Elektroauto fahren und dabei auch noch eine kleine Prämie abgreifen? Dank der THG-Quote ist das durchaus möglich.

THG-Quote genauer betrachtet: Wie E-Auto-Besitzer unkompliziert Geld verdienen können

Die Elektromobilität ist auf dem Vormarsch: Zum 1. Januar 2024 waren in Deutschland mehr als 2,3 Millionen Elektrofahrzeuge registriert, darunter rund 1,4 Millionen reine Elektroautos. Damit hat sich der Bestand innerhalb eines Jahres um etwa 25 Prozent erhöht. Trotz eines Rückgangs der Neuzulassungen im Jahr 2024 bleibt das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 insgesamt 15 Millionen Elektroautos auf den Straßen zu haben, ein zentrales Vorhaben.

Für E-Auto-Besitzer bieten sich mittlerweile neue Möglichkeiten, durch ihr Fahrzeug finanzielle Vorteile zu erzielen. Ein Beispiel ist die sogenannte Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote), mit der Fahrzeughalter jährlich mehrere Hundert Euro verdienen können – ganz ohne großen Aufwand. Doch wie funktioniert dieser Mechanismus und wie lassen sich bürokratische Hindernisse leicht überwinden?

Was ist die THG-Quote?

Die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) wurde 2015 in Deutschland eingeführt und ersetzte die zuvor geltende Biokraftstoffquote. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Mineralölwirtschaft dazu zu verpflichten, den CO₂-Ausstoß ihrer in Verkehr gebrachten Kraftstoffe schrittweise zu reduzieren. Sie ist also Teil der politischen Maßnahmen, um die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland generell abzusenken.

Die Vorgaben zur CO₂-Reduktion sind dabei klar definiert:

  • 2015: Einführung der THG-Quote mit einer Reduktionsvorgabe von 3%
  • 2024: Anstieg der Quote auf 9,35%
  • 2025: Weitere Erhöhung auf 10,6%
  • 2030: Geplante Steigerung auf 25,1%

Diese schrittweise Verschärfung der Vorgaben soll sicherstellen, dass die Mineralölunternehmen kontinuierlich Maßnahmen ergreifen, um ihren CO₂-Ausstoß zu verringern und somit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Wie können E-Auto-Besitzer davon profitieren?

E-Auto-Besitzer profitieren direkt von der THG-Quote, indem sie CO₂-Zertifikate für ihre emissionsfreien Fahrzeuge generieren lassen. Sie erhalten demnach ein „CO₂-Guthaben“ aufgrund der Tatsache, dass sie mit ihrem Elektrofahrzeug deutlich unterhalb des normalen CO₂-Ausstoßes eines herkömmlichen Fahrzeugs bleiben.

Dieses Guthaben in Form der Zertifikate können E-Auto-Besitzer an Unternehmen der Mineralölindustrie verkaufen, die gesetzlich verpflichtet sind, ihren CO₂-Ausstoß zu reduzieren. Sobald diese ihr CO₂-Budget aufgebraucht haben, müssen sie nämlich entsprechende Zertifikate kaufen, um zusätzliche Emissionen rechtfertigen zu können.

Der Ablauf ist einfach:

  1. Anmeldung des Fahrzeugs

Zunächst wird das Elektrofahrzeug bei einer geeigneten Stelle oder einem Anbieter registriert. Dafür werden in der Regel die Fahrzeugpapiere (Zulassungsbescheinigung Teil I) benötigt.

  1. Zertifizierung

Das Fahrzeug wird als emissionsfrei anerkannt, was für die Generierung von CO₂-Zertifikaten erforderlich ist.

  1. Verkauf der Zertifikate

Die ausgestellten Zertifikate werden an Unternehmen verkauft, die ihren CO₂-Ausstoß ausgleichen möchten. Dies geschieht entweder eigenständig oder über spezialisierte Dienstleister.

Die eigenständige Beantragung kann komplex sein, da verschiedene Behörden und Stellen eingebunden sind. Viele Fahrzeughalter nutzen daher die Dienste von Drittanbietern, die den Prozess vereinfachen.

Wichtig: Eigentlich wären nur Betreiber öffentlicher und privater Ladepunkte berechtigt, das eingesparte CO₂ weiterzuverkaufen. Da der Gesetzgeber jedoch den Begriff Ladepunkt sehr weit fasst, fallen auch vollelektrische Fahrzeuge darunter. Hybrid-Fahrzeuge (Plug-in-Hybrid) sind hingegen ausgeschlossen, weil dort auch noch fossile Energieträger zum Einsatz kommen.

Wie viel Geld kann man verdienen?

Die Höhe der jährlichen Einnahmen variiert zum Teil deutlich und kann somit zwischen 80 und 300 € pro Fahrzeug liegen. Einige Anbieter garantieren feste Beträge, während andere eine variable Auszahlung anbieten, die vom aktuellen Marktpreis der Zertifikate abhängt.

Folgende Faktoren beeinflussen die Auszahlung:

  • Marktentwicklung: Der Preis für CO2-CO₂-Zertifikate schwankt. Er hängt primär von der Nachfrage durch die Unternehmen der Mineralölindustrie und vom deutschen Strommix ab. Je höher der fossile Anteil an der Stromerzeugung, desto geringer die Einnahmen über die THG-Quote, weil so weniger CO₂-Einsparung entsteht. Die Nachfrage durch die Mineralölunternehmen hängt unter anderem von der Konjunktur ab. Ferner versucht diese Industrie jedoch auch, durch eigene Maßnahmen ihren CO₂-Abdruck zu vermindern, um weniger Zertifikate zukaufen zu müssen.
  • Anbietergebühren: Drittanbieter berechnen oft eine Servicegebühr, die vom ausgezahlten Betrag abgezogen wird.

Warum Drittanbieter nutzen?

Obwohl die Beantragung der THG-Quote theoretisch eigenständig möglich ist, stellt der Prozess viele Fahrzeughalter vor Herausforderungen. Er erfordert eine genaue Kenntnis der rechtlichen Vorgaben und einen erheblichen Zeitaufwand.

Drittanbieter bieten eine praktische Alternative, indem sie:

  • den gesamten Prozess abwickeln,
  • garantierte Auszahlungen bieten,
  • bürokratische Hürden für den Kunden übernehmen.

Wichtig ist hierbei, die Anbieter sorgfältig zu vergleichen. Gebührenstrukturen, Transparenz und die Höhe der garantierten Prämie sollten im Vorfeld geprüft werden. Auf Basis dieser Daten lässt sich am Ende eine informierte Entscheidung treffen.

Tipps zur optimalen Nutzung der THG-Quote

Die Nutzung der THG-Quote bietet Elektrofahrzeughaltern eine attraktive Möglichkeit, finanzielle Vorteile zu erzielen und gleichzeitig die Verkehrswende aktiv zu unterstützen. Einige zentrale Punkte sollten allerdings berücksichtigt werden, um aus der Prämie das Optimum herauszuholen.

Dazu gehören:

  1. Sorgfältige Auswahl eines Anbieters

Die Anbieter für die Abwicklung der THG-Quote unterscheiden sich hinsichtlich Gebührenstrukturen und garantierter Auszahlungen. Während einige Dienstleister feste Beträge bieten, basieren andere Angebote auf Marktpreisen für CO₂-Zertifikate. Transparente Gebühren und positive Erfahrungsberichte sind Indikatoren für seriöse Dienstleister. Ein Vergleich mehrerer Anbieter kann zusätzliche finanzielle Vorteile bieten. Laut ADAC gibt es mitunter Dienstleister, die die Auszahlung einer THG-Prämie nicht einmal garantieren.

  1. Flexibilität durch jährliche Entscheidungen

Verträge mit langer Laufzeit können die Flexibilität einschränken. Da sich Marktbedingungen und Prämienhöhen jährlich ändern, ist es ratsam, die Wahl eines Anbieters jedes Jahr neu zu treffen. Dadurch lassen sich bessere Konditionen nutzen und Anpassungen an Markttrends deutlich einfacher vornehmen.

  1. Sicherer Umgang mit persönlichen Daten

Für die Beantragung der THG-Prämie sind personenbezogene Informationen und Fahrzeugdaten erforderlich. Ein Blick in die Datenschutzrichtlinien des Anbieters gibt Aufschluss darüber, wie Daten verarbeitet werden. Seriöse Anbieter nutzen die Informationen ausschließlich für den Antragsprozess und bieten hohe Sicherheitsstandards.

  1. Nutzung weiterer Fahrzeuge

Besitzt eine Person mehrere geeignete Fahrzeuge wie Elektroautos, E-Motorräder oder E-Leichtfahrzeuge, kann für jedes Fahrzeug eine separate Prämie beantragt werden. Dies erhöht den Gesamtertrag deutlich und macht die E-Fahrzeuge finanziell damit zu einem noch besseren Geschäft.

  1. Verwendung der Prämie planen

Die ausgezahlten Beträge können zur Deckung von Betriebskosten wie Ladekosten oder Wartungsarbeiten eingesetzt werden. Dies sorgt im letztlich, dass Elektrofahrzeuge im Vergleich zu Verbrennern finanziell noch besser abschneiden.

Wem Nachhaltigkeit besonders wichtig ist, kann das Geld in nachhaltige Mobilitätslösungen investieren, um den ökologischen Beitrag weiter auszubauen. Es existieren immer mehr grüne Start-Ups, die sich über Anleihen oder sogar Aktien unterstützen lassen. Zusätzlich springt dabei auch noch eine attraktive Rendite heraus. Doch Achtung: Auch hier ist eine sorgfältige Auswahl wichtig, um die möglichen Risiken gering zu halten.

  1. Rechtzeitige Anmeldung

Die Zertifikate werden auf Jahresbasis ausgestellt. Eine frühzeitige Beantragung der THG-Prämie stellt sicher, dass die Auszahlung für das jeweilige Jahr erfolgt. Viele Anbieter setzen klare Fristen, nach deren Ablauf eine Teilnahme erst im Folgejahr möglich ist.

  1. Beobachtung des Marktes

Die Preise für CO₂-Zertifikate unterliegen Schwankungen. Eine regelmäßige Überprüfung der Anbieter und Marktbedingungen ermöglicht es, von besseren Konditionen zu profitieren und gegebenenfalls den Anbieter zu wechseln.

Eine durchdachte Herangehensweise an die Nutzung der THG-Quote ermöglicht es also, die finanziellen Vorteile zu maximieren. Die Kombination aus einer sorgfältigen Anbieterwahl, flexibler Vertragsgestaltung und einer genauen Beobachtung des Marktes stellt sicher, dass das volle Potenzial der Prämie ausgeschöpft wird. Gleichzeitig leistet jede Teilnahme einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Förderung der Elektromobilität.

Fazit: Netter Zusatzverdienst für E-Auto-Halter

Die THG-Quote bietet Elektrofahrzeughaltern eine unkomplizierte Möglichkeit, jährlich einen netten Zusatzverdienst zu erwirtschaften, während sie gleichzeitig einen Beitrag zur Klimawende leisten. Durch den Verkauf von CO₂-Zertifikaten können Unternehmen ihre Emissionen ausgleichen, während Fahrzeughalter finanziell profitieren. Mit der richtigen Anbieterwahl und einem bewussten Umgang mit den eigenen Daten lässt sich der Prozess problemlos gestalten. Die THG-Quote zeigt, wie nachhaltige Mobilität nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel entlasten kann – eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.