Ein VPN verwischt in gewisser Weise Ländergrenzen – zumindest dann, wenn sich ein Internetuser im Land X befindet und dieselben Rechte haben möchte wie eine Person, die sich im Land Y befindet

Was ist VPN? Die wichtigsten Antworten zum Virtuellen Privaten Netzwerk

VPN ist die Kurzform für Virtuelles Privates Netzwerk und sagt damit vielen Otto-Normalverbrauchern nur reichlich wenig darüber, was sich genau dahinter verbirgt, wer ein VPN benötigt, welche Vorteile es birgt etc. Diese und viele weitere Fragen rund um VPN werden in diesem Beitrag beantwortet.

Abbildung 1: Ein VPN verwischt in gewisser Weise Ländergrenzen – zumindest dann, wenn sich ein Internetuser im Land X befindet und dieselben Rechte haben möchte wie eine Person, die sich im Land Y befindet.

Wie lässt sich die VPN-Technik in wenigen Worten erklären?

Wer VPN auf dem Router installiert, der nutzt damit für alle Endgeräte, die sich über den Router verbinden, eine verschlüsselte Verbindung. Diese verschlüsselte Verbindung stellt ein VPN-Anbieter zur Verfügung. Die Verschlüsselung verbirgt keine Nullnummer, wohl aber eine Nummer, die von der eigenen Identität und vor allem vom eigenen Standort ablenkt. Ein Anbieter mit mehreren Servern, die weltweit verteilt sind, kann das VPN so steuern, dass er Nutzer eine verschlüsselte Verbindung mit dem Ländercode bekommt, in dem er sich ursprünglich aufhält. So gelten dieselben Rechte und Regeln, die zuhause gelten, auch im Ausland. Interessant ist diese Tatsache für passionierte Serien- und Filmjunkies sowie für Zocker, denn gerade das Fernsehprogramm und die Verfügbarkeit von Spielen ist oft regional begrenzt.

Was macht ein VPN und in welchen Fällen hilft es Privatpersonen wirklich?

Ein VPN hat mehrere Einsatzbereiche. Im Fachjargon ist dabei häufig von Use Cases die Rede. Dabei handelt es sich um diese Anwendungsbereiche, in denen VPN Vorteile bietet.

  • Ein VPN schützt die Identität des Users im Internet. Damit sind auch die Daten des Internetnutzers geschützt – vor Tracking, Targeting, Überwachung oder Diebstahl. Unmittelbar spürbar wird das für den Internetnutzer dann, wenn Tracker und Werbung sowie Malware final blockiert werden können. Das bietet nicht nur Sicherheit, sondern verbessert auch den „Wohlfühlfaktor“ im Internet. Zudem kann VPN eine sichere Internetnutzung immer dann ermöglichen, wenn öffentliche WLAN-Netze zum Einsatz kommen oder Online-Banking absolviert wird. Profis im Internet-Business schützen via VPN ihre Kryptowährung; passionierte Zocker sichern sich vor Übergriffen, wie etwa vor Swatting oder Doxing.
  • Privatsphäre. VPN schützt nicht nur Daten zum Spielverhalten oder Daten, die fürs Online-Banking benötigt werden, sondern sorgt auch für Privatsphäre – beispielsweise im Ausland. So kann ein VPN die Lieblingsserie mit ins Hotel oder in die Ferienwohnung im Ausland brauchen und zwar auch dann, wenn diese beispielsweise nicht im Urlaubsland verfügbar wäre. Grund hierfür kann das sogenannte Geoblocking sein die Option, diese Form der Blockade mithilfe von VPN zu umgehen. Doch auch Wissbegierige können mit VPN ihren Wissensdurst uneingeschränkter stillen, denn auch Informationsplattformen und die Internetseiten diverser Verlage und Medien sind nicht überall in der Welt gleichermaßen verfügbar.
  • Privatvergnügen. Auch wenn’s ums reine Privatvergnügen geht, bietet ein VPN Vorteile. Live-Sport-Events können gestreamt werden, ohne dass dabei Werbeblocker und Werbe-Pop-Ups das spannende Match stören würden. Auch andere Inhalte kommen gut geschützt auf den Fernseher. Grundsätzlich ist das Torrenting von Musik, Videos und App ebenso schnell und noch sicherer möglich als ohne VPN. Zudem können Schnäppchenjäger Online-Preisvergleiche nutzen, um dabei wirklich das günstigste Angebote zu finden – und nicht etwas nur das im jeweiligen Land günstigste Produkt.

Ist VPN ein Produkt für ein Gerät oder lassen sich mehrere Geräte schützen?

Mit dem entsprechenden VPN-Produkt lassen sich alle Geräte zusammen verbinden, schützen und nutzen. Dabei ist sowohl der Gerätetyp unerheblich – es funktioniert also sowohl auf dem Smartphone als auch auf dem Laptop, dem Tablet, dem Fernseher oder anderen internetfähigen Geräten – als auch das Betriebssystem. Da einige Webseiten oder Apps die Möglichkeit brauchen, das VPN zu umgehen, um temporär oder partiell den Datenfluss außerhalb des VPNs zu realisieren, gibt es sogenannte Whitelister. Also quasi eine einmalige Freigabe für gewissen Apps und Webseiten, um deren Funktionalität zu gewährleisten. Wird keine Ausnahme für eine Webseite oder eine App per Whiteliste definiert, läuft jede Internetverbindung und jede Internetaktivität über das VPN. Das sogenannte Kill Switch würde sofort die Verbindung kappen, wenn die VPN-Verbindung gestört ist und User oder Daten von Dritten erkannt oder abgerufen werden könnten.

Gibt es technische Unterschiede zwischen VPNs?

Es sind die Details, die die Anbieter voneinander unterscheiden. So gibt es Anbieter, die eine No-Logs-Richtlinie vertreten, die überaus verbraucherfreundlich ist. Für den Internetnutzer bedeutet das: Seine Online-Aktivitäten und -Verbindungen werden weder überwacht noch gespeichert und können dementsprechend auch nicht nachverfolgt werden. Für ein Höchstmaß an Privatsphäre sorgt der sogenannte Tarnmodus, der sogar vor dem eigenen Internetanbieter die Identität des Users zu verschleiern weiß. Mit der MultiHop-Funktion lässt sich der Ansatz von Tarnen und Täuschen noch weiter professionalisieren, denn so ist eine Verbindung über mehrere Ländergrenzen hinweg möglich, die in jedem Fall den digitalen Fußabdruck zu verschleiern weiß. Selbst die eigene IP-Adresse wird so verborgen, so dass die digitale Identität unerkannt bleibt. Entsprechende Sicherheitsprotokolle sorgen für größtmögliche Softwaresicherheit. Das beginnt bei Standardprotokollen wie IKEv2 und endet bei einer in der Branche üblichen Form der Verschlüsselung noch lange nicht.