Das Ende des Bargelds: Eine Gefahr für die Demokratie?
… droht am Horizont. Banken machen schon seit Längerem keinen Hehl daraus, dass sie das Bargeld gerne abschaffen würden – und auch die Politik ist dem Gedanken in Teilen nicht abgeneigt und unternimmt erste Schritte.
Schon seit Ende 2018 gibt die Europäische Zentralbank (EZB) keine 500-Euro-Scheine mehr aus. Die Scheine, die im Umlauf sind, sind aber weiterhin gültig. Langfristig sollen sie aus dem Verkehr gezogen werden. Das Argument: Damit sollen Schwarzgeldzahlungen erschwert werden.
Der nächste Schritt dürfte das Ende des Kupfergeldes sein. Bereits jetzt ist es in mehreren europäischen Ländern zum Teil abgeschafft – in Belgien und Holland zum Beispiel kann nicht mehr mit 1- oder 2-Cent-Münzen gezahlt werden. Das Argument: Die Münzen sind teurer als ihr Wert.
Herstellung, Sammlung, Umtausch und Transport der kleinen Münzen verursacht jedes Jahr einen Aufwand und Kosten, die in keinem Verhältnis zu ihrem Wert stehen. Die Bürger sind außerdem oft genervt von den großen Mengen fast wertlosen Geldes im Portemonnaie.
… können die Endpreise dann auf 5 Cent auf- oder abgerundet werden. So würde weder den Händlern noch den Kunden ein Nachteil entstehen, wie die Praxis in Holland und Belgien zeigt. Die EU-Kommissionschefin Ursula Von Der Leyen hat nun angeregt, das auch in Deutschland so zu machen.
… in Schweden beispielsweise ist es vielerorts schon heute nicht mehr möglich, mit Bargeld zu zahlen. Stattdessen zahlt man mit Karte oder App. Die Bürger finden das praktisch. In Deutschland hingegen hängt eine deutliche Mehrheit am Bargeld und ist gegen die Abschaffung.
… die Abschaffung winziger Münzen und sehr großer Scheine auch ist – die komplette Bargeldabschaffung birgt immense Gefahren, weswegen die Skepsis der Deutschen (und auch der Bürger weiterer Länder) durchaus gut begründet ist.
Ohne Bargeld lässt sich jede Transaktion lückenlos nachvollziehen. Das Ergebnis wäre der komplett gläserne Bürger. Nicht nur Unternehmen, auch der Staat könnte im Detail sehen, wer wann was zu welchem Preis kauft. Mit solchen Informationen lassen sich nahezu lückenlose Persönlichkeitsprofile erstellen.
… könnten die Banken auch auf kleine Guthaben höhere Gebühren und sogar Negativzinsen durchdrücken – die Kunden hätten ja keine Möglichkeit mehr, ins Bargeld zu flüchten. Hinzu kommt die Gefahr, dass bei einem Bankencrash tatsächlich alles verloren geht. Für die Banken wäre all das von Vorteil. Für die Bürger könnte es zur Katastrophe werden.
Nägel oder Stifte kauen ist bei modernen Vergleichsportalen, die dem Verbraucher sämtliche Arbeiten abnehmen, nicht mehr nötig.