Manchmal sagt der Körper einfach: „Stopp, es geht nicht mehr!“ Spätestens dann ist der Zeitpunkt gekommen, um sich eine Auszeit zu gönnen. Der ganze Stress und der Leistungsdruck unserer heutigen Gesellschaft sorgen dafür, dass es uns mental und körperlich immer schlechter geht, wenn man den aktuellen Studien glauben darf: Demnach wird jeder Vierte einmal berufsunfähig. Die häufigsten Gründe sind psychischer oder neurologischer Natur. Deshalb sollte man sich lieber zu früh als zu spät eine Auszeit gönnen. Dazu hat man gleich mehrere Möglichkeiten, wie etwa ein Wellness-Wochenende, eine Kur oder gleich ein ganzes Sabbatical.
Nicht zu lange warten
Oft merkt man ja erst dann, dass man eine Pause braucht, wenn es bereits zu spät ist. Viele Menschen leben förmlich für ihre Arbeit. Jedoch sollte es doch eigentlich so sein, dass man arbeitet, damit man leben kann. Die Folge von zu viel Arbeit kann ein Burnout sein. Das Syndrom hat sich in Deutschland in den vergangenen Jahren zu einer der großen Volkskrankheiten entwickelt, von der sich jeder zweite Arbeitnehmer bedroht fühlt.
Allerdings sollte man es nicht so weit kommen lassen und das muss man auch nicht, wenn man die frühen Anzeichen für ein Burnout kennt. Die Gesundheit sollte an erster Stelle stehen. Die häufigsten Alarmsignale sind:
- Übertriebener Einsatz im Job: Die betroffenen Angestellten fühlen sich in ihrem Job unverzichtbar und stellen ihre Arbeit an erste Stelle. Das führt wiederum zu Schlafmangel und Konzentrationsproblemen.
- Eingeschränkte Leistungsfähigkeit: Aufgrund des übertriebenen Einsatzes und dessen Folgen schwindet die Energie des Betroffenen. Gleichzeitig bürden sie sich in dieser Phase immer mehr Aufgaben auf.
Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Anzeichen. Spätestens dann, wenn sich diese Alarmsignale häufen, sollte man die Notbremse ziehen und professionelle Hilfe suchen. Hier könnte beispielsweise eine Psychotherapie oder eine Kur in Frage kommen.
Kuraufenthalt als Auszeit
Bereits als Präventionsmaßnahme kann ein Besuch in einem Kurhotel oder in einer Rehaklinik sinnvoll sein. Aber auch bei einem fortgeschrittenen Burnout oder anderen psychischen Erkrankungen kann ein Kuraufenthalt hilfreich sein.
Allerdings sollte man sich hier im Vorfeld mit seinem Arzt und mit seiner Krankenkasse beraten, ob die Kosten übernommen werden und wie der genaue Ablauf ist. Die besten Chancen, dass diese Maßnahme von der Versicherung übernommen wird, hat man wohl bei einer privaten Krankenversicherung. Eine solche private Absicherung bietet eine ganze Reihe an Vorteilen.
Damit die Versicherung die Kosten wirklich übernimmt, müssen jedoch einige Bedingungen erfüllt sein. Zunächst muss man das Gespräch mit dem Arzt suchen. Der muss wiederum darlegen, dass es keine passenden Therapie- und Vorsorgemöglichkeiten vor Ort gibt. Dann muss der Arzt einen entsprechenden Antrag für die Versicherung ausfüllen, in dem die Ziele und Therapiemöglichkeiten dargelegt werden.
Wird der Antrag genehmigt, hat man etwa vier Monate Zeit, um die Kur anzutreten. Für gewöhnlich wird ein Kur-Zeitraum von etwa drei Wochen eingeräumt. Bei Burnout kann die Kur auch schon bis zu sechs Wochen dauern. Dabei erfährt man in der Regel eine Kombination aus Psychotherapie und physiologischer Therapie.
Sollte der Antrag abgelehnt werden, kann man Widerspruch einlegen. Falls der ebenfalls abgelehnt werden sollte und man dennoch auf die Kur beharrt, bleibt nur noch der Weg zum Sozialgericht.
Kleine Inseln im Alltag schaffen
Oft muss es aber gar nicht zur Kur kommen, wenn man beispielsweise bereits im Alltag vorsorgt. Hier sollte man sich immer mal wieder etwas gönnen und Zeiten einräumen, in denen man nicht an die Arbeit denkt. An einem normalen Arbeitstag dient dazu der Feierabend. Leider macht es die Digitalisierung oft möglich, dass wir immer und überall erreichbar sind. Das ist nicht immer von Vorteil.
Deshalb sollte man ab einer gewissen Zeit nach Feierabend das Smartphone ausschalten. Das kann den Stress bereits deutlich reduzieren. Daneben empfehlen sich diverse Meditationsmethoden und Yogaübungen, die man immer mal wieder nebenbei durchführen kann,
um sich zu erden.

© unsplash.com, Jared Rice. Meditation ist ein guter Weg, um einfach mal abzuschalten.
Das Wochenende sollte ebenfalls der Freizeit gewidmet sein. Nach einer 40-Stunden-Arbeitswoche ist es wichtig, dass man die beiden freien Tage gut zur Erholung nutzt. Ab und zu kann ein Wellnessprogramm nicht schaden. Zudem tut regelmäßige Bewegung gut, um Stress zu reduzieren.
Einjährige Auszeit mit dem Sabbatical
Ein Sabbatical oder zu Deutsch Sabbatjahr, kann ebenfalls wie eine Befreiung wirken. Mit einem Jahr ohne Arbeit hat man die Möglichkeit, Herzensprojekten nachzugehen und einmal das zu tun, was man schon immer tun wollte. Dem eigenen Willen nachzugehen, ist ein wahrer Stresskiller und ein hilfreiches Mittel gegen das Burnout. Hier ist die Schwierigkeit wohl eher, ob der Arbeitgeber mitspielt. Oft lässt sich ein unbezahlter Urlaub mit dem Chef aushandeln, für den man jedoch auch entsprechende finanzielle Rücklagen braucht.
Bei einer solchen langen Auszeit sollte man jedoch bei der Planung alle Eventualitäten miteinschließen. Besonders wichtig ist hier der Wiedereinstieg in den Job. Nach einem Jahr Pause ist der nicht zu unterschätzen. Generell stehen zwar die Erholung und die Selbstfindung dabei im Vordergrund, jedoch sollte alles gut geplant sein.