Krankenkasse bei Zahnschienen

Was zahlt die Krankenkasse bei Zahnschienen

Mithilfe einer Zahnschiene lassen sich die unterschiedlichsten Zahnprobleme diskret beseitigen. Es gibt sie in ganz verschiedenen Ausführungen. Besonders weit verbreitet sind sogenannte Knirsch- oder Aufbissschienen, Sportschutzschienen, Bleaching- und Fluoridierungsschienen, Schnarchschienen, Zahnschienen, die eine Zahnspange ersetzen und auch Zahnschienen, die gegen Verspannungen hervorgerufen durch Zahnfehlstellungen helfen.

Was ist eine Knirsch- oder Aufbissschiene?

Wer nachts häufig mit den Zähnen knirscht, setzt seine Zähne unter starken Druck. Die Zähne schleifen so stark gegeneinander, dass der Abrieb am Zahnschmelz deutlich sichtbar ist. Er lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Erkennt der Zahnarzt solche Schleifspuren, empfiehlt er seinen Patienten eine Aufbissschiene, die das nächtliche Zähneknirschen fast unmöglich macht. Sie ist sehr bequem, macht keine Schmerzen und die Erfolge lassen nicht lange auf sich warten. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen.

Harte Aufbissschienen sind meist aus transparentem Material hergestellt. Sie sehen ähnlich aus wie eine Zahnspange und korrigieren kleinere Zahnfehlstellungen sehr effektiv.

Weiche, gummiartige Aufbissschienen sind aus weichem, farblosem Kunststoff hergestellt. Sie ist besonders angenehm zu tragen.

Nicht verstellbare Kunststoffschienen sind aus einem weichen, einfachen Kunststoff hergestellt. Diese Schienen sollen verhindern, dass die Zähne sich übermäßig abnutzen. Bei den adjustierten Zahnschienen handelt es sich um individuell an den Körper angepasste Schienen.

Knirsch- und Aufbissschienen kosten je nach verwendetem Material zwischen 150 und 200 Euro. Ist die Zahnsituation etwas schwieriger und der Aufwand höher, kann der Preis auf bis zu 500 € steigen .

Diese Therapie bezahlt meist die gesetzliche Krankenversicherung komplett. Einige bestimmte Arbeitsschritte erstatten nicht alle Krankenkassen, da sie im Leistungskatalog nicht in jedem Fall enthalten sind. Wer höherwertiges Material wünscht oder die Ausführung vom Standard abweicht, muss ebenfalls damit rechnen eine Zuzahlung zu leisten.

Die Zahnschiene als Ersatz für die Zahnspange

Unsichtbare Zahnspangen können leichte Zahnfehlstellungen richten. Mithilfe moderner 3D-Simulation erstellt der Kieferorthopäde eine 3D-Simulation und einen Plan. Über den Behandlungsverlauf verändert sich die physikalische Zahnposition. Um die Zähne nach und nach in die korrekte Position zu bringen, ist es notwendig, etwa alle zwei Wochen eine neue Schiene anzufertigen. Für eine erfolgreiche Korrektur der Zahnstellung ist viel Disziplin erforderlich. Die Patienten müssen die Zahnschiene sehr konsequent tragen. Die Kosten für diese Behandlung belaufen sich auf etwa 6000 bis 9000 € und werden nur in Ausnahmefällen von der Krankenkasse bezahlt.

Wer braucht eine Sportschutzschiene?

Beim Sport kommt es sehr häufig zu Zahnverletzungen beispielsweise können Zähne abbrechen, ein Zahnnerv infolge einer Prellung absterben oder ein ganzer Zahn herausfallen. Sportschutzschiene helfen dabei, solche Verletzungen zu vermeiden. Sie sind aus einem elastischen Kunststoff hergestellt, der ganz durchsichtig oder fröhlich bunt sein kann. Sie wird einfach über die Zähne gezogen.

Einfache Sportschutzschienen für Kinder gibt es für unter 50 Euro, während Erwachsene für eine individuell angefertigte Zahnschutzschiene 150 bis 300 Euro bezahlen. Sofern keine therapeutische Komponente hinzukommt, müssen die Versicherten die Sportschutzschiene aus eigener Tasche bezahlen.

Kann eine Zahnschiene bei Verspannungen helfen?

Oft sind Kieferprobleme die Ursache für Kopf- und Rückenschmerzen. Die Kaumuskulatur und damit die Gesichts- und Kopfmuskulatur verspannen, wenn Ober- und Unterkiefer nicht im idealen Winkel zueinander steht. Das kann zu Verspannungskopfschmerz führen. Die Schmerzen können bis in den Rücken ausstrahlen. Aufbissschienen können diesen Schmerzen entgegenwirken. Je nach Schiene und Verfahren zur Diagnose können die Kosten zwischen 20 und 500 Euro liegen oder sogar bis zu 2500 Euro betragen bei einer individuellen Aufbissschiene.

Liegt eine Erkrankung des Kausystems vor, übernimmt die Krankenversicherung die individuellen Anfertigungskosten. Da das nicht bei allen Fällen von Craniomandibulärer Dysfunktion der Fall ist, ist vor Behandlungsbeginn ein Heil- und Kostenplan bei der jeweiligen Krankenversicherung einzureichen. Dann weiß der Versicherte, inwieweit die Krankenkasse die Kosten übernimmt.

Was ist eine Bleaching-Schiene?

Bleaching-Schienen kommen beim sogenannten Home Bleaching zum Einsatz. Die Schiene muss so gut sitzen, dass kein Bleichmittel an das Zahnfleisch gelangt. Bleaching-Schienen werden nachts getragen und können so acht Stunden lang einwirken. Die Kosten für eine solche Schienen belaufen sich auf 200 bis 400 €, die die Krankenkasse nicht übernimmt.

Nutzt eine Fluoridierungsschiene?

Fluoridierungsschienen dienen der Prophylaxe. Die passgenau angefertigte Kunststoffschiene gibt es für den unteren und oberen Zahnbogen. Sie kommt zum Einsatz, wenn ein erhöhtes Kariesrisiko besteht. Damit gelangt das Fluoridgel wesentlich leichter auf die Zähne. Die Einwirkzeit lässt sich mit einer speziellen Schiene wesentlich verlängern. Da die Schiene die Substanz sehr nah an die Zähne bringt, ist weniger von dem Gel notwendig. Eine Fluoridierungsschiene kostet zwischen 75 und 300 €. Ohne individuelle Anpassung gibt es sie sogar schon für wenige Euro in der Apotheke. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nur in Ausnahmefällen.

Hilft eine Schnarchschiene wirklich

Eine spezielle Protrusionsschiene kann in Rückenlage verhindern, dass die Zunge in den Rachen sinkt und jemand anfängt zu schnarchen. Wer nachts mit der Zunge schnarcht, kann damit den Geräuschpegel deutlich reduzieren. Die Schienen sind frei verkäuflich, die Kosten belaufen sich auf 50 bis 100 EUR. Wichtig ist, dass sie wirklich gut sitzen, damit es nicht zu Zahnfehlstellungen kommt und weitere Probleme auftreten. Individuell angepasste Schnarchschienen bieten einen viel höheren Tragekomfort, und wirken meistens sehr gut. Die Kosten belaufen sich dabei allerdings auf 1200 bis 1700 Euro, weil die Diagnostik sehr aufwendig ist.

In schweren Fällen bezahlt die Krankenkasse die Protrusionsschienen. Wer hingegen nur unter einem leichten Atemwegsverschluss leidet, muss Schienen selbst bezahlen.