In fast allen europäischen Ländern werden laufend Lockerungen der strengen Corona-Maßnahmen beschlossen. Dank dieser Erleichterungen ist ein kollektives Aufatmen in der Veranstaltungsbranche spürbar. Nicht nur die öffentlichen Großevents mussten zugunsten der Eindämmungsmaßnahmen pausieren. Auch im privaten Bereich waren zum Beispiel Brautpaare gezwungen ihre sorgfältig geplanten Feiern um ein bis zwei Jahre zu verschieben. Der Sommer 2021 ist somit auch der Sommer der neuen Planungen – denn zur Freude aller Geduldigen erleben Veranstaltungen eine sehnsüchtig erwartete Renaissance.
Monatelanger Stopp für alle großen Feste
Die Corona-Pandemie hat die Veranstaltungsbranche hart getroffen. Zahlreiche Insolvenzen und schwere Überbrückungszeiten waren die Folge. Betroffen waren davon nicht nur die Veranstalter, Caterer und sonstigen Dienstleister. Der Rückgang, bzw. der komplette Ausfall, aller privaten und öffentlichen Events war auch deutlich bei den Zulieferern und Herstellern passender Artikel spürbar. Wie die Geschäftsführerin Tanja Justus von liamoria.de, einem Onlineshop spezialisiert auf Hochzeitskerzen, betont, ist der Umsatz seit März 2020 deutlich eingebrochen. Mit den aktuellen Lockerungen nimmt das Geschäft aber wieder Fahrt auf. „Die Brautpaare warten nur darauf, die Liebe endlich wieder im größeren Kreis feiern zu dürfen“, stellt sie hoffnungsfroh fest. Die Bestellungen hätten einen deutlichen Sprung nach oben gemacht, sobald der erste Schimmer am Horizont für Feiern erkennbar war.
Kreative Ideen waren gefragt
Ein wenig Umsatz konnten die meisten Branchenmitglieder dennoch selbst während des härtesten Lockdowns erwirtschaften. Zum einen wurde nicht ganz auf Familien- und Firmenfeiern verzichtet. Einige der Feiernden waren sogar äußerst kreativ hinsichtlich der Durchführung. So manche standesamtliche Hochzeit wurde kurzerhand im Internet übertragen. Während sich das Brautpaar mit Maske und allein vor einem Standesbeamten das Ja-Wort gab, schauten Familie und Freunde über Webcams zu. Wer konnte, feierte die erlaubten Mini-Hochzeiten und Feste im kleinsten Kreis aufgrund der Sperrstunden einfach etwas früher und sehr reduziert. Statt großer Bands und wilder Feiern standen ruhiges Entertainment und Alleinunterhalter hoch im Kurs. Wenn möglich wurden Feste zudem ins Ausland verlegt, denn nicht alle Länder folgten dem gleichen harten Protokoll. Wer schon immer von einer Hochzeit am Strand ohne die Verpflichtung einer großen Feier geträumt hatte, nutzte nach Verfügbarkeit diese Möglichkeit einer intimen Feier.
Zum anderen haben viele Unternehmen ihre Geschäftsmodelle erweitert, um sich den Gegebenheiten anzupassen. Neue kleine Onlineshops wurden auf die Schnelle gestartet oder To Go Optionen angeboten. Hochzeitsfloristen haben den Markt der Adventskränze und kleinen Blumengestecke für Zuhause entdeckt. Und Caterer haben bestellbare Kochboxen für das Gourmet Dinner zum Nachkochen entworfen. Die Möglichkeiten mit kreativen Ideen trotz Corona-Beschränkungen zu feiern und Umsatz zu generieren waren daher durchaus vorhanden und wurden immer wieder genutzt.
Hoffnungsvoller Neustart
Die Zeiten der Ersatzlösungen, so genannter „Tiny Weddings“ und verschobenen Veranstaltungen scheint nun zumindest für diesen Sommer vorbei. Feste und Feiern erholen sich deutschland- und europaweit langsam wieder. Bei vielen Dienstleistern in der Hochzeitsbranche, wie Floristen, ist sogar von einem regelrechten Boom die Rede. Alle merken: Es wird wieder geheiratet. Schnell werden nun die Einladungskarten und Dekoartikel bestellt, Locations gebucht und DJs engagiert, um den günstigen Moment nutzen zu können. Vorsichtig öffnen viele Orte wieder ihre Pforten, um die Events von Privatleuten, Firmen oder Stars ausrichten zu können.
Individuelle Regelungen der Bundesländer
Obwohl der Aufschwung deutlich spürbar ist, gibt es ein paar kleinere Dämpfer. Da jedes Bundesland eigene Regelungen hinsichtlich maximaler Gästezahl, Maskenpflicht, etc. treffen darf, gibt es große Unterschiede innerhalb der Bundesrepublik. Dies führt manchmal zu Verwirrungen, was nun erlaubt ist und was nicht. Einige Anbieter aus der Branche, wie der Bund deutscher Hochzeitsplaner, haben sich daher als wichtige Informationsquelle etabliert. Auf deren Instagram-Seite werden regelmäßig die aktuell gültigen Regelungen für die verschiedenen Länder präsentiert. Brautpaare und andere Feiernde müssen sich trotzdem auf kurzfristig mögliche Änderungen einstellen. Denn die meisten Maßnahmen sind direkt abhängig von den aktuellen Inzidenzzahlen. Steigen diese über einen bestimmten Schwellenwert, werden öffentliche und private Feiern unmittelbar von Einschränkungen betroffen sein. Wie genau diese aussehen liegt wiederum im Ermessen der Bundesländer. Ein genaues Augenmerk auf das Infektionsgeschehen und etwas Zittern wird den Brautpaaren und Veranstaltern 2021 daher nicht erspart bleiben.
Trotz der noch immer herrschenden Unsicherheit ist der Optimismus überall spürbar. Mit steigenden Impfzahlen und rückläufigem Infektionsgeschehen dürfen sich sowohl Veranstalter als auch Auftraggeber auf einen Sommer voller schöner Events freuen.