Mann lässt Würfel in Treppenhaus gen Boden fallen

Glücksspiel – Spielerschutz vs. Staatseinnahmen

Wie viel verdient der Staat am Glücksspiel?

Den Nervenkitzel abseits des Alltags suchen viele Bürger auf verschiedenen Wegen. Das klassische Lotto ist nach wie vor sehr beliebt, aber auch auf Sportereignisse wird immer mehr gewettet. Mittlerweile liegen beide Branchen mit einem jährlichen Umsatz von etwa sieben Milliarden Euro etwa gleich auf. Laut dem DHS Jahrbuch Sucht 2019 von der Deutschen Hauptstelle Sucht e. V. beträgt der Umsatz auf dem gesamten Glücksspielmarkt in Deutschland 46,3 Milliarden Euro. Der Staat erzielt mit Steuern und Abgaben dadurch Einnahmen in Höhe von 5,2 Milliarden Euro. Die Abgaben können je nach Glücksspielart unterschiedlich ausfallen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Spielautomaten: Vergnügungssteuer, die auf Landesebene berechnet wird
  • Sport- und Rennwetten: 5 % des Wetteinsatzes
  • Lotto: Lotterieabgabe in Höhe von 20 % des Einsatzes

Der größte Umsatz wird indes mit Spielautomaten generiert. Hier wurden vom Staat zuletzt neue Gesetze erlassen, die die Anzahl der Spielstätten merklich reduziert haben. Die Spieler gehen dann entweder in die noch vorhandenen Spielhallen oder weichen auf die besten Online-Casinos im Internet aus, denn natürlich ist modernes Glücksspiel heutzutage digital.

Exakt hier gibt es aber ein Problem: Die Online-Casinos sind nicht in Deutschland reguliert, sondern in anderen EU-Mitgliedsstaaten. Aufgrund des EU-Rechts ist es ihnen jedoch erlaubt, ihre Leistungen auch in Deutschland anzubieten – ein Streitthema.

Werden die Staatseinnahmen richtig verteilt?

Mit der Wettsteuer in Höhe von fünf Prozent auf jeden Einsatz ist es gelungen, auch bei Online-Wetten Staatseinnahmen zu erzielen. Das gilt auch für Anbieter, die in einem anderen EU-Mitgliedsstaat ansässig sind, wie beispielsweise die Branchengrößen Tipico und bwin.  Beide Unternehmen wurden in Österreich gegründet und führen die Wettsteuer an den deutschen Fiskus ab.

Die Staatseinnahmen werden für unterschiedliche Zwecke verwendet. Wohin genau die Steuergelder fließen, lässt sich nicht genau beziffern, weil sie zunächst in den allgemeinen Steuertopf gelangen. Von dort werden sie in die unterschiedlichen Bereiche wie Infrastruktur, Bildung etc. investiert und kommen somit auch der Allgemeinheit zugute.

Allerdings geschieht dies auf Kosten der Spieler mit problematischem Spielverhalten. Rund 500.000 Menschen in Deutschland weisen laut DHS glücksspielbezogene Problematiken auf. Etwa 180.000 zählen zu den pathologischen Glücksspielern, sind also süchtig. Die Dunkelziffer dürfte noch etwas höher liegen, da sich viele Spieler nicht als krank ansehen oder gar Hilfe suchen.

Ein Ansatzpunkt wäre hier die gezielte Verteilung der Steuergelder in Präventions- und Hilfsmaßnahmen. Die Jugend sollte durch klare Einschränkungen und Kontrollen der Anbieter geschützt werden. Präventive Programme sollten über die Gefahren aufklären und Auswege aufzeigen.

Problemspieler müssen unterstützt werden. All das kostet natürlich Geld und muss vom Staat kontrolliert werden. Wenn die Politiker jedoch den Spielerschutz als vorrangiges Interesse ansehen und nicht nur als vorgeschobenen Grund, müssen die Staatseinnahmen entsprechend „richtig“ verteilt werden.

Nachholbedarf bei Online-Casinos

Die Experten für Casinos im Internet von besteonlinecasinos.co sehen daher auch extremen Nachholbedarf beim Glücksspielgesetz für die Angebote im Internet: „Auch wenn die Online-Casinos über Lizenzen aus anderen Ländern verfügen, meist aus Gibraltar oder Malta, sind sie nicht im Besitz ausreichender Standards, was den Spielerschutz angeht. Zudem entfallen dem Staat Steuereinnahmen, weil die Abgaben in den Ländern abzuführen sind, in denen die Betreiber die Lizenzen besitzen.“

Wie viel die Deutschen in Online-Casinos setzen, ist nicht ganz klar. Einer Erhebung der Glücksspielaufsichten der Bundesländer zufolge haben Online-Casinos im Jahr 2017 stolze 1,76 Milliarden Euro Umsatz erzielt – Tendenz stark steigend. Mit der letzten Reform des Glücksspielstaatsvertrags haben es die Verantwortlichen dennoch versäumt, auch diesen Markt nach deutschem Recht zu regulieren. Hier bleiben sowohl die Staatseinnahmen als auch der Spielerschutz auf der Strecke.

Sollten Online-Casinos verboten werden?

Ein Verbot von Online-Casinos ist allerdings die falsche Lösung und auch gar nicht umzusetzen. Aufgrund des Internets gibt es immer Möglichkeiten, ein Online-Casino aufzusuchen. Zudem sollte den Menschen nicht die Entscheidungsfreiheit darüber genommen werden, ob und wie sie Zugang zum Glücksspiel haben. Lotto oder Sportwetten haben aus logischer Sicht auch keine Daseinsberechtigung mehr, wenn Online-Casinos verboten sind.

Ausreichend geschützt müssen die Bürger aber sein, sodass keine betrügerischen Anbieter Spieler abzocken und kein Jugendlicher den Schultag schwänzt, um im Online-Casino mehr als sein Taschengeld zu verspielen. Da ist eine Fridays-for-Future-Demo die bessere Alternative, um dem schulischen Alltag zu entkommen.