Die Arbeitswelt ist in stetem Wandel. Unternehmen müssen sich an die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter:innen anpassen, um am Markt bestehen zu können. Die Coronapandemie hat die Unternehmen dabei vor neue Herausforderungen gestellt. Es gilt, Flexibilität und gleichzeitig eine hohe Arbeitsplatzsicherheit zu schaffen, um für neue Mitarbeiter:innen attraktiv zu bleiben. Umfragen und Statistiken zeigen, dass die Pandemie das Empfinden der Arbeitnehmer:innen und der Arbeitgeber verändert hat. New Work ist das Stichwort für die Arbeitswelt der Zukunft.
Die Bedeutung von New Work für unser Arbeitsleben
Der Wandel der Arbeitswelt ist in vollem Gange. Noch nie hat sich die Arbeitswelt so stark verändert, wie es im Moment der Fall ist. „New Work“ ist ein Megatrend und in aller Munde. Der Begriff bezeichnet dabei das gesamte Spektrum der neuen und flexiblen Formen der Arbeit und Arbeitsorganisation, vor allem im Büro. Dazu gehört das Homeoffice ebenso wie flexible Arbeitszeitmodelle. Die Rolle des Berufs verändert sich und nimmt mittlerweile einen weniger hohen Stellenwert ein als noch vor wenigen Jahren. Viele Arbeitnehmer betrachten ihren Job nicht mehr als das Zentrum ihres Daseins, sondern als Mittel zum Zweck. „Arbeiten, um zu leben“ heißt das Credo. Laut einer Randstad-Arbeitnehmer:innenbefragung ist für 80 Prozent aller Arbeitnehmer:innen das Geld der Grund für die Ausübung ihrer Tätigkeit. Je jünger die Arbeitnehmer:innen sind, desto wichtiger ist ihnen, das Privatleben vom Job strikt zu trennen.
Gleichzeitig soll die Arbeit einen größeren Zweck erfüllen. So ist es für die Menschen wichtig, dass ihre Tätigkeit einen tieferen Sinn hat. So streben rund 43 Prozent aller Arbeitnehmer:innen nach gesellschaftlicher Anerkennung durch ihren Beruf, wie aus der Befragung hervorgeht.
Corona als Chance?
Für viele Branchen bedeutete Corona fast den wirtschaftlichen Zusammenbruch. Kurzarbeit und Entlassungen waren an der Tagesordnung, als Betriebe zum Teil für viele Monate schließen mussten. Wer konnte, hat also umgesattelt und die Arbeitsbedingungen verändert. So konnte Corona als Chance verstanden werden, die neue Wege ermöglicht, die Arbeitswelt im Wandel zu gestalten.
Corona bietet die Möglichkeit, die bisherigen Strukturen im Unternehmen zu hinterfragen und zu verstehen, welchen Ansprüchen die Arbeitsorganisation langfristig gerecht werden muss, um attraktiv für neue Arbeitnehmer:innen zu bleiben. Vor allem die junge Zielgruppe hat heute andere Wünsche. Sie möchten einerseits ein sicheres Arbeitsumfeld, denn immerhin 62 Prozent der nach 1995 Geborenen setzen auf eine hohe Arbeitsplatzsicherheit. Auf der anderen Seite steht die große Flexibilität, die immer mehr Unternehmen ermöglichen. Viele jüngere Arbeitnehmer:innen wollen eine ausgeglichene Work-Life-Balance erreichen. Dank Corona stellen immer mehr Unternehmen die Weichen, damit dies für ihre Mitarbeiter:innen möglich ist.
Nicht erst seit Beginn der Coronapandemie ist New Work das, laut Trendreport, Leitmotiv der Arbeitswelt. Doch durch und dank Corona fühlen sich immer mehr Unternehmen unter Zugzwang, die Inhalte dieses Leitmotivs in ihrem Unternehmensalltag auch umzusetzen.
Digitalisierung treibt Unternehmen voran
Noch vor wenigen Jahren hieß es, dass es „nicht an jeder Milchkanne“ ein gut ausgebautes 5G-Netz bräuchte. Die Coronapandemie strafte die Aussagen Lügen. Wenig ist derzeit so wichtig wie ein gutes mobiles Datennetz. Die Digitalisierung ist auch der Bundesregierung ein wichtiges Anliegen, weshalb sie den digitalen Wandel vorantreibt. Insgesamt zeigt sich, dass die Coronapandemie einen eher positiven Einfluss auf den digitalen Wandel in deutschen Unternehmen hat. Mehr als die Hälfte der Personaler:innen sieht die Pandemie als Chance für die Digitalisierung, wie aus einer Personalleiterbefragung von Randstad und ifo hervorgeht. Carsten Priebs, CIO von Randstad Deutschland, sagt dazu: „Corona hat dafür gesorgt, dass viele Unternehmen den digitalen Turbo angeworfen haben. […] Die technischen Tools und Methoden wie Software-as-a-Service, Cloud und Videokonferenzen gab es schon vorher, jetzt werden sie massiv genutzt und werden auch nicht mehr weggehen, weil die Vorteile offensichtlich sind.“
Die Digitalisierung hat alle Unternehmensbereiche fest im Griff. So erfolgt das gesamte Bewerbungsverfahren inklusive des Vorstellungsgesprächs heute digital. Manche Bewerber:innen bekommen eine Absage, ohne jemals persönlich im Unternehmen vorstellig geworden zu sein. Auch im Bereich Weiterbildung ist Digitalisierung ein wichtiger Faktor. Das digitale Lernen ist für 62 Prozent aller deutschen Unternehmen von zentraler Bedeutung für den künftigen Unternehmenserfolg. Allerdings hatten knapp 37 Prozent der Arbeitnehmer:innen während der Pandemie Probleme damit, neue Fähigkeiten zu lernen, die für ihren Beruf in der Pandemie essenziell waren. Das geht aus dem Randstad Arbeitsbarometer für das zweite Halbjahr 2020 hervor. Hier müssen die Unternehmen reagieren, und das digitale Lernen vereinfachen.
Flexibilität und Homeoffice – was macht einen Arbeitgeber attraktiv?
Für Unternehmen bleibt die Frage, wie sie für potenzielle und etablierte Mitarbeiter:innen attraktiv bleiben. Die Arbeitnehmer:innen sind dabei verschiedene Faktoren besonders wichtig:
- Arbeitsplatzsicherheit
- ein attraktives Gehalt in Verbindung mit Sozialleistungen
- eine angenehme Arbeitsatmosphäre
- die finanzielle Stabilität des Unternehmens
- eine gute Work-Life-Balance
Interessanterweise sind neueste Technologien auf der Skala für die Mitarbeiter:innen auf dem letzten Platz. Dies geht aus der Randstad Employer Brand Research von 2021 hervor. Trotzdem sind moderne Technologien unerlässlich, um die nötige Flexibilität für eine ausgewogene Work-Life-Balance umzusetzen. So müssen die Arbeitsbedingungen flexibel sein, damit Arbeitnehmer:innen sich wohlfühlen. Seit Beginn der Pandemie können bis zu 76 Prozent der Arbeitnehmer:innen ihre Arbeitszeiten flexibel an ihre Bedürfnisse anpassen. So wird es nicht zuletzt einfacher, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Vor allem in Zeiten des vermehrten Homeschoolings ist dies unerlässlich. Verschiedene Arbeitszeitmodelle, die sich individuell anpassen lassen, sind der Schlüssel zur Mitarbeiterzufriedenheit.
Während der Lockdown-Phasen war Homeoffice für viele Unternehmen die einzige Chance, ihre Mitarbeiter:innen weiterhin zu beschäftigen und den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Dabei waren mehr als 60 Prozent der Beschäftigten an der Entscheidung für das Homeoffice aktiv beteiligt. Gleichsam wünschen sich nur knapp neun Prozent der Beschäftigten, dauerhaft im Homeoffice zu bleiben. Wenn die pandemische Lage es erlaubt, will ein Großteil der Arbeitnehmer:innen zumindest teilweise zurück ins Büro. Diese Zahlen gehen ebenfalls auf das Arbeitsbarometer 2020 zurück. Während für mehr als die Hälfte der Befragten eine ausgeglichene Work-Life-Balance wichtig ist, wollen sie gleichzeitig keine soziale Isolation vom Team. Trotzdem wollen 73 Prozent der Unternehmen, die zu Beginn der Pandemie Homeoffice angeboten haben, dieses Angebot dauerhaft beibehalten.
Die meisten Menschen werden wohl zu einem flexiblen Arbeitsmodell wechseln, bei dem sie sowohl Arbeitszeit im Büro verbringen als auch im Homeoffice arbeiten. Vor allem die Zusammenarbeit im Homeoffice wird in Zukunft im Fokus stehen, um die Arbeitswelt weiter zukunftsfähig zu machen.