Deutschland zählt neben vielen anderen Ländern zu einem Synchronland. Dies bedeutet, dass sämtlich ausländische Filme, welche in Deutschland ausgestrahlt werden, synchronisiert werden. Es wird eine deutsche Sprache auf die Stimmen der Schauspieler gelegt. Der wichtigste Standort für Synchronstudios in Deutschland ist Berlin. Aber nicht nur Filme werden synchronisiert, sondern eigentlich alle Bereiche in denen eine Stimme zum Einsatz gebracht wird. So kann man ebenfalls zum Beispiel beim Hörfunk als Synchronsprecher arbeiten. Hier sind Werbespots sehr beliebt oder auch die Aufnahme von Hörbüchern ist eine gelungene Alternative. Besonders bekannte synchronisierte Filme sind Animationsfilme, in denen erfundenen Figuren oder märchenhaften Tieren eine Stimme vergeben wird.
Voraussetzungen als Synchronsprecher
Als Synchronsprecher zu arbeiten ist ein anspruchsvoller Job, der ebenfalls Schauspielkönnen voraussetzt. Mit der Stimme werden Emotionen und Handlungen weitergegeben und visualisiert. Hier gilt als besondere Herausforderung, dass man zur Übermittlung des Gefühls lediglich die Stimme zur Verfügung hat, wohingegen man als Schauspieler auch mit Gesten arbeiten kann. Ein perfektes Timing als Synchronsprecher wird ebenfalls vorausgesetzt, denn die Stimme muss genauestens auf die Lippenbewegungen abgestimmt werden. Ansonsten verliert die Aktion schnell an Glaubwürdigkeit. Ebenso müssen Ungleichheiten ausgeglichen werden, wie zum Beispiel sind natürlich die einzelnen Buchstaben in den Kontexten, aufgrund der verschiedenen Sprachen, unterschiedlich. So kann der Schauspieler gerade ein „i“ in seinem Wort verwenden, wohingegen der Synchronsprecher im Deutschen aber ein „u“ verwenden muss. So Unebenheiten heißt es geschickt auszugleichen.
Wer synchronisiert wen?
Einer der bekannteste deutschen Synchronsprecher ist nun leider verstorben. Er synchronisierte mehrere Stimmen von bekannten Hollywood Größen wie Johnny Depp oder auch Brad Pitt. Michael Deffert wurde nur 53 Jahre alt und war stets ein beliebter Synchronsprecher. Allerdings ist es nicht unüblich, dass die Stimmen zu den Stars öfters mal getauscht werden. So teilen sich bekannte Stars sehr oft nur einen Synchronsprecher. Michael Deffert haben wir ja bereits erwähnt. Kannten Sie schon Dietmar Wunder? Er verleiht seine Stimme Daniel Craig, Adam Sandler oder auch Cuba Gooding Jr. Hier kann er bereits mehr als 750 Sprechrollen vorweisen.
Dann haben wir noch Manfred Lehmann als absoluten Star am Synchronsprecherhimmel. Mit seiner wiedererkennbaren und markanten Stimme spricht er zum Beispiel für Bruce Willis, Kurt Russel und ebenso Gérard Depardieu. Und wer kennt nicht den Werbespruch „20 % auf alles – außer auf Tiernahrung“? Jawohl, auch dies ist Manfred Lehmann.
Joachim Tennstedt, ebenfalls einer der favorisiertesten Synchronsprecher aus Deutschland wurde durch den Regisseur Michael Miller entdeckt. Dieser ließ Joachim Tennstedt für einen Horrorfilm synchron sprechen, womit auch schon die Karriere als Synchronsprecher begann.
Jetzt kommen wir einmal zu der bekanntesten weiblichen Synchronstimmen. Daniela Hoffmann ist bereits seit Jahrzenten dicke im Geschäft. 1988 synchronisierte sie bereits die Stimme von Hollywoodsternchen Julia Roberts. Dann sind da noch Ally McBeal und Ellie, das Mammut, welchen sie ihre Stimme verleiht.
Ebenfalls eine sehr beliebte weibliche Synchronsprecherin ist Andrea Aust. Die gelernte Sprachwissenschaftlerin verleiht ihre deutsche Stimme an Schauspieler wie Courteney Cox, Daryl Hannah und Michelle Pfeiffer.
Zu erwähnen haben wir noch Tilo Schmitz. Tilo Schmitz ist bekannt für seine Stimme als Ron Perlman, Ving Rhames und Michael Clarke Duncan. Seine sehr tiefe Stimme passt aber auch hervorragend zu Kater Karlo, welcher in einigen Disney-Filmen zu finden ist.
Und wen haben die Hollywoodgrößen Al Pacino, Kevin Costner und Pierce Brosnan gemeinsam? Den deutschen multitalentierten Frank Glaubrecht. Er arbeitet nicht nur als Synchronsprecher, sondern außerdem noch als Synchronregisseur, Schauspieler und Hörbuchsprecher.
Was tun um Synchronsprecher zu werden?
Es gibt keine konkrete Ausbildung zum Synchronsprecher. Hier kann durchaus ein Quereinstieg erfolgsversprechend sein. Hilfreich kann natürlich ein Studium in Richtung Schauspiel oder Dramaturgie sein, was es einem ermöglicht, intensiver in die einzelnen Rollen hinein zu tauchen. Der Schlüssel, selbstverständlich, ist die eigene Stimme und diese kann man durchaus trainieren, so wie es ja auch Sänger zum Beispiel regelmäßig tun. Als Übung kann auch schon lautes Lesen hilfreich sein. Hier können es anfangs einfache Artikel und Geschichten sein, später dann mehr umfangreiche Texte, welche verschiedene Charaktere beinhalten. Das regelmäßige Aufnehmen von Hörproben hilft dabei, seine eigenen Fähigkeiten weiter auszubauen. Wenn die Fähigkeiten soweit ausgeweitet sind, dass man sich selber durchaus als einsetzbaren Synchronsprecher bezeichnen würde, dann heißt es hartnäckig suchen. Kontakte in der Welt der Medien sind hier durchaus hilfreich. Auch können schon mal Castings ausgeschrieben sein, bei denen man vorstellig werden kann. Wo ein Wille, da auch ein Weg.