Energie, Finanzen & Co: Das ändert sich 2020 für Verbraucher
Die Strompreise werden 2020 voraussichtlich erneut steigen. Die EEG-Umlage, mit de die Energiewende finanziert wird, wird um knapp fünf Prozent angehoben, auch die Netzentgelte sollen steigen. Beide Posten zusammen machen etwa die Hälfte des Strompreises aus. Genau lässt sich noch nicht beziffern, wie hoch die Mehrkosten pro Kilowattstunde ausfallen werden. Immerhin: Das ist ein guter Anlass, um Strom zu sparen oder zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln.
Eine gute Nachricht gibt es für allem Empfänger von ALG II („Hartz IV“) sowie der Grundsicherung im Alter. Erwachsene erhalten ab Januar acht Euro mehr pro Monat, insgesamt also 432 Euro. Der Satz für Kinder und Jugendliche erhöht sich um sechs Euro auf 328 bzw. 389 Euro.
Ebenfalls ab dem 1. Januar 2020 wird das Wohngeld erhöht. Laut Bundesregierung sollen davon 660.000 Haushalte profitieren. Zahlreiche Haushalte, die bislang keinen Anspruch hatten können nun Wohngeld beantragen. Wie hoch der Anspruch ist, hängt vom Einkommen, der Höhe der Miete und weiteren Faktoren ab. Als Faustregel gilt: Jeder, der weniger als 1200 Euro im Monat verdient, sollte unbedingt prüfen, ob er Anspruch auf Wohngeld hat. Anträge gibt es bei den Kommunen.
Um umweltfreundliche Mobilität zu fördern gibt es einige Neuerungen für Arbeitnehmer. So muss ein Elektro-Dienstwagen, der auch privat genutzt wird, neue noch zur Hälfte als geldwerter Vorteil versteuert werden, ein Dienstfahrrad soll bis 2030 sogar komplett steuerfrei sein. Es lohnt sich also durchaus, die Luft weniger zu verpesten als bisher.
Zum 1. Januar 2020 steigt der gesetzliche Mindestlohn um 16 Cent auf dann 9,35 Euro brutto pro Arbeitsstunde. Wer Vollzeit arbeitet erhält also monatlich 25,60 Euro zusätzlich – aufs Jahr gerechnet sind das 307,20 Euro. Nicht viel – aber besser als nichts.
Ab 2020 haben endlich auch Auszubildende Anspruch auf einen gesetzlichen Mindestlohn. Dieser wird im ersten Schritt 550 Euro betragen und soll bis 2023 auf 620 Euro angehoben werden.
Zum 1. Juli 2020 wird es für alle rund 21 Millionen Rentner in Deutschland eine spürbare Rentenerhöhung geben. Die genaue Höhe steht noch nicht fest, wird aber voraussichtlich bei ungefähr drei Prozent liegen.
Zum 1. Januar 2020 tritt die dritte Stufe des Bundesteilhabegesetzes in Kraft, mit dem Menschen mit Behinderung bessergestellt werden sollen. Ab 2020 wird der Vermögensfreibetrag auf 55.000 Euro erhöht, außerdem darf das Einkommen von Ehepartnern nicht mehr herangezogen werden.