Vom Hype zum Flop: Weshalb ist das E-Book so erfolglos?
… trat an, das gedruckte Buch abzulösen: Kein Papierverbrauch mehr, keine dicken Wälzer, die man mitschleppen muss und viele weitere Vorteile sollten das digitale Buch unter die Leserinnen und Leser bringen. Doch heute zeigt sich: Es ist ein Nischenprodukt, der Hype ist rasch abgeflaut. Warum?
In Deutschland hat das E-Book einen Marktanteil von gerade mal knapp sechs Prozent am gesamten Buchmarkt. In den USA ist das anders: Dort liegt es stabil bei gut zwanzig Prozent. Liegt das an der Technikskepsis der Deutschen? Oder hat es doch andere Gründe?
… könnte das E-Book durchaus punkten. E-Reader sind klein, leicht und dünn – optimal für unterwegs; außerdem kann man wie im gedruckten Buch Markierungen und Notizen einfügen, kann ohne lästiges Blättern Bücher nach Stichworten durchsuchen und unbekannte Begriffe im Online-Wörterbuch nachschlagen. Doch all das scheint nur wenige LeserInnen zu überzeugen…
Doch es gibt auch Gegenargumente: Untersuchungen haben gezeigt, dass man am Bildschirm weniger konzentriert liest, als mit einem gedruckten Buch, und dass man Inhalten weniger gut behält.
Ebenfalls in der Kritik steht der oft rigide Kopierschutz DRM, der weitgehend verhindert, dass man ein Buch verleihen oder nach dem Lesen weiterverschenken oder gar verkaufen kann – was beim gedruckten Buch problemlos möglich ist.
Ein wesentlicher Knackpunkt auch für den Unterschied zwischen den USA und Deutschland dürfte der Preis sein. Viele US-Verlage und Händler bieten E-Books deutlich günstiger an, als die gedruckte Variante – teils um mehr als zwei Drittel billiger sind E-Books dort. Ein echtes Kaufargument! Und hierzulande?
… sind E-Books in der Regel nur wenige Euro, oft sogar nur wenige Cent günstiger als das gedruckte Buch. Und das für ein Buch, das man nicht weitergeben kann. Das man nicht zurückgeben kann wenn es nicht gefällt.
… wenn man ein gedrucktes Buch für 20 Euro bekommt und das E-Book für 19 Euro – dann macht es doch absolut keinen Sinn, das E-Book zu kaufen. Oder? Zwar gibt es dazu noch keine Untersuchungen, aber der Preis scheint beim E-Book-Flop der entscheidende Faktor zu sein.
Das heißt aber auch: Das E-Book könnte hierzulande durchaus noch eine rosige Zukunft haben – falls die Verlage bereit sind, ihre Preisgestaltung zu überdenken. Viele Kleinverlage und Independent-Publisher haben das übrigens verstanden – und bieten E-Books zu attraktiveren Preisen an.