Die Anfänge
Den ersten Laufschuh entwickelte 1920 der fränkische Erfinder Adolf Dassler. Er hatte von seinem Vater eine Filzpantoffeln-Fabrik geerbt und entschied sich dazu, die Produktpalette um sportliche Funktionsschuhe zu erweitern. Das Resultat war ein aus Leinen genähter Trainingsschuh für Läufer. Dass sich die Brüder Adolf „Adi“ Dassler und Rudolph Dassler schlussendlich zerstritten und eigene Wege gingen prägt bis heute die Markenlandschaft bei Sportschuhen und -Kleidung: Aus dem Familienkrach gingen die unabhängigen Unternehmen Adidas und Puma hervor.
Erste olympische Erfolge
Ins Licht der Weltöffentlichkeit rückten Laufschuhe erstmals 1964, als der japanische Schuhfabrikant Kihachiro Onitsuka einen Marathon-Läufer fand, der seinen Laufschuh im Wettkampf erprobte. Abebe Bikila aus Äthiopien lief normalerweise barfuß, aber konnte mit Onitsukas neuem Sportschuh das Rennen gewinnen. Doch auch dieser Laufschuh bot dem Fuß nach heutigen Maßstäben nicht viel mehr als eine Schutzhülle.
Mehr Dämpfung und Führung
Erst Phil Knight, der Gründer von Nike, entwarf eine Schuh-Konstruktion, die das Laufen ergonomischer gestalten sollte. Der Hintergrund: Nachdem das Joggen populär geworden war, entwickelten immer mehr Läufer körperliche Beschwerden. Kein Wunder, wo doch das 2,5-fache des Körpergewichts bei jedem Laufschritt auf die Gelenke einwirkt. Die Lösung: Knight erfand ein Luftkammersystem zur Dämpfung des Aufpralls. Damit löste er einen Wettstreit um die besten Materialien und Systeme aus, die bis heute unter den Laufschuhherstellern andauert.
Wachsende Vielfalt und Zusatznutzen
Allein die Dämpfung ist beim Laufschuh nicht alles. Denn wenn seine Sohle mit zu viel Polyurethan, Luft oder Gel gepuffert, wird sie im Ganzen sehr dick und begünstigt, dass die Füße beim Laufen nach innen „wegknicken“. Für einen guten Laufschuh braucht es also zusätzlich zur Dämpfung auch ein Stützen des Fußes in der korrekten Position. Moderne Laufschuhe können daher gleichsam dämpfen, stützen und die Laufbewegung führen. Da beim Barfußlaufen die Muskulatur den Fuß in seiner Laufposition hält und seine Abrollbewegung kontrolliert, versuchen einige aktuelle Modelle mit weniger Material auszukommen und die natürliche Physiologie des Laufens lediglich zu unterstützen. Leichte Laufschuhe liegen dabei voll im Trend.
Für jeden Läufer und jede Strecke der richtige Schuh
Anders als in vergangenen Zeiten gibt es heutzutage zahlreiche Laufschuh-Varianten, die eigens auf Streckentyp, Lauftempo und individuelle Bedürfnisse abgestimmt sind. Zum Beispiel diese:
- Dämpfungsschuhe bieten übergewichtigen und untrainierten Läufern vor allem im Fersenbereich eine gute Dämpfung.
- Bewegungskontrollschuhe haben durch die Materialverstärkung an bestimmten Stellen eine eingebaute „Steuerung“, die dem Einknicken der Füße nach Innen vorbeugen.
- Lightweight-Schuhe wiegen mit 250 bis 300g mindestens 30 Prozent weniger als normale Laufschuhe, was die Temposteigerung bei kurzen Läufen unterstützt. Noch weniger bringen nur noch Wettkampfschuhe mit 150 bis 200g auf die Waage.
- Barfußschuhe haben keine dämpfenden und bewegungssteuernden Elemente. Sie ermöglichen geübten Läufern ohne Fußfehlstellungen, ihr natürliches Abrollverhalten auf weichem Untergrund zu trainieren.
Was sollten Läufer heute bei der Schuhwahl beachten?
Wer einen neuen Laufschuh sucht, sollte in erster Linie beachten, welche Parameter der eigene Körper vorgibt und welche Laufstrecken man anvisiert.
Neutraler Fuß, Pronation oder Supination?
Mithilfe eines Experten und eines Laufbandes sollte jeder Laufschuh-Käufer zuerst einmal bestimmen, was der eigene Fuß beim Laufen macht. Hält er sich durch Gelenkstellung und Muskelkontrolle in einer natürlichen Abrollbewegung, kann der Läufer zum Neutralschuh greifen, der den Fuß nicht führt, sondern nur den Aufprall dämpft. Knickt der Fuß beim Laufen nach innen (Überpronation), weil das Fußgewölbe zu flach ist und die Muskelkontrolle fehlt, braucht es einen Schuh mit Pronationskontrolle. Er ist an den Innenseiten besonders verstärkt. Läufer, die aufgrund ihres hohen Fußgewölbes keine Innenbewegung zeigen oder sogar nach außen knicken, sollten einen Schuh mit Supinationskontrolle wählen, der an der Außenseite durch Materialverstärkung ergänzt ist.
Fazit: Moderne Laufschuhe schonen den Körper
Der moderne Laufschuh macht es möglich: Heutzutage können Fehlstellungen und ein harter Aufprall zu großen Teilen ausgeglichen werden. Damit wird moderates Laufen auch für ungeübte Anfänger zum gesunden Freizeitsport.