Gesunde Ernährung liegt voll im Trend. Spätestens seit den Auswirkungen der Corona-Pandemie ist zu erkennen, dass sich die Deutschen immer mehr mit gesunder Ernährung auseinandersetzen. Denn eine ausgewogene Kost kann sich positiv auf das Immunsystem auswirken und deshalb vor dem Virus schützen. Laut dem 14. Ernährungsbericht der deutschen Gesellschaft für Ernährung geht der Trend in Richtung mehr Gemüse, mehr Wasser und weniger Schweinefleisch und Bier. Allerdings ist es damit nicht unbedingt getan, denn obwohl die Ernährung besser wird, scheint die Zahl der Übergewichtigen in Deutschland dennoch zuzunehmen.
Was ist eigentlich gesunde Ernährung?
Bereits bei dieser Frage scheiden sich wirklich die Geister. Gesunde Ernährung kann im Prinzip erst einmal für jeden etwas anderes bedeuten. Dennoch gibt es häufig gemeinsame Nenner. Diese hat die deutsche Gesellschaft für Ernährung, oder kurz DGE, in zehn kompakte Regeln zusammengefasst.
Dabei geht es vereinfacht gesagt darum, dass der Hauptbestandteil der Ernährung pflanzlich sein sollte. Das heißt vor allem Obst und Gemüse stehen auf dem Speiseplan. Dazu gibt es Vollkornprodukte als gesunde Kohlenhydrate und Energielieferanten. Tierische Produkte sollten die pflanzlichen nur ergänzen. Fleisch, Geflügel und Fisch sind lediglich die Ausnahme.
Zu einer gesunden Ernährung gehört darüber hinaus noch Flüssigkeit. Die sollte möglichst in Form von Wasser, ungesüßten Kräutertees oder stark verdünnten Fruchtschorlen getrunken werden.
Das sagt der aktuelle Ernährungsbericht der DGE
Laut dem aktuellen 14. Ernährungsbericht der deutschen Gesellschaft für Ernährung hat sich in den vergangenen Jahren das Ernährungsverhalten der Deutschen deutlich gewandelt. Der Report wurde im vergangenen November veröffentlicht und verfolgt einen vierjährigen Rhythmus. Daraus ging nun hervor, dass wir mehr Gemüse essen. Besonders häufig kommen demnach Tomaten, Karotten oder Zwiebeln auf den Tisch.
Eiweiß und Ballaststoffe werden immer mehr in Form Hülsenfrüchten gegessen, wie etwa in Form von Erbsen, Bohnen oder Linsen. Zudem werden immer mehr Beeren und Bananen verspeist. Rückgänge sind bei ungesünderen Lebensmitteln zu verzeichnen. Bestes Beispiel ist Alkohol und insbesondere Bier. Allerdings wird generell weniger Obst gegessen.
Fleisch und Milchprodukte sind leider nach wie vor ähnlich beliebt. 60 Kilogramm Fleisch werden in Deutschland pro Person und Jahr gegessen. Käse kommt sogar noch häufiger auf den Tisch als noch vier Jahren. Von einer komplett vegetarischen oder gar veganen Ernährung sind die Deutschen also noch weit entfernt.
Woher kommt dieser Gesundheitstrend?
Es ist ein Trend, der sich über die vergangen Jahr vier Jahre entwickelt haben muss. Ein Faktor könnte der Einfluss der „Fridays-for-Future-Bewegung“ sein. Sie macht auf den Klimawandel aufmerksam und immerhin ist die Massentierhaltung eines der größten Probleme unserer Umwelt. Alternativen zu Fleisch werden immer beliebter, was wohl das Plus an Gemüse und pflanzlichen Lebensmitteln erklären könnte.
Unter anderem spielt bestimmt auch die Corona-Pandemie eine große Rolle bei der gesunden Ernährung. Jeder dritte Arbeitnehmer hat die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten. Wenn die Menschen häufig von zu Hause aus arbeiten und können in der Mittagspause selbst kochen und das immer öfter frisch.
Schnell und gesund muss es sein, während der Mittagspause, aber auch beim Abendessen. Vor allem nach einem harten Arbeitstag hat niemand mehr Lust lange am Herd zu stehen, trotzdem soll es gesund und schmackhaft sein. Hier kann es hilfreich sein, wenn man die richtigen Rezepte an der Hand hat, vor allem dann, wenn nicht viel Zeit zum Kochen ist.
Gesunde Ernährung, dennoch mehr Gewicht
Zwar ernähren sich die Deutschen laut dem Ernährungsbericht gesünder, dennoch konnte die DGE eine Gewichtzunahme bei der Bevölkerung feststellen. Eine Erklärung hierfür könnte ebenfalls die Corona-Pandemie liefern. Durch die Zeit im Homeoffice wird die Ernährung zwar gesünder, allerdings leidet die Bewegung darunter. Dieser Bewegungsmangel kann wiederum zu Übergewicht führen.
Laut dem Ernährungsbericht sind vor allem Männer im Alter zwischen 18 und 65 Jahren übergewichtig. Insgesamt sollen 60 Prozent der männlichen Befragten unter Übergewicht leiden. Bei den Frauen sollen nur rund 37 Prozent der Befragten sein. Mit zunehmendem Alter wird laut der Studie auch das Gewicht größer.
Ein weiterer Beleg dafür, dass gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung miteinander Hand in Hand gehen und notwendig sind, um ein gesundes Leben zu führen.
Nicht nur gesund, sondern auch gut für die Umwelt
Was gut für den Menschen ist, ist jedoch ebenfalls gut für die Umwelt. Wer sich gesünder ernährt und weitestgehend auf tierische Produkte sowie Fleisch verzichtet, kann seinen eigenen Beitrag gegen den Klimawandel leisten. Wer kein Fleisch oder weniger davon isst, lebt nachhaltiger.
Vor allem auf Fleisch aus Massentierhaltung sollte dabei verzichtet werden, da es direkte Auswirkungen auf das Klima hat. Nicht nur werden für Futtermittel große Teile von Regenwäldern abgeholzt, sondern auch Gase von den Nutztieren ausgestoßen, die zur Klimaerwärmung beitragen können. Dazu gehören, CO2, Methan sowie Lachgas.
Außerdem wird für die Fleischproduktion eine Menge Wasser verbraucht. Für ein Rindersteak werden beispielsweise mehr als 3.000 Liter Wasser benötigt, während ein Apfel mit gleichem Gewicht schon für 140 Liter zu haben ist.
Fazit
Die Deutschen sind definitiv auf einem guten Weg. Mehr Gemüse und pflanzliche Kost ist der richtige Weg. Wenn der Konsum von tierischen Produkten sowie Fleisch, Fisch und Geflügel nun noch heruntergeschraubt wird, leben wir nicht nur noch gesünder, sondern auch umweltbewusster. Bei all dem Essen sollten wir jedoch nicht vergessen uns regelmäßig zu bewegen.