USB-C wird gesetzlicher EU-Standard – Gamechanger oder programmiertes Desaster?

Eigentlich ist die Idee eines einheitlichen Kabelstandards gar nicht so neu. Schließlich gibt es den allseits bekannten USB-Standard bereits seit einem guten Vierteljahrhundert. Auch die Bezeichnung USB ist kein Zufall. Schon der allererste USB-Anschluss war als universelle Datenverbindung konzipiert, die alles einfacher machen sollte.

Im Rückblick ein guter erster Schritt, denn es gibt heute kaum noch ein Gerät ohne einen oder mehrere USB-Anschlüsse. Inzwischen will sogar die Politik der EU nachhelfen und per Gesetz dafür sorgen, dass auch die letzten Querulanten der Tech-Branche ihren Kunden die Nutzung des neuen USB vom TYP-C ermöglichen.

Doch die Geister der Gelehrten scheiden sich daran, ob USB-C wirklich die beste Lösung sein kann. Es gibt Befürchtungen, dass dadurch noch mehr neue Probleme entstehen werden. Außerdem steht es in Konkurrenz zur Lightning-Schnittstelle des Tech-Riesen Apple.

Tatsächlich ist das neue EU-Gesetz nicht die erste regulatorische Breitseite der EU-Kommission, die seitens mancher großer Hersteller als übergriffiger Markteingriff verstanden werden kann. Bereits der Anfang des Jahres 2022 beschlossene EU Chips Act zielt laut diesem Bericht von gaminggadgets.de darauf ab, den Umgang mit kostbaren Ressourcen besser zu kontrollieren.

Ob das gemeinsame Vorhaben beider Gesetze am Ende wirklich zu einer Steigerung der allgemeinen Wettbewerbsfähigkeit und einer Stärkung der Marktposition der EU führen wird, bleibt abzuwarten.

Ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen: USB-C und der Apple Lightning-Connector

Tatsächlich verfügen die meisten neueren Android-Smartphones ohnehin bereits über eine USB-C-Schnittstelle. Dasselbe gilt sogar für diverse iPads und MacBooks der Marke Apple. Die Geräte lassen sich problemlos über ein entsprechendes herkömmliches USB-C-Kabel aufladen und zwecks Datenübertragung mit dem Computer verbinden.

Bei einem Großteil seiner Mobilgeräte ist Apple allerdings seit jeher einen Sonderweg gegangen. Für die Verbindung der iPhones, iPods und iPads der ersten Generation war beispielsweise noch ein 30-Pin-Connector erforderlich. Ab 2012 wurde das firmeneigene Lightning-Kabel zum neuen Standard vieler Apple-Mobilgeräte erhoben.

Es verfügte über nur 8 Pins und war wesentlich schmaler, kleiner, leichter und somit viel praktischer. Ein weiterer Vorteil war der symmetrische Aufbau, der das Kabel verdrehungssicher machte. Dies war seinerzeit ein in vielerlei Hinsicht fortschrittliches Alleinstellungsmerkmal, das den Einschub wesentlich erleichterte und gleichzeitig den Verschleiß von Einschubbuchsen reduzierte.

Ironischerweise wandte man das Prinzip der symmetrischen Bauform dann endlich auch bei der späteren Entwicklung der USB-C-Schnittstelle an, die 2014 eingeführt wurde. Zwei Jahre später erklärte die IEC-Organisation, die weltweit agierende Elektronische Normungskommission, USB-C zum international verwendbaren Standard. So konnte sich dieser leichter global durchsetzen.

Ein lang gehegter Plan wird Realität: Einheitliche Ladebuchse ist beschlossene Sache

Anfang 2021 wurden erstmalig konkrete Absichten der Europäischen Kommission öffentlich verlautbar, dass man seitens der Politik an einem Gesetzesentwurf für die Vereinheitlichung von Ladesteckern auf EU-Ebene arbeitet. Ziel war die Einführung einer Standardschnittstelle für Mobilgeräte, Laptops, Kameras, Kopfhörer und Geräte mit einem vergleichbaren Strombedarf.

Im September selben Jahres stellte die EU-Kommission ihren Entwurf vor, aus dem hervorging, dass USB-C für die EU-Standardisierung vorgesehen war. Am 7. Juni 2022 wurde dann endgültig beschlossen, dass ab Mitte 2024 alle in der EU vertriebenen Smartphones sowie eine Reihe weiterer elektronischer Kleingeräte mit dem Standardladeanschluss ausgestattet sein müssen.

Außerdem betroffen sind zum Beispiel Tablets, E-Reader, tragbare Lautsprecher, Headsets, Kopfhörer sowie tragbare Spielkonsolen, Navigationsgeräte, Tastaturen und Mäuse. Ausnahmen bilden lediglich Kleingeräte, bei denen die Integration wegen der zu geringen Dimensionen technisch unpraktikabel wäre. Darüber hinaus wurde die Frist bei Laptops auf 40 Monate ab Inkrafttreten verlängert.

Apple sieht den USB-C-Zwang skeptisch

Der Marktführer Apple ist wenig begeistert und steht den Absichten skeptisch gegenüber. In einer offiziellen Stellungnahme im Zuge der Rückmeldefrist für erste Vorschläge der EU-Kommission ließ Apple erklären, dass die Verpflichtung zum Einbau eines einheitlichen Anschlusstyps Innovationen im Bereich der Ladetechnik blockiere. Zudem sei die angesetzte Übergangsphase zu kurz, die Unternehmen bei derartigen Gesetzeseinführungen üblicherweise für die Umsetzung benötigen. Weiterhin gehe man davon aus, dass Kunden der Kauf älterer und günstigerer Vorgängermodelle verwehrt bliebe.

Laut Apple wären solche Zwangsauflagen im Übrigen sogar schlecht für die Umwelt und unnötig störend für die Kunden. Wenn es wirklich so kommt, wie Apple es verkünden ließ, hätte das EU-Gesetz de facto einen Effekt, der, zumindest was bestimmte Applegeräte betrifft, einer geplanten Obsoleszenz gleichkommt.

Verständlicherweise wäre es eher im Sinne von Apple gewesen, wenn der hauseigenen Lightning-Schnittstelle der Vorzug gewährt worden wäre. Und dies wäre sicher nicht nur dem Erhalt der Entwicklungsflexibilität zuträglich. Bekanntlich betreibt Apple ein lukratives Zusatzgeschäft mit den Lightning-Kabeln. So müssen Dritthersteller von Lightning-Kabeln ihre Waren über Apples MFI-Programm zertifizieren lassen.

Technikexperten sehen zusätzliche Probleme

Es gibt berechtigte Zweifel, dass die allgemein vorherrschenden Qualitätsstandards bei der Herstellung von USB-C-Kabeln nicht mit denen bei den Herstellern von Lightning-Kabeln vergleichbar sind.

Die Wahrscheinlichkeit, seine Geräte in Zukunft mit minderwertigen oder falschen Verbindungen zu beschädigen, könnte steigen. Zudem ist der USB-C-Standard keineswegs absolut verwechslungssicher. Aktuell gibt es mindestens neun verschiedene USB-C-Anschlüsse.

Außerdem könnte es passieren, dass bestimmte Hersteller in absehbarer Zukunft gänzlich auf den Einsatz kabelloser Ladetechnologien setzten, um den Implementierungszwang von USB-C-Buchsen zu entgehen. Bei diesen wird es sich mit ziemlicher Sicherheit erneut um markeneigene geschützte Technologien handeln.

EU-Gesetzt soll viele Vorteile für Verbraucher und Umwelt bringen

Für die Verbraucher fängt das Glück schon an der Ladentheke an. Denn das neue Gesetz sieht vor, dass Verbraucher beim Kauf die Entscheidung haben sollen, ob sie ihr neues Gerät samt einem Ladegerät oder lieber separat erwerben möchten.

Der Gedanke macht Sinn. Denn durch die aktuellen Geschäftsgebaren des aufgezwungenen Verkaufs von Geräten inklusive Kabeln haben Nutzer mehr Kabel sowie Ladegeräte als nötig, was mit Nachhaltigkeit bestimmt nichts zu tun hat. Logischerweise wird auch das Portemonnaie geschont. Nach offiziellen Hochrechnungen von Wirtschaftsexperten der EU-Kommission lassen sich durch die Vermeidung der Kosten für redundante Ladekabel und -geräte etwa 250 Millionen Euro pro Jahr sparen.

Ein weiterer sehr erfreulicher und offensichtlicher Vorteil ist die neugewonnene Unabhängigkeit. In Zukunft wird man in Europa nur noch selten in die Verlegenheit kommen, dass man sein Smartphone oder Mobilgerät nicht laden kann.

Im Durchschnitt sind etwa Zweidrittel aller Kabel und Ladegeräte ungenutzt. Allein angesichts des allgemeinen Rohstoffmangels ist der bisher geduldete Kabelsalat mehr als nur ein lästiger Umstand einzelner Bürger, sondern vielmehr ein ernst zu nehmendes Problem, das alle betrifft.

Experten gehen davon aus, dass man das Aufkommen des Elektroschrotts und der mit der Produktion von Elektronik verbundenen Belastungen durch das neue Gesetz deutlich senkt. Nach fundierten Schätzungen der Behörden lässt sich durch die neuen EU-Regelungen die jährliche Gesamtmenge des Elektroschrotts um einen zweistelligen Tausenderbereich reduzieren.

Was sind alternative Geldanlagen?

Unter alternativen Geldanlagen versteht man Möglichkeiten, sein Geld abseits der konventionellen Wege anzulegen. Als konventionelle Geldanlagen gelten das klassische Sparkonto, aber auch Wertpapiere, wie Fonds und Aktien. Die meisten alternative Geldanlagen sind von den täglichen Schwankungen an der Börse entkoppelt, da sie auf einem ganz anderen Markt gehandelt werden. Wie bei jeder Geldanlage ist auch hier das Ziel, dass die Investition im Laufe der Jahre an Wert gewinnt. Investoren auf der ganzen Welt suchen und bieten neue Formen der Geldanlage, mit dem Ziel, die konventionellen Anlageformen in puncto Sicherheit und Rendite zu schlagen. Eine feste Definition für den Begriff der alternative Geldanlagen gibt es nicht. Meistens geht es dabei um Sachwerte, die nach einer längeren Zeitspanne wieder mit Gewinn verkauft werden können. Der Investor kauft zum richtigen Zeitpunkt günstig ein und verkauft nach einem gewissen Zeitraum mit möglichst hoher Gewinnmarge. Der Zeitraum kann von einem bis zu mehreren Dekaden von Jahren reichen. Bei den Sachwerten handelt es sich häufig um Objekte, die wegen ihrer limitierten Auflage selten oder sogar einzigartig sind. Es gibt einen weltweiten Markt von Sammlern und Händlern, so dass auch ungewöhnliche Sachwerte ihren Abnehmer finden werden.

Welche alternativen Geldanlagen gibt es?

Der Markt für alternative Geldanlagen ist riesengroß. Aus der Presse kennen wir gelegentliche Berichte von astronomischen Verkaufspreisen von Kunstwerken bei Auktionen. Aber auch andere Sammlerobjekte, wie Uhren, Briefmarken oder Devotionalien berühmter Künstler gelten heute als Wertanlage. Es bieten sich viele Möglichkeiten für alternative Investments, wobei wir Ihnen hier einige der beliebtesten Anlagemöglichkeiten vorstellen wollen.

Schmuck

Der Wert eines Schmuckstückes setzt sich zusammen aus dem Materialwert und dem Anteil der künstlerischen Verarbeitung. Während der Wert des eingesetzten Materials noch einigermaßen einfach eruiert werden kann, ist der künstlerische Wert von vielen Faktoren und deren Einschätzung abhängig. Die Gefälligkeit des Designs kann aktuellen Trends unterworfen sein, der Aufwand und die Schwierigkeit der Verarbeitung ist dagegen von einem Experten einfach zu beurteilen. Wichtig für den Wert eines Schmuckstückes sind darüber hinaus seine Einzigartigkeit und Herkunft. Wenn es zum Beispiel eine berühmte Vorbesitzerin gab oder das Schmuckstück aus einer bekannten Manufaktur stammt, hat dies in Sammlerkreisen auch einen Einfluss auf den Wert.

In Schmuck zu investieren ist meisten keine schlechte Idee, weil der Eigenwert des Materials stabil über alle Epochen bleibt. Ein Diamant bleibt ein Diamant, egal welche Stimmung an der Börse herrscht. Der Wert eines Diamanten wird unter anderem über das Gewicht des Steins bestimmt. Die Gewichtseinheit beträgt hier Karat. Ein Karat ist eine spezielle Gewichtseinheit, die ausschließlich bei Diamanten, Edelsteinen und Edelmetalllegierungen verwendet wird. Ein Karat entspricht dem Gewicht von 200 Milligramm. Damit bestimmt die Karatzahl nur das Gewicht aber nicht die Größe eines Steins. So kann es vorkommen, dass zwei Diamanten mit gleicher Karatzahl unterschiedliche Größen aber das gleiche Gewicht aufweisen. Der Wert eines Diamanten wird aber nicht nur durch sein Gewicht bestimmt. Weitere Merkmale, wie Farbe und Reinheit spielen unter Experten eine wichtige Rolle, wenn es um die Wertschätzung geht. Ein erfahrener Schmuckhändler ist mit der Beurteilung dieser Merkmale bestens vertraut und kann Ihnen eine seriöse Beratung hinsichtlich einer Geldanlage bieten. Von Geldanlagen im Schmuckbereich spricht man, wenn der Kaufpreis im fünfstelligen Bereich liegt.

Luxusuhren

Die Marken Rolex, Cartier oder Breilting, sind sicherlich vielen Menschen ein Begriff, die sich im Bereich von Luxus und Lifestyle bewegen. Diese Namen stehen für höchste Qualität und Präzession im Bereich der Uhren. Für viele Menschen ist dies lediglich ein Statussymbol am Handgelenk. Für einen cleveren Anleger hingegen kann dies langfristig eine renditenstarke Kapitalanlage sein. Jedes Jahr steigen Listenpreis und Marktwert der Uhren, wobei der Marktwert ein Vielfaches des Listenpreises sein kann. Diese Differenz ist der begrenzten Auflage und der Begehrlichkeit eines Sammlerobjektes geschuldet. Markenuhren werden immer mit einer Seriennummer ausgeliefert und sind jeweils ein Unikat.

Zusätzliche Sicherheit liefert hier das Echtheitszertifikat, welches getrennt von der Uhr aufbewahrt werden sollte und im Falle eines Weiterverkaufs die Echtheit aber auch die Besitzverhältnisse beweisen kann. Bei der Anschaffung von Luxusuhren als Wertanlage müssen allerdings auch die Kosten für die sichere Unterbringung derselben berücksichtigt werden. Es empfiehlt sich natürlich eine Versicherung, die im Falle eines Diebstahles den finanziellen Verlust ausgleicht.

Viele Versicherungen fordern je nach Versicherungswert die Lagerung der Uhren in einem Tresor mit einer bestimmten Sicherheitsstufe. Der Investor muss also die Ausgaben für die Wertsicherung schon am Anfang berücksichtigen. Hinzu kommen Kosten für automatische Uhrenbeweger und regelmäßige Revisionen durch den Hersteller. Der Wertzuwachs bei Luxusuhren entwickelt sich über lange Zeiträume. Für kurzfristige Spekulationen sind sie sicherlich nicht die richtige Anlage.

Spirituosen als Geldanlage

Unter allen Spirituosen gilt Whiskey unter den Experten als flüssiges Gold. Besonders beliebt im Whiskey-Segment ist der schottischen Single Malt Whisky. Manche Sorten erlebten beachtliche Wertsteigerungen. Die teuerste Flasche Whiskey brachte im Jahr 2014 auf einer Auktion über eine halbe Million Dollar. Was für das hochprozentige Getränk als Geldanlage spricht, ist das begrenzte Angebot an den alten und seltenen Jahrgängen. Auch eine Nachahmung der Produkte ist praktisch ausgeschlossen. Diese Rarität führt dazu, dass dem goldenenDestillat eine steile Wertentwicklung prognostiziert werden kann. Wer keine eigenen Flaschen im Keller lagern möchte, kann Anteile an einem Whiskey-Investmentfonds erwerben. Hier gibt es mittlerweile mehrere Anbieter von New York bis Tokio. Einer dieser Fonds mit Sitz in Hongkong hat mit dem Einsatz von 9 Millionen Dollar in 14.000 Flaschen investiert. Die Preisentwicklung von Whiskey wird durch den Rare Whiskey Index abgebildet. Der Apex 1000 zeigt zum Beispiel die eintausend gefragtesten Abfüllungen an Single Malt Scotch. Der Chartverlauf der Index-Werte zeigt, dass in den letzten 20 Jahre die erfassten Whiskeys Wertsteigerungen von mehr als 500 Prozent erfahren haben.

Deutsche Lehrende und Studierende in Österreich

Unser Nachbarland Österreich bietet 22 staatliche und 16 private Universitäten, die eine höhere akademische Ausbildung bieten. Geradezu magnetisch scheinen sie auf Lehrende und Studierende aus Deutschland zu wirken.

Der Deutschen-Anteil an Österreichs Hochschulen

Immer mehr Lehrkräfte und Studierende aus dem Land der Piefke zieht es nach Österreich. Die Alpenrepublik lockt mit einer malerischen Landschaft, einer hohen Lebensqualität und natürlich dem fehlenden Numerus clausus. Im Jahr 2019 studierten beispielsweise mehr als 30.000 Deutsche an österreichischen Universitäten. Damit machen sie rund ein Drittel aller ausländischen Studierenden aus. Das ist eine beachtliche Zahl, die wahrscheinlich vor allem mit der hohen Einwohnerzahl Deutschlands und der fehlenden Sprachbarriere zu begründen ist.

Doch nicht nur Studierende versuchen ihr Glück in Österreich. Auch die Lehrstühle werden immer häufiger von Deutschen besetzt. Bereits im Jahr 2017 waren 28 % der Professoren an den österreichischen Universitäten Deutsche. Das wird im Land selbst nicht nur positiv aufgenommen. Manche befürchten gar eine Germanisierung der österreichischen Lehre.

NC-Flüchtlinge sorgen für Deutschenschwemme

Der gefürchtete Numerus clausus ist mehr als ein reines Schreckgespenst. Er kann dazu führen, dass das Traumstudium in Deutschland nicht angetreten werden kann oder dass junge Menschen jahrelang auf einen Platz warten müssen. Wer das nicht hinnehmen möchte, weicht gerne nach Österreich aus. Dort gibt es nämlich keinen Numerus clausus. Das Abitur, ähnlich zum österreichischen Matura, genügt meist als Qualifikation für den gewünschten Studiengang.

Hochschulen und Privatuniversitäten setzen hingegen häufig eigene Aufnahmeverfahren ein, die mitunter sehr streng sein können. Wer sich gut vorbereitet und sich wirklich für das Fach interessiert, hat also gute Chancen, den Studienplatz auch zu bekommen, muss sich dafür aber gegen jede Menge Mitbewerber durchsetzen. In Deutschland bliebe vielen Bewerbern diese Chance einfach aufgrund ihres Abitur-Schnitts komplett verwehrt.

Die Zahl der deutschen Studierenden in Österreich ist in den vergangenen Jahren so groß geworden, dass schon von einer „Deutschenschwemme“ die Rede ist. Früher wurde dieser Begriff benutzt, um deutsche Urlauber in Österreich zu beschreiben. Die Bedeutungsänderung ist bezeichnend für die Situation an den österreichischen Unis, die nicht immer wohlwollend betrachtet wird.

Wer in Deutschland keinen Studienplatz bekommt, muss übrigens nicht direkt ins Ausland ausweichen. Tatsächlich gibt es Alternativen. Eine Möglichkeit ist beispielsweise eine Studienplatzklage. Denn tatsächlich gibt es viele Universitäten und Hochschulen, die durchaus in der Lage wären, mehr Studierende aufzunehmen, es aber aus verschiedenen Gründen nicht tun und sich auf den Numerus clausus beziehen. Dieser ist aber nur dann verfassungskonform, wenn die Universitäten aufgrund voll ausgeschöpfter Kapazitäten einfach keine andere Wahl mehr haben, als die Teilnehmerzahl für den Studiengang zu beschränken. Es kann sich also durchaus lohnen, rechtliche Schritte einzuleiten.

Lehrende mit deutschem Migrationshintergrund

Professoren, Dozenten und wissenschaftliche Mitarbeiter aus Deutschland machen einen erstaunlich großen Teil der Lehrenden in Österreich aus. In manchen Städten sind die Quoten besonders hoch. Dort machen die Deutschen bis zu 45 % des Lehrkörpers aus. Die Anzahl der Lehrenden aus allen anderen EU-Ländern gemeinsam ist deutlich geringer.

Das hat Spuren hinterlassen und führt bei vielen österreichischen Professoren zur Frustration. Denn durch diese geballte Zahl an zugewanderten Lehrkräften verändert sich auch die Lehre selbst. Deutsche sind eben keine Österreicher und haben meist wenig Erfahrung mit regionalen und lokalen Gebräuchen und Gepflogenheiten, die auch Teil der akademischen Lehre sein können. Das trifft vor allem auf die geisteswissenschaftlichen Fächer zu.

Hinzu kommt, dass sich viele deutsche Lehrende nicht ausreichend integrieren und so dazu beitragen, dass der deutsche Einfluss zu einer vorherrschenden Strömung an österreichischen Universitäten wird. Es wird sogar schon von einer Germanisierung der Hochschulen im Alpenland gesprochen. Diese scheint auch Kunst und Kultur immer mehr zu ergreifen. Denn Opern, Museen und andere kulturelle Einrichtungen werden ebenfalls häufig in deutsche Hände gegeben.

 

Leben ohne Müll: Wege aus der Wegwerfgesellschaft

Weltweit werden aktuell jährlich rund zwei Milliarden Tonnen Abfall produziert. Laut einer Studie der Weltbank soll diese Menge in den nächsten Jahren noch einmal deutlich zunehmen. Im Bericht „What a Waste 2.0“ wird davon ausgegangen, dass die Müllmenge bis zum Jahr 2050 noch einmal um etwa 70 Prozent zunehmen wird, wenn keine einschneidenden Maßnahmen gegen die Müllproduktion getroffen werden. Die entscheidende Frage dabei lautet: Wie können diese Maßnahmen aussehen? Die Möglichkeiten dazu sind vielfältig und grundsätzlich für jeden einzelnen auch recht einfach in die Praxis umzusetzen.

Auf Qualität setzen und damit die Lebensdauer von Produkten erhöhen

Der weltweite Müllberg geht uns alle etwas an. Das liegt zum einen daran, dass laut der Studie der Weltbank zum Thema Müll mehr als ein Drittel der Länder aus den sogenannten hochentwickelten Ländern kommt. Diese zeichnen sich also deutlich überproportional für das Problem verantwortlich und sind deshalb auch gefordert, es in den Griff zu bekommen.

Zum anderen sind auch die Auswirkungen auf den gesamten Planeten immens. Das zeigt sich beispielsweise an den riesigen Mengen Müll, die täglich in den Ozeanen landen. Sie stammen größtenteils aus kommunalen Abwässern, der Auswaschung von Mülldeponien sowie illegaler Entsorgung in der Landwirtschaft. Der Müllstrudel „Great Pacific Garbage Patch“ im Nordpazifik ist mittlerweile so groß wie Mitteleuropa.

Als Lösung für dieses Problem wird von zahlreichen Experten und unterschiedlichen Vereinen, die sich mit dem Thema Müllvermeidung beschäftigen wie beispielsweise Zero Waste empfohlen, auf Qualität zu setzen. Doch was bedeutet das in der Praxis? Im Grunde genommen funktioniert das ganz einfach: Bevor eine Neuanschaffung getätigt wird, sollte sich jeder die einfache Frage stellen, ob er das Produkt wirklich benötigt. Das würde schon einmal eine große Menge an unnötigen Impulskäufen verhindern.

Ist der Kauf erforderlich, sollte in weiterer Folge nicht sofort nach dem billigsten Produkt Ausschau gehalten werden, sondern nach jenem, bei dem das Verhältnis von möglicher Nutzungsdauer und Anschaffungspreis am besten ist.

Gerade bei Spielzeug ist es beispielsweise ratsam, auf Materialen wie Holz statt auf Kunststoff zu setzen. Denn die sind nicht nur umweltfreundlicher und gesundheitsschonender für das Kind, sondern halten in der Regel auch viel länger und können bei Bedarf auch repariert werden. Damit sind wir auch schon beim nächsten Punkt angelangt.

Wertvolle Dinge reparieren lassen und nicht gleich wegschmeißen.

Die Digitalisierung hat der Menschheit mit Sicherheit viele Vorteile gebracht. Gefühlt ist der Planet dadurch wesentlich kleiner geworden, weil es durch das World Wide Web sehr einfach ist, sich über Produkte auf der ganzen Welt zu informieren und mit Menschen in Kontakt zu treten.

Der Technologie-Schub hat jedoch auch dazu geführt, dass viele Produkte nur eine sehr begrenzte Lebensdauer haben. Die Hersteller statten beispielsweise ihre Smartphones von einer Produktgeneration zur nächsten mit immer neuen Features aus, auf die so mancher „Early Adopter“ nicht verzichten möchte. Bei genauerer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass vieles davon gar nicht benötigt wird.

Haushaltsgeräte sind in den Elektromärkten so billig geworden, dass sich eine Reparatur kaum lohnt. Doch langsam ist eine Trendumkehr zu bemerken, die jedoch noch nicht bei der großen Masse angekommen ist. Die moderne Technologie kann auch dazu beitragen, dass die Lebensdauer von wertvollen Geräten wieder langlebiger wird. Das zeigt sich beispielsweise beim 3D-Druck, mit dem es auf einfache Art und Weise möglich ist, Ersatzteile für die eigene Waschmaschine oder die Spülmaschine selbst zu drucken. Das erspart lange und unnötige Transportwege über die halbe Welt und entlastet die Umwelt.

Zudem ist es heutzutage wesentlich einfacher, zu erfahren, wie sich Dinge reparieren lassen. Denn auf YouTube und anderen Videoplattformen gibt es zu so gut wie jedem Produkt ein entsprechendes Online-Tutorial, wie sich dieses reparieren lässt.

Für alle, die dennoch nicht selbst Hand anlegen möchten, gibt es mittlerweile in jeder größeren Stadt mehrere Reparaturwerkstätten und ehrenamtlich geführte Repair-Cafés. In weltweit über 2.000 dieser Einrichtungen sorgen fast 36.000 Ehrenamtliche dafür, dass monatlich durchschnittlich mehr als 43.000 Gegenstände wieder repariert werden. Der Verein unterstützt jeden Interessierten, der selbst ein Repair-Café eröffnen möchte, mit einem digitalen Startpaket.

Nachhaltiges Wohnen wird immer mehr zum Trend

Wenn junge Menschen das erste Mal daran denken, dass elterliche Nest zu verlassen und sich selbst eine passende Bleibe zu suchen, führt einer der ersten Wege zumeist direkt zu einem der bekannten Möbel-Diskonter. Kein Wunder, denn der Anschaffungspreis der Diskont-Möbel liegt zumeist weit unter jenem von Qualitätsmöbeln.

Doch die aus billigen Spanplatten hergestellten Kästchen sind nicht nur umwelttechnisch äußerst bedenklich, sie haben darüber hinaus auch eine recht kurze Lebensdauer und belasten so die Umwelt gleich doppelt.

Die deutlich ökologischere Wahl stellen nachhaltige Designermöbel dar, die nicht nur mit hochwertiger Verarbeitung, sondern auch mit einer langen Lebensdauer überzeugen. Gerechnet auf die Nutzungsdauer amortisieren sich die etwas höheren Anschaffungspreise der Qualitätsmöbel recht schnell. Denn während die Diskonter-Möbel bereits nach wenigen Jahren entsorgt werden müssen, überdauern hochwertige Möbel oftmals sogar mehrere Generationen.

In Deutschland landen jährlich über sieben Millionen Tonnen Möbeln auf dem Müll. Die durchschnittliche Gebrauchsdauer von Möbelstücken liegt aktuell bei rund neun Jahren. Einige Hersteller machen sich jedoch schon seit längerer Zeit Gedanken darüber, wie sie dieser Verschwendung entgegenwirken können.

Das Motto lautet: „Cradle to Cradle“ – also „Von der Wiege in die Wiege“. Dabei geht es darum, die komplette Kreislaufwirtschaft der Möbelherstellung in Frage zu stellen. Das beginnt bei der Auswahl entsprechend natürlicher Materialien und endet bei der Frage, wie die Möbel recycelt werden können. Wer dem Trend folgen möchte, sollte dabei vor allem auf internationale Gütesiegel wie das „FSC Siegel“, „Blauer Engel“ oder „Öko-Control“ achten.

Verpackungen beim täglichen Bedarf vermeiden

Allein in Hessen sind im Jahr 2019 mehr als 400.000 Tonnen an Verpackungsmüll angefallen. Das hat einige findige und gleichzeitig umweltbewusste Unternehmer auf den Plan gerufen, einen sogenannten „Unverpackt-Laden“ eröffnen. Dabei handelt es sich um Einzelhandelsgeschäfte, die sich von den anderen Shops vor allem dadurch unterscheiden, dass das gesamte Sortiment frei von Verpackungen und Gebinden ist.

Der Fokus liegt dabei auf dem Angebot von unverpackten Lebensmitteln und Produkten. Die ersten entsprechenden Läden eröffneten bereits im Jahr 2010. Mittlerweile gibt es deutschlandweit schon fast 400 davon und mehr als 250 weitere sind bereits in Planung.

Gebraucht kaufen, ausleihen und gemeinsam nutzen

Viele Dinge werden gekauft, obwohl von Beginn an klar ist, dass sie voraussichtlich nur einmal oder zumindest nur sehr selten Verwendung finden werden. Dazu gehören zahlreiche Maschinen aus dem Baumarkt wie beispielsweise ein Fliesenschneider oder ein Teppichbodenentferner.

Statt diese Geräte zu kaufen, ist es wesentlich umweltfreundlicher und abfallschonender, diese auszuleihen. Zahlreiche Händler bieten mittlerweile einen entsprechenden Leihservice an. In vielen Fällen haben sich Siedlungen und Vereine zusammengeschlossen, um sich solche Maschinen für die gemeinsame Nutzung zu besorgen. Dort können sie dann kostengünstig oder manchmal sogar gratis für ein paar Tage ausgeliehen werden.

Wer dennoch lieber besitzt als leiht, sollte eventuell darüber nachdenken, ob es sich dabei immer gleich um Neuware handeln muss. Gebrauchte Geräte erfüllen oftmals den Zweck mindestens genauso gut und sind darüber hinaus zumeist noch erheblich billiger.

Werden sie nach der Nutzung nicht mehr benötigt, können sie auf zahlreichen Online-Plattformen auch selbst wieder in den Wirtschaftskreislauf gebracht werden.

Die Summe der einzelnen Teile

Zusammengefasst: Es gibt nicht die eine große Maßnahme, die unser Müllproblem von heute auf morgen lösen wird. Es ist die Summe der einzelnen Teile, die mittel- bis langfristig dazu führen muss, dass in den nächsten Jahrzehnten deutlich weniger Müll anfällt als noch heute.

Denn das sind wir nicht nur uns selbst, sondern vor allem den nächsten Generationen von Menschen schuldig, die ebenso ein Anrecht auf einen sauberen Planeten haben, wie wir.

Deshalb ist es wichtig, nicht das globale Problem zu kritisieren, sondern vor der eigenen Haustüre zu kehren und die Lösung bei sich selbst zu suchen. Jeder kleine Schritt ist dabei zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.

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