Sparen durch Umschuldung

Knietief im teuren Dispo? Sparen durch Umschuldung

Ungeplante Ausgaben können jederzeit vor der Tür stehen: Die Waschmaschine geht kaputt oder das Auto muss in die Reparatur. Dabei kommen schnell Summen zusammen, die das monatliche Budget sprengen – da kommt der Dispokredit des Girokontos wie gerufen. Aber wer dauerhaft im Dispo steckt, sollte über eine Umschuldung in einen Ratenkredit nachdenken.

Ratenkredit – bis zu 220 Euro sparen

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Stiftung Warentest haben 2015 12 Prozent der Deutschen ihren Dispo genutzt. Dabei sind die Dispozinsen der Banken sehr hoch – im Durchschnitt bei 9,91 Prozent, so die Stiftung Warentest. Die Zinsen bei der Überziehung des Kreditrahmens liegen sogar im zweistelligen Bereich. Günstige Ratenkredite gibt es dagegen schon für einen effektiven Festzins von 2,69 Prozent – selbst für Kunden mit durchschnittlicher Bonität. Bei diesen Unterschieden schont eine Umschuldung den Geldbeutel.

Ein Bankkunde, der den Dispokredit dauerhaft mit 3.000 Euro ausschöpft, spart durch eine Umschuldung innerhalb von 2 Jahren bis zu 220 Euro. Dabei macht die Hausbank oft nicht das beste Angebot und es lohnt sich ein Kreditvergleich.

Modellrechnung: Tilgung von 3.000 Euro Schulden in 2 Jahren

DispokreditRatenkredit

Eff. Zinssatz pro Jahr 9,91 % 2,69 %
Ratenhöhe 137,72 € 128,41 €
Laufzeit 24 Monate 24 Monate
Gezahlte Zinsen 305,40 € 81,92 €

Quelle: Verivox (Stand: 10. Mai 2017)

Eine Faustregel: Die Umschuldung in einen Ratenkredit lohnt sich vor allem für Verbraucher, die dauerhaft im Minus sind. Der Grund ist einfach: Bei einem Ratenkredit zahlt der Kunde immer Zinsen, beim Dispokredit nur für die Zeit, in der das Konto im Minus ist.

Den Kredit sehr hoch zu wählen und einen großen Puffer einzubauen, ist genau so wenig sinnvoll. Denn wenn nach dem Umschulden ein hohes Guthaben auf dem Girokonto steht, erhält der Verbraucher dafür normalerweise keine Zinsen. Er zahlt aber zugleich für diesen Betrag Kreditzinsen.

Welche Alternativen gibt es zum Dispokredit?

Liegen irgendwo noch Ersparnisse? Bankkunden sollten lieber damit Schulden tilgen und auf die Kreditaufnahme verzichten. Denn für einen Kredit werden sie immer mehr an Zinsen los, als sie mit einer sicheren Geldanlage verdienen können.

Verbraucher können beispielsweise zum Ausgleich ihre Ersparnisse auf dem Tagesgeldkonto nutzen. Das gilt aber nur für Sparer, die dauerhaft im Dispo stecken. Ansonsten sollten sie Sparanlagen nicht leichtfertig auflösen.

Oder lieber ein Rahmenkredit?

Sind keine Ersparnisse vorhanden, kann auch ein so genannter Rahmenkredit eine Lösung sein. Vergleichbar ist der Rahmenkredit mit einem Disporahmen, nur dass dieser Kredit nicht an das Girokonto gekoppelt ist, sondern der Kunde ihn meist bei einer anderen Bank beantragt. Der Grund ist unter anderem, dass aktuell nur wenige Banken diese Kreditform anbieten.

Ein Rahmen- oder auch Abrufkredit ist ein flexibles Darlehen, das preiswerter ist als der Dispokredit, aber meist höhere Zinsen als ein Ratenkredit hat.

Muss das Auto in die Reparatur, nimmt der Kunde Geld vom Rahmenkredit und rutscht ins Minus. Hat der Chef dann das Urlaubsgeld überwiesen, kann der Verbraucher den Betrag zur Bank überweisen. Je nach Haushaltslage kann der Bankkunde seinen Kreditrahmen ausschöpfen oder zurückzahlen. Zinsen fallen nur für den aktuellen Kreditbetrag an. Im Gegensatz zum Ratenkredit kann sich der Zinssatz ändern. Eine feste Laufzeit gibt es nicht. Die meisten Banken verlangen aber eine niedrige Rückzahlungsrate von etwa 1-2 Prozent des Kreditrahmens.

Eine kleine Ehrenrettung des Dispokredits

Trotz der hohen Zinsen hat ein Dispokredit auch Vorteile, denn er lässt sich unkompliziert in Anspruch nehmen. Wer nur in Ausnahmefällen darauf zugreift und das Geld rasch zurückzahlt, den drücken die Zinsen nicht.

Nach dem Umschulden in einen Ratenkredit ist jedoch Vorsicht angebracht. Plötzlich ist wieder mehr Luft beim Dispokredit. Bankkunden sollten sich aber nicht verführen lassen, erneut tief in den Dispo zu rutschen. Das könnte der Beginn einer Schuldenspirale sein.

Der Schuldenspirale entkommen

Privatpersonen in Deutschland stehen nach Angaben der Bundesbank derzeit mit rund 34 Milliarden Euro im Dispokredit.

Was tun, was besser lassen?

Dos Don’ts
Kredit so schnell wie möglich tilgen, ohne dabei das Konto zu überziehen Keine weiteren Kredite in der Tilgungsphase beantragen
Ausgaben und Einnahmen vor der Kreditaufnahme miteinander abgleichen Dispo ganz streichen. Dieser ist hilfreich bei finanziellen Notfällen (Mahngebühren, Rücklastschriften)
Haushaltsbuch nutzen, um einen genauen Überblick über die eigenen Finanzen zu erhalten
Dispo nach der Umschuldung zurückhaltender nutzen, Disporahmen senken