Der Ausbau von 5G bringt Datenkommunikation in Echtzeit.

5G-Netz aus China? IT-Sicherheit in Deutschland

Die fünfte Generation (5G) der Mobilfunknetze hat es in sich. Bis zu 2000 Megabit pro Sekunde sind übertragbar. Im Vergleich dazu sind aktuell 50 MB im Festnetz Standard. Mit LTE-Technik (4G) sind zumindest in der Theorie 100 Megabit machbar. Die Praxis zeigt allerdings, dass dem nicht so ist. Das 5G-Netz hingegen überträgt Daten schneller als jedes andere Netz, sodass Verbraucher etwa hochauflösende Spielfilme in wenigen Sekunden herunterladen können. Die Qualität von 5G ist so hoch, dass Experten ihm sogar die Bezeichnung “Echtzeitnetz“ gegeben haben.

Industrie und Wirtschaft benötigen 5G

Die Digitalisierung verlagert viele Aktivitäten ins Internet. Auch erfordern zahlreiche Innovationen schnellstmögliche Übertragung. Autonom fahrende PKWs etwa lassen sich nur mit 5G realisieren, denn hier wird die Reaktion in Echtzeit zum lebensrettenden Faktor. 5G ist vor allem für Wirtschaft und Industrie unverzichtbar, es ist der nächste logische Schritt auf dem Weg ins digitale Zeitalter. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erklärt ausführlich, was man unter 5G versteht.

Infrastruktur aus China: Problematisch oder nicht?

Die Chinesen sind wichtige Handelspartner für Deutschland, wenn es um den Ausbau digitaler Strukturen geht. Allerdings ist China kein x-beliebiger Technologie-Lieferant. China überwacht mithilfe solcher Technologien seine Bürger und missachtet Menschenrechte vor den Augen der Welt. Natürlich ist die chinesische Technologie ausgereift, doch die Unterdrückung ihres Volkes mithilfe dieser Technologie sehen Politiker, Menschenrechtler und aufgeklärte Bürger kritisch.

Im deutschen Regierungsnetz keine chinesische Technik verbaut
In deutschen Mobilfunknetzen steckt chinesische Technik, im deutschen Regierungsnetz aber darf dieselbe Technik nicht verbaut werden, weil unsere Regierung Sicherheitsbedenken äußert. Das lässt aufhorchen.

Verbraucher in Europa, den USA und anderswo hinterfragen inzwischen kritisch die Produkte chinesischer Hersteller wie ZTE, OnePlus, HONOR und Huawei, was sich vermutlich auch in den Umsatzahlen widerspiegeln dürfte. Auch deutsche Firmen fragen sich besorgt, ob ihre Daten sicher sind und suchen nach Lösungen, um sich zu schützen.

 

Wie können deutsche Firmen für mehr IT-Sicherheit sorgen?

Vor dem Hintergrund der Sicherheitsbedenken hinsichtlich der chinesischen IT-Technologie in Mobilfunknetzen stellen sich viele deutsche Firmen die fragen, wie sie für mehr IT-Sicherheit in dem Bereich sorgen können, den sie selbst kontrollieren können.

Es liegt auf der Hand, dass IT-Sicherheit in Firmen mehr ist, als einen Virenscanner zu installieren und eine Firewall zu aktivieren. Die Angriffe aus dem Netz sind zudem immer perfider geworden und leider auch erfolgreicher. Der wirtschaftliche Schaden für mittelständische Unternehmen wird in Deutschland auf rund 60 Milliarden Euro geschätzt.

Firmen können die eigene IT-Sicherheit erhöhen, wenn sie ein professionelles Security Consulting nutzen und frühzeitig geeignete Sicherheitsmaßnahmen einrichten. Die Spezialisten können das richtige Maß an IT-Sicherheit aufbauen, welches in der Praxis für die Firmen administrierbar bleibt. Dies ist wichtig, um langfristig konkurrenzfähig zu arbeiten. Unsichere IT-Strukturen wirken sich im Schadenfall nicht nur auf das IT-System der Firma aus. Sie können zusätzlich die Finanzen betreffen und das Unternehmensimage schädigen. Auch deshalb ist es ratsam, eine professionelle Beratung zu beanspruchen und den Schutz aufzubauen, der maßgeschneidert für die jeweilige Firma ist. Bleibt zu hoffen, dass die Bundesregierung dasselbe Maß an Sorgfalt zum Ausbau des neuen öffentlichen Mobilfunknetzes in Deutschland walten lässt, wie beim Aufbau des Regierungsnetzes.

Die Bundesregierung ist in der Verantwortung

Firmen müssen nun das ausbaden, was die Bundesregierung versäumt hat. Sie hat nicht nur die Digitalisierung vernachlässigt, sondern sich auch nicht um Sicherheitsfragen gekümmert. Es mag sein, dass der Handel mit den Chinesen unvermeidlich ist, doch es muss die Vernunft eingeschaltet werden, wenn es um die Sicherheit geht. IT-Experten bescheinigen der 5G Technik so viel Komplexität, dass sie im Prinzip nicht geprüft geschweige denn kontrolliert werden könnte. Wenn wir mit chinesischer Technologie arbeiten, müssen wir mit einem Restrisiko leben. Es drängt sich die Frage auf, ob wir den Technik-Komponenten aus einem Land trauen können, die diese  zum Ausspähen ihrer Bürger nutzt und sie dazu einsetzt, Menschenrechte zu beschneiden.

Den Ausstieg wagen

Es ist an der Zeit, der Handelsbeziehungen mit China kritisch zu hinterfragen und den Ausstieg einzuleiten, so die Meinung vieler Experten. Die Herausforderung liegt darin, Politik und Handelsbeziehung in Verbindung mit der technischen Machbarkeit unter einen Hut zu bringen. Wenn das nicht gelingt, wird Deutschland kein belastbares 5G Netz ausbauen können. Kritische Stimmen weisen darauf hin, dass zumindest im Kernnetz keine Teile aus China und hier konkret von Huawei eingesetzt werden dürfen. Alles, was von diesem Lieferanten bereits verbaut wurde, muss deinstalliert werden. Die Telekom hat damit bereits angefangen, ein positives Signal für Wirtschaft und Industrie.

Technik und Politik auf dem Prüfstand

Bereits 2020 gab es einen Gesetzentwurf zum Ausbau des ultraschnellen Mobilfunknetzes 5G. Unternehmen, die am Aufbau beteiligt sein wollen, müssen nicht nur ihre technische Zuverlässigkeit, sondern auch ihre politische Vertrauenswürdigkeit beweisen. Im Gesetz steht, dass eine Zulassung dann verweigert wird,

“wenn überwiegende öffentliche Interessen, insbesondere sicherheitspolitische Belange der Bundesrepublik Deutschland, der Erteilung entgegenstehen.“

Die politische Debatte war lang und hitzig. Angela Merkel und der Wirtschaftsminister Peter Altmaier hatten Sorge, dass China gegen Deutschland wirtschaftliche Konsequenzen folgen lassen würde. Immerhin hatte der chinesische Botschafter bereits 2019 gedroht, dass Deutschland wirtschaftliche Folgen fürchten müsse, sollte der chinesische Konzern Huawei für den Ausbau des 5G Netzes in Deutschland nicht beauftragt werden.

Doch dieser Sorge zum Trotz mündete die politische Debatte um den 5G-Ausbau  in strengen Zertifizierungsauflagen. Zwar durften sich chinesische Anbieter bewerben. Doch es existiert so etwas wie ein politisches Vetorecht, wenn es um sicherheitspolitische Belange geht.

Das Problem: Der Hersteller Huawei arbeitet eng mit der chinesischen Regierung zusammen, die bekanntermaßen einen Überwachungsapparat für bestimmte Bevölkerungsgruppen aufgebaut hat. Ein weiteres kritisches Detail ist, dass die chinesische Regierung Huawei dazu verpflichtet hat, Daten auf Verlangen herauszugeben. Nicht auszudenken, was die chinesische Regierung damit anfangen könnte. Ein Blick über die Grenze nach Litauen zeigt, dass die Sorge nicht von der Hand zu weisen ist. Dort wurden in drei untersuchten 5G-Smartphones von Huawei, Xiaomi und OnePlus vier zentrale Cypersicherheitsrisiken entdeckt. Die litauische Regierung warnt vor möglichen Zensurfunktionen in den chinesischen Smartphones.

Ausbau von 5G dennoch mit chinesischer Beteiligung

Die Lieferung von Technologien, die zur Datenverarbeitung verwendet werden, findet ohne die Firmen aus China statt. Huawei und ZTE bleiben zumindest in diesem Bereich außen vor. Vodafone hat einen Vertrag mit Ericsson geschlossen, um das Kernnetz auszubauen. Auch Telefonica und die Deutsche Telekom arbeiten im Kernnetz nicht mit Huawei oder ZTE zusammen. Anders sieht es im Antennennetz aus.

Antennen verarbeiten keine Daten, sondern leiten sie lediglich weiter. Deshalb arbeiten Vodafone, die Deutsche Telekom und Telefonica unter anderem mit Huawei zusammen. Ericsson und Nokia sind allerdings ebenfalls beim Ausbau des 5G-Antennennetzes beteiligt. Auf diese Weise kommt ein Kompromiss zustande, der alle Beteiligte zufriedenstellt.