Drei überraschte Freunde, die auf dem Laptop online eine günstige Reise finden

Reiseschnäppchen online buchen – Darauf sollten Sie achten

Reisebuchungen per Mausklick werden immer mehr zur Normalität. Als Webseitenbetreiber können dabei Reiseveranstalter ebenso auftreten wie Reisevermittler oder Vermieter von Ferienhäusern. Ralph Schomaeker-Möller, Geschäftsführer der Mein-Deal.com GmbH, ist selbst Betreiber einer Schnäppchenseite mit Fokus auf Reisedeals. Er erklärt, an wen sich Kunden im Fall von Reklamationen wenden müssen: „Für auftretende Mängel während der Reise haftet nicht der Reisevermittler. Bei Reklamationen sollten sich Reisende immer an den Reiseveranstalter oder den Vermieter der Unterkunft wenden.“

Schnäppchen- und Vergleichsportale für Reisebuchungen

Ob check24, mein-deal.com oder Trivago, Schnäppchenportale und Plattformen für Preisvergleiche von Reisen und Unterkünften treten als Vermittler auf und finanzieren sich entweder durch Provisionen für vermittelte Geschäfte oder mit einem Pay-per-Click-Modell. Außerdem ist oft nur der günstige Preis das Kriterium für die Listung. Eine rundum erholsame Urlaubsreise definiert sich aber nicht nur über den Preis, sondern über das Gesamtpaket der enthaltenen Leistungen.

Gerade auf Schnäppchenportalen werden nicht selten Hotelgutscheine angeboten. Hier ist zu prüfen, ob der Gutschein Einschränkungen der Reisezeit beinhaltet und wie lange er gültig ist.

Vermittler von privaten Unterkünften

Plattformen wie Wimdu, Airbnb und Co. haben sich auf die Vermittlung privater Unterkünfte spezialisiert. Sie werben oft damit, dass die Unterkünfte günstiger als die Übernachtung im Hotel sind. Zu beachten ist jedoch, dass Privatvermieter keine Profis in Sachen Beherbergung sind, weshalb die Zimmer vor Ort nicht immer den Erwartungen oder Beschreibungen der Reisenden entsprechen. Besondere Beachtung verdienen auch die folgenden Punkte:

  • Stornobedingungen vor der Buchung genau durchlesen, da sie von jedem Vermieter selbst bestimmt werden.
  • Bei Mängeln: Zuerst an den Gastgeber wenden. Wenn das nicht hilft, innerhalb von 24 Stunden möglichst mit Beweisfotos das Portal unterrichten.
  • Plan B einkalkulieren: Falls der Gastgeber kurz vor der Reise die Unterkunft storniert und die Vermittlung einer anderen Unterkunft durch die Plattform nicht gelingt.
  • Zusatzkosten: Sind in der Anzeige keine Zusatzkosten beschrieben (Strom, Wasser), müssen sie auch nicht bezahlt werden.

Günstige Reisen mit Frühbucherrabatt

Reiseveranstalter gewähren ihren Kunden großzügige Rabatte, wenn sie die Reise bereits sechs bis zwölf Monate vor Reiseantritt buchen. Das hat den Vorteil, dass der Urlaub ganz nach den eigenen Wünschen und ohne Hektik gestaltet werden kann. Allerdings erfordert dieses Modell eine klare Vorstellung davon, wohin es gehen soll, in welchem Hotel man übernachtet und welche Leistungen zusätzlich gebucht werden sollen. Die folgende Checkliste gibt Aufschluss darüber, welchen Umfang das Reisepaket haben soll:

  • Pauschalreise? Alternativ können Sie durch die eigene Zusammenstellung der einzelnen Komponenten (Hotel, Flug, Transfer, Verpflegung) zusätzlich Geld sparen
  • Meer oder Gebirge?
  • Langstrecke oder Kurzstrecke?
  • Inselhopping / Rundreise oder doch nur eine Destination?
  • Hochsaison oder Nebensaison?

Nicht nur für Reisen mit Frühbucherrabatt gilt: Zahlungen, ganz oder teilweise, erfolgen erst, wenn Sie den Sicherungsschein vom Reiseveranstalter erhalten haben. Damit signalisiert der Erbringer der Leistung, dass diese Leistungen auch im Fall der Zahlungsunfähigkeit oder Insolvenz erbracht werden. Der Sicherungsschein sollte online abrufbar sein.

Günstige Last-minute-Reisen

Mann mit Rucksack hängt an einem losfahrenden Zug
Last-minute-Reisen zu buchen, bedeutet nicht, wie das Bild suggeriert, den Flieger oder Zug in letzter Minute zu besteigen. Laut Definition des Deutschen Reiseverbands (DRV) liegt der Anreisetag bei Last-minute-Reisen innerhalb der nächsten vierzehn Tage.

Je flexibler Sie sind, umso mehr Geld können Sie bei der Buchung einer Last-minute-Reise sparen. Kunden profitieren davon, dass Reiseveranstalter bei Fluggesellschaften und Hotels ganze Kontingente von Gästekapazitäten einkaufen. Das Modell eignet sich besonders für spontane Menschen, die keine Lust auf eine punktgenaue Planung der Urlaubsreise haben. Der Nachteil: Gerade bei Pauschalreisen kann der Reisende nur begrenzt Einfluss auf die folgenden Punkte nehmen:

  • Sterne-Kategorie des Urlaubshotels
  • genaues Reisedatum
  • exakte Lage der Destination

Zu beachten ist bei Last-minute-Reisen, dass es unter Umständen nicht genügend Restplätze für größere Gruppen gibt. Familien mit Kindern sollten deshalb beim Preis lieber vom Frühbucherrabatt profitieren.

Preisfehler bei Reiseangeboten

Hinter all den Angeboten im Internet sitzen auch nur Menschen, die Fehler machen können. Auch wenn online viele Dinge schon durch verschiedene Softwareprogramme übernommen werden, kommt es immer mal wieder zu sogenannten Error Fares. Das ist die englische Bezeichnung für den deutschen Begriff Preisfehler. Sie können entstehen, wenn beispielsweise ein Fehler beim Einstellen der Reisepreise geschieht, weil fälschlicherweise eine Null weggelassen wurde oder das Komma falsch gesetzt wurde.

Das Problem dabei: Urlaubswillige können Glück haben, wenn sie eine Reise oder einen Flug, die auf Preisfehler beruhen, buchen. Allerdings ist der Veranstalter nicht an den Preis gebunden, da der Veranstalter das Geschäft wegen Irrtums oder falscher Übermittlung anfechten kann. Entscheidend dabei ist die Versendung einer Bestätigungs-E-Mail. Dabei sollte der User genau darauf achten, ob es sich lediglich um den Eingang der Reisebuchung handelt oder eine echte Kaufbestätigung vorliegt. Im letzteren Fall kommt ein Kaufvertrag zustande, der aber immer noch vom Reisebüro anfechtbar ist, wenn tatsächlich ein Irrtum vorliegt. Wir raten deshalb, auf derlei Ärger zu verzichten und Reise mit offensichtlichem Preisfehler gar nicht erst zu buchen.

Allgemeine Hinweise für sichere Reisebuchungen im Internet

Zum Schluss noch ein paar Tipps, damit Sie mit Ihrer Online-Buchung für die schönste Zeit des Jahres auch wirklich auf der sicheren Seite sind:

  • deutliche Kennzeichnung des Anbieters: Achten Sie besonders bei Reisevermittlern genau auf die vollständigen Daten des Unternehmens, das die jeweilige Leistung erbringt.
  • Leistungsumfang kontrollieren: Alle in der Reisebeschreibung genannten Leistungen müssen später auch beim Buchungsvorgang noch einmal genannt werden.
  • Wichtige Eckdaten ausdrucken: Bei späteren Reklamationen müssen Sie nachweisen, was genau zum Leistungsumfang gehören sollte.
  • AGB und Datenschutzerklärung: Sie müssen auf der Webseite des Anbieters leicht aufzufinden sein und sollten auch gelesen werden.
  • Verschlüsselte Datenübermittlung: Das gilt vor allem für sensible Daten wie Namen, Adresse, Alter, Geburtsdatum und Bankverbindung. Bei unverschlüsselter Datenübertragung kann es zum Missbrauch Ihrer Daten kommen. Achten Sie deshalb auf ein geschlossenes Schloss- oder Schlüssel-Symbol auf dem Rahmen Ihres Browsers. Gesicherte Seiten beginnen zudem mit „https“ statt „http“.