Zahlen im Überblick
Trotz gesellschaftlicher Wandlungsprozesse und wirtschaftlichen Neuausrichtungen erfreuen sich die Lotterien in der Bundesrepublik nach wie vor großer Beliebtheit. Laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach spielten im vergangenen Jahr rund 7,3 Millionen Bundesbürger regelmäßig Lotto oder Toto, weit über 21 Millionen versuchten gelegentlich ihr Glück bei den Lotterien.
Die beliebteste Spielform ist dabei das klassische 6 aus 49 am Samstag. Insgesamt 26 Prozent der Deutschen spielten diese Variante im Jahr 2018 am liebsten. Nach den Angaben des Deutschen Lotto- und Totoblocks (DLTB) konnten sich 152 Personen über Gewinne in Millionenhöhe freuen, die jedoch den Rekordeinzelgewinn aus dem Jahr 2006 mit rund 37,7 Millionen Euro nicht ablösen konnten.
Aufgrund der hohen Spielerzahl fließen große Summen in der Branche, die üppige Umsätze für die 16 selbstständigen Lotteriegesellschaften generieren. So belief sich der Umsatz des DLTB im letzten Jahr auf insgesamt 7,36 Milliarden Euro, der mit rund 33 Prozent von den staatlichen Lotterien und Sportwetten des DLTB erwirtschaftet wurde.
Allein die nordrhein-westfälische Lotteriegesellschaft WestLotto mit Sitz in Münster konnte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatzerlös von circa 1,4 Milliarden Euro erzielen. Die reinen Einsätze der Spielerschaft in den einzelnen Formaten der Lotterie beliefen sich auf etwa 1,6 Milliarden Euro.
Genau wie andere Arten des Glücksspiels werden auch Lotterien im Zuge des digitalen Zeitalters im Internet immer attraktiver. Anbieter wie Lottoland bieten Spielern die gesamte Bandbreite an Spielformaten an, die den Gang zur Lottoannahmestelle überflüssig machen. Die wachsende Resonanz der Online-Lotterien spiegelt sich vor allem in der Anzahl der Spieler wider. So konnte Lottoland beispielsweise im laufenden Jahr 2019 den 10-millionsten Kunden begrüßen.
Wohin fließt das ganze Geld?
Lotto kann nicht nur den Spielern mit ein wenig Glück einen Geldsegen bescheren, sondern vor allem dem Staat. Dieser ist jedoch nicht auf das Glück angewiesen, da ihm gesetzlich bis zu 50 Prozent der Spieleinsätze zustehen. Allerdings variieren die Abgaben zum Teil voneinander, da das Lotterierecht von den einzelnen Bundesländern selbstständig ausgelegt werden darf.
Hamburg schüttet nur die Hälfte der Lotto-Einnahmen in Deutschland als Gewinn an die Tipper aus. Die restliche Summe geht entweder an den Staat, die Annahmestellen oder bleibt in den Kassen der 16 Landes-Lottogesellschaften, die sich unter dem DLTB zusammengeschlossen haben.
Doch nicht alle Länder hantieren die Gelder wie Hamburg. Im Durchschnitt werden die Spieleinsätze mit 7,5 Prozent als Provision an die vielen Annahmestellen verteilt. Etwa 2,8 Prozent fließen an die Finanzierung der Verwaltung. Die Bundesländer selbst generieren durch die Lotteriesteuer rund 16,67 Prozent der Einnahmen aus dem Lotteriegeschäft. Die zweckgebundenen Konzessionsabgaben werden im Schnitt mit etwa 23 Prozent verrechnet, die für die Förderung von Kultur, Sport, Umwelt und Jugend ebenfalls an die Finanzministerien der Länder überwiesen werden. Im Jahr 2005 hat Baden-Württemberg auf diese Art und Weise insgesamt 435 Millionen Euro eingenommen.
Kosten beim Lottospielen
Wer gerne sein Glück beim Lottospielen herausfordern und die potenzielle Chance wahrnehmen möchte, aus einem minimalistischen Einsatz einen riesigen Gewinn zu erzielen, sollte sich die anfallenden Kosten für die einzelnen Lotterien vor Augen führen.
Die bekannteste und beliebteste Lotterie in Deutschland 6 aus 49 wird seit dem Jahr 1955 angeboten und definiert den einzusetzenden Betrag über ausgefüllte Tippfelder, die jeweils ein Euro kosten. Dazu kommt noch eine anfallende Bearbeitungsgebühr, die sich allerdings nicht auf die einzelnen Felder bezieht, sondern für den gesamten Spielschein gilt. Je nach gewähltem Lottoanbieter fällt diese unterschiedlich hoch aus.
Neben dem klassischen Format 6 aus 49 können Tipper auch auf Fortuna bei der Zusatzlotterie Spiel 77 setzen, für die ein Einsatz von 2,50 Euro zu zahlen ist. Das Spiel Super 6 schlägt mit 1,25 Euro zu Buche. Eine weitere Zusatzlotterie ist die Glücksspirale, die ebenfalls unter die Obhut des Deutschen Toto- und Lottoblocks fällt. Die Teilnahme kostet fünf Euro.
Tipper, die über die nationalen Grenzen hinaus Lotto spielen möchten, kommen an dem EuroJackpot nicht vorbei. An der europäischen Lotterie sind insgesamt 18 Staaten beteiligt, die zusammen eine Bevölkerung von über 300 Millionen Menschen umfasst. Die möglichen Gewinnsummen sind aufgrund dieses kollektiven Bündnisses am höchsten. Der Jackpot enthält minimal 10 Millionen und maximal 90 Millionen Euro.
Die Kosten für die Teilnahme am EuroJackpot errechnen sich aus der Anzahl der abgegebenen Tipps (2,00 Euro pro Tippfeld), sowie aus der oben schon beschriebenen Tippscheingebühr. Diese variiert auch beim EuroJackpot je nach Anbieter bzw. Bundesland.