Konsumverhalten in Deutschland 2022

Konsumverhalten in Deutschland 2022 – der Konsum wandelt sich

In den letzten beiden Jahren haben die  Menschen in Deutschland ein verändertes Konsumverhalten entwickelt. Bei den jüngeren Verbrauchern geht der Trend dahin, dass sie zunehmend bei den Marken direkt kaufen und nicht mehr im traditionellen Einzelhandel. Darüber hinaus hat auch die ältere Generation das Onlineshopping für sich entdeckt. Diese Änderungen im Konsumverhalten werden sich fortsetzen und gelten nicht mehr nur für Lifestyleprodukte, sondern auch für Artikel des täglichen Bedarfs, wie Lebensmittel, Gesundheits- und Beautyprodukte oder Hygieneartikel.

Die Jüngeren lieben D2C

Direct to Consumer (D2C) ist ein neuer Trend. Kunden bevorzugen es, direkt bei den Markenherstellern einzukaufen. Je nach Altersgruppe unterscheidet sich allerdings das Konsumverhalten sehr. Dabei lassen sich vier wichtige Altersgruppen unterscheiden. Die Baby-Boomer sind zwischen 57 und 75 Jahren alt. Das Alter der Generation X liegt zwischen 41 und 56 Jahren. Die Millenials sind zwischen 25 und 40 Jahren alt und die Generation Z zwischen 18 und 24 Jahren.

Die Generation Z kauft am häufigsten bei D2C ein. Zwei Drittel dieser Altersgruppe tun dies regelmäßig. Bei den Baby-Boomern sind es hingegen nur etwa ein Fünftel. Für den Einkauf direkt beim Markenhersteller spricht die bessere Kauferfahrung. Zudem gibt es dort attraktive Treueprogramme und die Verbraucher können sich über Schnäppchen freuen, die z.B. bei Anbietern wie Mein Deal zu finden sind.

Lieferservices gewinnen an Bedeutung – was für Click & Collect spricht

In den letzten beiden Jahren sind alternative Einkaufskonzepte bekannter geworden und haben sich mehr und mehr durchgesetzt. Ein Beispiel dafür ist Click & Collect, das jetzt viel bekannter und beliebter ist als noch vor wenigen Jahren. Zwischen Onlineshop und Einzelhandel gab es bisher sehr feste Grenzen, die jetzt immer mehr verschwimmen. Kunden können online bestellen und dann die Ware an einem kontaktlosen Punkt einfach abholen. Die Bezahlung erfolgt schon im Vorfeld, wie das auch im Onlinehandel üblich ist.

Liefer- und Fulfillment-Services haben ebenfalls an Bedeutung gewonnen, beispielsweise im Bereich Lebensmitteleinkauf. Die Ladenerfahrung spielt quer durch alle Altersgruppen gar keine so große Rolle mehr. Ähnlich sieht es aus, wenn es um den Einkauf von Gesundheits- und Beauty-Produkten geht. Auch hier sind mehr Menschen Lieferung und Fulfillment-Möglichkeiten wichtiger als die Ladenerfahrung.

Im Bereich Lebensmittel legen die Verbraucher immer mehr Wert darau, dass die Produktion lokal erfolgt. Bei Haushalts-, Hygiene-, Gesundheits- und Beautyprodukten ist dieses Argument nicht so wichtig.

Bewusster und nachhaltiger Leben

Vielen Menschen ist bewusster geworden, wie wichtig es ist auf die persönliche Gesundheit zu achten. Auch das Thema Nachhaltigkeit hat stark an Bedeutung gewonnen. Die Konsumenten sind aufmerksamer geworden für die Themen Umweltschutz und Ressourcenschonung. Manche sind sogar bereit, einen höheren Preis für nachhaltige Produkte zu bezahlen. Allerdings ist die große Mehrheit der Meinung, dass die Preise von nachhaltigen Produkten nicht höher sein sollten als die Preise der herkömmlichen Produkte. Dieses veränderte Bewusstsein hat auch dazu geführt, dass die Konsumenten höhere Ansprüche an sich selbst haben. Außerdem hat die stärkere Orientierung an Nachhaltigkeit zur Folge, dass sich die Erwartungen an Unternehmen geändert haben. Viele sind der Meinung, dass privatwirtschaftliche Unternehmen mehr für die Gesellschaft tun könnten und auch dazu beitragen können, die Gesamtsituation in der Gesellschaft und der Menschheit ganz allgemein zu verbessern.

Konsumenten geben freiwillig Daten heraus

Beim Onlineshopping ist es häufig notwendig, Daten mit den Unternehmen zu teilen. Verbraucher sind heute mehr als zuvor dazu bereit, Daten offenzulegen, wenn sie dadurch Vorteile erhalten können. Knapp die Hälfte der Verbraucher ist dazu bereit, Informationen darüber preiszugeben, wie sie Produkte verwenden oder konsumieren. Auch die Angabe von demografischen Daten oder zu Produktpräferenzen erfolgt wesentlich bereitwilliger. Auch automatisch erfasste Daten, wie bereits getätigte Käufe oder den Suchverlauf teilen sie häufiger mit Unternehmen. Mehr als die Hälfte der Verbraucher würde gegen gute Angebote oder attraktive Rabatte ihre Daten mit Unternehmen teilen.

Die Hersteller nutzen die Verbraucherdaten und optimieren damit ihren Direktvertriebskanal. Auch im Einzelhandel und im Bereich Konsumgüter lassen sich aufgrund der so gewonnenen Daten Nachfrage- und Angebotstrends erkennen. Sie lassen sich in konkrete Empfehlungen und Entscheidungen umsetzen, beispielsweise wenn es darum geht, Produkte oder Dienstleistungen anzupassen und damit das Kundenerlebnis zu verbessern oder wo Produkte am besten zu lagern sind.

Phygital ist das neue Schlagwort im Handel

Während der letzten beiden Jahre hat der Onlinehandel ein enormes Wachstum erlebt. Dabei sind Omni-Channel-Händler weit über dem Durchschnitt gewachsen. Ihre Konversionsrate ist viel höher als die der reinen Onlinehändler. Dabei lautet das prägende Schlagwort „phygital“. Die Händler sind sowohl physisch mit einem Ladengeschäft als auch digital über das Internet erreichbar. Sogar sehr alte Menschen haben online eingekauft und sich mit den Möglichkeiten des Onlineshoppings vertraut gemacht.