Verloren im Packeis: So krass war die Franklin-Expedition
… gab es noch viele blinde Flecken auf der Erde, die kein Mensch je betreten hatte. Die Briten taten sich mit gewagten Expeditionen als große Entdecker hervor. Doch als sie den Weg durch das Packeis der Arktis in den Pazifik finden wollten, ging alles schief…
… sollte die Handelsrouten auf dem Wasser deutlich verkürzen. Der Entdecker Sir John Franklin stach mit zwei für die damalige Zeit ultramodernen Schiffen in See: der HMS Erebus und der HMS Terror. Sie richteten sich auf mindestens zwei Winter im ewigen Eis ein…
… als zweieinhalb Jahre später noch immer keine Nachricht der Schiffe England erreichte, wurden Rettungs-Expeditionen auf den Weg geschickt. Sie fanden nichts. Franklins Expedition war spurlos verschwunden. Und dann kam ein grausiger Verdacht auf…
… am Rande der Arktis wurden drei Gräber gefunden. Offenbar waren mehrere der Seeleute bereits nach dem ersten Winter gestorben. Die Todesursache ist bis heute nicht abschließend geklärt. Außerdem erzählten Eskimos von weißen Männern, der ihre Beiboote übers Eis zogen, es gab Gerüchte über Kannibalismus.
… blieben alle Rettungsversuche, die sich bis weit in die 1850er-Jahre zogen, erfolglos. Die Terror und die Erebus und mit ihr die Mannschaften blieben verschollen. Eineinhalb Jahrhunderte lang rankten sich Legenden um die Schiffe. Bis 2014…
… unternahm Kanada einen neuen Versuch. Mit High-Tech ausgerüstet fanden sie schließlich in geringer Tiefe und sehr gut erhalten erst die Erebus und zwei Jahre später die Terror. Die Schiffe waren gesunken und wurden im eisigen Wasser gut konserviert. Nun hofft man darauf, an Bord noch Aufzeichnungen zu finden, die Aufschluss darüber geben, was wirklich geschehen ist.
Die sagenumwobene Expedition wurde zur Inspiration für zahlreichen Schriftsteller. 1983 machte Sten Nadolny Franklin zum Protagonisten seines Romans „Die Entdeckung der Langsamkeit“; nur ein Jahr später veröffentlichte Christoph Ransmayr „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“. Dann wurde es gruselig…
2007 erschien der Roman „Terror“ des US-Autors Dan Simmons. Er hat minutiös die Umstände der Expedition recherchiert und einen gewaltigen historischen Roman daraus gemacht, der eine ziemlich gruselige Wendung nimmt und zu einer Hommage an Edgar Allan Poes „Maske des roten Todes“ wird. Wer es lieber sachlich mag, wird hingegen Michael Palins Buch „Erebus“ interessant finden, das nicht weniger spannend zu lesen ist, während wir darauf warten, welche Geheimnisse im Bauch der Schiffe noch gefunden werden…