Kleidungsstücke hängen auf Bügeln an einer Stange

Trend der nachhaltigen Kleidung: Umschwung der Modebranche?

Kaufen, nutzen, wegschmeißen, neu kaufen: Auf diese vier Schritte könnte man den Umgang mit Kleidung bei einem Gros der deutschen Population heutzutage herunterbrechen. Das legen zumindest aktuelle Studien zum Thema der nachhaltigen Kleidung und Mode nahe. So gab in einer vergangenes Jahr veröffentlichten Umfrage von Appinio mit 41% die weit überwiegende Mehrheit der befragten Millennials an, gar keine nachhaltige Mode zu kaufen – 28% erwerben diese zumindest selten, 24% manchmal und nur 8% oft.

Immerhin scheint laut einer Statista-Umfrage aus dem Jahr zuvor das Thema aber zumindest in den Köpfen der erwachsenen Bevölkerung angekommen zu sein, denn hier gaben wenigstens 26% respektive 53% der Befragten an, dass ihnen Nachhaltigkeit beim Kauf von Kleidung wichtig bzw. teilweise wichtig sei.

Doch was ist eigentlich genau das Problem? Von vielen Textil- und Kleidungsunternehmen wird heutzutage ein lineares Wirtschaftsmodell verfolgt, an dessen Ende die Entsorgung nicht mehr benötigter Kleidung steht, wobei die Hersteller mit den konkreten Abläufen dann nichts mehr zu tun haben. Dem entgegen wirken kann die langfristige Etablierung einer Kreislaufwirtschaft, an deren Anfang die Sammlung und Wiederverwertung ausrangierter Kleidung steht und an deren Ende der Verkauf neuer, aktueller Produkte.

Nachhaltige Kleidung mit fairen Arbeitsbedingungen und weniger Müll

Wer sich fragt, was nachhaltige Kleidung überhaupt ist und welche Anforderungen an entsprechende Textilerzeugnisse zu stellen sind, der findet im Netz unterschiedlichste Definitionen. Klar ist, dass folgende Thematiken eine zentrale Rolle einnehmen:

  1. Recycling bzw. Wiederverwertung alter Kleidung
  2. Nutzung nachhaltiger Materialien zur Herstellung
  3. Faire Arbeitsbedingungen und Löhne
  4. Faire Produktionsbedingungen und keine Kinderarbeit
  5. Schonung von Ressourcen

Nachhaltige Kleidung wird nicht nur fair, sondern auch ökologisch produziert. Dies fängt bereits beim rücksichtsvollen Anbau der benötigten Fasern an, geht über die Vermeidung der Verwendung gentechnisch veränderten Saatguts bzw. Unkrautvernichtern und mündet schließlich in der Wahl umweltschonender Färbemittel. Subsummierend ist also zu konstatieren, dass sich ein ganzes Sammelsurium von Konzepten hinter dem Begriff der fairen bzw. nachhaltigen Mode verbirgt.

Siegel wie der “Grüne Knopf” verbürgen sich für nachhaltige Kleidung

Frau zieht Kragen ihres Pullovers über ihr Gesicht.
Jeder Einzelne kann im Alltag und beim Kauf neuer Kleidung etwas dafür tun, dass das Bewusstsein für Wertigkeit geschärft wird.

Klar ist, wer billige Kleidung kauft, handelt gleich in mehrerlei Hinsicht verwerflich, denn einerseits werden dadurch missliche Herstellungsbedingungen gefördert und andererseits auch der erneute Konsum mangels ausreichender Qualität und Langlebigkeit.

Mittlerweile ist die Problematik deshalb auch bis zur politischen Ebene vorgedrungen und dort Gegenstand laufender Diskussionen. Erst kürzlich wurde mit dem sogenannten „Grünen Knopf“ ein neues Siegel für nachhaltige Kleidung eingeführt, das Verbrauchern das Verständnis für und die Erkennung von nachhaltig produzierten Textilien erleichtern soll.

Abgesehen davon gibt es aber auch noch dutzende weitere Textilsiegel, die Nachhaltigkeit ins Bewusstsein rücken sollen, wobei jedes Siegel seine eigenen Standards hat. Ein hochwertiges ist z.B. das von „GOTS“, was für „Global Organic Textile Standard“ steht. Die strengsten Auflagen hat das Siegel vom IVN, dem Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft.