Energie ist deutlich teurer geworden - doch was können Betroffene dagegen tun?

Energiekrise privat: 5 Tipps für niedrige Energiepreise

Es dürfte kaum einen Haushalt geben, der nicht wenigstens indirekt mit den massiv gestiegenen Energiepreisen konfrontiert wird. Die Kosten der Energiekrise belasten die Menschen, daran ändern auch die staatlichen Hilfen nichts. Für die Menschen zählt im Vordergrund eines: Wie ist es möglich, mit nur einem blauen Auge durch die Krise zu kommen und die Kosten zu senken? Dieser Artikel befasst sich mit den Energiefressern eines Privathaushalts und gibt Tipps, wo Kosten gespart werden können.

Was sind große Energiefresser im Eigenheim?

Natürlich lassen sich wieder einmal nicht alle Haushalte zusammenfassen. Eigenheimbesitzer, die längst auf eine Wärmepumpe umgestiegen sind, erleiden mitunter genau durch diesen Fakt erhöhte Stromkosten – die Wärmepumpe benötigt Strom und ohne eine Solaranlage muss dieser fremd eingekauft werden. Sicherlich gibt es spezielle Tarife, dennoch sind auch dort die Grundgebühren gestiegen. Doch auch abseits dieses Wärme- und Warmwasserbereiters gibt es etliche Geräte, die Energie verbrauchen:

Das ist der Jahreswert, sofern es sich um ein recht neues Modell handelt. Allerdings kommt es auch die Füllung an: Kühlschränke sollten gut befüllt sein, da sich nun die Ware gegenseitig kühlt.

Gerät Verbrauch/Jahr Tipp
Kühlschrank 125 kWh Das ist der Jahreswert, sofern es sich um ein recht neues Modell handelt. Allerdings kommt es auch die Füllung an: Kühlschränke sollten gut befüllt sein, da sich nun die Ware gegenseitig kühlt.
E-Herd 445 kWh Nur neun Prozent des Stromverbrauchs fallen regelmäßig auf den Kochherd. Wobei die alten Kochplatten die meiste Energie verbrauchen, während Induktionsfelder rund vierzig Prozent Strom sparen können.
Waschmaschine 200 kWh Ältere Geräte reißen die Marke mühelos. Doch wieder gilt: Es kommt auch auf die Nutzung an. Eine neue, energiesparende Maschine frisst im Vergleich ebenfalls viel Strom, wenn sie ständig nur halb beladen eingeschaltet wird.
Computer 90-150 kWh Rund ums Homeoffice kursierten im Internet teils enorme Zahlen. Angeblich verbrauchten normale Arbeitnehmer plötzlich 1.000 Euro Stromkosten zusätzlich. Das ist natürlich nicht korrekt. Ein Computer benötigt rund 90 kWh im Jahr, ein Multimedia-PC 130 kWh, Gaming-PCs benötigen mehr, wenn sie den ganzen Tag laufen. Laptops sparen stets Energie.
Untertischgerät 75 kWh Viele Küchen haben keinen Warmwasseranschluss, deshalb wird das Wasser mit einem Miniboiler erwärmt. Die Geräte stellen ständig Warmwasser bereit, was sich im Jahr auf einen Verbrauch von rund 75 kWh summiert.
TV 190 kWh Je nach Betriebszeit kommen rund 190 kWh zusammen. Das Problem ist, dass viele Geräte nicht mehr ausgeschaltet werden sollten, da sie im Stand-by Updates ziehen.
Heizpilz 1.638 kWh Ein Kilogramm Propangas wird durchschnittlich bei einer einstündigen Nutzung benötigt. Mittlerweile geht die Nutzung der beliebten Gartenheizung somit deftig ins Geld.

Hier zeigt sich sehr eindrucksvoll, dass Heizpilze für den Garten mehr und mehr zum Luxus werden, den sich nicht jeder leisten kann. Zum Glück existieren heute jedoch Geräte, die hier Abhilfe schaffen. Zum einen lassen sie sich stufenlos regulieren, um gerade so viel Wärme zu erzeugen wie nötig und zum anderen existieren heute auch elektrische Alternativen mit hoher Energieeffizienz.

Selbstverständlich gibt es im Haushalt noch weitaus mehr Energieverbraucher. Immer wieder wird der Router genannt, doch ist das Ausstellen desselben in vielen Eigenheimen gar nicht mehr möglich. Zu viele Geräte hängen direkt am Router, das Festnetztelefon läuft ebenfalls darüber. Mit Smarthome-Technologien ist das Abschalten des Routers über Nacht praktisch nicht mehr machbar, immerhin schalten sich dann weder Lampen ein noch fahren die Rollläden hoch.

Unnötigen Verbrauch ausschließen

Es gibt wohl keinen Haushalt, nicht einmal unter den Sparsamsten, die keine unnötigen Verbrauchsquellen haben. Auf viele Verbrauchsquellen lässt sich jedoch mit ein wenig Achtsamkeit durchaus verzichten, alternativ gibt es Lösungen, die trotz Nutzung Strom sparen:

  • Leuchten verändern – vorab gilt, dass möglichst alle Beleuchtungsmittel auf LED umgestellt werden sollten. LED verbrauchen nur einen Bruchteil der Energie, selbst dann, wenn sie ungenutzt leuchten. Gerade in Fluren, Dielen oder im Treppenbereich spenden sie spätabends Licht, ohne die Stromrechnung in die Höhe zu treiben.
  • Ungenutzte/selten genutzte Räume – sie sollten nicht geheizt werden. Nicht bedeutet aber nicht sogleich, gar nicht zu heizen. Die Raumtemperatur sollte niemals unter 15 Grad fallen, zugleich darf die Luftfeuchtigkeit nicht dauerhaft über 60 Prozent liegen. Anderenfalls droht Schimmel.
  • Licht – ungenutzte Räume benötigen kein Licht. Eine Lösung bei selten frequentierten Räumen, in denen das Licht jedoch oft vergessen wird, sind Bewegungsmelder. Sie lassen sich so schalten, dass das Licht automatisch ausgeht, wenn für eine gewisse Zeit keine Bewegung mehr entdeckt wird. Nachteil: Für diese Schaltung werden intelligente Leuchten benötigt.
  • Durchlauferhitzer – wer diesen auch im Bad nutzt, sollte die Duschzeit verringern. Vielfach kursieren drei Minuten, doch sind diese mit langen Haaren und Rasur kaum möglich. Doch schon die Reduzierung der Gradzahl und das Anstellen des Geräts erst eine Stunde vor dem Duschen kann viel Einsparungen bringen.

2. Raumtemperatur moderat halten

Die empfohlenen Temperaturzahlen sind längst bekannt. Fakt ist jedoch auch, dass selbst in vielen Eigenheimen nicht bekannt ist, wie warm es tatsächlich in einem Raum ist. Was hilft?

  • Smarte Temperaturregelung – rein der Austausch der Heizkörperthermostate genügt nicht, da diese ausschließlich die Temperatur am Heizkörper messen. Die smarte Regelung setzt immer noch ein Wandthermostat voraus, über welches die Raumtemperatur geregelt wird.
  • Heizprofile – mittels Heizprofilen lässt sich genau einstellen, wann Wärme gewünscht ist. Die Geräte sorgen eigenständig dafür, dass ab der eingestellten Uhrzeit die Gradzahl erreicht wird.

Tatsächlich gewöhnt sich der Körper schnell an neue Temperaturen. Klingen 19 Grad anfangs eisig kalt, so erscheinen sie bald schon als angenehme Frühlingstemperatur.

3. Warmwasser im Wasserkocher erzeugen

Warmes Wasser im Kochtopf zu erzeugen, ist eine wahre Energieverschwendung. Der Wasserkocher ist wesentlich nachhaltiger – und schneller. Auch bei einem Untertischgerät in der Küche sollte vermehrt auf den Wasserkocher gesetzt werden.

Übrigens können Wasserkocher mitunter gar die Mikrowelle ersetzen: Wer hin und wieder einen Glühwein zum Warmwerden genießen möchte, kann auch diesen im Wasserkocher erhitzen.

4. Kühlschrank kühlen

Oftmals werden aufzutauende Speisen außerhalb aufbewahrt. Dabei helfen sie, Energie zu sparen. Wer Gefriergut direkt im Kühlschrank auftaut, kühlt den Kühlschrank gleich mit, sodass dieser weniger Energie in den Kühlvorgang investieren muss.

Bei geeigneten Temperaturen draußen lassen sich auch Speisen, die aufbewahrt oder eingefroren werden sollen, draußen herunterkühlen.

5. Terrasse und Garten

Beim winterlichen Grillen kann durchaus der Holzkohlegrill draußen – ausschließlich draußen! – als Wärmequelle weitergenutzt werden. Auch Feuerschalen wärmen angenehm und sorgen für eine gemütliche Stimmung. Als Alternative zum Heizpilz sind sie durchaus beliebt.

Fazit – Sparpotenzial gibt es überall

Selbst im sparsamsten Haushalt gibt es garantiert noch Möglichkeiten, weiterhin Energiekosten einzusparen. Natürlich bringt es wenig, den WLAN-Router auszustellen, wenn daraufhin das halbe Smarthome nicht funktioniert. Doch wer den Durchlauferhitzer erst vor der Nutzung anstellt, viel Warmwasser mit dem Wasserkocher zubereitet und die Raumtemperatur nicht mit dem bloßen Wert, sondern auch mit dem tatsächlichen Gefühl im Blick behält, kann deutliche Beträge einsparen. Ganz ohne Entbehrungen geht es sicherlich nicht, auch spielt die eigene Wohnsituation eine tragende Rolle, dennoch lässt sich aktiv auf die Rechnungen einwirken.