Funktionieren die Heizkörper, sind die Dichtungen an Fenstern und Türen intakt, kommt Feuchtigkeit in den Wohnraum?
Energieausweis zur Orientierung
Schließlich manifestieren sich Defizite hier schnell auf der Strom- und Heizkostenabrechnung. Wer sich unsicher ist, ob sich sein Energieverbrauch im Standardbereich bewegt, kann seinen sogenannten „bedarfsorientierten Gebäudeenergiepass“ zu Rate ziehen. Darin wird seit 2008 auf Basis einer durchschnittlichen Nutzung sowie gebäudespezifischen Daten ein Richtwert für den Stromverbrauch gelistet.
Liegt der tatsächliche Verbrauch wesentlich über dem ausgewiesenen, sollten Sie sich auf die Suche nach den Stromfressern machen. Allerdings stehen Sie damit – leider – nicht allein da. In Deutschland sind mehr als zwei Drittel der Heizungen veraltet und daher energetisch nicht optimal effizient, so vermutet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Auch online bietet das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit diverse EnergiesparChecks für Mieter und Eigentümer: http://www.klima-sucht-schutz.de/
Sanierungsfahrplan
Finden sich die Schwachstellen, gilt es gegebenenfalls mithilfe eines Fachmanns die geeigneten Maßnahmen zu ermitteln und zu planen.
Auch eine umfassende energetische Sanierung kann sich lohnen, um langfristig die Wohnqualität zu steigern, Energie einzusparen und den Immobilienwert zu steigern.
Bezuschusste Beratung
Die Verbraucherzentralen stellen kostengünstig Berater für Energiechecks, die staatlich bezuschusst sind. Schon ab zehn Euro ist ein Basischeck verfügbar, eine individuelle Beratung durch einen Experten kostet um die 45, – €.
Außerdem bieten geprüfte Energieeffizienzexperten detaillierte Hilfestellung zu förderungswürdigen Sanierungsmaßnahmen wie Wärmeschutz, Dämmung, Heizungsmodernisierung oder den Umstieg auf erneuerbare Energien an. Ihr Honorar liegt meist im dreistelligen Bereich, allerdings bezuschusst das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) seit März bis zu 60 % der Kosten für die Energieberatung.
Da eine energetische Sanierung nicht ganz billig ist, stellt sich die Frage nach der geeigneten Finanzierung. Schließlich wird es – je nach dem Umfang der Sanierungsmaßnahmen – zwischen zwei und fünfundzwanzig Jahre dauern, bis sich die Investition in Relation zu den Energiepreisen amortisiert hat.
Zuschüsse und KfW-Förderung
Die gute Nachricht ist, dass der Bund Maßnahmen zur energetischen Sanierung fördert.
Einerseits vergibt die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) günstige Kredite für den Umbau und die Sanierung – vorausgesetzt, der Energieverbrauch wird dadurch gesenkt bzw. es handelt sich um einen altersgerechten Umbau.
Andererseits hilft das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) – wie auch einzelne Bundesländer – mit Investitionszuschüssen für die Umstellung der Heizung auf erneuerbare Energien: http://www.bafa.de/bafa/de/energie/erneuerbare_energien/
Außerdem fördert das BMWi die energetische Sanierung kleinerer Anlagen über das aktuelle Marktanreizprogramm. Bezuschusst werden können dabei unter anderem die Installation von Sonnenkollektoren, Pelletheizungen und effiziente Erdsonden für die Wärmepumpe im Haus.