Gemüse und Obst gehören zu einer gesunden Ernährung dazu - doch können sie auch hierzulande knapp werden?

Lieferprobleme bei Obst und Gemüse – werden bei uns die Lebensmittel knapp?

Erst vor wenigen Tagen wurde durch die Medien bekannt, dass in Großbritannien das Obst und Gemüse rationiert wird. Der Grund sind eine generelle Knappheit und die Lieferprobleme. Viele Verbraucher fragen sich nun, ob auch in Deutschland bald nur noch eine Gurke in den Korb gelegt werden kann. Und woher rühren diese Lieferprobleme überhaupt? Der Artikel schaut sich das einmal an.

Wie steht es um die Lieferprobleme in Großbritannien?

In Großbritannien kommen mehrere Faktoren zusammen, die das Lieferproblem begünstigen. Der erste Faktor ist natürlich der Brexit, wie auch der deutsche Bauernpräsident aussagt. Aber im Allgemeinen:

  • Importe – Großbritannien ist auf dem Obst- und Gemüsesektor eine Importnation. Im Winter werden beispielsweise rund 95 Prozent aller Tomaten Der Erzeugerverband der Briten, der LVGA, wird aktuell nur noch mit einem Viertel der einst bestellten Ware aus Marokko und Spanien beliefert.
  • Witterung/Klima – die Erntebedingungen wirken massiv auf die Verfügbarkeit von Obst und Gemüse ein. Die Hitzewelle im vergangenen Sommer, die Kältewälle in Teilen Europas im Winter, all diese Witterungsereignisse schädigen die Ernte und den Anbau.
  • Bürokratie – da die meisten Güter aus der EU importiert werden, müssen Einfuhrunternehmen durch die Zollgebühren höhere Kosten tragen. Dies führte zur Preissteigerung. Durch die neuen Bestimmungen als Nachwirkung des Brexits dauern die Einfuhren aber auch länger.
  • Krieg – auch in Großbritannien sind die Energiepreise stark gestiegen. Etliche heimische Erzeuger setzen nun weniger auf Gewächshäuser, sodass die Erntemenge sinkt.

In Großbritannien kommen somit etliche Faktoren auf einmal zusammen. Wobei definitiv erwähnt werden muss, dass die Rationierung des Obstes und Gemüses nicht auf einen aktuell vorliegenden Mangel im Sinne von Nichtverfügbarkeit beruht, sondern durch die Abgabebeschränkung das verfügbare Gut schlichtweg auf mehr Köpfe aufgeteilt werden soll. Die Deutschen kennen diese Rationierung noch gut aus der Coronazeit: Toilettenpapier oder Speiseöl wurde auch nur noch packungsweise abgegeben.

Wie lassen sich solche Probleme umgehen?

Die Hintergründe sind den meisten Verbrauchern, ob britisch oder deutsch, erst einmal egal. Immerhin muss der Kühlschrank gefüllt werden. Trotzdem kann und sollte jeder Einzelne versuchen, allgemein sinnvoll und effizient einzukaufen. Dies ist schon aus Gründen der Nachhaltigkeit wichtig, denn weiterhin wird zu viel Obst und Gemüse entsorgt, weil es doch nicht rechtzeitig zubereitet oder gegessen werden konnte. Hilfreich für den effizienten Einkauf ist eine intelligente Einkaufsliste-App:

  • Was ist das? – es handelt sich um eine App, die als digitaler Einkaufszettel eine intelligente Einkaufsplanung ermöglicht. Benötigte Produkte werden eingetragen, mehrere Nutzer können sich den Zugriff auf einen Einkaufszettel teilen. So wird effektiv verhindert, dass beispielsweise beide Elternteile versehentlich dieselben Produkte einkaufen.
  • Praktisch – nicht nur ist die App auf dem Handy stets mit dabei, sie sortiert auch die eingetragenen Produkte praktisch nach Warengruppen. So geht es im Supermarkt wesentlich fixer, denn das Mehl steht nicht mehr beim Toilettenpapier auf dem Zettel, sondern in den entsprechenden Kategorien.
  • Mitdenkend – die App merkt sich zudem häufig gekaufte Produkte und schlägt diese beim Erstellen des nächsten Einkaufszettels vor. Produkte, die regelmäßig gekauft werden, schlägt die App dann als Einkaufsempfehlung vor. So geht die Einkaufsplanung nicht nur schneller als je zuvor, sondern es wird auch nichts mehr vergessen.

Solche smarten Helfer können den Einkauf wesentlich erleichtern. Zudem ersetzen sie all die Chatnachrichten, in denen ein Familienmitglied fragt, ob »jemand« nicht ein Produkt mitbringen könnte oder es schon gekauft hat. Wie jeder weiß: »Jemand« funktioniert nie.

Können solche Probleme auch in Deutschland auftreten?

Natürlich ist auch Deutschland nicht vor Lieferproblemen bei Obst und Gemüse gefeit. Allerdings hat Deutschland den allgemeinen Vorteil, dass ein guter Teil der Früchte aus inländischem Anbau stammt und somit zumindest bei den Grundprodukten kein Import notwendig ist. Das trifft allerdings nicht auf alle Lebensmittel und Obst- und Gemüsesorten zu. Aber welche Gefahren drohen eigentlich?

  • Dürre – die letzten drei Jahre waren zumindest in großen Teilen Deutschlands sehr trocken. Viele können sich wohl noch an die kläglichen Maisstauden auf den Feldern erinnern, die in den Nachrichten gezeigt wurden. Zugegeben, dabei handelt es sich in erster Linie um Futtermais, doch zeigten die Bilder bereits, was geschehen kann. Eine lange Trockenheit, gepaart mit großer Hitze oder Kälte, wirkt sich immer negativ auf den Anbau von Obst und Gemüse aus.
  • Schädlinge – durch die Trockenheit und den Hitzestress neigen viele Pflanzen auch dazu, anfälliger gegenüber Schädlingen zu werden. Kurzum: Sollte es in Deutschland einmal zu einer Heuschreckenplage kommen, so geht auch hier die Ernte verloren.
  • Lieferketten – selbst an der im Frankenland angebauten Kartoffel hängen oft Lieferketten dran. Ob das Saatgut aus dem Ausland bestellt wird oder ob die Düngemittel aus dem Ausland stammen, ist erst einmal unerheblich. Viele der Dünge- und Spritzmittel für Obst- und Gemüse stammen übrigens aus Russland, der Mangel ist somit gegeben.
  • Energie/Wasser – auch in Deutschland ist es notwendig, für die Mengenproduktion auf Gewächshäuser zu setzen. Diese werden beheizt, beleuchtet und bewässert. Steigen die Energiepreise enorm, mag sich der Unterhalt der Gewächshäuser nicht länger rentieren. Wassermangel indes ist ein generelles Problem.

Generell muss zwischen einer kurzen Lieferproblematik und einem tatsächlichen Ernteausfall unterschieden werden. Sind nicht ausreichend Spargelstecher verfügbar, so leidet die Lieferung unter den Bedingungen, zu einem absoluten Ernteausfall kommt es hingegen nicht. Sind ganze Regionen hingegen ausgedörrt, haben die Bauern keine Möglichkeit, die Felder zu bewässern. Nun kommt es zu einem Ernteausfall, der sich stets in den Supermärkten bemerkbar macht, wenn er nicht von außerhalb her aufgefangen werden kann.

Fazit – ein generelles Umdenken und verschärftes Bewusstsein ist nötig

In Großbritannien kommen aktuell die Folgen des Brexits zusätzlich zum Tragen, wobei weitere Faktoren in den Mangel mit einfließen. Generell ist es aber wichtig, ein stärkeres Bewusstsein für den Wert von Obst und Gemüse zu entwickeln und den Verfall der Lebensmittel zu verhindern. Intelligente Einkaufsapps helfen bereits bei der Planung des Einkaufs, die sorgfältige und korrekte Lagerung von Gemüse und Obst, eventuell auch das Einfrieren, verhindern zusätzlich, dass die Waren verderben.