Endlich einmal sein eigener Chef sein – davon träumen viele deutsche Angestellte. Doch für eine Selbstständigkeit muss niemand seinen Job kündigen und ins kalte Wasser springen. Auch parallel zum Beruf lässt sich eine eigene Geschäftsidee umsetzen und eine eigene Unternehmung aufbauen. Doch auf welche Hürden stoßen Teilzeit-Selbstständige dabei und was sollten sie beachten?
Die Vorteile des nebenberuflichen Einstiegs in die Selbstständigkeit
Sich nebenberuflich selbstständig machen – diese Strategie liegt im Trend. Immerhin meldet der KfW-Gründungsmonitor 2020, dass von 605.000 Neugründungen im Jahr 2019 ganze 439.000 im Nebenerwerb stattfanden. Weit über die Hälfte der Neu-Selbstständigen nutzt also den Rückhalt einer bestehenden Beschäftigung für ihre berufliche Neuorientierung.
Welche Argumente sprechen für die Selbstständigkeit in Teilzeit?
1. Der finanzielle Rückhalt
Über die Hälfte der Neu-Selbstständigen hierzulande finanzieren ihre Existenzgründung komplett aus Eigenmitteln. Doch wer sein Erspartes aufbraucht, ist bald darauf angewiesen, dass regelmäßige Einnahmen die Lebenshaltungskosten tragen und ein neues Finanzpolster für Notzeiten aufgebaut werden kann. Da eine frische Selbstständigkeit meist mehrere Monate Vorlauf braucht, um sich überhaupt zu rentieren, kann nur der Hauptjob die Grundexistenz absichern. Noch stärker trifft dies auf Selbstständige zu, die einen Kredit für ihre Gründung aufgenommen haben: Hier werden neben den Lebenshaltungskosten bald die ersten Rückzahlungsraten fällig. Das Gehalt aus der hauptberuflichen Tätigkeit sorgt dann dafür, dass der Gründer nicht insolvent gehen muss, falls die Einnahmen aus der Selbstständigkeit länger auf sich warten lassen.
2. Geschäftsideen entspannt testen
Kommen mein Produkt oder meine Dienstleistung gut bei der Zielgruppe an? Diese Frage bestimmt maßgeblich über den Erfolg der Selbstständigkeit. Wer den nebenberuflichen Einstieg wählt, kann sich entspannt zeigen und eine neue Geschäftsidee erst einmal ohne Druck testen und schrittweise modifizieren. Hängt das Leben stattdessen von den Einnahmen aus der Existenzgründung ab, neigen viele Menschen zu übereilten Strategiewechseln und geben unkonventionellen Ideen weniger Chancen.
3. Die Wahl haben
Umsatteln oder zweigleisig fahren: Wer sich nebenberuflich selbstständig machen will, hat anschließend gleich zwei Perspektiven. Natürlich kann man irgendwann hauptberuflich kürzer treten oder kündigen und die Selbstständigkeit in Vollzeit ausüben, falls sie in puncto finanziellem und persönlichen Gewinn über die alte Anstellung hinauswächst. Andererseits spricht wenig dagegen, eine Selbstständigkeit, die einen überschaubaren zeitlichen Aufwand erfordert, aber dennoch einen finanziellen und persönlichen Bonus erzeugt, über längere Zeit parallel zur angestammten Beschäftigung zu betreiben.
Welche Hürden und Nachteile bringt es mit sich, sich nebenberuflich selbstständig zu machen?
Lieber keine halben Sachen machen – das kann in manchen Fällen auch auf die Selbstständigkeit zutreffen. Die folgenden Schwierigkeiten sprechen manchmal gegen die Gründung parallel zum Angestelltendasein:
1. Ärger mit dem Chef
Formal sollte es ein Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber melden, wenn er sich nebenberuflich selbstständig machen will. Der Chef kann nämlich Einwände haben, falls sein Angestellter dem Unternehmen damit Konkurrenz macht. Auch wenn Angestellte für ihre Selbstständigkeit Arbeitsmittel und Daten ihres Arbeitgebers nutzen oder wenn ihr Engagement im Hauptjob unter der Nebentätigkeit leidet, liefert das dem Chef Gründe für eine Abmahnung oder eine Kündigung. Dies gilt zudem, falls Angestellte durch die Neugründung eine so hohe Belastung haben, dass sie ihren Jobverpflichtungen nicht mehr richtig nachkommen können.
2. Zeitliche Doppelbelastung
Ein erfolgreiches Start-Up aufbauen neben einem anspruchsvollen 40-Stunden-Job? – Viele nebenberufliche Gründer stecken sich ihr Ziel so hoch, dass entweder Schlaf, Gesundheit und Familie darunter leiden, oder das Gründungsvorhaben schnell scheitert und ein bitteres Gefühl des Versagens hinterlässt. Wer zwei berufliche Wege gleichzeitig verfolgen will, muss sensibel abwägen, wie er seine Arbeitszeit einteilt und welche Resultate realistisch sind.
3. Ganz oder gar nicht
Manche Geschäfte erfordern die volle Aufmerksamkeit oder die Vollzeit-Anwesenheit ihres Betreibers. Wer beispielsweise ein Ladengeschäft oder ein Lokal eröffnen will, kann nicht davon ausgehen, dass Kunden sich auf stark beschränkte Öffnungszeiten einlassen. Mit Angestellten lässt sich das Problem zwar lösen, doch zählt das Finanzamt einen Betrieb mit Mitarbeitern nicht mehr als nebenberufliche Selbstständigkeit. Hier müssen Gründer nüchtern beurteilen, ob sich die Selbstständigkeit und der Hauptjob überhaupt vereinbaren lassen.
Nebenberuflich selbstständig machen: Diese Schritte sind wichtig
Die wenigsten Menschen rutschen automatisch in die Selbstständigkeit, weil Freunde und Bekannte sie bedrängen, ihr Talent doch endlich gegen ein Honorar anzubieten. Im Normalfall braucht es vor einer Gründung zwei Dinge: eine zündende Idee und einen Businessplan, diese rentabel umzusetzen.
Wer sich nebenberuflich selbstständig machen will, sollte diese Punkte als Leitfaden nehmen:
1. Die Idee formulieren: Der Grundstein für ein Business
„Ich will Menschen beraten“ oder „ich will irgendwas mit Tieren arbeiten“ – so formuliert man vage Wünsche, aber keine Geschäftsidee. Um aus einem spontanen Einfall ein Business entwickeln zu können, sollte er den folgenden Kriterien entsprechen:
- Es handelt sich um ein komplett neues Angebot, das ein konkret bestehendes Problem löst.
- Falls es die Geschäftsidee bereits auf dem Markt gibt, muss eine Neu-Gründung sich durch ein Alleinstellungsmerkmal auszeichnen. In diesem Fall befriedigt sie das Kundenbedürfnis entweder preisgünstiger, schneller, vollständiger oder erreicht die Zielgruppe effektiver durch ein gezielteres Marketing.
- Die Geschäftsidee existiert zwar schon auf anderen Märkten (z.B. im Ausland), aber lässt sich mit geringem Aufwand auf das nationale oder regionale Umfeld des Gründers transferieren. Auch der umgekehrte Fall, eine Expansion ins Ausland, ist denkbar, falls der Gründer über passende Sprachkenntnisse und gute Netzwerke verfügt.
- Die Geschäftsidee trifft auf eine ausreichend große Nachfrage, die dem Gründer eine Existenz ermöglicht. Falls das Angebot nur für eine kleine Zielgruppe von Spezialisten interessant ist, muss es entweder sehr einträglich sein oder bleibt auf eine Nebentätigkeit beschränkt.
- Die Geschäftsidee muss zur Gründerpersönlichkeit passen, denn nicht jeder ist etwa zum Alleinunterhalter, Verkäufer oder Tiertrainer geboren. Im Idealfall kommen in der neuen Selbstständigkeit die persönlichen Stärken und Fähigkeiten voll zur Geltung, während man weniger geliebte Arbeitsfelder outsourcen kann. Wer sich gar nicht sicher ist, welche Dienstleistung oder welches Produkt zu ihm passen könnte, findet erste Orientierungspunkte in einem Persönlichkeitstest, wie dem Meyers-Briggs-Modell.
2. Wie lässt sich die eigene Dienstleistung oder das Produkt vermarkten?
Das Marketing für die eigene Geschäftsidee beginnt bereits beim Produktdesign bzw. beim Ersinnen einer Dienstleistung und endet erst, wenn der Kunde kauft. Bereits in den 1960er Jahren wurde ein auf vier Säulen (4P) basierendes Marketing-Modell entwickelt, an dem sich Neu-Selbstständige auch heute noch gut orientieren können. Die vier „P“ stehen für „Product, Price, Promotion, Place“ – konkret stehen dabei folgende Marketing-Aspekte im Mittelpunkt:
- Das Produkt (Product): Schon die anfänglichen Entscheidungen zum Produkt bzw. zur Dienstleistung entscheiden über ein gelungenes Marketing. Beispielsweise fällt hier die Entscheidung, wie breit oder eng das Produktspektrum gefasst sein soll: Gestaltet eine selbstständige Taschendesignerin beispielsweise hübsche Handtaschen aller Größen oder legt sie sich auf eine Form, z.B. eine Handyhülle, fest. Die gleiche Entscheidung müssen Dienstleister wie Berater treffen, wenn sie die Grenzen ihres Themenfeldes abstecken. Und schließlich: Als Coach oder beratender Spezialist wird man selbst zum Produkt und muss über die geschickte Präsentation der eigenen Person nachdenken.
- Der Preis (Price): Zu welchem Preis soll ich meine Leistung anbieten? – Diese Frage ist für Neu-Selbstständige essenziell. Sie lässt sich entscheiden, wenn man sensibel zwischen der eigenen Gewinnmarge und der Zahlungsbereitschaft des Kunden abwägt. Dabei nicht vergessen: Der Preis enthält eine versteckte Qualitätsbotschaft. Wer sich zu billig anbietet, der gilt bei anspruchsvollen Kunden auch nichts.
- Die Kommunikationsstrategie (Promotion): Wie erreiche ich meine Zielgruppe am besten? – Diese Frage entscheidet über die passenden Marketing-Tools. Dabei sollte man der Zielgruppe dorthin folgen, wo sie sich gern aufhält und sie in ihrer eigenen Sprache ansprechen. Wer etwa online ein Produkt an junge Menschen verkaufen will, sollte auf das Marketing über Social Media Kanäle wie Instagram, YouTube oder Snapchat setzen. Wer dagegen Hundetraining für Tierhalter aus dem 20-Kilometer-Umkreis anbietet, spricht diese Zielgruppe eher mit Info-Flyern beim örtlichen Tierarzt oder der lokalen Tierhandlung an.
- Vertriebsweg (Place): Auch die Entscheidung über einen Vertriebskanal gehört letztendlich zur übergreifenden Marketing-Strategie. Hier müssen Dienstleister und Berater die Wahl treffen, ob der Kunde sie aufsuchen muss, der Berater den Weg zum Kunden unternimmt oder das Angebot gänzlich ortsunabhängig und digital, z.B. über ein Video-Meeting, stattfinden kann. Produktverkäufer hingegen wählen den passenden Vertriebskanal, z.B. einen Online-Shop, einen Marktstand oder eine Kooperation mit einem bereits bestehenden Geschäft vor Ort.
3. Finanzierung: Je nach Geschäftsmodell sehr unterschiedlich
Manch eine selbstständige Tätigkeit lässt sich ganz „schlank“ vom heimischen Schreibtisch aus starten, ohne dass große Investitionen anfallen. Die meisten Geschäftsideen erfordern jedoch einen finanziellen Einsatz ab Tag 1 – und sei es nur für den Druck von Werbematerialien und das Erstellen einer Website. Schließlich gibt es Geschäftsideen, bei denen Gründer durch den Einkauf von Rohmaterialien oder das Anmieten von Räumlichkeiten ganz erheblich finanziell in Vorleistung gehen müssen. Für die Finanzierung bestehen dann die folgenden Optionen:
- Eigene Ersparnisse verwenden: Diesen Weg beschreiten über 50 Prozent aller Neu-Selbstständigen. Der Vorteil: Man belastet sein Business nicht durch Schulden. Der Nachteil: Manche Menschen können weniger kühl und rational Geschäftsentscheidungen treffen, wenn sie ihr eigenes Kapital ausgeben. Wer sich nebenberuflich selbstständig machen will, sollte außerdem seine Altersvorsorge im Blick behalten und sich die Frage beantworten: Ist meine Rente bereits abgesichert oder spielen meine Ersparnisse eine zentrale Rolle für die Altersvorsorge?
- KfW-Gründerkredit: Mit einer schlüssigen Geschäftsidee kann jeder Neu-Selbstständige einen günstigen Gründerkredit bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen. Für den Aufbau einer Selbstständigkeit im Nebenerwerb bietet die Bank das Produkt 067 (StartGeld) an, das bis zu 125.000 Euro bereitstellt und bis zu 5 Jahre nach der Gründung auszahlbar ist.
- Bootstrapping: Bei diesem Konzept versuchen Gründer ihre Investitionen möglichst klein zu halten und dabei rasch ins operative Geschäft einzusteigen, um schnell einen positiven Cash-Flow zu erzeugen. Im Idealfall kombiniert man Eigenkapital, Darlehen von Familie und Freunden sowie öffentliche Fördermittel für die nötigen Investitionen und nimmt keine oder nur sehr kleine Bankkredite in Anspruch.
4. Formalien: Selbstständig machen geht leider nicht unbürokratisch
Die Idee, sich nebenberuflich selbstständig zu machen, kann zwar spontan geboren werden – ihre Umsetzung erfordert aber auch bürokratische Schritte. Das sind die wichtigsten:
Check: Welche Qualifikationen bzw. Zulassungen sind nötig?
Dass man in Deutschland nicht ohne entsprechende Qualifikation als Arzt oder Anwalt tätig sein kann, liegt auf der Hand. Doch auch viele weitere Berufe und Berufsbezeichnungen sind geschützt und geregelt: So muss ein Hundetrainer, anders als ein Coach für menschliche Klienten, die Fachkundeprüfung des jeweiligen Bundeslandes absolvieren, bevor er praktizieren darf. Als Immobilienmakler benötigt man den Maklerschein der IHK und als vor einer Tätigkeit als Heilpraktiker steht die bundesweit geregelte Heilpraktikerprüfung. Nur wenige Berufsbezeichnungen sind hierzulande nicht geschützt, darunter Coach, Unternehmensberater und Designer.
Nebenberuflich selbstständig machen als Freiberufler
Der Status als Freiberufler bringt für Selbstständige einige Erleichterungen mit sich: Freiberufler zahlen keine Gewerbesteuer, müssen sich nicht in Unternehmens- und Handelsregister eintragen und profitieren von einer vereinfachten Buchführung. Ob die eigene Nebentätigkeit zu den freien Berufen zählt, lässt sich über den Abgleich mit den Katalogberufen herausfinden. Das Problem: Viele neue Tätigkeitsfelder im Bereich Medien, Digitalisierung und Internet sind hier nicht aufgeführt.
Dann sollten Selbstständige prüfen, ob ihre Arbeit einen erzieherischen, wissenschaftlichen, unterrichtenden oder künstlerischen Charakter besitzt. Moderne Berufe lassen sich teilweise auch analog zu bestehenden Katalogberufen als freie Berufe einordnen: Ein IT-Entwickler ist in diesem Fall mit einem Ingenieur vergleichbar. Die endgültige Entscheidung über den individuellen Freiberufler-Status trifft das zuständige Finanzamt.
Wer muss ein Gewerbe anmelden?
Wer nicht in Land- und Forstwirtschaft tätig ist und nicht als Freiberufler gilt, kommt in Deutschland in der Regel nicht um eine Gewerbeanmeldung herum. Das trifft etwa auf Selbstständige zu, die ein Produkt herstellen, die Handel treiben oder handwerkliche Dienstleistungen erbringen. Eng an das Gewerbe gebunden ist auch die entsprechende Gewerbeerlaubnis: Wer etwa Finanzdienstleistungen verkaufen will, braucht eine Zulassung der BaFin. Wer Taxi fährt oder als Chauffeur arbeitet, muss einen Personenbeförderungsschein vorweisen. Mit einem Gewerbe fällt hierzulande auch die Gewerbesteuer an. Sie wird nach den Hebesätzen des Standorts berechnet und fällt an, sobald der Gewinn des Unternehmers 24.500 Euro übersteigt.
Wer fällt unter die Kleinunternehmerregelung?
Unabhängig vom Status als Freiberufler oder Gewerbetreibender haben Selbstständige die Möglichkeit, die sogenannte Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen. Sie bestimmt, dass auf die angebotene Leistung keine Umsatzsteuer (in der Regel 19 Prozent) fällig wird. Als Kleinunternehmer gilt ein Selbstständiger, der weniger als 22.000 Euro Umsatz im Jahr macht.
Der Vorteil: Wer an Endkunden verkauft, kann durch den Wegfall der Umsatzsteuer seine Preise etwas niedriger halten. Für Geschäftskunden ist dieser Preisunterschied irrelevant, da sie die gezahlte Umsatzsteuer in ihre Umsatzsteuerbilanz einfließen lassen. Ein möglicher Nachteil: Wer die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nimmt, muss das auf seinen Rechnungen ausweisen. Profis unter den Kunden wissen damit sehr genau, welchen Umsatz der Rechnungssteller jährlich erwirtschaftet und beurteilen anhand dessen seine Professionalität.
Steuern und Krankenkassenbeiträge
Wer mit dem Gehalt seines Basis-Jobs den Grundfreibetrag von 9744 Euro (2021) überschreitet, der muss bereits auf den ersten Euro jeder selbstständigen Nebentätigkeit Einkommenssteuer entrichten. Das Finanzamt addiert dazu die Einkommen sämtlicher Arten (Angestelltentätigkeit, Selbstständigkeit, Miete, Rente ect.) und wendet den individuellen Einkommenssteuersatz auf die Summe an. Ob zusätzlich Umsatzsteuer oder Gewerbesteuer anfällt, hängt von der Art der Unternehmung ab. Wer sich nebenberuflich selbstständig machen will, sollte die Tätigkeit nicht nur beim Finanzamt, sondern auch bei der Krankenkasse anmelden, da unter Umständen die Beiträge angepasst werden müssen.
Wann besteht die Gefahr einer Scheinselbstständigkeit?
Sich nebenberuflich selbstständig machen, um dann vornehmlich für einen einzigen Auftraggeber zu arbeiten, kann Probleme verursachen. Stuft das Finanzamt diese Tätigkeit nämlich als Scheinselbstständigkeit ein, dann muss der betreffende Auftraggeber Sozialbeiträge nachzahlen. Eine Scheinselbstständigkeit liegt vor, wenn ein Selbstständiger etwa fünf Sechstel seiner Einnahmen über denselben Auftraggeber erwirtschaftet und sich ähnlich wie ein Angestellter an die im Unternehmen gültigen Arbeitszeitregelungen oder Urlaubsregelungen halten muss.
5. Keine Angst vor Fehlern
Einen Erfolg nehmen viele Menschen glücklich und gedankenlos hin – Misserfolge hingegen fördern das Nachdenken und damit die persönliche Entwicklung. Das trifft auch auf gescheiterte Geschäftsideen zu. Heutzutage berichten viele junge Gründer öffentlich über die Erfahrung, ein Unternehmen in den Sand gesetzt und daraus wichtige Erkenntnisse gewonnen zu haben. Denn in der Welt von Selbstständigen und Unternehmern herrscht dieselbe Regel wie im Alltag: Auf Anhieb klappen nur die wenigsten Dinge, und wer sich aus Angst vor Fehlern verbietet, etwas Neues zu versuchen, kann sich nicht weiterentwickeln.
Nebenberuflich selbstständig machen: Die Vorteile überwiegen
Wer ein solides Sicherheitsbedürfnis und eine vielversprechende Geschäftsidee in sich vereint, sollte sich im ersten Schritt nebenberuflich selbstständig machen. So lässt sich das Modell Selbstständigkeit austesten, ohne dabei finanziell sofort in eine prekäre Lage geraten zu können. Schließlich müssen Neu-Selbstständige nicht nur die Rentabilität ihres Geschäfts im Blick haben, sondern diverse bürokratische Hürden überwinden und strategische Entscheidungen in Bezug auf Produkt, Zielgruppe und Marketing treffen. Diesen Anforderungen werden viele Menschen besser gerecht, wenn ihnen ein fester Job in den ersten Monaten ihrer Selbstständigkeit den nötigen Rückhalt bietet. Sollte sich das neue Geschäftsmodell dann als erfolgreich erweisen, ist ein exklusiver Fokus in der Zukunft jederzeit möglich.