„Content is king” ist eines der bekanntesten Zitate aus dem Bereich des Content Marketings und insbesondere dem Suchmaschinenmarketing. Der Ausspruch steht dafür, dass der Erfolg einer Webseite maßgeblich durch deren Inhalte beeinflusst wird. Und obwohl sich viele der Wichtigkeit guter Texte bewusst sind, fällt es Webseitenbetreibern oft schwer zu ermitteln bzw. festzulegen, welche Inhalte auf der eigenen Seite nicht fehlen sollten und mit welchen Inhalten mehr Umsatz generiert werden kann.
Die richtige Präsentation eigener Produkte und Dienstleistungen
Die Mehrheit aller Seitenbetreiber im Internet verkauft entweder bestimmte Produkte oder bietet konkrete Dienstleistungen an. Aber wie gelingt es, das eigene Angebot so zu präsentieren, dass aus Besuchern kaufbereite Kunden werden? Ein bekanntes Zitat von Steve Jobs lautet „Sell dreams, not products!” und genau an diesem Punkt sollte man ansetzen.
Denn wer im Internet nach etwas sucht, der hat ein bestimmtes Bedürfnis, dass er befriedigen möchte bzw. ein Problem, für welches er eine Lösung braucht. Wer also eine überzeugende Angebotspräsentation auf der eigenen Webseite beabsichtigt, der sollte beim Verfassen sämtlicher Inhalte die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden in den Mittelpunkt rücken.
Für eine gelungene Produktpräsentation sind 3 Faktoren zentral: Relevanz, Vertrauen und Stimulanz. Um als relevant wahrgenommen zu werden, müssen Sie aufzeigen, weshalb Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung die Wünsche Ihrer Zielgruppe erfüllt. Um Vertrauen zu schaffen sollten Sie Nachweise dafür liefern, dass Sie sich auf Ihrem Gebiet genau auskennen. Und nicht zuletzt muss es Ihnen gelingen beim potenziellen Kunden das Gefühl auslösen, dass dieser das gewünschte Produkt oder die benötigte Dienstleistung bei Ihnen und nicht bei der Konkurrenz kauft.
Zielgruppenspezifische Inhalte anbieten
Vereinfacht gesagt, müssen Sie sich in die Rolle ihrer Zielgruppe versetzen und die Schritte durchlaufen, die ein Kunde bei der Kaufentscheidung durchläuft.
- Welche Probleme hat der Kunde, die zu einem Bedürfnis führen?
- Welche Ansätze stellen für den Kunden eine gute Lösung dar?
- Wo informiert sich der Nutzer nach einer Lösung?
- Wie könnte er nach einer Lösung suchen?
- Welche Argumente sind für ihn bei der Kaufentscheidung von Bedeutung?
- Wo kauft er das Produkt bzw. die Dienstleistung
Diese Frage und weitere müssen in einer Strategie geklärt werden – und in die Inhaltsfindung und -kreation auf der Webseite eingebzogen werden. Dazu im Folgenden eine Reihe von Tipps.
Wiederkehrende Fragen durch einen FAQ-Bereich verringern
Zum Standard einer Webseite gehört mittlerweile ein übersichtlicher FAQ-Bereich. Mit einem solchen Self-Service Feature tragen Sie als Shopbetreiber oder Anbieter von Dienstleistungen dazu bei, dass Kunden proaktiv und eigenständig nach Lösungen für Ihre Probleme suchen können. Einer der Vorteile ist dabei die Zeitersparnis.
Denn User, die auf einer Seite surfen, klicken bei einfachen Fragen oft intuitiv auf den FAQ-Bereich. Das entlastet den Kundenservice, der sich mit komplexeren Anliegen beschäftigen kann. Darüber hinaus schaffen Sie durch eine saubere FAQ-Ecke Vertrauen. Denn Sie zeigen, dass Sie auf alle wichtigen bzw. wiederkehrenden Fragen bereits eine Antwort parat haben. So verringern Sie automatisch telefonische Rückfragen und E-Mails.
Hinweis: Ziel der großen Suchmaschinen wie Google ist es, Antworten auf Fragen zu liefern. Darum ist ein umfangreicher FAQ-Bereich gutes Futter für die Google-Crawler, von denen Webseiten regelmäßig gescannt werden. Im besten Fall können Seitenbetreiber mit den eigenen FAQs in hervorgehobenen Antwortboxen der Suchmaschine landen.
Kunden und Mitarbeiter befragen
Der Weg vom ersten Brainstorming bis hin zum fertigen Inhalt umfasst mehrere Stationen. Ausgangspunkt ist für Webseitenbetreiber dabei immer die Recherche passender Inhalte für die eigene Zielgruppe.
Eine Möglichkeit, um neue Ideen für relevante Themen zu bekommen, ist die Kundenbefragung. Wer am Markt bestehen will muss die Customer Experience kontinuierlich verbessern und dazu bedarf es zunächst einer Bestandsaufnahme. Denn zunächst müssen Sie herausfinden, wie zufrieden Ihre Kunden sind bzw. welche Erfahrungen sie mit Ihren Produkten oder Dienstleistungen bislang gemacht haben. Zudem kann eine Befragung der Kunden Aufschluss darüber geben, wie sich diese die optimale Customer Experience vorstellen.
Alternativ oder ergänzend können auch Sales und Support Mitarbeiter in die Themenrecherche einbezogen werden. Denn kaum ein anderer Bereich hat so viel Wissen über Probleme, Sorgen, Herausforderungen und Wünsche wie der Kundendienst und die Vertriebsmitarbeiter. Anhand der realen Kundendaten sehen Sie direkt, was Ihre Zielgruppe beschäftigt und auf welche Fragen Ihre Inhalte Antworten liefern sollten.
Auf Keyword-Recherche Tools zurückgreifen
Neben dem Kundenfeedback und den Insights der Mitarbeiter aus Support und Vertrieb sind Keyword-Recherche Tools wie zum Beispiel Similarweb eine gute Möglichkeit, um neue spannende Themen für die eigene Webseite ausfindig zu machen.
So zeigt eine Suche nach „elektrischen Zahnbürsten“ des Keyword-Recherche-Tools von Similarweb viele Begrifflichkeiten und Fragestellungen.

Dadurch können Sie Trends erkennen, einen Blick in die Köpfe ihrer Zielgruppe werfen und Ihre Inhalte jederzeit optimieren. Letztlich können Sie als Webseitenbetreiber erst anhand einer sorgfältigen Keyword-Recherche nachvollziehen, welche Begriffe Ihre Kunden tatsächlich suchen.
Die Tools helfen Ihnen also gezielt Inhalte zu produzieren, für die es eine reale Nachfrage gibt. Mit anderen Worten decken Sie somit einen bestehenden Bedarf. Zu jedem Thema gibt es einen bestimmten Hauptbegriff und zahlreiche Nebenbegriffe. Erst die Kombination aus beiden ergibt das vollständige Keywordset.
Als Ergänzung zu den beschriebenen Tools können Webseitenbetreiber auch auf die Daten aus der Google Search Console zurückgreifen. Hier finden sich Kennzahlen wie Impressionen, Klicks, die sogenannte Click Through Rate (kurz: CTR) und Positionen. Dabei kann gezielt nach Suchanfragen oder konkreten Landing Pages gefiltert werden.
Eine Konkurrenzanalyse vornehmen
Wer sich mit seiner Webseite auf dem Markt behaupten möchte, der muss seine Konkurrenten genau kennen. Für eine Konkurrenzanalyse hilft es zunächst den Blick auf die Seiten zu werfen, die für das eigene Produkt oder die eigene Dienstleistung in den großen Suchmaschinen wie Google in den Top 10 aller Suchergebnisse auftauchen.
- Welche Inhalte werden bei der Konkurrenz aufgegriffen?
- Wie werden die Inhalte visualisiert?
- Welche Themen, die gefragt sind, fehlen bei der Konkurrenz vielleicht noch?
Neben der direkten Konkurrenz sind auch Fachjournale und Magazine eine gute Quelle für neue Ideen. Eine solche Analyse hilft dabei, sich einen guten Marktüberblick zu verschaffen und gleichzeitig Potenziale zu ermitteln. Themen, die bei allen Topkonkurrenten aus Ihrem Bereich zu finden sind, sollten auch auf Ihrer Webseite nicht fehlen. Inhalte, die bei der Konkurrenz noch fehlen, die aber im Trend liegen und für die es eine große Nachfrage gibt, sind ebenfalls spannend. Denn wenn Sie neue Trends vor der Konkurrenz aufbereiten, können Sie sich abgrenzen und hervorstechen.
Fazit
Es gibt viele Ansätze, die Ihnen Aufschluss bieten können, welche Inhalte für Ihre Kunden entscheidend sind. Und letztendlich sollten auch alle Ansätze in eine ähnliche Richtung führen.
Daher sollten Sie im ersten Schritt abwägen, welche Art der Recherche Ihnen am einfachsten fällt:
- Haben Sie bereits passende Online-Tools im Einsatz, die Ihnen Erkenntnisse über Suchmuster der Kunden liefern?
- Können Sie auf einen erfahrenen Vertrieb bauen, der die Problemstellung der Kunden bestens kennt?
- Gibt es ohnehin bereits Kundenbefragungen, die um weitere Fragen ergänzt werden können?
- Gibt es Konkurrenzanalysen, die schon erste Ansätze liefern?
Gehen Sie nun konsequent den nächsten Schritt und schaffen Sie Klarheit über Strukturen auf Ihrer Webseite. Welche Kategorien lassen sich schaffen, die dem Kunden weiterhelfen (bspw. FAQ, Produktmerkmale, Problemstellungen und Lösungsansätze, Praxistipps etc.).
Der finale Schritt ist ein sehr langwieriger, aber auch effektiver: Die Schaffung der Inhalte für den Kunden. Bauen Sie einen Prozess auf, mit dem sie langfristige wertvolle Inhalte für Ihre Kunden (und Neukunden) aufbauen. Sie werden sehen, es lohnt sich und bringt auf lange Sicht auch Interessenten und Neukunden.