Häufige Fragen zum Stromanbieterwechsel

Keine Angst vor dem Stromanbieterwechsel

Zu kompliziert und nicht lohnenswert: Gehören Sie auch zu den Millionen Deutschen, die sich bisher nicht zu einem Wechsel des Stromanbieters durchringen konnten? Etwa ein Drittel der deutschen Haushalte steckt noch in der teuren Grundversorgung, die automatisch Strom liefert, wenn ein Anbieterwechsel bisher eine zu große Hürde darstellte. Warum Sie der Sache eine Chance geben sollten, darüber haben wir mit Jan Lengerke, Energieexperte und Mitglied der Geschäftsleitung beim Verbraucherportal Verivox, gesprochen.

Warum hat Strom keinen Einheitspreis?

Strom ist ein wirtschaftliches Gut – den Preis dafür dürfen Versorger in gewissen Grenzen selbst bestimmen. Gelingt es dem Anbieter mit klugen Beschaffungsstrategien Strom günstig einzukaufen, können die Kunden davon profitieren. Darüber hinaus sorgen regional unterschiedliche Netzkosten für ein großes Preisgefälle. Wie hoch die Kosten ausfallen, hängt auch von der Art der Versorgung ab: Die Grundversorgung ist in der Regel deutlich teurer als alternative Verträge. Und auch Ökostrom mit strengen Gütesiegeln kostet meist mehr als Ökostrom ohne Herkunftsnachweis.

Warum sollten Verbraucher ihren Stromanbieter wechseln?

Weil es sich wirklich lohnt. Wer noch nie den Anbieter gewechselt hat, spart im Durchschnitt 400 Euro. Außerdem tragen wechselfreudige Verbraucher dazu bei, den Wettbewerb auf dem Strommarkt weiter zu beflügeln und so langfristig das Preisniveau zu senken. Versorger, die um die Gunst der Kunden buhlen müssen, bieten nicht selten einen besseren Service, preisgünstigere Tarife und faire Vertragsbedingungen. Und der Strom kommt genauso sicher und zuverlässig zuhause an wie bisher auch. Nur eben günstiger.

Ist der Wechsel nicht sehr aufwendig?

Nein, überhaupt nicht. Für einen Strompreisvergleich benötigen Verbraucher genau zwei Angaben: ihre Postleitzahl und ihren Stromverbrauch. Wer seine Stromrechnung bereitlegt, braucht für den Wechsel selbst nur 10 Minuten. Der neue Anbieter übernimmt in der Regel die Kündigung beim alten.

Kommt es zu einer Unterbrechung der Stromversorgung?

Diese Angst ist völlig unbegründet. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass es durch den Anbieterwechsel nicht zu einer Unterbrechung der Versorgung kommen darf. Beim Wechsel selbst werden weder Leitungen gekappt, noch Zähler ausgetauscht. Der Wechsel findet im Grunde genommen nur auf dem Papier statt.

Welchen Tipp möchten Sie unseren Lesern noch mit auf den Weg geben?

Der günstigste Strom ist der, der gar nicht verbraucht wird. Mit kleinen Verhaltensänderungen lässt sich der Stromverbrauch ganz einfach senken. Wer etwa elektrische Geräte nach der Nutzung von der Steckdose trennt, spart sich Stand-by-Kosten von gut 100 Euro pro Jahr. Aber auch der bestehende Vertrag sollte regelmäßig überprüft werden, denn ein Anbieter, der heute günstig ist, ist es schon morgen vielleicht nicht mehr.