Immer mehr Studierende setzen bei ihren Abschlussarbeiten oder besonders wichtigen Modulen auf die Unterstützung eines Ghostwriters. Was vor Jahren noch verpönt war, gehört für einige fast schon zum Studium dazu. Denn der akademische Betrug ist leider nur schwer nachzuweisen und immer mehr Anbieter entdecken diese Nische für sich. Offensiv werben Sie auf sozialen Medien und Studierendenportalen für Ihre Dienste. Doch was steckt dahinter und wie findet man einen wirklich guten Ghostwriter für seine Bachelorarbeit?
Ist die Nutzung von Ghostwritern strafbar?
Die Inanspruchnahme eines Ghostwriters ist per se nicht strafbar. Jedoch müssen Studierende bei der Abgabe eine eidesstattliche Erklärung unterzeichnen. Diese belegt, dass die Erstellung der wissenschaftlichen Arbeit in Eigenleistung erfolgt ist. Übernimmt man also eine Arbeit 1:1, so gilt dies als Täuschungsversuch und kann schlimmstenfalls zur zwangsexmatrikulation führen.
Die Lösung – Studierende sollen sich durch Ghostwriting lediglich eine Vorlage für eine Bachelorarbeit schreiben lassen und diese Ansätze weiter vertiefen oder auf den eigenen Schreibstil anpassen. Weitere Leistungen wie Lektorat, Coaching und Plagiatsüberprüfungen sind grundsätzlich nicht strafbar.
Warum benötigen Studierende externe Unterstützung?
Insbesondere Studierende ohne akademischen Familienhintergrund fällt es oft schwer wissenschaftlich zu arbeiten und passende Formulierungen zu finden. Dazu kommt, dass die Betreuung an den Hochschulen oft mangelhaft ist, da in einer Vorlesung meist mehrere hundert Studenten sitzen. Universitätsbibliotheken verfügen nur über eine begrenzte Zahl an essenzieller Fachliteratur, was dazu führt, dass die Lektüre umständlich per Fernleihe besorgt werden muss.
Auch Zeitmangel ist ein valides Argument für professionelle Unterstützung. Viele Seminare und Veranstaltungen haben ähnliche Deadlines für Abgaben, parallel muss ein Nebenjob für die Bezahlung der Miete sorgen. Bezieht man BAföG, so wächst der Druck, das Studium in der Regelstudienzeit abzuschließen.
Zu guter Letzt rechnen sich Absolventen sich mit einer sehr guten Benotung der Bachelorarbeit oder Masterarbeit auch auf dem Arbeitsmarkt bessere Chancen aus.
Was kostet ein Ghostwriter?
Die meisten Ghostwriting Agenturen legen ihre Preise anhand von verschiedenen Faktoren fest. So werden unter anderem der wissenschaftlich fundierte Anspruch, das Fachgebiet und auch die Zeit bis Abgabedatum in die Kalkulation miteinbezogen. Agenturen verfügen über verschiedene Autoren mit unterschiedlichen Bildungsgraden und Fachbereichen.
Das Leistungsniveau bei den verschiedenen Anbietern variiert stark, denn der Markt ist sehr heterogen. Sind Gliederung, Formatierung und Lektorat inkludiert, ist mit 60€ – 90€ pro Seite zu rechnen. Grundsätzlich gilt, je wichtiger die Arbeit für das eigene Studium ist, desto tiefer sollte man bereit sein in die Tasche zu greifen. Professionelle Ghostwriter mit viel Erfahrung liefern auch verlässlich eine qualitativ hochwertige Arbeit ab.
Wie finde ich den richtigen Anbieter?
Anbieter bieten zunächst einmal die Möglichkeit der anonymen Kommunikation und einer unverbindlichen Anfrage. So kann man sicherstellen, dass die Hochschule keine Kenntnis über die Beauftragung erlangt.
Individuelle Wünsche und Anforderungen an Format, Inhalt, Literaturauswahl und Ausdrucksweise sollten vom Ghostwriter berücksichtigt werden. Zudem ist Wert auf die Qualifikation zu legen. Die Qualität steigt, wenn der Experte ein fundiertes Wissen in der Fachrichtung der zu schreibenden akademischen Arbeit hat. Eine richtig gute Agentur bietet darüber hinaus auch Leistungen wie ein Fachlektorat und die abschließende Plagiatsprüfung an.
Die Zahlung sollte je nach Arbeitsfortschritt oder auch in einer individuellen Ratenzahlung möglich sein. Nur durch Teillieferungen ist sichergestellt, dass man auch die Qualität bekommt, für die gezahlt wird. Außerdem ist man so intensiver in den Erstellungsprozess eingebunden und erhält ein fundiertes Wissen, welches in Gesprächen über die Arbeit mit Kommilitonen oder dem Dozenten hilfreich sein kann.
Wie hoch ist das Risiko aufzufliegen?
Kurz gesagt – das Risiko ist relativ gering, über 90% der Studenten fallen nicht auf. Da die Texte original und speziell für den Studierenden vom Ghostwriter verfasst werden, ist die Nutzung einer Plagiatssoftware nicht im Stande das Ghostwriting aufzudecken.
Professoren und Dozenten können lediglich am Schreibstil und an der Qualität der Arbeit erkennen, ob es sich hier wirklich um den Ihnen bekannten Studierenden handelt.
Da jedoch bis zu 100 Studierende auf einen Professor kommen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass dieser die Unterschiede wirklich erkennt und einen Verdacht äußert. Selbst wenn ein Verdacht geäußert wird, ist er nur in den allerseltensten Fällen auch zu bestätigen.
Fazit
Die Entscheidung, einem akademischen Ghostwriter seine wissenschaftliche Arbeit anzuvertrauen, ist jedem selbst überlassen. Der fehlende direkte Kontakt mit dem Autor vermindert das Risiko entdeckt zu werden. Vorbeugend sollten Studenten sich intensiv mit dem Thema ihrer Arbeit beschäftigen, um jederzeit aussagefähig zu den Inhalten zu sein. Vor allem Studierende die unter hohem Druck stehen und wenig Erfahrung im Schreiben von wissenschaftlichen Texten haben, können von Ghostwriter Agenturen profitieren.