Kredit aufnehmen: Chance oder Risiko?

Laut Schufa werden jährlich rund 7,5 Millionen Ratenkredite in Deutschland aufgenommen. Die gute Nachricht: Fast 98 Prozent davon werden korrekt bedient. Zugleich geht die Zahl der Privatinsolvenzen zurück. Lohnt sich also die Kreditaufnahme?

In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Gesamtsumme der von Privathaushalten aufgenommenen Kredite fast verdoppelt. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Allein 17 Millionen Ratenkredite liefen laut Schufa im Jahr 2015. Von 19 Millionen in dem Jahr neu beantragten Krediten wurden 7,4 Millionen auch bewilligt. Und der allergrößte Teil (97,6 Prozent) wird ordnungsgemäß und pünktlich zurückgezahlt.

Das sind Zahlen, die ein positives Bild zeichnen. Die deutschen Bürger sind konsumfreudig und können es sich offenbar leisten. Zugleich ist die Anzahl der Privatinsolvenzen seit mehreren Jahren rückläufig – wenn auch nur leicht. Wie aus dem jährlichen Schuldenbarometer der Wirtschaftsauskunftei Bürgel ersichtlich ist, meldeten 2016 zwar noch immer knapp 100.000 Menschen Privatinsolvenz an. 2010 waren es aber 140.000, also 40 Prozent mehr als heute.

Konsumkredite spielen geringe Rolle bei Überschuldung

Der deutliche Rückgang lässt sich unter anderem mit der stabilen Lage am Arbeitsmarkt erklären. Die Beschäftigung ist auf einem Höchststand. Zudem meldete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) unlängst einen Rekord: Derzeit gibt es über eine Million offene Stellen. Entgegen anderweitiger Befürchtungen handelt es sich dabei keineswegs um Dumpinglohn-Angebote. Gerade mal 15 Prozent entfallen auf den Zeit- und Leiharbeitssektor. 77 Prozent der Neueinstellungen entfallen auf sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse.

Allerdings, so heißt es bei Bürgel, wachsen die Insolvenzen bei Älteren. „Auch wenn die Gründe für eine Verschuldung unterschiedlich und individuell sind, ist Arbeitslosigkeit der häufigste Grund für eine Verbraucherinsolvenz. Die Formel ist daher einfach. Wenn die Beschäftigtenzahlen steigen, sinken die Zahlen der Privatinsolvenzen“, kommentiert Bürgel-Geschäftsführer Klaus-Jürgen Baum. Arbeitslosigkeit und Altersarmut sind also häufige Gründe für Überschuldung. Konsumkredite scheinen eine geringere Rolle zu spielen als angenommen.

Kreditsummen steigen, viele Anfragen werden nicht bewilligt

Laut Kredit-Kompass der Schufa erhöht sich allerdings die durchschnittliche Summe aufgenommener Konsumkredite beständig. „Im Durchschnitt erreichte“ die Kredithöhe „einen Wert von 9552 Euro, gegenüber 2014 entspricht das einem Zuwachs von 8,6 Prozent“, heißt es dort. Vor allem bei jungen Konsumenten zwischen 20 und 29 Jahren mache sich das bemerkbar. Das verlängere auch die Laufzeiten. Trotzdem sieht auch die Schufa die Überschuldungsgefahr als rückläufig an und folgert: „Insgesamt belegt der SCHUFA Kredit-Kompass, dass die Bundesbürger ihre finanziellen Möglichkeiten im Blick haben und verantwortungsvoll mit Geld und Krediten umgehen.“

Aber auch etwas anderes zeigen die Daten: Dass aktuell mehr als doppelt so viele Kredite beantragt wie bewilligt werden. Die Mehrheit jener Personen mit Kreditwunsch werden von potentiellen Kreditgebern also als nicht oder unzureichend kreditwürdig eingestuft. Für Verbraucher ist es daher wichtig, schon im Vorfeld einschätzen zu können, ob sie einen Kredit überhaupt brauchen und wie ihre Chancen stehen, ihn auch zu bekommen. Denn die Angebotsvielfalt und die unterschiedlichen Arten von Krediten können verwirrend sein.

Nicht zu viele Kreditanfragen stellen

Generell sollte man vermeiden, zu viele Kreditanfragen an unterschiedliche Kreditinstitute zu stellen. Denn in der Regel löst bereits jeden noch so unverbindliche Anfrage eine Schufa-Kontrolle aus. Und je mehr Anfragen anfallen, desto negativer wirkt sich das auf den Score aus. Im schlimmsten Fall wird man dann allein deshalb als wenig kreditwürdig angesehen, weil man zu oft gefragt hat.

Auch wenn es auf den ersten Blick unlogisch klingt: Einen Kredit sollte man nur dann ins Auge fassen, wenn man den Betrag ohne größere Probleme auch allein aufbringen könnte. Konsumkredite sind oft dazu da, um größere Ausgaben über einen längeren Zeitraum zu strecken. Für Menschen mit geregeltem Einkommen ist das normalerweise kein Problem. Schwierig ist es aber, wenn man mehrere Konsumkredite oder Ratenverträge hat und den Überblick verliert – oder wenn sich die finanzielle Situation ändert.

Eigene Bonität realistisch einschätzen

Auf der sicheren Seite ist jeder, der einen realistischen Überblick über seine Finanzen hat. Dann kann man dieselbe Rechnung anstellen, die auch jeder Kreditgeber vornimmt. Dafür zieht man vom monatlichen Einkommen die Fixkosten und großzügig geschätzte laufende Ausgaben für den Lebensunterhalt ab. Der Betrag, der übrig bleibt, kann für eine Kredit-Tilgung zur Verfügung stehen. Ist dieser eher niedrig, kann man sich dazu verleiten lassen, die monatlichen Raten zu senken. Das verlängert aber die Laufzeit und verteuert den Kredit. Man zahlt also unterm Strich auch bei guten Konditionen mehr als man müsste. In dem Fall ist es ratsam, auf einen Kredit zu verzichten und den Konsumwunsch nach hinten zu stellen. Vielleicht hat man stattdessen die Möglichkeit, das Geld selbst anzusparen.

Eine andere Option ist es, bei einer teuren Anschaffung nur einen Teilbetrag via Kredit zu finanzieren und einen anderen Teil direkt zu bezahlen. Fehlt hierfür das Geld, ist von einem Kredit eher abzuraten. Aber auch wer gesicherte Finanzen und eine stabile berufliche Situation hat, sollte es sich nicht nehmen lassen, vorab in Ruhe Angebote und Konditionen zu vergleichen. Zwar werden Kredite inzwischen langsam wieder teurer – es gibt aber nach wie vor sehr günstige Finanzierungsoptionen zu niedrigen Zinssätzen.

Ein Tipp zum Schluss: Wer unsicher ist, wie es um die eigene Bonität steht, kann bei Schufa und Co mit einer Selbstauskunft mehr erfahren. Diese ist auch deshalb sinnvoll, weil man mögliche falsche Daten, die den Score verfälschen, entdecken und gegebenenfalls korrigieren kann.

Das intelligente Haus: Welche Smart-Home-Systeme gibt es?

Wer gerade beginnt, sich für Smart-Home-Systeme zu interessieren, wird womöglich überrascht sein, wie viele verschiedene Möglichkeiten es bereits gibt. Da fällt es durchaus schon schwer, den Überblick zu wahren und zu erkennen, welche Lösungen sinnvoll sind. Das intelligente Wohnen hat als Bestandteil des Internet of Things in vielen Behausungen bereits Einzug gehalten.

Dabei kommen die Anbieter aus vielen Branchen und verbinden sich in intelligenten Systemen bestenfalls zu homogenen Lösungen, die den Nutzern das Leben einfacher machen oder Kosten einsparen. Am Markt agieren dabei genauso etablierte Hersteller, deren Smart-Home-Systeme die Energieeffizienz steigern, als auch neue Start-ups, die mit innovativen Ideen versuchen, neue Kunden für sich zu gewinnen.

Smart-Home-Geräte im Zusammenschluss

Ein Smart-Home-Gerät macht aber noch kein Smart-Home-System. Das bedeutet, Smart-Home-Systeme bestehen aus mehreren Smart-Home-Geräten. Ihr könnt natürlich auch einfach nur ein einzelnes oder mehrere intelligente Geräte nutzen, doch erst der Zusammenschluss dieser Geräte macht Euer Zuhause zu einem richtigen Smart-Home.

Mit einem Smart-Home-System hat man die Möglichkeit, sich eine zentrale Steuerungseinheit zu schaffen, die zahlreiche Elemente miteinander verbindet. Auch das Einbetten neuer Elemente in das System ist möglich, so dass Ihr Euer Haus nach und nach immer „smarter“ machen könnt.

Unterschiedliche Anbieter und Systeme setzen dabei auf verschiedene Technologien. Es gibt Smart-Home-Systeme mit reinen Funkverbindungen, die die einfachste Lösung darstellen. Systeme, die über Stromleitungen oder Infrarot kommunizieren sind ebenfalls erhältlich, haben aber Nachteile bei der Installation und der Nachrüstung.

Zu den Herstellern von Smart-Home-Lösungen gehört eine ganze Bandbreite von Anbietern, da viele Bereiche im Smart Home aufeinandertreffen. So gehören Energieversorger genauso wie Hersteller von Haushaltsgeräten oder auch spezielle Hersteller von Jalousien und Rollläden zu den Anbietern von Smart-Home-Lösungen.

Möglichkeiten der Smart-Home-Technologie

Mit den Smart-Home-Systemen habt Ihr die Möglichkeit, intelligente Haushaltsgeräte miteinander zu verbinden und über eine zentrale Steuerungseinheit, z.B. über ein Smartphone, zu kontrollieren. So lassen sich mit einem Gerät beispielsweise folgende Aktionen durchführen:

• Heizkörper regulieren,
• Jalousien steuern,
• Türschlösser öffnen und schließen,
• Licht an- und ausschalten,
• Elektrische Geräte steuern etc.

Dabei lassen sich die Aktionen von überall ausführen – eine entsprechende Internetverbindung vorausgesetzt. Die unterschiedlichen Geräte wie Waschmaschine, Kühlschrank oder Lichtanlagen stammen häufig von verschieden Herstellern, müssen aber zuverlässig miteinander und dem Steuerungselement kommunizieren, so dass hierfür spezielle Bus-Systeme nötig sind.

Was ist ein Bus-System?

Das Bus-System schließt die Drahtleitungen einzelner Komponenten von Energiequellen zusammen und ist dabei für die Übertragung der Daten zwischen den Teilsystemen und den Eingabegeräten verantwortlich. Bus-Systeme werden nicht nur in Computern, sondern auch in Fahrzeugen und natürlich in Smartphones sowie anderen mobilen Telefonen verwendet.

In der Smart-Home-Technologie sorgen die Bus-Systeme entsprechend für die nötige Vernetzung der unterschiedlichen smarten Geräte. Für die Steuerung im Smart-Home stehen verschiedene Bus-Systeme zur Verfügung. Eine Auswahl:

• KNX-Standard
• Loxone
• LCN-Bus
• Modbus
• LON
• DALI
• DMX

Eines der wichtigsten und verbreitetsten Systeme ist der KNX-Standard, der bereits in den neunziger Jahren entwickelt wurde. Der Vorteil dieses Standards ist die Unabhängigkeit von den Herstellern. Bereits mehr als 370 Unternehmen haben sich dem KNX-Standard angeschlossen. Dadurch lassen sich verschiedenste Elemente des Smart-Homes miteinander verbinden. Es ist dabei irrelevant, ob es sich um Heizungen, Jalousien oder Lichtquellen handelt.

Verschiedene Komponenten, wie beispielsweise Bewegungsmelder und Lichtquellen, lassen sich so verbinden oder es werden die Daten des Bewegungsmelders an den Heizkörper weitergegeben. Dieser schaltet sich dann ein, wenn sich jemand im Raum befindet. Beim KNX-Standard handelt es sich jedoch um ein kabelgebundenes System, so dass es vor allem für Neubauten interessant ist.

In Altbauten hingegen ist eine Installation nicht ohne großen finanziellen und zeitlichen Aufwand realisierbar. Hier bietet sich jedoch der Funkstandard KNX RF an. Dieser nutzt wie mehrere andere Smart-Home-Funksysteme ebenfalls die Mittelwellenfrequenz von 868,3 MHz. Ein weiterer Pluspunkt des KNX RF ist die Möglichkeit der Kopplung an ein bestehendes Bus-System. Nachrüstungen mit weiteren Smart-Home-Geräten sind damit kein Problem. Sollt Ihr also auf jeden Fall auf ein Bus-System für Euer Smart-Home setzen?

Vorteile von Bus-Systemen

Das kommt natürlich auf die eigenen Präferenzen an, aber ein Bus-System vereinfacht und automatisiert die Vorgänge im Smart Home, so dass sich die Installation auf lange Sicht durchaus lohnt. Kurzfristig betrachtet ist die Installation eines Bus-Systems mit höheren Kosten verbunden. Auf lange Sicht entstehen aber auch Einsparungen, beispielsweise durch eine intelligente Licht- und Heizungssteuerung. Die Vernetzung der unterschiedlichen Geräte gelingt nur durch ein Bus-System. Es ist daher kein richtiges Smart-Home-System ohne Bus-System möglich.

Darüber hinaus werden viele Prozesse automatisiert, so dass vor allem in puncto Bequemlichkeit Vorteile entstehen. Jalousien reagieren automatisch auf die Signale von Lichtsensoren, fahren demnach also herunter, wenn Sonnenstrahlen den Sensor erreichen. Die Heizung geht von alleine aus, wenn die gewünschte Temperatur erreicht ist. Oder die Heizung kann von unterwegs eingeschaltet werden, wenn man es bei der Ankunft warm haben möchte. Damit erleichtert das Zuhause den Alltag.

Darüber hinaus ist ein Bus-System auch für die Sicherheit ein Pluspunkt. Zu den wichtigsten Punkten beim Einbruchschutz gehört die Simulation der Anwesenheit. Haben Einbrecher das Gefühl, jemand ist zu Hause, suchen sie sich in der Regel ein anderes Ziel. Mit einem Bus-System habt ihr die Möglichkeit, verschiedene Elemente der Elektronik im Haus von unterwegs, also auch aus dem Urlaub, zu steuern. Lichtquellen an- und auszuschalten sowie Jalousien hoch- und runterzufahren ist damit kein Problem. Hinzu kommt, dass Ihr etwaige Überwachungskameras steuern und das Bildmaterial beispielsweise über das Smartphone einsehen könnt.

Infografik zu Smart-Home-Systemen
Der seichte Einstieg ins intelligente Zuhause

Wenn Euer Interesse an einem Smart Home geweckt ist, könnt Ihr bereits für ein paar hundert Euro den Einstieg in das Zuhause der Zukunft beginnen. Mehrere Anbieter haben dafür Einstiegspakete im Angebot, die keine aufwändigen Verkabelungen durch das Eigenheim benötigen. Auch in der Funktionalität und der Steuerung sind diese Pakete für Einsteiger nicht überfrachtet.

Dadurch ist es unkompliziert möglich, beispielsweise die Heizung und elektrische Geräte intelligent zu steuern. Dafür kommunizieren Steckdosen, Thermostate, Bewegungs- und Rauchmelder über eine zentrale Steuerungseinheit miteinander. Für Einsteiger ist dies empfehlenswert, können sie somit doch die Vorzüge des Smart Home testen und werden nicht in Unkosten gestürzt. Darüber hinaus kann man mit solch einfachen Lösungen bereits energieeffizient wohnen und die Anschaffungskosten amortisieren sich womöglich in relativ kurzer Zeit.

Weiterführende Systeme für mehr Komfort

Das Smart Home hat Euch in den Bann gezogen und Ihr wollt einen größeren Nutzen erfahren? Smart-Home-Systeme können für deutlich mehr Komfort sorgen, wenn nicht nur Licht und Heizung durch die neuen Technologien gesteuert werden. Die Steuerung der Rollläden und Jalousien gehört genauso zu einem fortschrittlichen Smart Home wie die Kontrolle des Stromverbrauchs. Dank „Smart Metering“ ist dies möglich und ermöglicht weiteres Einsparpotential, da die größten Stromfresser dadurch identifiziert werden und Ihr mit Maßnahmen reagieren könnt.

Hinzu kommt, dass Ihr eventuell von niedrigeren Strompreisen profitieren könnt, wenn beispielsweise der Stromversorger günstige Tarife in der Nacht anbietet. Dank des Smart-Home-Systems kann die Waschmaschine dann automatisch eingeschaltet werden. Die Kosten für derlei Ausrüstung gehen aber schon in Richtung 1.000 Euro. Das kann aber durch das erweiterte Einsparpotential aufgefangen werden.

Die komplette Vernetzung für Profis

Kosten in Höhe von mehreren tausend Euro müsst Ihr einplanen, wenn Ihr Euer Haus komplett per Smartphone oder Tablet steuern wollt. Hierin ist dann auch beispielsweise ein Türöffner mit Fingerabdruckscanner enthalten. Über das Tablet können nicht nur das Licht, sondern auch die Musikanlage oder der Fernseher gesteuert werden. Der Luftentfeuchter springt an, wenn die Sensoren eine zu hohe Luftfeuchtigkeit melden.

Wenn Ihr den Raum verlasst, geht das Licht automatisch aus und auf eurem Smartphone habt Ihr die Bilder der Überwachungskamera im Blick, so dass Ihr beruhigt einschlafen könnt. Auch morgens kann das vernetzte Eigenheim einen Vorteil darstellen: Wer schlecht aus dem Bett kommt, dem reicht nicht nur der Wecker. Ein Glück hat die Kaffeemaschine bereits ihr Werk verrichtet und der Start in den Tag kann beginnen.

Aufgrund der intelligenten Heizungssteuerung ist es im Bad auch warm genug, so dass man nicht auch noch verschlafen frieren muss. Und in der Zukunft seid Ihr gerüstet für weitere Updates und neue Funktionen. Das Smart Home wird noch deutlich mehr Neuerungen und Bequemlichkeiten mit sich bringen.

Komplette Smart-Home-Systeme verschiedener Hersteller

Zu den Rund-um-smart-Paketen gehört die Lösung der Firma e-Q3 namens Homematic. Mit zahlreichen Sensoren lässt sich die gesamte Haustechnik überwachen und über das Smartphone oder Tablet steuern. So werden nicht nur die Lichtstärke und die Temperatur, sondern auch die Windgeschwindigkeit sowie die Luftfeuchtigkeit gemessen. Versehentlich offen gelassene Fenster gehören dann der Vergangenheit an. Die Kommunikation läuft indes über den eigens entwickelten Funkstandard BidCos ab, so dass die Vernetzung mit anderen Herstellern zum Problem wird.

Ebenfalls eine Komplettlösung, die dabei auch noch relativ kostengünstig ist, wird von Innogy angeboten. Das Innogy Smart Home, was in der Vergangenheit noch unter RWE Smart Home lief, beinhaltet eine zentrale Steuerungseinheit, die direkt an den Router des Hauses angeschlossen wird. Über das CosIP-Funkprotokoll wird die Verbindung zum Netzwerk hergestellt. Nach der Verbindung zum Webportal von Innogy Smart Home ist die Einstellung der verschiedenen Smart-Home-Geräte möglich.

Die Smart-Home-Thermostate sind dabei gleichzeitig Sensoren für die Luftfeuchtigkeit und sorgen damit für ein ausgeglichenes Klima, welches sich über die App steuern lässt. Universell verwendbare Zwischenstecker ermöglichen die Steuerung verschiedenster Geräte über das Smartphone. Für die Sicherheit ist ebenfalls gesorgt: Der Rauchmelder schickt bei Gefahr eine E-Mail, Fenstersensoren informieren über geöffnete Fenster.

Hinzu kommt die Funktion „virtueller Bewohner“, die es im Webportal gibt. Aktiviert Ihr diese Funktion, werden die Geräte und Lichtquellen automatisch und zufällig ein- sowie wieder ausgeschaltet. Mehrere Hersteller haben übrigens zum Innogy Smart Home kompatible Produkte im Programm, so dass auch eine Erweiterung mit Fremdherstellern teilweise möglich ist.

Wenn Ihr bei der Installation der Smart-Home-Lösung nicht auf das Geld achten müsst, können die Systeme der deutschen Hersteller Gira und Busch-Jaeger interessant für Euch sein. Diese Hersteller bieten große Smart-Home-Lösungen an, die versuchen die Wünsche in puncto Sicherheit, Komfort und Energieeffizienz in allen Belangen zu erfüllen.

Die Systeme dieser Hersteller basieren grundsätzlich auf dem kabelgebundenen KNX-Standard und sind daher in der Regel für Neubauten geeignet, da sich hier das Verlegen der nötigen Leitungen realisieren lässt. Neben den Kosten für das System an sich kommen die Kosten für einen Fachmann hinzu, der den zentralen Server programmieren muss. Somit gehören die Systeme dieser Anbieter schon eher zur Luxusklasse.

Smart-Home-Systeme mit zahlreichen Funktionen

Jedoch habt Ihr bei diesen Anbietern die Möglichkeit, über die App auf dem Smartphone oder Tablet mehr Sicherheits- und Kontrollfunktionen zu nutzen als bei einem günstigeren Anbieter. So lassen sich nicht nur durch wenige Handgriffe in der App Rollläden öffnen und schließen oder die Temperatur regeln, sondern auch weitere Funktionen nutzen.

So ist es beispielsweise möglich, das Haus dank der Vernetzung mit einer eigenen Wetterstation automatisch vor Witterungsbedingungen zu schützen. Ist Regen angesagt, schließen sich die Fenster automatisch. Steht hingegen ein sonniger Tag bevor, werden die Fenster geöffnet, um eine angenehme Raumtemperatur zu gewährleisten. Zusätzlich gibt es auch CO2-Sensoren, die den Kohlendioxidgehalt in der Raumluft überwachen. Wird ein bestimmter Wert überschritten, wird automatisch gelüftet.

Mann steuert mit Tablet sein smartes Zuhause im Kontrollsystem
Rund um das Thema Sicherheit gibt es auch zahlreiche Funktionen zu entdecken und zu nutzen. Regeln für bestimmte Personen in Form von Zugangsberechtigungen lassen sich ebenso konfigurieren wie unterschiedliche Aktionen beim Fingerabdruckscanner. So kann man mit dem Daumen beispielsweise nur die Tür öffnen, legt man hingegen den Zeigefinger auf den Scanner, schaltet sich zusätzlich auch noch das Licht ein oder die Heizung.

Smart-Home-Systeme bieten also beinah unerschöpflich viele Möglichkeiten, das eigene, intelligente Zuhause nach seinen Wünschen zu konfigurieren und zu gestalten. Der Leistungsumfang steigt in der Regel, wenn Ihr bereit seid, mehr Geld auszugeben. Da sich aber mittlerweile viele Anbieter auf dem Markt tummeln, gibt es auch schon für wenig Geld sinnvolle Lösungen, die vor allem für Bequemlichkeit und eine höhere Energieeffizienz sorgen.

Welche Systeme Ihr nutzen wollt, hängt also von eurem Geldbeutel und eurer Affinität zu smarten Geräten ab. Sinnvoll ist es aber, auf Systeme zu setzen, die das Einbinden fremder Geräte zulassen, damit Ihr kostengünstig nachrüsten könnt.

Parfümerie Akzente gegen Coty: Zahmer Streit um Verkaufswege

Warum streiten Parfumdreams und Coty?

Den Grundstein für die Auseinandersetzung legte der US-amerikanische Konzern Coty. Die eigentlich normale Praxis, Produkte über sogenannte Drittplattformen zu verkaufen, wollte das Unternehmen nicht akzeptieren und entschied sich kurzerhand für den Versuch eines Verbots. Hiervon betroffen: Unternehmer Kai Renchen mit der Parfümerie Akzente GmbH, unter anderem Betreiber des Onlineshops parfumdreams.de. Dass Coty ihm die Nutzung von Plattformen wie Amazon für den Vertrieb von Produkten untersagt, sieht er nicht ein.

Auch die Gründe für das Verbot scheinen auf den ersten Blick fadenscheinig. So will Coty verhindern, dass eine Präsentation von Waren bei Verkaufsplattformen dem luxuriösen Image seiner hochwertigen Parfums schadet. Da Amazon und Co. jedoch längst in der Welt des E-Commerce etabliert sind und nicht als minderwertig wahrgenommen werden, zweifelt manche Experte an dieser Begründung. So wird auch gemunkelt, dass vor allem der straffe Preiswettbewerb und ein damit verbundenes Sinken von Produktpreisen Coty antreibt. Kurz: Wer seinen Geschäftspartnern den Vertrieb über Drittanbieter untersagt, verhindert den Anschluss an den Konkurrenzdruck und will eigene Margen schützen.

Coty selbst jedoch steckt sicherlich nicht in finanzieller Not. Der milliardenschwere Konzern konnte laut wuv.de erst zahlreiche Marken von Procter&Gamble übernehmen und seinen Handlungsspielraum hierdurch deutlich vergrößern. Seit der Übernahme gehören dem 1904 in Paris gegründeten Unternehmen auch Marken wie

  • Dolce & Gabbana,
  • Gucci
  • und Hugo Boss.

Sie ergänzen das ohnehin ansehnliche Portfolio, das weitere bekannte Namen wie Davidoff oder auch Joop und Calvin Klein zu bieten hat. Auch Parfumdreams muss mit einem Umsatz von rund 72 Millionen in 2016 nicht um seine Existenz fürchten. Statt um finanzielle Interessen scheint es bei diesem Streit also vor allem um eines zu gehen: Das Prinzip. Coty will Kontrolle und Kai Renchen sich nicht kontrollieren lassen.

So versuchte Coty, sein Verbot bereits 2013 vor dem Frankfurter Landesgericht per Klage durchzusetzen. Am 31. Juli 2014 dann folgte mit dem Urteil der Richter die Abweisung der Klage und Parfumdreams bekam Recht. Statt den Streit schon an diesem Punkt beizulegen, legte Coty kurz darauf Berufung vor dem Oberlandesgericht Frankfurt ein. Die Richter vor Ort wollten nicht alleine entscheiden und wandten sich an den Europäischen Gerichtshof. Hier soll die Auslegung von EU-Normen für mehr Klarheit sorgen, bevor eine finale Entscheidung getroffen werden kann.

Das Ergebnis kann die gesamte Branche beeinflussen

Was zunächst wie ein gewöhnlicher Streit zwischen zwei Parteien wirkt, ist bei genauerer Betrachtung ein Präzedenzfall mit ungeahnter Wirkungskraft. Während Parfumdreams laut eines Interviews im Manager-Magazin selbst weniger als zehn Prozent seines Umsatzes bei Amazon erwirtschaftet, hängt die Existenz so manch anderen Unternehmens vom Vertrieb bei Drittplattformen ab. Um die grundsätzlichen Fragen, die dieser Streit auf den Plan hat treten lassen, aus der Welt zu schaffen, investiert Parfumdreams viel Geld. Die Motivation ist hier nicht nur das Vertreten eigener Interessen, sondern die der gesamten Branche und der Verbraucher.

Drittplattformen spielen eine wichtige Rolle im Onlineshopping.
Drittplattformen spielen eine wichtige Rolle im Onlineshopping.

Ob Coty den Streit gewinnen wird, ist bis heute fraglich. In seinem Schlussplädoyer hat der Europäische Generalanwalt nun erstmals eine vage Richtung angegeben.

„Wahl ist der Auffassung, dass die Klausel eines Plattformverbots nicht von vorneherein unter das Kartellverbot fällt, „wenn sie erstens durch die Natur der Ware bedingt ist, zweitens einheitlich festgelegt und unterschiedslos angewandt wird und drittens nicht über das Erforderliche hinausgeht.““ (Quelle: http://etailment.de/news/stories/coty-plattform-verbot-20729)

Dies könnte für den Sieg Cotys sprechen, dürfte jedoch keinesfalls zu pauschalen Verboten führen. Es bleibt also spannend.

Doch was passiert mit dem Markt, wenn Coty gewinnt?

In diesem Fall müssten Einzelhandelsunternehmen im Onlinegeschäft mit schwerwiegenden Folgen rechnen. Es wäre denkbar, dass sich weitere Unternehmen Coty zum Vorbild nehmen und ebenfalls klagen. Hiermit verbunden könnte dann nicht nur ein Verbot des Verkaufs auf Drittplattformen sein, sondern auch rückwirkende Schadensersatzforderungen.

Nicht unproblematisch wäre die Lage jedoch auch im Falle des Parfumdreams-Sieges. Dies nämlich könnte andere Händler dazu veranlassen, gegen bisherige Verbote zu klagen und ebenfalls Schadensersatzforderungen an Produzenten zu richten.

In jedem Fall also wird die Branche nach dem finalen Urteil mit Veränderungen rechnen müssen. Wer hier langfristig betrachtet Nachteile in Kauf nehmen muss, bleibt jedoch abzuwarten.

Noch ist kein Ende in Sicht

Hat der Europäische Gerichtshof seine finale Entscheidung gefällt, wird diese an das Frankfurt Oberlandesgericht weitergeleitet. Der Grund hierfür: Nur das Frankfurt Gericht kann ein rechtskräftiges Urteil aussprechen. Kai Renchen rechnet jedoch nicht damit, dass nach dem späteren Urteil in Frankfurt ein Ende der Auseinandersetzung erreicht ist.

Bis zum endgültigen Urteil dürften noch Jahre ins Land gehen
Bis zum endgültigen Urteil dürften noch Jahre ins Land gehen

Er vermutet eine Verlagerung zum Bundesgerichtshof und somit die Verlängerung der Angelegenheit um mehrere Jahre. Der Online-Handel wird also weiterhin mit Spannung gen Frankfurt blicken und der Dinge, die da kommen, harren müssen. Coty und Parfumdreams jedoch bleiben entspannt: Sie streiten auch weiterhin nicht auf persönlicher Ebene, sondern bleiben einander als wertvolle Geschäftspartner respektvoll verbunden.

Knietief im teuren Dispo? Sparen durch Umschuldung

Ungeplante Ausgaben können jederzeit vor der Tür stehen: Die Waschmaschine geht kaputt oder das Auto muss in die Reparatur. Dabei kommen schnell Summen zusammen, die das monatliche Budget sprengen – da kommt der Dispokredit des Girokontos wie gerufen. Aber wer dauerhaft im Dispo steckt, sollte über eine Umschuldung in einen Ratenkredit nachdenken.

Ratenkredit – bis zu 220 Euro sparen

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Stiftung Warentest haben 2015 12 Prozent der Deutschen ihren Dispo genutzt. Dabei sind die Dispozinsen der Banken sehr hoch – im Durchschnitt bei 9,91 Prozent, so die Stiftung Warentest. Die Zinsen bei der Überziehung des Kreditrahmens liegen sogar im zweistelligen Bereich. Günstige Ratenkredite gibt es dagegen schon für einen effektiven Festzins von 2,69 Prozent – selbst für Kunden mit durchschnittlicher Bonität. Bei diesen Unterschieden schont eine Umschuldung den Geldbeutel.

Ein Bankkunde, der den Dispokredit dauerhaft mit 3.000 Euro ausschöpft, spart durch eine Umschuldung innerhalb von 2 Jahren bis zu 220 Euro. Dabei macht die Hausbank oft nicht das beste Angebot und es lohnt sich ein Kreditvergleich.

Modellrechnung: Tilgung von 3.000 Euro Schulden in 2 Jahren

DispokreditRatenkredit

Eff. Zinssatz pro Jahr 9,91 % 2,69 %
Ratenhöhe 137,72 € 128,41 €
Laufzeit 24 Monate 24 Monate
Gezahlte Zinsen 305,40 € 81,92 €

Quelle: Verivox (Stand: 10. Mai 2017)

Eine Faustregel: Die Umschuldung in einen Ratenkredit lohnt sich vor allem für Verbraucher, die dauerhaft im Minus sind. Der Grund ist einfach: Bei einem Ratenkredit zahlt der Kunde immer Zinsen, beim Dispokredit nur für die Zeit, in der das Konto im Minus ist.

Den Kredit sehr hoch zu wählen und einen großen Puffer einzubauen, ist genau so wenig sinnvoll. Denn wenn nach dem Umschulden ein hohes Guthaben auf dem Girokonto steht, erhält der Verbraucher dafür normalerweise keine Zinsen. Er zahlt aber zugleich für diesen Betrag Kreditzinsen.

Welche Alternativen gibt es zum Dispokredit?

Liegen irgendwo noch Ersparnisse? Bankkunden sollten lieber damit Schulden tilgen und auf die Kreditaufnahme verzichten. Denn für einen Kredit werden sie immer mehr an Zinsen los, als sie mit einer sicheren Geldanlage verdienen können.

Verbraucher können beispielsweise zum Ausgleich ihre Ersparnisse auf dem Tagesgeldkonto nutzen. Das gilt aber nur für Sparer, die dauerhaft im Dispo stecken. Ansonsten sollten sie Sparanlagen nicht leichtfertig auflösen.

Oder lieber ein Rahmenkredit?

Sind keine Ersparnisse vorhanden, kann auch ein so genannter Rahmenkredit eine Lösung sein. Vergleichbar ist der Rahmenkredit mit einem Disporahmen, nur dass dieser Kredit nicht an das Girokonto gekoppelt ist, sondern der Kunde ihn meist bei einer anderen Bank beantragt. Der Grund ist unter anderem, dass aktuell nur wenige Banken diese Kreditform anbieten.

Ein Rahmen- oder auch Abrufkredit ist ein flexibles Darlehen, das preiswerter ist als der Dispokredit, aber meist höhere Zinsen als ein Ratenkredit hat.

Muss das Auto in die Reparatur, nimmt der Kunde Geld vom Rahmenkredit und rutscht ins Minus. Hat der Chef dann das Urlaubsgeld überwiesen, kann der Verbraucher den Betrag zur Bank überweisen. Je nach Haushaltslage kann der Bankkunde seinen Kreditrahmen ausschöpfen oder zurückzahlen. Zinsen fallen nur für den aktuellen Kreditbetrag an. Im Gegensatz zum Ratenkredit kann sich der Zinssatz ändern. Eine feste Laufzeit gibt es nicht. Die meisten Banken verlangen aber eine niedrige Rückzahlungsrate von etwa 1-2 Prozent des Kreditrahmens.

Eine kleine Ehrenrettung des Dispokredits

Trotz der hohen Zinsen hat ein Dispokredit auch Vorteile, denn er lässt sich unkompliziert in Anspruch nehmen. Wer nur in Ausnahmefällen darauf zugreift und das Geld rasch zurückzahlt, den drücken die Zinsen nicht.

Nach dem Umschulden in einen Ratenkredit ist jedoch Vorsicht angebracht. Plötzlich ist wieder mehr Luft beim Dispokredit. Bankkunden sollten sich aber nicht verführen lassen, erneut tief in den Dispo zu rutschen. Das könnte der Beginn einer Schuldenspirale sein.

Der Schuldenspirale entkommen

Privatpersonen in Deutschland stehen nach Angaben der Bundesbank derzeit mit rund 34 Milliarden Euro im Dispokredit.

Was tun, was besser lassen?

Dos Don’ts
Kredit so schnell wie möglich tilgen, ohne dabei das Konto zu überziehen Keine weiteren Kredite in der Tilgungsphase beantragen
Ausgaben und Einnahmen vor der Kreditaufnahme miteinander abgleichen Dispo ganz streichen. Dieser ist hilfreich bei finanziellen Notfällen (Mahngebühren, Rücklastschriften)
Haushaltsbuch nutzen, um einen genauen Überblick über die eigenen Finanzen zu erhalten
Dispo nach der Umschuldung zurückhaltender nutzen, Disporahmen senken

Niedrigzinsen: Lohnt sich Bausparen noch?

In kaum einem Land ist die Eigenheimquote so niedrig wie in Deutschland. Dabei ist Kaufen auf lange Sicht günstiger als Mieten – das ergab eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Aber langsam wird das Bausparen trotz Niedrigzinsen wieder teurer.

Niedrigzinsen: Lohnt sich Bausparen noch?

In kaum einem Land ist die Eigenheimquote so niedrig wie in Deutschland. Dabei ist Kaufen auf lange Sicht günstiger als Mieten – das ergab eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Aber langsam wird das Bausparen trotz Niedrigzinsen wieder teurer.

In Deutschland liegt die Wohneigentumsquote bei rund 52 Prozent. Sie zeigt das Verhältnis zwischen gekauften und gemieteten Immobilien an. Damit ist Deutschland Schlusslicht innerhalb der EU, wo die Quote bei knapp 70 Prozent liegt. Dabei ist Wohneigentum eine gute Kapitalanlage – und eine echte Alternative in Zeiten stetig steigender Mietpreise.

Vor allem in westdeutschen Großstädten sind die Mietpreise in den letzten Jahren explodiert. Auch in zuvor noch als günstig geltenden Städten wie Berlin ziehen die Preise an. Köln ist inzwischen fast so teuer wie München, Frankfurt oder Hamburg. Und auch in der unmittelbaren Peripherie haben Mieter mit Gentrifizierung und Mieterhöhungen zu tun. Energetische Sanierungen drehen zusätzlich an der Preisschraube.

IW: Das Eigenheim rechnet sich

All das führt zu der Frage, ob sich Mieten überhaupt noch lohnt, oder ob es nicht spätestens mit dem Berufseintritt für junge Menschen sinnvoller ist, über eine Eigenheimfinanzierung nachzudenken. Eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) ergab, dass Kaufen auf Dauer gerechnet rund 41 Prozent günstiger ist als Mieten. „In den deutschen Metropolen reicht die Vorteilhaftigkeit des Wohneigentums von 34 Prozent in München bis hin zu 47 Prozent in Hamburg. Im Rahmen der regionalisierten Analyse auf Kreisebene wird deutlich, dass die Vorteilhaftigkeit zwischen 13 Prozent und 67 Prozent schwankt“, schreiben die Studienautoren.

Die Unterschiede sind also je nach Region beträchtlich. Aber obwohl auch auf dem Markt für Kauf-Immobilien in Zukunft wieder mit Teuerungen zu rechnen ist, bleibt Mieten die kostspieligere Variante. Das IW bemängelt, dass in Deutschland zu wenig gebaut wird. Es „müssen insgesamt mindestens 310.000 Wohnungen pro Jahr entstehen, bislang sind es aber nur rund 250.000 Wohnungen pro Jahr.“ Angebot und Nachfrage befinden sich in einem Missverhältnis. Besonders problematisch ist das für die unteren Einkommensschichten, die aufgrund des Mangels an sozialem Wohnungsbau aus den Innenstädten verdrängt werden. Also von dort, wo es Jobs gibt.

Ruf des Bausparens hat gelitten

Aber trotz aller Vorteile der eigenen vier Wände besteht für junge Menschen die knifflige Frage nach der passenden Finanzierung des Eigenheims. Denn der Ruf des einst bundesweit beliebten Bausparens ist angeknackst. Erst im März 2017 sorgte ein BGH-Urteil für Aufruhr, das die einseitige Kündigung hoch verzinster Altverträge seitens der Bausparkassen für rechtens erklärte. Die Kassen hatten argumentiert, dass sie durch die anhaltende Niedrigzinspolitik der EZB die hohen Zinsversprechen alter Verträge nicht mehr halten können.

Besonders problematisch sei das bei einer Vielzahl an Verträgen, die von den Kunden weit über die Zuteilungsreife hinaus als Sparverträge genützt würden, was nicht Sinn der Sache sei. Dem gab der BGH in bestimmten Konstellationen Recht. Die Verbraucherzentralen rieten dennoch dazu, die Kündigungen sehr genau zu prüfen. Zu bedenken ist aber, dass diese Kündigungen (2016 rund 260.000 Verträge) insgesamt kaum zwei Prozent aller Verträge betreffen. Das Problem ist also kleiner als es aufgrund der medialen Aufmerksamkeit aussieht.

Im Mai hingegen wurden die Rechte der Bausparer gestärkt. Da untersagte der BGH den Anbietern, Kontogebühren im Rahmen von Bausparverträgen zu erheben. Für die Kunden ist das eine gute Nachricht, haben doch solche Gebühren mitunter einen beträchtlichen Teil der ohnehin mageren Zinsen wieder aufgefressen.

Trotz dieser Entwicklungen sehen gut zwei Drittel der Deutschen die eigene Immobilie als gute Investition an, und da das Bausparen aufgrund der Niedrigzinsen zuletzt wieder attraktiver geworden ist, gab es auch eine stabile Entwicklung bei Neuverträgen. Zudem steigen Branchenkennern zufolge die Finanzierungssummen, was darauf hindeutet, dass die Verbraucher durchaus investitionsfreudig sind.

Möglichst früh mit dem Ansparen beginnen

Aber das Geschäftsmodell der Bausparkassen steht als zu unflexibel in der Kritik. Das mag auf bestimmte Vertragsmodelle auch zutreffen, ebenso wie auf Angebote von 100-Prozent-Finanzierungen ohne das Einbringen von Eigenkapital. Dass solche Offerten kaum seriös sind, dürfte aber für die meisten Interessenten offensichtlich sein. Und während Finanzexperten Fonds und andere Anlagemodelle für sinnvoll halten, ist es nachvollziehbar, dass viele Verbraucher die Unsicherheit scheuen, die damit vor allem dann einhergeht, wenn man sich auf dem Finanzmarkt nur unzureichend auskennt.

Unterm Strich heißt das: Bausparen lohnt sich durchaus noch, sofern man einige Punkte beachtet. Dazu steht an oberster Stelle, mehrere Angebote miteinander zu vergleichen und sich möglichst unabhängig beraten zu lassen. Wer bereits in sehr jungen Jahren beginnt, kann zusätzlich von Förderungen wie der Wohnungsbauprämie profitieren.

Anspruch auf Hitzefrei, auch für Arbeitnehmer?

Angesichts der sommerlich heißen Temperaturen stöhnen viele Angestellte im sauna-artigen Büro. Dabei hat der Gesetzgeber Vorkehrungen getroffen, dass keiner an seiner Arbeitsstätte gefühlt vor Hitze vergehen muss.

In einer Technischen Regel (A3.5) sind nämlich die Anforderungen an Arbeits-, Pausen- und Bereitschaftsräume, die nicht betriebstechnisch raumklimatischen Spezifikationen unterliegen, ausgeführt.

Als Raumtemperatur wird darin die vom Menschen empfundene Temperatur, die unter anderem durch die Lufttemperatur und die Temperatur der umgebenden Flächen (insbesondere Fenster, Wände, Decke, Fußboden) bestimmt wird.

Soll-Maßnahmen bis zu 26 Grad

Je mehr das Thermometer anzeigt, desto größer wird dabei der Druck auf den Arbeitgeber. Am Arbeitsplatz soll die Innentemperatur 26 Grad Celsius nicht übersteigen. Wird es draußen heißer, soll der Chef für zusätzliche Maßnahmen sorgen.

Wie diese auszusehen haben, kann dabei variieren. Möglich sind zum Beispiel Gleitzeit-Regelungen, Bereitstellen von Getränken, lockere Kleidungsvorschriften oder Kühlung durch Nachtlüften.

Auch soll der Arbeitgeber Sorge dafür tragen, dass es nicht zu Überhitzung durch übermäßige Sonneneinstrahlung kommt. Er muss dafür das richtige Gleichgewicht zwischen Lichteinfall und Erwärmung bei Fenstern, Oberlichtern und Glaswänden finden. Gleichzeitig sollte störende direkte Sonneneinstrahlung auf den Arbeitsplatz vermieden werden.

In der Technischen Regel A3.5 werden auch diese Gestaltungsbeispiele für Sonnenschutzsysteme vorgeschlagen:

  • Sonnenschutzvorrichtungen, die das Fenster von außen beschatten (z. B. Jalousien oder hinterlüftete Markisen)
  • im Zwischenraum der Verglasung angeordnete reflektierende Vorrichtungen
  • innenliegende hochreflektierende oder helle Sonnenschutzvorrichtungen
  • Sonnenschutzverglasungen (innerhalb eines Sonnenschutzsystems, Blend­ schutz und Lichtfarbe sind zu beachten)

Und es wird noch heißer…

Steigt die Lufttemperatur im Innenraum über 30 Grad, sind wirksame Maßnahmen kein Soll mehr, sondern ein Muss. Dennoch hat der Arbeitgeber etwas Handlungsspielraum, wie er Abhilfe schafft. Er kann zwischen technischen, organisatorischen oder zu guter Letzt personenbezogenen Maßnahmen, also Hitzefrei, wählen.

Schluss ist dann beim Überschreiten der 35 Grad-Marke. In diesem Fall darf in dem Raum nicht mehr ohne Weiteres gearbeitet werden.

Maßnahmen besprechen

Dabei gilt es allerdings, eine Absprache zu treffen, die für beide Seiten – das heißt, Arbeitnehmer und –geber – eine sinnvolle Lösung schafft. Die Arbeit kann schließlich nicht einfach liegen bleiben.

Sich selbst einfach Hitzefrei zu nehmen und nicht am Arbeitsplatz zu erscheinen, wäre Leistungsverweigerung. Das könnte das Arbeitsverhältnis belasten und bei wiederholtem Fernbleiben zu einer Abmahnung führen.

Dennoch sollte jeder, der sich aufgrund der übermäßigen Erwärmung nicht einsatzbereit fühlt, vom Arbeitgeber verlangen, für Schutzmaßnahmen zu sorgen.

Gesundheitliche Einschränkungen

Auf sich achten sollten ganz besonders Arbeitnehmer mit gesundheitlichen Einschränkungen. Wer unter starken Kreislauf- oder Herzprobleme leidet, sollte extreme Hitze vermeiden. Und sich bei „überhitzten Arbeitsbedingungen“ krankschreiben lassen, falls der Arbeitgeber nicht für Abhilfe sorgt.

Verkehrssicherungspflicht für Hauseigentümer

Schnee räumen, Fassaden sichern, morsche Bäume fällen: Das wichtige Stichwort für Hausbesitzer heißt „Verkehrssicherungspflicht“. BBX erklärt, was es zu beachten gilt, wenn man teuren Klagen entgehen will.

Egal ob selbst bewohntes Einfamilienhaus, Mitglied einer Eigentümergesellschaft oder Eigentümer einer vermieteten Immobilie: Wer hat, der muss. Oder anders ausgedrückt: Es gibt einige Pflichten, um die Immobilienbesitzer nicht herumkommen. Die gute Nachricht lautet: Es ist gar nicht so schwierig, den sperrigen Behördendeutsch-Begriff „Verkehrssicherungspflicht“ zu verstehen und umzusetzen.

Verkehrssicherungspflicht: Stichwort Sicherheit

Denn viele der darunter fallenden Pflichten von Hauseigentümern sind selbsterklärend. Worauf es ankommt, ist die Sicherheit. Und zwar die Sicherheit von Besuchern ebenso wie von all jenen, die dem eigenen Haus nahe kommen oder kommen könnten. So ist der Gehweg unmittelbar vor dem Haus zwar Eigentum der Gemeinde. Dafür sorgen, dass dort niemand ausrutscht und sich die Knochen bricht, muss aber der Hauseigentümer. Sobald es im Winter Eis und Schnee gibt, muss folglich Schaufel und Sand in die Hand genommen werden.

Aber es gibt eine Menge potentieller Gefahrenquellen rund ums Haus, die man im Auge behalten sollte. Wird ein Passant von herabfallenden Dach- oder Fassadenelementen getroffen, kann es teuer werden. Einmal im Jahr und insbesondere nach heftigen Unwettern gilt es, Fassade, Balkone und das Dach in Augenschein zu nehmen und lose Elemente zu entfernen bzw. ausbessern zu lassen. Dasselbe gilt für Bäume. Lose Äste schneidet man ab, und hat der Baum selbst keine ausreichende Standfestigkeit mehr, muss er gefällt werden. Und während man sich in friedlicher Nachbarschaft noch darüber gütlich einigen kann, wie mit dem Baum oder Strauch zu verfahren ist, der in den angrenzenden Garten hineinragt, sieht das auf Straßen und Gehwegen schon wieder anders aus. Den dort können wild wuchernde Pflanzen die Verkehrssicherheit gefährden – wörtlich nehmen darf man das spätestens dann, wenn das Blattwerk den freien Blick auf Verkehrsschilder behindert.

Hauseigentümer haftet im Schadensfall

Wichtig ist: Diese Regeln gelten immer. Wer als Hauseigentümer nicht die Möglichkeit hat, sich selbst um derlei Angelegenheiten zu kümmern, muss sie delegieren und die Umsetzung prüfen. Denn auch wenn ein Serviceunternehmen schlampt muss in der Regel der Eigentümer für Schäden aufkommen, die durch mangelnde Verkehrssicherheit verursacht werden.

Relevant ist allerdings nicht nur der Außen-, sondern auch der Innenbereich. Verletzt sich jemand weil es aufgrund einer ausgefallenen Beleuchtung zu dunkel ist, weil eine Treppe morsch oder ein Fliesenboden rutschig ist, ist immer der Eigentümer in der Pflicht. Er hat dafür Sorge zu tragen, dass derartige Gefahrenquellen nicht entstehen. Anders kann es sein, wenn jemand über ein Kabel stolpert: Es kommt dann auf die Frage an, wem das Kabel gehört, wer es gelegt hat und ob er andere Personen darauf hingewiesen hat.

Die gute Nachricht für Mieter: Zwar können einzelne Aufgaben, zum Beispiel das Schneeräumen, auf die Mieter übertragen werden, allerdings nur in sehr engen Grenzen. Die Verantwortung für die Einhaltung liegt in aller Regel trotzdem weiter beim Eigentümer, der im Schadensfall haftbar ist.

Deutsche arbeiten 4 Tage im Jahr für Handy- und Internetkosten

Während der Durchschnittslohn in Deutschland seit 2007 kontinuierlich anstieg, sind die Kosten für Internet- und Telefonverträge deutlich gesunken.

Telefonieren und im Internet surfen war nie so günstig wie heute. Verbraucher profitieren gleich von zwei langfristigen Entwicklungen. Seit 2007 sind die Nettolöhne in Deutschland laut Statistischem Bundesamt um 23 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sanken die Kosten für Dienstleistungen im Telekommunikationssektor. Laut dem Verbraucherportal Verivox.de musste ein Kunde im Jahr 2007 noch durchschnittlich 732 Euro für seine Internet-, Telefon- und Handyverträge pro Jahr veranschlagen, so fielen 2015 nur noch 567,72 Euro an, also 47,31 Euro im Monat. Um für diese Kosten aufzukommen, müssen Arbeitnehmer heute durchschnittlich 4 Tage arbeiten. 2007 arbeiteten Kunden noch fast 7 Tage nur für Handy-, Telefon und Internetkosten.

Mehr Leistung für gleiche Kosten

Die günstige Preisentwicklung für die Verbraucher zeigt sich auch an einem Kosten- und Nutzenvergleich der DSL-Verträge. Im Jahr 2007 enthielt ein DSL-Tarif zum Monatspreis von 34,95 Euro lediglich 120 Freiminuten zum Telefonieren, gesurft wurde mit einer Geschwindigkeit von 2 Megabit pro Sekunde. Für denselben Preis ist heutzutage eine vollwertige Festnetz- und Internetflatrate mit hohen Surfgeschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit zu haben. Das kommt direkt im Geldbeutel der Kunden an: 2007 ließen sich noch mehr als 15 Prozent der Verbraucher ihre Verträge weit über 50 Euro im Monat kosten. 2015 zahlten nur noch unter 10 Prozent 40 Euro oder mehr für ihren Telefon-, Internet und Handyvertrag.

Wofür reicht der durchschnittliche Stundenlohn?

Verivox hat auch nachgerechnet, was eine Stunde Arbeitszeit für den Mobilfunk- und Internetkunden ganz praktisch wert ist: Bereits mit dem durchschnittlichen Nettostundenlohn von 16,54 Euro lassen sich die monatlichen Kosten für Internet- und Handyverträge abdecken. Für unter 16 Euro findet sich ohne weiteres eine Internet- und Telefonflatrate. Noch günstiger kommen Kunden bei Handytarifen weg: Preiswerte Allnet-Flatrates für das Smartphone mit mehr als 2 GB Datenvolumen sind bereits für unter 10 Euro zu haben.

Hintergrundinformationen

Verbrauchs- und Medienanalyse – VuMA-Berichtsband 2016

Statistisches Bundesamt – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen