Smart Wear - intelligente Kleidung

Smart Wear – intelligente Kleidung

Smart Home, Smart Watch – überall wird man mit den neuen Möglichkeiten des Internet of Things (IoT) konfrontiert. Nun bahnt sich auch die sogenannte I-Wear (intelligente Kleidung) den Weg in die Geschäfte. Die eigene Kleidung soll nicht länger nur gut aussehen und im Trend sein. Sie soll auch nützliche Funktionen enthalten. Marken wie Levi’s, Ralph Lauren und Tommy Hilfiger sind bereits seit einigen Jahren mit intelligenten Kleidungsstücken am Markt vertreten.

Was bedeuten Smart Clothes und Smart Wear?

In gewisser Weise ist auch die allseits bekannte Funktionsbekleidung bereits eine solche Kleidung. Durch die verwendeten Materialien wird ein bestimmter Zweck erfüllt. Die Kleidung passt sich demnach der Außenwirkung und dem Einsatzgebiet an. Auch smarte Geräte wie die Smartwatch und Aktivitätstracker werden von immer mehr Menschen genutzt.

Smart Wear ist nun der nächste Schritt in der Entwicklung. Durch Integration von biometrischen Sensoren oder der Herstellung mit intelligenten Fasern soll es möglich sein, die Daten direkt anhand der Kleidung zu erheben.

Die Herstellung dieser Smart Wear ist alles andere als einfach. Expertenteams aus Textildesignern, Materialforschern, Elektrikern, Informatikern und Experten für künstliche Intelligenz arbeiten in einer nie dagewesenen Form zusammen, um das Ziel zu realisieren. Oft vermischen sich alte Techniken, wie das Weben von Garn, mit neuen Produkten, wie dem smarten Faden.

Was ist möglich?

Grundsätzlich ist alles möglich. Unternehmen sind mit der heutigen Technik in der Lage, so gut wie jede Funktion in Kleidung zu implementieren.

Insbesondere die Möglichkeiten der Echtzeitüberwachung von Vitalparametern, Aufenthaltsorten, Trainingsdaten und Kommunikation sind gegeben und können reale Anwendungsfälle werden. Das Produkt muss nur noch mit einer App oder Web Anwendung verbunden werden, um diese Daten auszulesen.

Werden Solarzellen in der Kleidung verankert, so können diese Strom für Smartphone oder weitere smart Wear Funktionen produzieren. Sind zusätzlich noch LED’s eingenäht, werden diese bei Dunkelheit automatisch aktiviert. Das erhöht die Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Eine andere Verwendungsmöglichkeit ist die Nutzung des Solarstroms für eine Wärmefunktion von Winterjacken.

Smart Clothes für Sportler

Sportler sind die Fokus-Zielgruppe von Unternehmen, die in smarte Kleidung investieren. Der Grund dafür? Sie haben meist ein hohes Interesse an den eigenen Gesundheitsdaten und sind stets auf der Suche nach Innovationen die das Training verbessern. Plus, sie sind bereit in diese Innovationen zu investieren.
Je nach Sportart gibt es bereits einige Ansätze. Eine spezielle Yoga Leggins kann über Sensoren prüfen, ob die Pose korrekt ausgeführt ist. Diese Information wird an die zugehörige App weitergegeben, die Leggins vibriert und weist auf den Fehler hin.

Smarte Shirts und Laufhosen können unter anderem die zurückgelegte Distanz, die Intensität des Trainings, den aktuellen Standort und die verbrauchten Kalorien für den Nutzer aufzeichnen. Weitere Gadgets wie Pulsuhren sind fortan überflüssig.

Selbstverständlich hat fast niemand mehr Bedarf an einer steten Überwachung der Vitaldaten als Profisportler. Werden künftig auch Fußballschuhe und Socken gechipt, können die gesammelten Daten nicht nur Auskunft über den eigenen Körper, sondern auch über die Leistungsfähigkeit im Spiel geben.

Analysen und Statistiken können auf das nächste Level gehoben werden. Der Sicherheitsaspekt bei Risikosportarten wie Motorradrennen kann durch integrierte Airbags signifikant verbessert werden.

Socken, BHs, Ketten und vieles mehr

Aber auch für ältere Personen, Menschen mit chronischen Krankheiten oder körperlichen Beeinträchtigungen kann diese neue Generation von Kleidung hilfreich sein. Unregelmäßigkeiten bei Herzschlag oder Atmung können durch intelligente Ketten oder BHs frühzeitiger erkannt werden.

In kritischen Situationen wird der Notarzt automatisch gerufen. Der Sturz aus der Badewanne oder von der Kellertreppe wird so schneller bemerkt. Bereits heute gibt es smarte Socken, welche Diabetikern helfen sollen, Probleme direkt zu erkennen.

Für Neugeborene werden Schlafanzüge mit Alarm Sensoren konzipiert, um die Vitalfunktionen zu überwachen. Dies soll helfen, den plötzlichen Kindstod verhindern.

Herausforderungen

Die Entwicklung ist nicht nur kostspielig. Es ist auch noch offen, wie Smart Wear lange haltbar gemacht werden kann. Schwitzen und Waschen sind für die eingebaute Technik ein Problem und auch das Ausleiern kann Sensoren verschieben. In beiden Fällen ist die Funktionsfähigkeit schnell eingeschränkt.

Zusätzlich muss die Datensicherheit zwingend gewährleistet sein. Die gesammelten Vitalwerte zählen zu den hochsensiblen, persönlichen Daten.

Zum Ende müssen die Produkte auch erschwinglich sein. Derzeit bewegen sich die Preise noch in einem sehr hohen Segment. Werden diese Punkte umgesetzt, steht Smart Wear aber definitiv nichts mehr im Wege.