Der demografische Wandel zeichnet sich in Deutschland vor allem an der immer älter werdenden Bevölkerung und damit einhergehenden Herausforderungen ab. Doch auch andere Aufgaben müssen in den kommenden Jahren verstärkt angegangen werden

Demografischer Wandel: Welche Herausforderungen erwarten uns in den nächsten Jahren?

Der demografische Wandel bezeichnet nach Definition der Bundeszentrale für politische Bildung „die  die Bevölkerungsentwicklung und ihre Veränderungen insbesondere im Hinblick auf die Altersstruktur, die Entwicklung der Geburtenzahl und der Sterbefälle, die Anteile von Inländern, Ausländern und Eingebürgerten sowie die Zuzüge und Fortzüge.“ Der demografische Wandel in Deutschland lässt bereits jetzt darauf schließen, dass die Gesellschaft dieses Landes in den kommenden Jahren eine immer vielfältigere wird. Doch sie wird auch immer älter, da die gesundheitliche Versorgung weitere Fortschritte macht und die Geburtenzahl niedrig ist. Ein grundsätzlicher Bevölkerungsrückgang ist bereits abzusehen. All diese Entwicklungen stellen Chancen dar, vor allem aber schaffen sie aber auch diverse Herausforderungen, denen Deutschland sich in den kommenden Jahren stellen muss.

Ursachen für den demografischen Wandel

Die Geburtenrate

Die Geburtenrate ist eine der drei Komponenten, die den demografischen Wandel beeinflusst. Sie hängt nicht nur vom Geburtenverhalten der Frauen einer Gesellschaft ab, sondern natürlich auch von der Anzahl potenzieller Mütter, die sich überhaupt in einem Land befinden.

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Frauen heute weniger Kinder bekommen als früher. „Früher“, das heißt in diesem Fall vor etwas weniger als hundert Jahren. Frauen, die in den 1930er Jahren zur Welt kamen, hatten im Durchschnitt mehr als zwei Kinder. Doch schon zwischen 1937 und 1966 kam es zu einem extremen Anstieg des Anteils der Kinderlosen an allen Frauen eines Jahrgangs. Diese sogenannte endgültige Kinderlosenquote verdoppelte sich von 11 auf 21 Prozent.

Die Gründe für solch niedrige Geburtenzahlen können wirtschaftlich, politisch oder durch Kriege bedingt sein. Zum aktuellen Zeitpunkt dürfte vor allem der gesellschaftliche Wandel für weniger „Lust auf Kinder“ verantwortlich sein. So haben Kinder heute nicht mehr den gleichen „ökonomischen Stellenwert“ wie früher. Da Frauen heute (fast) die gleichen Chancen in der Arbeitswelt haben, wie Männer, lassen sich Kind und Job oftmals nicht mehr so gut vereinen. Die Entscheidung für eine Karriere bedeutet somit nicht selten auch die Entscheidung gegen mehrere oder gar gegen Kinder überhaupt.Im Jahr 1968 erreichte die endgültige Kinderzahl je Frau mit 1,49 Kindern in Deutschland ihren historischen Tiefstand. Erst nach 2010 stieg diese Zahl wieder ganz leicht an. Im Osten kamen einige Jahre mehr Kinder zur Welt als im Westen, seit 2020 hat sich aber auch das wieder geändert. Man geht stark davon aus, dass sich die durchschnittliche Kinderzahl in ganz Deutschland in naher Zukunft weiter erhöhen wird. Das ist allerdings nur eine mäßig gute Nachricht innerhalb einer besorgniserregenderen. Denn trotz dieser Geburtenzunahme wird die Zahl der in kommenden Generationen geborenen potenziellen Mütter und Väter niedriger bleiben als in jeweils vorhergehenden.

Die Sterberate

Nicht nur die niedrige Geburtenzahl, auch die steigende Lebenserwartung ist für eine demografische Alterung der Menschen in Deutschland verantwortlich. Kommen in einer Gesellschaft weniger Menschen auf die Welt und werden die Alten immer älter, wächst nun einmal der Anteil der Älteren gegenüber dem der Jüngeren.

Der zentrale Indikator, um ein immer länger werdendes Leben auszudrücken ist hierbei die sogenannte „Lebenserwartung bei Geburt“. Diese hat sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts verdoppelt. Der Hauptgrund dafür ist sicherlich eine bessere gesundheitliche Versorgung als früher sowie kontinuierlicher medizinischer Fortschritt. Gerade auch bestimmte Krankheiten, die früher meist tödlich endeten und deren Ursachen heute deutlich besser erforscht sind, lassen sich inzwischen viel besser behandeln.

Hinzu kommen Fortschritte in den Bereichen:

  • Hygiene
  • Ernährung
  • Wohnsituation

Deutlich verbesserte Arbeitsbedingungen und nicht zuletzt damit einhergehend auch ein gestiegener Wohlstand wirken sich ebenfalls in nicht zu unterschätzender Weise auf die Sterblichkeit einer Gesellschaft aus.

Diverse Sterbetafeln zeigen, dass die Lebenserwartung Neugeborener heute (2021) durchschnittlich rund 81 Jahre beträgt – wobei jene der Mädchen wenige Jahre über der von Jungs liegt. Seit 1970 allein ist dies eine Zunahme von rund zehn Jahren. Außerdem lässt sich jetzt schon absehen, dass die Bevölkerung in Zukunft rapide immer älter wird. Während zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Anteil aller über 60-Jährigen an der gesamten Bevölkerung noch etwa nur acht Prozent betrug, geht man davon aus, dass es 2050 schon mehr als dreißig Prozent sein werden.

Die Migration

Auch räumliche Bevölkerungsveränderungen durch Migration, also durch Zu- und Abwanderungen, beeinflussen das Wachstum einer Gesellschaft oder eines Landes. Die Migration hat, im Gegensatz etwa zur demografischen Alterung, eine lange Geschichte und beeinflusst auch Deutschland selbstverständlich schon immer.

Grundsätzlich ist zu beobachten, dass sowohl der Anteil der Deutschen mit Migrationshintergrund als auch der der ausländischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung eher zunimmt. Während die Anzahl der Deutschen mit Migrationshintergrund 2005 etwa noch knapp 8 Millionen betrug, lag sie 2019 schon bei etwa 11 Millionen.

Die Integration der neu Zugewanderten und noch Zuwandernden ist eine große Herausforderung des demografischen Wandels für Deutschland. Mit Bildungsförderung, der doppelten Staatsbürgerschaft und Maßnahmen für einen Zugang zum Arbeitsmarkt versucht man ihr seit Jahren gerecht zu werden. Um die Unterbringung, Versorgung und Integration von Neuankömmlingen zu unterstützen sind zudem in etlichen Städten und Gemeinden ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aktiv.Menschen mit Migrationshintergrund sind in Deutschland durchschnittlich jünger als die Gesamtbevölkerung. Das hängt auch damit zusammen, dass mehr junge Menschen die Flucht aus Krisen- und Kriegsregionen wagen und es als Schutzsuchende in Länder wie Deutschland schaffen. Doch auch aus diversen EU-Staaten, die unter der Wirtschafts- und Währungskrise seit 2010 stärker zu leiden haben als etwa Deutschland, wandern zunehmend mehr Menschen ein. Europa ist somit auch die wichtigste Herkunftsregion der Menschen mit Migrationshintergrund. Die Zahl derjenigen mit Wurzeln im Nahen und Mittleren Osten nimmt allerdings rasch zu.

Die Integration ist schon seit Langem eine Herausforderung, die zumindest in Teilen gut angegangen wird. Der demografische Wandel bringt allerdings noch eine Reihe weiterer Herausforderungen für Deutschland mit sich, die in naher Zukunft noch viel stärker spürbar werden.

Die größten Herausforderungen

Armutsgefährdung der Älteren

In Deutschland gilt als armutsgefährdet, wer inklusive staatlicher Transferleistungen über weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. Betrachtet man sich Statistiken, fällt eindeutig auf, dass die Armutsgefährdungsquote von Senioren in Deutschland von 2005 bis 2019 drastischer gestiegen ist als die der gesamten Bevölkerung. Während insgesamt im Jahr 2005 noch „nur“ 14,7 Prozent der Menschen armutsgefährdet und es 2019 „nur“ 1,2 Prozent mehr waren, sieht die Zahl bei den Senioren mit einem Anstieg von 11 Prozent auf 15,7 Prozent schon erschreckender aus.

Das große Problem ist, dass das Rentenniveau durch die demografische Entwicklung und rentenrechtliche Veränderungen kontinuierlich sinkt. Zugleich aber wirkt die zum Ausgleich geschaffene private Altersvorsorge nicht flächendeckend. Kommt es auf Seiten der Politik nicht zu mehr Einsatz und zahlen Arbeitgeber nicht höhere Löhne, muss der durchschnittliche Arbeitnehmer so früh wie möglich selbst aktiv werden.

Neben derlei privat getroffenen Maßnahmen muss die Politik vor allem einem Problem ins Auge schauen: Das Durchschnittseinkommen der Personen ab 65 Jahren muss stärker steigen, um nicht hinter jenem der Gesamtbevölkerung zurückzubleiben. Andernfalls ist bei derlei unterdurchschnittlichen Einkommenspositionen bei Renteneintritt zukünftig verstärkt und dauerhaft mit zunehmender Altersarmut zu rechnen. Es geht dann darum, nicht nur privat Geld fürs Alter neben der Rente zurückzulegen, sondern etwa auch an die Familie zu denken. Damit Hinterbliebene – gerade auch Partner oder Partnerin – beispielsweise nach dem eigenen Ableben keine hohen Kosten für die Bestattung zu tragen haben, kann sich etwa der Abschluss einer Sterbegeldversicherung lohnen. Dabei handelt es sich um eine lebenslang laufende Versicherung auf den Todesfall mit einer Versicherungssumme meist zwischen 1.500 Euro und 15.000 Euro. Wer eine solche Versicherung abschließen möchte, sollte sich im Vorfeld gut informieren, um individuell passende Leistungen zu sichern.

Mehr Pflegebedürftige

Die Alterung der Gesellschaft führt auch dazu, dass immer mehr Deutsche von Pflegebedürftigkeit betroffen sind. Innerhalb von zwanzig Jahren hat sich die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland verdoppelt. Waren es 1999 noch 2,02 Millionen so zählte man im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes 2019 schon 4,13 Millionen Menschen zu den Pflegebedürftigen.

Da zunächst kein Ende Alterung der Gesellschaft abzusehen ist, erwarten Prognosen auch für die kommenden Jahre weiterhin eine Zunahme der Pflegebedürftigen. Rund 80 Prozent aller Pflegebedürftigen werden im eigenen häuslichen Umfeld betreut. Der Anteil all jener, die in Heimen betreut werden, geht kontinuierlich zurück. Was zunächst positiv klingen mag – mehr junge Menschen oder Partner/innen scheinen in der Lage und bereit zu sein, sich um ihre Verwandten zu kümmern, ist nicht unproblematisch. Denn Heime werden immer mehr zum Wohnort von hochgradig Pflegebedürftigen – also solchen, die auf professionelle Hilfe angewiesen sind. Die Attraktivität der Heime für eher „leichte“ Pflegefälle wird damit sinken. Das belastet mitunter Familien, die sich gezwungen fühlen, die Pflege selbst in die Hand zu nehmen, eigentlich aber nicht über die notwendigen Mittel, die Erfahrung und die Zeit verfügen.

Bei der derzeitigen bereits erläuterten demografischen Entwicklung werden in naher Zukunft auch vermehrt Migrantinnen und Migranten von Pflegebedürftigkeit im Alter betroffen sein. Mit einer Abnahme der Zahl an Erwerbspersonen stellt sich die Frage nach adäquater Versorgung auch dieser Pflegebedürftigen. Hinzu kommt hier die Herausforderung, die Menschen mit Migrationshintergrund entsprechend ihrer Herkunft anders oder besser gesagt, auf kulturelle Besonderheiten hin sensibilisiert zu behandeln. Menschen mit Migrationshintergrund in der Pflege könnten Personalengpässe schließen und diese interkulturelle Sensibilität im Gesundheits- und Pflegewesen ankurbeln.

Höhere Gefahr der Einsamkeit im Alter für Frauen

Dass der demografische Wandel auch mit einem Problem einhergeht, dass die psychische Gesundheit vieler Deutscher betrifft, wird oft unter den Tisch gekehrt oder schlichtweg vergessen. Ein Problem jedoch ist eng verzahnt mit dem Problem der älter werdenden Gesellschaft und bildet einen gesonderten Teil davon. So ist in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur die Zahl der 65-Jährigen und Älteren stark angestiegen. Auch bei der Geschlechterverteilung lässt sich nach wie vor ein Missverhältnis feststellen.

Denn der Anteil der Frauen unter den Ältesten liegt über dem der Männer. Bei den Menschen ab 65 Jahren hat sich dieses Problem leicht gebessert. Waren es 1991 noch 7,9 Millionen Frauen gegenüber 4,1 Millionen Männer waren es 2019 „nur noch“ 10,2 Millionen Frauen gegenüber 7,9 Millionen Männern.

Mehr alleinstehende ältere Frauen haben potenziell mehr Bedarf an professioneller und dabei mitunter eben auch psychologischer Hilfe. Denn wie auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hervorhebt, ist Einsamkeit im Alter ein ernstzunehmendes Problem. Angesprochene Hilfe aber muss erst einmal gegeben sein – sind doch viele psychologische Praxen sowieso schon ausgelastet.Problematisch wird es aber bei den 85-jährigen und älteren Frauen. Sie machten 2019 noch 68 Prozent der Hochbetagten aus. Das liegt ganz einfach daran, dass die Lebenserwartung von Frauen einige wenige Jahre über derer der Männer liegt. Viele dieser Frauen über 85 sind vielleicht grundsätzlich noch körperlich und geistig fit und mitunter Jahre davon entfernt pflegebedürftig zu werden. Dennoch kann es sein, dass das Alleinsein ihnen psychisch stark zusetzt.

Hinzu kommt, dass gesellschaftlich isolierte Menschen oft auch gar nicht so leicht zu erreichen sind, wenn sie sich selbst mit ihren Sorgen nicht zu Wort melden. Hier bedarf es diverser kreativer Zugänge, um Netzwerke zu stärken und die Sensibilisierung für schwer zu erreichende Gruppen zu fördern. Es wird zukünftig auch mehr Modellprojekte für die gesellschaftliche Teilhabe Älterer geben und einen stärkeren Einsatz für Mehrgenerationenhäuser seitens der Politik geben müssen.

Wachsende Großstädte, schrumpfende Landbevölkerung

Im Jahr 2015 gab es das höchste Bevölkerungswachstum seit 1992. Allerdings lag das nicht an der Geburtenrate – diese nämlich ist, wie bereits erwähnt, historisch niedrig. Grund für das starke Wachstum war einzig und allein die Zuwanderung aus dem Ausland. Ein Problem, das hiermit einhergeht: In der Regel zieht es Zuwandernde in Großstädte. Das führt zu einer ungleichen Verteilung stark wachsender Metropolen und schrumpfender Klein- und Mittelstädte.

Daneben wird es genauso wichtig sein, schrumpfende Städte wieder attraktiver zu machen. Das bedeutet: Die Wirtschaft zu fördern, um den Zuzug von Bewohnern zu erhöhen. Dabei spielen vor allem auch eine Verbesserung der digitalen und sozialen Infrastruktur, aber auch kulturelle Angebote, bessere Verkehrsanbindungen und integrative Maßnahmen eine entscheidende Rolle.Das Problem urbaner Schrumpfung ist kein Neues. Dennoch stehen Städte, die mit diesem Problem vorher nie zu kämpfen hatten, vermehrt vor der Aufgabe, sich auf strategisch ausgerichtete Planungsprozesse einzulassen. Bund und Staat unterstützen sie nur dann, wenn „Integrierte Stadtentwicklungskonzepte“ vorliegen. Solche Konzepte entstehen nicht über Nacht und müssen immer wieder verbessert und an sich verändernde Umstände angepasst werden.

Besonders drastisch ist der Rückgang der Bevölkerung auf dem Land. Der Anteil der Bevölkerung, der auf dem Land lebt, hatte 2020 den niedrigsten Stand seit 1871 erreicht. Vor allem junge Menschen meiden das Land heute und ziehen eher in Mittel- und Großstädte. Auch hier besteht also Stärkungsbedarf des ländlichen Raums. Gerade an Hochschulen auf dem Land mangelt es bislang stark. Entsprechende Konzepte und Baumaßnahmen kosten aber nicht wenig Geld und bedürfen oftmals ebenfalls jahrelanger Planung.

Mehr Bedarf an Umweltschutz

Der Wandel der Bevölkerungsstruktur in Deutschland wird sich auch auf die Umwelt und auf den Bedarf an Naturschutz auswirken – und das nicht nur auf dem Land, sondern genauso auch in Städten. Allerdings lässt sich der Einfluss des demografischen Wandels auf die Natur nur selten auf einzelne Veränderungen zurückführen.

Auf dem Land wiederum bieten sich vor allem dort Möglichkeiten, den Umweltschutz voranzutreiben, wo etwa alte Industrie- und Wohnanlagen nicht mehr gebraucht werden. Hier können neue Flächen geschaffen werden, auf denen sich die Natur erholen und neu entwickeln kann.Fest steht aber, dass mit einer Zunahme von Einwohnerzahlen in Städten auch ein erhöhter Bedarf an integrierter Naturfläche besteht. Der Erhalt und die Schaffung von Grünflächen wie Parks, Spielplätzen oder botanischen Gärten steigert dabei nicht nur die Lebensqualität der Stadtbevölkerung. Vielmehr kann durch mehr Grünfläche auch eine Reduktion von Lärm und Schadstoffen erfolgen. Nicht zuletzt lernen in Städten aufwachsende Kinder in der Natur am besten auch Dinge über die Natur, die sie später wieder etwa zum Schutz der Umwelt anwenden können. Projekte, wie die „Gartenarbeitsschule“ in Berlin, bei welcher die Teilnehmer aus verschiedenen sozialen Schichten und Generationen Gartenarbeit nähergebracht bekommen, sind Beispiele für kreative Maßnahmen.

Neue und kostspielige bildungspolitische Aufgaben

Auch das deutsche Bildungssystem wird in den kommenden Jahren stärker vom demografischen Wandel beeinflusst werden. Das liegt vor allem an der sinkenden Bevölkerungszahl, die in direkter Weise den Bedarf an Bildungseinrichtungen und das Personal vor neue Herausforderungen stellt. Wie bereits erläutert, ist vor allem in ländlichen Regionen mit einer starken Abwanderungsrate zu rechnen. Anpassungen der regionalen Angebote an Bildungseinrichtungen werden kaum aufzuhalten sein. Gleichzeitig muss man sich aber mit dem ebenfalls bereits genannten Problem auseinandersetzen, wie bei einer Verkleinerung der Bildungsangebote aufgrund weniger Bedarf dennoch die Attraktivität des ländlichen Raums auch im Sektor Bildung erhalten bleibt.

Denn, obwohl viele Kinder von Zugewanderten zwar sogar in Deutschland geboren sind und die deutsche Staatsangehörigkeit haben, wird in der Familie nicht selten noch rein in der Herkunftssprache der Eltern kommuniziert. Wenn mit dem Beginn der Schulzeit keine grundlegenden Deutschkenntnisse vorhanden sind, können diese Kinder den Anforderungen bereits des schulischen Lernens in der Vor- und Grundschule nicht gerecht werden. Die frühkindliche und schulische Bildung wird sich zukünftig dieser Herausforderung in deutlich stärkerem Maße stellen müssen.In größeren Städten wiederum ist damit zu rechnen, dass die Zahlen an Kita-Kindern, Schülern, Auszubildenden und Studierenden weiter rapide ansteigen wird. Vor allem hier muss man sich nicht nur mit ebenfalls einer Anpassung der Bildungsangebote hinsichtlich der Quantität, sondern auch deren Qualität beschäftigen. Die Zuwanderung der Menschen aus dem Ausland etwa stellt das Bildungssystem vor neue Herausforderungen.