Welche Länder besonders günstig sind
Die Untersuchung zeigt, dass in Großbritannien LTE mit Flatrate bereits für ein Drittel des Preises zu haben ist. In Österreich müssen Verbraucher immerhin noch die Hälfte der Kosten wie in Deutschland für ihre LTE Flatrate stemmen. Eine Kerbe, in die auch andere Untersuchungen schlagen. Laut einer Rewheel-Studie in 28 EU Ländern liegt Deutschland auf dem 21. Platz – also deutlich im letzten Drittel.
Hinzu kommt ein weiteres Problem: Deutschland hinkt beim Netzausbau immer noch hinterher. Selbst in Polen ist die Netzabdeckung inzwischen deutlich besser ausgebaut.
Darum sind Daten-Flatrates in Deutschland so teuer
Seitens der Mobilfunkwirtschaft wird immer wieder darauf verwiesen, dass die hohen Kosten in Deutschland unter anderem durch hohe Investitionen beim Netzausbau entstehen. Und durch die Tatsache, dass die Versteigerung der Frequenzen Milliarden Euro verschlungen hat. Auf den ersten Blick schlüssig, sehen Experten diese Argumente kritisch. Hintergrund: Auch in anderen Ländern ist der Netzausbau betrieben worden. Außerdem ist Deutschland mit seiner Frequenz-Versteigerung kein Einzelfall.
Vielmehr sieht ein Teil der Kommunikationswissenschaftler die in Deutschland für Netzbetreiber komfortable Konkurrenzsituation als ursächlich an. Aktuell teilen sich drei Betreiber die Mobilfunknetze auf, die auch ähnliche Marktanteile aufweisen:
- Vodafone: 35,7%
- O2 Telefonica: 32,2%
- Telekom: 32,1%
Wie sieht es in Deutschland aus?
Deutschland ist im EU Vergleich ein Hoch-Preisland bei den Mobilfunkkosten. Für 2017 hatte Rewheel bereits den Preis je GByte ermittelt. Deutschland kam damals auf durchschnittlich auf 5 EUR, weit hinter Ländern aus Skandinavien, wo ein GByte mitunter weniger als 0,50 EUR zum Untersuchungszeitpunkt gekostet hat. Angesichts der Entwicklung des Mobilfunkmarktes seit 2017 ist davon auszugehen, dass sich an der grundsätzlichen Situation bisher wenig geändert hat. Die Bundesrepublik bleibt ein teures Pflaster, wenn es um die Gebühren fürs mobile Surfen geht.
Was macht einen guten Handyvertrag aus?
Entscheidend sind die persönlichen Ansprüche. Wer kaum mobil surft, greift zu einem Tarif mit besonders günstigen Telefonie-Konditionen. Liegt der Fokus auf dem mobilen Surfen und Abrufen von speicherintensiven Inhalten, muss die Prämisse ganz klar auf das verfügbare Download-Volumen gerichtet sein. Wichtiger Aspekt ist in diesem Zusammenhang die Drosselung. Es machen nicht mehr alle Anbieter automatisch eine Vollbremsung. Glücklicherweise lassen sich Tarife heute sehr gut auf die eigenen Bedürfnisse zu schneiden, so dass Nutzer nicht zu viel bezahlen. Dazu gehören:
- Benötigtes Datenvolumen
- Gewünschte Laufzeit und Kündigungsmöglichkeiten
- Gewünschte Telefonie-Optionen
Netzabdeckung spielt eine wichtige Rolle
Außerdem muss natürlich auch die Netzabdeckung eine Rolle spielen. Was nutzt ein LTE Vertrag, wenn zwei Drittel der Zeit nur im Schneckentempo gesurft werden kann.
Tipp: In den letzten Jahren hat sich auch bei den Vertragslaufzeiten etwas getan. War es lange nur möglich, zwischen Prepaid und 2-Jahres-Verträgen zu wählen, ist die Gestaltung der Vertragskonditionen in den letzten Jahren sehr viel flexibler geworden.
Fazit: Deutsche Handytarife bleiben teuer
In Deutschland zum Handy greifen und unterwegs surfen – inzwischen selbstverständlich. Was vielen Verbrauchern nicht auffällt: Im EU Vergleich sind die Preise für die Mobilfunk-Verträge relativ hoch. Aufs GByte umgerechnet bezahlen Haushalte hierzulande ein Vielfaches dessen, was in Finnland oder Frankreich von Verbrauchern verlangt wird. Einige der Argumente seitens der Mobilfunkbranche wirken vorgeschoben. Da sich die Zahl von Netzbetreibern an einer Hand abzählen lässt, fehlt es einfach an Konkurrenz. Einzige Option: Verbraucher wechseln zu den Discountern, die Tarife oft günstiger anbieten. Im Gegenzug wird hier an Servicestellen und anderen Nebenleistungen gespart. Außerdem muss von Anfang an klar sein, welche Ansprüche an den Tarif gestellt werden.
Quelle: T-Online