Die Themen Nachhaltigkeit und Wegwerfgesellschaft bestimmen schon länger das Alltagsbild. Viele der Informationen, Tipps und Tricks lernt man digital über das Smartphone kennen. Doch gerade die Herstellung dieses Geräts unseres täglichen Lebens ist alles andere als nachhaltig. Wie kann man die Lebensdauer des Smartphones erhöhen und seinen Einsatz nachhaltiger gestalten? Und was kostet das?
Reparieren, nicht wegwerfen!
Ein defekter Akku oder Riss im Display sind noch lange kein Grund für ein neues Smartphone. Eine Reparatur schont Geldbeutel und Umwelt. Als günstige Alternative zur Instandsetzung beim Hersteller gibt es mittlerweile viele kompetente Partner für Handy Reparatur Austausch und Display Glas Akku Wechsel. Oft ist es sogar möglich, das Handy bundesweit per Post einzuschicken.
Typische Anwendungsfälle sind neben den Display- und Akku Schäden auch die Reparatur von USB-Ladebuchsen, Lautsprechern, Mikrofonen oder die Reparatur eines Wasserschadens. Die Kosten sind überschaubar, der Akku-Austausch eines iPhone 12 Pro ist im oberen Preissegment angesiedelt und kostet zwischen 80 – 100€, je nach Anbieter. Um die Erwartungen der Kunden zu erfüllen, erfolgt vorab eine Fehlerdiagnose verbunden mit einer Kostenschätzung. Erst nach Freigabe des Auftrags wird mit der Arbeit begonnen. Liegt das Smartphone zur Ausbesserung vor, ist es bereits nach wenigen Stunden wieder einsatzbereit.
Von dem Versuch die Reparatur selbst durchzuführen raten Experten ab. Zu komplex ist die Technik im Gehäuse, das Gerät könnte irreparabel geschädigt werden. Des Weiteren würden neben Kosten für das Ersatzteil selbst auch Kosten für entsprechendes Werkzeug anfallen. Die Kostenersparnis sinkt also.
Gibt es umweltfreundliche Handys?
Über die Hälfte der Smartphones werden in asiatischen Ländern und unter Einsatz von Kohleenergie gefertigt. Überdies ist die Gewinnung der verbauten Rohstoffe ein aufwändiger und energieintensiver Prozess. Denn Kupfer, Silber, Gold und Platin gehören ebenso in dazu, wie Kunststoff und Glas.
Um wichtige Funktionen zu ermöglichen werden auch “kritische Rohstoffe” wie Kobalt, Indium und Wolfram verbaut. Diese sind nicht nur äußerst selten. Der Abbau erfolgt unter schlechten Bedingungen, da die Minen oft einstürzen und die Löhne für die Arbeitenden sehr niedrig sind. Immer öfter wird auch die Kinderarbeit der Herstellerkonzerne angeprangert.
Dies hat auch die Bundesregierung erkannt und fordert strengere Regeln für Smartphones, Tablets und Wearables. Zum Schutze der Umwelt soll der bessere Austausch von Teilen ermöglicht werden. Das Ziel – 7 Jahre lang sollen Ersatzteile und Sicherheitsupdates zu einem angemessenen Preis verfügbar sein. Aktuell müssen unabhängige Reparatur Anbieter mit refurbished Material arbeiten. Dieses ist zwar zu 100% kompatibel und funktionstüchtig, aber wurde nicht vom Hersteller selbst produziert. Laut Experten fehlt es daher oft an Teilen für eine fachgerechte und günstige Reparatur. Für die Kunden folgen daraus erhöhte Kosten. Statt einem kleinen Bestandteil im Smartphone muss eine größere Baugruppe ersetzt werden.
3 Tipps für eine nachhaltige Nutzung
Was kann man darüber hinaustun, um sein Smartphone so nachhaltig wie möglich zu verwenden? Denn nur in etwa ein Drittel aller Smartphones erleidet während der Nutzungsdauer einen schwerwiegenden Defekt, der einer Reparatur bedarf.
1. Das Smartphone schützen
Besitzt man ein Smartphone für mehrere hundert Euro, sollte in eine qualitative Schutzhülle und einen Schutz für das Display investiert werden. Das Risiko eines Glasbruchs sinkt rapide. In Folge verlängert sich die Lebensdauer des Geräts.
Diese praktischen Hüllen gibt es von verschiedensten Anbietern. Hüllen aus Holz, recyceltem Plastik aus dem Meer – auch hier kann auf Nachhaltigkeit geachtet werden.
2. Eine längere Nutzungsdauer
Gehört das alljährliche neue Smartphone wirklich zum Lifestyle? Die Lebensdauer eines Handys liegt zumeist nur bei 20-24 Monaten. Das Gerät funktioniert aber weiterhin. Man sollte sich daher die Frage stellen, ob es möglich ist, für 1-2 Jahre auf ein neues Smartphone zu verzichten.
3. Recycling
Ist das Handy kaputt, verwahren es viele in der Schublade als Ersatz. So sammeln sich über die Jahre einige Geräte an, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr genutzt werden. Es wird geschätzt, dass so über 35 Tonnen Silber sowie mehrere Tonnen Gold und Kupfer ungenutzt herumliegen.
Der bessere Weg ist die Spende an verschiedene Organisationen. Diese kümmern sich um ein fachgerechtes Recycling und eine optimale Wiederverwertung der seltenen Rohstoffe. Vereinzelt bekommt man sogar Geld dafür! Alternativ werden mit dem Erlös des Rohstoffverkaufs soziale Projekte unterstützt, die unter anderem den Arbeitenden der Kobaltminen zu Gute kommen.