurden inzwischen von sogenannten Erpressungs-Trojanern wie Locky befallen. Sie verschlüsseln alle Daten und fordern ein Lösegeld. Wie eine Umfrage von Bitdefender ergab, versuchen zwei Drittel der Betroffenen, sich freizukaufen. Das ist keine gute Idee. Wie man sich schützt und warum man keinesfalls zahlen sollte.

Erpressungs-Trojaner kommen in E-Mail-Anhängen oder durch den Besuch zwielichtiger Websites. Binnen Sekunden werden alle Daten auf dem Computer gesperrt. Der Nutzer hat auf nichts mehr Zugriff, mehr als Ein- und Ausschalten ist nicht mehr möglich. Wer ein Lösegeld zahle, könne seine Daten wieder freischalten lassen, heißt es in den bildschirmfüllenden Mitteilungen der Erpresser, die sich gerne auch mal als Amt oder Ministerium ausgeben.

Was für den einzelnen Nutzer schon schlimm sein kann, hat in Unternehmen oder Ämtern katastrophale Auswirkungen – denn oft verbreitet sich der Trojaner binnen Sekunden im Netzwerk und infiziert alle angeschlossenen Rechner. Verzweifelt gehen viele Menschen den Kriminellen auf den Leim und zahlen die geforderte Summe. Doch das ist in mehrfacher Hinsicht dumm. Zum einen hat man keine Garantie darauf, dass diese Maßnahme tatsächlich Wirkung zeigt. Oft ist das Geld weg – und die Daten auch. Schlimmstenfalls kann es zu Folgeforderungen kommen. Außerdem bestätigt man damit die Erpresser: Ihre Masche geht auf, sie machen weiter.

Daher die Regel für Betroffene: Niemals zahlen!

Und wie kommt man nun wieder an seine Daten? Das ist die ganz schlechte Nachricht: gar nicht. In den allermeisten Fällen muss man den Computer komplett formatieren und das Betriebssystem neu aufsetzen. Neben Windows-Computern sind auch Tablets und Smartphones mit Android betroffen. Wer sich nicht um regelmäßige Backups kümmert, hat ein Problem.

Auf der sicheren Seite ist daher nur, wer am besten täglich wichtige Dateien auf externen Speichermedien oder in der Cloud sichert.

Wie kann man sich schützen?

Beim alltäglichen Surfen können kleine Add-Ons die größten Gefahren abwehren. Programme wie No-Script schalten nahezu alle potentiellen Schädlingsquellen ab, der McAfee Web Advisor oder das Add-On World Of Trust signalisieren vor dem Aufrufen einer Website, ob diese sicher ist. Ist man sich unsicher, sollte man eine Seite nicht aufrufen.

Bei E-Mails gilt: Niemals einen Anhang öffnen, wenn man den Absender nicht kennt. Im Zweifelsfall greift man zum Telefon und fragt beim Absender persönlich nach. Dasselbe gilt für Links in Mails. Die Methoden der Kriminellen werden immer ausgefeilter. Oft erkennen die Spamfilter potentielle Schädlinge nicht. Trojaner kommen in Form von Rechnungen von Unternehmen, bei denen man tatsächlich Kunde ist. Kommt eine Rechnung zu einem unerwarteten Zeitpunkt oder wird man aus anderen Gründen stutzig, sollte man umgehend das Unternehmen benachrichtigen und die Mail löschen.

Im Grunde ist es gar nicht so schwer, von derartigen Angriffen verschont zu bleiben. Man benötigt nur ein hohes Maß an Aufmerksamkeit.

Studie: Arme Kommunen setzen auf Steuererhöhungen

Eine Studie von Ernst & Young zeigt auf, wie arme deutsche Kommunen mit ihren Lasten umgehen: Sie setzen auf Steuererhöhungen. Das spült zwar unmittelbar Geld in die Kasse, schwächt jedoch langfristig die Region, weil die Gewerbetreibenden abwandern. Für die Kommunen entsteht ein Teufelskreis.

Missverhältnis bei der Steuergestaltung

Die Schere in Deutschland klafft nicht nur vertikal (zwischen Reichen und Armen), sondern auch regional immer weiter auseinander. Die Bürgerinnen und Bürger in insgesamt finanzschwachen Regionen trifft es besonders hart. Wo in einem Bundesland viele benachbarte, finanzschwache Kommunen mit den Lasten fertig werden müssen, erhöhen sie gemeinsam die Steuern. Das betrifft vor allem die Gewerbesteuer, aber auch Abgaben wie die Grund- oder die Hundesteuer. Nach Auskunft des Steuerfachmanns Bernhard Lorentz von Ernst & Young wurden im ersten Halbjahr 2015 in 1.558 deutschen Kommunen die Gewerbesteuern erhöht, nur in 35 Fällen senkte eine Kommune diese wichtige Steuerart. Diese lockt bei einem guten Satz Gewerbetreibende an. Eine weitere wichtige Steuerart ist die Grundsteuer B. Diese zahlen Hausbesitzer, sie wurde von fast 20 Prozent aller Kommunen erhöht. Wenn ein Hausbesitzer vermietet, legt er diese Steuer auf seine Mieter um, was schwächere Haushalte mit Mieterhöhungen besonders trifft. Auf diese Weise wächst nun in Deutschland die Kluft zwischen den wohlhabenden und den armen Gemeinden. Letztere finden sich offenbar hauptsächlich im Saarland, in Nordrhein-Westfalen und in Hessen, denn hier wurden am häufigsten Steuern erhöht. Wie gewohnt scheint es hingegen den bayerischen und baden-württembergischen Kommunen gut zu gehen, hier musste kaum jemand mehr zahlen.

Prekäre Langfristfolgen

Die Autoren der Studie warnen vor den Langfristfolgen von Steuererhöhungen gerade in armen Kommunen. Die Attraktivität einer Kommune hängt in hohem Maße von ihren Steuersätzen ab. In der Regel wirken ohnehin noch weitere Faktoren in diesen Gemeinden ungünstig, nämlich eine Überschuldung, damit Einsparungen an der Infrastruktur und in der Folge eine sinkende Lebensqualität. Die Menschen verdienen oft weniger und finden weniger kostengünstige Freizeitmöglichkeiten vor, müssen aber höhere Steuern zahlen. Gewerbetreibende treffen auf ärmere Kundschaft, erzielen geringere Gewinne und sehen sich zusätzlich mit höheren Steuerlasten konfrontiert. Wer kann, wandert daraufhin ab. Das macht die Kommune noch ärmer. Dabei stehen Kommunen untereinander im Wettbewerb, den die reicheren Städte gewinnen. Sie steigern durch eine gute konjunkturelle Lage ihre Einnahmen, bauen Schulden ab und investieren in ihre Strukturen. Damit bleiben sie für die Unternehmen attraktiv, auch neue Einwohner zieht es dorthin. Dieser Trend wird sich laut Steuerforscher Lorentz fortsetzen. Spielräume für arme Gemeinden, ihre Steuern zu senken, gibt es laut dem Fachmann nicht. Damit wird Deutschland regional ärmer.

Einige Fakten aus der Ernst & Young Studie

Die Fakten betreffen stets das erste Halbjahr 2015.

  • Die höchsten Hebesätze bei der Gewerbe- und der Grundsteuer gibt es in NRW-Kommunen.
  • Spitzenreiter unter größeren Städten sind Duisburg und Rüsselsheim.
  • Von 11.103 deutschen Kommunen erhöhten 2.049 die Grundsteuer B.
  • Bundesweit erhöhte sich der Grundsteuerhebesatz von durchschnittlich 358 auf 365 %.
  • Die Gewerbesteuer erhöhten 14 % aller Kommunen, bundesweit stieg der Hebesatz von durchschnittlich 354 auf 357 %.
  • In Nordrhein-Westfalen stieg der durchschnittliche Grundsteuerhebesatz um 31 Punkte auf 493 %. Zum Vergleich: Schleswig-Holstein erhebt 311 %, Bayern 341 %.

Begründungen für die Steuerhöhungen

Stadtverwaltungen begründen vielfach ihre Steuererhöhung damit, dass ihre Kommune dem kommunalen Schutzschirm ihres Bundeslandes beigetreten ist. Das betrifft Städte in Finanznot, die aber zum Schutzschirm einen eigenen Beitrag leisten müssen. Dieser kann nur durch die Anhebung von kommunalen Hebesätzen aufgebracht werden. Diese Tendenz wird sich wahrscheinlich fortsetzen, wenn die Städte mit sozialen Aufgaben wie der Bewältigung der Flüchtlingszahlen vom Bund alleingelassen werden. Die meisten der betroffenen Kommunen haben schon weitere Steuererhöhungen angekündigt.

Quelle: Wohnen und Wirtschaften wird teurer – immer mehr Kommunen erhöhen Gemeindesteuern

Sorgenfrei online shoppen: So geht’s!

Das Internet verändert unser Leben in vielen Bereichen rasant. Auch die Bedeutung für den Konsum nimmt beständig zu. Immer mehr Produkte werden vorwiegend online gekauft, was dem stationären Handel zu schaffen macht, der mit den Preisen der Onliner oft nicht konkurrieren kann. Aber es gibt auch enttäuschte Kunden – die sich abgezockt fühlen oder den Waren aus dem World Wide Web nicht trauen. Diese Ängste sind nicht ganz unbegründet. BBX erklärt, worauf es beim sorgenfreien Onlineshopping ankommt.

Es sind vor allem Waren wie Bücher, Musik, Elektronik, Telekommunikation / Handys und Spielwaren, die heute öfter online als offline eingekauft werden. Andere Produktgruppen wie Kosmetik, Kleidung, Medikamente, Möbel oder gar Schmuck holen auf. Lebensmittel hingegen gehen bislang eher selten den Postweg. Dabei gibt es zwar eine unglaubliche Vielfalt an Anbietern im Netz, der Markt wird aber von wenigen Platzhirschen beherrscht, wie beispielsweise Amazon, die regelmäßig dafür kritisiert werden, dass sie ihre Marktmacht zum Nachteil der Mitbewerber ausnutzen.

Doch Vielfalt nützt den Kunden – also uns allen. Wir selbst haben es in der Hand, auch mal einen Blick über den Tellerrand zu werfen und kleinere Anbieter zu unterstützen (die in der Regel einen Service bieten, der den Großen ebenbürtig ist), damit diese Vielfalt erhalten bleibt. Viele verzichten aus Bequemlichkeit darauf. Andere, weil sie unsicher sind, welcher Shop seriös ist und zum Teil aufgrund schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit. Dieses Risiko lässt sich minimieren, wenn man folgende Punkte beachtet.

1. Online-Shops

Es gibt reine Online-Shops und solche, die auch stationär vertreten sind. Letztere bieten oft die Option, online zu bestellen und die Ware in der nächstgelegenen Filiale abzuholen. Will man mal einen neuen Shop ausprobieren und ist sich unsicher, hilft ein Blick ins Impressum: Gibt es eine Adresse in Deutschland? Gibt es Mailadressen und Telefonnummern, mit denen man im Zweifelsfall einen Ansprechpartner erreichen kann? Gibt es eine Service-Hotline? Gibt es Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) und eine Widerrufsbelehrung? Gibt es mehrere Zahlungsoptionen (Überweisung, Lastschrift, PayPal etc.)? Wenn all das zutrifft, ist man bereits relativ weit auf der sicheren Seite. Zweifelt man trotzdem noch, kann es helfen, sich über Suchmaschinen zu informieren: Was für Erfahrungen haben andere Kunden mit dem Shop gemacht? Und: Wie lange gibt es den Shop schon? Findet sich hingegen im Netz wenig, fehlt ein Impressum oder Kontaktdaten oder ist eine Adresse im Ausland angegeben, dann sollten die Alarmglocken läuten.

2. Online-Auktionen und Privatanbieter

Bei Online-Auktionshäusern und auch in großen Shops wie Amazon können nicht nur gewerbliche Händler ihre Waren feilbieten, sondern auch Privatleute Gebrauchtes verkaufen. Das ist einerseits praktisch, weil man auf Schnäppchenjagd gehen kann. Andererseits birgt es ein Risiko. Denn immer wieder passiert es, dass Waren nicht verschickt oder schlecht verpackt werden oder dass die Zustandsbeschreibung mangelhaft ist. Einen Hinweis können die Bewertungen des Händlers durch andere Nutzer geben: Hat der Händler sehr viele Bewertungen, die überwiegend positiv sind, dann macht man mit dem Kauf nicht viel falsch. Ist er hingegen Neuling oder überwiegen negative Kommentare, sollte man die Finger davon lassen und sich lieber nach Alternativen umsehen.

3. Rückgaberecht

Beim Kauf im Ladengeschäft ist man auf die Kulanz des Verkäufers angewiesen, wenn man einen Artikel umtauschen oder zurückgeben möchte. Im Netz hingegen gilt das Fernabsatzgesetz. Es besagt, dass man grundsätzlich ein 14-tägiges Rückgaberecht hat. Dies gilt allerdings nur bei gewerblichen Neukäufen. Privathändler mit Gebrauchtwaren können ein Rückgaberecht ausschließen. Hierauf muss man achten. Einerseits ist das ein Vorteil, denn man kann – wie im Laden – die Ware in Augenschein nehmen, bevor man sich final zum Kauf entscheidet. Leider wird diese Option von vielen Konsumenten ausgenutzt. Statistisch werden rund 50 % aller online bestellten Waren zurückgeschickt. Für die Händler bedeutet das einen enormen Zusatzaufwand, und nicht selten können sie einmal benutzte Waren nicht mehr als neu verkaufen und müssen den Wertverlust tragen. Was bei großen Händlern eingepreist ist, kann kleinere in ernsthafte Schwierigkeiten bringen.

Seien Sie also fair – das erwarten Sie umgekehrt vom Händler schließlich auch.