Wie moderne Fenster die Heizkosten senken

Energiesparen im Winter: Wie moderne Fenster die Heizkosten senken

Die Energiekosten sind seit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine deutlich gestiegen. Auch wenn es zuletzt leicht bergab ging, kündigen sich schon wieder neue Preisexplosionen an. Doch es gibt Ansatzmöglichkeiten, gegenzusteuern. Gerade in Bestandsimmobilien gibt es oft immer noch alte Fenster, die für teils erhebliche Energieverluste verantwortlich sind. Wie teuer ist deren Austausch und was bringen die neuen Fenster wirklich?

Wie viel Energie geht eigentlich verloren?

Pauschal ist der Energieverbrauch in einer Immobilie, der durch alte und modernisierungswürdige Fenster entsteht, nicht pauschal messbar. Einfluss haben an dieser Stelle die Region, in der das Haus steht (eine Immobilie im Süden Baden-Württembergs schneidet anders ab als das gleiche Haus in den Mittelgebirgen), und ob Rollläden oder ähnliche Anbauten in die Rechnung einzubeziehen sind.

Modellberechnungen, welche die verschiedenen Fenstertypen vergleichen, zeigen allerdings, dass sich eine erhebliche Veränderung mit der Modernisierung ergeben kann. Hersteller rechnen für ein Fenster, dass ein U-Wert von 5,8 W/m²K mit einem Jahresmehrverbrauch bei den Heizkosten von mehr als 60 Litern Heizöl je Fenster eingepreist werden muss. Natürlich ist in diese Betrachtung einzuschließen, wie sich individuelle Gegebenheiten (etwa vorhandene Kältebrücken usw.) bemerkbar machen. Entsprechend der Höhe der Heizkosten schlägt sich dieser Mehrverbrauch deutlich nieder.

Fenster modernisieren: Was bedeutet das genau?

Die Modernisierung von Fenstern ist ein zentraler Bestandteil der energetischen Sanierung einer Immobilie. Veraltete Fenster begünstigen nicht nur Wärmeverluste, sie haben oft auch einen geringen Schallschutz. Durch den Austausch alter Fenster gegen moderne, energieeffiziente Modelle wird der Energieverbrauch deutlich gesenkt und der Wohnkomfort erheblich verbessert.

Was ist bei der Fenstermodernisierung zu beachten?

Wer ein neues Fenster kaufen möchte, sollte einige Kennzahlen berücksichtigen. Diese sind für eine Entscheidungen von großer Bedeutung:

  • U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient): Dieser Wert gibt an, wie viel Wärme durch das Fenster entweicht. Je niedriger der U-Wert angegeben ist, desto besser ist die Wärmedämmung. Für moderne Fenster muss der U-Wert bei 1,0 W/m²K oder darunter liegen. Für Passivhäuser ist ein U-Wert von 0,8 W/m²K oder weniger empfohlen.
  • g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad): Der g-Wert beschreibt, wie viel Sonnenenergie ins Gebäude gelangt. Ein g-Wert von etwa 0,6 lässt im Winter viel Sonnenwärme in die Räume, was den Heizbedarf reduziert. Im Sommer wäre jedoch ein niedrigerer g-Wert vorteilhaft, um das Aufheizen zu vermeiden. Hier muss eine Balance gefunden werden.
  • Luftdurchlässigkeit: Eine hohe Dichtheit der Fenster ist wichtig, um Zugluft zu verhindern. Fenster werden in Klassen von 1 bis 4 eingeteilt, wobei Klasse 4 die höchste Dichtheit bietet. Moderne Fenster erreichen eine hohe Dichtigkeitsklasse.
  • Schallschutzklasse: In stark befahrenen oder lauten Gebieten ist ein hoher Schallschutz von Vorteil. Die Schallschutzklassen reichen von 1 (geringer Schutz) bis 6 (höchster Schutz).
  • Widerstandsklasse (RC-Klassen): Moderne Fenster bieten einen verbesserten Schutz vor Einbrüchen. Für Privathäuser ist eine Einbruchhemmung der Klasse RC2 zu empfehlen. Bei Haustüren ist aber auch die Klasse RC3 gebräuchlich.

Beim Austausch von Fenstern im Rahmen einer energetischen Sanierung spielt nicht nur die Energieeffizienz eine entscheidende Rolle, sondern auch die Veränderung des Raumklimas. Moderne, hochdichte Fenster sind darauf ausgelegt, Wärmeverluste zu minimieren, was sich positiv auf die Heizkostenbilanz auswirkt. Gleichzeitig wird aber die Luftzirkulation im Gebäude beeinflusst, was das Risiko einer höheren Luftfeuchtigkeit nachteilig verändert. Um dieser Situation vorzubeugen, gibt es mehrere Möglichkeiten.

  1. Nach dem Einbau neuer Fenster sollte das Lüftungsverhalten angepasst werden. Dies ist besonders in Räumen wie Küche und Bad wichtig, wo viel Luftfeuchtigkeit entsteht, die Schimmel begünstigt./li>
  2. Fenster mit einer integrierten Lüftungsfunktion sind in der Lage, die Luftfeuchtigkeit besser zu regulieren und das Raumklima anzupassen.
  3. Für stark gedämmte Gebäude oder umfangreiche Sanierungen empfiehlt sich eine kontrollierte Wohnraumlüftung. Diese Systeme entziehen der Raumluft Feuchtigkeit und können dabei Wärme zurückgewinnen.

Investitionskosten vs. mögliche Ersparnis: ein Vergleich

Die Investitionskosten für die Modernisierung von Fenstern hängen von verschiedenen Faktoren ab. Das Material der Fenster und deren Ausführung, die Einbaukosten und mögliche Eigenleistungen spielen eine große Rolle. Auch die Fenstergröße beeinflusst letztlich den Preis.

  • Kunststofffenster sind in der Regel am kostengünstigsten, bieten parallel aber immer noch eine gute Dämmleistung. Die Preise beginnen bei etwa 300 bis 500 EUR je Fenster.
  • Holzfenster überzeugen dank ihrer natürlichen Optik und guten Dämmeigenschaften. Sie liegen in der Regel zwischen 500 und 900 EUR pro Fenster.
  • Fenster aus Aluminium sind robust, langlebig und werden von Bauherren daher gern verwendet. Allerdings sind sie mit Preisen zwischen 600 und 1.200 EUR für ein Fenster teuer.

Hinsichtlich der Einbaukosten sind schnell 200 bis 400 EUR je Fenster für Handwerker erreicht. Hier gibt es allerdings regional sehr deutliche Unterschiede. Die Einbaukosten erhöhen sich, wenn spezielle Anforderungen (etwa im Rahmen des Schallschutzes) einzuhalten sind.

Sparmöglichkeiten beim Einbau: Eigenleistungen als Weg?

Wer als Bauherr die Investitionskosten senken will, kann mit Eigenleistungen arbeiten. Die Übernahme des Ausbaus der alten Fenster spart Arbeitsstunden. Wichtig ist an dieser Stelle, dass eine fachgerechte Ausführung der Arbeitsschritte gewährleistet wird.

Mögliche Einsparung durch den Fenstertausch

Was die Einsparung betrifft, ist diese pauschal nicht einfach greifbar. Einfluss hat die Ausgangssituation – also welche Fenster ausgetauscht werden. Alte Fenster mit Einfachverglasung haben einen U-Wert von 4,7. Für Fenster mit Dreischeiben-Wärmedämmglas, die seit 2005 verwendet werden, liegt dieser bei noch 1,1 (laut Verband Fenster + Fassade). In einer anderen Studie aus dem Jahr 2021 geht der Verband davon aus, dass sich pro Fenster im Schnitt 490 kWh einsparen lassen.

Wann lohnt sich der Fenstertausch?

Bauherren, die ihre Fenster 2015 neu eingebaut haben, können sich entspannt zurücklehnen. Hier sind mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bereits dreifach verglaste Energiesparfenster im Einsatz. Wer dagegen eine Immobilie bewohnt, in der immer noch alte Fenster mit Einfachverglasung verbaut sind, kann über die Modernisierung nachdenken.

Was spricht noch für den Einbau?

  • Wertsteigerung: Durch die Modernisierung steigert sich der Wert der Immobilie. Der Energieverbrauch ist in den vergangenen Jahren zunehmend in den Fokus von Interessenten beim Kauf gerückt.
  • Besseres Raumklima: Neue Fenster verbessern das Raumklima und den Schallschutz. Damit verbessert sich auch die Wohnqualität.
  • Besserer Einbruchschutz: Moderne Fenster mit einer hohen Widerstandsklasse bieten einen besseren Schutz vor Einbrüchen, was das Sicherheitsgefühl anspricht.
  • Rechtssicherheit: Eine Modernisierung greift strenger werdende Vorgaben bei den Energiestandards vor.

Es gibt allerdings auch Nachteile. Die Anschaffungskosten für neue Fenster und den Einbau sind hoch. Für das Einfamilienhaus geht es schnell um 15.000 EUR bis 20.000 EUR als Investitionsgesamtkosten. Aufgrund der Unterschiede bei den Energiekosten und dem Nutzungsverhalten kann es zudem lange dauern, bis sich diese Kosten amortisieren.

Bauherren müssen sich auch fragen, wie stark in das Raumklima eingegriffen wird und ob sich hierdurch Zusatzkosten ergeben. Und als letzter Punkt kommt das Thema Denkmalschutz hinzu, das Immobilienbesitzer nicht ausklammern dürfen.

Fazit: Mit neuen Fenstern mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen

Mit dem Einbau neuer Fenster lässt sich der Gesamtenergieverbrauch einer Immobilie deutlich senken. Wie groß die Einsparungen werden, beeinflussen natürlich sehr unterschiedliche Faktoren. Zusätzlich zur höheren Energieeffizienz kann sich das Raumklima verbessern und der Einbruchschutz aufwerten. Aspekte, die nicht nur langfristig beim Sparen helfen, sondern eine Immobilie auch in ihrem Wert verbessern – was sich bei einem späteren Verkauf bezahlt macht.