Wirtschaft & Gesellschaft: Warum Deutschland mehr Zuwanderung braucht
… sind Reizthemen in Deutschland. Laut Umfragen ist für eine knappe Mehrheit der Bundesbürger die Migration das aktuell wichtigste politische Thema – Themen wie Rente und der Klimawandel spielen in der öffentlichen Aufmerksamkeit eine geringere Rolle.
… wird das auch immer wieder durch rechtsradikale Gruppen und Parteien, die gegen Ausländer Stimmung machen, was einhergeht mit einem deutlichen Anstieg rassistischer und ausländerfeindlicher Straftaten seit der großen Flüchtlingskrise im Jahr 2015.
… hat sich die Lage längst entspannt. Zuletzt kamen weniger als 200.000 Zuwanderer pro Jahr, eine Anzahl also, die sich im Rahmen der Jahre vor 2015 bewegt. Außerdem funktioniert die Integration der Zuwanderer inzwischen gut. Fast ein Drittel hat bereits einen Job oder macht eine Ausbildung…
… und das korreliert mit den Erfahrungen, die Deutschland seit jeher mit Zuwanderern macht: Zwar kostet deren Aufnahme in den ersten Jahren Steuergelder – unterm Strich zahlen die Zuwanderer aber langfristig mehr in die Staatskasse ein, als sie anfangs an Kosten verursachen. Die Wirtschaftsdaten sprechen eine klare Sprache: Deutschland hat bislang ausnahmslos von der Zuwanderung profitiert.
… brauchen wir Zuwanderung mehr denn je. Denn spätestens wenn im Laufe der nächsten Jahre der Großteil der Babyboomer in Rente geht fehlen der Wirtschaft Millionen Arbeitskräfte. Und die Geburtenrate der Deutschen ist zu niedrig, um das auszugleichen.
… gut ausgebildete Fachkräfte oder junge Menschen ohne Ausbildung, die man qualifizieren kann – ohne Arbeitskräfte aus dem Ausland wird sich das deutsche Wirtschaftsniveau und damit der Wohlstand nicht dauerhaft halten lassen.
… dass Deutschland auch gesellschaftlich und kulturell seit jeher von der Zuwanderung profitiert. Gerade aus der Türkei kommen, das zeigen Untersuchungen, vor allem gut Ausgebildete und Akademiker – die Elite des Landes, die vom Erdogan-Regime ins Exil getrieben wird. Und die deutsche Kunst- und Kulturlandschaft wird von Künstlerinnen und Künstlern aus Syrien, Iran, der Türkei und vielen weiteren Ländern heute maßgeblich mit geprägt. Das ist gut so! Ein kulturell abgeschottetes Land kann sich nicht entwickeln.
… ein Zuwanderungsland ist, ist seit den Sechzigern eine Tatsache, auch wenn es ewiggestrige Nationalisten nicht einsehen möchten. Doch diese sind inzwischen eine Minderheit – das zeigen auch die Wahlergebnisse. Und wenn der aktuelle Lebensstandard gehalten werden will, wird es ohne zusätzliche Zuwanderung in den nächsten Jahren nicht gehen.