Wie die private Rentenversicherung die Rente zerstört
… wird von der Politik immer wieder als wichtige Säule der Altersvorsorge beworben. Tatsächlich ist sie aber nicht Teil der Lösung, sondern ein maßgebliches Teil des Problems…
…steht zunehmend auf wackeligen Füßen. Durch den riesigen Niedriglohnsektor zahlen Millionen Menschen nur sehr wenig oder nichts in die gesetzlichen Kassen. Durch die Beitragsbemessungsgrenze werden Gutverdiener stark entlastet – und die Kassen wiederum belastet. Abfedern soll das, so will es die Politik, die private Vorsorge.
Um im Alter gut dazustehen, sollen die Bürger in Produkte der privaten Versicherungsindustrie investieren – was viele Geringverdiener gar nicht können. Und auch für Gutverdiener ist fraglich, ob sich die Investition lohnt. Denn wirklich garantieren können die privaten Versicherer ihre Leistungen Jahrzehnte in der Zukunft nicht. Auch wenn sie anderes behaupten.
… ist neben der Automobilbranche die wohl mächtigste Lobbygruppe mit dem größten Einfluss auf die Politik. Auf diesem Weg kam auch die inzwischen längst gescheiterte Riester-Rente zustande: Ein staatlich gefördertes privates Rentenprodukt, an dem die Versicherer prächtig verdient haben, während die meisten Kunden einsehen mussten, dass sie unterm Strich draufzahlen. Denn…
Viele Riester-Verträge sind so gestaltet, dass man unrealistisch alt werden muss, um nur seine Einzahlungen plus staatliche Förderung wieder rauszukriegen. Das Geld wäre also unterm Kopfkissen besser aufgehoben. Und die Politik hat den privaten Versicherern Milliarden an Fördermitteln in den Rachen geworfen – anstatt das Geld, was sinnvoll gewesen wäre, direkt in die gesetzlichen Kassen fließen zu lassen.
… gab es dabei viele Verlierer, allen voran Staat und Bürger, aber nur einen Gewinner: Die Versicherer, die mit ihrer beständigen Lobbyarbeit erfolgreich waren. Und offenbar sind sie es weiterhin: Inzwischen gibt es sogar Überlegungen, die private Zusatzversicherung zur Pflicht zu machen. Das wäre ein weiteres Milliardengeschäft für die Versicherer mit bestenfalls zweifelhaftem Nutzen für die Versicherten.
… traut sich die Politik allerdings nicht: Eine Pflichtversicherung in der gesetzlichen Kasse für alle Bürger (also auch für Selbständige und Beamte) bei gleichzeitiger Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze sowie der Einführung einer Mindest- und einer Höchstrente. In einigen unserer Nachbarländer funktioniert das und führt zu stabilen Renten deutlich oberhalb des Grundsicherungsniveaus.
… wehrt sich die private Versicherungsindustrie verbissen gegen solche Reformen, nimmt mit millionenschweren Kampagnen und mit Lobbyarbeit Einfluss auf die Entscheidungsträger. Letztlich sind es – kein Wunder! – die Profiteure des aktuellen Systems, die Reformen verhindern. Allein das ist Grund genug, um Verbrauchern von Produkten der privaten Rentenversicherungen abzuraten – denn sonst ändert sich garantiert nichts!