Altersvorsorge – eine Thematik bei der sich die Geister scheiden

Die gesetzliche Altersvorsorge und diesbezügliche Positionen der Parteien

Das Leben wird nicht nur aufgrund der Inflationsraten, sondern auch verschiedenen preis- und werttreibender Faktoren immer teurer. Vor allem bei Lebensmittel, Heizstoffen oder Mieten werden Teuerungen spürbar. Dieser Trend wird sich zukünftig stets fortsetzen. Bei regelmäßigen Gehaltsverhandlungen der Gewerkschaften wird der Lohn der steigenden Inflationsrate angepasst, sodass steigende Preise besser kompensiert werden können. Anders ist es jedoch bei Renten, die beispielsweise im Jahre 2021 nicht erhöht wurden.

Die Altersvorsorge repräsentiert eine Themenstellung, die nicht nur jene betrifft, die kurz vor der Pension stehen, sondern die gesamte Gesellschaft, denn es ist schon lange Gewissheit: Die Zahlungen der gesetzlichen Rente werden in absehbarer Zukunft nicht mehr ausreichen. Zusätzlich schellen die Immobilienpreise in Deutschland in Höhen, die noch nie zuvor erreicht wurden. Dennoch gibt es Möglichkeiten mit Unterstützung von staatlichen Zulagen im Alter ein Eigenheim zu besitzen, wodurch diese finanzielle Belastung wegfällt. Diese werden beispielsweise in der Quelle: finanzen.de aufgezeigt.

Die Position der CDU und CSU

Die Unionsparteien wollen das Renteneintrittsalter mit 67 Jahren unverändert beibehalten. Darüber hinaus setzen sie weiterhin auf die drei Säulen, die durch die gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge repräsentiert wird. Neuerungen stellen unter anderem das von ihnen angestrebte Konzept der betrieblichen Altersvorsorge für alle da, mit der vor allem Geringverdiener Unterstützung erfahren sollen. Neben den drei Säulen will sie zukünftig eine weitere vierte einführen, bei welcher der Staat für jedes Individuum von Geburt bis zu dem 18. Lebensjahr eine monatliche Zahlung von 100 Euro in einem Fonds leistet. Der sogenannte Generationen-Pensionsfonds soll sicher und nachhaltig angelegt werden. Auch verfolgt die Union die Strategie, eine Altersvorsorgepflicht für Selbstständige zu realisieren.

Die Position der SPD

Auch die SPD sieht von einer Erhöhung des Renteneintrittsalters ab. Ihre Pläne sehen vor allem die Stärkung der gesetzlichen Rente vor. Darüber hinaus zielt sie auf eine Sicherung des Rentenniveaus bei 48 Prozent ab, wodurch sich die Höhe der Renten an jener der Löhne und Gehälter ausrichtet und eine Beteiligung am Wohlstand der Gesellschaft gewährleistet wäre. Auch setzt sich die SPD für eine geschlechtergerechte Rente ein, in der die klassische Rollenteilung zwischen Mann und Frau Berücksichtigung findet, da familienbedingte Tätigkeiten miteinbezogen werden. Neben der Förderung von Betriebsrenten soll auch die Riester-Rente, die staatlich gefördert wird und dennoch eine private Rente darstellt, durch ein verändertes, standardisiertes Konzept ersetzt werden. Bei diesem soll die staatliche Unterstützung nur unteren und mittleren Einkommensklassen zukommen.

Die Position der FDP

Die FDP zielt bei dem Renteneintrittsalter auf eine Zwischenlösung ab: Sobald das 60. Lebensjahr und das Grundsicherungsniveau in Hinblick auf die Altersvorsorge erreicht wurden, darf frei gewählt werden, wann man in den Ruhestand begibt. Darüber hinaus setzt sie auf eine Weiterführung der drei Säulen der Altersvorsorge, bei denen jedoch eine freie Kombination ermöglicht werden soll. Eine Veränderung von Arbeitgebern, ein Wechsel von Beschäftigung zu Selbstständigkeit oder umgekehrt soll zukünftig keinen Verlust von Ansprüchen mit sich bringen, sondern ebenfalls angemessen berücksichtigt werden. In Hinblick auf die private Altersvorsorge spricht sie sich für den Lösungsansatz einer gesetzlichen Aktienrente aus. Bei Riester- und Rürup-Renten verlangt sie eine Steigerung der Flexibilität und erleichterte Übertragbarkeit.

Die Position der AfD

Die AfD will zukünftig kein Renteneintrittsalter mehr vorgeben, sondern jedes Individuum selbst diese Wahl treffen lassen. Die Rentenhöhe wird nach diesem Konzept durch das Renteneintrittsalter und die eingezahlten Beiträge beeinflusst. Damit Renten zukünftig gesichert werden können, will sie diese durch einen höheren Steuerzuschuss finanzieren. Darüber hinaus will sie eine Abschaffung der Politikerpensionen durchsetzen.

Die Position der Linken

Die Linke will das Renteneintrittsalter von 67 auf 65 Jahre reduzieren. Eine Verbesserung der gesetzlichen Rentenversicherung will sie durch das Integrieren von Politikern, Beamten und Selbstständigen erzielen und das Rentenniveau innerhalb von 5 Jahren auf 53 Prozent steigern. Im Weiteren fordert die Linkspartei eine Mindestrente, die sie mit 1.200 Euro festlegt. Zeiträume, die für Ausbildungen, Kindererziehung und Pflege genutzt wurden, sowie Zeiten der Erwerbslosigkeit sollen ebenfalls Berücksichtigung finden. Darüber hinaus sollen Eltern für jedes Kind einen Rentenpunkt erhalten, der sonst grundsätzlich dann vergeben wird, sobald in einem Jahr so viel wie der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung verdient wurde.

Die Position der Grünen

Die Grünen wollen das Renteneintrittsalter mit 67 Jahren beibehalten und ein Rentenniveau bei 48 Prozent nachhaltig sicherstellen. Sie streben eine Veränderung der gesetzlichen Rentenversicherung zu einer Bürgerversicherung an, die sämtliche Arten von Erwerbstätigkeit inkludiert. Auch fordern sie eine Garantierente für Einkommensschwache und einen Austausch der Riester- und Rürup-Rente durch öffentlich verwaltete Bürgerfonds.

Welcher diese Pläne zielführend ist und schlussendlich realisiert werden wird, wird die Zeit zeigen. Gewiss ist jedoch, dass Altersvorsorge mit einem gewissen Grad an Eigenverantwortung einhergeht. Die Absicherung durch individuelle Lösungsstrategien, in denen staatliche Förderungen genutzt werden, ist in jedem Fall in Hinblick auf die stets steigenden Kosten zielführend.