Legale Steuertricks für Jedermann

Die Steuererklärung macht in Deutschland niemand gern, denn das hiesige Steuerrecht gilt als kompliziert. Dabei kann es sich durchaus lohnen, sich mal intensiver in die Materie zu vertiefen. Und zwar um Steuern zu sparen. Auch für Arbeitnehmer und kleine Selbständige gibt es zahlreiche legale Steuertricks, mit denen sich die Steuerlast spürbar senken lässt.

In und um die eigene Wohnung lässt sich so einiges beim Finanzamt geltend machen. Zwar ist das komplette Arbeitszimmer nur dann absetzbar, wenn es dauerhaft den Mittelpunkt der Berufsausübung bildet, einzelne Elemente des Arbeitszimmers kann man aber fast immer einreichen. Den neuen Bürostuhl, den Schreibtisch, das Druckerpapier und alles, was sonst noch anfällt und klaren Bezug zum Arbeitsplatz hat. Aber Achtung: Das geht nicht, wenn im Wohnzimmer ein Schreibtisch steht. Das Arbeitszimmer muss klar vom Wohnbereich abgetrennt und als solches erkennbar sein.

Apropos Wohnraum: Wenn der Handwerker für Reparaturen anrückt, akzeptiert das Finanzamt 20 % der Handwerkerrechnung (Material ausgenommen), maximal sind hier 1.200, – € absetzbar.

Was kaum jemand weiß: Als Mieter kann man bis zu 20 % bestimmter Mietnebenkosten (zum Beispiel Hausmeister- und Gärtnerkosten) von der Steuer absetzen.

Rund um den Job

Bleiben wir bei der Wohnung: Wenn Sie umziehen, schauen Sie, ob sich der Umzug beruflich begründen lässt. Das Finanzamt akzeptiert beispielsweise Umzüge wegen Versetzung an einen neuen Arbeitsort oder um den Weg zur Arbeit zu verkürzen. In beiden Fällen können pauschale Beträge abgesetzt werden. Apropos Weg zur Arbeit: Pro Kilometer können 30 Cent pauschal abgesetzt werden. Ob man die Strecke per Auto, Fahrrad, Bahn, zu Fuß oder sonst wie zurücklegt, spielt keine Rolle. Nur Umwege darf man nicht machen, es sei denn sie sind unvermeidbar (etwa wegen Baustellen oder Umleitungen). Es gilt immer die kürzeste Entfernung. Wer beruflich auf Reisen geht, kann außerdem die Übernachtungskosten sowie maximal 24, – € Verpflegungskosten pro Reisetag absetzen.

Werbungskosten

Arbeitnehmer können jährlich bis zu 1.000, – € pauschal als Werbungskosten geltend machen, ohne einen einzigen Beleg dazu einreichen zu müssen. Besonders interessant ist dies auch für Selbständige und Freiberufler, denn für viele Berufe gibt es spezielle Werbungskosten-Pauschalen, die unter Umständen mehrere Tausend Euro betragen können. Wer mit Belege sammeln die Pauschale nicht erreicht oder sie nur knapp überschreitet, kann sich mit der Pauschale außerdem einen Haufen Arbeit ersparen.

Dasselbe gilt für Sonderausgaben: Zwar liegen die Pauschalen hier in der Regel unter 100, – €, aber je mehr Kleinkram man absetzt, umso mehr spart man.

Kirchensteuer

Die Kirchensteuer ist zwar ein vergleichbar kleiner Posten, aber kleine Posten läppern sich. Wer sie zahlt, kann sie in voller Höhe absetzen.

Arzt- und Behandlungskosten

Immer mehr medizinische Leistungen muss man trotz Krankenversicherung selbst bezahlen, angefangen bei Zuschüssen zu Medikamenten bis hin zum Zahnersatz. Der Gesetzgeber sieht hier eine zumutbare Eigenbelastung vor, deren Höhe sich nach Ihrem Einkommen, Familienstand und weiteren Kriterien richtet und bei minimal einem oder maximal sieben Prozent Ihres Jahreseinkommens liegt. Alle darüber hinausgehenden Kosten sind steuerlich absetzbar. Es lohnt sich also immer, alle medizinisch relevanten Belege zu sammeln und am Jahresende nachzurechnen, ob man die Belastungsgrenzen überschritten hat.

„Riester-Vertrag muss zur individuellen Situation passen“

Die staatlich geförderte Riester-Rente ist ein Zankapfel: Die einen halten sie für komplett nutzlos, andere sehen in ihr ein nützliches Produkt zur Altersabsicherung. Vermutlich gilt daher auch hier wie bei so Vielem: Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte …

Doch worauf muss man achten? Eignet sich Riestern für Geringverdiener? Und wie kommt man aus schlechten Verträgen wieder raus? Darüber sprach BBX mit Dr. Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW.

BBX: Die Riester-Rente hat einen ziemlich schlechten Ruf. Für wen lohnt sich Riestern überhaupt noch?

Wer die finanzielle Möglichkeit hat, zu sparen, sollte dies auch tun.

Dr. Ralf Scherfling: Grundsätzlich gibt es bei Riester zwei Förderwege: die Zulagen und den Sonderausgabenabzug. Tendenziell können die Zulagen für Familien mit Kindern und für Geringverdiener interessant sein, der Sonderausgabeabzug hingegen für gutverdienende Singles. Ob sich Riester lohnt, muss allerdings in jedem Einzelfall geprüft werden. Die Antwort hängt von vielen Faktoren wie der individuellen Situation und dem jeweiligen Riestervertrag ab. Wer seine Altersvorsorge plant, sollte sich in jedem Fall ausreichend Zeit nehmen und staatlich geförderte Möglichkeiten genauso prüfen wie ungeförderte Produkte.

BBX: Es gibt spezielle Riester-Verträge für Geringverdiener, ist deren Geld nicht unterm Kopfkissen besser aufgehoben, wenn sie überhaupt welches haben?

Scherfling: Für Geringverdiener stellt sich natürlich die Frage, ob Sie später die Grundsicherung im Alter beantragen werden. In dem Fall würde auch eine Riester-Rente angerechnet. Dies ist allerdings keine Besonderheit von Riester, sondern gilt für sämtliche Einkünfte. Da heute niemand weiß, wie hoch die Grundsicherung sein wird, wenn man das Rentenalter erreicht und ob es dieses Konstrukt in dieser Form noch so geben wird, kann die Lösung nicht heißen, von vorneherein auf das Sparen zu verzichten. Wer die finanzielle Möglichkeit hat, zu sparen, sollte dies auch tun. Ob dies über ein Riester-Produkt erfolgt, ist eine andere Frage, die im Einzelfall geprüft werden muss. Das Kopfkissen ist allerdings schon aus Sicherheitsgründen nicht geeignet.

Hohe Abschlusskosten machen Wechsel unattraktiv

BBX: Wenn man merkt, dass sich der eigene Vertrag nicht rechnet, wie kommt man da möglichst verlustfrei wieder raus?

Scherfling: Wer frühzeitig merkt, dass er einen unpassenden Riestervertrag abgeschlossen hat, kann prüfen, ob sich eine Kündigung und gegebenenfalls der Übertrag des Kapitals auf einen besser passenden Vertrag lohnt. Alternativ kann man den alten Vertrag auch beitragsfrei stellen. Bei der Frage, was zu tun ist, kommt es auf den Einzelfall an. Bereits angefallene Kosten wie zum Beispiel Abschlusskosten bekommt man weder bei einer Kündigung, noch bei einer Beitragfreistellung wieder. Bei einem Übertrag des Kapitals auf einen neuen Vertrag fallen noch einmal bis zu 150, – € Wechselkosten an. Außerdem kann der neue Vertrag wieder (hohe) Kosten verursachen. Bei einer Beitragsfreistellung fallen weiterhin Verwaltungskosten an. Daher sollte man genau schauen, welche Option im Einzelfall die beste Lösung ist.

BBX: Worauf muss beim Vertragsabschluss achten? Wo lauern Fallen?

Anleger haben ganz unterschiedliche Ziele und Präferenzen, insofern gibt es hier nicht ‚die‘ beste Möglichkeit.

Scherfling: Der Vertrag muss zur individuellen Situation passen. Beim Produktkauf sollte man keine unnötigen Risiken eingehen, auf die Kosten achten und verschiedene Angebote miteinander vergleichen. Dabei ist es wichtig, alle Vor- und Nachteile, die mit der Geldanlage verbunden sind, gegenüberzustellen. Vor dem Abschluss langfristiger Verträge wie denen zur Altersvorsorge sollte man sich überlegen, ob man in der Lage ist, die Sparraten jahrelang bzw. sogar jahrzehntelang zu leisten. Einen einmal abgeschlossenen Vertrag sollte man regelmäßig dahingehend überprüfen, ob er weiterhin zur eigenen Situation passt und wie die Entwicklung ist.

BBX: Was ist für einen Durchschnittsverdiener die beste Möglichkeit der Altersvorsorge?

Scherfling: Anleger haben ganz unterschiedliche Ziele und Präferenzen, insofern gibt es hier nicht „die“ beste Möglichkeit. Einige Anleger wollen beispielsweise in der Ansparphase staatlich gefördert sparen und orientieren sich deshalb eher in Richtung Riester oder betriebliche Altersvorsorge. Anderen ist die Flexibilität und die geringere Besteuerung in der Rentenphase wichtiger und sie nutzen daher ungeförderte Produkte. Wer eher sicherheitsorientiert ist nutzt beispielsweise Banksparpläne oder Sparbriefe. Chancenorientierte Anleger kaufen vielleicht zum Beispiel Investmentfonds. Wieder andere investieren in Rentenversicherungen. Alle diese Produkte haben unterschiedliche Vor- und Nachteile, so dass im Einzelfall geschaut werden muss, was die „beste“ Möglichkeit ist.

BBX: Mit welchen Vorsorgemodellen gibt es Ihrer Erfahrung nach die größten Probleme und warum?

Scherfling: Wir machen die Erfahrung, dass – unabhängig vom Vorsorgemodell – von Anbietern die Vorteile gerne deutlich herausgestellt werden, die Nachteile hingegen nicht bzw. nicht ausreichend geschildert werden. Probleme gibt es immer dann, wenn sich nach einer gewissen Zeit herausstellt, dass der Vertrag nicht geeignet ist, er aufgrund der persönlichen Lebenssituation nicht dauerhaft bedient werden kann oder er sich aufgrund einer hohen Kostenbelastung nicht zufriedenstellend entwickelt. Dies kann auf Riester genauso zutreffen wie auf die betriebliche Altersvorsorge, Rürup etc. Gerade bei langfristigen Verträgen ist es daher umso wichtiger, sich vor einem Vertragsabschluss hinreichend zu informieren, um ein späteres böses Erwachen zu vermeiden.

Das Ende der Beitragsbemessungsgrenze?

Es wird dieser Tage wieder viel geredet in Deutschland. Über die Schere zwischen arm und reich. Über Ungleichheit und Verteilungsgerechtigkeit. Über gesellschaftliche Solidarität und Chancengleichheit. Es gibt Stellschrauben, an denen man drehen kann, die zur Diskussion stehen. Die Erbschaftssteuer ist eine, der Spitzensteuersatz eine andere. Aber was ist mit der Beitragsbemessungsgrenze?

Tatsache ist, dass die Ungleichheit zunimmt. Immer mehr Menschen finden sich am unteren Ende der Einkommensskala, die Mittelschicht erodiert, am Horizont droht der Abstieg in Hartz IV. Zugleich sind selbst während der Eurokrise die Unternehmensgewinne weiter gestiegen. Die Belastungen für Reiche wurden seit Gründung der Bundesrepublik immer weiter reduziert. Der Spitzensteuersatz lag in den Fünfzigern bei 95%. Heute sind es nur noch 42%. Außerdem sind die Steuern auf Erbschaften und Vermögen verschwindend gering. Wer viel hat muss kaum etwas abgeben. Eigentum verpflichtet heute zu gar nichts mehr, es fordert eher dazu auf, sich aus der Solidargemeinschaft zu verabschieden. Auf Dauer kann eine Gesellschaft so nicht existieren.

Bei der Sozialversicherung sieht es ähnlich aus. Wer ein kleines oder mittleres Einkommen hat, zahlt die vollen Abgabensätze. Bei reichen Bundesbürgern macht der Abgabenanteil zur Sozialversicherung nur noch einen Bruchteil des Einkommens aus, prozentual steuern sie weniger bei als Schwache. Der Grund dafür ist die Beitragsbemessungsgrenze. Bei rund 50.000 Euro (Kranken- und Pflegeversicherung) bzw. rund 74.000 Euro (Rentenversicherung) Jahreseinkommen wird der Beitrag eingefroren und steigt nicht mehr weiter. Das ist unsolidarisch und ungerecht, weil die Schwachen stärker belastet werden als die Starken. Auch deshalb steht die Beitragsbemessungsgrenze immer wieder zur Diskussion.

Die Vorschläge reichen von einer Bürgerversicherung, in der jeder einen Pauschalbetrag einzahlen muss, über eine steuerfinanzierte Sozialversicherung bis hin zu ihrer gänzlichen Abschaffung zugunsten privater Vorsorge. Dabei würde es schon genügen, die Beitragsbemessungsgrenze abzuschaffen. Das würde beträchtliche Summen in die Sozialkassen spülen und eine wesentliche Ungerechtigkeit des deutschen Sozialsystems beenden. Außerdem könnten die Beiträge für alle Beteiligten sinken.

Für eine Reform sprachen sich SPD, Linke und Grüne mehrfach aus. Die CDU war meist dagegen – mit teils abenteuerlichen Argumenten. So stehe ohne Beitragsbemessungsgrenze die Höhe der Einzahlung in keinem Verhältnis zur Gegenleistung mehr. Das ist zwar richtig, nur muss sie das individuell auch gar nicht. Denn niemand zahlt für sich persönlich in diese Töpfe ein, sondern für diejenigen in der Gesellschaft, die jetzt gerade krank, pflegebedürftig oder in Rente sind. Wenn alle gemäß ihren Möglichkeiten einzahlen müssten, gäbe es auch keine Schieflage – und zwar trotz des demographischen Wandels und des überbordenden Dumpinglohnsektors.

Die AfD hingegen, die aktuellen Analysen zufolge vor allem in Ostdeutschland von Arbeitslosen und Arbeitern gewählt wird, will ein solidarisches Sozialsystem gleich ganz abschaffen und damit die Spaltung und Ungleichheit noch einmal drastisch verschärfen. Eine „Alternative“ mag das sein. Eine gute aber keinesfalls.

Erpressungs-Trojaner: Bloß nicht zahlen!

Zehntausende Computer in Deutschland wurden inzwischen von sogenannten Erpressungs-Trojanern wie Locky befallen. Sie verschlüsseln alle Daten und fordern ein Lösegeld. Wie eine Umfrage von Bitdefender ergab, versuchen zwei Drittel der Betroffenen, sich freizukaufen. Das ist keine gute Idee. Wie man sich schützt und warum man keinesfalls zahlen sollte.

Erpressungs-Trojaner kommen in E-Mail-Anhängen oder durch den Besuch zwielichtiger Websites. Binnen Sekunden werden alle Daten auf dem Computer gesperrt. Der Nutzer hat auf nichts mehr Zugriff, mehr als Ein- und Ausschalten ist nicht mehr möglich. Wer ein Lösegeld zahle, könne seine Daten wieder freischalten lassen, heißt es in den bildschirmfüllenden Mitteilungen der Erpresser, die sich gerne auch mal als Amt oder Ministerium ausgeben.

Was für den einzelnen Nutzer schon schlimm sein kann, hat in Unternehmen oder Ämtern katastrophale Auswirkungen – denn oft verbreitet sich der Trojaner binnen Sekunden im Netzwerk und infiziert alle angeschlossenen Rechner. Verzweifelt gehen viele Menschen den Kriminellen auf den Leim und zahlen die geforderte Summe. Doch das ist in mehrfacher Hinsicht dumm. Zum einen hat man keine Garantie darauf, dass diese Maßnahme tatsächlich Wirkung zeigt. Oft ist das Geld weg – und die Daten auch. Schlimmstenfalls kann es zu Folgeforderungen kommen. Außerdem bestätigt man damit die Erpresser: Ihre Masche geht auf, sie machen weiter.

Daher die Regel für Betroffene: Niemals zahlen!

Und wie kommt man nun wieder an seine Daten? Das ist die ganz schlechte Nachricht: gar nicht. In den allermeisten Fällen muss man den Computer komplett formatieren und das Betriebssystem neu aufsetzen. Neben Windows-Computern sind auch Tablets und Smartphones mit Android betroffen. Wer sich nicht um regelmäßige Backups kümmert, hat ein Problem.

Auf der sicheren Seite ist daher nur, wer am besten täglich wichtige Dateien auf externen Speichermedien oder in der Cloud sichert.

Wie kann man sich schützen?

Beim alltäglichen Surfen können kleine Add-Ons die größten Gefahren abwehren. Programme wie No-Script schalten nahezu alle potentiellen Schädlingsquellen ab, der McAfee Web Advisor oder das Add-On World Of Trust signalisieren vor dem Aufrufen einer Website, ob diese sicher ist. Ist man sich unsicher, sollte man eine Seite nicht aufrufen.

Bei E-Mails gilt: Niemals einen Anhang öffnen, wenn man den Absender nicht kennt. Im Zweifelsfall greift man zum Telefon und fragt beim Absender persönlich nach. Dasselbe gilt für Links in Mails. Die Methoden der Kriminellen werden immer ausgefeilter. Oft erkennen die Spamfilter potentielle Schädlinge nicht. Trojaner kommen in Form von Rechnungen von Unternehmen, bei denen man tatsächlich Kunde ist. Kommt eine Rechnung zu einem unerwarteten Zeitpunkt oder wird man aus anderen Gründen stutzig, sollte man umgehend das Unternehmen benachrichtigen und die Mail löschen.

Im Grunde ist es gar nicht so schwer, von derartigen Angriffen verschont zu bleiben. Man benötigt nur ein hohes Maß an Aufmerksamkeit.

Sorgenfrei online shoppen: So geht’s!

Das Internet verändert unser Leben in vielen Bereichen rasant. Auch die Bedeutung für den Konsum nimmt beständig zu. Immer mehr Produkte werden vorwiegend online gekauft, was dem stationären Handel zu schaffen macht, der mit den Preisen der Onliner oft nicht konkurrieren kann. Aber es gibt auch enttäuschte Kunden – die sich abgezockt fühlen oder den Waren aus dem World Wide Web nicht trauen. Diese Ängste sind nicht ganz unbegründet. BBX erklärt, worauf es beim sorgenfreien Onlineshopping ankommt.

Es sind vor allem Waren wie Bücher, Musik, Elektronik, Telekommunikation / Handys und Spielwaren, die heute öfter online als offline eingekauft werden. Andere Produktgruppen wie Kosmetik, Kleidung, Medikamente, Möbel oder gar Schmuck holen auf. Lebensmittel hingegen gehen bislang eher selten den Postweg. Dabei gibt es zwar eine unglaubliche Vielfalt an Anbietern im Netz, der Markt wird aber von wenigen Platzhirschen beherrscht, wie beispielsweise Amazon, die regelmäßig dafür kritisiert werden, dass sie ihre Marktmacht zum Nachteil der Mitbewerber ausnutzen.

Doch Vielfalt nützt den Kunden – also uns allen. Wir selbst haben es in der Hand, auch mal einen Blick über den Tellerrand zu werfen und kleinere Anbieter zu unterstützen (die in der Regel einen Service bieten, der den Großen ebenbürtig ist), damit diese Vielfalt erhalten bleibt. Viele verzichten aus Bequemlichkeit darauf. Andere, weil sie unsicher sind, welcher Shop seriös ist und zum Teil aufgrund schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit. Dieses Risiko lässt sich minimieren, wenn man folgende Punkte beachtet.

1. Online-Shops

Es gibt reine Online-Shops und solche, die auch stationär vertreten sind. Letztere bieten oft die Option, online zu bestellen und die Ware in der nächstgelegenen Filiale abzuholen. Will man mal einen neuen Shop ausprobieren und ist sich unsicher, hilft ein Blick ins Impressum: Gibt es eine Adresse in Deutschland? Gibt es Mailadressen und Telefonnummern, mit denen man im Zweifelsfall einen Ansprechpartner erreichen kann? Gibt es eine Service-Hotline? Gibt es Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) und eine Widerrufsbelehrung? Gibt es mehrere Zahlungsoptionen (Überweisung, Lastschrift, PayPal etc.)? Wenn all das zutrifft, ist man bereits relativ weit auf der sicheren Seite. Zweifelt man trotzdem noch, kann es helfen, sich über Suchmaschinen zu informieren: Was für Erfahrungen haben andere Kunden mit dem Shop gemacht? Und: Wie lange gibt es den Shop schon? Findet sich hingegen im Netz wenig, fehlt ein Impressum oder Kontaktdaten oder ist eine Adresse im Ausland angegeben, dann sollten die Alarmglocken läuten.

2. Online-Auktionen und Privatanbieter

Bei Online-Auktionshäusern und auch in großen Shops wie Amazon können nicht nur gewerbliche Händler ihre Waren feilbieten, sondern auch Privatleute Gebrauchtes verkaufen. Das ist einerseits praktisch, weil man auf Schnäppchenjagd gehen kann. Andererseits birgt es ein Risiko. Denn immer wieder passiert es, dass Waren nicht verschickt oder schlecht verpackt werden oder dass die Zustandsbeschreibung mangelhaft ist. Einen Hinweis können die Bewertungen des Händlers durch andere Nutzer geben: Hat der Händler sehr viele Bewertungen, die überwiegend positiv sind, dann macht man mit dem Kauf nicht viel falsch. Ist er hingegen Neuling oder überwiegen negative Kommentare, sollte man die Finger davon lassen und sich lieber nach Alternativen umsehen.

3. Rückgaberecht

Beim Kauf im Ladengeschäft ist man auf die Kulanz des Verkäufers angewiesen, wenn man einen Artikel umtauschen oder zurückgeben möchte. Im Netz hingegen gilt das Fernabsatzgesetz. Es besagt, dass man grundsätzlich ein 14-tägiges Rückgaberecht hat. Dies gilt allerdings nur bei gewerblichen Neukäufen. Privathändler mit Gebrauchtwaren können ein Rückgaberecht ausschließen. Hierauf muss man achten. Einerseits ist das ein Vorteil, denn man kann – wie im Laden – die Ware in Augenschein nehmen, bevor man sich final zum Kauf entscheidet. Leider wird diese Option von vielen Konsumenten ausgenutzt. Statistisch werden rund 50 % aller online bestellten Waren zurückgeschickt. Für die Händler bedeutet das einen enormen Zusatzaufwand, und nicht selten können sie einmal benutzte Waren nicht mehr als neu verkaufen und müssen den Wertverlust tragen. Was bei großen Händlern eingepreist ist, kann kleinere in ernsthafte Schwierigkeiten bringen.

Seien Sie also fair – das erwarten Sie umgekehrt vom Händler schließlich auch.

Welche Zusatzversicherungen lohnen sich?

Die gesetzliche Krankenversicherung leistet in vielen Bereichen nur eingeschränkte Dienste, an vielen Ecken und Enden müssen die Versicherten aus eigener Tasche zuzahlen, beispielsweise bei Medikamenten oder besonderen Behandlungsmethoden. Vor allem Zahnersatz kann rasch mehrere tausend Euro kosten. Welche Zusatzversicherungen braucht man, welche lohnen sich?

Zähne

Zum Zahnersatz zahlen die gesetzlichen Kassen nur noch sehr kleine Anteile hinzu, und die Basisleistungen, die übernommen werden, sind meistens kaum zufriedenstellend. Kronen, Brücken oder gar Implantate kosten oft mehrere tausend Euro. Menschen mit wenig Geld kann das in den finanziellen Ruin treiben. Auch prophylaktische Maßnahmen wie die professionelle Zahnreinigung müssen selbst bezahlt werden.

Private Zusatzversicherungen für die Zähne gibt es schon ab 10, – € monatlich. Wer bereit ist, mehr zu zahlen, kann in einigen Fällen annähernd 100 % der Kosten für Zahnersatz von der Versicherung zurückerhalten. Allerdings muss man rechtzeitig abschließen, denn für Behandlungen, die beim Vertragsabschluss bereits begonnen haben oder geplant sind, zahlt die Versicherung nicht. 

Augen

Etwa im selben Preisbereich wie Zahn-Zusatzversicherungen liegen Versicherungen, die die Kosten für Brillen übernehmen. Ob sich das lohnt, kommt auf den individuellen Fall an. Brillen können teuer sein. Wenn man bereits mehrere Brillenträger in der Familie hat, kann man auf ein hohes Eigenrisiko schließen, früher oder später selbst eine zu benötigen. Und dann ist eine entsprechende Versicherung sinnvoll.

Reise

Eine Auslandskrankenversicherung ist obligatorisch. Wer im Ausland behandelt werden oder gar nach einem Unfall ins Heimatland zurück transportiert werden muss, kann schnell auf Kosten von mehreren zehntausend Euro sitzen. Sich gegen dieses Risiko zu versichern kostet hingegen nicht viel. Man kann sich zu einem kleinen Betrag (in der Regel 1, – bis 4, – €) pro Reisetag versichern oder gleich eine Jahresversicherung abschließen, die meist unter 10, – € kostet und beliebig viele Reisen absichert, die eine bestimmte Dauer nicht überschreiten.

Krankenhaus

Gesetzlich Versicherte erleben Krankenhausaufenthalte oft als noch unangenehmer als privat Versicherte. Man liegt mit mehreren anderen Patienten auf dem Zimmer, hat dadurch kaum Ruhe oder Privatsphäre und bis man untersucht wird oder mit einem Arzt sprechen kann, vergehen viele Stunden oder gar Tage. Mit einer Zusatzversicherung hat man Anspruch auf ein Ein- oder Zweibettzimmer. Unter Umständen sogar auf der Privatstation, die meist wesentlich mehr Annehmlichkeiten bietet sowie auf Behandlung durch den Chefarzt bzw. spezialisierte Fachärzte. In den meisten Krankenhäusern kann man diese Leistungen immer in Anspruch nehmen. Das kann aber Kosten von mehreren hundert Euro am Tag verursachen. Eine Zusatzversicherung hierfür lohnt sich also – schon allein weil das persönliche Wohlbefinden den Genesungsprozess unterstützt.

Versicherungspakete

Sinnvoller und auch deutlich günstiger als einzelne Zusatzversicherungen sind Paketangebote, in denen mehrere Versicherungen gebündelt enthalten sind. Oft bieten sie sogar zusätzliche Konditionen zum Einzelvertrag. Die meisten Versicherer bieten eine Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten an, um für jeden Versicherten eine individuell passende Lösung bereitstellen zu können.

Steuern & Abgaben im internationalen Vergleich

Die Steuern bewegen sich in Deutschland, verglichen mit anderen Ländern, im Mittelfeld. Sie sind weder besonders hoch noch besonders niedrig. Hoch hingegen sind die Sozialabgaben wie Krankenversicherung und Rente. Immer wieder heißt es, die Arbeitnehmer müssten in diesem Punkt entlastet werden, immerhin geht im Schnitt über ein Drittel der Einnahmen an Staat und Sozialversicherer. Doch wo steht Deutschland im internationalen Vergleich? Wie sind Steuern und Abgaben im Ausland gewichtet?

Dänemark

Insgesamt ist die Abgabenlast in Dänemark deutlich höher als in Deutschland, sie liegt im Schnitt bei fast der Hälfte des Einkommens. Sozialversicherungen sind steuerfinanziert, müssen also nicht als zusätzlicher Posten behandelt werden. Das dänische Steuersystem ist sehr einfach, aber auch sehr umfassend. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es keinen riesigen Katalog an Ausnahmen. Steuern müssen auf jede einzelne Einnahme gezahlt werden, auch auf Sachwerte. Die Steuern teilen sich dabei auf. Auf solche, die an den Staat gehen und sich an der Höhe des Einkommens orientieren sowie einkommensunabhängige Steuern, die an die Wohnsitz-Kommune entrichtet werden müssen. Der Spitzensteuersatz greift ab 52.000,- € Jahreseinkommen und liegt bei fast 60 %. Ein Ehegattensplitting gibt es nicht. Da außerdem die Mehrwertsteuer 25 % beträgt, sind die Lebenshaltungskosten vergleichsweise hoch.

USA

Auch in den USA sind die Steuern auf Einkommen gestaffelt und orientieren sich an der Höhe des Gehalts. Maximal sind rund 39 % zu entrichten. Der Spitzensteuersatz fällt allerdings erst bei sehr hohen Einkommen von über 300.000 Dollar an. Hinzu kommen sehr hohe Steuerfreibeträge. Die Mehrwertsteuer variiert je nach Bundesstaat ist mit höchstens 8,75 % vergleichsweise niedrig. Arbeitnehmer sind außerdem sozialversicherungspflichtig. Enthalten sind zum Beispiel Rente und Arbeitslosenversicherung, beide aber auf sehr niedrigem, kaum mit Deutschland vergleichbarem Niveau. Bis zur Einführung von „Obamacare“ war die Krankenversicherung Privatsache mit dem Ergebnis, dass die allermeisten Amerikaner sich privat versicherten; Arme können und konnten sich oft gar keine Absicherung leisten, eine schwere Krankheit oder ein Unfall konnte den finanziellen Ruin bedeuten. Die private Versicherung kann auch über den Arbeitgeber abgeschlossen werden und ist dann an die Berufstätigkeit gekoppelt. Die staatliche Versicherung Medicare gilt nur für Menschen ab 65 Jahren. Etwa ein Viertel der US-Bevölkerung hat gar keine Krankenversicherung. Die Idee hinter Obamacare ist, mehr Menschen mit günstigen Beiträgen und staatlicher Querfinanzierung abzusichern. Dieses Modell ist in den USA noch immer sehr umstritten.

Kanada

Auch in Kanada orientiert sich die Einkommenssteuer stufenweise an der Höhe des Einkommens. Der Steuerfreibetrag ist mit knapp 8.000 Dollar ähnlich niedrig wie in Deutschland, dafür beträgt der Spitzensteuersatz nur 29 % und wird erst ab einem Jahreseinkommen von 123.000 Dollar fällig. Hinzu kommen regionale Steuern, die aber relativ niedrig sind. Die Mehrwertsteuer liegt bei 18 %. Die gesetzliche Rentenversicherung kostet ca. 10 % des Einkommens, hälftig aufgeteilt in Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil. Für die Arbeitslosenversicherung zahlen Arbeitnehmer rund 2 % ihres Bruttolohns. Die Krankenversicherung ist steuerfinanziert, allerdings müssen zahlreiche Posten privat bezahlt werden, weshalb eine zusätzliche private Absicherung unumgänglich ist. Der gesamte Abgabenanteil liegt im Schnitt bei rund 42 %.

Frankreich

In Frankreich ist die Lohn- und Einkommenssteuer gestaffelt und richtet sich nach der Höhe des Einkommens. Allerdings werden die Beträge bei Arbeitnehmern nicht direkt vom Lohn abgezogen, sondern erst via Steuererklärung im Folgejahr. Der Spitzensteuersatz liegt bei 45 % und greift ab einem Jahreseinkommen von 150.000,- €. Hinzu kommt eine Reichensteuer von 75 % auf alles Einkommen über einer Million Euro im Jahr. Der Steuerfreibetrag liegt bei knapp 6.000,- €. Die Abgaben zur Sozialversicherung hingegen werde direkt vom Lohn abgeführt, wobei der Arbeitgeber den Löwenanteil trägt. Arbeitnehmer zahlen für Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und weitere Versicherungen rund 10 % ihres Einkommens. Der Arbeitgeber hingegen trägt fast 30 %. Hinzu kommt eine Allgemeine Sozialabgabe in Höhe von 7,5 %. Die Mehrwertsteuer beträgt 20 %, bestimmte Güter profitieren von ermäßigten Sätzen, beispielsweise werden auf Medikamente nur 2,2 % fällig.

Türkei

Die Einkommenssteuer richtet sich auch in der Türkei nach der Höhe des Einkommens und steigt an. Der Eingangssteuersatz liegt bei 15 %, einen Steuerfreibetrag gibt es nicht. Der Spitzensteuersatz beträgt 35% und wird ab einem Jahreseinkommen von 60.000 TL (ca. 30.000,- €) fällig. Außerdem gibt es eine Vielzahl von Sondersteuern und das Steuersystem ist vergleichsweise kompliziert. Die Mehrwertsteuer beträgt 18 %. Bestimmte Posten wie Nahrungsmittel, Immobilien und Weiteres profitieren von stark ermäßigten Sätzen. Die staatliche Sozialversicherung wird über einen Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil finanziert und beträgt insgesamt rund 37 % des Bruttolohns, wovon der Arbeitnehmer 22 % trägt. Enthalten sind Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Allerdings sind die zu erwartenden Leistungen sehr überschaubar, wer es sich leisten kann, investiert daher zusätzlich in private Absicherung.

Arbeitslosengeld im internationalen Vergleich

Seit zehn Jahren gibt es inzwischen das Arbeitslosengeld II, besser bekannt als Hartz IV. Aktuell beträgt der Regelsatz für alleinstehende Erwachsene 399, – € im Monat zuzüglich diverser Zuschüsse wie beispielsweise zur Miete oder Krankenversicherung. Und seit zehn Jahren steht das zugrundeliegende System in der Kritik. Die Höhe der Leistungen wird immer wieder als zu wenig zum Leben kritisiert, zumal sie durch Sanktionen bis unter das gesetzliche Existenzminimum gekürzt werden kann. Doch wie sieht es in anderen Ländern aus? Welche Hilfe erhalten Arbeitslose staatlicherseits bei unseren Nachbarn?

ALG II erhält, wer keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I (ALG I) hat, wer also nicht eine bestimmte Zeit lang sozialversicherungspflichtig beschäftigt war und in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Wer zu lange arbeitslos ist, kann in Deutschland vom ALG I in das ALG II abrutschen.

Arbeitslosengeld in Europa

Österreich

In Österreich beträgt das Arbeitslosengeld nach einer bestimmten Zeit sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung 55 % des letzten Nettolohns zuzüglich mehrerer optionaler Zuschüsse. Wer nicht bezugsberechtigt ist, erhält Sozialhilfe unter dem Fachbegriff „bedarfsorientierte Mindestsicherung“. Sie fällt bei dauerhafter Arbeitsunfähigkeit an.

Wichtiger ist noch die „Notstandshilfe“, die direkt auf das Arbeitslosengeld folgt, wenn kein neuer Job gefunden oder aus anderen Gründen nicht gearbeitet wird. Die Höhe liegt bei 95 % des zuvor bezogenen Arbeitslosengeldes, also nur unwesentlich darunter. Je nach persönlicher Situation können weitere Zuschüsse gewährt werden; jegliche Einkünfte zur Zeit des Bezuges werden angerechnet.

Dänemark

In Dänemark gibt es für Arbeitnehmer keine gesetzliche, sondern nur eine freiwillige Arbeitslosenversicherung. Das Arbeitslosengeld beträgt dann 90 % des letzten Einkommens, höchstens aber rund 1.700, – € – und es ist steuerpflichtig. Die Sozialhilfe, die sehr strenge Voraussetzungen hat, liegt für Erwachsene bei 60 % dieses Höchstbetrages, also bei monatlich rund 1.000, – €. Je nach individueller Situation kann es Zuschüsse geben, beispielsweise wenn Kinder ernährt werden müssen. Zuverdienst ist möglich, wird aber schon bei relativ kleinen Summen fast vollständig angerechnet.

Frankreich

In Frankreich beträgt das Arbeitslosengeld höchstens 75 % des Durchschnittseinkommens der letzten zwölf Monate, es beträgt mindestens 850, – € im Monat. Die Bezugsdauer hängt davon ab, wie lange man zuvor sozialversicherungspflichtig beschäftigt war. Danach besteht Anspruch auf die Arbeitslosenhilfe. Ihre Höhe hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, beträgt aber maximal rund 1.050, – € im Monat.

Großbritannien

In Großbritannien ist der Wind rauer als im EU-Kernland. Auch wer in das nationale Sozialversicherungssystem eingezahlt hat, hat keinen Anspruch auf Hilfen, die sich an seinem letzten Einkommen orientieren. Erwachsene erhalten höchstens ein halbes Jahr lang rund 330, – € im Monat, zuzüglich Miete und kleinerer Zuschüsse. Arbeitslose stehen in Großbritannien noch deutlich heftiger unter sozialem und öffentlichen Druck als in Deutschland, da der Staat die Sozialausgaben immer weiter kürzen will und die Regelungen für den Bezug beständig verschärft.

Türkei

Das Arbeitslosengeld in der Türkei generiert sich aus der Arbeitslosenversicherung bei sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und beträgt die Hälfte des letzten Einkommens. Gezahlt wird es für knapp sechs Monate, darüber hinaus gibt es keine Leistungen für Arbeitslose. Ausnahmen gelten für kranke Erwerbslose, die unter Umständen Anspruch auf Leistungen aus der Krankenversicherung haben. Wer noch nie in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, hat keinerlei Leistungsansprüche.

Polen

In Polen liegt das Arbeitslosengeld bei knapp 180, – € monatlich. Es wird in der Regel für ein halbes Jahr gewährt. Unter Umständen gibt es Anspruch auf Wohngeld. Wer länger arbeitslos ist oder zuvor nicht oder nicht lange genug beschäftigt war, hat nahezu keine Ansprüche. Je nach Region gibt es die Möglichkeit, minimale Geld- oder auch Sachleistungen zu erhalten.

Fazit

Wie man sieht, ist die Spanne sehr groß. Deutschland liegt im unteren Mittelfeld. Es gilt aber auch zu beachten, dass die Lebenshaltungskosten in den beispielhaft genannten Ländern teils stark variieren und dass bei einigen Ländern, in denen die Unterstützung auf den ersten Blick hoch erscheint, Zuschüsse, die in Deutschland gesondert gewährt werden, bereits enthalten sind.

Zu beachten ist, dass es sich bei den hier genannten Zahlen um Richt- und Durchschnittswerte handelt, die je nach individueller Situation der Leistungsbezieher variieren können.

War früher wirklich alles billiger?

Früher war alles besser. Und vor allem war früher alles billiger. Daran, dass Preise mit der Zeit steigen (Stichwort Inflation), hat sich wohl inzwischen jeder gewöhnt. Dass mit der Einführung des Euro eine regelrechte Preisexplosion kam, glauben auch heute, vierzehn Jahre später, noch viele. Aber wie haben sich die Preise in Deutschland seit der Jahrtausendwende wirklich entwickelt? Was wurde teurer, was günstiger? BBX hat sich einige konkrete Beispiele angesehen, die jeder im eigenen Haushalt nachvollziehen kann.

Energie

Energie zählt zu den Posten, bei denen tatsächlich eine Preisexplosion stattgefunden hat. Da jeder Haushalt Energie benötigt, fällt dies besonders stark ins Gewicht und wirkt sich spürbar auf das zur Verfügung stehende Budget aus. Die Strompreise haben sich für Endverbraucher seit der Jahrtausendwende ungefähr verdoppelt. Von damals 14 auf heute rund 28 Cent pro Kilowattstunde. Grund dafür sind gestiegene Anbieterpreise (bzw. nicht an die Kunden weitergegebene Preisvorteile beim Einkauf) sowie massiv gestiegene Abgaben im Zuge der Energiewende: Allein die EEG-Umlage macht mit 6,17 Cent je kWh mehr als ein Fünftel aus; auch die gestiegene Mehrwertsteuer trägt hier wie bei allen Konsumausgaben auch ihren Anteil. Die Preise für Öl und Gas zum Heizen haben sich zwischen 2000 und 2014 ebenfalls fast verdoppelt. Seit 2014 fällt der Ölpreis und mit ihm der Gaspreis allerdings massiv, so dass hier Entlastungen zu erwarten sind. An der Tankstelle kann man den Abwärtstrend bereits deutlich beobachten. Energiepreise waren immer starken Schwankungen unterworfen, die von zahllosen Faktoren wie Fördermenge, Produktionsmenge, Netzauslastung, Steuern und Abgaben, Spekulationen und weiteren Aspekten abhängen.

Lebens- und Genussmittel

Die Preise von frischen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Fleisch sind naturgemäß Schwankungen unterworfen, was mit Verfügbarkeit aber auch mit den Preiskämpfen der Anbieter sowie der Qualität zusammenhängt. Die durchschnittliche Inflation in Deutschland liegt im Jahresmittel unter 2 %. Bei Lebensmitteln gibt es laut Statistischen Bundesamt bei einzelnen Produkten oder Produktgruppen allerdings bei Ausreißern auch mal Schwankungen von bis zu ca. 30 % – nach unten wie nach oben. Heißt: Während manche Lebensmittel deutlich teurer werden, werden andere im selben Zeitraum deutlich billiger, wodurch sich die generelle Teuerung die Waage hält. Stark spürt man das nur dann, wenn eine Produktgruppe, die man bevorzugt kauft, beständig im Preis zulegt. Insgesamt sind die Lebensmittelpreise in Deutschland laut Eurostat seit 2000 um ca. ein Drittel gestiegen. Damit ist die Kostensteigerung aufs Jahr gerechnet zwar nicht übermäßig hoch und kann auch halbwegs durch die Lohnentwicklung aufgefangen werden, macht sich aber im Alltag doch bemerkbar. Der Wert schwankt mitunter stark, je nachdem welche Produkte man im statistischen Warenkorb mit einbezieht. Hinzu kommen Genussmittel wie Tabak – der durchschnittliche Preis für Zigaretten hat sich aufgrund von Steuererhöhungen in den letzten fünfzehn Jahren verdoppelt. Raucher spüren hier also eine ebenso heftige Preissteigerung wie bei der Energie.

Kommunikation

Die Kosten für Kommunikation, also in erster Linie Festnetz- und Mobiltelefon sowie Internetzugang, sind hingegen beständig gesunken und sinken weiter. Bis zu ein Viertel günstiger wurden die durchschnittlichen Preise seit 2000. Das hat viel mit der digitalen Entwicklung als auch mit der Konkurrenzsituation einer Vielzahl von Anbietern am Markt zu tun. Während früher jedes Gespräch und jede Einwahl ins Netz pro Minute abgerechnet wurde, nutzen die meisten Menschen heute günstige Flatrate-Tarife, in denen es oft keine Rolle mehr spielt, ob man im Internet surft, auf Festnetz oder in Mobilfunknetze telefoniert. Außerdem gibt es Volumentarife für teils schon weniger als zehn Euro monatlich im Mobilfunkbereich. Hinzu kommt, dass durch mehrere gesetzliche Eingriffe die Roamingkosten für Telefonie im Ausland stark gesunken sind.  Dieser Trend ist aber seit 2012 fast zum Stillstand gekommen, seitdem hat das Statistische Bundesamt nur noch winzige Preissenkungen registriert. Postdienstleistungen wurden hingegen im selben Zeitraum minimal teurer. Auf die fünfzehn Jahre gerechnet fallen die Teuerungen in diesem Bereich kaum ins Gewicht.

Wohnen

Wohnen ist teurer geworden. Auch das ein Posten, der ins alltägliche Gewicht fällt. Zwar ist die Mietpreisentwicklung pro Quadratmeter stark unterschiedlich je nachdem in welcher Region Deutschlands man wohnt und in welcher Lage (in der Stadt oder auf dem Land), und auch innerhalb von Städten gibt es Schwankungen abhängig von Verkehrsanbindung, Zustand des Stadtviertels, Alter des Gebäudes und weiteren Faktoren. Im Schnitt verteuerte sich die Miete seit 1990 aber um über 40 %. Der Quadratmeterpreis beim Kauf einer Eigentumswohnung stieg demnach sogar um mehr als 50 %.

Fazit

Zwar gibt es neben der Kommunikation noch weitere Bereiche, in denen es mal mehr mal weniger starke Preissenkungen gab. Aber vor allem in den Kernbereichen des täglichen Lebens wie Energie, Miete, Lebensmittel, stiegen die Preise spürbar von moderat bis extrem. Gerade für einkommensschwache Haushalte ist das ein Problem, denn um die genannten Posten kommt niemand herum. Während die Lohnentwicklung in Deutschland in manchen Bereichen stabil bis gut ist, stagnierte sie in den unteren Lohnsegmenten im selben Zeitraum, teils war sie sogar rückläufig. Das führt dazu, dass Geringverdiener zugleich weniger Geld einnehmen bei steigenden Ausgaben. Die Teuerung ist für sie also absolut real und führt zu steigender Ungleichheit, weil den unteren Lohngruppen real immer weniger Geld zu gesellschaftlicher Teilhabe zur Verfügung steht.

Die wichtigsten Versicherungen für Studenten

Beim Wechsel von der Schule zur Uni beginnt für viele der Sprung ins „richtige Leben“. Umzug in eine andere Stadt, WG oder erste eigene Wohnung, Studentenjob. So langsam löst man sich vom Elternhaus und beginnt, auf eigenen Füßen zu stehen. Verträge, um die sich vorher die Familie gekümmert hat, muss man nun selbst abschließen. Dazu gehört auch die Frage: Welche Versicherungen benötige ich während des Studiums?

Es ist nicht unbedingt einfach, im Versicherungsdschungel durchzublicken. Wenn man sich erstmals mit der Materie befasst und wenn man unsicher ist, sollte man Freunde oder Kommilitonen aus höheren Semestern um Rat fragen. Oft können sie Hilfestellung geben und an den Unis gibt es in der Regel auch Anlaufstellen, bei denen Erstsemester sich Unterstützung holen können. Wichtig beim Thema Versicherungen ist es, stets folgende Grundregeln zu beachten, die auch in anderen Lebensbereichen relevant sind:

  • Nie spontan unterschreiben
  • Verträge mit nach Hause nehmen und genau lesen, bei Unklarheiten nachfragen
  • Nie den erstbesten Vertrag nehmen, sondern Details und Konditionen unterschiedlicher Anbieter vergleichen

Krankenversicherung

Solange man nicht älter als 24 ist, ist man in der Regel über die Familienversicherung mitversichert und muss sich um nichts weiter kümmern. Ist dies nicht der Fall oder überschreitet man das Höchstalter, kann man eine studentische Krankenversicherung in Anspruch nehmen, die bei den meisten Anbietern deutlich unter 100, – € im Monat kostet und alle Leistungen einer normalen gesetzlichen Krankenversicherung bietet. Man kann bei der Kasse der Eltern bleiben und dort in den Studententarif wechseln oder sich nach einer anderen Kasse umschauen.

Die gesetzlichen Kassen haben alle dasselbe Basisprogramm, unterscheiden sich aber bei einzelnen Services und Leistungen sowie bei möglicherweise erhobenen Zusatzbeiträgen.

Ganz wichtig: Viele private Krankenversicherungen werben offensiv um Studenten und junge Kunden mit extrem günstigen Beiträgen. Diese enthalten aber in der Regel einen sehr hohen Eigenanteil, der das studentische Budget im Ernstfall schnell sprengen kann. Außerdem muss man davon ausgehen, dass die Beiträge im Laufe der Jahre um ein Vielfaches ansteigen. Und zu Beginn des Studiums ist noch nicht absehbar, ob man später wirklich mal ein Gutverdiener wird, der sich solch eine Versicherung leisten kann. Vom Abschluss solcher Lockverträge kann man also nur abraten.

Haftpflichtversicherung

Die Haftpflichtversicherung gehört zur unumgänglichen Grundausstattung an Versicherungen. Man sollte sie so bald wie möglich abschließen, sofern man nicht auch hier über die Eltern mitversichert ist. Die Grundbeträge variieren stark, je nach Versicherung von ca. 2, – bis 20, – € im Monat, decken dafür aber auch unterschiedliche Leistungsspektren ab. Es kann immer mal passieren, dass man versehentlich einen größeren Schaden verursacht. Wenn man versichert ist, vermeidet man, schon in jungen Jahren unter einem Schuldenberg zu landen.

Optionale Versicherungen

Für die allermeisten Studenten dürften die beiden oben genannten Versicherungen zunächst völlig ausreichend sein, zumal viele kaum ein Budget für umfassenden Versicherungsschutz haben. Motorisierte Studenten benötigen zusätzlich die Kfz-Versicherung. Auch hier lohnen sich ein Anbietervergleich und gegebenenfalls ein Wechsel. Es ist aber zu beachten, dass ein Auto für Studenten, die am Studienort wohnen in vielen Fällen eine überflüssige Ausgabe ist, denn immerhin ist man mit dem Semesterticket, das man oft ohnehin zahlen muss, mobil.

Ebenfalls denkbar aber nicht zwingend nötig ist eine Unfallversicherung für Aktivitäten außerhalb der Uni; in der Uni bei studienbezogenen Tätigkeiten ist man ohnehin unfallversichert.

Studenten mit eigener Wohnung können mit einer Hausratversicherung liebäugeln. Diese ist aber wirklich nur dann sinnvoll, wenn man nennenswerte Werte zu Hause besitzt, was bei den meisten Studenten eher nicht der Fall sein dürfte.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann sinnvoll sein, hier sollten die Verträge aber sehr genau geprüft werden. Oft sind insbesondere die Angebote für Studenten für genau deren Belange völlig unzureichend. Und gute Verträge übersteigen oft die finanziellen Möglichkeiten.

Sinnvoll kann hingegen der frühe Abschluss einer Zahnzusatzversicherung. Denn meist dauert es ein paar Jahre, bis die Versicherung Kronen, Brücken oder Implantate übernimmt. Außerdem sind die monatlichen Beträge günstiger, je früher man sich versichert. Zahnersatz kann mehrere tausend Euro kosten, während es Zahnzusatzversicherungen schon für unter 15, – € im Monat gibt. Im Wesentlichen sollte bei der Zahnzusatzversicherung aber ausschlaggebend sein, wie gut die eigenen Zähne sind. Denn egal wie günstig die Versicherung scheinen mag, wenn man sie in jungen Jahren abschließt, wer gute Zähne hat, ist besser beraten, wenn er erst später einen Vertrag abschließt. Und das obwohl die Beiträge dann höher sind. Wichtig ist natürlich auch hier: Konditionen vergleichen!